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Klinische- und gesundheitspsychologische Fachausbildungsstelle

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Bitte Sperrfrist beachten: Donnerstag, 30. Oktober 2014, 19.00 Uhr!
Es gilt das gesprochene Wort!
Verleihung des Toleranz-Preises der Evangelischen Akademie Tutzing
Begrüßung durch den Direktor
Udo Hahn
Sehr geehrte Damen und Herren,
seien Sie alle herzlich willkommen zur Verleihung des Toleranz-Preises 2014 der
Evangelischen Akademie Tutzing. Erlauben Sie mir bitte, dass ich einige unsere Gäste
namentlich begrüße:
…
Dankbar sind wir für die Förderung des Toleranz-Preises durch die Augustinum gGmbH, die
BMW Group, die Diakonie Neuendettelsau, die Ippen-Stiftung, die Kreissparkasse München
Starnberg Ebersberg sowie Dr. Wieselhuber & Partner GmbH Unternehmensberatung. Die
Repräsentanten unserer Förderer heiße ich ebenso herzlich willkommen.
Wir freuen uns, dass Sie alle, sehr geehrte Damen und Herren, unserer Einladung zu diesem
Festakt gefolgt sind.
Die Evangelische Akademie Tutzing verleiht seit 2000 im zweijährigen Rhythmus den
Toleranz-Preis. Geehrt werden Persönlichkeiten, die sich für die Verständigung zwischen
Menschen, Nationen, Religionen und Kulturen einsetzen. Bisherige Preisträger waren der
frühere Bundespräsident Roman Herzog, der Dirigent Daniel Barenboim, der Schriftsteller
Henning Mankell, der Aga Khan, die Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi,
Bundesminister Wolfgang Schäuble und der Musiker Peter Maffay. Erstmals haben wir vor
zwei Jahren den Toleranz-Preis auch in der Kategorie „Zivilcourage“ verliehen und das
„Bayerische Bündnis für Toleranz – Demokratie und Menschenwürde schützen“
ausgezeichnet.
In diesem Jahr hat die Jury unter dem Vorsitz von Ministerpräsident a. D. Dr. Günther
Beckstein beschlossen, Bundespräsident a. D. Christian Wulff und Dr. Constanze Kurz zu
ehren. Die Themen, die dabei im Hintergrund stehen, lauten: Islam und Integration sowie
Datensicherheit. Themen, die die gesellschaftliche Agenda in Deutschland in diesem Jahr
prägen und deren Bedeutung noch zunehmen wird.
Constanze Kurz, Informatikerin, Sachbuchautorin, Kolumnistin und ehrenamtliche Sprecherin
des Chaos Computer Clubs, wird – so die Urkunde, die ihr später überreicht wird – für ihr
vorbildliches Engagement als unbequeme Mahnerin auf dem Gebiet des Datenschutzes und
der Datensicherheit geehrt. Wir würdigen ihre wissenschaftlichen und journalistischen
Arbeiten, mit denen sie ethische und rechtliche Maßstäbe aufzeigt, wie Politik, Gesellschaft
und jeder Einzelne verantwortlich auf die Herausforderungen reagieren muss, die sich durch
die Digitalisierung sowie den Umgang mit Daten und Informationen ergeben.
Wie die Menschen mit den eigenen Daten und Informationen umgehen, ist zu allererst ihre
eigene Sache. Sie sind darin aber nicht souverän. Selbstbestimmt leben – wie geht das im
Zeitalter der Digitalisierung? Wie ist das möglich, wo wir durch unser Einkaufsverhalten,
wofür wir uns beruflich wie privat interessieren, Spuren hinterlassen, die von Unternehmen
ausgewertet werden – und auf die auch der Staat zugreifen kann. Big Data – wer das stetig
wachsende Datenvolumen verarbeiten kann, der hat den Schlüssel zur Zukunft. Die
Entwicklung ist nicht aufzuhalten. Aber auch in der digitalen Welt müssen klare Regeln
gelten, die Freiheit sichern und sie nicht einschränken.
Ich bin fest davon überzeugt, dass die Zukunft unserer Gesellschaft davon abhängt, ob es ihr
gelingt, auch in der digitalen Welt eine verbindliche Ordnung festzulegen und ihre Einhaltung
zu gewährleisten.
Ich bin zugleich der festen Überzeugung, dass die Zukunft unserer Gesellschaft davon
abhängt, ob es ihr gelingt, Muslime zu integrieren. Heute würdigen wir Christian Wulffs
leidenschaftliches Werben für einen verstärkten Dialog mit dem Islam sowie für eine
Gesellschaft, die offen ist für kulturelle Vielfalt und für die Auseinandersetzung mit Fremden
und Fremdem. Durch den Hinweis in seiner Rede zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit
2010, wonach der Islam inzwischen auch zu Deutschland gehöre, hat er einen wichtigen
Beitrag zur Integration von Muslimen geleistet.
Die Herausforderung, vor der wir in diesem Zusammenhang stehen, kann nur gemeistert
werden, wenn unsere Gesellschaft offen ist für Muslime – und wenn diese die Bereitschaft
zeigen, sich integrieren zu lassen, um diese Wertegemeinschaft mitzugestalten.
Toleranz ist ein Lebensprinzip, das unsere Gesellschaft nötiger hat denn je. Deutschland – wie
auch andere Länder in Europa – bekommen auf Dauer ein Problem, wenn die Akzeptanz und
Wertschätzung von Vielfalt nicht gefördert wird. Diese Förderung brauchen wir, damit
Menschen anderer Herkunft, Kultur und Religion sich bei uns wohlfühlen können.
Toleranz und Zivilcourage sind zwei Seiten einer Medaille. Sie gehören untrennbar
zusammen. Wissen und Bildung machen es möglich, tolerant zu sein. Mit Passivität hat das
allerdings nichts zu tun, denn es geht nicht um Duldung, sondern um Anerkennung und
Wertschätzung. Es geht darum, auf andere zuzugehen und sie verstehen zu wollen.
So ist es das Anliegen der Evangelischen Akademie Tutzing, mit ihrem Toleranz-Preis jene
Anstrengungen zu würdigen, die auf gesellschaftlichen Konsens ausgerichtet sind, sozialen
Frieden wahren helfen und ein Leben in Freiheit sichern – zum Wohle aller Menschen.
Vielen Dank, dass Sie alle dies auch zu Ihrer Sache machen.
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit!
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Seele and Geist
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