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Alles Bio, oder was?

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Donnerstag,
25. Februar 2010
Wiesbadener Kurier
WIESBADEN
„Kaiser“ Franz hilft
Menschen in Not
Bahnhofsuhr
aufpoliert
WIESBADEN (red). Die alte
Bahnhofsuhr und die historische Straßenlaterne am Bahnhofsgebäude in Dotzheim erstrahlen allabendlich in neuem
Lichterschein. Die wegen der
kaputten Eisenbahnbücke an
der Flachstraße zur Zwangspause verdammten Museumseisenbahner der Nassauischen
Touristik-Bahn nutzen die Zeit
nämlich für länger liegen gebliebene Arbeiten. Auch auf
dem Bahnhofsgelände und an
den Wagen waren die Vereinsmitglieder tätig. Der Freischnitt an der Strecke komme
jedoch wegen des langen,
strengen Winters nur stockend
voran, so der Verein.
WEIN-BALL Spenden für die Beckenbauer-Stiftung
KURZ NOTIERT
Hilfe bei Demenz
WIESBADEN. Das Diakonische Werk sucht – wie berichtet – ehrenamtliche Mitarbeiter, die sich als Betreuer für
demenzkranke Menschen einsetzen möchten. Leider wurde
uns als Kontakt eine falsche
Telefonnummer übermittelt.
Barbara Berg ist unter der
Nummer 0611 / 36 09 129 zu
erreichen.
Flyeraktion
WIESBADEN. Mit der Flyeraktion „Spirit“ macht die Citypastoral St. Bonifatius auf die
christliche Fastenzeit aufmerksam. Die Flyer liegen in der St.
Bonifatiuskirche, im Roncallihaus, im katholischen Sozialladen, in der Wiesbadener Touristik-Information, in der Hessischen Landesbibliothek und
bei der Christlichen Buchhandlung aus.
Flohmarktstand
WIESBADEN. Die „Frauenselbsthilfegruppe nach Krebs“
wird am Sonntag, 28. Februar,
mit einem Stand auf dem Flohmarkt des Gesangvereins Concordia Nordenstadt vertreten
sein. Der Flohmarkt findet zwischen 12 und 15 Uhr in der
Taunushalle in Nordenstadt
statt. Weitere Informationen
gibt es bei Doris Saal unter
Telefon 0 61 22 / 45 77 und bei
Ruth Blaha (0 61 22 / 51 13 0).
Umleitung Linie 18
WIESBADEN. Aufgrund der
Bauarbeiten zwischen der
Bierstadter Straße und Aukammallee kann die Haltestelle
„Hildastraße“ in Richtung Innenstadt am Montag, 1. März,
nicht bedient werden. Eine Ersatzhaltestelle ist in der Fichtestraße gegenüber der Hausnummer 31 eingerichtet.
Alles Bio, oder was?
LEBENSSTIL Wie man in Wiesbaden mit 100 Euro eine ökologisch einwandfreie Lohas-Party gibt
Von
Johanna Dupré
WIESBADEN. Birkenstocks
und Brennessel-Tee war gestern, wer heute umweltbewusst
sein will, trägt Eco-Fashion
und nippt am nachhaltig produzierten Bio-Prosecco. Verzicht ist out, Hedonismus in für
Lohas, die neuen Ökos, die vor
allem eines wollen: genießen.
Aber das bitte mit gutem Gewissen. Weltweit stellen sich
Händler auf diese kaufkräftige
Zielgruppe ein. Doch wie sieht
das in Wiesbaden aus? Muss
man als Loha auf der Karriereleiter ganz oben stehen? Oder
könnte auch ich als Berufsanfänger mir das leisten? Ich beschließe, einen Selbsttest zu
wagen: Mit 100 Euro eine Lohas-Geburtstagsparty ausrichten.
Günstigerer Ökostrom
Noch habe ich vier Tage Zeit,
die Lage ist entspannt. Allerdings – was ist mit meinem
Strom? Produziert im CO2spuckenden Kohlekraftwerk —
Ökokatastrophe! Schon sehe
ich meine Gäste im Finsteren
sitzen, da bringt ein Anruf bei
Entega Erlösung. Der Wechsel
zu Ökostrom geht nicht nur
unkompliziert, mehr noch:
„Sie zahlen jetzt monatlich
acht Euro weniger“, erzählt mir
der Mann am Telefon.
Zwei Tage vor der Feier sitze
ich an der Einkaufsliste. Gurken, Paprika, Hackfleisch, das
dürfte kein Problem sein. Aber
was ist mit Chips? Mayonnaise? Wodka? Gibt’s das überhaupt? Wenn ja, schmeckt
das? Während ich darüber
nachdenke, streift mein Blick
das Chaos, das sich meine
Wohnung nennt. Keine Frage,
Putzen ist angesagt — doch im
Schrank stehen nur Chemiekeulen. Schnell herausfinden
also, welche Bioläden es in
Wiesbaden gibt – am nächsten
liegt Alnatura.
Der erste Eindruck ist positiv:
ein heller, moderner Markt mit
breitem Angebot, die Preise
scheinen nicht überzogen. Neben Glasreiniger und Spülmittel aus Öko-Tensiden steht hier
auch Naturkosmetik. Eigentlich müsste ich konsequent
sein, und so entscheide ich
mich für das je günstigste
Shampoo, Duschgel und Deo.
Bereits über 20 Euro weg! Das
heißt wohl strengstens Preise
vergleichen beim Rest…
Schnell ist da der Gedanke
verworfen, auch bei Klamotten
auf Lohas-Tauglichkeit zu achten. Zwar führen sogar Läden
wie C&A oder H&M Kollektionen aus Bio-Baumwolle, der
Test vor Ort aber zeigt ein überschaubares Sortiment: Jeans
und bunte Oberteile, sehr einfach geschnitten. Raffinierter
ist die Mode junger Designer
wie „glücksstoff“, zu bestellen
im Internet — allerdings zum
entsprechenden Preis. Ich verzichte also. Zwei Minuspunkte
fürs Lohas-Konto, die ich aber
mit den Öko-Reinigern ausgleiche. Die stehen übrigens ihren Chemie-Verwandten nicht
nach und hinterlassen einen
angenehmen Eukalyptusduft.
Samstag, der Tag der Party.
Ich klappere einen Discounter,
einen Supermarkt und verschiedene Bioläden ab. Erst
finde ich Wein, dann Cola und
Bier („Urstoff“, „Dinkelpils“),
„LOHAS“ – DIE NEUEN ÖKOS
r Der Begriff „Lohas“ steht für
„Lifestyle of Health and Sustainability“ (Lebensstil der Gesundheit und Nachhaltigkeit). Er wurde
2000 von dem Soziologen Paul Ray
geprägt, um eine neue Mischung
aus konservativen und alternativen Ideen, Umweltschutz und Karrieredenken zu beschreiben.
r Ziel ist, durch bewussten Konsum etwas zu verändern. Ein Kennzeichen ist die im Gegensatz zu
„alten“ Ökos technologiefreundliche Einstellung. So findet ein
Großteil der Kommunikation der
Lohas im Internet statt, auf Seiten
wie www.lohas.de oder dem
Blog www.karmakonsum.de.
schließlich bei „denn’s“ sogar
Bio-Wodka! Aber da ist das
Budget ausgeschöpft. 21 Euro
wären eh nicht drin gewesen.
Bowle gibt’s also nicht.
Überhaupt ist die GetränkeAusbeute nicht so üppig. Auch
das Essen ist nur deshalb reichlich, da mich meine Mutter –
selbst überzeugte Vollwert-Bäckerin – noch mit Bio-Pizza
und Muffins sponsert. Dazu
gibt’s Nudelsalat, Frikadellen,
Chips…alles mit EU-Siegel für
Bio-Qualität. „Trotzdem, ich
glaub’ nicht, dass das immer
stimmt“, meint ein Gast skeptisch . „Wenn schon, dann regional oder richtig selbst gezogen“, pflichtet ein anderer bei.
Es schmeckt besser
Am Essen hat dennoch niemand etwas auszusetzen. Viele
meinen sogar, dass es besser
schmeckt. Nur die Bio-Cola
fällt so richtig durch. Das Experiment scheint geglückt — doch
da sorgt der Wein bei mehreren
Versuchspersonen für ein böses Erwachen: übelste Kopfschmerzen. Nicht wirklich
überzeugend auch die Naturkosmetik. Vielleicht hätte ich
eine Preisklasse höher gehen
sollen, aber das gab das Budget
nicht her. Fazit: In Wiesbaden
lässt es sich heute problemlos
als Loha leben – doch für ungetrübten Genuss braucht man
schon ein wenig mehr Geld.
Und die Aktiengesellschaft spuckt in die Hände
GOLDENE LILIE Erstmalige Auszeichnung von 19 Firmen, die sich gesellschaftlich stark engagieren / Bundesweites Pilotprojekt
Von
Cornelia Diergardt
WIESBADEN. Mit ihrem Science Camp in den Ferien weckt
die Firma Dow Corning nicht
nur bei Sechs- bis Zehnjährigen das Interesse für Naturwissenschaften. Das Chemieunternehmen entlastet vor allem
berufstätige Eltern. Die Huhle
Stahl- und Metallbau GmbH
unterstützt ihre Mitarbeiter,
die sich ehrenamtlich engagieren. Und bei der Deutschen
Warentreuhand Aktiengesellschaft wird richtig in die Hände
gespuckt: Viele ihrer Mitarbeiter haben handwerkliches Geschick, das sie beispielsweise
bei der Sanierung des Schulhofs der Liebig-Schule einsetzen.
Das sind nur drei von insgesamt 19 Wiesbadener Unternehmen, die gestern im Rathaus mit der „Goldenen Lilie“
©.
Sie tun was für Stadt und Bürger: die „Lilien“-Betriebe der ersten Stunde.
für ihr Engagement für das
Wohl Wiesbadens und seiner
Bürger ausgezeichnet wurden.
Der für ein Jahr geltende Preis
ist ein Novum nicht nur für die
Landeshauptstadt,
sondern
bundesweit und soll auch andere deutsche Städte zu diesem
Projekt animieren, das sich an
die britische „PerCent Stan-
Foto: wita/Stotz
dard“-Idee anlehnt. Wiesbaden biete sich laut Peter Kromminga als „Lilien“-Gründungsstadt geradezu an. Schließlich
seien in der Landeshauptstadt
Verlagsgruppe Rhein Main GmbH & Co. KG 2003-2006 / Erstellt von VRM am 25.02.2010
erstaunlich viele gesellschaftlich engagierte Firmen angesiedelt. Der Geschäftsführender
Vorstand der UPJ-Bundesinitiative, dem Kompetenznetzwerk von engagierten Unternehmen, verlieh Wiesbaden in
diesem Segment sogar das Attribut „Bundeshauptstadt“.
Zur Blüte brachte Tom Sommerlatte von der Beratungsgesellschaft Arthur D. Little die
„Goldene Lilie“. Für seine Initiative, die auch vom Wiesbadener Kurier mit Chefredakteur Stefan Schröder als Kuratoriumsmitglied
unterstützt
wird, ist nicht zuletzt Sozialdezernent Arno Goßmann gerade in Zeiten knapper Kassen
dankbar. Und die ersten 19
„Lilien“-Betriebe erhalten mit
dem im Rathaus verliehenen
Gütesiegel nicht nur Anerkennung. Sie können mit dieser
Auszeichnung auch werblich
und geschäftlich profitieren.
WIESBADEN (uwü). Eigentlich würde man ihn beim Ball
des Sports vermuten, aber dort
hat er sich nicht sehen lassen.
Nun ist er in Wiesbaden Ehrengast beim Ball des Weines am
24. April im Wiesbadener Kurhaus: „Kaiser“ Franz Beckenbauer. Der Ball, mit dem der
Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) 2010 sein
100-jähriges Bestehen feiert,
sammelt in jedem Jahr mit seiner Tombola Geld für einen
sozialen Zweck, in diesem Jahr
nun für die Franz-Beckenbauer-Stiftung. 1982 hat FußballLegende Beckenbauer die Stiftung gegründet und damals mit
einem Kapital von einer Million Mark ausgestattet. Die Stiftung hilft Menschen, die unverschuldet in Not geraten sind,
Armen, Kranken und Behinderten, darunter vielen Kindern.
„Wir unterstützen die, die es
am ehesten nötig haben“, sagt
Anita Büchling, die das Stiftungsbüro in München leitet,
„und wir versuchen, ohne große Verwaltung auszukommen,
und Geld immer direkt weiterzugeben“. Im Büro gibt es nur
zwei Stellen, und rund 2 000
Hilfsbedürftige werden pro
Jahr unterstützt. Beckenbauer
selbst liege jeder Fall am Herzen, sagt Anita Büchling, er sei
viel für seine Stiftung unterwegs. „Er hat sich sehr über die
Unterstützung vom VDP gefreut.“ Auch der Kurier wird
beim Ball wieder eine besondere Ballseite herausgeben und
zugunsten der Beckenbauer-
Fußball-Legende beim Ball des
Weines: „Kaiser“ Franz Beckenbauer erhält Geld für seine Stiftung.
Foto: Archiv/Müller
Stiftung verkaufen. Erwartet
wird der „Kaiser“ in Wiesbaden mit Ehefrau Heidi.
Stargast auf der Ball-Bühne
soll Barbara Schöneberger
sein. Die TV-Moderatorin will
ihr neues Gesangsprogramm
präsentieren – auch wenn sie
Ende April hochschwanger
sein wird; die Veranstalter sind
fest davon überzeugt, dass sie
nach Wiesbaden kommt.
Karten für den Ball des Weines sind noch zu haben; Flanierkarten (Einlass ab 20.30
Uhr) kosten 148 Euro. Bestellungen unter Telefon:
0611 / 1729930
06131 / 286210
0611 / 1340400
www.balldesweines.de
www.vdp.de
Bus wirbt für
ein weiteres Jahr
ÖKOPROFIT Workshops für Nachhaltigkeit
WIESBADEN (red). Zum
zehnjährigen Bestehen macht
das betriebliche Umweltberatungsprogramm
Ökoprofit
Wiesbaden buchstäblich die
Runde. Ein Bus der Eswe Verkehrsgesellschaft trägt die
Ökoprofit-Idee mit den Logos
der teilnehmenden Betriebe für
ein Jahr kreuz und quer durch
Wiesbaden. Zusammen mit
Vertretern der Betriebe, die zur
Realisierung des Busses beigetragen haben, gab Umweltdezernentin Rita Thies nun das
Signal „Fahrt frei“.
Ein Jahr lang trainiert
„Es freut mich sehr, dass es
gelungen ist, den Wiesbadener
Ökoprofit-Bus ein weiteres
Jahr durch die Stadt fahren zu
lassen und für betriebliches Engagement im Umwelt- und Klimaschutz zu werben. Gemeinsam mit dem Umweltamt setzen die Betriebe damit ein
sichtbares Zeichen für eine gelungene Kooperation zwischen
Stadt und Betrieben in Sachen
nachhaltiges Wirtschaften“, so
Thies. Bei Ökoprofit durchlaufen Betriebe und Einrichtungen unterschiedlicher Größen
und Branchen ein Jahr lang ein
intensives
Programm
mit
Workshops und professionellen Beratungen. Sie erarbeiten
praxisnahe Maßnahmen, mit
denen sie Geld sparen und die
Umwelt entlasten.
60 Betriebe ausgezeichnet
Seit zehn Jahren unterstützt
das städtische Umweltamt Unternehmen bei der Verbesserung ihres betrieblichen Umweltmanagements. Mittlerweile wurden über 60 Teilnehmer
in sechs Durchgängen erfolgreich als „Wiesbadener Ökoprofit-Betrieb“ für ihre Umweltleistungen ausgezeichnet.
Allein die Betriebe des Jahrgangs 2009 sparen durch ihre
Maßnahmen in den Bereichen
Energie/Emissionen, Rohstoffe/Abfälle und Wasser/Abwasser rund 1,7 Millionen Euro
pro Jahr ein.
Kicker und Konsolen
JUGENDARBEIT Gemeinschaftshaus Bierstadt lädt ein
WIESBADEN (red). Ab sofort
gibt es neue Angebote des Amtes für Soziale Arbeit für Teenies und Mädchen im Jugendraum des Gemeinschaftshauses Bierstadt, Biegerstraße 17.
Montags von 15 bis 17.30 Uhr
ist der Jugendraum für Teenies
im Alter von zehn bis 13 Jahren
geöffnet. Verschiedene Sportangebote stehen ebenso zur
Verfügung wie Computer mit
Internetanschluss, ein Kickertisch, Brettspiele und unterschiedliche Spielkonsolen. Das
Projekt „Girls like you“ für
Mädchen im Alter von zehn bis
14 Jahren findet donnerstags
von 15.30 bis 17.30 Uhr statt.
Anmeldungen sind nicht erforderlich.
Der offene Treff für Jugendliche von 14 bis 18 Jahren findet
nach wie vor dienstags und
donnerstags von 18 bis 21 Uhr
im Jugendraum statt. Jeden ersten Freitag im Monat ist Aktionstag. Baseballtraining, Karaoke oder ein Kickerturnier
sind geplant.
Informationen gibt es bei der
Mobilen Jugendarbeit des
Amtes für Soziale Arbeit unter 0611/50 50 97 30.
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