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Heute wissen, was morgen ist. - F.A.Z.-Institut

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ukunftsmanager
was morgen ist.
Ausgabe 3/2012
Heute wissen,
Industrie 4.0
Wie sich die Zukunft der
Industrie gestaltet
Hinterm Herd
Wie sich Küchen in den kom­
menden Jahren verändern
Im Energierausch
Die wichtigsten Entwicklun­
gen für Energie und Klima
Seite 4
Seite 14
Seite 20
Zukunftsmanager n Editorial
Ausgabe 3/2012
Liebe Zukunftsdenker,
in der öffentlichen Wahrnehmung wird die Industrie in Deutschland häufig mit rauchenden
Schloten, Umweltverschmutzung, Schwerstarbeit und alten Ruinen gleichgesetzt. Dabei wird
vergessen, welch überragende Rolle sie für Wachstum und Wohlstand in Deutschland g
­ espielt
hat – und heute noch spielt. Doch tiefgreifende globale Veränderungen wie der demographische Wandel, die Energiewende, die Verstädterung, die Globalisierung oder die Digitalisierung ­werden massiv auf die Industrielandschaft in Deutschland Einfluss nehmen und erfordern
schon heute neue Strategien, Technologien, Prozesse, aber auch andere Formen der Bildung und
Beteiligung von Bürgern.
Wir haben uns im Rahmen unserer Zukunftsinitiative in den vergangenen Monaten intensiv
mit der Zukunft der Industrie beschäftigt, Meinungsführer interviewt, mit Unternehmen gesprochen und daraus gemeinsam mit starken Partnern ein Buch zusammengestellt, das auf
286 Seiten die „Zukunft der Industrie in Deutschland“ als Innovationstreiber für Wirtschaft und
Gesellschaft analysiert.
Einige Auszüge aus dem Buch wollen wir Ihnen, liebe Leser, von nun an in einer Serie auch im
„Zukunftsmanager“ präsentieren. Lesen Sie in der vorliegenden Ausgabe unter anderem,
warum wir vor einer vierten industriellen Revolution stehen und welche Rolle dabei die Energieversorgung spielt.
Das Thema Energie war auch ein Fokus bei unserer Zukunftskonferenz „Leben 3.0“, die
am 14. März ihre Premiere feierte – und mit 400 Teilnehmern und einem überwältigenden
Feedback ein voller Erfolg war. Das Team des „Zukunftsmanagers“ hat im Rahmen
der Veranstaltung spannende Podcast-Interviews geführt, die Sie sich hier anschauen
können.
Wir freuen uns auf den weiteren Austausch mit Ihnen.
Markus Garn
Leiter Innovationsprojekte
F.A.Z.-Institut GmbH
Daniel Schleidt
Leiter Redaktion Innovationsprojekte
F.A.Z.-Institut GmbH
2
Zukunftsmanager n Inhaltsverzeichnis
3
Ausgabe 3/2012
Aufmacher
Seite 4
Die vierte industrielle Revolution
Produkte &
Dienstleistungen
Kurz notiert
Seite 29
Wie sich die Zukunft der Industrie gestaltet
Seite 10
„Silo-Lernen reicht nicht“
Interview mit Hannes Utikal über die Bedeutung von Bildung im Wettbewerb
„Die eigenen Grenzen überblicken“
Uta Meyding-Lamadé, Chefärztin im Krankenhaus Nordwest in Frankfurt am Main,
im Interview
News
Seiten 33, 34, 35
Bücher
Seiten 33, 34
Veranstaltungen
Seiten 33, 34
9 Fragen an
Seite 36
Impressum
Seite 36
Strategie & Kultur
Seite 14
„Evolutionär, aber stetig“
Interview mit Gerhard Nüssler, Chefdesigner Siemens Elektrogeräte, über die Innovationen in Design und Technologie
Seite 20
Im Energierausch
Die wichtigsten Entwicklungslinien für die
Zukunft der Energieversorgung
Seite 25
Zehnmal Zukunft
Die zehn Zukunftsprojekte des BMBF im
Überblick
sma
kunft
u
Z
„
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Da
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finden
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innsp
“-Gew
nager
Zukunftsmanager n Aufmacher
Leistungsfähigkeit, Innovationskraft
und ein großes Potential für die Zu­
kunft der deutschen Wirtschaft und
Gesellschaft – das alles steckt in der
deutschen Industrie. Sie ist in dieser
Rolle ein wesentlicher Treiber von
Innovationen quer durch alle Bran­
chen – und auch ein Vorbild im in­
ternationalen Wettbewerb. In der
Serie des „Zukunftsmanagers“ zum
Thema „Zukunft der Industrie in
Deutschland. Innovationstreiber für
Wirtschaft und Gesellschaft“ greifen
Experten aus Wirtschaft und Wis­
senschaft die wichtigsten Mega­
trends und die daraus entstehenden
Herausforderungen für die deutsche
Industrie auf und beschreiben ihre
Strategien für deren Zukunftsfähig­
keit.
Serie: Die Zukunft der Industrie in Deutschland | Teil 1: Einleitung
Die Zukunft Der inDustrie in DeutschlanD – innovationstreiber für Wirtschaft und Gesellschaft
Serie
Ausgabe 3/2012
4
Die Zukunft Der inDustrie
in DeutschlanD
Serie
innovationstreiber für Wirtschaft und Gesellschaft
Projektpartner:
Die vierte industrielle Revolution
+++ Mit Summary der BDI-Studie „Deutschland 2030 – Zukunftsperspektiven der Wertschöpfung“ +++
Von Henning Kagermann
Die Informatisierung der Wirtschaft
wird weiter voranschreiten und
zu neuen Unternehmens- sowie
­Geschäftsmodellen führen. Daraus
­entwickelt sich früher oder später
­eine „Industrie 4.0“. Was diese bevorstehende vierte industrielle Revo­­lu­
tion für den Produktionsstandort
Deutschland bedeutet.
Im Wandel: Die Digitali-
sierung bringt für die Industrie wichtige Veränderungen mit sich.
Bekanntlich lässt sich die Zukunft weder
voraussagen noch linear aus der Gegen­
wart ableiten. Von heute aus gesehen, wird
sie ein komplexes Gebilde sein, sowohl be­
stimmt von bereits absehbaren Trends und
Entwicklungen als auch von unvorhergese­
henen Ereignissen, Disruptionen und Wild
Cards. Um die Zukunft aber gestalten zu
können, braucht man Orientierung. Nur >
Zukunftsmanager n Aufmacher
Ausgabe 3/2012
mit einer groben Vorstellung von mög­
lichen zukünftigen Entwicklungspfaden
lassen sich strategische Entscheidungen
treffen, so intuitiv diese auch sein mögen.
Das gilt für die Politik ebenso wie für die In­
dustrie.
Ein Blick nach vorn
Was also zeichnet sich im Hinblick auf die
„Zukunft der Industrie“ bereits heute ab?
Worauf müssen wir uns einstellen, um er­
folgreich handeln zu können? Einen Blick
nach vorn hat unlängst beispielsweise der
BDI Arbeitskreis „Wertschöpfungsorientierte
Innovationsstrategien“ geworfen. Und auch
im Innovationsdialog mit der Bundeskanzle­
rin hat die Deutsche Akademie der Technik­
wissenschaften nach vorne geschaut und
sich mit „Technologiefeldern und Dienstleis­
tungsinnovationen mit hohem Potential für
Wertschöpfung und Beschäftigung in
Deutschland“ beschäftigt.
Von der Dampfwalze
über das Fließband ...
Aus den aktuellen Trends in der Wertschöp­
fung sind zunächst drei hervorzuheben, die
für das Hochlohnland Deutschland mit
einem stark innovativen, mittelstandge­
prägten produzierenden Gewerbe besonders
wichtig sind. Erstens: Wissenschaft und Tech­
nologie werden für Wachstum weiter an Be­
deutung gewinnen. Zweitens: Wertschöp­
fung wird verstärkt in internationalen, bran­
chenübergreifenden Partnerschaften statt­
finden. Und drittens: Die Informatisierung
der Wirtschaft wird weiter voranschreiten
und zu neuen Unternehmens- und Ge­
schäftsmodellen im Zusammenhang mit der
Entstehung einer „Industrie 4.0“ führen. Eine
wesentliche Herausforderung für den Pro­
duktionsstandort Deutschland wird es daher
sein, sich auf diese bevorstehende vierte in­
dustrielle Revolution vorzubereiten. Die For­
schungsunion Wirtschaft–Wissenschaft geht
diese große Herausforderung als ein gemein­
sames Zukunftsprojekt an.
5
Da neue Technologien in vielen Bereichen
immer schneller Verbreitung finden und die
dazugehörigen Produktlebenszyklen kürzer
werden, wächst der „Innovationsdruck“ und
damit die Wissensintensivierung für eine er­
folgreiche Wertschöpfung. Und dies gilt übri­
gens nicht mehr nur für die wirtschafts­
starken Industrieländer der westlichen He­
misphäre. Vielmehr steht die Förderung von
Wissenschaft, Technologie und Innovationen
zunehmend im Mittelpunkt der Anstren­
gungen sich schnell entwickelnder Wirt­
schaftsstandorte, insbesondere in den BRICSLändern. Globale Herausforderungen wie
Klimawandel, Energie- und Wasserversor­
gung, Ernährung oder Gesundheit verstär­
ken den weltweiten Ausbau von Forschung
und Entwicklung und die Innovationsfokus­
sierung. In der Folge entstehen an neuen Or­
ten relevante Wettbewerber, aber auch aus­
sichtsreiche Partner für die deutsche Indus­
trie. Daher zeichnet sich schon jetzt ab, >
Zukunftsmanager n Aufmacher
Ausgabe 3/2012
dass es künftig noch stärker darauf ankom­
men wird, in internationalen Partnerschaften
und unabhängig von Branchengrenzen Kom­
petenzen zu nutzen. Oder wie es im Trend
Compendium 2030 von Roland Berger heißt:
Um wettbewerbsfähig zu sein, kommt es zu­
nehmend darauf an, frühzeitig die relevanten
technologischen Entwicklungen in der glo­
balen Wissensgesellschaft identifizieren und
adaptieren zu können. Welche Trends aber
sind besonders bestimmend?
Aus den großen Bedarfsfeldern einer entste­
henden „globalen Mittelschicht“ lassen sich
Prognosen ableiten, welches die relevanten
Geschäftsfelder der Zukunft sein werden: die
Bewältigung des demographischen Wandels,
ein steigendes Mobilitätsbedürfnis, eine si­
chere und nachhaltige Energie- und Nah­
rungsmittelversorgung sowie der Umgang
mit Ressourcenknappheit. Sie sind gleicher­
maßen „Global Challenges“ wie auch „Mar­
... über den PC bis zur
Digitalisierung der Welt:
Die nächste industrielle
Revolution steht an.
ket Opportunities“. Auch wird sich der Trend
einer zunehmenden Individualisierung be­
ziehungsweise Personalisierung von Ange­
boten in der Medizin bis hin zur Consu-­­
m­e­relektronik fortsetzen. Alle diese Entwick­
lungen werden die zukünftige Industrieland­
schaft am Standort Deutschland maßgeblich
beeinflussen. Auch der bevorstehende Para­
digmenwechsel zur Industrie 4.0 wird von
ihnen bestimmt.
Gute Ausgangslage
Dabei ist die Ausgangslage des Technologie­
standortes Deutschland im internationalen
Vergleich gut: Typische Stärken Deutschlands
liegen etwa in der Produktionstechnik und
der Bereitstellung systemischer Lösungen.
Hier liegt auch weiterhin ein großes Potenti­
al, da in immer mehr Bereichen integrierte
Systemlösungen für eine zunehmend kom­
plexe Fertigung von (stärker individualisier­
ten) Produkten an Bedeutung gewinnen. Das
6
gilt auch über die klassischen Anwendungs­
felder Maschinen-, Anlagen- und Automobil­
bau hinaus. Deutschland ist bei der Verbin­
dung von klassischer Produktionstechnik
und IT traditionell sehr stark. Diese Stärke
muss aber unbedingt erhalten und auch im
Bereich der Internettechnologien ausgebaut
werden. Aber auch die gute Position im Be­
reich der Materialtechnologien wird in Zu­
kunft an Bedeutung gewinnen („Smart Ma­
terials“). Eine ambivalente Position nimmt
hingegen zum Beispiel die Biotechnologie in
Deutschland ein. Hier ist Deutschland in der
Forschung im Grundsatz gut bis sehr gut auf­
gestellt. In bestimmten Bereichen wie zum
Beispiel der grünen Gentechnik bestehen je­
doch gesellschaftliche Akzeptanzprobleme,
so dass wir hier unsere F&E-Stärke nicht in
Wertschöpfung für den Standort Deutsch­
land umsetzen können. Die Verlagerung der
entsprechenden Forschungsabteilung der
BASF muss uns zu denken geben.
>
Zukunftsmanager n Aufmacher
Mehr Informationen
Deutsche Akademie der
Technikwissenschaften
Die Deutsche Akademie der Technik­
wissenschaften (acatech) ist die
erste nationale Wissenschaftsaka­
demie Deutschlands. acatech ver­
tritt die Technikwissenschaften im
In- und Ausland; die Akademie berät
Politik und Gesellschaft in technik­
bezogenen Zukunftsfragen. Mehr
Informationen finden Sie hier:
ÆÆIm Internet
Ausgabe 3/2012
Angesichts unserer klassischen Stärke als
Produktionsstandort von Hochtechnologie­
gütern stellt das Zukunftsprojekt Industrie
4.0 eine große Chance für Deutschland dar.
Nach Dampfmaschine, elektrischem Fließ­
band und der Einführung des Computers ste­
hen wir derzeit am Beginn einer vierten in­
dustriellen Revolution. Diese Revolution wird
einen zentralen Paradigmenwechsel in der
Industrie auslösen: Die klassische Produkti­
onshierarchie mit zentraler Steuerung verla­
gert sich zunehmend hin zu einer dezentra­
len Selbstorganisation, in der das entstehen­
de Produkt selbständig mit den Produktions­
anlagen kommuniziert und aktiv in den Pro­
duktionsprozess eingreift. Ein sich auf diese
Weise selbst steuerndes und überwachendes
System steht im Zentrum der intelligenten
Fabrik der Zukunft, die sich nicht nur durch
eine deutlich höhere Produktivität auszeich­
net, sondern auch durch eine erhebliche grö­
ßere Energie- und Ressourceneffizienz.
Ermöglicht wird dies durch sogenannte Cy­
ber-Physical Systems: Objekte bis hin zu All­
tagsgegenständen werden durch Program­
mierbarkeit, Speichervermögen, Sensoren
und Kommunikationsfähigkeiten intelligent
und können über das Internet durch soge­
nannte M2M-Kommunikation eigenständig
Informationen austauschen, Aktionen auslö­
sen und sich wechselseitig steuern. Die kör­
perliche Welt (Physik) verschmilzt medien­
bruchfrei mit der virtuellen Welt, dem „Cy­
berspace“. Durch die zunehmende Verknüp­
fung der physikalisch realen Welt mit moder­
nen Informationstechnologien zum soge­
nannten „Internet der Dinge“ können Pro­
duktionsanlagen quasi in Echtzeit auf Verän­
derungen im Marktumfeld oder der Wert­
» Die körperliche Welt
verschmilzt medienbruchfrei
mit der virtuellen Welt, dem
‚Cyberspace‘. «
schöpfungskette reagieren. Erste Demons­
trationsanlagen intelligenter Fabriken exis­
tieren in Deutschland bereits. Und dennoch
befinden wir uns erst am Anfang einer lan­
gen Entwicklung, die Deutschland aufgrund
seiner Kompetenz im Bereich der Produkti­
onstechnik und der Beherrschung komplexer
Systeme aktiv mitzugestalten versuchen
muss. Nur so werden sich neben den großen
Potentialen der innerbetrieblichen Prozess­
optimierung auch völlig neue Geschäfts­
felder erschließen und neue Marktchancen
im „Internet der Dienste“ realisieren lassen.
Deutschland ist also mit seiner technolo­
gischen Kompetenz, vor allem in der System­
integration und Lösung komplexer tech­
nischer Herausforderungen, heute grund­
sätzlich gut aufgestellt und wird sich bei
konsequenter Nutzung dieses Potentials im
internationalen Wettbewerb behaupten
7
können. Dabei kommt es entscheidend da­
rauf an, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik
künftig noch besser zu vernetzen. Nur so
kann es gelingen, die großen Veränderungen
als Chance zu nutzen. Dazu bedarf es oftmals
sektorübergreifender Lösungen, auch um ge­
eignete Rahmenbedingungen und gesell­
schaftliche Akzeptanz zu erzeugen. Die Ar­
beit der Nationalen Plattform Elektromobili­
tät ist dafür ein gutes Beispiel.
Da es aber letztlich unerwartete Disrupti­
onen sind, die die Wirtschaft am grundle­
gendsten verändern, sollten wir in der For­
schungs-, Technologie- und Innovationsför­
derung allzu enge Festlegungen und Progno­
sen vermeiden und vielmehr die Offenheit
und Anpassungsfähigkeit unseres Wirt­
schafts- und Innovationssystems stärken.
Nur so erhalten wir die Flexibilität, auf neue
Anforderungen zu reagieren.
Für die Weiterentwicklung des deutschen In­
novationssystems heißt das, auch jenseits
des aktuellen Mainstreams offen für neue
Entwicklungen zu sein und Vorfestlegungen
und Pfadabhängigkeiten zu vermeiden. Und
dazu gehört natürlich auch, gerade ange­
sichts der zunehmenden Globalisierung kon­
tinuierlich Technologiefelder mit hohem Po­
tential für Wertschöpfung und Beschäfti­
gung in Deutschland zu halten und auszu­
bauen. Dafür bietet es sich an, den bereits
gut etablierten Foresight-Prozess um ein für
den Standort Deutschland systema­ >
Zukunftsmanager n Aufmacher
Die Zukunft Der inDustrie in DeutschlanD – innovationstreiber für Wirtschaft und Gesellschaft
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Die Zukunft Der inDustrie
in DeutschlanD
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Ausgabe 3/2012
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zu ergänzen, um einen Gesamtüberblick zu
erhalten und frühzeitig auf zukünftige Kom­
petenzbedarfe reagieren zu können.
Schließlich: Mit der Energiewende stehen wir
augenblicklich vor einer gewaltigen Zu­
kunftsaufgabe, die eine intelligente Bünde­
lung und Integration aller Akteure verlangt.
Wenn es uns gelingt, sie zu meistern, ist auch
ein wesentlicher Grundstein für die Industrie
der Zukunft am Standort Deutschland ge­
legt. Auch hier bedarf es einer sektorüber­
greifenden Zusammenarbeit und Abstim­
mung an der Schnittstelle von Wissenschaft,
Wirtschaft und Politik. Dafür ist ein gezieltes
Projektmanagement notwendig, sonst droht
die Energiewende in eine „Komplexitätsfalle“
zu laufen, weil es nicht gelingt, die geeig­
neten technischen und ordnungsrechtlichen
Rahmenbedingungen parallel zu etablieren
und wirtschaftlich nachhaltig umzusetzen.
Die Energiewende erfordert, sowohl nach
vorne zu schauen als auch und vor allem: ge­
zielt Gestaltungskraft zu entwickeln.<
Prof. Dr. Henning Kagermann
ist Präsident von acatech –
Deutsche Akademie der
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Zukunftsmanager n Ausgabe 3/2012 9
N E U E R S C H E I N U N G
Wo liegt die Zukunft der Industrie in Deutschland?
Welche gesellschaftlichen Megatrends beeinflussen sie?
Welchen Herausforderungen muss sie sich stellen?
Wie sehen ihre Strategien für die Zukunft aus?
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mit der exklusiven Summary der BDI-Studie zur Zukunft der Wertschöpfung in Deutschland
zeichnet das Buch ein klares Bild von Chancen und Herausforderungen der deutschen
Industrie im globalen Wettbewerb und gibt dabei konkrete Handlungsempfehlungen.
Projektpartner:
Zukunftsmanager n Aufmacher
Serie: Die Zukunft der Industrie in Deutschland | Teil 2: Bildung und Transformation
„Silo-Lernen reicht nicht“
Um die Innovationskraft der deut-
schen Industrie zu erhalten, sind gut
ausgebildete Arbeitskräfte eine we-
sentliche Voraussetzung. Daher spielt
Prof. Dr. rer. pol. Hannes Utikal
ist Mitglied der Hochschulleitung an
der Provadis School of International
Management and Technology – und
dort für Hochschulentwicklung so­
wie Unternehmenskooperationen
zuständig. Er hat an der Universität
zu Köln, der Pennsylvania State Uni­
versity und der H.E.C. in Frankreich
Betriebswirtschaftslehre studiert
und an der Universität zu Köln pro­
moviert. Anschließend war er meh­
rere Jahre bei einer internationalen
Managementberatung tätig. In der
Lehre und angewandten Forschung
befasst er sich mit Fragen der Stra­
tegie und Transformation von Indus­
trieunternehmen. Er ist u.a. Mitglied
im Nachhaltigkeitsforum und Indus­
triebeirat der Stadt Frankfurt am
Main.
die Bildung für den Standort
Deutschland eine wichtige Rolle.
Denn die Industrie der Zukunft ist
wissensintensiv. Hannes Utikal, Mitglied der Hochschulleitung an der
Provadis School of International Ma-
nagement and Technology, erläutert
im Interview, welche Chancen und
Herausforderungen sich daraus ergeben.
Herr Utikal, gemeinsam mit dem F.A.Z.-Institut
und Infraserv Höchst hat die Provadis Hochschule vor kurzem das Buch „Die Zukunft der
Industrie in Deutschland“ veröffentlicht. Was
sind denn aus Ihrer Sicht die wesentlichen Herausforderungen, vor denen die deutsche Industrie in den kommenden 10 bis 20 Jahren
steht?
Ich sehe hier vier zentrale Fragen: Wie kann
sich die deutsche Industrie in einem sich ver­
schärfenden weltweiten Wettbewerb be­
haupten? Wie kann sie die von den Mega­
trends ausgehenden Chancen für sich nut­
zen? Wie kann sie bei einer alternden Bevöl­
kerung die Innovationskraft aufrechterhal­
ten? Und wie kann eine Innovations- und
Kooperationskultur entstehen, die nicht an
den Unternehmensgrenzen endet? Viele der
Innovationen werden nicht mehr nur
innerhalb eines Unter­
nehmens entstehen,
sondern gerade an
der Schnittstelle ver­
schiedener Branchen
und Technologien. Den­
Die Zukunft Der inDustrie in DeutschlanD – innovationstreiber für Wirtschaft und Gesellschaft
Ausgabe 3/2012
10
Die Zukunft Der inDustrie
in DeutschlanD
Serie
innovationstreiber für Wirtschaft und Gesellschaft
Projektpartner:
+++ Mit Summary der BDI-Studie „Deutschland 2030 – Zukunftsperspektiven der Wertschöpfung“ +++
ken Sie nur an das Beispiel
der personalisierten Medi­
zin – mit der Notwendig­
keit der Kooperation von
Pharmaindustrie und ITBranche – oder an die Innovati­
onstreiber Nano- und Biotechnologie, die
nun verschiedene Branchen beeinflussen.
Die Industrie muss sich also weiterentwi­
ckeln – und dies erfolgt im Verbund: im Ver­
bund von Industrie- und spezialisierten
Dienstleistungsunternehmen sowie koope­
rierenden Forschungs- und Bildungseinrich­
tungen.
In welchen Entwicklungen sehen Sie am meis­
ten Potential für deutsche Unternehmen im
weltweiten Wettbewerb?
Ein Wachstumsfeld besteht in der um­
weltfreundlichen Weiterentwicklung der
Industrie. Die Endlichkeit fossiler Brenn­
stoffe erfordert klimagerechte Energie­
träger und nachhaltige Umwelttech­
nologien. Heute werden 90 Prozent
der Energien aus fossilen Energie­ >
Zukunftsmanager n Aufmacher
Ausgabe 3/2012
11
und Ernährung sind vor die­
sem Hintergrund weitere
große Wachstumsfelder für
die deutsche Industrie.
An der Tafel: Für die Ent-
wicklung eines Landes ist
Bildung zentral.
trägern und nur 10 Prozent aus regenerativen
Energieträgern gewonnen. Im Jahr 2050 soll
das Verhältnis fossiler gegenüber regenera­
tiven Energieträgern bei 40:60 liegen. Hier
sind technologische Innovationen und neue
Geschäftsmodelle gefordert. Ein weiteres
Wachstumsfeld besteht in der Digitalisie­
rung und dem Internet der Dinge. Die Vernet­
zung und Steuerung verschiedener Produkte
über das Internet werden sich ausbreiten
und große Wachstumsfelder eröffnen. Und
schließlich bietet der demographische Wan­
del enorme Chancen: Die Weltbevölkerung
wächst von heute 7 Milliarden auf 9 Milliar­
den Menschen im Jahr 2050. Dieser Anstieg
erfolgt vornehmlich in den Schwellen­
ländern. Dort muss sich die
Bevölkerung ernäh­
ren, medizinisch ver­
sorgen und auch mate­
riell entwickeln können.
Die Themen Gesundheit
Warum ist es wichtig, solche
Chancen und Herausforderungen
öffentlich zu diskutieren?
Wir leben in einer Zeit des Umbruchs, in der
sowohl das Wirtschaftssystem als Ganzes
als auch der Nutzen einzelner Branchen im­
mer wieder neu in Frage gestellt werden.
Der Industrie wird trotz ihrer wichtigen
Funktion für Wohlstand und Beschäftigung
gerade in Industriestaaten mit viel Ambiva­
lenz begegnet. Vielfach erscheint der von
der Industrie gestiftete Nutzen zu abstrakt,
partiell wird die Industrie mit Umweltver­
schmutzung, der Ausbeutung Schwacher
und der Produktion überflüssiger Konsum­
güter assoziiert. Infrastrukturprojekte, die
perspektivisch für die Entwicklung des In­
dustriestandorts Deutschland wichtig sind,
geraten zunehmend in die Kritik der Bürger,
wie die Proteste um Stuttgart 21 oder den
Ausbau des Frankfurter Flughafens zeigen.
Wohlstandssteigerung und Wirtschafts­
wachstum – viele Jahre unstrittig akzep­
tierte Ziele – werden angesichts begrenz­
ter Ressourcen und des Klimawandels von
vielen Bürgern in den Industriestaaten
immer mehr in Frage gestellt. Dies ist
ein spannendes Umfeld, das eine ge­
nauere Betrachtung verdient. Hier
kann ein Buch wie „Die Zukunft >
Zukunftsmanager n Aufmacher
Mehr Informationen
Provadis School of International
Management and Technology:
ÆÆIm Internet
Podcast-Interviews mit Hannes
Utikal über die Zukunft der Industrie
finden Sie hier:
ÆÆIm Video 1
ÆÆIm Video 2
Ausgabe 3/2012
der Industrie in Deutschland“ wichtige Im­
pulse liefern.
Welche Rolle spielt Bildung, wenn es um die
wirtschaftliche Entwicklung der Industrie in
Deutschland geht?
Fehlende oder falsche Bildungsmaßnahmen
hemmen die Entwicklung eines Landes. An­
gesichts der zum Teil tiefgreifenden Verände­
rungen in Wirtschaft und Gesellschaft – den­
ken Sie an den demographischen Wandel, die
Notwendigkeit zur branchenübergreifenden
Kooperation oder die sich verkürzenden In­
novationszyklen – ist eine innovative und
leis­tungsfähige Bildungslandschaft notwen­
dig. Denn das Lernen in Silos reicht nicht. Ne­
ben technischen Innovationen brauchen wir
auch soziale Innovationen.
Wenn wir über Bildung reden, geht es
meistens um die klassische fächerorientierte Bildung von Menschen. Reicht
das aus in der heutigen Zeit?
Technische Innovationen benötigen
selbstverständlich Fach- und Metho­
denkompetenz in einzelnen Disziplinen.
Allerdings wird dies nicht ausreichen. Zu­
sätzlich gewinnen interdisziplinäre und
soziale Kompetenzen an Bedeutung. Den­
ken Sie nur an Steve Jobs. Der wurde nicht
müde zu betonen, dass er nur deswegen
Apple so erfolgreich machen konnte, weil
er sich im Studium nicht nur mit IT, son­
dern auch mit Graphologie beschäftigt
habe. Wir müssen Bildung fächer- >
12
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Zukunftsmanager n Aufmacher
Ausgabe 3/2012
und institutionenübergreifend
denken.
Lernen und Bildung ha-
ben zahlreiche Facetten
und betreffen viele Be-
reiche einer Gesellschaft.
Fortsetzung folgt!
Lesen Sie im nächsten „Zukunfts­
manager“ Teil 3 der Serie „Die Zu­
kunft der Industrie in Deutschland“
mit dem Thema „Nachhaltigkeit“.
Vernetzung,
Kooperationsbereitschaft und Veränderungsbereitschaft
werden wichtiger?
Ja, angesichts der anstehenden Verän­
derungen müssen wir immer wieder neu ler­
nen, umlernen und auch bewusst alte Über­
zeugungen und Erkenntnisse über Bord wer­
fen. Wir werden unser Gehirn immer wieder
neu programmieren müssen.
Und jeder wird sich auch mit den
Erkenntnissen unterschiedlicher
Disziplinen befassen müssen.
Die Karriere im Kamin einer
wissenschaftlichen Disziplin
oder einer einzelnen Unter­
nehmensfunktion wird zu­
künftig vermehrt durch ganz
andersartige
Herausforde­
rungen angereichert.
Welche Veränderungsnotwendigkeit geht von
den Megatrends aus?
Megatrends können die Geschäftsgrundlage
einzelner Unternehmen revolutionieren. Be­
trachten wir zum Beispiel das Thema Nach­
haltigkeit. Immer mehr Unternehmen entwi­
ckeln Nachhaltigkeitsstrategien. Zu­
ständig ist häufig eine
Stabseinheit, die an den
Vorstand berichtet. Wenn
Unternehmen jedoch das
Thema ernst nehmen, dann
hat das Auswirkungen auf
alle
Funktionsbereiche.
Das geht bis zum einzel­
nen Mitarbeiter, der im
Büro sein Licht ausschal­
tet, wenn er es nicht braucht. Me­
gatrends sind nicht nur ein Thema der Füh­
rungskräfte, sondern betreffen alle Mitarbei­
ter. Dementsprechend muss das Thema auch
in den Bildungsmaßnahmen komplett
durchdekliniert werden.
Funktioniert dieses übergreifende Denken
denn im Bildungssystem? Das müsste ja Vorbild für Unternehmen sein.
Ja, es entwickeln sich im Bildungssystem zu­
nehmend neue Allianzen, in denen verschie­
dene Akteure miteinander kooperieren. Es
gibt solche Allianzen zwischen grundlagen­
orientierten Forschungsuniversitäten, an­
wendungsorientierten
Fachhochschulen,
thematisch interessierten Unternehmen und
Verwaltungseinheiten sowie mit Verknüp­
fungen zu Schulen. Wir müssen das Bildungs­
system anders denken, denn unsere bishe­
rige Vorstellung fußt vor allem auf intellektu­
ellen Fähigkeiten, Ergebnisse der Grundla­
genforschung werden höher gewichtet als
die zielorientierte Umsetzung am Markt.
Wenn wir jedoch aus Grundlagenfor­
schung vor Ort Innovationen machen
möchten, müssen wir die Begren­
zungen dieser Sichtweise überwin­
den und institutionenübergreifend
miteinander kooperieren.
13
Beschreiben Sie uns doch
mal Ihr Bild von der Bildung der Zukunft!
Die traditionelle Vorlesung
in großen Hörsälen mit
mehreren Hundert Studie­
renden – die wir als private
Hochschule schon heute nicht
»Angesichts der anstehenden
Veränderungen müssen wir
immer wieder neu lernen,
umlernen und bewusst alte
Überzeugungen und Erkenntnisse über Bord werfen.«
mehr haben – wird der Vergangenheit ange­
hören. Der Grund ist einfach: Sie ist oft nicht
wirksam. Wir benötigen situationsspezi­
fische Antworten auf die Frage, mit welcher
Maßnahme ich bei welcher Zielgruppe in
welchem Lebensabschnitt welches Lernziel
erreichen kann. Letztlich werden wir mehr
maßgeschneiderte und passgenaue Bil­
dungsmaßnahmen und weniger Angebote
„von der Stange“ haben. Und dies ist auch
gut so: Denn die Vielfalt der individuellen Be­
gabungen in Wirtschaft und Gesellschaft
werden wir nicht mit einem Standardange­
bot nutzen und entwickeln können.<
Das Gespräch führte Daniel Schleidt.
d.schleidt@zukunftsmanager-magazin.de
Zukunftsmanager n Strategie & Kultur
Ausgabe 3/2012
14
„Evolutionär, aber stetig“
Edles Design muss zeitlos sein, sich
aber dennoch weiterentwickeln. Und
es muss parallel mit neuen Technologien weiterentwickelt und an veränderte Kundenansprüche angepasst
werden. Diesen Herausforderungen
stellt sich Gerhard Nüssler, Chef­
Gerhard Nüssler
ist Chefdesigner Siemens Electroge­
räte GmbH. Der gebürtige Wies­
badener wurde seit 1996 mit
zahlreichen nationalen und inter­
nationalen Design-Awards aus­
gezeichnet.
designer Siemens Electrogeräte, jeden
Tag aufs Neue.
Herr Nüssler, Siemens hat Anfang des Jahres
ein neues Induktionskochfeld auf den Markt
gebracht. Was hat Sie als Chefdesigner zu dieser Entwicklung inspiriert?
Unser Ziel als Designabteilung war, gemein­
sam mit der Entwicklungsabteilung das
Koch­erlebnis zu steigern. Bei Kommunikati­
onsgeräten, wie beispielsweise Smart­
phones, ist eine intuitive Bedienung ja mitt­
lerweile selbstverständlich. Dass sie für Kü­
chengeräte ebenfalls Sinn macht, möchten
wir mit unserer Innovation zeigen. Der Kern
dieser Erfindung ist eine neuartige
Vollflächen­
induktions-Kochstelle, die sich
dank moderner Bildschirmtechnologie mit
den Fingerkuppen steuern lässt. Zudem kann
der Anwender die gesamte Fläche der Glas­
keramik nutzen. Schiebt man die Töpfe wei­
ter, wandert die Herdplatte sozusagen mit,
und die neue Position wird im Bedienfeld an­
gezeigt.
Die Technik verschwindet in den Hintergrund,
und der Mensch rückt in den Mittelpunkt?
Ja, das ist eine wesentliche Idee dahinter. Der
komplette Markt ist jahrelang mit Herden
um das gleiche Thema gekreist. Es ging im­
mer um kreisförmige Kochflächen. Aus die­
sem Schema herauszukommen eröffnet eine
neue Welt und eine neue Optik in der Küche.
Hat sich das bisher niemand getraut – oder ist
es an der Technologie gescheitert?
Das ist eine technische Herausforderung.
Und ich bin relativ sicher, dass unsere Mitbe­
werber versuchen werden, das zu kopieren.
Die eine Herausforderung ist die Induktion,
die andere die Frage der Bedienbarkeit – und
hier kommt das Design ins Spiel. So nutzen
wir, weil wir mit einem TFT-Display arbeiten,
eine transparente Keramik. Diese eröffnet
wiederum in der Fläche ganz neue Gestal­
tungsmöglichkeiten.
Was kommt zuerst – die Technologie oder das
Design?
Das geht Hand in Hand. Wenn wir solche In­
novationen entwickeln, müssen wir uns par­
allel abstimmen, denn das eine ist ohne das
andere bei einem solchen Qualitäts- und
Markenprodukt nicht denkbar. Wobei der Im­
puls von der Entwicklungsabteilung ausging,
mit kleineren Induktoren neue Möglich­
keiten zu eröffnen. Die neue Bediensystema­
tik haben wir aus dem Design heraus erarbei­
tet. So ist daraus ein neues Produkt entstan­
den.
Was ist der konkrete Vorteil für den Koch zu
Hause?
Ich vergleiche das immer gern mit dem alten
Kohleherd in der Küche. Das Faszinierende
ist, dass wir eine alte Erfahrung aus der Kü­
che mit einer modernen Technologie verbin­
den. Im alten Kohleherd haben Sie Feuer ge­
macht und hatten eine Oberfläche, auf der
man überall einen Topf platzieren konnte. In
der Mitte, wo das Feuer loderte, war es am
heißesten. Außen, zum Rand hin, war es ent­
sprechend kühler. Im Grunde kehren wir
dorthin zurück, allerdings natürlich auf
einem anderen technischen Niveau. Wir kön­
nen wieder die ganze Fläche nutzen, aber
heute mit Hilfe von Displays und einfachster
Bedienung, die wir von Smartphones und
­Tablet-PCs kennen.
>
Hochschul­
kooperation
Seit Beginn der Elektrifizierung hat
sich der formale Aufbau eines Her­
des kaum verändert – ebenso wenig
wie der vieler anderer Hausgeräte.
Warum das so ist, warum sich gänz­
lich andere Ansätze nur schwer
durchsetzen, und wie dennoch
neues Hausgeräte-Design möglich
ist, damit hat sich eine Kooperation
der Hochschule Coburg mit dem De­
signteam von Siemens beschäftigt.
Fünf Studentinnen und Studenten
hatten am Lehrstuhl von Prof. Peter
Raab, Hochschule für angewandte
Wissenschaften in Coburg, die Mög­
lichkeit, am Projekt „Home Heroes:
Archetypen im Haushalt“ teilzuneh­
men.
Weitere Informationen über das
Projekt finden Sie hier:
ÆÆIm Internet
Der Blick über den Tellerrand ist also auch in
Ihrer Branche hilfreich.
Natürlich. Wir haben seit einigen Jahren
durch die Entwicklung bei Smartphones oder
Tablet-PCs bei unseren Kunden eine ganz an­
dere Wahrnehmung von intuitiver Bedie­
nung – also mehr Erfahrung, aber auch hö­
here Erwartungen. Der Drehknopf am Herd
gehört zur Welt, wie sie ist. Unsere neue
Kochstelle öffnet die Tür in eine neue Welt.
Die Küchen sahen vor 50 Jahren eigentlich
schon genauso aus wie heute. Ein Zeichen für
mangelnde Innovationskraft der Branche?
Wir haben an unserem Fabrikstandort in
Traunreut ein Museum, an dem mit dem
„Protos“ ein Siemens-Standherd von 1936
steht – mit einem Backrohr, Blende mit Knöp­
fen und oben vier Kochzonen. Das zeigt, dass
sich die Struktur von Hausgeräten seitdem
nicht wesentlich geändert hat. Aber das De­
sign hat diese Geräte immer wieder in die je­
weilige Zeit geholt, mit neuen Materialien,
Farben, Oberflächen oder Formen. Zusam­
men mit der Technik entstehen neue Geräte
– wenn auch das Grundschema des Hausge­
rätes auf den ersten Blick erscheint wie frü­
her.
Was ist wichtiger für eine Innovation: schickes
Design oder höchste Funktionalität?
Es ist immer eine Herausforderung beides
zusammenzubringen. Dennoch ist gerade für
das Siemens-Design das eine ohne das ande­
re nicht denkbar. Uns geht es ja auch nicht
15
Ausgabe 3/2012
Anzeige
darum, Dinge einfach nur toll aussehen zu
lassen. Design ist oft rein formal getrieben,
aber das gilt nicht für das Design unserer
Hausgeräte.
Das iPhone zum Beispiel zeigt ja, dass wenig
Design nicht unbedingt schlecht sein muss.
In der Tat. Minimalistisches Design hat hier
zu großem Erfolg geführt, weil sich das Gerät
weniger über die Produktgestaltung als über
Content definiert. Wenn Apple könnte, wür­
de man dort das Gerät wahrscheinlich auf
eine schwarze Glasplatte reduzieren. Wir de­
finieren unser Design zwar auch aus der
Technik heraus. Aber es muss der Marke ein
Gesicht geben. Unsere Geräte sollen auch oh­
ne den Markennamen als ein Produkt aus
unserem Haus erkennbar sein. Dabei arbei­
ten wir im Design stets mit einem evolutio­
nären Gestaltungsansatz, ohne große Brüche
zu generieren. Wir setzen immer wieder auf
bestehendes Design auf und entwickeln es
konsequent weiter. Bei Autos, Möbeln oder
Kleidung gibt es oft stärkere und von mo­
dischen Trends beeinflusste Designsprünge.
Wir setzen eher auf nachhaltige, dauerhafte
Trends. Wer ein Siemens-Hausgerät kauft, er­
wartet, dass es nicht nur technisch 10 bis 15
Jahre aktuell ist, sondern auch optisch. Ich
würde das „Nachhaltigkeit durch Design“
nennen.
Weil die Kunden das wünschen?
Ja, aber auch weil die Welt, in der wir leben,
das erfordert. Neulich habe ich auf einer >
»Die weltweite Nachfrage nach
Kraftfahrzeugen wird eine Million
nicht überschreiten –
allein schon aus Mangel an
verfügbaren Chauffeuren.«
Aus einer Marktforschungsstudie
von Daimler, 1901
Mit zunehmender Komplexität und Ungewissheit
nehmen auch Anzahl und Konsequenzen von
Fehlprognosen zu. Die Zukunft lässt sich nicht
mehr exakt prognostizieren. Statt dessen müssen
Unternehmen mehrere Alternativen vorausdenken
und als Zukunftsszenarien beschreiben.
Das Szenario-ManagementTM ist ein vielfach
erfolgreich angewendeter Weg, wie solche
Szenarien systematisch entwickelt und
zielgerichtet genutzt werden. Damit können
Unternehmen Chancen und Gefahren frühzeitig
erkennen, ihre Strategien zukunftsrobust
gestalten und ihren Wettbewerbern den
entscheidenden Schritt voraus sein.
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Zukunftsmanager n Strategie & Kultur
Zukunftsmanager n Strategie & Kultur
Ausgabe 3/2012
16
Küchenmesse gesehen, welch enorme Viel­
falt es gibt. Die Trends, die früher nacheinan­
der herauskamen, existieren mittlerweile al­
le nebeneinander. Deshalb bleiben wir redu­
ziert auf das Wesentliche, um in diese Vielfalt
hineinzupassen und dem Wandel Konstanz
entgegenzusetzen.
Sie binden die Kunden in Tests ein, bevor Sie
Produkte auf den Markt geben. Funktioniert
das immer?
Die Wahrscheinlichkeit ist schon sehr hoch,
weil die Tests sehr umfangreich sind und wir
eine hohe Testfrequenz haben. Aber natür­
lich, wir hatten auch schon Produkte, von de­
nen unsere Testnutzer durch die Bank hellauf
begeistert waren, die aber im Markt durch­
gefallen sind. Ein gewisses Restrisiko ist mit
Innovationen natürlich immer verbunden –
auch wenn Sie noch so bemüht sind, das vor­
her auszuschließen.
Herd, Ess- und Kommunikationstisch in einem:
Auf diesem Tisch kann
auch gekocht werden.
Wie groß ist die Gefahr beim Design neuer
Produkte, dass Technologien nur um ihrer
selbst willen entwickelt und vom Kunden
möglicherweise gar nicht gebraucht werden?
Man muss im Innovationsprozess immer die
Frage im Blick behalten, was wirklich sinnvoll
ist und dem Kunden einen Mehrwert liefert.
Das ist zum Beispiel bei uns im Bereich „Con­
nectivity“ derzeit ein großes Thema. Wir stel­
len uns die Frage, wie Informations- und
Kommunikationstechnologien auch im
­Bereich Hausgeräte zusätzlichen Nutzen bie­
ten können, den wir bisher nicht kann­ >
Zukunftsmanager n Strategie & Kultur
Mehr Informationen
Weitere Informationen zur Vollflä­
cheninduktions-Kochstelle von Sie­
mens finden Sie hier:
ÆÆIm Internet
ten. Eine Möglichkeit wäre, ein Kochfeld von
unterwegs zu steuern. Aber hilft das den Leu­
ten? Ich denke nicht, mal davon abgesehen,
dass man das aufgrund von Sicherheitsbe­
stimmung gar nicht dürfte. Die Kontrollfunk­
tion, also unterwegs zu schauen, ob das
Kochfeld ausgeschaltet ist, kann hier aber
durchaus hilfreich sein. Eine Innovation muss
Nutzen stiften. Wie zum Beispiel unsere Idee,
Fotos aus dem Innenleben von Kühlschrän­
ken auf Smartphones zu senden.
Was soll das bringen?
Jeder kennt die Situation: Man geht einkau­
fen, ohne genau zu wissen, was eigentlich
noch im Kühlschrank ist. Wir hatten folgende
Idee, die auch bereits entwickelt wurde: Im­
mer wenn der Kühlschrank geschlossen wird,
macht er ein Foto und sendet dieses an ein
ausgewähltes Smartphone. So kann man
sich beim Einkauf daran orientieren und
weiß, was derzeit tatsächlich im Kühlschrank
liegt.
Sie kooperieren bei Ihren Entwicklungen auch
mit Hochschulen. Welche Idee steckt dahinter?
Wir wollen, dass Studenten mal über den Tel­
lerrand hinausblicken können, zuletzt haben
wir mit einer Hochschule am Thema „Arche­
typen im Haushalt“ gearbeitet. Die Vorschlä­
ge haben sich in völlig verschiedene Rich­
tungen bewegt, zugleich zurück in die Histo­
rie wie vorwärts in die Zukunft. Wir bekom­
men auf diese Weise Impulse von einer Ge­
neration, die sich vorher in den meisten >
17
Ausgabe 3/2012
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Arbeitsumfeld bei Vodafone
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Zukunftsmanager n Strategie & Kultur
Ausgabe 3/2012
Fällen noch nicht so intensiv mit Hausgerä­
ten beschäftigt hat.
Entstehen konkrete Innovationen daraus?
Das ist gar nicht unser Ziel. Und damit wür­
den wir die Studenten auch überfordern. Un­
ser Fokus liegt vielmehr darauf, Studenten
eine Bühne zu geben und selbst eine Vorstel­
lung zu bekommen, welche Themen diese
Generation bewegen.
Feste Kochzonen waren
einmal: In Zukunft wandert das Kochfeld dort-
hin, wo das Geschirr ist.
Und wohin entwickelt sich das Design von
Hausgeräten?
Im Moment treibt uns am meisten die Ent­
wicklung neuer, grafischer Benutzeroberflä­
chen um. Dabei gilt es, zum Beispiel die Frage
der Lebensdauer zu lösen – ein Hausgerät
wird oft 10, 15 oder mehr Jahre genutzt. Das
stellt hohe Ansprüche an die Geräte. Ein Dis­
play in einem Backofen mit entsprechender
Hitze muss zum Beispiel viel aushalten.
Hängt das Design auch von regionalen Ansprüchen ab?
Grundsätzlich ist unser Designansatz global
ausgelegt, weil die Ansprüche an unsere Ge­
räte europaweit und auch annähernd welt­
weit die gleichen sind. China ist ein Sonder­
fall, weil es dort Geräte gibt, die man hier gar
nicht kennt. Und umgekehrt. Eine Spülma­
schine ist in China praktisch nicht bekannt –
dort wird das Geschirr von Hand gespült und
danach in einen sogenannten Sterilizer ein­
sortiert, wo Restkeime durch eine Ozonatmo­
sphäre abgetötet werden. Das heißt, es gibt
18
dort ein spezifisches Produkt für einen spezi­
ellen Markt, das dann natürlich aber auch
unseren Designanforderungen entsprechen
muss.
Was inspiriert Sie?
Inspiration kann aus allem entstehen, beim
Wandern in den Bergen, beim Kochen und
natürlich auch aus stark designgetriebenen
Bereichen wie Multimedia und Automo­
bildesign – oder durch Zufall: Manchmal
muss man querdenken, um auf Ideen zu
kommen. Die ungewöhnlichsten Wege füh­
ren dabei häufig zu den interessantesten Er­
gebnissen.<
Das Gespräch führte Daniel Schleidt.
d.schleidt@zukunftsmanager-magazin.de
Anzeigen
Zukunftsmanager n Ausgabe 3/2012 19
UNTERNEHMERGIPFEL HANNOVER 2012
13. September 2012
Hannover
IT-SIcherheIT für KMU
tner
r
a
P
t
z
Jet rden!
we itz@
5. Juni 2012 – Darmstadt
 Trends und aktuelle Gefahren
 IT-Sicherheit in der cloud
 Sicherheit bei Mobile Devices
6. INNOVATION–UNTERNEHMERGIPFEL
chw
t.krus titut.de
faz-ins
Mobile Lösungen und die zunehmende Verlagerung der IT-Infrastruktur in die
cloud ermöglichen Unternehmen flexibler, günstiger und schneller zu arbeiten.
Mit den neuen Möglichkeiten steigen aber auch die Sicherheitsanforderungen an
Unternehmen. Nicht nur die Datenschutzskandale bei großen Unternehmen in
der letzten Zeit haben gezeigt, dass die neue flexibilität ein gewisses risiko mit
sich bringt. Umso wichtiger ist es daher für Unternehmen, sich mit dem Thema
IT-Sicherheit auseinander zu setzen.
Bei der Veranstaltung geben experten des fraunhofer SIT einen überblick über die aktuelle Gefährdungslage und zeigen wie Unternehmen
den risiken begegnen können. Die Veranstaltung legt dabei einen besonderen Schwerpunkt auf die Themen IT-Sicherheit in den Bereichen
„Mobile“ und „cloud“. Diskutieren Sie mit.
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Mitveranstalter:
Platinpartner:
Regional-/
Systempartner:
Initiator:
Hauptmedienpartner:
Medienpartner:
www.innovationsgipfel.de
Begrüßung durch den
Ministerpräsidenten des
Landes Niedersachsen
3 Etappen
10 Innovationsforen
50 Referenten
500 Teilnehmer
Zukunftsmanager n Strategie & Kultur
Ausgabe 3/2012
Serie: Die Zukunft der Wertschöpfung in Deutschland | Teil 2: Klima und Energie
20
Serie
Neue Netze: Erneuerbare
Energien erfordern einen
Umbau des gesamten
Energienetzes.
Im Energierausch
Von Bert Beyers und Holger Glockner
Der Klimawandel und eine Ver­
knappung strategischer Ressourcen
machen ein Umdenken im Energiebereich notwendig. Die Weltbevölke-
rung steigt von derzeit 7 auf 9 bis 10
Milliarden im Jahr 2050. Hinzu
kommt, dass die Schwellen- und Entwicklungsländer wirtschaftlich auf-
schließen. Die Nach­frage nach Energie zieht weiter an – und erfordert
neue Lösungsansätze. Der „Zukunftsmanager“ zeigt die wichtigsten Entwicklungslinien.
Zwei Welten
Die USA sind in einem neuen Energierausch.
Mittlerweile wird wieder so viel Erdgas pro­
duziert, dass dem Land die Lagerkapazitäten
ausgehen. Kleine und mittlere Unternehmen
entpuppen sich dabei als große Pioniere, die
mit neuen Fördertechniken Gas aus Schiefer­
gestein pressen, indem sie mit hohem Druck
Risse in die geologischen Formationen trei­
ben, was in der Fachsprache als „Fracking“
bezeichnet wird. Gas- und Ölvorkommen, die
lange als unerreichbar galten, werden mit­
tels der neuen Technik nun marktfähig. Da­
durch ist der Gaspreis in den USA bereits auf
ein historisches Tief gefallen. Gleichzeitig
produzieren die Vereinigten Staaten in zu­
nehmendem Maße Öl. Das Land könnte bald
wieder so viel Öl fördern wie Anfang der sieb­
ziger Jahre. Unter diesen Umständen haben
regenerative Energien in den Vereinigten
Staaten derzeit kaum eine Chance. Das ande­
re Extrem in der Energiepolitik verkörpert
Deutschland. Nach dem Atomunfall in Fuku­
shima vor gut einem Jahr definierte Bundes­
kanzlerin Angela Merkel die deutsche Ener­
giepolitik neu. Als erstes Industrieland ver­
ordnete sich Deutschland eine grüne Revolu­
tion. Die Eckpunkte der Energiewende sind
mehr als ambitioniert: Ausstieg aus der Kern­
energie bis 2022. Bis 2020 soll der Anteil von
regenerativ erzeugter Energie am Stromver­
brauch mindestens 35 Prozent betragen. Au­
ßerdem soll der Ausstoß von Treibhausgasen
im Vergleich zu 1990 bis 2020 um 40 und bis
2050 um 80 Prozent gesenkt werden. Wäh­
rend die Entwicklung in den USA technikge­
trieben ist, steht hinter der deutschen Ener­
giewende eine politische Entscheidung.
Dezentrale Energieversorgung
Wo Licht ist, ist auch Schatten. Das zeigt ein
Blick auf die deutsche Energiewende. Ein
zentrales Problem ist der Umbau der Ener­
gienetze. Große Kraftwerke, ob kohle-, öloder atomgetrieben, erfordern eine zentral
organisierte Infrastruktur. Kommt die >
Zukunftsmanager n Strategie & Kultur
­ nergie in Zukunft vermehrt von Windkraft­
E
werken, Solarpanelen oder Biogasanlagen,
sind vollkommen andere Netze notwendig.
Die Windsparte von Siemens zum Beispiel
schreibt derzeit rote Zahlen, weil die Off­
shore-Windparks nicht planmäßig ange­
schlossen werden können. Allein der zukünf­
tige Nord-Süd-Transport von Strom erfordert
hohe Investitionen.
Gleichzeitig verschieben sich die Branchen­
strukturen. Die Deutsche Telekom zum Bei­
spiel steigt ins Energiegeschäft ein. Zusam­
men mit Herstellern von Blockheizkraftwer­
ken bietet der Bonner Konzern ein Komplett­
paket für Immobilienbesitzer an. Die Telekom
übernimmt dabei den Einbau und die War­
tung der Mikrokraftwerke im Keller, dazu bie­
tet sie eine Fernsteuerung über ein entspre­
chendes Webportal an. Aus dem Verbund ent­
steht ein virtuelles Kraftwerk, künftige
Schwankungen im Stromnetz können so bes­
ser ausgeglichen werden.
Durch die dezentrale Energieerzeugung
drängen neue Anbieter auf den Markt: Pri­
vatleute, Gemeinschaften und Stadtwerke.
Auch Handwerk und Mittelstand werden vo­
raussichtlich gewinnen, insbesondere von
der Installation und Wartung der Anlagen
sowie bei der Wärmedämmung.
Auf der Schattenseite der Energiewende
steht die deutsche Solarindustrie. Rund um
Bitterfeld-Wolfen ist nach der Wende ein >
Ausgabe 3/2012
21
Anzeige
Zukunftsmanager n Strategie & Kultur
deutsches Solar Valley entstanden. In den
vergangenen Jahren haben chinesische Pro­
duzenten jedoch aufgeholt und billige Solar­
zellen auf den Markt geworfen. Tausende Ar­
beitsplätze im konjunkturschwächeren Os­
ten sind wieder verschwunden. Die Insolvenz
der Fima Q-Cells war ein Schlag ins Kontor.
Damit einher geht die Vernichtung von For­
schungs- und Wissenschaftskompetenzen,
die mit großen Summen aus öffentlicher
Hand geschaffen worden waren. Der Absturz
der Solarbranche wird kein Einzelfall bleiben.
Seit 2011 ist China Weltmeister im Bau von
Windrädern. Noch sind die chinesischen An­
lagen technisch nicht ausgereift. Aber das ist
nur eine Frage der Zeit.
Noch nicht gelöst: Das
Problem des Klimawan-
dels muss verstärkt angegangen werden.
Die Energiewende in Deutschland ist be­
schlossen, die Akzeptanz in der Bevölkerung
hoch. Doch letztlich geht es um den Ausbau
intelligenter Stromnetze mit ausreichenden
Speicherkapazitäten und flexibler Bedarfs­
steuerung sowie Effizienzsteigerungen. Und
zwar auf beiden Seiten: bei der Energieer­
Ausgabe 3/2012
zeugung wie beim -verbrauch. Im Gebäude­
bereich, bei der Dämmung und der Heiztech­
nik gibt es noch erhebliche Potentiale. Ge­
lingt die Verschiebung von zentral organi­
sierten Strukturen mit großen Kraftwerken
hin zu einer dezentralen Stromerzeugung in
kleinteiligen Netzen, ändern sich auch die
Wettbewerbsbedingungen. Die traditio­
nellen Geschäftsmodelle der großen Ener­
gieversorger geraten unter Druck. Sie müs­
sen sich auf das veränderte Wettbe­
werbsumfeld einstellen. Eine Koordination
der vielen Bausteine der Energiewende
scheint dringend erforderlich.
Weil die Energiewende politisch gewollt ist,
kommt es entscheidend auf die Rahmenbe­
dingungen an. Das gilt für Unternehmen
ebenso wie für Investoren und Privathaus­
halte. Der Rahmen müsste jedoch über
Deutschland hinausweisen und EU-weit ver­
gleichbare Bedingungen schaffen. Es gilt,
ene­
rgie- und klimapolitische Instrumente
aufeinander abzustimmen, damit die Wett­
22
bewerbsfähigkeit der Marktteilnehmer er­
halten bleibt.
Kampf um neue Rohstoff- und
Energiequellen
Der neue Gasboom in den USA hat auf Euro­
pa nur geringe Auswirkungen. Während der
Ölmarkt nämlich längst global aufgestellt
ist, existieren für Gas regional und kontinen­
tal organisierte Märkte. Denn während der
Transport von Öl über die Weltmeere schon
lange kein Problem mehr darstellt, ist Gas
noch stark an Pipelines und Netze gebunden.
Anders als die USA kann sich Europa nur in
geringem Maß aus eigenen Gasvorkommen
bedienen. Deutschland ist und bleibt eine
rohstoffarme Industrienation, das gilt vor
allem für die fossilen Energieträger Öl und
Gas.
Der globale Transformationsprozess schreibt
für die Energieversorgung nun die geopoli­
tische Landkarte neu. Beispielsweise liegen
große Teile der Erdgasvorkommen am Kas­
pischen Meer. In dieser Region wird China
Russland vermehrt Konkurrenz machen. In
Afrika prallen chinesische und europäische
Interessen, die reichhaltigen Rohstoff- und
Energiequellen zu nutzen, weiter aufeinan­
der. Strategische Rohstoffe sind dabei ein
wichtiges Thema. Die Auseinanderset­
zungen um chinesische Exportbeschrän­
kungen für seltene Erden, die für die Steue­
rung elektronischer Geräte benötigt wer­
den, sind nur ein Vorgeschmack. Han­ >
Zukunftsmanager n Strategie & Kultur
Mehr Informationen
Das Konzept der Energiewende der
Bundesregierung finden Sie hier:
ÆÆIm Internet
Die Studie „Deutschland 2030.
Zukunftsperspektiven der Wert­
schöpfung“:
ÆÆIm Internet
Das Hauptgutachten des Wissen­
schaftlichen Beirats der Bundesre­
gierung Globale Umweltverände­
rungen finden Sie hier:
ÆÆIm Internet
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delsbeschränkungen weiten sich aus. Die
politische Koordination auf internationaler
Ebene wird nicht einfacher, aber umso wich­
tiger im globalen Wettlauf um strategische
Ressourcen.
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Nachhaltiges Wachstum
Der neue Gas- und Ölboom in den USA ver­
schiebt das Problem in die Zukunft. Die För­
derung fossiler Energieträger – sei es durch
Fracking oder durch Tiefseebohrungen – wird
tendenziell teurer und risikoreicher. Derweil
steigt die Nachfrage nach Energie weiter,
und das Klimaproblem bleibt ungelöst. Wenn
das Weltenergiesystem also langfristig de­
karbonisiert werden muss und wenn Knapp­
heiten bei Rohstoffen eine ressourcenscho­
nende Ökonomie verlangen, dann wird kein
Wirtschaftszweig sich dem entziehen kön­
nen. Nicht nur ökologische, auch soziale An­
forderungen, dazu Innovationen auf tech­
nischem wie gesellschaftlichem Gebiet, brin­
gen den Prozess voran. Zug um Zug setzt sich
das Thema Nachhaltigkeit in allen Märkten
durch, wodurch sich traditionelle Branchen­
grenzen verwischen und neue Wertschöp­
fungscluster entstehen. Auch in Unterneh­
men werden Instrumente wichtiger, die der
Nachhaltigkeit Rechnung tragen. Dazu zählt
eine Betrachtung der Produkte von der Wie­
ge bis zur Bahre: von der Entnahme aus der
Natur über die Produktion und den Konsum
bis hin zur Entsorgung. Die Steigerung dieses
Ansatzes ist eine intelligente Produktion von
der Wiege bis zur Wiege (Cradle-to-­ >
23
Ausgabe 3/2012
HUMAN EXPERT
RESOURCE
Wir haben die Spezialisten, die Sie suchen.
hays.de
Zukunftsmanager n Strategie & Kultur
Cradle): Energie und Stoffkreisläufe werden
dabei geschlossen. Will man Rohstoffe in
Kreisläufe führen, ist ein Redesign vieler Pro­
dukte jedoch unabdingbar: Wieder- und Wei­
terverwendung müssen von Anfang an be­
rücksichtigt werden. Zukunftsfähige Innova­
tionen werden so zum zentralen Wachstum­
streiber.
Klima
Die Welt ist hinsichtlich der Energie- und Kli­
mafrage in einer schwierigen Situation. Das
rasche globale Bevölkerungswachstum und
der zunehmende Wohlstand einer Mittel­
schicht in bevölkerungsreichen Schwellen­
ländern spielen hier zusammen. Nach wie
vor hängt die globale Wertschöpfung über­
wiegend an fossil gewonnener Energie. Ein
Anstieg der mittleren Temperatur auf der Er­
de um etwa 2 Grad Celsius ist nach aktuellen
Experteneinschätzungen nicht mehr zu ver­
hindern.
Serie
Bisher
erschienen
Lesen Sie auch den
bereits erschienenen ersten Teil
der Serie „Die Zukunft der Wert­
schöpfung in Deutschland“ zum
Thema „Mobilität“.
ÆÆIm „Zukunftsmanager“
Ausgabe 2/2012
Der Wissenschaftliche Beirat Globale Um­
weltveränderungen (WBGU) leitet aus dem
Zwei-Grad-Ziel eine Restmenge zulässiger
Emissionen ab. Danach darf die Menschheit
bis zur Mitte des Jahrhunderts höchstens
noch 750 Milliarden Tonnen Kohlendioxid
freisetzen. Sollte das gelingen, liegt die
Wahrscheinlichkeit, unter der Zwei-GradGrenze zu bleiben, trotzdem nur bei 66 Pro­
zent. Die Meinungen darüber, wie das Ziel
erreicht werden kann, gehen auseinander.
Der WBGU plädiert für einen „Gesellschafts­
Ausgabe 3/2012
vertrag für eine große Transformation“. Ziele
sind eine weit gehende Dekarbonisierung
der globalen Energiesysteme und eine große
Transformation „innerhalb der planeta­
rischen Leitplanken der Nachhaltigkeit“. Die
Weichen dafür müssten innerhalb dieses
Jahrzehnts gestellt werden.
Energie im 21. Jahrhundert
Die Schwierigkeiten auf diesem Weg sind gar
nicht zu unterschätzen. Der Schlüssel zur Lö­
sung ist die Innovation. In Zukunft werden
wir nicht nur Offshore-Windparks erleben,
sondern auch vollautomatische Solarkraft­
werke – sogenannte Solar Islands – in den
Weiten der Ozeane, die die gewonnene Ener­
gie in Wasserstofftanks speichern. Tanker
bringen den Treibstoff an Land. In einer wei­
teren Entwicklungsstufe könnten die Solar
Islands bei aufziehenden Orkanen zum
Schutz unter die Wasseroberfläche tauchen,
um nach dem Sturm ihre Dienste wieder
aufzunehmen.
Ein anderes großes Energiepotential ist dem
Zeitgeist noch relativ fremd. Im Inneren un­
seres Erdkörpers sind unvorstellbare Men­
gen Energie gespeichert. Die Temperatur des
Erdkerns beträgt deutlich mehr als 5.000
Grad Celsius, 99 Prozent des Planeten sind
heißer als 1.000 Grad. Sollte es gelingen, die­
se gewaltigen Potentiale mittels Tiefengeo­
thermie zu erschließen, wäre die energe­
tische Versorgung der menschlichen Zivilisa­
tion über Jahrtausende gesichert. Nicht die
24
technische Innovation allein wird den Durch­
bruch bringen, sondern vor allem eine gesell­
schaftliche. Dabei geht es um die Frage, wie
man Allmenden – eine gemeinsam genutzte
landwirtschaftliche Fläche, Fischgründe oder
auch die Atmosphäre als Senke für Treib­
hausgase – zukunftsfähig managt. Darum
geht es auch in den supranationalen Klima­
verhandlungen.
Energie ist ein Schlüsselthema, das zeigt ein
Blick in die Geschichte. Die Nahrungsproduk­
tion, die Versorgung mit Wasser, Wohnen,
Heizen, Mobilität, die gesamte Frage einer
nachhaltigen Entwicklung im 21. Jahrhundert
hängen an einer zentralen Voraussetzung:
viel, umweltfreundlich und preiswert er­
zeugte Energie.<
Bert Beyers
ist Journalist und Autor.
mail@bertbeyers.de
Holger Glockner
ist Mitglied der
Geschäftsleitung bei
Z_punkt.
glockner@z-punkt.de
Zukunftsmanager n Strategie & Kultur
Ausgabe 3/2012
25
Zehnmal Zukunft
Das Bundesministerium für Bildung
und Forschung hat zehn Zu-
kunftsprojekte formuliert, die
­Lösungen für globale Herausforde-
rungen wie den Klimawandel, die demographische Entwicklung, die Verbreitung von Volkskrankheiten, die
Sicherstellung der Welternährung
und die Endlichkeit der fossilen Roh-
stoff- und Energiequellen entwickeln
sollen. Der „­ Zukunftsmanager“ stellt
sie vor.
Die CO2-neutrale, energieeffiziente
und klimaangepasste Stadt
Gesund essen: Der Bund
setzt auf Prävention, um
Volkskrankheiten einzudämmen.
Der Energie- und Ressourcenverbrauch in
Deutschland konzentriert sich überwiegend
auf die Städte. Städte und urbane Lebensräu­
me nehmen daher in der Bewältigung der
großen Herausforderungen des 21. Jahrhun­
derts eine Schlüsselfunktion ein. Eine CO2neutrale, energieeffiziente und klimaange­
passte Stadt kann Realität werden, wenn
gleichzeitig die energetische Modernisierung
von Gebäuden und Produktionsanlagen, die
zukunftsfähige Gestaltung einer nachhal­
tigen Mobilität sowie der Ausbau intelli­
genter Energienetze vorangetrieben werden.
Die Hightech-Strategie greift die bereits vor­
handenen innovations- und forschungspoli­
tischen Initiativen der zuständigen Ressorts
auf und führt verschiedene Pfade zusam­
men. So sollen wichtige Erkenntnisse der For­
schung im Praxistest frühzeitig ihre Wirk­
samkeit unter Beweis stellen. Umgekehrt
sollen Herausforderungen, die in der Praxis
auftauchen, zurück in die Forschung geleitet
werden.
Budget: bis zu 560 Millionen Euro
Intelligenter Umbau der
Energieversorgung
Der Ausstieg aus der Kernenergie und das da­
mit angebrochene Zeitalter der erneuer­
baren Energien ziehen ambitionierte Aufga­
ben nach sich, für deren Lösung eine enge
Zusammenarbeit zwischen Politik, Wirt­
schaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft er­
forderlich ist. Insbesondere die Wissenschaft
ist gefragt, zügig die notwendigen Funda­
mente zu legen und die technologischen
Durchbrüche zu erzielen, um die Energiever­
sorgung Deutschlands nachhaltig sicherzu­
stellen. Mit ihrem 6. Energieforschungspro­
gramm hat die Bundesregierung 2011 den
Fahrplan für dieses Zukunftsprojekt skizziert.
Das Zukunftsprojekt vereint drei ressortüber­
greifende Forschungsinitiativen. Die erste In­
itiative „Energiespeicher“ wurde bereits auf
den Weg gebracht. Zwei weitere Initiativen
zu den Themen „Netze“ und „Solares Bauen/
Energieeffiziente Stadt“ werden folgen. Die
Arbeitsgruppe „Neue Technologien“ der
Plattform „Zukunftsfähige Netze“ soll zudem
konkrete Empfehlungen für die Setzung von
Prioritäten in Forschung und Entwicklung ge­
ben.
Budget: bis zu 3,7 Milliarden Euro
Nachwachsende Rohstoffe als
Alternative zum Öl
Nachwachsende Rohstoffe, die sich sowohl
energetisch als auch materiell nutzen lassen,
bieten eine vielversprechende Alternative
zum Erdöl und anderen fossilen Brennstoffen
wie Kohle und Gas. Ihr Potential zu erfor­
schen und zu erschließen ist die Aufgabe die­
ses Zukunftsprojekts. Es verfolgt zwei große
Ziele: Zum einen will es die Nutzung von Bio­
masse steigern, ohne damit in Konkurrenz
zur Nahrungsmittelproduktion zu treten.
Zum anderen will es in Analogie zu heutigen
Erdölraffinerien neue Prozesse zur vollstän­
digen Nutzung von Biomasse etablieren: Bio­
raffinerien sollen künftig in der Lage sein, >
Zukunftsmanager n Strategie & Kultur
Ausgabe 3/2012
Bio­masse in Energieträger wie beispielswei­
se Ethanol und in Bausteine für Chemikalien
und Kunststoffe zu verwandeln. Pilotanlagen
für solche Bioraffinerien sollen im Sommer
2012 vom Chemisch-Biologischen Prozess­
zentrum (CBP) in Leuna und von der Firma
Südchemie in Straubing in Betrieb genom­
men werden.
Budget: bis zu 570 Millionen Euro
Krankheiten besser therapieren mit
individualisierter Medizin
Die moderne Molekularbiologie hat die Ge­
sundheitsforschung beflügelt und eröffnet
neue Perspektiven für die Medizin. Sie zielt
unter anderem darauf ab, diagnostische
Marker zu bestimmen, die es erlauben,
Krankheitsrisiken abzuschätzen, den
Erfolg von Therapien vorherzusagen
und deren Verlauf zu kontrollieren.
Die Identifizierung und Validie­
rung solcher Biomarker stellt
Einige der zehn Projekte
widmen sich der Frage,
wie die Welt nachhaltiger wird.
einen Fokus einer individualisierten Medizin
dar. In erster Linie unterstützt die Bundesre­
gierung Forschungsvorhaben, die tragfähige
Brücken schlagen zwischen grundlagenori­
entierter, klinischer Forschung und Anwen­
dung in der Praxis. Sie setzt deshalb bevor­
zugt auf Projekte, die von Akteuren aus Wis­
senschaft, klinischer Versorgung und Unter­
nehmen gemeinsam erarbeitet und durchge­
führt werden.
Budget: bis zu 370 Millionen Euro
Mehr Gesundheit durch gezielte
Prävention und Ernährung
Die Bundesregierung wird im Rahmen des
Zukunftsprojekts im Herbst 2012 einen „Akti­
onsplan Präventions- und Ernährungsfor­
schung“ vorlegen, der den Handlungsbedarf
darstellt und auch auf Schnittstellen eingeht.
Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und
Krebs zählen zu den Volkskrankheiten, für
deren Entstehung dem Bewegungs- und Er­
nährungsverhalten sowie weiteren Lebens­
stilfaktoren ein maßgeblicher Anteil zuge­
schrieben wird. Die epidemiologische Daten­
basis für diese Hypothese ist aber schmal.
Hier soll durch die bisher größte Bevölke­
rungsstudie Deutschlands Abhilfe geschaf­
fen werden. Sie wird mehr als 200.000 Men­
schen umfassen, deren Lebensgewohnheiten
und gesundheitliches Befinden regelmäßig
und langfristig verfolgt werden, um verläss­
liche Ansatzpunkte für Früherkennung und
Prävention zu entdecken.
Budget: bis zu 90 Millionen Euro
26
Auch im Alter ein selbstbestimmtes
Leben führen
Welche Ursachen und Konsequenzen hat der
demographische Wandel in Deutschland,
und wie prägt er die Lebensrealität älterer
Menschen und ihre Rolle in der Gesellschaft?
Das sind die Grundsatzfragen eines der For­
schungsfelder dieses Zukunftsprojekts, zu
dem die Berliner Altersstudie II und der Deut­
sche Alterssurvey zählen. Die weiteren Hand­
lungslinien des Zukunftsprojekts thematisie­
ren konkrete Aspekte des Alterns. Angestrebt
wird die Entwicklung neuer Versorgungskon­
zepte, Techniken und Dienstleistungen, die
dem demographischen Wandel gerecht wer­
den und darüber hinaus die Wertschätzung
für das Alter erhöhen. Ein weiteres Ziel sind
bauliche Lösungen, die es älteren Menschen
erlauben, sicher und unabhängig in ihrem ei­
genen Zuhause zu wohnen, barrierefrei und
gegebenenfalls unterstützt von altersge­
rechten Assistenzsystemen. Um am gesell­
schaftlichen Leben teilnehmen zu können,
müssen ältere Menschen mobil und kontakt­
fähig bleiben. Das erfordert sowohl die al­
terssensible Anpassung kommunaler Infra­
strukturen als auch die Entwicklung altersge­
rechter Mobilitäts- und Kommunikations­
technologien.
Budget: bis zu 305 Millionen Euro
Nachhaltige Mobilität
Das Zukunftsprojekt soll entscheidende Bei­
träge dazu liefern, innovative Formen des
motorisierten Individualverkehrs zu ver­ >
Zukunftsmanager n Strategie & Kultur
Neue Mobilität: Neben
der E-Mobilität spielen
auch der Luft- und Schienenverkehr eine Rolle.
wirklichen, den öffentlichen Verkehr attrak­
tiver zu gestalten, das Schienennetz zu mo­
dernisieren, den Luftverkehr zu optimieren
und nutzerfreundliche intermodale Schnitt­
stellen zu schaffen. Auch zielt es darauf ab,
die gesamte Verkehrsinfrastruktur an die He­
rausforderungen des Klimawandels anzu­
passen. Ein wichtiger Baustein des Zu­
kunftsprojekts ist das 2011 beschlossene Re­
gierungsprogramm „Elektromobilität“. Dem­
nach soll 2020 1 Million Elektrofahrzeuge auf
Deutschlands Straßen fahren. Das erfordert
eine enge Zusammenarbeit zwischen Auto­
mobilherstellern, Zulieferern, Energieversor­
gern und IKT-Unternehmen. Parallel dazu
werden mit der Wasserstoff- und der Brenn­
stoffzellentechnologie weitere alternative
Energiespeicher erprobt. Angesichts des zu­
nehmenden Güterverkehrs sollen darüber
hinaus logistische Prozesse effektiver gestal­
tet und die Transportströme besser vernetzt
werden.
Budget: bis zu 2,19 Milliarden Euro
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Profitabilität
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Erfahren Sie mehr über die zehn
­Zukunftsprojekte:
ÆÆIm Internet
State of the Art & Trends
Prof. Dr. Klaus Möller, Universität St. Gallen
Megatrend SIMPLICITY
Sichere Identitäten
Im Internet sollen Menschen ihrer eigenen
und jeder fremden Identität genauso sicher
sein können wie im wirklichen Leben. Die
2011 vorgestellte Cyber-Sicherheitsstrategie
der Bundesregierung sieht vor, in Deutsch­
land für höchstmögliche Sicherheit im Inter­
net zu sorgen, ohne dadurch die Vorteile und
Möglichkeiten des Netzes zu schmälern. Ne­
ben der Einrichtung des gemeinsamen Cy­
ber-Abwehrzentrums und der Förderung >
27
Ausgabe 3/2012
Jean-Philippe Hagmann, Denkmotor
Next Level Prozessmanagement
Prof. Dr. Christine Legner, Universität Lausanne /
EBS European Business School
in Kooperation mit:
Lead-Partner:
Medien-Partner:
Zukunftsmanager n Strategie & Kultur
Große Potentiale: Internetbasierte Dienstleis­
tungen gewinnen an Bedeutung.
von
drei
Kompetenz­
zentren der
IT-Sicherheitsforschung als tech­
nologischen Akteuren fokussiert
die Bundesregierung die Forschung
auch interdisziplinär auf gesellschaftswis­
senschaftliche Fragestellungen. Neu ange­
stoßen wird die Forschung zum sicheren
Cloud- Computing als einer eigenen Aktions­
linie. Weitere Themen sind die Sicherheit der
kritischen IT-Infrastrukturen und der Grund­
lagenforschung im Bereich sicherer, vertrau­
enswürdiger Hardware.
Budget: bis zu 60 Millionen Euro
Internetbasierte Dienste für die
Wirtschaft
Sowohl bei den IT-Anbietern als auch bei den
IT-Anwendern eröffnen internetbasierte
Dienstleistungen große Wachstumspotenti­
Ausgabe 3/2012
ale. Das Zukunftsprojekt baut auf dem be­
reits 2007 von der Bundesregierung begon­
nenen Forschungsprogramm „Theseus“ auf,
in dem es um neue Technologien für das In­
ternet der Dienste geht. Der Kristallisations­
kern für die weitere Ausgestaltung des Zu­
kunftsprojekts ist das 2011 angelaufene „Ak­
tionsprogramm Cloud Computing“. In einem
offenen Dialog von Akteuren aus Wirtschaft,
Wissenschaft und Politik werden bestehende
Herausforderungen bei der Verbreitung und
Nutzung von Cloud-Computing angegangen.
Dazu gehören Bereiche wie Standards, IT-Si­
cherheit und der Rechtsrahmen.
Budget: bis zu 300 Millionen Euro
rer Monitoring- und autonomer Entschei­
dungsprozesse relevant, um Unternehmen
und ganze Wertschöpfungsnetzwerke in na­
hezu Echtzeit zu steuern und zu optimieren.
Neuartige Geschäftsmodelle und erhebliche
Optimierungspotentiale in Produktion und
Logistik gilt es zu erschließen. Hinzu kom­
men neue Dienstleistungen für wichtige An­
wendungsbereiche, wie die in der HightechStrategie identifizierten Bedarfsfelder Mobi­
lität, Gesundheit sowie Klima und Energie.
Budget: bis zu 200 Millionen Euro<
redaktion@zukunftsmanager-magazin.de
Industrie 4.0
Die Wirtschaft steht an der Schwelle zur
vierten industriellen Revolution. Durch das
Internet getrieben, wachsen reale und virtu­
elle Welten immer weiter zu einem Internet
der Dinge zusammen. Das Zukunftsprojekt
Industrie 4.0 ist mit wichtigen technologie-,
wirtschafts- und gesellschaftspolitischen
Standortperspektiven verbunden. Auf dem
Gebiet der (softwareintensiven) eingebette­
ten Systeme hat sich Deutschland bereits ei­
ne führende Stellung insbesondere im Auto­
mobil- und Maschinenbau erarbeitet. Eine
immer größere Bedeutung erlangen dabei
die sogenannten Cyber-Physical-Systems, al­
so die Vernetzung von eingebetteten IKT-Sys­
temen untereinander und mit dem Internet.
Zusätzlich zur stärkeren Automatisierung in
der Industrie ist die Entwicklung intelligente­
28
Gratwanderung: Ein Projekt widmet sich der IT-
Sicherheit, die den Nutzer
nicht entmündigt.
Zukunftsmanager n Produkte & Dienstleistungen
Ausgabe 3/2012
29
Interview
„Die eigenen Grenzen überblicken“
Die rasante Technologieentwicklung
Wie ein Fischschwarm
eröffnet ständig neue Möglichkeiten:
Prof. Dr. Uta Meyding-Lamadé
ist Chefärztin der Neurologie und
Stellvertretende Ärztliche Direktorin
des Krankenhauses Nordwest in
Frankfurt am Main. Darüber hinaus
ist sie tätig als Chefärztin der Stroke
Unit der Main-Taunus-Kliniken in
Hofheim, als außerordentliches Mit­
glied der Arzneimittelkommission
der deutschen Ärzteschaft sowie als
Chefärztin des Neuroscience Stroke
Rehabilitaion Centre in Brunei Da­
russalam.
neigen wir dazu, uns
Die Telemedizin ist nur eine Techno-
zeitgleich auf limitierte
logie, die die Medizin revolutionieren
Ressourcen zu stürzen.
wird. Jetzt gilt es, diese auch zu nutzen. Prof. Dr. Uta Meyding-Lamadé,
Chefärztin an der Neuro­logischen Klinik des Krankenhauses Nordwest in
Frankfurt am Main, erklärt, welche
Schritte dafür nötig sind.
Frau Meyding-Lamadé, Sie beschäftigen sich
mit Innovationen im Bereich Neurologie. Aktuell arbeiten Sie mit der sogenannten BlueOcean-Strategie. Was verbirgt sich dahinter?
Es geht darum, Ressourcen zu verteilen. In
den Ozeanen gibt es sogenannte „Blue Oce­
ans“, blaue Löcher, in denen ein großer Fisch­
reichtum vorhanden ist, den jedoch kaum je­
mand kennt. In unserer Welt bewegen sich
Menschen auch schwarm­
artig auf einen
Fleck zu, an dem sie – symbolisch gesprochen
– viele Fische erwarten. Sie kämpfen dort
gleichzeitig um einen Bereich, an dem die
Ressourcen limitiert sind. Diese blauen Lö­
cher habe ich als Symbol für neue Wege ge­
wählt, die sich auftun, und beziehe mich da­
mit vor allem auf die finanziellen Ressourcen,
die wir zur Verfügung haben.
Können Sie hierfür ein Beispiel nennen?
Der Schlaganfall ist beispielsweise in Indien,
China oder Russland Todesursache Nummer 1
– noch vor Krebserkrankungen und Herzin­
farkten. Dennoch sind in diesen Ländern kei­
ne funktionstüchtigen neurologischen, in­
tensivmedizinischen Einrichtungen vorhan­
den. Hier eröffnet sich ein gigantischer Ge­
sundheitsmarkt, in den wir mit unserem
hochspezialisierten Wissen, das wir in den
rund 100 Jahren deutscher Neurologie­ >
Zukunftsmanager n Produkte & Dienstleistungen
BMS_Baustelle_127x155_dt_Zukunftsmanager.qxd:127x155
Mehr Informationen
Das Krankenhaus Nordwest:
ÆÆIm Internet
Ein Video über die Entwicklung der
Telemedizin finden Sie hier:
ÆÆIm Video
geschichte erworben haben, eintreten kön­
nen. Dieses Wissen müssen wir jetzt als Ex­
portartikel weitergeben – sowohl mit wirt­
schaftlich als auch mit menschlich interes­
santen Möglichkeiten. Denn dadurch werden
nicht zuletzt auch Toleranz und Weltoffen­
heit geschult.
Welche Rolle spielt die personalisierte Medizin
bei dieser Entwicklung?
Sie ist die Medizin der Zukunft. Die Ursachen
von vielen Erkrankungen, wie Multipler Skle­
rose, Gehirntumoren oder Schlaganfällen,
sind vielfältig. Sie hängen vom Patienten und
seinen genetischen Bedingungen ab. Mit Hil­
fe der personalisierten Medizin können die
Risikofaktoren spezifischer erfasst werden,
und damit kann der Schutz vor erneuten Er­
krankungen für jeden Einzelnen optimiert
werden. Wenn das individuelle Risiko bei
einem Schlaganfall optimal behandelt wird,
lässt sich das Risiko eines erneuten Schlagan­
falls dadurch um bis zu 80 Prozent senken. In
der individualisierten, auf den einzelnen Er­
krankten abgestimmten Behandlung erfolgt
gleichzeitig eine Prophylaxe bezüglich neuer
Erkrankungen.
Sie beschäftigen sich auch mit der Telemedizin. Was hat es mit dem „To teach to treat, to
treat to teach“-Konzept auf sich?
Wir geben dabei Fachwissen nicht nur in
Form von Beratung für einzelne Patienten
weiter, sondern bilden auch telemedizinisch
aus. „To teach to treat“ heißt, man lehrt, >
30
Ausgabe 3/2012
27.04.12
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Intelligent bauen
Energie sparen
Kinder haben Träume, die wahr werden können.
Wir bei Bayer haben Visionen, für die wir uns
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Als einer der weltweit größten Hersteller
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Polyurethan helfen Dächer, Decken, Wände und
Böden wirksam zu isolieren und somit den
Energieverbrauch von Gebäuden signifikant zu
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Schutz des Klimas Wirklichkeit werden – für die
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wie man behandelt. „To treat to teach“ meint
dann das Lehren der Behandlung vor Ort. Das
ist bisher in diesem Maße in der Medizin
noch nicht gemacht worden. Dabei gibt es
eine Vielzahl von Möglichkeiten. Man kann
Labors aufbauen und dort Neurologen, tech­
nische Assistenten oder Krankenschwestern
über telemedizinische, interaktive Platt­
formen, internetbasierte Trainingseinheiten
oder im direkten Kontakt ausbilden.
Ausgabe 3/2012
31
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>> Sie haben den Standort
Funktioniert dieses Konzept denn auch in der
Praxis?
Ja. Eine kleine Gruppe von deutschen Schwes­
tern, Sprachtherapeuten, Krankengym­
nasten, Ärzten und Neurologen bildet aktuell
im 12.000 Kilometer entfernten Brunei Da­
russalam, einem kleinen Staat zwischen Chi­
na und Australien, Ärzte und Schwestern in
der Behandlung von Patienten aus. Mit die­
ser relativ kleinen Gruppe von nur sieben Per­
sonen haben wir bereits mehrere Dutzend
Ärzte und Krankenschwestern ausgebildet
und somit 1.000 Patienten mit hochspeziali­
sierter neurologischer Intensivmedizin be­
handelt.
Hier haben moderne Kommunikationstechnologien neue Wege aufgetan. Welche anderen
Megatrends werden Ihrer Meinung nach die
Gesundheit und die Medizin der Zukunft beeinflussen?
Wir haben die technischen Möglichkeiten,
die uns durch schnelle Datenübertragung
und gute Kommunikationsmöglich­ >
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keiten zur Verfügung stehen, bei weitem
noch nicht ausgeschöpft. Ein wichtiger Trend
für die kommenden Jahre ist aus meiner
Sicht, dass wir in Deutschland mit unserem
spezialisierten Wissen vor Ort zu den Men­
schen in abgelegene Regionen gehen müs­
sen, die weniger dicht besiedelt sind, und zu
älteren Menschen, die zum Beispiel nicht
mehr selbst zum Facharzt oder zum Spracht­
herapeuten gehen können. Hier gibt es zahl­
reiche konkrete Anwendungsmöglichkeiten,
um mit überschaubaren, finanziellen Res­
sourcen die Medizin vor Ort zu den Patienten
bringen zu können: dorthin, wo der Mensch
mit seiner Familie lebt.
Enorme Potentiale:
Die Telemedizin birgt
für viele Patienten
große Chancen.
Welcher Faktor könnte in 20 Jahren unser Leben umwälzen?
Ich glaube die Rückbesinnung auf Persön­
liches, auf Bindung, Familie und auf Verant­
wortungsgefühl für eine Gemeinschaft. Man
weiß aus vielen Studien, dass ehrenamtliche
Tätigkeiten sehr viel glücklicher machen als
rein wertschöpfende Tätigkeiten. Ich kann
mir vorstellen, dass der Schwerpunkt in Zu­
kunft stärker auf dem sozialen Verantwor­
tungsgefühl in der Gemeinschaft, zueinan­
der und füreinander, liegen wird. Auch, weil
daraus unmittelbar Glücksgefühle und Zu­
friedenheit entstehen.<
Das Interview führte Isabel Werthmann.
redaktion@zukunftsmanager-magazin.de
32
Ausgabe 3/2012
>> Wir MaChen einen VorteiL darauS
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Zukunftsmanager n Kurz notiert
Ausgabe 3/2012
News
Veranstaltungen
Werden wir
die Erde retten?
Für ihre Stadt der Zukunft entwerfen nun
Der Physiker Roman
Brinzanik und der
Schriftsteller Tobias
Hülswitt diskutieren
mit führenden Forschern über Bedrohungen wie die
drohende Ressourcenknappheit und
über neue Lösungsansätze des GeoEngineerings, der synthetischen Bio­
logie und der Energieforschung.
auch Bürger Konzepte.
Bürger machen ihre Städte nachhaltiger
In dem Buch werden
die technischen, öko­
logischen und gesell­
schaftlichen Heraus­
forderungen an ein zukunftsfähiges
Energiesystem herausgearbeitet
und vermittelt. Mit diesem Band aus
der Reihe „Technik im Fokus“ finden
Leser einen leichten Einstieg in die
Thematik und eine tiefgehende Dis­
kussion.
Thomas Schabbach, Viktor Wesselak:
Energie. Die Zukunft wird erneuerbar.
Springer Berlin Heidelberg. 2012.
ISBN: 978-3642243462
22. Mai 2012
11 Impulse für Morgen
Freiburg
Regionale und überregionale Referenten tau­
schen sich unter anderem darüber aus, wie
Unternehmen der Kultur- und Kreativwirt­
schaft Impulse für eine nachhaltige Wirt­
schaft und Gesellschaft setzen können.
ÆÆIm Internet
Roman Brinzanik, Tobias Hülswitt:
Werden wir die Erde retten? Gespräche
über die Zukunft von Technologie und Planet. Suhrkamp Verlag 2012.
ISBN: 978-3518260401
Energie. Die Zukunft
wird erneuerbar
33
Die Jury hat entschieden: Bonn, Bottrop, Frei­
burg (Breisgau), Göttingen, der Landkreis
Harz, Konstanz, Leipzig, Leutkirch (Allgäu), Lü­
beck, Ludwigsburg, Lüneburg, Münster, Nor­
derstedt, der Rhein-Hunsrück-Kreis, Stuttgart
und der Kreis Unna werden im Rahmen der
Initiative ZukunftsWerkStadt vom Bundesmi­
nisterium für Bildung und Forschung (BMBF)
gefördert. In den 16 Projekten der Zukunfts­
WerkStadt entwerfen Bürger gemeinsam mit
Politikern, Wirtschaftsvertretern und Wissen­
schaftlern Konzepte und Maßnahmen, um
ihre Städte nachhaltig zu entwickeln. Das be­
trifft etwa die Bereiche Verkehr, Ernährung,
Luftqualität, Bildung oder Energieversor­
gung. 25 Städte und Landkreise hatten sich
beworben. „Die nachhaltige Stadtentwick­
lung ist ein wichtiges innovationspolitisches
Feld der Hightech-Strategie 2020“, sagte
Bundesministerin Annette Schavan. Das
BMBF stellt im Rahmen des Wissenschafts­
jahres 2012 – Zukunftsprojekt ERDE 3,5 Millio­
nen Euro bereit, um Städte und Landkreise
mit jeweils bis zu 250.000 Euro bei der nach­
haltigen kommunalen Entwicklung zu unter­
stützen. Der Deutsche Städtetag und der
Deutsche Landkreistag sind Partner der För­
dermaßnahme. Universitäten und For­
schungseinrichtungen begleiten die öffentli­
chen Diskussionen und unterstützen die Um­
setzung der eingebrachten Beiträge.
Weitere Infomationen
ÆÆIm Internet
24.–25. Mai 2012
Zukunftswerkstatt für Soziale
Innovationen
Oestrich-Winkel
Die Veranstaltung richtet sich an Profit- und
Non-Profit-Organisationen und hier insbe­
sondere an Geschäftsführer und Verantwort­
liche aus den Bereichen Business Develop­
ment, Innovation und CSR.
ÆÆIm Internet
18.–19. Juni 2012
Disruptive Technologies &
Innovation Minds 2012
Berlin
Wie können Unternehmen ihre Prozesse und
Werte so erweitern, dass sowohl vorhandene
Technologien weiterentwickelt als auch neu­
artige Technologien vorangetrieben werden
können? Antworten liefert die Veranstaltung
in Berlin.
ÆÆIm Internet
Zukunftsmanager n Kurz notiert
Ausgabe 3/2012
News
Die Zukunft der
Arbeit. Viele werden
etwas anderes tun
Klassische Arbeitsbio­
graphien haben aus­
gedient, neue Model­
le müssen entwickelt
werden. Zellmann scheut sich nicht,
Skandale zu benennen. Die Ent­
scheidungszirkel der Politik, die teils
schwierigen Zustände in den Schu­
len, die Durchsetzung von Eigenin­
teresse – das Buch ist Anklageschrift
und Hoffnungsapotheke in einem.
Peter Zellmann: Die Zukunft der Arbeit.
Viele werden etwas anderes tun.
Molden 2010. ISBN: 978-3854852582
Perspektiven einer
nachhaltigen
Entwicklung: Wie
sieht die Welt im Jahr
2050 aus?
International renom­
mierte Wissenschaftler unterschied­
licher Disziplinen machen eine Be­
standsaufnahme in Sachen Nach­
haltigkeit: Was ist bisher konkret ge­
schehen, was hat sich geändert, und
wie wird unser Leben, unsere Welt
in der Zukunft aussehen?
Harald Welzer, Klaus Wiegandt (Hg.):
Perspektiven einer nachhaltigen Entwicklung: Wie sieht die Welt im Jahr 2050 aus?
Fischer 2011. ISBN 978-3596187942
Veranstaltungen
Leichte Dieselzüge
Leichtbau ist in der Automobilindustrie von
zentralem Stellenwert. Auch die Eisenbahn­
industrie denkt verstärkt über Schlankheits­
kuren zum Beispiel für Dieselzüge nach, um
Treibstoffverbrauch und -kosten zu reduzie­
ren und den Kohlendioxidausstoß zu sen­
ken. Bayer MaterialScience hat nun ein neu
entwickeltes Sandwichmaterial auf Basis
des Polyurethan-Sprühsystems Baypreg vor­
gestellt, das sich für die Einhausung der Die­
selmotoren eignet. Das fertige Bauteil ist
um 35 Prozent leichter und um 30 Prozent
kostengünstiger als das Gegenstück aus
Stahl und Aluminium. Für diese effiziente
Lösung hat der Prototyp den JEC Innovation
Award 2012 erhalten. Bisherige Sandwich­
konstruktionen im Leichtbaubereich basie­
ren meist auf glasfaserverstärkten Struk­
Das neue Material
birgt für die Eisen-
bahnindustrie viele
Vorteile.
34
turen mit Hartschaumkern. Die Bauteile
werden in einem aufwendigen Verfahren
und unter Verwendung konventioneller Ep­
oxid- oder Polyesterharze produziert. Nach
dem neuen Konzept werden die Teile mit
einem Sprüh-Press-Prozess gleich in der
dreidimensionalen, komplexen Form herge­
stellt. So können Bauteile mit einer maxi­
malen Fläche von bis zu 4 Quadratmetern
realisiert werden – ein Rekord für dieses
Herstellverfahren. Trotz der großen Teiledi­
mension ermöglicht das Verfahren durch ei­
ne gute Formbeständigkeit eine passgenaue
Montage in der finalen Baugruppe. Zusätz­
liche Funktionen und Elemente können ein­
fach integriert werden. Hierdurch wird die
Anzahl an Teilen einer Baugruppe deutlich
reduziert.
21.–22. Juni 2012
Future Office 2012
Düsseldorf
Die Veranstaltung richtet sich an alle, die Flä­
chen und Büroimmobilien konzipieren oder
konzipieren lassen wollen. Die Themen rei­
chen von „Flächenoptimierung bei Neubau
und im Bestand“ bis hin zu „Arbeitswelt der
Zukunft“.
ÆÆIm Internet
25. Juni 2012
Strategie-Dialog mit Erik Händeler
Frankfurt am Main
Die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen
steht bei dieser Veranstaltung im Fokus. Erik
Händeler stellt unter dem Motto „Perspekti­
ven für unternehmerisches Handeln von
morgen“ Strategien zu den Themen Arbeits­
kultur, Wissensfluss und Gesundheitsma­
nagement vor.
ÆÆIm Internet
07. Juli 2012
3. Kongress Regionales
Zukunftsmanagement
Marburg
Themenfelder sind u.a. die Kaufkraftpflege
vor Ort und öffentlich-private Finanzierungs­
modelle mit Bürgern als Investoren. Praxis­
beispiele ergänzen das Kongressprogramm.
ÆÆIm Internet
Zukunftsmanager n Kurz notiert
Leserbriefe
Über Post von Ihnen freuen wir uns! Ob An­
regungen, Meinungen oder Kritik: In einem
Leserbrief können Sie sich gern äußern. Bit­
te beachten Sie, dass die abgedruckten
Briefe nicht die Meinung der Redaktion
wiedergeben und dass wir sie unter Um­
ständen kürzen und sprachlich anpassen
müssen. Sofern nicht anders von Ihnen an­
gegeben, gehen wir davon aus, dass Sie mit
einer Veröffentlichung einverstanden sind.
Ihren Leserbrief schicken Sie bitte an:
redaktion@zukunftsmanager-magazin.de
Ausgabe 3/2012
35
News
Nie wieder im Stau
Einfach abheben: Bis
2013 soll das flie-
In den Niederlanden hat ein Unternehmen
ein fliegendes Auto entwickelt. Das Unter­
nehmen PAL-V hat die Testflüge seines flie­
genden Autos PAL-V (Personal Air and Land
Vehicle) erfolgreich abgeschlossen. Innerhalb
der vergangenen Wochen ging das Zweisit­
zer-Flugauto mehrmals in die Luft – und kam
heil wieder herunter. Ab jetzt geht es um
Geld. Das Baby soll nicht nur in die Luft, son­
dern auch in die Läden. Bis 2013 soll PAL-V se­
rienreif sein.
gende Auto serienreif
sein.
Gegenstände lernen sprechen
Wie wäre es mit einer E-Mail, sobald die Wä­
sche fertig ist, oder einer SMS, dass der Brief­
träger da war? Noch in diesem Monat kommt
ein Gerät auf den Markt, das Veränderungen
in seiner Umgebung per Tweet, E-Mail oder
SMS verschickt. Zwei Wissenschaftler vom
Massachusetts Institute of Technology ha­
ben mit dem Produkt Twine eine Technik ent­
wickelt, die Gegenstände zum Sprechen
bringt. Der Nutzer muss ihnen das Reden nur
beibringen. Das handflächengroße Quadrat
ist in der einfachen Ausführung mit einem
Beschleunigungssensor und einem Tempera­
turfühler und in der Premiumversion zusätz­
lich mit einem Luftfeuchtigkeitsmesser und
Magnetschalter ausgestattet. Nach dem
Wenn-dann-Prinzip lässt sich der kleine Kas­
ten über ein spezielles PC-Programm pro­
grammieren. So schlägt das Gerät beispiels­
weise Alarm, sobald die Post da ist. Twine
wird am Briefkasten befestigt, der Postbote
wirft ein Bündel Briefe ein, und sofort meldet
der Beschleunigungssensor über WLAN die
Erschütterung am Briefkasten. Das Compu­
terprogramm schickt – je nachdem, was der
Benutzer vorher eingestellt hat – eine SMS,
eine E-Mail oder einen Tweet ab. Nach dem
gleichen Prinzip twittert, simst oder mailt
das Kästchen bei Temperatur- oder Feuchtig­
keitsveränderungen. So erfährt der Nutzer
sofort, wenn seine Terrassentür geöffnet
wurde, die Heizung ausgefallen ist oder eben
der Keller unter Wasser steht.
Zukunftsmanager n Impressum | 9 Fragen an
Impressum
Herausgegeben von:
F.A.Z.-Institut für Management-,
Markt- und Medieninformationen GmbH,
Innovationsprojekte
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Leiterin Center Innovationspublikationen:
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s.feiber@faz-institut.de
Leiter Redaktion Innovationsprojekte:
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d.schleidt@faz-institut.de
Onlinemagazin Zukunftsmanager
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Redaktion:
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Redaktionelle Mitarbeit:
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Z_punkt: Klaus Burmeister
Grafische Konzeption | Layout:
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F.A.Z.-Institut für Management-, Marktund Medieninformationen GmbH, Mainzer
Landstraße 199, 60326 Frankfurt am Main
Geschäftsführer: Volker Sach,
Dr. André Hülsbömer
Mitglied der Geschäftsleitung: Markus Garn
Titelfoto: Thinkstock
Bildnachweise: Bosch und Siemens Hausgeräte
GmbH (Seiten 16, 18); PAL-V/Spark design & inno­
vation (Seite 35); Thinkstock (Seiten 4, 5, 6, 10, 11,
12, 13, 20, 21, 22, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 32, 33, 34)
Internet:
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Bezug kostenlos,
Erscheinungsweise: 6-mal pro Jahr
Kontakt:
F.A.Z.-Institut, Innovationsprojekte
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und zusammengestellt. Für die Richtigkeit und
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36
Ausgabe 3/2012
9 Fragen an
Louis Palmer, Solarpionier
Wie möchten Sie im Jahr 2030 leben?
Unbeschwert. Glücklich. Und mit dem Ge­
fühl, alles probiert und unternommen zu ha­
ben, damit die Welt von den fossilen Roh­
stoffen wegkommt und hier ein nachhaltiges
Leben möglich ist.
Worauf möchten Sie nie verzichten müssen?
Schokolade sowie auf unberührte und sau­
bere Natur.
Was muss noch erfunden werden?
Umweltfreundliche Flugzeuge.
Welche Erfindung würde Sie überraschen?
Medikamente, die Alzheimer oder Rheuma
heilen, eine Solarzelle mit mehr als 50 Pro­
zent Wirkungsgrad, das umweltfreundliche
Flugzeug für den Individualverkehr, der su­
pergünstige Stromspeicher für jedes Haus.
Welcher Zukunftstrend ist Ihnen schon heute
ein Dorn im Auge?
Die totale Vernetzung und Erreichbarkeit,
Gentechnologie, Einschulung mit immer jün­
geren Jahren, der Schönheitswahn, das Leben
in der virtuellen Welt, Computerspiele.
Welcher Trend bestimmt 2030 die Welt?
Nachhaltigkeit, Umweltbewegung, Geother­
mie, elektrische Mobilität, autarke Energie­
versorgung, totale Vernetzung, Urlaub in der
Region, Informationsflut, Antiglobalisierung.
Wer oder was werden Sie in 20 Jahren sein
wollen?
Ein Albatros, der von oben zuschaut, wie sich
die Welt unten verändert.
Womit beschäftigen Sie sich 2030 am
liebsten?
Reisen nach dem Motto: Die Schönheit die­
ser Welt genießen, ohne sie dabei zu zerstö­
ren. Und dabei überall darauf stoßen, wie
Menschen ihre eigenen Lösungen haben, wie
sie das Klima und die Umwelt schützen so­
wie Energie sparen oder Energie erzeugen
können.
Louis Palmer,
Jahrgang 1971, ist
ein Schweizer Leh­
rer, globaler Um­
weltaktivist und
Solar-Pionier. 2004
begann Louis Pal­
mer mit Hilfe von
Sponsoren und
technischer Unterstützung, ein so­
larbetriebenes Auto zu bauen, das
Solartaxi. Damit umrundete er die
Welt zwischen 2007 und 2008, fuhr
durch mehr als 40 Länder und legte
über 54.000 Kilometer zurück. 2009
gewann er den Europäischen Solar­
preis.
Lesen Sie hier den gesamten
Frage-und-Antwort-Bogen!
Welche Reform wird 2030 von zentraler
Bedeutung sein?
Es wird kein Bauland mehr freigegeben. Das
Importieren von Erdöl wird verboten. Zah­
lungen an Petrodiktaturen werden nicht
mehr beglichen werden müssen.
Die
sgabe
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i 2012
12. Jul
Zukunftsmanager n Partner | Kontakte und Ansprechpartner
Ausgabe 3/2012
37
Die Partner des Zukunftsmanagers
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Hays AG
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Willy-Brandt Platz 1-3
68161 Mannheim
BSH Bosch und Siemens
Hausgeräte GmbH
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81739 München
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Daniel Barben
Mies-van-der-Rohe-Straße 10
52074 Aachen
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Arbeitsbereich Erziehungs­
wissenschaftliche
Zukunftsforschung –
Institut Futur
Prof. Dr. Gerhard de Haan
Arnimallee 9
14195 Berlin
HA Hessen Agentur GmbH
Miriam Schroer
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65189 Wiesbaden
Deutsches Museum
Zentrum Neue Technologien
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vertriebsstark, haben aber keine
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