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Bandagen, Orthesen und was sonst noch Helfen kann

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Bandagen, Orthesen,
und was sonst noch Helfen kann
Ein Workshop
Dr. Michael Schubert
Norbert Christian Erker, Fa. Ofa Austria
Mag. Udo Lambert, Fa. Ortho-Aktiv
Hermann Moser, Petra Guttenbrunner, Fa. Ortho-Aktiv
Definition
• Orthese
– Synonyme: Brace, Schiene, Korsett,
Stützvorrichtung, Manschette
– Funktionssichernde körperumschließende
oder körperanliegende Hilfsmittel
– Haben eine physikalisch/mechanische
Leistung
Definition Orthese
• Funktionen (und/oder)
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
Stabilisieren
Immobilisieren
Korrigieren
Entlasten
Mobilisieren
Korrigieren
Retenieren
Fixieren
Redressieren
Fuktionen aufbauen oder ersetzen
Definition
• Bandage =
– körperteilumschließende oder
körperteilanliegende, meist konfektionierte
Hilfsmittel
– Komprimierend und/oder funktionssichernd
– Aus flexiblen Materialien oder mit festen
textilen Bestandteilen
Definition
• Medizinische Anforderungen an Bandagen
– Kompressionswirksam
– Keine Einschnürung an den Rändern
– Kein Wärmestau
– Hautverträglich
– Lokale Druckverstärkung
– Kein Flüssigkeitsstau
Definition
• Pelotte
– Massierende Wirkung auf/um Gelenk
– Verbessert Stoffwechsel durch Hautreiz
Ziele der Behandlung mit
Bandagen und Orthesen
•
•
•
•
•
Erhöhte Stabilität im Gelenk*
Schmerzreduktion
Funktionsverbesserung
Verbesserte Propriozeption*
Verlangsamung des Krankheitsprozesses
–
* nicht sicher bewiesene Funktionen
Was ist Stabilität?
Stabilität =
Bewegungskontrolle
= Schmerzkontrolle
Stabilität
• Ein Gelenk braucht
Stabilität um zu
funktionieren
• Wie definiert man
Stabilität?
• Instabilität
=anhaltende
nociceptive Quelle
Bandagen und ihre Indikationen
• LWS
• Verletzungen des lateralen Bandapparates
am Sprunggelenk
• Kniearthrose
• Vorderer Knieschmerz
• Epicondylitis
• CTS
Lumbale Beschwerden
Mögliche Indikationen
• Hypermobilität/Instabilität
• Claudicatio spinalis
• Präventive Maßnahme?
– Hier Aussage Cochran: keine Unterschiede in
Kraft der Bauchmuskulatur, Leistungsfähigkeit
und Verletzungsrate
– Besseres Verständnis in der
Behandlungsgruppe (?)
Therapie
• Wirkt einem
Muskelaufbau nicht
entgegen!
• Wirkt über die
Muskulatur
(propriozeptiver Reiz
über die Haut; darum
kein all zu glattes
Material)
Therapie
• Verbessert den Hebel
der schrägen
Bauchmuskeln
Therapie
• Druckaufbau im
Abdomen
• Stabilisiert die
Wirbelsäule und
spannt die Bänder
• Cave Beckenboden
Push Med Lumbalmieder
• Indikation
– Schmerzen im
lumbosakralen
Übergang
– Lumbalgie
– Lumboischalgie
– Instabilitätssyndrome
der LWS
Arcus Lumbalbandage
• Mit aufblasbarem
Luftkissen
• Indikationen
– Schmerzen im
lumbosakralen
Übergang
– Lumbalgie
– Lumboischalgie
Push Care Lumbalbandage
• Mit Pelotte
• Indikationen
– Schmerzen im
lumbosakralen
Übergang
– Lumbalgie
– Lumboischalgie
– Geringe
Instabilitätssyndrome
der LWS
Arcus LWS Bandage
• Mit Pelotte
• Indikationen
– Schmerzen im
lumbosakralen
Übergang
– Lumbalgie
– Lumboischalgie
– Geringe
Instabilitätssyndrome
der LWS
Arcus LWS Bandage Dynamic 23
• Chronische oder
rezidiverende
Schmerzen im
lumbalen Bereich bei
statischen und/oder
muskulären
Insuffizienzen
• Lumbale Instabilitäten
Arcus LWS Bandage Dynamic 28
• Chronische oder
rezidiverende
Schmerzen im
lumbalen Bereich bei
statischen und/oder
muskulären
Insuffizienzen
• Lumbale Instabilitäten
Verletzung des lateralen
Bandapparates am Sprunggelenk
Verletzung des lateralen
Bandapparates am Sprunggelenk
• Häufige Verletzung
• V.a. das Lig.talofibulare anterius betroffen
• In 20% Kombination Lig.talofibulare anterius und
Ligamentum calcaneofibulare (Brostrom 1966)
• Kosten: 35.000.000 US$ / 1.000.000
Menschen (Makuloluwe 1977)
Mögliche konservative
Behandlungen
• Elastischer Verband für 10 Tage
• Tape für 10 Tage / 8 Tage / 6 Wochen
• Elastische Bandage (z.B. Arcus
Knöchelbandage) für 2 Wochen / 3 Wochen / 8
Tage
• Sprunggelenksorthese (Aircastschiene) für 3
Wochen/6 Wochen
• 1 Woche Gips + 6 Wochen elastische Bandage
Mögliche konservative
Behandlungen
• 1 Woche Gips + 6 Wochen Tape
• Elastische Bandage und Krücken zur Entlastung
bis schmerzfreie Belastung möglich ist
• Kompression und Physiotherapie
• Orthese (OSG Schnürorthese, Push aequi) für 7
Wochen
• Adimed stabil für 5 Wochen
Mögliche konservative
Behandlungen
• Tapeverband für 3 Wochen und Tubigrip für 2
Wochen
• Stützstrümpfe für 2 Wochen
• Ultraschall, Kryotherapie, LASER, Homöopathie
Ergebnisse
• Funktionelle Behandlung ist besser als
Gipsbehandlung
• Es ist keine klare Empfehlung für eine
Operation möglich
• Es ist auch keine klare Empfehlung
bezüglich der optimalen Form der
funktionellen Therapie möglich
Ergebnisse
• Schnürorthese bringt bessere Ergebnisse bei
anhaltender Schwellung
• Ein Tapeverband macht die meisten
Komplikationen (v.a. Haut) und bringt sonst
keine Vorteile
• Semirigide Verbände bringen schnellere
Arbeitsfähigkeit und Rückkehr zum Sport, sowie
geringere Probleme (Kurzzeitergebnisse) mit
Instabilitäten
Mögliche Versorgungen
Arcus Knöchelbandage
(mit Silikonpelotte)
• Indikationen:
– Chronische
Reizzustände
– Schwellungen
– Gelenksergüsse bei
Arthrose
– Chronische
Bänderschwäche
– Leichte Instabilität im
Sprunggelenk
Push PSB Knöchelbandage
• Indikationen:
– nach Distorsionen
– nach
Supinationstrauma
oder Subluxation
– mittelgradige
Instabilität im oberen
Sprunggelenk
Arcus Sprunggelenksorthese
• Indikationen
–
–
–
–
Supinationstraumen
Distorsionen
Bandrupturen
Subluxation
Push Aequi Ortho Knöchelorthese
• Indikationen
– Bandrupturen im oberen
Sprunggelenk
– nach
Unterschenkelfrakturen mit
Beteiligung des oberen
Sprunggelenkes
– nach osteosynthetisch
versorgten
Sprunggelenksverrenkungs
brüchen
– nach belastbaren
Talusfrakturen
•
Push Aequi Flex
Knöchelorthese
Indikationen
– Bandrupturen im oberen
Sprunggelenk
– nach
Unterschenkelfrakturen mit
Beteiligung des oberen
Sprunggelenkes
– nach osteosynthetisch
versorgten
Sprunggelenksverrenkungs
brüchen
– nach belastbaren
Talusfrakturen
Arcus OSG Schnürorthese
• Indikation
– nach Distorsion
– nach
Supinationstrauma
oder Subluxation
– mittelgradige
Instabilität im oberen
Sprunggelenk
Conclusio
• Keine klare Empfehlung möglich
• Semirigide oder Schnürorthesen scheinen
eine gute Therapieoption zu sein
Eigene Erfahrungen
– Gute Erfahrung mit Push Aequi
– Koordinationstraining
– Bei Sportlern auch noch weiter zum Sport
verwenden nach Abschluss der Behandlung
Prophylaxe
• Koordinationstraining
• Tapeverbände
• Gelenksmanschetten/Bandage
– Vermindert bei Fußballern und Basketballern mit
vorausgegangener Verletzung/Verstauchung das
Risiko neuerlicher Verletzungen und mindert die
Schwere einer möglichen neuerlichen Verletzung
Gonarthrose
Grundlage
• Relativ häufige Erkrankung
• USA: 6% der über 30-jährigen und
12 % der über 65-jährigen
sind betroffen
• Risikofaktoren
– Bandschwäche (Kreuz- u./od. Seitenbänder)
– Alter
– BMI
– Gelenksfehlstellung
Mögliche Behandlungen
• Orthesen, die den Varuswinkel im Knie
minimieren sollen
• Einlagen mit Außenranderhöhung
• Einlage mit zusätzlicher subtalarer
(klebender) Unterstützung
• Sprunggelenksbandage
Ergebnisse
• Einsatz nur bei Varusgonarthrose nicht bei
Panarthrose
• Bandagen/Orthesen bringen
– Schmerzreduktion
– Funktionsverbesserung
– Zunahme der Gehstrecke
– Besserung der Lebensqualität
• Einlagen bringen
– Minderung des NSAR Verbrauchs
Mögliche Versorgungen
Arcus Knie mit Gelenk und
Überstreckungsschutz
• Indikation
– Ältere Bandinstabilität
mittleren Grades
– Gonarthrose
Push PSB Knie-Patellaentlastungsbandage
anatomisch für Dauergebrauch
• Indikationen
– Fehlstellungen der
Patella
– Femuropatellares
Schmerzsyndrom
– Instabilität der Patella
– Luxation postoperativ
Arcofa Kniebandage
(mit Spiralfedern)
• Indikation
– Unsicherheit im
Kniegelenk
– Reizzustand bei
beginnender
Gonarthrose
Arcus Color Kniebandage
• Mit elastischen
Federn zur
Verstärkung und
Patellaring
• Indikation
– Rezidivierende
Schwellungen
und/oder Ergüsse
– Leichte Instabilität
– Gonarthrose
Arcus Kniebandage mit
einstellbarem Gelenk
• Komplett zum Öffnen
• Indikationen
– Ältere Bandinstabilität
mittleren Grades
– postoperativ
Arcus Knie mit Gelenk
• Indikation
– Seitliche Instabilität
geringen Grades
– Unsicherheit bei
schmerzhafter
Gonarthrose
– Leichte
Kreuzbandinstabilität
Arcus Knieorthese
• Mit einstellbarem
Bewegungsumfang
• Indikation
– Postoperativ nach
Bandnähten oder
Bandplastiken
– Mobilisierung nach
gelenksnahen stabilisierten
Frakturen
– Knieendoprothesen
implantation
– Hochgradige Bandinstabilität
Eigene Erfahrungen
– Bei giving way Attacken
– Bei Belastungsschmerz und klinisch
festgestellter Instabilität
– Wenn dem Patienten angenehm
Giving way Attacken
• Ev. Patellabandage
versuchen
Vorderer Knieschmerz
Vorderer Knieschmerz
• Häufiges Beschwerdebild
• 56 000 Patienten/Jahr in Holland in
allgemeinmedizinischer Ordination
(Van den Velden 1991)
• Kein klares Krankheitsbild
– ? Definition
– ? Äthiologie
– ? Diagnose
• Keine Korrelation zwischen Schwere der
Beschwerden und Befunden (Röntgen,
Arthroskopie)
Vorderer Knieschmerz
• Mögliche Auslöser:
– Dysbalance zwischen M.vastus medialis
obliquus und M. vastus lateralis
– Zu starke Pronation des Fußes
– Verkürzter M. Quadriceps
– Verkürzte ischiokrurale Muskulatur
Vorderer Knieschmerz
• Mögliche therapeutische Ansätze:
– Heilgymnastik
– Sprunggelenksbandage
– Knieorthese
– Patellabandage
– Einlagen
– Tapeverband
• Auf alle Fälle konservatives
Therapieregime zu bevorzugen
Mögliche Versorgungen
Ofa Knieorthese
• Mit einstellbarem
Bewegungsumfang
• Indikation
– Komplexe
Bandinstabilität
Push PSB Knie-Patellaentlastungsbandage
anatomisch für Dauergebrauch
• Indikationen
– Fehlstellungen der
Patella
– Femuropatellares
Schmerzsyndrom
– Instabilität der Patella
– Luxation postoperativ
Push Med Patellabandage
• Indikation
– Patellaspitzensyndrom
Arcus Knie mit Gelenk
• Indikation
– Seitliche Instabilität
geringen Grades
– Unsicherheit bei
schmerzhafter
Gonarthrose
– Leichte
Kreuzbandinstabilität
Vorderer Knieschmerz
• Empfehlung Cochrane:
• Keine Empfehlung
• Kein eindeutiger Hinweis, dass
Maßnahmen etwas bringen
Eigene Erfahrungen
– V.a. Übungen für die
Oberschenkelmuskulatur
– Übungen für Beinachse und Zentrierung
Kniescheibe
Epicondylitis humeroradialis
Epicondylitis humeroradialis
• Häufigkeit 4-7 Patienten / 1000 Patienten /
Jahr (Verhaar 1994)
• 10% der Patienten brauchen
Krankenstand (durchschnittliche Dauer 11
Wochen/Jahr) (Verhaar 1992)
Epicondylitis humeroradialis
• Mögliche Wirkung einer Bandage:
• Die Bandage könnte das Ausdehnen des
Muskels verhindern und dadurch die
maximale Kraftentfaltung
Epicondylitis humeroradialis
• Mögliche Therapieansätze
– Bandage (als einziger oder ergänzender
Therapieansatz)
– Steroidinfiltration
– Entzündungshemmende Salbe
– Physiotherapie
– Gipsruhigstellung
– Ultraschallbehandlung
– Querfriktion
Epicondylitis humeroradialis
• Ergebnisse:
– Gipsruhigstellung bringt nichts
– Kurzfristig kann Steroidinjektion helfen
– Bandagen haben keinen eindeutigen Hinweis
auf positiven Effekt ergeben (weder als
Monotherapie noch in Kombination mit
anderen Therapien)
Mögliche Versorgungen
Push Med Ellbogenbandage Epi
• Indikation
– Epikondylitis
– Myo- und
Tendinopathie
Push Med Ellbogenbandage
• leichte Stabilisierung
• Indikation
– Chronische
Schmerzzustände
nach Ellbogentrauma
Arcus Ellbogenbandage
• Indikationen:
– Epicondylitis
– Myo- und
Tendopathien im
Ellbogenbereich
Arcus Epicondylitis Bandage
• Indikation
– Epicondylitis
– Myo- und
Tendinopathie
Epicondylitis humeroradialis
• Cochrane Empfehlung
• Es konnte überhaupt kein optimales
Behandlungsregime gefunden werden
Eigene Erfahrungen
– Nur 1-2 x infiltrieren
– Dehnungen, exzentrisches Training
– ESWT
– Bandage für Aktivitäten
Carpaltunnelsyndrom
Carpaltunnelsyndrom
• Häufigstes Nervenkompressionssyndrom
(Rosenthal 1987)
• Betrifft ca. 1% der Bevölkerung (Katz
1990, Levine 1993)
• Risikofaktoren:
– Fleischverpacker, Niereninsuffizienz, Alter,
Geschlecht, Übergewicht
Carpaltunnelsyndrom
• Kein vorhersagbarer Verlauf
• Stille Perioden
• Kein klarer Zusammenhang zwischen
Elektrodiagnostik und klinischen Befunden
• Operative Therapie und
Steroidinfiltrationen gelten als bewiesen
wirksame Therapie
Carpaltunnelsyndrom
• Mögliche Therapien
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
Nächtliche Schienung
Ganztägige Schienung
Ultraschallbehandlung
Ergotherapie
Diuretika
NSAR
Orale Steroide
Vitamin B6
Nervenmobilisation
Joga
Mobilisation der Handwurzelknochen
LASER Akupunktur
Insulin/Steroid Injektionen
Magnetfeldtherapie
Carpaltunnelsyndrom
• Ergebnisse / Empfehlungen für die Praxis
– Orale Steroide
– Schienung (nächtlich, in neutraler Position
besser als in 20° Dorsalflexion)
– Ultraschallbehandlung (über 7 Wochen)
– Mobilisation der Handwurzelknochen
Mögliche Versorgungen
Arcus Carpalorthese
• Indikation
– Schmerzhafte Arthrose im
Handgelenk
– Schmerzhafte Arthrose im
Fingergrundgelenk und/oder
Daumensattelgelenk
– Rheumatische Veränderungen
der Fingergelenke und/oder
des Handgelenkes
– Besonders empfindliche Haut
– Lagerung bei Lähmungen
Eigene Erfahrungen
– Infiltration
– Bandage / Orthese in der Nacht
– 3-4 Wochen über Abklingen der Schmerzen
hinaus in der Nacht
– Leichte Handgelenksstütze für Belastung
Praktischer Teil
Anfertigung
Dr. Michael Schubert
Ausmessung
Dr. Michael Schubert
Dr. Michael Schubert
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Kategorie
Gesundheitswesen
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