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Grüess Gott Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott

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BEGEGNUNG
G
GEMEINDE – BRIEF der Reformierten Kirche Meisterschwanden – Fahrwangen
www.kirchweg5.ch
erscheint 11-mal jährlich • 25. Jahrgang • Nr. 7/8 • Juli/August 2009
Grüess Gott
„Kannst du noch
abschalten?“ Eine
quirlige Frau erzählt mir, dass diese Frage sie aufgewühlt hat. Ihr fällt
plötzlich auf, wie
sie abends noch
tausend
kleine
Dinge erledigt und dann kaum einschlafen kann. Zwei Tage später erzählt mir
ein Geschäftsmann: „Die Operation vor
einigen Monaten war ein Schuss vor den
Bug“. Ihm wird immer deutlicher, dass
es im Leben mehr gibt als Arbeit und
Höchstleistung.
Kannst du noch abschalten? Diese Frage
lässt mich über mich selber nachdenken.
Auf dem Pult liegen noch unerledigte
Aufgaben, noch rasch will ich ein Telefongespräch führen, ein Mail beantworten, eine Aktennotiz weiterleiten, …
Ich merke, dass ich Momente brauche, in
denen ich Distanz gewinnen kann. Überraschend erhalte ich heute per Mail den
folgenden Satz zugeschickt: „Wenn Sie
aufgrund innerer oder äusserer Hindernisse Mühe haben, sich für längere Zeit
innerlich zu sammeln, dann sammeln
Sie sich für kurze Zeit“ (Charles de Foucauld, 1916). Verblüffend aktuell.
Was bei den Menschen unmöglich
ist, das ist bei Gott möglich
So lautet das Leitwort für das Jahr 2009,
das die christlichen Kirchen begleitet. Angelehnt daran sagt man rasch:
„Gott vermag, was Menschen nicht
können; er ist eben allmächtig.“ Und
dann beginnen unsere Gedanken sich
ihren eigenen Weg zu bahnen: „Wenn
Gott allmächtig ist, dann müsste doch
nicht so viel Ungerechtigkeit und Not
in unserer Welt sein; ist er nicht allmächtig, dann kann man ja auch auf
ihn verzichten.“ Ohne es zu merken,
muss Gott unsere Kriterien erfüllen
und den Test bestehen, den wir aufstellen.
In der Bibel finden wir die Überzeugung
und ein staunendes Lob darüber, dass
Gott sprach und alles geworden ist,
dass ihm die ganze Welt gehört und
er seine rettende, helfende und barmherzige Macht Menschen erfahren
lässt. Darum rufen Menschen in ihren
Nöten zu ihm. In den Machttaten von
Jesus leuchtet die barmherzige Seite
der Allmacht Gottes auf. Sie weisen
auch darauf hin, was für eine einzigartige Gestalt Jesus ist.
stellen oder ausdenken kann – was
Gott sagt, wird eintreffen. Gottes Allmacht zeigt sich so: Er hat die Macht
auszuführen, was er versprochen hat.
Nicht menschliche Vorstellungen und
Erwartung, sondern Gottes Zusagen
bilden den Rahmen.
An einigen Stellen finden sich in der
Bibel Sätze wie „Für Gott ist nichts
unmöglich“. Wichtig ist: Das ist keine
allgemeine, distanzierte Aussage, die
eine Drittperson über Gott macht.
Interessanterweise ist es Gott selber
Der Leitspruch fürs Jahr 2009 stammt
aus einem Gespräch, das die Freunde
von Jesus mit ihm zum Thema Reichtum führen. Dabei bemerkt Jesus, wie
schwer es für Menschen ist, die viel
besitzen, ins Reich Gottes zu kommen.
Andere, die zuhören, sind entsetzt darüber und fragen, wer dann überhaupt
noch gerettet werden könne. Und da
sagt Jesus: „Was bei den Menschen
unmöglich ist, das ist bei Gott möglich.“ Er öffnet Türen, wo Menschen
nur Sackgassen sehen. Philipp Nanz
Ich wünsche Ihnen, dass Sie sich in der
Sommerzeit solche Momente gönnen, in
denen Sie sich innerlich sammeln.
B’hüet euch Gott
PHILIPP NANZ, Pfarrer
AG 099
oder sind es seine Boten, die diesen
Satz äussern. Und zwar im Sinne einer
Bekräftigung: Was Gott gesagt und
in eine bestimmte Situation hinein
versprochen hat, das wird er – allen
menschlichen Einwänden und Vorbehalten zum Trotz – erfüllen. Auch
wenn ein Mensch es sich nicht vor-
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Ein Rückblick – persönlich gefärbt
Wie sah diese Kirchgemeinde vor 25 oder
30 Jahren aus und was hat sich seither
entwickelt? Diese Frage stellte ich drei
Ehepaaren, die man fast als ein Stück
„Urgestein“ der Kirchgemeinde bezeichnen könnte; seit Jahrzehnten arbeiten sie regelmässig in unterschiedlichen Bereichen mit.
„Alles hat im Pfarrhaus oder in der Kirche
stattgefunden“, erzählt Maria Stern,
die mit ihrem Mann seit Jahren einen
Hauskreis leitet. Die Kirchenpflegesitzungen und die Vorbereitungen für die
Sonntagschule wurden im Pfarrhaus
abgehalten. Der Sonntagmorgen in
der Kirche war gefüllt, zuerst Gottesdienst, dann Kinderlehre und zu guter
Letzt noch Sonntagschule.
Die erste bauliche Veränderung ergab
sich durch den Erwerb eines Büro-Pavillons im Jahr 1980. „Ich brauche eine
Fabrik, sonst kann ich nicht arbeiten“,
soll Pfarrer Emil Heuberger mehrmals
geäussert haben. An der Stelle, wo
heute der hintere Parkplatz ist, kam
dieses Gebäude zu stehen. Ein mehrteiliges Seminar über Erziehung mit
Emmi Gutscher als Referentin mündete in eine Diskussionsgruppe, die sich
weiterhin traf und aus der ein Hauskreis entstand. Im Pavillon trafen sich
die Sonntagschüler, ein Kreis mit Senioren, die Kirchenpflege für ihre Sitzungen; und nach dem Gottesdienst
bot man gelegentlich einen Kirchenkaffee an. Mit dem Bau des jetzigen
Kirchgemeindehauses wurde vor 13
Jahren nochmals ein Schritt vorwärts
getan. Walter Stern konnte es als Kirchenpflegepräsident offiziell einweihen. Seither steht ein grösserer Saal
zur Verfügung, ein Unterrichtsraum,
ein Büro, ein Sitzungszimmer, der Arbeitsraum für den Frauen-Arbeitskreis,
ein Raum für die Kinderhüte und auch
Räumlichkeiten für Jugendliche sind
im gleichen Haus untergebracht. Früher traf sich eine kleine Jugendgruppe
in einem Raum bei Cheminéebauer
Siegrist, später bei Familie Stern in der
Stube. Nach einer Zwischenstation im
Pavillon gab es einen Jugendraum an
der Eggenstrasse und nun ist der offene Jugendtreff im Kirchgemeindehaus untergebracht.
Auch auf der personellen Ebene ergaben sich Veränderungen. So setzte
sich Pfarrer Bittner dafür ein, dass die
Stelle für einen Diakonischen Mitarbeiter geschaffen wurde. Seit drei Jahren ergänzt auch ein Jugendarbeiter
das Team.
„Musikalisch hat sich sehr viel verändert“, sagt Barbara Wernli. Ein Mitarbeiterkreis wurde aufgebaut. „Man
kümmert sich um die Mitarbeiter
und nimmt sie sehr ernst“, ergänzt
Osi Wernli. Sie sehen, dass die Verantwortlichen bestrebt sind, eine Haltung der Offenheit zu pflegen und als
Gemeinde weiter zu wachsen auf der
Grundlage des Evangeliums. Beide haben vor 20 Jahren hier geheiratet und
arbeiten seither in der Sonntagschule,
im Gottesdienstteam, im Hauskreis
und Catering mit. Auch ist die ökumenische Zusammenarbeit gewachsen
mit Gottesdiensten, Kinderwoche,
Weltgebetstag, Altersnachmittagen
und Spielnachmittagen.
„Ich vergleiche die Veränderungen in der
Kirchgemeinde mit der Reaktion eines
Öltankers“, meint Emi Cecuta. Wird
eine Richtungsänderung eingeschlagen, so fährt der Koloss noch eine ganze Weile in der ursprünglichen Richtung weiter. Doch dann beginnt man
die Kursänderung festzustellen. Als
freiwilliger Mitarbeiter in der Jugendarbeit erlebte er die Umwälzungen
hautnah mit. Aus der „Aktion neues
Leben“ entstanden mehrere Hauskreise. Doch gab es auch einige herbe
Einschnitte in den vergangenen 15 Jahren: die Ablehnung des ersten Projekts
für ein Kirchgemeindehaus; das warf
einem zurück auf „Start“. Dann der
Abgang von Hanspeter Mauch und die
Krankheit von Markus Hardmeier. Die
Besuche der Diakoniegruppe sind bei
vielen Gemeindegliedern geschätzt;
überhaupt hat sich das soziale Engagement verstärkt, beispielsweise mit
einer Lebensmittelkollekte. „Und die
Kurse, die wir heute anbieten, sehe
ich als Chance für die Teilnehmer, einen Bezug zur Kirchgemeinde zu erhalten“, meint Emi Cecuta, der heute
in der Kirchenpflege mitarbeitet, den
technischen Support bei speziellen
Gottesdiensten wie dem loGo! gewährleistet und mit seinem kulinarischen Flair die Teilnehmenden des
Ehekurses verwöhnt.
Philipp Nanz
BEGEGNUNG • Ausgabe 07/08 • 2009
Die Streetchurch Zürich –
Wenn Unmögliches möglich wird
In der Schweiz gibt es junge Menschen,
die am Rande der Gesellschaft sind,
ausgegrenzt werden und ohne Perspektive in den Tag hinein leben.
Schuldenberge von mehreren 1000
Franken, psychische und soziale Probleme, Suchtverhalten und Gewaltdelikte lassen den Schluss zu, dass es
für solche Menschen unmöglich ist,
ein sinnvolles Leben zu führen. Die
Streetchurch Zürich widmet sich seit
mehreren Jahren genau solchen jungen Menschen und erlebt, dass durch
Gottes gelebte Liebe Dinge möglich
werden, die nach menschlichem Ermessen unmöglich sind.
Die Streetchurch ist ein Arbeitszweig der
Reformierten Landeskirche der Stadt
Zürich. Ein Team von 14 Angestellten
investiert sich unter der Leitung von
Pfr. Markus Giger in verschiedene innovative Projekte. Die Arbeitsweise ist
ganz auf das Wirkungsfeld der Streetchurch ausgerichtet: Der berüchtigte
Kreis 4 in Zürich. Die Leute der Streetchurch stossen dort auf viele
Jugendliche zwischen 16 und
26 Jahren, die mit Drogen,
Gewalt und Prostitution aufgewachsen sind. Sie haben
keine Lebensperspektive, da
sie es oft nicht schaffen, mit
ihrem persönlichen Hintergrund in der Gesellschaft
Fuss zu fassen. Beni Grünenwald, Leiter des Arbeitsintegrations-Projektes „Saubere
Jungs für saubere Fenster“
beschreibt ihre Vision: „Unsere Vision
orientiert sich an der Begegnung einer
Frau mit Jesus an einem Brunnen (Joh.
4,6-26). Sie geht dorthin, um ein Bedürfnis zu stillen, nämlich um etwas
Wasser zu holen. Das findet sie dort,
doch dazu noch mehr. Bei Jesus erhält
sie Wasser, von dem sie nie mehr dürsten wird. Im übertragenen Sinn ist es
das, was sie zutiefst im Inneren sucht:
Sinn und Ziel des Lebens.“ Die Streetchurch will den Jugendlichen praktische Lebenshilfe anbieten und ihnen
die Möglichkeit eines Lebens mit Sinn
vermitteln.
Neben dem Arbeitsintegrationsprojekt
bieten die Leute der Streetchurch
deshalb auch Seelsorge, GefängnisSeelsorge, psychologische Betreuung, Sozialbegleitung, Mittagstisch,
Deutschkurse und Sportprogramme
an. Das neuste Projekt, das sich noch
im Aufbau befindet, ist „Life-School“.
Es soll jungen Menschen dazu verhelfen, sich in ganz alltäglichen Aufgaben wie zum Beispiel dem Umgang
mit Finanzen zurecht zu finden. Dazu
kommen die Bibelgruppe und die monatlichen Streetchurch-Gottesdienste,
die für eine regelmässig gefüllte Kirche sorgen.
In diesen Projekten bleiben für die Mitarbeitenden der Streechurch die einzelnen Jugendlichen im Zentrum. Beni
Grünenwald erzählt von Cyrill, einem
jungen Mann im Arbeitsintegrations-
Projekt. Er musste seine Lehre wegen
verschiedenen Krankheiten abbrechen, tat längere Zeit gar nichts und
merkte schliesslich, dass es so mit seinem Leben nicht weitergehen konnte.
Auf ein Inserat in der Gratis-Zeitung
„20Minuten“ meldete er sich bei der
Streetchurch. „Zu Beginn hatte ich
keinen Zugang zu ihm. Doch der wertschätzende und ehrliche Umgang der
Streetchurch-Leute führte bei Cyrill zu
einer Veränderung. Er lernte, zuzuhören und sich selbst besser wahrzunehmen. Er ist noch nicht am Ziel, doch er
arbeitet an sich.“
Beni Grünenwald kann auf viele positive
Veränderungen von Menschen zurück
blicken. Veränderungen von Menschen, die längstens abgeschrieben
waren. Er sagt: „Wer soll sich um Menschen mit dieser Perspektivenlosigkeit kümmern, wenn nicht Christen?“
Und Pfr. Markus Giger verweist auf
etwas Zentrales im Dienst der Streetchurch: „Junge Menschen wollen
nicht behandelt werden. Sie suchen
Beziehungen, Menschen, die sich für
sie als Menschen interessieren.“ Die
Leute der Streetchurch sprechen nicht
nur davon, sondern handeln auch danach. Deshalb erleben sie immer wieder, wie Gottes Liebe Unmögliches
möglich macht. Weitere Infos: www.
streetchurch.ch
Jonas Marti
BEGEGNUNG • Ausgabe 07/08 • 2009
Yes, HE can!
„Was bei den Menschen unmöglich ist,
das ist bei Gott möglich“ (Lukas 18,27).
So heisst die Jahreslosung 2009. Die
Begegnung hat sich bei den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unserer Kirchgemeinde umgehört, was dieser Bibelvers bei ihnen
auslöst.
„Das Wunder ist geschehen, dass unser
rauschgiftsüchtiger Sohn in den Entzug gegangen ist, danach eine Therapie begonnen hat und seit gestern
eine Stelle auf seinem Beruf und ein
Zimmer bekommen hat. Deshalb vertraue ich darauf, dass Gott nichts unmöglich ist.“
„Gott kann das ‚Menschenunmögliche’
möglich machen. Das erlebten wir,
als unserem Sohn eine Operation im
Mund bevorstand. Er bekam vor dem
Operationstermin eine Rachenentzündung. Der Eingriff stand kurz vor
der Absage. Wir informierten einige unserer Bekannten darüber und
baten sie, dafür zu beten. Am Tag vor
der Operation meinte der Arzt, wenn
innerhalb der nächsten 12 Stunden
keine Besserung einträte, müsse der
Eingriff abgesagt werden. Am nächsten Morgen war unser Sohn völlig
beschwerdefrei. Wir konnten nur noch
staunen!“
„Dieser Vers löst bei mir zweierlei Gefühle aus: Einerseits Zuversicht und
Hoffnung, dass Veränderungen entgegen allen Widerwärtigkeiten und aller
Hoffnungslosigkeit möglich ist. Beim
näheren Überlegen stellen sich auch
Zweifel, Ernüchterung und Fragen
ein: Wieso erlebe ich so selten Gottes
übernatürliches Eingreifen? Verstehe ich diesen Satz überhaupt richtig
oder interpretiere ich einfach meine
menschlichen (egoistischen) Wunschvorstellungen in diesen Vers hinein?
In einem Punkt bin ich mir sicher:
dieses Bibelwort soll mich nicht dazu
verleiten, die Hände in den Schoss zu
legen und mich zurückzulehnen. Es
entbindet mich nicht von meiner Verantwortung.“
„Schon mehrmals hatte ich im Voraus
grosse Angst vor gewissen anstehenden Aufgaben, bei denen ich mir
nicht vorstellen konnte, dass sie zu
irgendeinem positiven Ergebnis kommen könnten. Diese Angst legte ich
im Gebet Gott in die Hände - und
unterdesen habe ich schon oft erlebt,
wie diese Angst plötzlich von mir abfiel. Schliesslich konnte ich ganz unbefangen an die Sache herangehen und
sie gut meistern - plötzlich hatte sie
ihren ganzen Schrecken verloren. Weil
Gott einfach grösser als die grössten
Schwierigkeiten ist!“
„Diese Jahreslosung macht mir sehr viel
Mut. Sie spornt mich an, im Gebet
zu hoffen, zu vertrauen, nicht aufzugeben. Mit einer Kollegin betete ich
oft für deren Sohn, der einfach den
Tritt im Leben nicht fand. Plötzlich
öffnete sich eine Tür nach der anderen, er bekam die Unterstützung, die
er brauchte und konnte gewaltige
Schritte vorwärts machen. Heute geht
es ihm sehr gut. Bei solchen persönlichen Schicksalen bin ich felsenfest
überzeugt, dass Gott das Unmögliche
möglich machen kann. Es gibt andere
Dinge, bei denen mir dieses Vertrauen
manchmal fehlt. Zum Beispiel bete
ich für Frieden in der Welt und glaube
doch nicht, dass sich viel ändert.“
Andreas Müller
Blick hinter die
Kulissen 3:
Seelsorge
Unsere Kirchgemeinde bietet seelsorgerliche Dienste an. Was bedeutet der
Begriff „Seelsorge“ und was umfasst
dieser Dienst? Wir haben mit Verena
Müller, einer unserer Seelsorgerinnen
und mit Maria Stern darüber gesprochen.
Was darf man unter dem Begriff „Seelsorge“ verstehen?
Am einfachsten kann man diesen
Begriff erklären, wenn man ihn wörtlich nimmt: der Seele Sorge tragen,
auf sein „Innenleben“ acht geben.
Eine einheitliche Definition existiert
in diesem Sinne nicht. Die Seelsorge kann man auch als ein Gespräch
im kirchlichen Kontext beschreiben
– oder etwas pointierter ausgedrückt:
als ein Bemühen um den Menschen
in seiner Ganzheitlichkeit und in seiner Beziehung zu Gott. In unserer
Kirchgemeinde bieten wir sowohl einfache seelsorgerliche Dienste als auch
professionelle seelsorgerliche Beratungen an.
Welche Art von Hilfe finden die Menschen in der Seelsorge, respektive in
der professionellen Beratung?
Viele Menschen versuchen, ihre Probleme alleine zu lösen und enden damit oft in einer grossen Einsamkeit.
Menschen die mit ihren Nöten zu
uns kommen, erleben meistens eine
grosse emotionale Entlastung. Auch
BEGEGNUNG • Ausgabe 07/08 • 2009
erfahren sie bei uns, dass es Hilfe gibt,
die nicht mit den Möglichkeiten der
Menschen endet. In der klassischen
Seelsorge geht es weitgehend darum,
jemanden über eine längere Zeit hinweg zu begleiten. Für ihn da zu sein,
ihm zuzuhören, mögliche Lösungen
zu besprechen und auf Wunsch miteinander zu beten. In der professionellen
Beratung hingegen analysieren wir
zusammen mit dem Ratsuchenden in
einem ersten Schritt das vorliegende
Problem. Dabei ist es wichtig, dass die
Ratsuchenden lernen, sich selber besser zu verstehen und ihre Probleme
unter verschiedenen Blickwinkeln zu
betrachten. Sind die Hintergründe des
Problems einmal erkannt, erarbeiten
wir gemeinsam Massnahmen die zu
einem neuen, besseren Umgang mit
der jeweiligen Situation führen.
Wer darf sich angesprochen fühlen?
Dürfen auch Menschen kommen, die
mit „Kirche“ wenig am Hut haben?
Jeder darf sich angesprochen fühlen.
Wir tragen ja unserer Seele und unserem Innenleben Sorge und nicht der
Religion. Natürlich gründen unsere
Dienste auf christlichen Werten. Diese
werden den Ratsuchenden aber nicht
aufgedrängt. Ob und in welcher Weise
zum Beispiel Gebete gewünscht werden, überlassen wir unserem Gegenüber.
Wo finden die Gespräche statt?
Die Gespräche können überall dort
stattfinden, wo sich die Beteiligten
am wohlsten fühlen; privat oder im
Kirchgemeindehaus.
Wer bietet in unserer Kirchgemeinde
seelsorgerliche Dienste an – und – ist
diese Dienstleistung kostenpflichtig?
Auf unserer Homepage www.kirchweg5.ch sind alle unsere Seelsorgerinnen und Seelsorger aufgeführt. Für
weitere Auskünfte steht auch Philipp
Nanz zur Verfügung. Zu den Kosten:
Das klassische Seelsorgegespräch
kostet normalerweise nichts. Für die
professionelle Beratung wird ein Honorar verlangt.
Corinne Wedekind
Der Ehe-Kurs:
Investition in eine gelingende Ehe
Von März bis Mai fand in unserer Kirchgemeinde zum dritten Mal der EheKurs statt. Neun Paare nahmen daran
teil. An sieben Kursabenden wurden
grundlegende Themen behandelt
wie „Die Kunst zu kommunizieren“,
„Konflikte gemeinsam bewältigen“,
„Mit Eltern und Schwiegereltern klar
kommen“, „Wege zu einer erfüllten
Sexualität“. Wie haben die teilnehmenden Paare den Kurs erlebt? Einige
Stimmen dazu:
„Wir erlebten den Ehe-Kurs als etwas
Besonderes. Es wurde uns bewusst,
wie wichtig es ist, an sich selber und
an der Beziehung zu arbeiten. Als konkrete Auswirkung des Kurses haben
wir einen regelmässigen Ehe-Abend
eingeführt, der nur für uns und unsere
Beziehung reserviert ist.“
„Wir haben die gemütliche Atmosphäre
und das leckere Essen sehr genossen.
Es war wertvoll für uns, dass wir An-
Essen und einem schön gedeckten
Tisch.“
„Der Abend über die Sexualtität hat uns
sehr geholfen, einander und die unterschiedlichen Bedürfnisse besser zu
verstehen.“
„Uns wurde während des Kurses bewusst, dass bei uns beim Thema
‚Schwiegereltern’ noch grosser Gesprächsbedarf besteht. Dieses Thema
möchten wir nun gemeinsam anpacken.“
„Mich hat besonders das Thema ‚tragfähige Fundamente bauen’ angesprochen. Ein Problem bei uns ist, dass wir
wenig Zeit füreinander haben. Wir
stossen immer wieder an Grenzen
und müssen uns aufraffen, gemeinsame Zeiten einzuplanen und diese
auch sinnvoll zu nutzen.“
stösse bekamen, über Themen zu diskutieren, über die wir zu Hause kaum
sprechen. Vom Abend über das Thema
„Konfliktbewältigung“ haben wir am
meisten profitiert.“
„Wir schätzten am Ehekurs die Zeit nur
für uns zu haben und den Alltag mal
ausblenden zu können. Und natürlich genossen wir es sehr, wie wir verwöhnt wurden mit ausgezeichnetem
„Dank des Ehe-Kurses nehmen wir unsere gegenseitigen unterschiedlichen
Bedürfnisse und Ängste bewusster
wahr.“
„Der Abend über ‚die Kraft der Vergebung’ war uns besonders wichtig. Es
wurde uns bewusst, wie elementar
es für die Gesundheit unserer Ehe ist,
dass wir uns um Entschuldigung bitten und einander vergeben können.“
Hinweis:
Der nächste Ehe-Kurs findet im 1. Halbjahr 2010 statt. Anmeldung und weitere
Informationen: Andreas Müller, Sozialdiakon, 056 670 18 00, www.kirchweg5.ch
BEGEGNUNG • Ausgabe 07/08 • 2009
Mitarbeiter-Wochenende
Was unternehmen Sie, wenn Sie jemandem Danke sagen wollen? Greifen Sie
zum Handy, schreiben Sie einen Brief,
verschenken Sie einen Gutschein oder
kaufen Sie eine Blume? Seit Jahren
kennt die reformierte Kirchgemeinde
das jährlich stattfindende Mitarbeiteressen und das Mitarbeiter-Wochenende. So drücken die Verantwortlichen der Kirchgemeinde ihren Dank
all jenen aus, die im Laufe des Jahres
an irgendeiner Stelle freiwillig mitarbeiten.
Was haben die Sprachgrenze und ein
ehemaliges Mädchenpensionat, ein
Mammutbaum und eine Bibliothek,
eine Weltkarte und eine Schubkarre,
schönes Wetter und das Jahresthema
miteinander zu tun? All das prägte
das Mitarbeiter-Wochenende Mitte
Mai in Montmirail bei Neuenburg.
Der Landsitz wird von der Kommunität Don Camillo bewohnt und als
spräche wechselten sich wohltuend
ab. Heiner Schubert, einer der Leiter,
griff einige Gedanken zum Jahresthema „für andere da sein“ auf. Ihm
lag daran, keinen Druck aufzubauen. So stellte er einige Thesen auf:
Erst wenn ich ganz bei mir sein kann,
kann ich für andere da sein. Jesus
sagt: „Liebe deinen Nächsten wie
dich selbst.“ (Mt 19,19). Was wir zu
bringen haben, haben wir nicht von
uns, es ist uns geschenkt. Und: Jesus
predigt nicht Hilfe, sondern Gerechtigkeit. Diese Impulse gaben Anlass
zu intensiven Zweiergesprächen
im weitläufigen Park, wo zahlreiche altehrwürdige Bäume stehen.
Vier Erlebnisposten machten es handfest, wie gut es ist, für andere da zu sein
bzw. sich auf andere verlassen zu können: mit verbundenen Augen durchs
Haus geführt werden, miteinander
einen Fluss überqueren, Balanceakt
auf dem Hochseil oder rückwärts die
bemannte „Garette“ stossen. Das hat
Spass gemacht.
Die untergehende Sonne warf ihre
Strahlen durch die modernen Glasfenster an der Aussenwand der alten
Kapelle, in der wir am Abend ein erweitertes Abendmahl feierten. Lasten wurden in einem persönlichen
Teil bei einem grossen Holzkreuz abgelegt. Beim Friedensgebet für die
Konfliktherde dieser Welt legten wir
je eine brennende Kerze auf jene Gebiete der Karte am Boden, für die wir
um Frieden beteten. Und nach dem
Austeilen von Brot und Wein blieben
wir stehen und sangen spontan mehrere Lieder. Es war sehr ergreifend.
ten und genossen die Sonne, die sich
nach Wetterbericht hinter dicken Wolken hätte versteckt halten müssen.
Wie gut, hält sich das Wetter nicht immer an die Vorhersage!
Den Abschluss am Sonntag bildete ein
Segnungsteil der besonderen Art. Zu
zweit galt es, ein Blumentöpfchen mit
einem Segensspruch zu dekorieren,
mit Erde zu füllen und mit zwei Sonnenblumenkernen zu versehen. Segen
hat ja oft auch etwas Wachstümliches;
ein schönes Bild, das einem weiter begleitet.
Würde es eine solche Art von Treffen
nicht schon geben, man müsste es
unbedingt erfinden. Denn alle, die
teilnahmen, erlebten es als Wohltat
und Moment des Auftankens.
Philipp Nanz
Im Gottesdienst am Sonntag genossen
wir eine Cartoon-Predigt von Heiner
Schubert über den Propheten Jona, da
waren die Lacher inbegriffen.
Gästebetrieb geführt. Programmteile
und Zeiten für Begegnungen und Ge-
Auch nach dem Gottesdienst sassen die
Mitarbeitenden gruppenweise an der
Sonne im Innenhof, plauderten, lach-
BEGEGNUNG • Ausgabe 07/08 • 2009
Gott erleben?
Auf den Zahn gefühlt:
Conny Ferrai
Im Herbst 2009
findet in unserer
Kirchgemeinde
ein weiterer Alphalive-Kurs statt.
Dieser Kurs ist
eine ideale Möglichkeit für alle,
die erstmals oder
wieder neu Entdeckungen mit
dem christlichen
Glauben machen
möchten.
Conny Ferrai wohnt mit ihrer Familie
in Meisterschwanden. Sie engagiert
sich in unserer Kirchgemeinde in der
Kinderwoche und im Chinderträff,
dekoriert im loGo! und hilft im Service-Team des Ehe-Kurses mit. Die
Begegnung hat Conny auf den Zahn
gefühlt.
• Ist das Christentum für uns von Bedeutung?
• Hat die Bibel aktuelle Antworten?
• Ist Vergebung möglich?
• Wer war Jesus wirklich?
• Was geschieht nach dem Tod?
Das wühlt mich auf:
Hungernde Kinder. Leute, die nicht
wissen, was sie mit Worten anrichten
können.
Wenn Sie solche Fragen erforschen wollen, dann ist der Alphalive-Kurs genau
das richtige für Sie!
Der Kurs umfasst 10 Donnerstag-Abende
und ein Wochenende. Ein Kursabend
besteht jeweils aus einem gemeinsamen Nachtessen, einem Referat und
anschliessenden Gesprächsgruppen,
in welchen Fragen und Zweifel ausdrücklich erwünscht sind. Wir freuen
uns auf Sie!
Alphalive-Info-Znacht zum unverbindlichen Kennenlernen des Kurses: Donnerstag, 3. September 19.00 im Kirchgemeindehaus. Eine Anmeldung ist
nicht nötig.
Von Christen / von der Kirche wünsche
ich mir:
Ehrlichkeit, Offenheit. Dass jeder so
sein darf, wie er ist. Mehr Leben, weniger Religiosität.
Ich freue mich über…
...gemeinsame Stunden mit meiner Familie, schöne Sommerabende,
18'000 Puzzleteile, wenn sie endlich
zueinander gefunden haben.
Einmal essen gehen mit…
...Jean-Claude van Damme, einem
gutaussehenden Schauspieler.
Ich bin Fan von…
...Jesus, weil ich ohne ihn nicht da
wäre, wo ich heute bin.
Eine Person / Geschichte aus der Bibel,
die mich fasziniert:
Esther. Sie riskierte ihr Leben, um ihr
Volk zu retten.
Abraham, weil er als einziger von Gott
als sein Freund bezeichnet wurde.
Eine Charaktereigenschaft, die ich gerne
besitzen würde:
Ich würde gern mehr von der Freude
besitzen, die in der Bibel beschrieben
steht: „die Freude am Herrn ist eure
Stärke.“
Dieses Buch muss man gelesen haben:
Die Bibel. Obwohl ich keine Leseratte
bin, faszinieren mich die biblischen
Geschichten immer wieder.
Gott ist…
...mein Daddy, mein Freund, mein Tröster. Er ist in allen Lebenslagen bei mir
und lässt mich nie im Stich.
Kursstart:
Donnerstag, 17. September 2009.
Weitere Infos bei:
Andreas Müller
Sozialdiakon
056 670 18 00
andreas.mueller@ag.ref.ch
BEGEGNUNG • Ausgabe 07/08 • 2009
Agenda Juli / August 2009
Adressen
Juli
Pfarrer
Philipp Nanz
Kirchweg 5, 5616 Meisterschwanden
Tel. 056 667 13 27
E-Mail philipp.nanz@gmx.ch
So
5.
Mo - Fr
Sa
6. – 10.
18.
Gottesdienst mit Jugendorchester, 10.00h in der Kirche
Ökumen. Kinderwoche
Adonia-Konzert, 14.30h in der MZH Sarmenstorf
August
Mo - Fr 10. – 14.
Hauskreiswoche
Di
11.
Arbeitskreis, 14.00h im KGH
So
16.
loGo! zu Schulbeginn mit Segnung von Lehrern und Schülern, 10.00h in der Kirche
Fr
21.
Zündschnur special, ab 19.30h
Sa
22.
‚Fiire mit de Chliine’, 10.00h in der Kirche
Mo - Fr 24. – 28. Hauskreiswoche
Di
25.
Ökumenischer Spielnachmittag, 14.00h im KGH
Gemeinde-Forum, 19.30h im KGH
So
Gottesdienst mit Aussendung von Beni und Esthi Häfeli,
10.00h in der Kirche anschliessend Gemeinde-Sonntag (Bräteln im Flurenwald)
30.
Mithilfe gesucht:
Mütter-Treff sucht Kinderhüterin(nen)
Der Mütter-Treff findet jeweils 1x monatlich am Mittwochmorgen statt. Er gibt
Frauen mit kleinen Kindern die Möglichkeit zum Austausch und zum Gespräch
über Themen der Erziehung und der Ehe. Wer wäre bereit, diese Arbeit als Kinderhüte zu unterstützen (2-4x pro Jahr)? Bitte melden bei Mirjam Sigg (056 670 17 55)
oder Verena Müller (056 667 01 42).
Impressum: Die Begegnung wird von der reformierten Kirchgemeinde Meisterschwanden - Fahrwangen herausgegeben. Sie erscheint monatlich als Beilage zur
Zeitung reformiert. und wird an alle Gemeindeglieder verschickt.
Adresse: Begegnung, Philipp Nanz, Kirchweg 5, 5616 Meisterschwanden
Redaktion: Jonas Marti (JM), Andreas Müller (AM), Philipp Nanz (PN), Markus Seiler
(MS), Corinne Wedekind (CW)
Bilder: S. 1: www.piqs.de / S. 2: Philipp Nanz / S. 3: Benjamin Grünenwald / S. 4: Joel
Hanger, Corinne Wedekind / S. 5-7: Emiliano Cecuta
Druck: Effingerhof AG, Brugg
Freut euch in dem Herrn!
Juli
August
Phil 3, 1
Der HERR segne dich und behüte dich; der HERR lasse sein
Angesicht leuchten über dir und sein dir gnädig; der HERR
hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.
Numeri 6, 24-26
Sozialdiakon
Andreas Müller
Kirchweg 5, 5616 Meisterschwanden
Tel. 056 670 18 00
E-Mail andreas.mueller@ag.ref.ch
Kinder- und Jugendarbeiter
Jonas Marti
Kirchweg 5, 5616 Meisterschwanden
Tel. 056 670 18 02
E-Mail jonas.marti@ag.ref.ch
Sekretariat
Rösli Kunz (Freitag Nachmittag)
Kirchweg 5, 5616 Meisterschwanden
Tel. 056 670 18 01
Fax 056 670 18 04
E-Mail sekretariat@kirchweg5.ch
Sigristinnen
Monika Stelzer
Bahnhofstrasse 16, 5615 Fahrwangen
Tel. 056 667 37 73
Susi Bolliger
Birkenweg 6, 5615 Fahrwangen
Tel. 056 667 23 11
Vreni Vogel
Hallwilerweg 11, 5615 Fahrwangen
Tel. 056 667 13 03
Kirchenpflege
Roger Sigg, Präsident
Delphinweg 4, 5616 Meisterschwanden
Tel. 056 670 17 55
E-Mail roger@siggnet.ch
Emiliano Cecuta, Fahrwangen
Tel. 056 667 91 32
Ariane Deubelbeiss, Fahrwangen
Tel. 056 667 21 32
Claudia Hallwyler, Tennwil
Tel. 056 667 05 62
Markus Seiler, Sarmenstorf
Tel. 056 667 37 22
Corinne Wedekind, Sarmenstorf
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BEGEGNUNG • Ausgabe 07/08 • 2009
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Seele and Geist
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