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Adipositas Der Body-Mass-Index (BMI) Was ist Adipositas?

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Der Body-Mass-Index (BMI)
Was ist Adipositas?
Um den Ernährungszustand eines Menschen richtig einzuschätzen ist nicht nur das Körpergewicht, sondern auch
die Körpergröße von entscheidender Bedeutung. Als vergleichbare Relativzahl wurde der sogenannte - Body-MassIndex (BMI) - eingeführt.
Immer noch sind übergewichtige Menschen in Deutschland medizinisch erheblich unterversorgt. Das liegt vor
allem auch daran, dass die Finanzierung therapeutischer
Maßnahmen – ob konservativ oder chirurgisch – nicht
gesichert ist. Die Krankenkassen sind zwar auf Antrag
zur Prüfung jedes einzelnen Falles verpflichtet, ihr Medizinischer Dienst (MDK) ist mit seinen Kostenerstattungsempfehlungen aber sehr restriktiv.
Der BMI wird berechnet, indem man das Körpergewicht in
kg durch das Quadrat der Körpergröße (Körperlänge) in m
dividiert.
Nach Erhebungen des statistischen Bundesamtes sind
über 55 % der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland
übergewichtig. Dabei ist der Anteil der wirklich krankhaft
(morbid) adipösen Erwachsenen (Adipositas Grad III, BMI
> 40) in den letzten zehn Jahren um 76 % angestiegen.
So liegt der Anteil dieser wirklich kranken Menschen in
unserem Land bei über 1,8 %, mehr als 1,5 Millionen leiden damit an einer chronisch fortschreitenden und derzeit
nahezu unheilbaren Erkrankung und ihre Zahl wird weiter
zunehmen.
Körpergewicht (kg)
BMI (kg/m²) =
(Körpergröße (m))²
Klassifikation (nach WHO)
BMI (kg/m²)
Fotolia
Untergewicht< 18,5
Normalgewicht
18,5 – 25
Übergewicht> 25
Präadipositas
25 – 30
Adipositas> 30
Adipositas Grad I
30 – 35
Adipositas Grad II
35 – 40
Adipositas Grad III
> 40
Die Folgen
Adipositas
Durch eine gesunde Lebensweise in Form von Bewegung
und bewusster Ernährung kann einer adipösen Erkrankung
vorgebeugt werden.
Klinik für Chirurgie
Abteilung für Allgemein- und Visceralchirurgie
und Proktologie
Rudolph-Weiss-Straße 1 – 5, 99947 Bad Langensalza
Telefon: 03603 855-673 und 855-689
Fax: 03603 855-390
E-Mail: medizin.lsz@hufeland.de
www.hufeland.de
Stand: 10/2014 Nr. e405
Eine Fachinformation Ihrer
Klinik für Chirurgie
Diese Entwicklung stellt das Gesundheitssystem vor gewaltige Probleme.
Die Erkrankung geht nicht nur mit einer deutlichen
Verkürzung der Lebenserwartung, einer verminderten
Lebensqualität und oft auch einem sozialen Abstieg und
einer Ausgrenzung der Betroffenen einher, sondern sie ist
zusätzlich mit einer Reihe von schwerwiegenden Folgeerkrankungen behaftet.
Hierzu gehören in erster Linie:
-- die Blutzuckerkrankheit (Diabetes Typ 2),
-- Herz- und Lungenstörungen,
-- Probleme mit dem Skelett (Wirbelsäule und große
Gelenke),
-- Fettstoffwechselstörungen
-- sowie Gefäß-, Augen- und Nierenerkrankungen
(durch Bluthochdruck vermittelt).
Zentrum für Adipositas und
metabolische Chirurgie am
Hufeland Klinikum
In den letzten Jahren hat sich überraschender Weise gezeigt, dass die Adipositaschirurgie einen entscheidenden
Einfluss auf den Stoffwechsel und ganz besonders auf
den Zuckerstoffwechsel hat. Dieser Effekt tritt praktisch
sofort nach der Operation ein und nicht erst, wie zu erwarten wäre, nach einem signifikanten Gewichtsverlust.
Die komplizierten Regelkreise sind Gegenstand umfangreicher wissenschaftlicher Studien und haben bereits
dazu geführt, dass man an Stelle von Adipositaschirurgie
von metabolischer Chirurgie spricht (Metabolismus-Stoffwechsel).
So ist bereits Stunden nach der Operation ein bedeutender
Teil der Typ 2 Diabetiker nicht mehr insulinpflichtig. Es gibt
erste Untersuchungen, bei denen Diabetiker ohne wesentliches Übergewicht erfolgreich operiert worden sind.
Für einen dauerhaften Erfolg der OP ist die lebenslange
Nachsorge von entscheidender Bedeutung.
Hierfür müssen regelmäßig ambulante Termine zur Verlaufskontrolle in der Adipositasstunde vereinbart werden.
Adipositaschirurgische Verfahren
Die Operation ist die letzte Sprosse auf der Leiter der
Adipositasbehandlung. Das Übergewicht muss länger als
fünf Jahre bestehen. Ernsthafte Behandlungsversuche
müssen nachgewiesen werden, darunter mindestens zwei
Diättherapien unter konsequenter ärztlicher Aufsicht.
Die wissenschaftliche Analyse der Erfolgsaussichten der
unterschiedlichen medizinischen Behandlungsmethoden
der fortgeschrittenen Adipositas Grad III (BMI > 40) zeigt
eindeutig, dass nur chirurgische Verfahren nachhaltig und
sicher wirken.
Hier handelt es sich um schwer kranke Menschen, denen
auch die erforderliche medizinische Hilfe in der Solidargemeinschaft der Versicherten zukommen muss.
Ballon
In umfangreichen Untersuchungen vor der Operation und
in einem ausführlichen Aufklärungsgespräch müssen
Gegenanzeigen erkannt und abgeklärt werden.
Indikation (Begründung der Operation):
-- Patienten mit einem BMI > 40 kg/m² und Erschöpfung
der nichtoperativen Behandlungsmöglichkeiten
-- Patienten mit einem BMI zwischen 35 und 40 kg/m²
und mit einer oder mehreren Adipositas-Folge-/Begleiterkrankungen nach Erschöpfung der nichtoperativen
Behandlungsmöglichkeiten
-- Bei Patienten mit einem Diabetes mellitus Typ 2 kann bereits bei einem BMI von über 30 eine Operation im Rahmen von wissenschaftlichen Studien erwogen werden.
Auch im höheren Lebensalter (> 65 Jahre) kann eine bariatrische Operation durchgeführt werden. Der Kinderwunsch
stellt keine Kontraindikation dar. Die Operation kann auch
als letzte Möglichkeit bei extrem adipösen Jugendlichen mit
erheblichen Begleiterkrankungen erwogen werden.
Fettabsaugung (Liposuction) ist keine Therapieoption
Hierbei handelt es sich um ein Verfahren der plastischen
Chirurgie, mit denen lokal begrenzte überschüssige Fettdepots in erster Linie mit kosmetischen Zielstellungen entfernt
werden können. Eine nachhaltige Gewichtsreduktion ist
durch das Verfahren nicht zu erreichen. Risiken und Komplikationen sind schlecht dokumentiert und nicht unerheblich. Für wirklich krankhaft adipöse Patienten ist die lokale
Fettabsaugung keine Therapieoption!
Operationsmethoden
Es gibt Berichte über eine Vielzahl von Operationsverfahren und jedes Jahr werden neue entwickelt oder bereits
bekannte modifiziert. Eine Darstellung würde hier zu weit
führen.
Es lassen sich die Entwicklung und der gegenwärtige Stand
der Adipositaschirurgie so zusammenfassen:
Das Einbringen, eines oder mehrerer
Ballons, über eine Spiegelung (oder
sogar ohne) in den Magen hat sich
nicht bewährt. Die Ballons müssen
nach sechs Monaten wieder entfernt
werden und die Gewichtsreduktion
fällt mit 10 bis 15 kg recht mager aus.
Magenband
Das Magenband wird um den Magen geschlungen. Es unterteilt
ihn in einen kleinen Vormagen und in den Restmagen. Die aufgenommene Nahrung wird nur langsam in den unteren Bereich
des Magens transportiert und führt zu einem frühzeitigen Sättigungsgefühl.
Das erste verstellbare Magenband haben wir in Bad
Langensalza im Februar 1998 mit der sogenannten „Knopflochchirurgie“ implantiert. In den folgenden Jahren war das
die mit großem Abstand am häufigsten angewandte Operationstechnik. Die Erfolge waren gut, die Komplikationen
beherrschbar. Allerdings hat sich nach 10 bis 15 Jahren
gezeigt, dass der Silikon-Kautschuk Veränderungen aufwies, die zu Materialermüdung mit Schlauchbrüchen und
Manschettenrupturen führten. In der letzten Zeit gehen die
Operationszahlen für die Magenbandimplantationen rapide
zurück.
Schlauchmagen
Eine rasche Verbreitung dagegen erfährt derzeit die
Schlauchmagenbildung (Sleeve-Gastrektomie).
Langzeitverlaufsbeobachtungen haben gezeigt, dass die
Methode auch über Jahre hinaus zu einem nachhaltigen
Gewichtsverlust führt.
Hierbei werden 4/5 des Magens entfernt und aus dem Rest
wird ein Schlauch mit einem Lumen, etwa wie der Dünndarm
gebildet. Im Vergleich zu anderen Operationstechniken
hat der Schlauchmagen eine etwas
geringere Komplikationsrate, man
kann weiterhin Spiegelungen bis in
den Zwölffingerdarm mit entsprechenden Manipulationen ausführen
und es muss lediglich einmal pro
Monat Vitamin B12 substituiert werden. Die Einschränkungen bei der
Nahrungsaufnahme sind moderat.
Gern informieren wir Sie in der Adipositassprechstunde
der Klinik für Chirurgie über notwendige Therapiemaßnahmen sowie Operationsverfahren und ermitteln, welche
Behandlungsmöglichkeit für Sie in Frage kommt. Bei vom
Arzt verordneten Diäten werden von der Diätassistentin individuell - entsprechend dem Krankheitsbild - Ernährungsberatungen durchgeführt.
Adipositassprechstunde
dienstags und donnerstags von 09:00 bis 10:00 Uhr
am Klinikstandort Bad Langensalza
Benötigt werden:
-- Überweisungsschein
-- Chipkarte
Terminvereinbarung:
Zentrale Terminvergabe
Telefon: 03603 855-555 und 03603 855-222
Fax:
03603 855-1105
E-Mail: medizin.lsz@hufeland.de
Ihr Team des Adipositaszentrums
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Gesundheitswesen
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