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Case Management Wann steckt das drin, was drauf steht? - Have

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17.11.2009
Haftpflichtprozess 2009
Case Management
g
Wann steckt das drin,
was drauf steht?
Yvonne Hofstetter Rogger
Berner Fachhochschule
Case Management Tagung
Yvonne
Hofstetter
Vorname
Name
Haftpflichtprozess 2009
Case Management steckt voller
(nicht vermeidbarer) Widersprüche
Interessenwidersprüche
Æ zwischen Versicherung und Versicherten
Æ zwischen Versicherung und Leistungserbringern
Æ zwischen Leistungserbringern und Versicherten
Æ zwischen Case Managern
g
und Versicherung
g
Ökonomische Widersprüche
Strukturelle Widersprüche
Case Management Tagung
Yvonne
Hofstetter
Vorname
Name
1
17.11.2009
Haftpflichtprozess 2009
Ein zentraler Widerspruch beschäftigt besonders:
Case Management baut auf
Kooperationsbeziehungen.
Das Versicherungsgeschäft funktioniert mit
Konkurrenzbeziehungen.
Auf Widersprüche
p
antworten wir mit dem Recht,,
mit kulturellen Werten, Sitte, Ethik und Diskurs.
Das benötigt auch das CM.
Case Management Tagung
Yvonne
Hofstetter
Vorname
Name
Haftpflichtprozess 2009
Kooperationsbeziehungen funktionieren
nach den Prinzipien:
Geteilte
G
t ilt Informationen
I f
ti
machen
h beide
b id stärker.
tä k
Ziele sind ausgehandelt.
Ergebnisoffenheit ermöglicht neue Wege.
Wahrhaftigkeit und prozedurale Fairness
schaffen Vertrauen.
Æ Konflikte sind gemeinsame Dilemmata.
Dilemmata
Æ Beide gewinnen an Macht und Nutzen.
Æ
Æ
Æ
Æ
Case Management Tagung
Yvonne
Hofstetter
Vorname
Name
2
17.11.2009
Haftpflichtprozess 2009
Konkurrenzbeziehungen funktionieren nach
den Prinzipien:
Æ Information, über die man allein verfügt,
verschafft Macht.
Æ Was der andere mehr erhält,
bedeutet immer weniger für mich.
Æ Meine Macht dient meinem Nutzen.
Æ Konflikte bedeuten Gegnerschaft.
Æ Pokerstrategie und Manipulation gehören
(in gewissen Grenzen) zum Spiel.
Case Management Tagung
Yvonne
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Haftpflichtprozess 2009
Kontroverse:
Kann CM als Kooperationsverhältnis innerhalb eines
strukturellen Konkurrenzverhältnisses funktionieren?
Kann versicherungsinternes CM beidseitigen Nutzen
gewährleisten?
Kann externes, durch die Versicherung finanziertes,
CM die Widersprüche auflösen?
An Case Management in diesem
Widerspruchskontext sind besonders hohe
Ansprüche zu stellen.
Case Management Tagung
Yvonne
Hofstetter
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Name
3
17.11.2009
Haftpflichtprozess 2009
„Nicht überall wo Case Management drauf steht ist
Case Management drin.“ W. R. Wendt.
Wir brauchen Übereinstimmung
g darüber,,
Æ was Case Management ist
Æ was die Voraussetzungen dafür sind
Æ wie das Mandat zu Stande kommt
Æ wie Fairness und gemeinsamer Nutzen
gewährleistet werden kann
g
Æ welche Qualitätsansprüche für Case
Management und Case Manager gelten
etc.
Case Management Tagung
Yvonne
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Haftpflichtprozess 2009
Definition des Netzwerks Case Management CH
Case Management ist ein spezifisches Verfahren zur
koordinierten Bearbeitung komplexer Fragestellungen im
Sozial-, Gesundheits- und Versicherungsbereich.
In einem systematisch geführten, kooperativen Prozess wird
eine auf den individuellen Bedarf abgestimmte
Dienstleistung erbracht bzw. unterstützt, um gemeinsam
vereinbarte Ziele und Wirkungen mit hoher Qualität effizient
zu erreichen.
Case Management stellt einen Versorgungszusammenhang
über professionelle und institutionelle Grenzen hinweg her.
Es respektiert die Autonomie der Klientinnen und Klienten,
nutzt und schont die Ressourcen im Klient- sowie im
Unterstützungssystem.
Case Management Tagung
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4
17.11.2009
Haftpflichtprozess 2009
Typische Charaktermerkmale von CM
ƒ Mehrfachmandat: Klienten/Klientinnen Case Manager - Finanzierer
ƒ Case Manager sind erste Ansprechspartner/innen
während des ganzen Prozesses –
Drehscheibe im Netzwerk
ƒ Kooperative Bedarfs- und Zielklärung
ƒ Bereitstellung eines massgeschneiderten Sets an
Unterstützungsmassnahmen
ƒ Systematik des Prozesses
Case Management Tagung
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Haftpflichtprozess 2009
Arbeitsprinzipien:
ƒ Vom Individuum zum Menschen in seiner
Umwelt
ƒ Von der Angebots- zur (Nach)frageorientierung
ƒ Von den abhängigen Klienten/Klientinnen
zu Experten ihres Lebens mit Rechten und
Pflichten
ƒ Von der Defizit zur Ressourcenorientierung
ƒ Vom Einzelkämpfer zum Team
ƒ Von meinen und deinen Interessen zu
unseren gemeinsamen Interessen
Case Management Tagung
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17.11.2009
Haftpflichtprozess 2009
Abschluss
Intake
CM - Prozess
Reporting
Vorklärung
Evaluation
Assessment
Einschätzung v.
Lage und Bedarf
Re-Assessment
Umsetzung
Linking / Monitoring
Handlungsplanung
Vereinbarung mit Kooperationspartnern
Case Management Tagung
Vereinbarung mit
KlientInnen
Yvonne
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Haftpflichtprozess 2009
Wichtige Lebensbereiche im Fokus
Beziehungen
Arbeit/Beruf
Finanzen
Rechtslage
Wie ist die Situation?
Was brauchen Sie?
Gesundheit /
Wohlbefinden
Alltagsgestaltung
Wohnen
Lebensvorstellungen
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17.11.2009
Haftpflichtprozess 2009
Rollen im Case Management
Gate-Keeper Support
Selektion von Klärung, aktive
Leistungen, Unterstützung in
Zugangsregelung der Bewältigung
Broker Advocacy
Vertretung
V
t t
von
Vermittlung
V
ittl
von Dienst- Interessen der
leistungen KlientInnen
Case Management Tagung
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Haftpflichtprozess 2009
Gestaltungsebenen des CM
Gesellschaftspolitische,
normative Ebene
Legitimationsverantwortung
CM als Element der Sozialplanung
Integration Aushandlung
B t i bli h Ebene
Betriebliche
Eb
F hli h Ebene
Fachliche
Eb
Führungsverantwortung
KlientInnenverantwortung
Operatives Case Management
Strategisches Case Management
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17.11.2009
Haftpflichtprozess 2009
Unterschiedliche Steuerungslogiken
„consumer-driven“
„system-driven“
klientInnen-orientiert
am Leistungssystem orientiert
Fokus auf die kontinuierliche,
(anwaltschaftliche)
Unterstützung im Einzelfall
KlientInnen und ihr soziales
Umfeld im Mittelpunkt
Fokus auf Systemsteuerung
zum effizienten, effektiven und
gerechten Mitteileinsatz
Versorgungseinrichtungen und
Kosten-Nutzen-Verhältnis im
Mittelpunkt
Wille und Bedürfnisse der
KlientInnen als Ausgangspunkt
Steuerung und Kontrolle durch
den Case Manager im Zentrum
Empowerment der KlientInnen
Leistungsfähigkeit des Systems
Case Management Tagung
Yvonne
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Name
Haftpflichtprozess 2009
Koordination für KlientInnen
(Vermittlung, Brokerfunktion)
• Bedarfs- und bedürfnisgerechte
Leistungen
• Prüfung des Qualitäts-PreisVerhältnisses
• Vereinbarung d. Dienstleistungen
• Überwachung und Steuerung der
Leistungen
Kooperation mit KlientInnen
• zielorientierter, geplanter,
Zusammenarbeitsprozess
• partnerschaftlich,
partnerschaftlich transparent
• ressourcenorientiert, aktivierend
• akzeptierend, empathisch,
kongruent
• fair (Machtkontrolle durch
prozedurale Fairness)
Case Management Tagung
Koordination der Dienste
(Versorgungsmanagement)
• Vernetzung der Dienste,
Koordinationskonzept
• Vermeidung von Doppelspurigkeiten
• Darstellung und Bearbeitung von
Versorgungslücken
• Weiterentwicklung der Versorgung
im Gemeinwesen
Kooperation der Fachleute
• interne, systematische Fall- und
Projektbesprechungen im Team
• interprofessionelle Zusammenarbeit
• institutionsübergreifende
Kooperationsgespräche
• zielorientierte, fallbezogene
Absprachen und Kooperationsvereinbarungen
Yvonne
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Name
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17.11.2009
Haftpflichtprozess 2009
Case Management braucht
Vertrauenswürdigkeit auf drei Ebenen
Æ auf der Ebene des Verfahrens
Æ auf der Ebene der Organisation/Institution
des Anbieters
Æ auf der Ebene der Case Manager/innen
als Person
Case Management Tagung
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Haftpflichtprozess 2009
Vertrauenswürdigkeit auf der Ebene
des Verfahrens
Æ Eine Definition, auf die man sich einigt und
die genügend in Übereinstimmung ist mit
einem wissenschaftlichen Verständnis von CM
Æ Anerkannte Verfahrensstandards
Æ Rechtliche Klärung
Æ Ethische Grundlagen und ethischer Diskurs
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17.11.2009
Haftpflichtprozess 2009
Vertrauenswürdigkeit auf der Ebene
der Organisation
Æ Transparentes CM-Konzept
Æ Strukturelle Abtrennung des CM
Æ Transparente Regelung d. Umgangs mit
Informationen
Æ Qualitätsmanagement,
insbesondere strukturelle Qualität wie
Gefässe für Fallbesprechungen und
Supervision,
Auswahlkriterien und Weiterbildung von CM
Case Management Tagung
Yvonne
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Haftpflichtprozess 2009
Vertrauenswürdigkeit auf der Ebene
der Person der Case Manager/innen
Æ Klares Rollenverständnis:
Coach nicht Untersuchungsrichter
Æ Kompetenz in Bezug auf Methoden der
mehrparteilichen psycho- sozialen Intervention,
Problemverständnis, Branchenwissen,
interdisziplinäre Kompetenzen
Æ Reflexionsfähigkeit und –bereitschaft
Æ persönliche Authentizität
Case Management Tagung
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