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Die Stimme des Handels: Was heisst hier Bio? - in der

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Management und Wirtschaft
wieder ins kritische Bewusstsein der
Konsumenten gerückt. Wenn jetzt
westliche Unternehmen, die in Fernost produzieren lassen, von harten
Schlagzeilen eingeholt werden, sind
die Marketinglügner öffentlich
­demaskiert.
Es geht auch nicht um China als «Fabrik der Welt». Vielmehr werden Management-Hausaufgaben mit Nachdruck verlangt, nachdem die Kehrsei-
ten des Billigsttrends für alle offenbar
wurden. Immer mehr Menschen wollen für ihr Geld wieder einen realen
Gegenwert.
Damit bringen sie nicht zuletzt ein generelles Unwohlsein mit dem Zustand
unserer Wirtschaft zum Ausdruck. Der
Trend zur «neuen Qualität» macht es
für die Anbieter schwieriger und einfacher zugleich: Zwar werden klassische Markenköder wie auch das grüne
«Wertekostüm», hinter dem sich einige Marktteilnehmer verstecken, zunehmend durchschaut; doch wer zu
seiner Identität steht, wird auch wieder akzeptiert – und nicht schon zum
voraus als Lügner apostrophiert.
Ω
Autoren: Gottlieb-Duttweiler-Institut (GDI):
Alain Egli und Tobias Gremaud
Die Stimme des Handels:
Was heisst hier Bio?
Von Felix Hug
Immer mehr Menschen greifen zu
Bio-Lebensmitteln. Obwohl der Anteil
am Gesamtmarkt nach wie vor klein
ist, erfreut sich Bio steigender Popularität. Trotzdem – oder gerade deshalb
– kommt es in der Presse immer wieder zu Fehlinterpretationen in Zusammenhang mit den gesetzlichen
Grundlagen für Bio-Lebensmittel. Dabei sind Deklaration und Anforderungen für «Bio» und «Öko» für Lebensmittel klar und eindeutig in der
Schweizerischen Bio-Verordnung geregelt. Die Verordnung kann im Internet eingesehen werden. Der Link
­lautet: http://www.admin.ch/ch/d/
sr/9/910.18.de.pdf.
Konsumenten wie Händler können
von folgendem einfachen Grundsatz
ausgehen: wo Bio drauf steht, müssen
10
zwingend 95% der Zutaten Bio drin
sein. Dies gilt selbstverständlich auch
für importierte Bio-Lebensmittel.
Wasser, Salz und Hefe müssen nicht in
den Prozentsatz eingerechnet werden.
Jeder Hersteller und die Erstimporteure und/oder Grosshändler der nachgelagerten Handels-Stufe sind gezwungen, sich behördlich zertifizieren zu
lassen, um Bio-Produkte herzustellen
und/oder in Verkehr bringen zu können. Auf Bio-Produkten wird dies auf
den Packungen durch eine Kontrollnummer ersichtlich, die sich aus dem
Länderkürzel (z.B. DE für Deutschland)
und der zugeteilten Nummer der BioZertifizierungsstelle zusammensetzt.
Oft werden Bio-Produkte zusätzlich
gemäss privatrechtlichen Richtlinien
mit einer Label-Organisation ausgezeichnet (z.B. mit der Knospe der Bio-
Suisse-Bauern oder mit dem DemeterLogo der biologisch-dynamischen
Landwirtschaft). Im Umkehrschluss
gilt: Wenn nicht «Bio» oder «Öko»
draufsteht, wird es sich kaum um ein
echtes Bio-Produkt handeln. So stehen
Formulierungen wie «aus integriertem Anbau», «kontrollierter Vertragsanbau», «umweltschonend produziert» oder «unbehandelt» definitiv
nicht für Bio-Produkte. Eine Fülle von
weiterführenden Informationen ist
auf der stets aktuellen und informativen Website www.bionetz.ch
zu finden.
Ω
Der Autor ist Geschäftsführer der Somona GmbH,
4657 Dulliken, felix.hug@somona.ch,
www.somona.ch
Food & Near-Food 1/08
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