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BSE - häufig gestellte Fragen samt Antworten in Kurzform Die

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BSE - häufig gestellte Fragen samt Antworten in Kurzform
Hier haben Sie die Möglichkeit Ihre persönliche Frage zum Thema BSE zu stellen. Haben Sie bitte Verständnis dafür,
dass wir nicht persönlich antworten können; die häufigsten und interessantesten Fragen werden jedoch im Rahmen
dieser Seite beantwortet werden. Ihre Frage richten Sie bitte an Michael.Bernkopf@vu-wien.ac.at
Die Definition - was ist BSE?
BSE (Bovine Spongiforme Enzephalopathie) ist eine degenerative Erkrankung des
Zentralnervensystems, die durch Prionen (Eiweißstoffe) verursacht wird. Sie zeichnet sich
durch eine jahrelange Inkubationszeit aus. Die dann auftretenden klinischen Symptome
manifestieren sich in Verhaltens-, Koordinations- und Bewegungsstörungen. Bislang
wurden alleine in Großbritannien (GB) seit 1986 fast 180.000 an BSE erkrankte Rinder
gemeldet, wobei auf Grund der Bekämpfungsprogramme die Zahlen mittlerweile stark
rückläufig sind.
BSE ist eine Zoonose, d.h. diese Erkrankung ist vom Tier auf den Menschen übertragbar
(= neue Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (vCJD).
Die Ursachen - woher kommt BSE?
Hauptursache für die Übertragung der Krankheit dürfte die Erzeugung und Verfütterung
von kontaminiertem Tiermehl gewesen sein (GB), wobei die nötigen Rahmenbedingungen
zur sicheren Herstellung (Temperatur und Druckverhältnisse) nicht eingehalten wurden.
Dieses Verfahren der Tierkörperbeseitigung stellte im Gegensatz zu dem in Österreich
seit langem praktizierten eine Inaktivierung des BSE-Erregers nicht sicher.
Nach derzeitigem Wissensstand liegen auch Hinweise dafür vor, dass bei BSE eine
vertikale Übertragung, das heißt vom Muttertier auf ihr Kalb, stattfinden kann. Die
horizontale Übertragung (von Tier zu Tier durch Kontakt) ist hingegen unwahrscheinlich,
da meist nur einzelne Tiere eines Stalles erkranken. Detto gibt es keine Hinweise auf eine
Übertragung über Rindersperma.
Worin liegen die Ursachen für die aktuelle BSE-Situation ?
1. in der Zunahme von BSE-positiven Rindern außerhalb Großbritanniens, (z.B. in der
Schweiz und in Frankreich). Diese Zunahme beruht nicht nur auf klinischen BSE-Fällen,
sondern vor allem darauf, dass mittels Schnelltests am toten Tier auch BSE-infizierte
Rinder (bei denen zum Zeitpunkt der Schlachtung die Krankheit noch nicht ausgebrochen
war) erkannt werden können.
2. in der Tatsache, dass der erste Fall eines in Deutschland geborenen, am 22.11.2000
geschlachteten und als BSE-infiziert erkannten Tieres aufgetreten ist. Die sechs BSEFälle, von denen Deutschland in früheren Jahren bisher betroffen war, betrafen
ausschließlich importierte Rinder. Die aktuellen Fälle in der Bundesrepublik lassen den
Verdacht zu, dass der BSE-Erreger in der deutschen Rinderpopulation propagiert werden
kann bzw. konnte;
3. in der Zunahme von Fällen der beim Menschen auftretenden neuen Variante der
Creutzfeldt-Jakob-Krankheit, die in ursächlichem Zusammenhang mit dem BSE-Erreger
gebracht wird. Seit 1995 starben ca. 90 Menschen an dieser Krankheit, wobei die
jährliche Opferzahl stetig steigt.
Wie groß ist das BSE – Risiko in Europa?
Das Scientific Steering Committee (SSC) der EU hat eine Risiko-Erhebung für Europa
durchgeführt und Risikoklassen für die einzelnen Länder abgeschätzt. Während
Großbritannien und Portugal in die höchste Risikostufe (4) fallen, wurde der Großteil der
europäischen Staaten in Stufe 3 (wahrscheinliches Vorhandensein des BSE-Erregers)
eingestuft.
Die häufigsten Risikofaktoren, die zu dieser Einstufung führten, waren:
· Import von potentiell infizierten Rindern, i.a. aus Großbritannien, vor allem am Ende
der achtziger Jahre
· Import von potentiell kontaminiertem Fleisch- und Knochenmehl
· Zumindest zeitweise, bezüglich der Inaktivierung von BSE-Erregern insuffiziente
Produktionsbedingungen in den Tierkörperbeseitigungsanlagen
· Gesicherte oder mögliche Verfütterung von Tierkörpermehlen an Wiederkäuer
Mit einem deutlich geringeren Risiko (Stufe 2: Risiko unwahrscheinlich, aber nicht
ausgeschlossen) wurden Österreich, Schweden und Finnland eingestuft. Lediglich in
Norwegen wurde das Vorkommen des BSE-Erregers als sehr unwahrscheinlich erachtet.
Diese Risikoeinstufung bringt mit sich, dass von einer Verbreitung des BSE-Erregers über
weite Teile Europas ausgegangen werden muss. Nachdem aber die Inkubationszeit mit
durchschnittlich 5 Jahren lang ist, liegt der Schluss nahe, dass viele infizierte Tiere den
Ausbruch der Krankheit gar nicht erleben, sondern bereits vorher geschlachtet werden
und somit infektiöses Material in die Nahrungs- und Futtermittelkette gelangt.
Entsprechend ist der Bedarf nach einem Test, der bereits präklinische Fälle - möglichst
am lebenden Tier - diagnostizieren kann , sehr groß.
Wie erfolgt die Übertragung?
Von der zentralen Rolle des Tierkörpermehles bei der Verbreitung der BSE innerhalb der
Rinderpopulation ist auszugehen. Allerdings kann auch der intrauterine Übertragungsweg
nicht ausgeschlossen werden. Die zuletzt aufgeworfene Möglichkeit der Übertragung über
kontaminierte Weiden bedarf noch einer eingehenden Überprüfung. Auch die Rolle des
Schafes oder anderer Spezies als eventuelle Überträger der BSE steht noch im Raum.
Über die Übertragungswege des BSE-Erregers auf den Menschen bestehen noch
weitgehende Unklarheit. Die Aufnahme von kontaminierten Nahrungsmitteln ist am
wahrscheinlichsten, wobei im Gegensatz zum reinen Muskelfleisch vor allem infektiöses
Material enthaltende Billigprodukte als gefährlich anzusehen sind.
Neben der Aufnahme über die Nahrung müssen sowohl die intrauterine Übertragung als
auch iatrogene Wege in Betracht gezogen werden (z.B. OP-Besteck, Blutkonserven).
Die aktuelle BSE – Bekämpfungsstrategie
In den letzten 12 Jahren wurden zahlreiche nationale und internationale Maßnahmen
gegen die Verbreitung dieser Krankheit gesetzt (siehe WEBER et al.,
Wien.Tierärztl.Mschr. 85, 1998, 175-186). Vor allem lückenhafte Umsetzung und
mangelhafte Kontrollen haben aber vielen Fällen, vor allem in Großbritannien, nicht den
erhofften Erfolg gebracht, sodass eine Ausmerzung dieser Krankheit bis jetzt nicht
erreicht werden konnte, sondern vielmehr eine europaweite Ausbreitung (wenn auch in
sehr kleinem Ausmaß verglichen mit Großbritannien), stattgefunden hat. Auch bezüglich
eines potentiellen, zoonotischen Aspektes ist eine gravierende Fehleinschätzung passiert,
sodass möglicherweise kontaminiertes Material nicht entsprechend aus der
Nahrungsmittelkette entfernt worden ist.
In Anbetracht dieser Erkenntnis werden nun in der EU rigorosere Maßnahmen ergriffen,
von denen die folgenden herauszuheben sind:
· Beschleunigung der Ausmerzung durch Identifizierung von subklinisch infizierten Tieren.
Zu diesem Zwecke werden europaweit Überwachungsprogramme eingeführt, die seit
Jänner 2001 die Untersuchung von verendeten und notgeschlachteten Rindern über 30
Monaten mittels Schnelltests einschließen. Ab Juli 2001 soll dieses Programm auf alle
Schlachttiere über 30 Monate ausgedehnt werden. Gemäß den Erfahrungen in der
Schweiz ist die BSE-Inzidenz unter diesen Tiergruppen eine wesentlich höhere als in der
übrigen Population. Damit soll von passiven Überwachungssystemen (auf Untersuchung
von klinisch auffälligen Tieren beschränkt) auf aktive Systeme übergegangen werden.
Da der französische, italienische und deutsche Rindermarkt mittlerweile weitgehend
zusammenbrechen, hat nun der Rat in seiner Sitzung vom 4.12.2000 der Kommission
neue marktpolitische Programme vorgestellt, die auch gesundheitspolitische Aspekte
berücksichtigen. So hat die Kommission vor, Rinder, die älter sind als 30 Monate, aus der
Nahrungskette zu nehmen (dies betrifft ca. 3-4 Millionen Rinder europaweit). Wenn sie
allerdings einem Test unterzogen werden, können sie in die Nahrungskette einbezogen
werden. Umgekehrt können aber auch negativ getestete Rinder aus der Nahrungskette
genommen werden.
· Generelles Verbot der Verfütterung von Tierkörpermehlen. Die Bedeutung dieser
Maßnahme liegt darin, dass damit verhindert werden soll, dass Tierkörpermehle, solange
sie für die Verfütterung an andere Spezies produziert werden, auf verschiedenen Wegen
in Wiederkäuerfutter gelangen können (z.B. durch Kreuzkontaminationen verschiedener
Futtermittel).
· Verstärkung der Bemühungen, bessere diagnostische Verfahren (sowohl post als auch
ante mortem) für Spongiforme Enzephalopathien bei Menschen und Tieren zu entwickeln.
Wie kann sich der Konsument schützen?
Einen 100%igen Schutz gibt es nicht, aber das Risiko kann minimiert werden. Es wird
den Verbraucherinnen und Verbrauchern empfohlen, ganz bewusst einzukaufen, d. h.
Zutatenverzeichnisse zu lesen und im Zweifel beim Fleischhauer oder
Lebensmittelhändler nach der Herkunft des Fleisches und der Fleischerzeugnisse zu
fragen.
Welche Teile von Wiederkäuern werden als Risikomaterial bezeichnet?
Als Risikomaterialien werden bestimmte Körperteile und Organe von Rindern, Schafen
und Ziegen bezeichnet. Dort treten bei infizierten Tieren die BSE-Erreger hauptsächlich
auf. Hierzu zählen Schädel einschließlich Gehirn und Augen, Mandeln und Rückenmark
von über zwölf Monate alten Rindern, Schafen und Ziegen, der gesamte Darm von
Rindern und Milz von Schafen und Ziegen aller Altersklassen. Seit 1. Oktober 2000
müssen diese Risikomaterialien bei der Schlachtung entfernt und beseitigt werden. Auch
vor diesem Zeitpunkt wurden diese Gewebe üblicherweise nicht in Fleischerzeugnissen
verarbeitet.
Was geschieht mit dem Risikomaterial?
Die Entsorgung aller tierischen Abfälle (spezifiziertes Risikomaterial, Schlachtabfälle,
nicht für den menschlichen Genuss geeignete Nahrungsmittel tierischer Herkunft,
Heimtiere, Versuchstiere etc.) erfolgt in folgender Weise:
Aus dem in den Tierkörperverwertungsanlagen anfallenden Material wird Tiermehl
hergestellt.
Danach wird das Tiermehl in von der Behörde verplombten Behältern zum Orte ihrer
unschädlichen Beseitigung (das sind z.B. für Wien, Niederösterreich und das Burgenland
die Entsorgungsbetriebe Simmering-EBS) verbracht und unter Aufsicht des zuständigen
Amtstierarztes des Veterinäramtes Wien entladen und verbrannt.
Wie sicher sind die BSE-Schnelltests?
Derzeit stehen drei von der EU geprüfte BSE-Schnelltests zur Verfügung. Die derzeit
eingesetzten Testverfahren sind nur bei Tieren sicher, bei denen das Infektionsgeschehen
so weit fortgeschritten ist, dass genügend Erreger für die Nachweisbarkeit mit diesen
Tests vorliegen. Dies ist in der Regel erst gegen Ende der durchschnittliche
Inkubationszeit von fünf Jahren der Fall. Sicherheitshalber werden daher nur Tiere ab
einem Alter von 30 Monaten getestet. Negative Testergebnisse sind kein Nachweis für
BSE-freies Fleisch.
Bei positivem oder zweifelhaftem Ergebnis eines Schnelltests werden erheblich
aufwendigere Bestätigungsuntersuchungen im jeweiligen nationalen
Referenzlaboratorium durchgeführt. In Österreich erfolgen diese Untersuchungen in der
Bundesanstalt für Veterinärmedizinische Untersuchungen in Mödling.
Welche Rinder werden getestet?
Durch eine Verordnung des Ministeriums für soziale Sicherheit und Generationen werden
in Österreich ab dem 6. Dezember 2000 bei allen über 30 Monate alten Rindern, die zur
Schlachtung gelangen, BSE-Schnelltests vorgeschrieben. Zielgruppe sind somit die Tiere,
bei denen im Falle einer Infektion mit größerer Wahrscheinlichkeit ein Nachweis gelingt.
Im Dezember 2000 hat die Europäische Kommission mit einer Verordnung BSESchnelltests EU-weit bereits ab 1. Januar 2001 für alle über 30 Monate alten Rinder
vorgeschrieben, die für die menschliche Ernährung in der Gemeinschaft bzw. zum Export
in Drittländer bestimmt sind.
Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit und
BSE?
Die britischen Behörden erklärten am 20. März 1996, dass ein Zusammenhang zwischen
BSE und der neuen Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit nicht ausgeschlossen
werden könne.
Die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit tritt beim Menschen nur sehr selten auf. Allerdings
handelt es sich um eine unheilbare und tödlich verlaufende neurologische Erkrankung.
Die neue Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit tritt vornehmlich bei jüngeren
Personen auf. Die Krankheit verläuft oft langsamer und weist ein anderes klinisches Bild
auf, als die klassische Creutzfeldt-Jakob-Krankheit.
Sicherheit von Lebensmitteln
Kann man noch Rind- und Kalbfleisch essen?
Fragen Sie Ihren Fleischhauer oder Lebensmittelhändler, wo das Rindfleisch herkommt.
Generell ist das Risiko bei österreichischem Rindfleisch sehr gering. Wenn Sie dem
Fleischhauer und seinem Lieferanten vertrauen, können Sie das Muskelfleisch vom Rind
nach wie vor essen. Kalbfleisch gilt als weniger problematisch, weil der Erreger bei
Jungtieren vermutlich erst in geringeren Mengen vorhanden ist. Als unbedenklich kann
Kalbfleisch aus Mutterkuhhaltung gelten, da die Tiere mit Vollmilch aufgezogen werden.
Ist Fleisch von Ökobetrieben sicherer als herkömmliches Rindfleisch?
Rindfleisch von kontrollierten Ökobetrieben gilt als gute Alternative, wenn der Bauer die
Rinder über mehrere Generationen hinweg gezüchtet hat und das Futter vom eigenen Hof
kommt. Eine BSE-Freiheit garantiert dies jedoch nicht.
Wie steht es mit anderen Fleischarten?
Schweinefleisch, Geflügel und Fisch können nach derzeitigem Wissensstand als
problemlos betrachtet werden. Schafe können an der BSE-ähnlichen Seuche Scrapie
erkranken. In England treten die Fälle häufiger auf. Solange wissenschaftliche
Fragestellungen hinsichtlich möglicher Zusammenhänge zwischen Scrapie und BSE
unbeantwortet sind, besteht bei dem Verzehr von Schaffleisch ein Restrisiko, das
wissenschaftlich nicht abgeschätzt werden kann.
Kann man noch Wurst essen?
Generell ist das Risiko bei österreichische Wurstwaren sehr gering. Bei Wurst sollte man
darauf achten, was darin enthalten ist. Wenn Sie Wurst über die Theke kaufen, fragen
Sie Ihren Fleischhauer oder Lebensmittelhändler nach der Zusammensetzung. Wenn Sie
fertig verpackte Wurst (SB-Ware) kaufen, achten Sie auf das Zutatenverzeichnis; hier
muss die Tierart bei verwendetem Fleisch und Innereien angegeben werden; im Zweifel
nachfragen.
Besteht eine Gefahr, dass Wild mit BSE infiziert ist?
Es gibt keine Hinweise darauf, dass BSE bei Wild eine Rolle spielt. (nähere Info siehe
Rubrik BSE-Wildtiere)
Besteht bei Milch und Milchprodukten eine Infektionsgefahr?
Milch und Milchprodukte können nach derzeitigen Wissensstand ohne Bedenken verzehrt
werden.
Wie steht es mit Babynahrung?
Viele Hersteller kaufen Fleisch von kontrollierten Betrieben, oft Ökobetrieben, oder
Rindfleisch aus BSE-freien Ländern wie Argentinien. Wenn Sie besorgt sind, fragen Sie
beim Hersteller nach.
Stellen Fertiggerichte ein Risiko dar?
Auch bei Fertiggerichten sollten Sie auf das Zutatenverzeichnis achten. Wenn Sie sicher
gehen wollen, verzichten Sie auf Produkte, die Bestandteile von Rindern enthalten.
Sind Produkte, die Gelatine enthalten, gefährlich?
Gelatine wird in Deutschland zu 90 Prozent aus Schweineschwarte hergestellt. Auch
Gelatine, die von Rindern gewonnen wird, wird so behandelt, dass dabei potentiell
vorhandene BSE-Erreger abgetötet werden. Produkte, die Gelatine enthalten wie z.B.
Joghurts, Gummibärchen, können Sie weiterhin problemlos essen.
Wie sicher sind Rinderbrühe, Rinderbrühwürfel und Markklößchen?
Auf das Auskochen vor allem von Wirbelknochen (ggf. mit Rückenmarksresten) sollte
man verzichten. Auch Röhrenknochen (mit Knochenmark) sind nicht unbedenklich,
obwohl es sich bei Knochenmark (= blutbildendes Gewebe und Fettgewebe) nicht um
zentrales Nervengewebe (wie bei Rückenmark ) handelt. Auf den Verzehr von
Markklößchen sollte verzichtet werden. Bei Rinderbrühwürfeln sollten Sie vorsichtshalber
nachfragen. Viele Markenhersteller sind dazu übergegangen, den Rohstoff (Extrakt) aus
dem BSE-freien Argentinien (ganzjährige Weidewirtschaft) zu beziehen.
Werden die BSE-Erreger beim Kochen oder Braten abgetötet?
Nein. Haushaltsübliche Garverfahren oder Einfrieren töten die BSE-Erreger nicht ab. Dies
gilt auch für das Garen mit Schnellkochtopf und Mikrowelle. Erst eine 20minütige
Erhitzung auf Temperaturen von 133 Grad bei 3 bar tötet die Erreger ab.
Sind Medikamente und Kosmetika unbedenklich?
Für Kosmetika und Arzneien gibt es strenge Vorschriften. Der Einsatz von Risikomaterial
ist bereits seit 1998 verboten. Wenn Sie bezüglich der Kosmetika besorgt sind, sollten
Sie Produkte auf rein pflanzlicher Basis verwenden. Wenn Sie Fragen zu bestimmten
Medikamenten haben, wenden Sie sich an das Bundesinstitut für Arzneimittel und
Medizinprodukte, Friedrich-Ebert-Allee 38, 53113 Bonn, Tel.: 0228/207-30, Fax:
0228/207-5207.
Tierfutter
Weshalb wird die Verfütterung von Tiermehl an alle landwirtschaftlich
genutzten Tiere verboten?
Die Verfütterung von Tiermehl oder Tiermehl enthaltendes Fertigfutter an Rinder ist der
Hauptübertragungsweg des BSE-Erregers. Da eine Verunreinigung von Futtermitteln mit
Tiermehl, z.B. bei Transport, Lagerung oder Verarbeitung nicht auszuschließen ist, wird
die Verfütterung von Tiermehl und anderen Proteinen von warmblütigen Landtieren aus
Gründen des vorsorgenden Verbraucherschutzes an alle landwirtschaftlichen Nutztiere
verboten. Das Verbot umfasst auch Tierfette, da Zweifel an der gesundheitlichen
Unbedenklichkeit in Bezug auf BSE-Erreger nicht ausgeräumt sind. Eine entsprechende
Regelung ist am 2. Dezember 2000 in Kraft getreten.
Welche Regelungen gab es für die Tiermehl-Verfütterung bisher?
EU-weit ist die Verfütterung von aus Säugetiergewebe gewonnenen Futtermitteln an
Wiederkäuer seit Juni 1994 verboten. Österreich hat ein entsprechendes Verbot bereits
1990 erlassen. Allerdings war es auch vorher nicht üblich, Tiermehle an Wiederkäuer zu
verfüttern.
Das seit Jahrzehnten in Österreich bei der Herstellung verwendete DruckSterilisationsverfahren (mindestens 133 °C für 20 Minuten bei 3 bar Überdruck) ist nach
Experteneinschätzung das sicherste der in der Europäischen Gemeinschaft eingesetzten
Verfahren.
Im Vereinigten Königreich wurde im Juli 1988 ein Verbot der Verfütterung von
Tiermehlen an Wiederkäuer erlassen. Seit 1990 durfte kein Risikomaterial zur Herstellung
von Futtermitteln verwendet werden. Allerdings wurden diese Verbote über Jahre hinweg
nur unzureichend überwacht, so dass weiterhin Tiermehle auch an Wiederkäuer verfüttert
wurden. Im August 1996 folgte dann ein generelles Verbot der Tiermehlverfütterung an
Nutztiere. Ein spezielles Überwachungsprogramm dient dazu, die Einhaltung dieses
Verbots sicherzustellen. Ebenfalls 1990 wurde der Export von Tiermehlen aus
Großbritannien verboten.
Ist die Übertragung von BSE auf Hunde und Katzen möglich?
Bei Hunden konnten vereinzelt BSE-ähnliche Veränderungen des Gehirnes beobachtet
werden (doch wurde bis jetzt in keinem Fall eine Infektion mit dem BSE-Erreger
nachgewiesen. Bei Katzen ist eine Form der BSE bekannt (FSE, Feline Spongiforme
Enzephalopathie, bisher ca. 90 diagnostizierte Fälle). FSE wurde überwiegend in
Großbritannien beobachtet.
Sonstiges
Können BSE-Erreger im Boden überleben und so Rinder und Pflanzen infizieren?
BSE-infizierte Rinder scheiden im Gegensatz zu Scrapie-infizierten Schafen nach
gegenwärtigem Wissensstand, keine mittels herkömmlichen Nachweisverfahren
feststellbaren Erregermengen aus. Zur weiteren wissenschaftlichen Abklärung offener
Fragen soll ein Forschungsvorhaben durchgeführt werden. Für eine Infizierbarkeit von
Pflanzen durch Erreger transmissibler spongiformer Enzephalopathien gibt es derzeit
keine Hinweise.
Welche EU-Schutzmaßnahmen gelten derzeit gegenüber Rindfleisch aus
Großbritannien?
Die Ausfuhr von Rindfleisch aus Großbritannien ist, bis auf wenige Ausnahmen, verboten.
Fleisch von Rindern darf nur unter bestimmten Voraussetzungen ausgeführt werden.
Hierzu zählt, dass das Schlachtrind während seiner gesamten Lebensdauer eindeutig
gekennzeichnet war, so dass Herkunft und zwischenzeitlicher Verbleib lückenlos bekannt
sind, dass es mindestens sechs Monate alt, jedoch nicht älter als 30 Monate ist und dass
eindeutig belegt werden kann, dass die Mutter des Schlachttiers nach seiner Geburt noch
mindestens sechs Monate gelebt hat. Das Fleisch darf ferner nur in bestimmten eigens
zugelassenen und besonderen zusätzlichen Kontrollen unterliegenden Schlachtbetrieben
geschlachtet bzw. Zerlegungsbetrieben zerlegt werden, wobei sämtliche Knochen sowie
bestimmte Lymphknoten entfernt werden müssen. Derart gewonnenes Fleisch muss
zusätzlich gekennzeichnet sein. Außerdem muss durch entsprechende Etikettierung und
Dokumentation gewährleistet sein, dass die betreffende Sendung jederzeit zurückgerufen
werden kann.
Wie wird britisches Rindfleisch gekennzeichnet?
Die gemeinschaftsrechtlichen Entscheidungen zur Lockerung des Ausfuhrverbots für
britisches Rindfleisch legen fest, dass britisches Rindfleisch und aus diesem Fleisch
hergestellte Erzeugnisse mit einem zusätzlichen Kennzeichen versehen oder etikettiert
werden müssen, das sich unverkennbar von den gemeinschaftlichen
Genusstauglichkeitskennzeichen unterscheidet. Die Entscheidungen sehen darüber hinaus
vor, dass die jederzeitige Rückrufbarkeit britischen Rindfleischs oder daraus hergestellte
Erzeugnisse sichergestellt sein muss.
Rindfleisch, das direkt aus Großbritannien und Nordirland eingeführt wird, ist durch ein
Sechseck und die XEL-Zulassungsnummer des britischen/nordirischen Betriebes
gekennzeichnet.
Britisches Rindfleisch (zerlegt und verarbeitet), das über andere Mitgliedstaaten oder
Drittländer eingeführt wird, muss zusätzlich zur Kennzeichnung des Mitgliedstaates oder
Drittlandes so gekennzeichnet sein, dass die britische Herkunft erkennbar bleibt und
damit in Deutschland die Kennzeichnung "Britisches XEL-Fleisch" möglich ist.
Grundsätzlich gilt, dass jegliches britisches Rindfleisch - ob frisch oder verarbeitet zu
Erzeugnissen wie z.B. in Wurst - kenntlich gemacht werden muss. Dies kann durch ein
Schild oder auf dem Preisschild im Laden, in Gaststätten oder Kantinen auf der
Speisekarte, im Preisverzeichnis oder in einem Aushang erfolgen.
Wie könnte es weitergehen?
Die Tatsache, dass der BSE-Erreger in den letzten zwei Jahrzehnten eine europaweite
Verbreitung erfahren konnte, darf zweifellos keinesfalls vernachlässigt werden und
erfordert rigorose Maßnahmen. Die derzeitige mediale Darstellung der Situation
allerdings artet häufig in "Panikmache" aus und verunsichert die Konsumenten
unverhältnismäßig. Vielmehr sind die staatlichen Institutionen Europas gefordert, alle
erforderlichen Maßnahmen konsequent einzuführen und deren Umsetzung zu
kontrollieren.
Bezüglich der Weiterentwicklung der Zahl der an der neuen Variante der CreutzfeldtJakob Krankheit erkrankten Menschen dürfte derzeit eine Prognose nicht möglich sein.
Bedingt durch die sehr lange Inkubationszeit der spongiformen Enzephalopathien beim
Menschen (man muss mit Jahrzehnten rechnen) ist keine Aussage möglich, ob wir es mit
dem Beginn einer großen Epidemie zu tun haben oder ob der Gipfel bald erreicht oder
schon überschritten ist.
(Quelle: www.vn-wien.ac.at/PH/BSE.htm)
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