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20 Jahre VDT Großer Festakt in Bremerhaven Virtuelle Autopsie

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Virtuelle Autopsie
Was sie kann, was sie nicht kann
Digitaler Nachlass
Spuren im Internet
Jahrgang 15 π April 2011
20 Jahre VDT
Großer Festakt in Bremerhaven
eternity
Das VDT Magazin
Unternehmensbewertung – Unternehmensvermittlung – Übergabebegleitung
A
uch für einen Bestatter heißt es irgendwann, Abschied von der Geschäftsführung zu nehmen und
die Verantwortung in jüngere Hände zu legen. Oft ist dies nicht leicht – besonders, wenn man über
Jahrzehnte das Ruder in der Hand gehalten und das Unternehmen mit seiner Arbeit aufgebaut hat. Trotzdem
muss auch hierfür eine Lösung gefunden werden, welche die Zukunft der Firma sichert.
Im Namen eines solventen Auftraggebers mit hervorragendem Leumund
suchen wir im gesamten Bundesgebiet
nach Bestattungsunternehmen zur
sofortigen Übernahme oder zu einem
späteren Zeitpunkt.
Selbstverständlich behandeln wir Ihre
Anfragen mit der gebotenen Diskretion
und Vertraulichkeit.
Auch wenn Sie erst in zwei oder drei
Jahren Ihr Bestattungsunternehmen
übergeben möchten, lohnt sich schon
heute ein Gespräch mit uns.
Ihren persönlichen Berater Herrn Martiné erreichen Sie unter: 02 21 / 28 35 60
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50670 köln | fon: 02 21/28 35 60 | www.proxi.de | e-mail: info @ proxi.de | zert. nach DIN EN ISO 9001 : 2008
eternity april 2011
Editorial & Impressum
1
Sehr geehrte Leser, liebe Mitglieder des VDT!
Vom 18. bis 20. März fand im wunderschönen Bremerhaven die Jahreshauptversammlung des VDT statt. Wir hatten dort ein tolles
und ereignisreiches Wochenende und ich bin
froh, dass wir so viele Dinge nun auf den richtigen Weg gebracht haben.
Ich glaube, das wichtigste Ereignis war die
erstmalige Prüfung von VDT-Ausbildungsteilnehmern zum Einbalsamierer vor der
Handwerkskammer Düsseldorf. Hier konnten von acht Teilnehmern schließlich sechs
bestehen und dürfen nun den in Deutschland anerkannten Titel fachgeprüfter Thanatopraktiker führen.
Impressum
eternity – Fachzeitschrift des VDT
Herausgeber
Verband Dienstleistender Thanatologen
Emserstr. 7 · 15738 Zeuthen
Telefon: 0 18 03/12 55 12*, Fax: 0 18 03/13 55 12*
*für 12 Cent pro Minute
e-Mail: vdt@thanatologen.de
Web: www.thanatologen.de
Verlag
Hülswitt GmbH Druck und Medien
Neckarstraße 9, 45768 Marl
Telefon: 0 23 65/2 07 17-0, Fax: 0 23 65/2 07 17-77
e-Mail: info@huelswitt.de, www.huelswitt.de
Erscheinung
zweimonatlich
Auflage
6.000 Stück (in Deutschl., Österreich u. Schweiz)
Redaktion
Petra Willems (ViSdP)
redaktion@thanatologen.de
Redaktionelle Mitarbeit:
Dr. Gisela Stiehler-Alegria und Bea Nebel
Grafik und Layout
Hülswitt GmbH Druck und Medien
Anzeigen
Hülswitt GmbH Druck und Medien
Druck
Hülswitt GmbH Druck und Medien
Anzeigenschluss nächste Ausgabe
19. Mai 2011
Redaktionsschluss nächste Ausgabe
12. Mai 2011
Einzelverkaufspreis
8 Euro
Alle Eigentums-, Verlags- und Nachdruckrechte liegen
bei Hülswitt GmbH Druck und Medien. Der Export von
Eternity und der Vertrieb im Ausland sowie die Wiederverwendung des Inhalts, auch auszugsweise, sind nur
mit schriftlicher Genehmigung von Hülswitt GmbH
Druck und Medien zulässig. Für unverlangt eingesandte
Manuskripte, Fotos und Zeichnungen wird keine
Haftung übernommen.
In diesem Zusammenhang möchte ich auch
an dieser Stelle noch mal die hervorragende
Arbeit unseres Ausbildungsleiters Johan
Homburg und unseres Ausbildungskoordinators Jörg Vieweg hervorheben. Angefangen von der Erstellung eines beispielhaften
Curriculums für die Ausbildung, über die
Neuausrichtung unserer Ausbildung zur Prüfung vor der Handwerkskammer, über die
Erstellung eines Online-Selbsttestes für die
angehenden Einbalsamierer bis hin zu ihrem
in Kürze erscheinenden Lehrbuch "Standard
Algorithmen Embalming", haben Johan und
Jörg dafür gesorgt, dass der VDT nun über
eine beispielhaft gute Ausbildungsstruktur
verfügt, die ihresgleichen sucht. Die gleich
bleibend hohen Anmeldungszahlen zu unserer Ausbildung bestätigen dies zusätzlich.
Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund hat der
Vorstand beschlossen, das neue Lehrbuch
der beiden insofern zu unterstützen, dass wir
allen unseren Mitgliedern ein Exemplar der
Subscriptionsausgabe kostenlos zur Verfügung stellen wollen. Bitte schicken Sie dazu
nur ein kurzes Anforderungsformular an die
Geschäftsstelle.
Wir werden nun bei der Tagung der European Association of Embalmers (EAE) Anfang
April versuchen zu erreichen, dass diese
Prüfung der Handwerkskammer nun auch
international Anerkennung findet, indem sie
mit den anderen europäischen Prüfungen
gleichgestellt wird. Über die Ergebnisse der
Tagung in Barcelona unterrichte ich Sie dann
in der nächsten Eternity. Bis dahin dürfen wir
gespannt sein.
Außerdem stand die Satzungsänderung des
VDT bei der JHV auf der Tagesordnung. Hintergrund dieser Satzungsänderung war vor
allem die Neuausrichtung unseres Verbandes
hin zu einem Verband, der allen Einbalsamierern, Thanatologen und Thanatopraktikern
in Deutschland eine Interessenvertretung
und kollegiale Heimat geben will. In diesem
Zusammenhang war es nun auch zwingend
erforderlich, dass künftig nur noch ausgebildete Einbalsamierer, Thanatologen oder Thanatopraktiker die ordentliche Mitgliedschaft
in unserem Verband erwerben oder innehaben können.
Damit einher geht auch die in der Satzungsänderung beschlossene Namensänderung
des VDT´s. Wir sind nicht mehr der Verband
dienstleistender Thanatologen, sondern
werden zum VDT, Deutsche Einbalsamierer e.V. Warum das Kind nicht beim Namen
nennen und ungeachtet von Titeln, die verschiedene Verbände für sich in Anspruch genommen haben, das ausdrücken, wofür wir
stehen wollen? Ich freue mich darüber, sehe
nun wichtige Weichen in eine gute Zukunft
unseres Verbandes gestellt und danke den
Mitgliedern für ihre Zustimmung zu diesen
grundlegenden Änderungen.
Abgesehen von diesen beiden wichtigsten
und vielen weiteren Tagesordnungspunkten
stand aber noch ein ganz wichtiges Event auf
dem Plan, nämlich unsere Festgala anlässlich
des 20jährigen Bestehens des VDT. Auch hier
spiegelte sich der Wille unserer Mitglieder
nach einem breit getragenen Aufbruch in
neue Zeiten wider. Neben der Urkundenverleihung an unsere ersten vor der Handwerkskammer geprüften Einbalsamierer durften
wir einige Mitglieder ehren, die sich um den
Verband verdient gemacht hatten. Besonders
hervorzuheben ist dabei die Verleihung der
Ehrenmitgliedschaft an Harald Stokkellar,
Kurt Stier, Werner Lohan, Rolf Hummel, Susanne Duchene und Stefan Dabringhaus,
die in einem sehr feierlichen Rahmen stattfand und mit der Übergabe wunderschöner
Anubis-Statuen als äußeres Zeichen unserer
Anerkennung gekrönt wurden.
Nach dem offiziellen Teil der Veranstaltung
haben wir gemeinsam ein sehr fröhliches und
unbeschwertes Fest gefeiert, so wie es einem
20 Jahre alten, aber trotzdem jungen und
zielstrebigen Verband zukommen sollte. Hier
gilt mein besonderer Dank der Organisatorin
der JHV und der Gala, Frau Anja Schlange,
die- wie es kaum anders zu erwarten war –
eine erstklassige Gastgeberin war.
Wir vom Vorstand haben nun wieder ein ganz
klares Mitgliedervotum und werden versuchen, auch diese Ziele bis zur nächsten JHV
in Paderborn bei Dieter Sauerbier wieder zu
erreichen.
Und Sie wissen, ich halte Sie auf dem Laufenden!
Also bis bald
Ihr Marc Wechler
2
Einbalsamierer vor Ort
Servicetelefon 01803-125512
1
Karsten Goedecke; Ammersbek
Stefan Dabringhaus; Stockelsdorf
Olaf Nickel; Stockelsdorf
Burkhard Dümchen; Flensburg
Joerg Vieweg; Rellingen/Pinneberg
10
Gunter Anton; Neustadt/Sachsen
Andreas Todt; Plauen
2
Heiko Schönsee; Schwerin
Helmut Kohlmann; Hagenow
Frank Lau; Hagenow
Roger Kohlmann; Boizenburg
Christoph Winkler; Ribnitz-Damgarten
3
Bea Nebel; Hamburg
4
Andreè Berger; Bleckede
Marc Wechler; Hildesheim
Burkhard Schulz; Braunschweig
Karl-Heinz Rieke; Melle
Karl-Hermann Pingel; Lingen
11
Sven Tittelbach-Helmrich; Arnstadt
12
Werner Dörr; Lahnau
Sven Baar; Offenbach a. M.
13
Peter Kolling; Vettelschoß
Ronald de Schutter; Katzweiler
Bianca-Stüber-Kolling; Vettelschloß
14
Susanne Duchene; Völklingen
15
Verena Kurz-Feuerstein; Heidelberg
Mark O. Kunz; Stuttgart
Claudia Dörfler; Nürtingen
Kurt Stier; Karlsruhe
Aladin Kahriman; Karlsruhe
Rolf Hummel; Rheinau/Freistett
Peter-Paul Pohl; Friedrichshafen
Oliver Schurr; Ulm
Manfred Scheible; Holzkirch
Andreas Jahraus; Heidenheim a.d. Brenz
Andreas Eberhard; Möglingen
Elmar Bauer; Ehingen
Johan Homburg; Nürtingen
16
Johannes Bauer; Fürth
Alexander Wendel; Dinkelsbühl
A
Rudolf Beer; Amstetten
Christine Dellmann; Landeck
Markus Floßmann; Innsbruck
5
Oliver Schramm; Bremen
Christopher Minke; Ritterhude
Anja Schlange; Bremerhaven
CH
Daniel Lochbrunner; Krattigen
Micaela Plattner; Biel
6
Andreas Kliesch; Senftenberg
Detlef Mock; Zeuthen
7
Anja Lohan ; Wolfen
Kunz Schulz; Tangermünde
8
9
Dieter Sauerbier; Büren
Volker Dischleid; Düsseldorf
Henning Dischleid; Düsseldorf
Frank Odendahl; Monheim
Oliver Merten; Lünen
Jürgen Brocksiepe; Lünen
Markus Merten; Lünen
Martin Suttmeyer; Gelsenkirchen
Johannes Lenert; Dorsten
Frank Doleschal; Duisburg
Bernd Menge; Duisburg
Dirk van Stiphout; Neukirchen-Vluyn
Hans-Harald Stokkelaar; Münster
Sven Uhrmann; Münster
Martin Huerkamp; Warendorf
Elisabeth Dartmann; Steinfurt
Markus Dartmann; Steinfurt
Dieter Joisten; Schleiden-Gemünd
Frank Makiol; Hamm
Martin Schulte; Bönen
Mark Banaczak; Werl
Peter Hann-Wenner; Bad Sassendorf
Christoph Kuckelkorn; Köln
Frank Grah; Solingen
Katrin Hellenthal; Elsdorf
Oliver Klein; Wuppertal
Dirk Scherzek; Dortmund
Christian Hackmann; Ibbenbüren
Torsten Gerlang; Essen/Mülheim
Weitere Informationen gibt der VDT. unter der 01803-125512*
VDT. e.V. • Emserstraße 7 • 15738 Zeuthen • Telefax 01803 - 13 55 12*
Internet: www.thanatologen.de • Email: vdt@thanatologen.de
eternity april 2011
4
18
1
Editorial & Impressum
3
Inhalt
Gesellschaft
4
5
8
9
Kultur
15
Was vermag die virtuelle Autopsie?
Ermittlung von Todesursachen, Todeszeitpunkt
und Tathergang
Jeder Mensch trauert anders
Projekt „Trauerforschung im Fokus“
Branche
6
16
18
Neu im Kino: „The Tree“
Eine Geschichte über Liebe und Tod, Trauer und Träume
Verkauft's mei G'wand...
Eine „Spezial“-Führung durch das Wiener
Museum Karlsplatz
Bilder einer Epoche
Gerhard Richters Bilder aus den 60er und 70er Jahren
Mit Rückenwind und volle Kraft voraus!
Jahreshauptversammlung des VDT in Bremerhaven
Stets Fullhouse für den sanften Riesen
VDT- Seminare Hygiene I und II in Stockelsdorf bei Lübeck
22 „Der Totentanz“
Bilder vom Sterben und vom Tod in Höxter
Beerdigung gewonnen
Brandenburger Radiosender verloste Sterbeversicherung
Termine
20
21
Ötzi – Tod im Eis
Vor 20 Jahren wurde der Mann aus dem Eis gefunden
„Leben und Tod“
Einzigartige Veranstaltung zum Thema Sterben
Produkte
10
Digitaler Nachlass
Wenn Menschen sterben, hinterlassen sie
Spuren im Internet
26
Devota 2011
Vom 23. bis 25. September in Ried/Österreich
Stelenwald
Begehbares Grabfeld im hessischen Heusenstamm
22
Wer? Wo? Was?
24
TV-Tipps
27
Terminkalender
28
Buchtipps
12
13
Inhalt
Trauergarten
Die Alternative zur anonymen Bestattungsformen
3
Gesellschaft
4
eternity april 2 0 1 1
Was vermag die virtuelle Autopsie?
Ermittlung von Todesursachen, Todeszeitpunkt und Tathergang
Betrieb dieser Anlagen personal- und kostenintensiv. Doch verstärkt gefordert wird
der Radiologe bereits in der Rechtsmedizin, wo es um die Aufklärung bei Fällen von
Gewalteinwirkung geht. Brand- und Fäulniszersetzte Leichen sowie Kinderleichen
mit Anzeichen von Misshandlung müssen
computertomografisch untersucht werden.
Hier lassen sich oberflächliche Verletzungen
sichtbar machen, veränderte Knochenstrukturen wie verheilte Brüche oder frische
Frakturen, die Veränderung von Organen,
Gefäßen und Gewebe, ferner Gasansammlungen oder Fremdkörper.
Unter dem CT kann man beispielsweise erkennen, wo bei Schussverletzungen das Projektil liegt und der Schusskanal verläuft. Die
Schussrichtung lässt sich nachvollziehen
und der Tathergang rekonstruieren. Dabei
ist es für die Dokumentation von Vorteil,
dass auch nach dem Präparieren der ursprüngliche Zustand gespeichert und jederzeit abrufbar bleibt.
1Das
wahre Anlitz der Nofretete? Dieses Sandsteinportrait enthüllte der `Somatom Sensation
64´ von Siemens Medical Solutions im Imaging
Science Institute der Charité Berlin im Auftrag
von National Geographic.
Von Dr. Gisela Stiehler-Alegria
Exakter als durch Sektion lassen sich heutzutage Todesursache und Verletzungen bei
Leichen mit der virtuellen Autopsie darstellen, kurz `Virtopsie´ genannt. Alle relevanten Daten werden dabei in einer halben
Stunde mittels bildgebender Verfahren wie
Computer-(CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) erfasst und sind zwecks Dokumentation unbefristet abrufbar.
Autopsie-Verfahren, die auf herkömmliche
Sektion verzichten und das Skalpell durch
Strahlen ersetzen, werden seit einigen Jahren von Forensikern in Bern (CH), Frankfurt
und Magdeburg erprobt. Um die Körperoberfläche räumlich zu erfassen, werden
Lichtstreifen mit dem Laserscanner auf die
Leiche projiziert, die sich abzeichnenden
Krümmungen digitalisiert und die Körperform errechnet. Anschließend durchleuchten die rotierenden Röntgenstrahlen des CT
den Körper scheibchenweise und errechnen
die dreidimensionalen Daten. Der nach Abgleichen mit den Oberflächendaten entstandene virtuelle Körper ermöglicht nun die digitale Spurensuche.
Bis zum Einsatz als Standardverfahren im
gerichtsmedizinischen Umfeld wird es noch
einige Jahre dauern, denn nicht zuletzt ist der
Bestimmung des Todeszeitpunkte
Eine Herausforderung sind die verwesungsbedingten Veränderungen der Organe eines
Leichnams vom Todeszeitpunkt bis zur
Untersuchung, die Fäulnisgase und Flüssigkeiten. Schon nach wenigen Tagen sind
Gasansammlungen im Pfortadersystem, Abdomen oder den Herzkammern vorhanden,
wobei atmosphärische Luft und Fäulnisgase
in derselben Leiche auftreten können. Typisch für Gase sind Kohlendioxid, Schwefelwasserstoff, Wasserstoff, Ammoniak und
Kohlenwasserstoffe, deren Zusammensetzung Rückschlüsse auf Todesursache und
Liegedauer zulässt. Zu den Initiatoren, die
die Forensik mittels MRT und CT revolutioniert haben, gehört der Rechtmediziner Michael Thali von der Uni Bern, dessen Team
einen Industrieroboter (`Virtobot´) umfunktioniert und auf Schienen gesetzt hat, der
zeitraubende Einstellungen übernimmt. Ein
ausgeklügelt programmiertes System erfasst sogar Stoffwechselprodukte im Gehirn
und kann damit den Todeszeitpunkt auch
nach mehr als 48 Stunden zuverlässig bestimmen.
Virtopsie nach Katastrophen
Unentbehrliche Dienste leistet die Virtopsie
bei der Identifizierung von namenlosen Leichen nach Katastrophen oder von Kriegsopfern. Immer ist es ein Wettlauf gegen Zeit,
Hitze und Verfall: sowohl aus versicherungstechnischen Gründen als auch um den Hinterbliebenen Auskunft über das Schicksal
ihrer Angehörigen zu geben müssen die To-
ten identifiziert werden. In diesem Zusammenhang bildet die virtuelle Rekonstruktion
schwer entstellter Körper und Gesichter eine
große Hilfe, um Verwandten und Freunden
das Erkennen der Toten zu erleichtern.
Selbst Exhumierte können auf diese Weise
untersucht werden, der Identifizierung dienen Details wie Zahnstellung oder Plomben.
Die US-Regierung ließ die Verletzungen von
3000 gefallenen GIs virtuell autopsieren
mit dem Ziel, durch Optimierung der Ausrüstung betroffene Körperregionen künftig
besser zu schützen. Zu diesen pragmatischen Gründen gesellt sich seit kurzem
das private Motiv vieler Angehöriger Autopsieberichte anzufordern: sie möchten nicht
nur erfahren, woran die von ihnen geliebten
Menschen starben, sondern ob sie leiden
mussten. Eine ambivalente Forderung, da
niemand ernsthaft erwarten kann, dass die
Autopsie für jeden Hinterbliebenen eine
tröstliche Nachricht parat hält.
Um solche Informationen über sämtliche
amerikanischen Gefallenen des Irakkrieges
gewinnen zu können, hat Michael Thali
die US-amerikanischen Kollegen mit seiner Methode vertraut gemacht, Gesichter
und Körper mittels Laserscanner sowie CT
dreidimensional zu erfassen. Die Analyse
der präzisen Bilder soll eine qualitative Bewertung der Verletzungen ermöglichen, ob
das Bewusstsein verloren wurde, ob der Tod
schnell eintrat und kein langes Leiden verursachte.
Mumientourismus
Eine andere wissenschaftliche Disziplin, die
sich verstärkt der Tomographen bedient,
ist die Archäologie. In Mannheim entstand
beispielsweise in Kooperation zwischen
der Universitätsmedizin und den Reiss-Engelhorn-Museen ein CT-unterstütztes Mumienforschungsprojekt, dem spektakuläre
Einsichten in mumifizierte Körper und verschlossene Objekte gelingen, ohne zerstörerisches Auswickeln und Sezieren. Das Geheimnis des Sandsteinkerns der Nofretete
wurde allerdings in der Berliner Charité gelüftet. Unter dem `Somatom´ von Siemens
entdeckte man, dass unter der bekannten
Gipsmodellierung ein in den Sandstein gemeißeltes Portrait steckt, dessen Gesichtszüge weniger idealisiert waren.
Wissenschaftler der Thanatologie und Forensik stimmten 2010 auf dem Symposium
„Tod und toter Körper“ in Zürich überein,
dass die Feststellung der Todesursache ihre
Berechtigung „als letzter Dienst“ bei Patienten oder Opfer einer Straftat hat, dass
man die Toten eben nicht in Ruhe lassen,
eternity april 2011
sondern genau hinsehen soll. Gleichzeitig
diskutierten sie die Frage, ob mit der fortschreitenden Technisierung des Todes nicht
doch die tabuisierte Verletzung der körperlichen Integrität und der Totenruhe einhergeht. Muss der Stellenwert des Todes und
der toten Körper in unserer Gesellschaft
folglich neu bewertet werden, wenn die Virtopsie gängige Praxis wird? Bislang diente
die „Legalsektion“ zur Klärung der Frage, ob
eine Person eines nicht natürlichen Todes
gestorben ist, ob ein Verschulden Dritter
in Betracht kommt, wann der Todeseintritt
stattfand und allgemein zur Sicherung der
1Ägyptische
Kindermumie, CT-Untersuchung der Stanford
University, USA.
Gesellschaft
5
Beweisunterlagen. Die „Anatomische“ Sektion zergliederte Leichen oder Leichenteile
zum Zwecke der Lehre. Nun eröffnet die
Virtopsie neue Erkenntnismöglichkeiten wie
die dreidimensionale Rekonstruktion verbunden mit den Vorteilen der digitalen Datenspeicherung.
1In Kooperation zwischen Unversitätsmedizin und den Reiss-Engelhorn-Museen
entstand das Mannheimer Mumienforschungsprojekt.
Jeder Mensch trauert anders
Projekt „Trauerforschung im Fokus“
So verschieden jeder Einzelne mit dem Verlust eines nahe stehenden Menschen umgeht, er wird immer stark davon beeinflusst,
was in seinem sozialen Umfeld als normal
und angemessen gilt. Oft helfen diese Vorstellungen den Trauernden wenig, engen
ein und können sogar schaden. Dies ganz
besonders dann, wenn sie auf irrtümlichen
Annahmen beruhen.
Nicht selten ist es die Fachwelt selbst, die
solche Irrtümer gesellschaftsfähig macht.
Dazu gehört zum Beispiel die lange ungeprüfte Annahme über verzögerte oder
aufgeschobene Trauer. Landläufig herrscht
die Meinung vor, dass Menschen, die nach
einem bedeutsamen Verlust wenig Trauer
zeigen, zwangsläufig später davon eingeholt
werden. Diese Einschätzung geht zurück auf
frühe psychoanalytische Konzepte, ist aber
nach heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht mehr haltbar. Viele Menschen
– je nach Studie sogar die Hälfte – kehren
nach einem Todesfall recht schnell in ihr
seelisches Gleichgewicht zurück. Verzögerte
Trauerreaktionen hingegen sind sehr selten.
Diese Erkenntnisse verdanken wir der Trauerforschung. Doch in Deutschland fristet
diese bislang noch ein Nischendasein. Auf
internationaler Ebene hingegen ist Trauerforschung mittlerweile zu einem klar bestimmten, interdisziplinären Arbeitsfeld
herangewachsen, das wichtige Ergebnisse
hervorbringt.
Das Projekt „Trauerforschung im Fokus“
hat sich den Transfer dieser Erkenntnisse in
den deutschen Sprachraum auf die Fahnen
geschrieben. Die Betreiber der Internetseite
www.trauerforschung.de geben regelmäßig
einen Newsletter mit den aktuellen Publikationen aus der internationalen Trauerforschung heraus.
Die Chefredakteurin des Newsletters, Heidi Müller, ist selbst in der Trauerbegleitung
tätig. Sie erläutert die Motivation des Pro-
jektes: „Die ausgewählten Texte sollten die
praktische Arbeit und den Erkenntnishorizont von Trauerbegleitern bereichern.“ Bisher sei es für Trauerbegleiter sehr schwer, an
wichtige Forschungstexte zu kommen und
diese zu lesen.
Gefördert wird „Trauerforschung im Fokus“
von Aeternitas e. V., der Verbraucherinitiative Bestattungskultur. Der Vorsitzende Hermann Weber will helfen, die neuesten Erkenntnisse aus der Forschung in die Praxis
umzusetzen – zum Nutzen jedes einzelnen
Trauernden.
Er sagt: „Mir liegt am Herzen, dass jeder
Mensch seine Trauer nach seinen Bedürfnissen ausleben kann, unterstützt von seinem
persönlichen Umfeld und gegebenenfalls
auch fachlicher Hilfe, die auf den neuesten
Erkenntnissen fußt.“ Seine Motivation sei,
dass neueste Arbeiten aus der Trauerforschung für jedermann frei zugänglich sein
sollten.
6
G ESELLSCHAFT / Branche
eternity april 2 0 1 1
Mit Rückenwind und volle Kraft voraus!
Jahreshauptversammlung des VDT in Bremerhaven
VDT Deutsche Einbalsamierer e.V.
Ein Bericht von Bea Nebel
Liebe Leserinnen und Leser, Sie haben es ja
bereits im Editorial von Marc Wechler gelesen: vom 18. – bis 20. März wurde die jährliche Versammlung des Verbandes in Bremerhaven abgehalten. Aber auch die anderthalb
Tage vorher war der VDT nicht untätig. Der
Donnerstag und der halbe Freitag standen für
die Referenten der Weiterbildung zum Einbalsamierer und auch für die Leiter der „kleinen
Seminare“ unter einem arbeitsreichen Stern.
Auch wir Referenten wollen uns nämlich stetig verbessern und ließen uns daher von Arne
Raupers in Methodik und Didaktik weiterbilden.
Eine wirklich sehr spannende und lebendige
Fortbildung, aus der alle TeilnehmerInnen
mit großem Spaß und Arbeitseifer viel mitgenommen haben, das künftig den Seminarteilnehmern bei Hygiene 1 und 2 sowie auch
dem Perfect Finish und natürlich den neuen
Einbalsamierern in spe zugute kommen wird.
Daher auch an dieser Stelle noch einmal ein
wirklich herzliches „D A N K E S C H Ö N !“
an Herrn Raupers!
Während des Freitagvormittags trudelten
dann immer mehr der alten und neuen KollegInnen im Comfort Hotel am Hafen ein. Wie
es sich im hohen Norden so gehört, wurden
vor dem Beginn des ersten Teils der Jahres-
®
hauptversammlung nach den Begrüßungsrunden und dem üblichen großen Hallo
ein paar Fischbrötchen verköstigt, bevor es
dann gestärkt und mit den vom Nordseewind freigepusteten Köpfen an den runden
Tisch ging. Vorsitzender Marc Wechler begrüßte im Namen des Gesamtvorstandes
alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer noch
einmal ganz offiziell und eröffnete die Versammlung. Genau wie im letzten Jahr, als
man die Jahreshauptversammlung zum ersten Mal in zwei Teilen abhielt, ging es auch
diesmal am Freitag hauptsächlich um vereinsrechtliche Belange aus der vergangenen
Saison, wie zum Beispiel die Entlastung des
Vorstandes und der Kassenprüfer, um Etats
und Haushaltspläne, ein Resümee des letzten Geschäftsjahres und einem Ausblick auf
das kommende Jahr mit den dazugehörigen
Neuwahlen der Kassenprüfer (Glückwunsch
an Olli Klein, der sich dieses Amt mit der Hilfe von Stefan Dabringhaus nach Jahren des
heimlichen Sehnens auf diesen Posten nun
endlich sichern konnte!).
Der Abend des ersten Tages stand dann nach
getaner Arbeit mal wieder ganz im Sinne von
gut Essen und Trinken. Allerdings nicht einfach, in dem wir uns an den gedeckten Tisch
setzten. - Denn im so genannten „SeefischKochstudio“, das unsere Gastgeberin Anja
Schlange als Speiselokalität für uns erkoren
hatte, wird erst einmal vor aller hungrigen
Augen auf sehr unterhaltsame Art zubereitet,
was später als lecker Fisch auf dem Tisch landet. Nach einem Begrüßungsprosecco ließen
wir uns alle aufs angenehmste bekochen und
gerade die Damen und Herren, die vorher
vielleicht durch ihren Herkunftsort bedingt
noch nicht so viel Ahnung von der Fischzubereitung hatten, gingen nicht nur gut gefüttert, sondern auch mit ein paar neuen Koch-
gmbh
Ihr kompetenter Partner für
• Unternehmensbewertung
• Unternehmensnachfolge
• Unternehmensvermittlung
kenntnissen in den weiteren Abend, der sich
nach Speis und Trank in einer kleinen netten
Hafenkneipe mit Jukebox (!) fortsetzte. Man
könnte sagen: der Freitag war die Generalprobe für die große Gala am Samstag. Und dass
derlei Zusammenkünfte auch für den kollegialen Austausch abseits des Versammlungstisches gut und nützlich sind, das weiß jeder,
der schon einmal in einem Verband oder Verein engagiert war. Die Nacht war - soviel sei
an dieser Stelle ausgeplaudert - nicht allein
zum Schlafen da. Allerdings: wer feiern kann,
der kann auch früh am Morgen weiter tagen!
Nach mehr oder weniger Stunden Schlaf fand
man sich also wieder zum zweiten Teil der Jahreshauptversammlung ein. Mittlerweile war
die Anzahl der stimmberechtigten Mitglieder
auch noch mal um ein paar geistreiche Köpfe
auf ca. 45 bis 50 angestiegen, was auch gut
war, denn es galt ja, wichtige Entscheidungen
zu treffen und auf den Weg zu bringen. Einige davon betrafen die Satzung des VDT. Nach
20 Jahren musste man sich einfach mal zeitgemäß verändern und um nun an dieser Stelle die Nichtmitglieder und nicht anwesend
gewesenen Mitgliedern nicht mit den einzelnen Punkten zu langweilen, verweise ich
einfach darauf, dass die neue beschlossene
Satzung zum einen nach ihrer Absegnung
durch das Vereinsgericht in Münster an alle
Mitglieder verschickt werden wird, zum anderen aber auch für alle Interessierten öffentlich einsehbar sein wird. Transparenz ist und
bleibt natürlich auch nach zwei Dekaden Vereinsleben mit Höhen und Tiefen ein oberstes
Gebot. Wichtige nennenswerte Punkte wären
aber zum Beispiel die künftige Unterteilung
der Mitglieder in „Stimmberechtigte“ und
„Nichtstimmberechtigte“. Erstere sind ab in
Krafttreten der neuen Satzung zertifizierte
EinbalsamiererInnen und Ehrenmitglieder,
wir setzen dinge in bewegung
Der richtige Ansprechpartner für
• die Einführung eines individuellen
Qualitätsmanagements in Ihrem
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Über 10 Jahre Erfahrung in der Bestattungsbranche und umfassende Markt- und Branchenkenntnisse
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eternity april 2011
zur zweiten Sparte gehören dann eben nicht
ausgebildete aber im Verband aktive Damen
und Herren, sowie Fördermitglieder, die sich
aber nicht weiter aktiv ins Verbandsleben einbringen können oder wollen. Daneben wird
es dann auch noch die so genannte Probemitgliedschaft geben, die vor allem die Studenten der Weiterbildung zum Einbalsamierer betrifft. Erst nach erfolgreich abgelegten
Prüfungen wird aus einem Probemitglied ein
stimmeberechtigtes Mitglied.
Sehr wichtig war an diesem Tag jedoch auch
der Beschluss der seit Jahren angedachten
Namensänderung vom bekannten „Verband
dienstleistender Thanatologen e.V.“ hin zum
praktikableren „ VDT Deutsche Einbalsamierer e.V.“. Diese Änderung macht nun zum
einen vor dem Hintergrund Sinn, dass nicht
nur vom E&IEBMS zertifizierte EinbalsamiererInnen im VDT tätig sind, sondern auch
immer mehr durch die Handwerkskammer
Düsseldorf geprüfte Thanatopraktiker eine
Heimat innerhalb des VDT gefunden haben.
Und da der VDT ein Verband und die Heimat
aller deutschsprachigen EinbalsamiererInnen
ist, - natürlich auch weiterhin in Österreich
und der Schweiz! - sollte dieses auch bereits
durch den Namen nach außen transportiert
werden. Zum anderen ist es auch einfach
so, dass die etymologische Zusammensetzung des Wortes Thanatologe (Thanatos =
griech.: Der Tod; Logia = griech.: Die Wissenschaft; beides zusammen daher: die Lehre
des Todes) einen sehr theoretischen Beigeschmack hinterlässt, der unserer im Alltag
ja eher sehr praktischen Arbeit gar nicht gerecht wird. Natürlich verfügt ein zertifizierter
Einbalsamierer zwangsläufig über ein großes
medizinisches und wissenschaftliches Hintergrundwissen rund um den menschlichen
Körper, Sterben und Tod, welches auch durch
die kontinuierlich verbesserte Weiterbildung
zum geprüften Einbalsamierer stets erweitert
und vermittelt wird, dennoch sind wir in erster Linie als Handwerker und Praktiker im
Dienste der Familien und Angehörigen von
Verstorbenen tätig. Und „Einbalsamierer“
hört sich dann eben auch für Nichtbranchenkenner bei weitem nicht so abgehoben an.
Da der VDT sich aber in den letzten 20 Jahren
im In- und Ausland einen guten Namen gemacht hat, bleibt eben diese Kombination der
drei Buchstaben auch als Wiedererkennungswert im Namen erhalten. Ein hohes Maß an
Wiedererkennung hatte dann mit Sicherheit
auch der Höhepunkt der gesamten Tagung.
Wen traf man bei der Abendgala zum 20sten
Geburtstag des VDT nicht zur eigenen großen Freude alles hoch oben aufs beste herausgeputzt in der Captainslounge des Atlantikhotel Sailcity wieder?!! In 74m Höhe fanden
sich noch einmal mehr Mitglieder und Weggefährten aus zwei Jahrzehnten ein. Ein wirklich großes Hallo gab das, soviel sei an dieser
Stelle verraten! Zur Begrüßung erst mal ein
Gläschen Schampus, danach wurde das auf
feinste gefüllte warm-kalte Buffett geplündert
und es ging einstweilen zum offiziellen Teil
Branche
7
des Galaabends über. Eben noch Studenten
(Ja ja, wie die Zeit vergeht! Seufz!) durften
sich Torsten Uschi Pelz, Sven Sobirai, Sebastian Stephan, Marvin Benz und Christoph
Winkler nun über ihre durch Johan Homburg
und Jörg Vieweg überreichten Urkunden freuen und dann endlich den Eid ablegen (diese
Ehre wurde mir zuteil), bevor sie alle unter
Klatschen und Johlen als vollwertige Kollegen
im Kreise der alten Hasen begrüßt wurden.
Einer, der es wegen seiner praktischen Fähigkeiten auch mehr als verdient hätte, vorne
bei diesen fünf zu stehen, wäre Henry Njezi
gewesen. Leider konnte er durch organisatorisch-rechtliche Gründe in diesem Jahr noch
nicht vor die Prüfungskommission treten.
Aber er wird sicherlich im kommenden Jahr
hervorragend abschneiden und stolz seine
verdiente Anerkennung entgegennehmen
können.
wer immer nur mit Vergänglichkeit und Tod
konfrontiert ist, der muss auch mal so feiern, als würd's kein Morgen geben. Erst im
Morgengrauen verließen auch die letzten mit
wunden Füßen die Tanzfläche und schlichen
bester Dinge in ihre Kojen. Es gab allerdings
ein Morgen! Manch ein Leser wird noch Patricia und Philippe Dubresson von den 2008
im Juni abgehaltenen Infotagen in Schwerin
kennen. Und genau diese beiden mit Herz,
Hirn und Humor ausgestatteten Fachleute
und mittlerweile Einbalsamierungsbedarfshersteller (European Embalming Products
Company, kurz eep Co) und Verkäufer gaben
sich und uns in der Kapelle von Bestattungen
Schlange die Ehre und einen Ein- und Überblick über ihr Können und ihre Produkte, die
sie von Instrumenten mit lebenslanger Garantie über Kosmetik und Chemikalien seit
Gründung der Firma stetig erweitern.
Mit den Ehrungen der Neuen nicht genug,
ging es weiter mit den Ehrungen langjährig
engagierter Mitglieder, ohne die der VDT heute sicherlich nicht da wäre, wo er steht. Dass
auch der vorherige Präsident Heiko Schönsee
endlich noch einmal für seinen langjährigen
Einsatz honoriert wurde, stieß bei vielen auf
großes Wohlwollen. Und auch die im Editorial erwähnten sechs Ehrenmitglieder haben
sich diesen Status auf jeden Fall durch ihre
jahrelange Tatkraft für den Verband redlich
erworben. Einen großen Dank und Applaus
noch einmal an dieser Stelle im Namen aller
Mitglieder!
Für alle Ausgeschlafenen war das ein runder
Abschluss eines wieder einmal wundervollen
JHV - Wochenendes. Aber auch diejenigen,
die noch in ihren Hotelbetten ausschliefen
oder bereits auf dem Heimweg waren, werden mir sicherlich recht geben, wenn ich
sage: Die Jubiläums Versammlung war spitze! Mit allem drum und dran! Und das haben
wir nicht zuletzt dem eifrigen Organisationsteam Familie Schlange zu verdanken. Allen
voran natürlich Junior Schlange Anja! Perfect
Finish eben...- könnte man sagen.
Nach all diesen Ehrungen begann dann der
ungezwungene Teil des Abends mit dem
Schlachtruf: „Katze-Katze, Hüa - Hüa!“. Wein,
Weib und Gesang kamen durch den DJ voll
in Gang ; könnte man sagen. Es wurde getanzt, wild, geschunkelt und gelacht. Klar,
Mit Rückenwind aus diesen tollen Tagen geht
es nun erst einmal durch dieses Jahr, bevor wir
uns im nächsten dann alle gesund und munter bei den Sauerbiers in Paderborn einfinden.
Also, liebe Kolleginnen und Kollegen: „Volle
Kraft voraus!“ und „Katze - Katze, Hüa Hüa!!!“
8
B ranche
eternity april 2 0 1 1
Stets Fullhouse für den sanften Riesen
VDT- Seminare Hygiene I und II in Stockelsdorf bei Lübeck
1Mitten in einem Wohngebiet, mit einem kleinen Teich vor dem Haus und einer Bank liegt das Thanatorium Dabringhaus
Vorgestellt von Bea Nebel
In den kommenden Ausgaben der Eternity
möchten wir Ihnen einige Seminarstandorte
des VDT e.V. vorstellen. Dazu gehört es natürlich auch, Ihnen etwas über die jeweiligen
Referenten zu erzählen; aus dem Nähkästchen plaudern quasi. Wir beginnen im hohen
Norden, fast in der Lübecker Bucht, nahe der
Hansestadt der 7 Türme, in Stockelsdorf. Auf
einem ruhigen schönen Grundstück steht
dort Wärme und Willkommen ausstrahlend
das Thanatorium zu Stockelsdorf. Mitten in
einem Wohngebiet, mit einem kleinen Teich
vor dem Haus und einer Bank. Besonders im
Sommer -wenn im Teich die Frösche balzen
und der alte Hauslabrador Paul seine Runden
über den Kieshof dreht und die Sonne vom
Himmel strahlt und eine leichte Ostseebrise
die Blätter der umliegenden Bäume rascheln
lässt - würde niemand vermuten, dass sich
hinter den einladenden hellen Mauern des
2002 eingeweihten Hauses ein Bestattungsunternehmen verbirgt.
Na ja, „verbirgt“ ist hier auch nicht das richtige Wort! Denn die Türen stehen jedem interessierten Besucher offen. Das Thanatorium
hat nichts gemein mit den oft angestaubten
und hinter Lamellengardinen versteckten Bestattungsinstituten, die man so oft in kleinen
und großen Städten findet und die den Besucher auf Abstand halten. Keine Tür im gesamten Hause hat ein Warnschild mit den Worten „Zutritt verboten!“, nicht einmal der so
genannte Versorgungsbereich, der neben der
Trauerhalle das Herzstück des Thanatoriums
ausmacht. Vielmehr ist das Thanatorium ein
Ort der Begegnung. Für trauernde Angehörige und ihre Verstorbenen jeder Nationalität,
Hautfarbe und Religionszugehörigkeit ge-
nauso wie für Schul- und PflegehelferInnenklassen, für ehrenamtliche HozpizmitarbeiterInnen, für Konfirmandengruppen und
natürlich auch für diejenigen, die sich qualitativ für ihr eigenes Unternehmen im Bereich
Dienstleistung über den VDT fortbilden wollen. Und zwar mit den Einsteigerseminaren
Hygiene I und Hygiene II, die vom VDT seit
Anbeginn der Verbandsgeschichte aufgrund
großer Resonanz auch hier sehr erfolgreich
angeboten werden.
Genau diese beiden Seminare sind es, die
den Grundstein für ein qualitativ hochwertigeres Bestatterleben im Dienste und der
Wünsche der Kunden legen. Und viele begegneten dabei einem Mann, dem sanften
Riesen, wie man ihn auch in Insiderkreisen
nennt. Wer würde bei diesem Kerl von einem
fast 2m Mann daran denken, dass er gleich
mit diesem Geständnis raus rückt?! „Auch
nach bisher von mir 35 oder 40 geleiteten Seminaren bleibt für mich immer noch ein kleiner Rest Lampenfieber vor dem Beginn“, sagt
Olaf Nickel, ausgebildeter Einbalsamierer,
Langzeitangestellter bei Dabringhaus Bestattungen (www.Dabringhaus.de) und Referent
für den VDT seit 2003. „Denn“, so Nickel weiter, „es ist ja tatsächlich auch kein Seminar
wie das andere. Es ist immer alles abhängig
von der Konstellation und der Vorbildung
der Seminarteilnehmer. Anfangs habe auch
ich eher so steife Vorleseseminare abgehalten, aber nun hat sich das alles zu einer Art
Workshop entwickelt.“ Klar! Seminar heißt
ja auch 'halb erzählt', der Rest ist Praxis. Am
Anfang war ich auch eher schüchtern. Mittlerweile jedoch macht es mir so einen Spaß.
Das scheint auf die Teilnehmer ab zu färben. Das Feedback der TeilnehmerInnen aus
dem In- und deutschsprachigem Ausland ist
durchweg positiv und 90 Prozent meiner Absolventen aus dem Hygiene I Seminar begrüße ich im bald darauf im Hygiene II Seminar
wieder. Viele haben daraufhin sogar mit der
Fortbildung zum Thanatologen begonnen“,
berichtet er.
Olaf Nickel, geboren am 06.09.1964 in Lübeck, hätte in seinen Jugendjahren auch gar
nicht daran gedacht, ins Bestattungsgewerbe
zu gehen. „Das passierte eher zufällig, dass
ich in die Branche kam. Na ja, ist bei den
meisten so, ein klassischer Quereinsteiger
war ich damals. Nach meiner Flensburger
Bundeswehrzeit, in der ich eine Umschulung
zum Bürokaufmann absolvierte, erfuhr ich
von einer freien Stelle“. Das Bestattunginstitut Styri suchte 1996 einen kaufmännischen
Angestellten. Nickel bekam die Stelle und
eine neue Lebensperspektive. „Zwei Jahre
später ging ich dann in meine Heimat zurück
nach Stockelsdorf und fing in dem Betrieb an,
an dem auch heute noch mein Herz hängt.“
dabei lächelt Nickel, in Gedanken ein wenig
in alte Zeiten versunken. Bereits ein Jahr später erhielt er dort, bei Dabringhaus Bestattungen, die Möglichkeit, die Ausbildung zum
Einbalsamierer über den VDT zu machen.
Der Chef, Stefan Dabringhaus, hatte selbige
damals gerade abgeschlossen.
Und von den völlig neuen Möglichkeiten, die
er in die tägliche Arbeit einbringen konnte
inspiriert, machte sich Nickel ebenfalls ans
Lernen und im Folgejahr den Abschluss.
„Das Familienunternehmen war und ist ja
auch einer der Pioniere auf dem Gebiet der
Einbalsamierungen, zumindest im norddeutschen Raum“, so Nickel. Für ihn selber ist
die Möglichkeit, einer Familie den Abschied
am offenen Sarg unter fast allen Umständen
eternity april 2011
zu ermöglichen, ein Credo. „Aber das ist für
uns alle, die wir hier im Hause arbeiten so.
Und zum Glück schließen sich immer mehr
Bestatter, die um diese Möglichkeiten und
Notwendigkeit wissen, dieser Überzeugung
an. Es muss ja nicht immer gleich eine Einbalsamierung oder eine 15 Stunden-Rekonstruktion sein. Viele gute Ergebnisse lassen
sich teilweise schon durch wenige kleine geschickte Handgriffe erzielen. Hygiene I und II
sind da goldwert!“
Auf die Frage, ob er denn den Beruf des Bestatters und Einbalsamierers gerne ausübt,
blitzen Nickels Augen „ Ich denke schon,
dass ich den Ausdruck 'Traumberuf' verwenden kann, denn im Gegensatz zu vielen
meiner Freunde, Bekannten und ehemaligen
Mitschüler gehe ich jeden Morgen gerne zur
Arbeit. Dazu beitragen tut natürlich auch das
große Glück, den richtigen Chef zu haben!
Ob es um meine Ausbildung zum Einbalsamierer geht, meine Referententätigkeit hier
innerhalb des Verbandes oder auch die seit
2007 dazugekommene Rolle des Schriftführers für den VDT – stets wurde das alles von
Stefan Dabringhaus und seiner Frau Bine
unterstützt, befürwortet und sogar gefördert.
Davon kannst Du“ - er blickt in meine Richtung - „ja seit deinen Anfängen als Einbalsamiererwelpe auch ein Loblied singen! (Kann
ich. Absolut! Anmerkung der Verfasserin)-
Nickel weiter: „Und die richtigen Kollegen
machen es hier auch schön! Wir sind ein tolles kleines feines Team, in dem ich ja eher
mal die Mutter der Kompanie bin. Liegt sicher daran, dass ich zu Hause mit meiner
Frau auch drei Kinder habe. Zwei davon zwar
schon aus dem Gröbsten raus und fast flügge, aber die Lütte ist grad 5 und noch kuschelig im Nest. Dass ich durch die damit verbundenen Erfahrungen auch im Berufsleben und
für Angehörige so was Warmes und Einfühlsames ausstrahle, in Stresssituationen noch
Ruhe transportieren kann und wenn's drauf
ankommt, auch Trost spende, liegt irgendwie
nahe“.
Würde er denn einen anderen Beruf ausüben
wollen? „Nein, eigentlich nicht. Aber wenn
es ein nächstes Leben gibt, dann würde ich
gerne wieder Bestatter und Einbalsamierer
werden, denn ein Leben reicht ja fast gar
nicht aus, um alle Facetten dieses vielseitigen
Berufes kennenzulernen“, meint er nach
ein paar Sekunden des Überlegens. Er lacht
verschmitzt, lehnt sich großmütig im Stuhl
zurück und streichelt seinen Bauch. „Nein.
Eigentlich habe ich meinen Platz im Leben
gefunden. Und ich bin stolz darauf, sagen
zu können, dass ich zum Wachstum und
der Entwicklung dieses mittlerweile deutschlandweit bekannten Familienunternehmens
beitragen konnte und weiterhin darf! Das
Branche
9
1Olaf Nickel
Thanatorium bietet für mich außer dem klaren Heimvorteil einfach alles, was ein idealer
Arbeitsplatz braucht. Von vornherein wurde
es auch zu einem optimalen Seminarstandort ausgebaut. Die Ausbildungsräume sowohl für den theoretischen als auch für den
praktischen Part wurden bereits in der Planung berücksichtigt“, so Nickel. „Außerdem
haben wir hier eine sehr gute Verkehrsanbindung durch den Hamburger Flughafen und
den Lübecker Bahnhof. Zum Abschluss kann
ich den Leserinnen und Leser noch verraten,
dass viele der TeilnehmerInnen ein Seminar
gerne mit einem verlängerten Wochenende
an der Ostsee verbinden. Warum auch nicht?
Und nun Schluss mit den großen Worten,
das sollen sich alle, die noch nicht hier waren
einfach mal selber anschauen.“ Spricht`s und
macht sich auf den Weg, der nächsten Familie seinen sanften Riesenbeistand zu geben.
Beerdigung gewonnen
Brandenburger Radiosender verloste Sterbeversicherung
1Makaber
oder publikumsnah? Bei einem Brandeburger Radiosender konnte man eine Sterbeversicherung gewinnen. Im Bild v.l. Dirk Kronewald (Programmchef Radio Galaxy Aschaffenburg), Jens Pflüger (Moderator Radio Galaxy Aschaffenburg), Kathrin Siewert (Gewinnerin) und Erich Kraus (Beerdigungsinstitut Erich Kraus jun.).
Kathrin Siewert aus Schaafheim hat ihre eigene Beerdigung gewonnen. Beim außergewöhnlichsten Radio-Game des Jahres „Gewinne Deine eigene Beerdigung“, veranstaltet
von „Galaxy pm“ am „Radio Galaxy“-Standort
Aschaffenburg, waren es ihre „letzten Worte“,
die von einer Jury als die „coolsten“ unter fast
800 Einsendungen prämiert wurden.
Inspiriert von der Goethe-Ballade „Erlkönig“
hatte sie ihre „letzten Worte“ per E-Mail an
„Radio Galaxy“ geschickt: „Wer kriecht so
spät durch Kraut und Rüben… es ist die Kathy… sie will nach drüben… gehetzt von Arbeit… Erfolg und Pein… kreucht sie mit letzter Kraft nun rein.“ Kathrin Siewert hat eine
Sterbeversicherung im Wert von 3.000 Euro
gewonnen, die zweckgebunden für ihre eigene Beerdigung eingesetzt werden muss. Als
Partner begleitete das Aschaffenburger Beerdigungsinstitut Erich Kraus jun. das RadioSpiel. Bei der Übergabe des Gewinnes sagte
Kathrin Siewert: „Ich freue mich riesig über
den Preis! Ich habe bei Radio Galaxy mitgemacht, weil ich finde, dass es eine tolle Aktion ist und auch wirklich sinnvoll. Mein Sohn
Christoph hat schmunzelnd zu mir gesagt,
dass er sich dank der Sterbeversicherung
später zumindest darüber keine Gedanken
machen müsse.“ Das Gewinnspiel hatte den
Bundesverband Deutscher Bestatter (BDB)
auf den Plan gerufen. Er wollte dem Radiosender die Kampagne gerichtlich verbieten
lassen. Das Landgericht Aschaffenburg hat
in seinem Urteil vom 17. März klargestellt,
dass der Sender nicht gegen bestehendes
Gesetz verstoßen habe. Die Richter kamen
in ihrer Urteilsbegründung zu dem Schluss,
dass eine derartige Werbekampagne nicht
einfach wegen Verstoßes gegen den guten
Geschmack verboten werden könne. Die
Werbung sei demnach nicht unlauter gewesen und habe auch nicht die Menschenwürde
verletzt. Vielmehr stelle sie eine geschäftliche
Handlung dar, die die Interessen von Mitbewerbern und Verbrauchern nicht spürbar beeinträchtigt habe.
10
P rodukte
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Digitaler Nachlass
Wenn Menschen sterben, hinterlassen sie Spuren im Internet
Ein Arbeitstag in der Firma Semno: Eltern
melden sich, deren Sohn sich das Leben
genommen hat. Sie möchten einen Zugang
zu seinem E-Mail-Konto beim Freemailanbieter gmx.de, kennen aber das Passwort
nicht. Er hat keinen Abschiedsbrief hinterlassen und sie suchen nach Hinweisen, um
das Geschehen besser begreifen zu können.
Eine andere Familie wendet sich an Semno,
weil sie nach einem ganz bestimmten Dokument sucht. Der Verstorbene hat vor seinem
plötzlichen Tod eine Gruppenreise nach
Griechenland gebucht, die storniert werden
muss. Sie haben keine schriftlichen Unterlagen gefunden.
In beiden Fällen geht es um den digitalen
Nachlass. Dazu zählen alle Spuren und Informationen, die Menschen im Internet und
auf dem PC hinterlassen. Kaum jemand trifft
Vorsorgemaßnahmen für die eigene digitale
Hinterlassenschaft, so dass sich die Ange-
Über-/Rückführung
europaweit
Pietät und würdevolle Fahrt
mit Leichenkühlwagen
Keine An- u. Abfahrtskosten
Berechnung von - bis
Bestattungsinstitut
Marianne Keck
www.keck-überführungen.de
hörigen darum kümmern müssen und damit häufig überfordert sind. Die Firma Semno ist auf die professionelle Regelung des
digitalen Erbes spezialisiert.
Die erfahrene Trauerbegleiterin Birgit Aurelia Janetzky gründete vor gut einem Jahr
zusammen mit dem EDV-Experten Marc
Zielenski die Firma Semno. Die Pioniere
machen es sich seither zur Aufgabe, Hinterbliebenen bei der anspruchsvollen Regelung
des digitalen Nachlasses zu helfen. Das Internet nutzen 74 Prozent der Menschen in
Deutschland, 30 Prozent davon sind mehr
als zehn Stunden pro Woche online. Wenn
diese Menschen sterben, hinterlassen sie in
unserem digitalen Zeitalter nicht nur materielle Dinge, sondern unzählige virtuelle Datenspuren. Ob öffentliche Benutzerprofile,
private Fotos oder online abgeschlossene
Verträge: Alle Informationen bleiben auch
nach dem Tod erhalten.
Besonders brisant ist, dass verwaiste Profile
und Nutzerkonten zunehmend in das Visier
von Betrügern geraten. Um sich vor Identitätsdiebstahl zu schützen und um finanziellen Schäden vorzubeugen, ist die rechtzeitige Inanspruchnahme von professioneller
Hilfe empfehlenswert. Durch die sorgfältige Analyse der digitalen
Spuren kommen auch versteckte Daten zum
Vorschein, die von materieller oder immaterieller Bedeutung für die Erben sind. „Häufig
befinden sich im digitalen Nachlass Guthaben und Werte, von denen die Angehörigen
nichts wissen: Domainregistrierungen, ein
Guthaben bei einem Bezahldienst, Avatare
in Onlinespielen, Credits in Foto-Communitys oder ein unveröffentlichtes Manuskript
im Onlinespeicher. Diese Schätze für die An-
gehörigen zu heben, haben wir uns zur Aufgabe gemacht“, erklärt Semno Geschäftsführerin Birgit Aurelia Janetzky.
Vielen Erben ist der digitale Nachlass ein
Buch mit sieben Siegeln. Dieses Wissen erschließt Semno. Behutsam und kompetent
werden die Hilfesuchenden während der
Regelung des digitalen Erbes begleitet und
unterstützt. Die diskrete Analyse der sensiblen Daten wird übernommen, potenzielle
Sicherheitslücken geschlossen und wichtige
Daten gerettet. Somit ermöglicht Semno
auch digital einen würdevollen Abschied.
Wie zum Beispiel in diesem Fall. Ein Mann
hatte das Internet intensiv genutzt, war
in mehreren Communities angemeldet.
Semno beriet die Angehörigen, wie eine
Benachrichtigung der Freunde möglich ist,
und welche Möglichkeiten es gibt, mit dem
Facebook-Profil umzugehen. Was bedeutet
der Gedenkstatus, was eine Deaktivierung
usw. Janetzky: „Für Menschen, die sich mit
der Begrifflichkeit und der Funktionsweise
dieser Community nicht auskennen, ist das
eine große Hürde“. Mit Hilfe der Beratung
entschied sich die Familie, die Firma mit der
Löschung des Profils zu beauftragen.
Die Firma Semno ist ein Freiburger
Start-up Unternehmen, das sich seit
Anfang 2010 auf die Regelung des digitalen Nachlasses von Verstorbenen
spezialisiert hat. Auf Grundlage einer
ausführlichen Analyse der Hardware
und Internetnutzung des Verstorbenen
können die Angehörigen entscheiden,
welche Daten gesichert bzw. gelöscht
werden sollen.
24 Stunden,
Sonn- und Feiertags
immer für Sie da.
Tel.: 49 (0 78 51) 95 58 52
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machen es möglich, am
offenen Sarg, in der
Heimat / Zuhause
Abschied nehmen zu können.
1Die
erfahrene Trauerbegleiterin Birgit Aurelia Janetzky gründete vor gut einem Jahr zusammen mit dem
EDV-Experten Marc Zielenski die Firma Semno.
eternity april 2011
„Bestatter sind oft das
Nadelöhr“
Birgit Aurelia Janetzky im Gespräch
Frau Janetzky, Sie sind seit gut einem Jahr am
Markt? Wie läuft das Geschäft, wie reagiert der
Markt auf das neue Angebot?
Die Dienstleistung wird erst nach und nach
wahrgenommen. 95 Prozent der Menschen,
denen ich von Semno erzähle, reagieren mit
"daran habe ich ja noch nie gedacht. Aber
richtig, man sollte sich um den PC und das
Internet kümmern nach dem Tod." Wer eine
Dienstleistung nicht kennt, sucht auch nicht
nach ihr. Ein Einwand, den ich häufig von
Bestattern höre ist: "Da hat mich noch niemand nach gefragt." Es würde mich auch
wundern, wenn die Angehörigen bereits danach fragen.
Sollten Bestatter also selbst aktiv werden?
Bestatter sind oft das Nadelöhr. Alle, die
ein Produkt oder eine Dienstleistung an
die Kunden bringen wollen, sprechen den
Bestatter an: Floristen, Steinmetze, Trauerbegleiter, Trauerreisen, Gedenkseiten, Haushaltsauflösungen und andere... So ist es im
Ermessen des Bestatters, was er/ sie den
Angehörigen empfiehlt, ohne aus der Trauerbegleitung eine Werbeveranstaltung zu
machen. Jeder Bestatter muss die Dienstleistung als sinnvoll und notwendig ansehen,
um sie weiter zu empfehlen. Wenn er das
tut, kann er sich gegenüber den Angehörigen als Dienstleister zeigen, der sogar an
den Bereich Computer- und Internetnachlass denkt, bevor die Angehörigen es tun.
In einigen Jahren wird die Regelung des digitalen Nachlasses selbstverständlich zum
Angebot des Bestatters gehören, wie die
Abmeldung bei Rente und Versicherungen.
Sie wird Teil der Bestattungsvorsorge sein.
Aber wann ist der richtige Zeitpunkt, über den
digitalen Nachlass zu sprechen?
Im Trauerfall haben die Leute zunächst nicht
den Computer und die Internetnutzung
des Verstorbenen im Sinn. Es besteht eine
Scheu, in dieser emotionalen Situation noch
zusätzlich den Bereich digitaler Nachlass
anzusprechen. Wir bieten eine Entlastung
für die Angehörigen an, keine zusätzliche
Belastung. Doch die Menschen brauchen
zunächst die Information. Jeder Bestatter
weiß selbst am besten, bei welcher Gelegenheit er die Information zum digitalen
Nachlass platziert, selten wird es das Trauergespräch selbst sein. Manche legen das
Faltblatt den Unterlagen bei, die sie den
Produkte
Angehörigen nach der Beerdigung überreichen, andere legen ihn gut sichtbar in ihren
Räumlichkeiten aus, andere nehmen die Information und einen Link auf ihrer Webseite
auf oder fragen mich für einen Vortrag/ eine
Veranstaltung mit dem Thema "digitaler
Nachlass" oder "Tod 2.0 - Wie im Internet
getrauert wird" an.
Ihre nächsten Schritte?
In der Bestattungsbranche ist die Nutzung
von Communities wie facebook, xing etc./
Twitter/ Blogs noch recht gering. Die Kunden finden über Empfehlung und traditionelle Bindung an das Bestattungshaus
zum Bestatter. Die Nutzung des Internets
beschränkt sich oft auf die Erstellung einer
Unternehmenswebseite. Da viele Bestatter
selbst kein gesteigertes Interesse am Umgang mit den neuen Medien haben, ist auch
hier Überzeugungsarbeit notwendig. Das
wird sich sicher mit der jüngeren Bestattergeneration ändern, die ja auch mit den
neuen Medien aufwachsen. Ein Projekt, das
ich als nächstes verwirklichen will, ist die
Bereitstellung eines Dokumentes "Digitale
Vorsorgevollmacht", mit dem die Lebenden
für ihren eigenen Tod vorsorgen können.
Frau Janetzky, wir danken für das Gespräch.
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P rodukte
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Stelenwald
Begehbares Grabfeld im hessischen Heusenstamm
Mit Gefühl für Pietät ist auf dem Hauptfriedhof der hessischen Stadt Heusenstamm ein
eindrucksvoller Stelenwald entstanden. Das
rund angelegte, begehbare Grabfeld ist nach
allen Seiten hin offen, es gibt weder Vordernoch Rückseiten. Einige der 13 Urnenstelen
Einzelbuchstaben?
vom Spezialisten für Friedhofsausstattung
Paul Wolff sind beidseitig mit Kammern versehen.
Die Einwohner von Heusenstamm schätzen das Grabfeld sehr, innerhalb von etwas
mehr als zwei Jahren sind bereits 75 Prozent
der 80 Kammern belegt. Sieben neue Urnenstelen des gleichen Produzenten wurden auf
einem anderen Friedhof aufgestellt und der
Bau eines weiteren Stelenwaldes gleichen
Bautyps soeben fertig gestellt.
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Produkte
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Trauergarten
Die Alternative zur anonymen Bestattungsformen
Seit der Markeneintragung 2005 gehört
TRAUERGARTEN zu den positiven Beispielen im Aeternitas-Portal www.gemeinschaftsgrab.de und auch in den Publikationen der Kooperation BIV/Fa.Strassacker
zum Projekt „Orte, die gut tun“.
TRAUERGARTEN bietet Lösungen für pflegeentpflichtete Gemeinschaftsgräber im
untersten Preisbereich an und damit die
Alternativen zu den Bestattungsformen,
die keine ausreichenden Trauerrituale am
Grab zulassen: anonym, Urnennischen,
Wald- und Seebestattungen, Grabeskirchen
– aber auch zu Rasengräbern mit bündigen
Schriftplatten. Die Firma schafft so genannte ‚Gärten der Ewigkeit‘ mit stehenden
Grabmalen und bepflanzten Gräbern, eingebettet in Rasenflächen, gut eingebunden
in vorhandene Friedhofsstrukturen und in
Verbindung mit Sitzplätzen kommunikative
Orte in würdiger Atmosphäre. Kernstück der
Marke sind die ökoKONZEPTgrabmale, die
in 60 geschmacksmustergeschützten Varianten verfügbar sind. Eine große Materialpalette aus Naturstein und Metall lässt eine
Vielzahl von Modellkombinationen zu.
1Auf
dem Friedhof Gladbeck-Rentfort wurden die ökoKonzeptgrabmale installiert. Mit großer Resonanz in
der Bevölkerung. Für Gemeinschaftsgrabstätten wie Urnennischen, rasenbündige Schriftplatten, Baumgräber usw. gibt es hier keinen Bedarf.
Weitere Infos unter
www.TRAUERGARTEN.info
Und der Kreis schliesst sich zur ewigen Ruh - in der "Wiege".
Mit dieser wundervollen Arbeit ist es uns gelungen - verbunden
mit Ästhetik und Würde, den letzen Weg zu begleiten.
Eine Weltneuheit zu fairen Konditionen - verlangen Sie unser Angebot!
Werner Locher Schreinerei, Särge, Möbelrestaurationen
Jungfraustrasse 33 · CH-3661 Uetendorf
mobile: +41(0) 79 208 34 76
phone: +41(0) 33 345 04 49
mail: cradle@locher-saerge.ch
web: www.locher-saerge.ch
Sie finden uns auch an der Messe Pieta in Dresden vom 27. - 29. Mai 2011
14
Wir legen Wert auf Qualität. Ausgezeichnet mit dem:
www.die-feuerbestattungen.de www.fbbrandenburg.de www.fbcelle.de
www.fbcuxhaven.de www.fbdiemelstadt.de www.fbemden.de www.fbhennigsdorf.de
www.fbhildesheim.de www.fbluxemburg.de www.fbminden.de www.fbperleberg.de
www.fbronneburg.de www.fbstade.de www.fbweserbergland.de www.fbwilhelmshaven.de
GÜTEZEICHEN
FEUERBESTATTUNGSANLAGEN
Gestaltung in Anlehnung an die Studie „Mut zum Gefühl! – Das Krematorium der Zukunft.” – Ein Kooperationsprojekt von ARTelier Reiss, CremTec und IFZW.
death style – eine Frage der Kultur . . .
eternity april 2011
Ku l t u r
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Neu im Kino: „The Tree“
Eine Geschichte über Liebe und Tod, Trauer und Träume
Nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters teilt
die achtjährige Simone (Morgana Davies)
ein kostbares Geheimnis mit ihrer Mutter
Dawn (Charlotte Gainsbourg). Das Mädchen ist überzeugt, dass ihr Vater in dem
mächtigen Feigenbaum vor ihrem Haus weiter über die Familie wacht, dass er ihr auf
magische Weise durch die raschelnden Blätter zuflüstert.
Als sich zwischen Dawn und ihrem neuen
Arbeitgeber George (Marton Csokas) eine
wachsende Nähe entwickelt, verbringt das
Mädchen immer mehr Zeit hoch oben in
den Ästen. Und es scheint, als würde sich
der Baum mit der eifersüchtigen Simone
solidarisieren. Bald kommt es zu einer Kraftprobe zwischen Mensch und Natur, zwischen Mutter und Tochter.
In der Verfilmung von Judy Pascoes Bestseller fängt die französische Regisseurin Julie
Bertucelli in ihrem neuen Film „The Tree“
auf beeindruckende Weise die ebenso archaische wie magische, bedrohliche und
beschützende Kraft der australischen Natur
ein.
1Die Tochter Simone ist überzeugt, dass ihr Vater aus den knackenden Ästen und den rauschenden Blättern des
mächtigen Feigenbaumes zu ihr spricht.
Eine Geschichte über Liebe und Tod, Trauer
und Träume, Traurigkeit und Glück, erzählt
mit der Wucht eines antiken Dramas und
der Magie großer Gefühle, getragen von einer großartigen Charlotte Gainsbourg.
16
K ultur
eternity april 2 0 1 1
Verkauft's mei G'wand...
Eine „Spezial“-Führung durch das Wiener Museum Karlsplatz
1Auf
dieser Ansicht der Karlskirche ist im Vordergrund der mit Holzplanken eingezäunte Armesünder-Gottesacker mit der Augustinkapelle zu sehen. Der Armesünder-Friedhof wurde auf Initiative der von Kaiserin Eleonore von Gonzaga begründeten Totenbruderschaft errichtet, die hier die Leichen Hingerichteter begrub.
Auch mit dem Tod lassen sich Touristen anlocken. Das Wiener Museum Karlsplatz bietet unter dem Titel „Verkauf`s mein G`wand
, i fahr' in Himmel“ Führungen an. 60 Minuten dauert der Trip ins Jenseits.
In der Antike war den Toten ein Platz außerhalb der Stadt zugewiesen. Der mittelalterliche Kirchhof drückte ein neues Verhältnis
der Menschen zu Tod und Auferstehung
aus. In Zeiten der Epidemien wurden Bestattungen am Kirchhof behördlich verboten, zur Zeit der Aufklärung wurden die Toten dann völlig aus der Stadt verbannt. Der
Hang der Wiener zur „Schönen Leich“ wird
auf die pompösen Begräbniszeremonien
der Barockzeit zurückgeführt.
Aber auch in Wien machte der Tod nicht
alle gleich: ob friedlich dahin geschieden,
durch Mörderhand oder Galgen zum Tode
befördert, standesgemäß von „Pomfineberern“ zu Grabe getragen oder aus Mitleid auf
den Richtstätten verscharrt. Beim Rundgang
durchs Museum Karlsplatzgibt zum Beispiel
Erläuterungen zu einer Grabstele des römischen Reitersoldaten T. Flavius Draccus,
dessen Grab 1901 in 1,6 m Tiefe unter der
Einfahrt eines Hauses in der Habsburgergasse entdeckt worden war.
zuordnen sind. Da sie ihrer Form nach Küchengeschirr entsprechen, oft außen Brandspuren aufweisen und bisweilen im Umkreis
von Herdstellen aufgefunden werden, wäre
eine Erklärung, dass sie der Verwahrung der
Glut des Herdes über Nacht dienten. Darüber hinaus wurden Gesichtsgefäße des
Öfteren Verstorbenen als Beigaben mit ins
Grab gelegt.
Etwas jüngeren Datums, nämlich aus dem
2. bis 3. Jh. n. Chr., ist die römische Gesichtsmaske, die ebenfalls in Wien, Ecke
Kupferschmiedgasse 1/Kärntnerstraße 20
gefunden wurde.
Wer den morbiden Schauer sucht, der der
Stadt Wien nachgesagt wird, findet ihn beim
Anblick mit der Brechel aus dem 18. Jahrhundert, einem 10 speichigen Rad aus Holz
und Eisen, das aus dem Bestand des ehemaligen Wiener Bürgerlichen Zeughauses
stammt. Bis 1786 wurden schwere Verbrechen wie Mord und Raub durch die Hinrichtung mit Brechel geahndet. Dabei wurde der
Delinquent mit ausgestreckten Armen und
Beinen am Boden festgebunden, wobei die
Von jeher versuchte man durch die Darstellung eines menschlichen Antlitzes auf
Gegenständen eine Unheil abwehrende Wirkung zu erzielen. So ist wahrscheinlich, dass
solche Gefäße dem Bereich des Hauskults
eternity april 2011
beinahe unversehrte Stele eines römischen
Reitersoldaten wurde in 1,6 m Tiefe unter der Einfahrt des Hauses Habsburgergasse 9 entdeckt.
17
1Die
1Bis
1Gesichtsgefäße
Gliedmaßen mit Holzstücken unterlegt waren. Dann zerschmetterte der Scharfrichter
mit dem am Rad angebrachten Eisenbeschlag die Knochen des Verurteilten. Je nach
Richterspruch begann er dabei entweder mit
Schlägen auf den Hals („Rädern von oben“),
so dass der Tod rasch eintrat, oder mit dem
Zerbrechen der Arm- und Beinknochen
(„Rädern von unten“), was entsetzliche
Qualen zur Folge hatte.
gewissermaßen außerhalb der Gesellschaft
stand. Im Verständnis der Bevölkerung übertrug sich seine „Ehrlosigkeit“ auf alle, die
mit ihm in Berührung kamen. Man begegnete ihm mit extremer Scheu, was übrigens
von den Behörden benützt wurde, um ihn
zu Exekutionen säumiger Schuldner heranzuziehen. Traditionell war der Scharfrichter
auch die Abdeckerei (Beseitigung von Tierkadavern, Einfangen herrenloser Hunde)
verbunden. Dennoch war die Tätigkeit des
Scharfrichters ähnlich einem „ehrbaren“
Handwerk organisiert: Der Beruf wurde an
einen Sohn vererbt, es gab eine Lehrzeit und
sogar eine kunstgerechte Enthauptung als
„Meisterstück“. 1772 verfügte Maria Theresia die „Ehrlichmachung“ des Scharfrichters. Am 10. März 1786 wurde der Wiener
Magistratsbeamte Franz de Paula Zaglauer
von Zahlheim, der seine Geliebte bestohlen
und ermordet hatte, mit der Brechel hingerichtet. Noch einmal wurde der mittelalterliche Strafvollzug mit seinen grausamen
Formen, einschließlich des „Brandmarkens“
mit glühenden Eisenzangen und des Räder
sich aber neben Sensationsgier auch heftiger Widerspruch aufgeklärter Kreise.
Die Hinrichtung war in eine religiös geprägte
Zeremonie eingebettet, die mit der Beichte
des Verurteilten und seiner öffentlichen Bitte
um Vergebung begann und mit einer Predigt
an die Zuseher endete. Anschließend band
man den Leichnam auf das Rad und stellte
ihn mehrere Tage zur Schau. Der Scharfrichter wurde auch „Freimann“ genannt, da er
als Ausüber eines „unehrlichen“ Gewerbes
1786 wurden schwere Verbrechen wie Mord
und Raub durch die Hinrichtung mit dem Rad,
der so genannten Brechel, geahndet.
Ku l t u r
wie dieses wurden den Verstorbenen als Beigaben mit ins Grab gelegt.
Nachdem 1776 die Folter abgeschafft worden war, wurde 1787 auch die Todesstrafe
aufgehoben. Rock und Schwert des Scharfrichters sowie die Brechel kamen als Zeugnisse einer überwunden geglaubten, nicht
aufgeklärten Gesellschaft ins Wiener Bürgerliche Zeughaus.
Weitere Infos:
www.wienmuseum.at
Dresden
27. – 29. Mai 2011
www.pieta-messe.de
Fachmesse für Bestattungsbedarf
und Friedhofstechnik
18
K ultur
eternity april 2 0 1 1
Bilder einer Epoche
Gerhard Richters Bilder aus den 60er und 70er Jahren
gleichwohl viel sagenden Gebrauchsgegenstände des Alltags, darunter ein Wäschetrockner oder ein falscher Kronleuchter.
Die Schau umfasst ca. 40 Leihgaben aus
deutschen und internationalen Sammlungen. Zum Verständnis der Erinnerungsqualität der Bilder aus den 60er und 70er
Jahren ist der Zyklus 17. Oktober 1977
(1988) zum Tod der RAF-Mitglieder in
Stammheim von zentraler Bedeutung. Als
Leihgabe des New Yorker MoMA bildet
dieses spektakuläre Hauptwerk Richters
noch einmal nach Deutschland den Höhepunkt der Ausstellung.
Die Gemälde wirken auf den Betrachter auf
eine unerklärliche Weise beunruhigend. Sie
zeigen den Moment eines Geschehens,
das aber rätselhaft bleibt. Was wie ein zufälliger Schnappschuss wirkt, stammt oft
aus sensationslüsternen Bildreportagen
über Hochstapler, Giftmörder oder Schiffsunglücke.
Foto: Petra Willems
1Das
Gemälde „Sargträger“ schuf Richter 1963 nach einem Foto, das er in der Neuen Illustrierten entdeckt
hatte. Im Sarg liegt ein Mordopfer.
Als Gerhard Richter, heute international hochgeschätzt wie kaum ein anderer
Künstler, Anfang der 60er Jahre in den Westen übergesiedelt war, setzte er sich mit
der für ihn neuen Welt auseinander: in der
Werkgruppe der großformatig gemalten
Fotos. Das Bucerius Kunst Forum Hamburg widmet dieser Phase Gerhard Richters eine Ausstellung, die unter dem Titel
„Bilder einer Epoche“ noch bis zum 15. Mai
läuft, und eröffnet damit die Folge der internationalen Ausstellungen zu seinem 80.
Geburtstag des Künstlers im Februar 2012.
Dazu gehört die Retrospektive ab Herbst
2011 in der Tate Gallery in London, im Centre Pompidou in Paris und der Nationalgalerie in Berlin.
Bislang noch nicht veröffentlichte Bildmaterialien und Texte aus dem Gerhard Richter-Archiv in Dresden ermöglichen einen
neuen Blick auf die Komplexität der Richterschen Bildwelt, in der sich das Banale
und das Böse begegnen: die Träume und
Sehnsüchte der Zeit, schnelle Autos oder
Urlaubsreisen, die persönlichen Erinnerungen, die beklemmende Vergangenheit,
die aktuelle Politik sowie auch die trivialen,
Für seine Arbeiten isolierte Richter Motive
aus den Bildstrecken von Magazinen wie
Stern oder Quick und brachte sie ins große
Format des Gemäldes. Aus den Magazinphotos, die in jener fernseh- und bildarmen
Zeit eine enorme Wirkung hatten, schuf
Richter seine Bilder einer Epoche.
Zeitgleich findet in der Hamburger Kunsthalle die Schau „Unscharf. Nach Gerhard
Richter“ noch bis zum 22. Mai statt. Ausgehend von Werken Gerhard Richters entwickelt sie einen Überblick über die aktuelle
Auseinandersetzung mit der Unschärfe im
Werk von über 20 jüngeren Künstler.
Weitere Infos:
www.hamburger-kunsthalle.de
1Die
Ausstellung "Bilder einer Epoche" ist derzeit
im Bucerius Kunst Forum, gleich neben dem Hamburger Rathaus, zu sehen. Richter zählt zu den
höchst dotierten Künstlern der Gegenwart. Seminare des VDT
eternity april 2011
Ku l t u r
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Servicetelefon 01803-125512
Hygienische Versorgung 1
Ein Theorie- und Praxisseminar über die Grundlagen
der hygienischen Totenversorgung. Welches sind die
unterschiedlichen Todesarten, was sind sichere und
unsichere Todeszeichen? Welche Zersetzungsprozesse
gibt es, und warum verwesen Verstorbene heute
schneller als noch vor 20 Jahren? Wie funktioniert
die Totenstarre, und kann ich jetzt rasieren oder nicht?
Wie bekleide ich den Leichnam richtig und wie hebe
ich ihn rückenschonend und zugleich pietätvoll an?
Wie schließe ich Augen und Mund? Lernen Sie das
Fachwissen, um Ihre Fragen und die Fragen der
Angehörigen sachgerecht zu beantworten. Erfahren
Sie über die Bedeutung der Offenen
Aufbahrung für
O
den Trauerprozess. Gewinnen Sie die Sicherheit im
Umgang mit verstorbenen Menschen, die Ihre Kunden
von Ihnen erwarten dürfen, auch auf Grundlage der
bestehenden Normen und Ausbildungsstandards.
Hygienische Versorgung 2
Kniffs und Tricks
Sie haben Erfahrung mit der Versorgung Verstorbener
zur Offenen Aufbahrung? Dann haben Sie sicher schon
einmal Ihre Grenzen kenengelernt. In diesem Seminar
lernen Sie eigenständig Probleme zu lösen. Lernen Sie
Methoden und Materialien kennen, um einfache
restaurative Maßnahmen durchzuführen. Wunden
kauterisieren und verschließen, den Blutfluss aus
Kanüleneinstichen stoppen, Wiederherstellung
vertrockneter Geweben (z.B. Lider, Lippen und Fingerkuppen), Verfärbungen und Nähte abdecken. Erweitern
Sie Ihre Kenntnisse und Fertigkeiten.
Kosten
Die Seminargebühr beträgt 350,- € zzgl. UmsSt.
VDT-Mitglieder zahlen 300,- € zzgl. UmsSt.
Darin enthalten sind auch Seminarunterlagen,
Verbrauchsmaterialien für die Praxis,
Mittagessenund Seminargetränke.
Kosten
Die Seminargebühr beträgt 350,- € zzgl. UmsSt., VDTMitglieder zahlen 300,- € zzgl. UmsSt. Darin enthalten
sind auch Seminarunterlagen, Verbrauchsmaterialien
für die Praxis, Mittagessen und Seminargetränke.
“Perfect finish”
Das "Finish", die endgültige kosmetische Behandlung
des Verstorbenen für die Abschiednahme, ist für die
würdevolle Präsentation des Verstorbenen
außerordentlich wichtig. "Perfect finish" ist ein Wochenendseminar, das sich mit dieser Problematik befaßt.
Auf theoretischen Kenntnissen der Gesichtsmerkmale
und natürlichen Farbtöne im Gesicht aufbauend, wird
in praktischen Übungen erlernt, wie vielfältige
Kosmetikprodukte individuell und je nach Zielsetzung
angewandt werden.
Das Seminar baut auf dem Hygieneseminar auf. Es
knüpft an die hier erworbenen Kenntnisse an, ist aber
auch für Thanatologen und Thanatopraktiker
interessant, weil durch eine eventuelle Gewebeaustrocknung bei der Einbalsamierung Farbverluste
entstehen können.
Weitere Informationen gibt der VDT. unter der 01803-125512*
VDT. e.V. • Emserstraße 7 • 15738 Zeuthen • Telefax 01803 - 13 55 12*
Internet: www.thanatologen.de • Email: vdt@thanatologen.de
Kosten
Die Seminargebühr beträgt 350,- € zzgl. UmsSt.
VDT-Mitglieder zahlen 300,- € zzgl. UmsSt.
Darin enthalten sind auch Seminarunterlagen,
Verbrauchsmaterialien für die Praxis, Mittagessen
und Seminargetränke.
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K ultur
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Ötzi – Tod im Eis
Vor 20 Jahren wurde der Mann aus dem Eis gefunden
die Spur. Die Nachbildungen der Waffen
und Ausrüstungsgegenstände Ötzis, die Ergebnisse von Untersuchungen des MagenDarm-Inhaltes der Mumie und vieles mehr
helfen bei der Rekonstruktion des Geschehens. Gleichzeitig werden en passant die
Materialkenntnisse und die technischen Fähigkeiten Ötzis anschaulich. Die von Karol
Schauer neu inszenierte Schau in der Arche
Nebra basiert auf einer Ötzi-Wanderausstellung des Neanderthal Museums Mettmann
und des Magazins GEO. Neben einer Rekonstruktion Ötzis als lebensechte Figur
und Nachbildungen der Ausrüstung legt
die Sonderschau den Focus auf den „Krimi“
rund um Ötzis Tod. Sie ergänzt auf 150 qm
für sechs Monate die Dauerpräsentation in
der Arche Nebra, die sich bekanntlich um
die ähnlich spannende Kriminalgeschichte
rund um die Himmelsscheibe von Nebra
dreht.
Die Arche Nebra befindet sich im Ortsteil
Kleinwangen der Gemeinde Nebra und ist
täglich 10–18 Uhr geöffnet, weitere Infos unter www.himmelsscheibe-erleben.de.
Gestal tung : Klaus Po ckrand t / atel ier42 · Grafik : Karol S chau er
Vor 5300 Jahren wurde in den Ötztaler Alpen
ein Mann ermordet. Der Gletscher konservierte seinen Körper, bis am 19. September
1991 ein Bergsteigerehepaar den gefriergetrockneten Leichnam fand. Mit der Entdeckung des Ötzi vor 20 Jahren kam erstmals
ein außergewöhnlich gut erhaltener Menschenkörper aus der Kupferzeit samt Kleidung und Werkzeugen zu Tage – ein sensationeller Fund, der sowohl Wissenschaftler
als auch die Öffentlichkeit in Erstaunen versetzte. „Ötzi – Tod im Eis“ heißt die neue
Sonderpräsentation im Besucherzentrum
Arche Nebra am Fundort der Himmelsscheibe von Nebra, die am 14. April beginnt und
bis zum 31. Oktober zu sehen sein wird. Sie
erzählt von den letzten Stunden des Mannes
aus den Ötztaler Alpen. Wer war Ötzi? Wie
lebte er, warum begab er sich auf den gefährlichen Weg in die Berge und warum musste er inmitten von Schnee und Eis sterben?
Viele Indizien sprechen für einen prähistorischen Kriminalfall. Wer diese Indizien richtig deutet, kommt am „Tatort“ in der Arche
Nebra den Ereignissen vor 5300 Jahren auf
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MIT FREUNDLICHER UNTERSTÜTZUNG DER
einer Rekonstruktion Ötzis als lebensechte Figur und Nachbildungen der Ausrüstung legt die Sonderschau den Focus auf den „Krimi“ rund um Ötzis Tod.
21
„Leben und Tod“
Einzigartige Veranstaltung zum Thema Sterben
12.–13. mAi 2011
MESSE BREMEN
den. „Die Leben und Tod“ bietet Beiträge wie
die von Dr. Erhard Weiher „Spirituelle Begleitung von Sterbenden – wie geht das konkret“
oder „Trauer als Ressource – Zum Umgang
mit Trauererfahrung im Arbeitsalltag“ vom
Lotsenhaus Hamburg. Auf großes Interesse
stößt der Vortrag von Dr. Margot Käßmann
zum Thema „Alles hat seine Zeit – Ethische
Fragen am Lebensende“.
„Leben und Tod“ will Angehörige, Betroffene,
Menschen in medizinischen, pflegerischen,
seelsorgerischen Berufen oder Mitarbeiter
von Hospizdiensten sowie Aussteller, die
mit den verschiedensten Hilfsangeboten und
Produkten vor Ort sind, miteinander ins Gespräch bringen: auf der Veranstaltung „Leben
und Tod“, die vom 12. bis 13. Mai parallel zum
Bremer Pflegekongress in der Messe Bremen
stattfindet. Etwa 2.000 Menschen aus ganz
Bremen, Hamburg, Niedersachsen und den
angrenzenden Bundesländern kamen zu
Premiere im vergangenen Jahr, 64 Aussteller waren es. „Die Zahl der Buchungen und
Anfragen übertreffen bereits zwei Monate
vor Veranstaltungsbeginn das Vorjahresendergebnis bei weitem“, erklärt Meike Wengler
von der veranstaltenden Messe Bremen. Und
das aus gutem Grund: Das Angebot ist umfassend. Zum einen steht für die Fachleute der
Netzwerk-Charakter im Vordergrund: Verbände, Institutionen und Anbieter informieren
hier über ihre Arbeit und werben auch für sich
als Arbeitgeber. „Hier werden neue Kontakte
geknüpft und alte aufgefrischt, sowie aktuelle
Themen diskutiert“, weiß Meike Wengler.
Fachbesucher profitieren des Weiteren von
dem parallel stattfindenden Pflegekongress,
denn ausgesuchte Vorträge, die hier angeboten werden, dürfen kostenlos besucht wer-
„Die Premiere hat gezeigt, dass es einen
großen Informationsbedarf bei den Privatbesuchern gibt. Viele Menschen wollen aktiv
vorsorgen und ihre Angelegenheiten in guten
Zeiten regeln“, erläutert Wengler die Erfahrungen der Messemacher. Interessierte können sich nicht nur über aktuelle Themen wie
die Patientenverfügung informieren, sondern
auch ganz unverbindlich viele Fragen klären
und sich selbst ein Bild machen.
Und es darf auch gelacht werden: Die Karikaturenausstellung des an Krebs verstorbenen
Karl-Horst Möhl lädt ein, sich dem traurigen
Thema von einer anderen Seite zu nähern.
Auch das gemeinsame Projekt mit Trauerland,
in dem 140 Grundschulkinder auf der Veranstaltung lesen, basteln und malen, bringt eine
gewisse Leichtigkeit mit sich. „Wir nehmen
den Titel der Veranstaltung wörtlich: Denn
das Leben und der Tod gehören zusammen“.
Die zweite „Leben und Tod“ findet in der Halle
4 der Messe Bremen statt. Auf der „Leben und
Tod“ stellen ambulante und stationäre Hospizdienste, Altenpflegedienste und -heime,
Bestattungsunternehmen, Friedhofsgärtnereien, Versicherungen, Selbsthilfegruppen,
Vereine und Verbände aus. Dabei sind aber
auch Kirchen und Glaubensgemeinschaften,
es gibt Kunst, Literatur und vieles mehr.
Öffnungszeiten: 10 bis 18 Uhr
Preis: 8 Euro, weitere Infos unter
www.lebenundtod-bremen.de.
Einzige Veranstaltung Deutschlands mit einer Mischung aus
Fachkongress für Hospiz und
Pflege, Messe und offenen Vorträgen für Privatbesucher.
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T 0421.35 05 379
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Auszüge Aus dem
VorTrAgsprogrAmm:
donnersTAg, 12. mAi 2011
11.45-12.45h Trauer als
Ressource – Zum Umgang mit
Trauererfahrung im Arbeitsalltag
Lotsenhaus Hamburg
13.00-13.30h Tod 2.0 –
Wie im Internet getrauert wird
Semno UG
FreiTAg, 13. mAi 2011
10.15-11.30h Alles hat seine Zeit
Ethische Fragen am Lebensende
Dr. Margot Käßmann
14.00-15.00h Aus dem Leben
gerissen – Vom Umgang mit
Tod und Trauer in unserer
Leistungsgesellschaft
Podiumsdiskussion
1Vom 12. bis 13. Mai findet "Leben und Tod" parallel zum Bremer Pflegekongress in der Messe Bremen statt. Etwa
2.000 Menschen aus ganz Bremen, Hamburg, Niedersachsen und den angrenzenden Bundesländern kamen zur
Premiere im vergangenen Jahr, 64 Aussteller waren dabei.
16.30-17.30h Trauerarbeit mit
Kindern – Umgang mit der
Wahrheit nach Suizid
Trauerland Bremen
Veranstalter:
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K ultur / Wer? Was? Wo?
eternity april 2 0 1 1
„Der Totentanz“
Bilder vom Sterben und vom Tod in Höxter
Jacob Pins in Höxter zeigt vom 17. April bis
zum 29. Mai unter dem Titel „Totentanz“
etwa 50 Grafiken vom 15. Jhdt. bis zur Gegenwart, von Dürer bis zu HAP Grieshaber
und von Jacob Pins. Der Maler und Grafiker
Jacob Pins wurde am 17. Jan. 1917 in Höxter geboren. Er floh vor der nationalsozialistischen Judenverfolgung nach Palästina,
nahm aber nach dem Ende des Dritten Reiches den Kontakt zu seiner Geburtsstadt
Höxter wieder auf und stiftete ihr 2003 einen
umfangreichen künstlerischen Nachlass,
der heute vom Kunstverein Höxter verwaltet
wird.
Seit der Mensch sich selbst reflektiert, ist er
mit seiner Vergänglichkeit konfrontiert. In
allen Zeiten und Kulturen ist der Tod daher
auch ein Thema in der Kunst. Das Forum
Ausstellungsort ist dasForum Jacob Pins im
historischen Adelshof Heisterman von Ziehlberg an der Westerbachstraße 35-37.
Weitere Infos unter www.jacob-pins.de
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19. Mai 2011
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24
T V-Tipps
e ternity april 2 0 1 1
Foto: WDR/Helge Cramer Filmproduktion
WDR/Florianfilm
Grab von Amneliese Michel
(Donnerstag , 21. April 2011, WDR, 23.15 Uhr - Teufels Werk und Gottes Beitrag)
Orgelinstallation in der Christuskirche in Karlsruhe
(Freitag, 22. April 2011, ARTE, 22.20 Uhr - Himmelstöne)
TV-Tipps
Sonntag, 17. April 2011
ARTE, 13.30 Uhr
Philosophie: Farbe
Für die Wissenschaft ist Farbe nur der
subjektive Eindruck, den das Auge von
einer oder mehreren Wellenlängen des
Lichts hat. Aber zweifellos lassen sich
Farben nicht auf ihre jeweiligen physikalischen Eigenschaften reduzieren und
sind keine rein rationale Angelegenheit.
Farbe hat ganz unterschiedliche Nuancen: Man kann sie unter dem Gesichtspunkt der Ästhetik, ihrer Bestandteile
oder auch in Bezug auf die Sprache untersuchen. Denn Farben stehen immer
in enger Beziehung zu unserer Wahrnehmung, zu unseren Empfindungen
und Gefühlen. Es schwingt bei Farben
neben der Wellenlänge stets auch eine
emotionale Frequenz mit. Die "Sprache
der Farben" kann darüber hinaus sogar
eine geistig-moralische Dimension haben. Welchen Stellenwert hat die "Logik
der Farben" - wie Cézanne es formulierte
- letztlich gegenüber der Logik des Gehirns?
Donnerstag , 21. April 2011
WDR, 23.15 Uhr
Teufels Werk und Gottes Beitrag
1976 dokumentierte Autor Helge Cramer
den aufsehenerregenden "Klingenberger Exorzismus", der mit dem Tod der
Pädagogik-Studentin Anneliese Michel
(23) endete; darin auch die angebliche
"Satansstimme", die den Würzburger
Bischof veranlasst hatte, die kirchenamtliche Teufelsaustreibung anzuordnen. Im Zuge seiner Recherchen konnte
Helge Cramer 84 verrauschte Audiokassetten sichern, eine vollständige Tondokumentation dieser Teufelsaustreibung
- hochbrisantes Material, das den Anstoß zu dem Dokumentarfilm Teufels
Werk und Gottes Beitrag gab. Denn
die großteils erst nach technischer
Entzerrung verständlichen Aufnahmen
zeigen deutlich, dass die tödliche Teufelsaustreibung keineswegs bloß die in
religiösem Eifer betriebene Falschbehandlung einer Epilepsiekranken war,
sondern eine kühl kalkulierte Inszenierung konservativer Kleriker, die mit
den angeblichen "Teufelsbotschaften"
Reformen des Zweiten Vatikanischen
Konzils aushebeln wollten - Reformen,
die Papst Benedikt inzwischen revidiert. Mitten in die Drehvorbereitungen
platzte die Nachricht von einem neuen
Fall, in dem ein Bischof persönlich einer jungen Frau aus Bayern amtlich den
Teufel austrieb - einer Frau, die die Mission der Anneliese Michel vollenden
und der Welt zeigen will, dass Satan
lebt und wirkt.
Freitag, 22. April 2011
MDR, 7.35 Uhr
Glaubwürdig: Alfred E. Otto Pau
"Ich möchte der Stadt und ihren Söhnen und Töchtern einen Teil ihrer Geschichte zurückgeben ...", beschreibt
er seine selbst gewählte Aufgabe. Die
Zerstörung des "Individualismus des
Grabes" ist für ihn ein Akt der Barbarei.
Den Trend zu anonymer Billigbestattung empfindet der gläubige Katholik
schmerzhaft als Kulturverlust. Mit der
Rettung bedrohter Grabmale beginnt
Paul, quasi nebenamtlich, schon 1985.
Seit den 90er-Jahren konzentriert er
sich nur noch auf die Entdeckung, Rettung und Sanierung wertvoller Grabmale - vor allem auf dem Leipziger
Südfriedhof. Und die Kunstschätze, die
er nicht retten kann, will er für die Nachwelt wenigstens dokumentieren.
SWR BW, 18.45 Uhr
Zwischen Himmel und Erde
Die Reportage taucht mit dem Küster
ein in die geheimnisvolle Welt des
Doms. Sie zeigt die Gärtnerin des Domfriedhofs bei ihrer Arbeit, stellt einen
Domschweizer vor, der über Sitte und
Anstand vor dem Dom wacht, hört der
größten und kompliziertesten Orgel
Europas zu, ist mit einem Steinmetz in
den schwindelerregenden Höhen am
Westquerhaus unterwegs und wirft einen Blicken auf den Domschatz.
MDR, 19.00 Uhr
Mumien
Eine geheimnisvolle Reise durch ostdeutsche Grüfte
Andreas Ströbl ist Archäologe. Sein
Spezialgebiet birgt Spannung, denn er
ist Experte für Grüfte und Gruftanlagen.
Vor allem in Ostdeutschland kann er
seinem Forscherdrang nachgehen. Hier
gibt es Unmengen dieser geheimnisvollen Gräber zu entdecken. Zwischen
dem 16. und 20. Jahrhundert ließen
sich gutsituierte Bürger und Adlige
prächtige Begräbnisstätten errichten.
Es entstanden monumentale Gruftanlagen. Der Wipertifriedhof in Quedlinburg beispielsweise sucht seinesgleichen in Nordeuropa. Aber auch in
Kirchen wurden Grüfte gebaut. Grüfte,
Särge und Grabbeigaben erzählen von
Alltag, Gebräuchen und Sterberiten.
Doch die Gräber bergen noch einen
weiteren Schatz: Mumien. Über 1.000
mumifizierte Leichname sollen in ostdeutschen Grüften liegen.
ARTE, 22.20 Uhr
Himmelstöne
Die Orgelbau-Dynastie Klais
Für Mozart war die Orgel die Königin
eternity april 2011
der Instrumente. Auf jeden Fall ist sie
eine raumgreifende Skulptur, die noch
dazu in faszinierenden Bauwerken erklingt, in Kirchen und Kathedralen wie
dem Dom zu Köln. Der Dokumentarfilm begleitet den Spross einer der berühmtesten Orgelwerkstätten der Welt,
des Bonner Familienunternehmens
Klais. Philipp C. A. Klais, Jahrgang 1967,
baut in der fünften Generation in einer
vom Urgroßvater über Großvater und
Vater vererbten Manufaktur mitten in
der Bonner Nordstadt spektakuläre
Orgeln für Kirchen, Konzerthallen und
Privatpersonen. Klais-Orgeln erklingen
in Dubai, Kuala Lumpur und Neuseeland, auf Island, in den USA und auf
den Philippinen, allesamt gebaut in
Bonn. Seit über 125 Jahren hat Familie
Klais das Ethos der Manufaktur wie aus
einer anderen Welt herübergerettet. Sie
ist ein sogenannter Hidden Champion, ein stiller Weltmarktführer, der sein
besonderes Produkt aus der Tradition
schöpft und tagtäglich lebt. Der Dokumentarfilm begleitet Philipp Klais und
seine Mitarbeiter zu einigen ihrer Projekte, zum Beispiel in die Christuskirche
in Karlsruhe, in die Hamburger Elbphilharmonie und den Hamburger Michel,
bis ins spanische San Sebastián. Im Kölner Dom schließlich, für den Großvater
Hans Klais nach dem Ende des Zweiten
Weltkriegs das "Opus 1000" der Orgelwerkstatt baute und in dem der Enkel
Philipp Klais später eine zweite, die
"Schwalbennestorgel"
hinzugefügte,
schwärmt der bekannte französische
Organist Jean Guillou von den beiden
Klais-Instrumenten, genauso wie Domorganist Winfried Bönig. Ganz deutlich
wird, dass jeder in der Orgelwerkstatt
dieses einzigartige Musikinstrument
liebt - vom Zinngießer und Schreiner,
die ihren Job bei Klais zum Teil seit 50
Jahren ausüben, bis zu einer Handvoll
Ingenieure, die nicht nur Orgelbau studiert haben und zu Schreinern ausgebildet wurden, sondern selbstverständlich
auch selbst Orgel spielen. Sie alle haben
wie Familie Klais ein und dieselbe Mission: die besten Orgeln der Welt zu bauen.
Bildunterschrift: Orgelinstallation in der
Christuskirche in Karlsruhe
orthodoxe Kirche suggerieren Kreuze
in dunklem Blau mit bunten Bildern
in ihrer Farbenpracht Heiterkeit. Auf
den Kreuzen sind Szenen dargestellt,
die den Verstorbenen charakterisieren.
Doch das ist nicht immer positiv. Kurze Verse beschreiben seine Eigenarten.
Dabei wird nichts beschönigt und nichts
verschwiegen. Da ist zu lesen: 'Schnaps
ist reines Gift. Er bringt nur Leid und
Qual. Denn auch mir hat er gebracht
den Tod, der mich dann holte.' Außereheliche Verhältnisse, Gaunereien, Prügeleien, Unglücksfälle, Beruf und Vorlieben, Schicksalsschläge ‑ der Schnitzer,
Maler und Poet der Kreuze, Dumitru
Pop, entscheidet über den Nachruf und
thematisiert, was ihm in Erinnerung ist.
'Ihr Leben war nun so, und dann muss
ich eben schreiben, dass jemand viel
gesoffen oder es mit der Ehe nicht so
genau genommen hat. Aber ich gehe
nicht so weit, dass ich jemand verletze.'
Das wissen die Hinterbliebenen. Trotzdem ist es für manchen nicht leicht, mit
dieser schonungslosen Ehrlichkeit umzugehen.
ARD extra, 21.02 Uhr
Der Pariser Friedhof Pere Lachaise
Und in der Stille des Todes: Das Leben
ARD extra, 21.45 Uhr
Verfallende Pracht
Der jüdische Friedhof in Berlin-Weißensee
Der jüdische Friedhof gilt als steinernes Zeugnis der gelungenen Assimilation jüdischer Kaufleute, Künstler und
Bankiers. Viele der prachtvollen Erbbegräbnisse aus Marmor und Granit
drohen jetzt zu verfallen, lange Reihen
der schlichten Grabstelen und endlose
Wege sind von Efeu überwuchert. Die
heutige jüdische Gemeinde ist viel zu
klein, um das verwilderte Areal instand
zu halten. Deshalb wurde eine Initiative
gestartet, um den Friedhof auf die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes setzen
zu lassen. 'Verfallende Pracht - der jüdische Friedhof in Berlin-Weißensee' ist
ein kleiner Film über deutsch-jüdische
Geschichte und Gegenwart.
Samstag, 23. April 2011
Leben bis in die Ewigkeit fortzusetzen.
Dafür bauten sie gigantische Pyramiden,
riesige Tempel und farben-prächtige
Gräber. Schon früh wurde der Totenkult
zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor. Er war ein emotionales Band und eigentlich eine Verherrlichung des Lebens.
Denn die Ägypter empfanden ihr Dasein
am Nil bereits als Paradies auf Erden.
Um es in die Ewigkeit auszudehnen,
entwickelten sie in allen Details ausgeschmückte Visionen ihrer Jenseitswelt.
Der Film dokumentiert die magischen
Rituale – von der Mumifizierung bis hin
zur Versorgung mit allem, was im jenseitigen Leben benötigt wird.
Dienstag, 3. Mai 2011
RBB, 15.15 Uhr
Bilderbuch: Straubing
Die Agnes-Bernauer-Stadt Straubing
inmitten des niederbayerischen Gäubodens ist geprägt von einer vieltausendjährigen bäuerlich‑bürgerlichen
Kulturgeschichte. Die historischen
Türme, Bürgerhäuser und gotischen
Kirchen erinnern an toskanische Marktflecken. Das prächtige Herzogsschloss
dokumentiert die Eigenständigkeit niederbayerischer Städte und beherbergt
heute das Gäubodenmuseum mit
seinem weltberühmten Römerschatz.
Der Friedhof rund um die romanische
Kirche St. Peter gilt als einer der stimmungsvollsten in Deutschland und bot
auch der Augsburger Baderstochter
Agnes Bernauer die letzte Ruhe ‑ Herzog Ernst von München hatte sie 1435
wegen ihrer unglücklichen Liebe zu
seinem Sohn in der Donau ertränken
lassen.
Samstag, 7. Mai 2011
Pro 7, 4.20 Uhr
Heimweg
Spielfilm VRC 1999
Der Geschäftsmann Luo Yusheng
kehrt nach vielen Jahren in sein chinesisches Heimatdorf zurück, um seinen
Vater zu beerdigen. Seine Mutter Zhao
Di besteht darauf, dass der Leichnam
nach alter Sitte in einem Fußmarsch in
das Heimatdorf gebracht wird.
Sonntag, 24. April 2011
ARD extra, 20.15 Uhr
Der heitere Friedhof von Sâpânta
Der 'Cimitirul Vesel' in Sâpânta, im Norden Rumäniens, ist ein ungewöhnlicher
Friedhof. So ungewöhnlich wie sein
Name, ins Deutsche übersetzt heißt
er: 'Der heitere Friedhof'. Rund um die
ZDF, 19.30 Uhr
Ägypten – Das Geheimnis des ewigen
Lebens
Von der Zeit der ersten Königsgräber bis
zum Ende der pharaonischen Geschichte vereint die Ägypter das Interesse, ihr
Kurzfristige Programmänderungen der Sender sind möglich.
Anmerkung zu den Uhrzeiten: die Tage
in der Vorschau starten um 0.00 Uhr
und enden um 23.59 Uhr.
TV-Tipps
25
Radio
Sonntag, 1. Mai 2011
NDR Info, 21.05 Uhr
Deadline
Hörspiel
Der Tod - einer der großen Protagonisten in der Kunst, auf der Bühne, in
der Literatur - ist für die Lebenden die
einzige Gewissheit! Tritt er ein, sind jedoch Angehörige zumeist überfordert
und delegieren an Institutionen, die
zum eigenen Existenzerhalt den zur
„Sache“ gewordenen Menschen pietätvoll aus der Welt schaffen. In Mitteleuropa ist dies eine eher stille Angelegenheit mit perfekter Organisation
prä und post mortem. In „Deadline“
berichten Gerichtsmediziner, Friedhofsmusiker, Krematoriumsmitarbeiter und andere Experten von ihren Erfahrungen und spekulieren über ihren
eigenen Tod: große letzte Worte wird
es wohl nicht geben.
Mittwoch, 4. Mai 2011
hr2 Kultur, 20.05 Uhr
Notenschlüssel
Schütz: Musikalische Exequien, Aufgeschlüsselt von Paul Bartholomäi
Exequien (von lateinisch „exsequi“
– hinausgeleiten) sind Teil der kirchlichen Trauerfeier zur Bestattung eines
katholischen Christen. Heinrich Schütz
komponierte seine „Musikalischen
Exequien“ 1635/36 anlässlich des Todes
seines Landesherrn Heinrich Posthumus Reuß, der am 3. Dezember 1635
in Gera gestorben war und am 4. Februar 1636 dort begraben wurde. Zwar
war Heinrich Posthumus Protestant,
aber er hatte bis ins Detail die Zeremonie seiner Beerdigung festgelegt.
So hatte er einen Kupfersarg anfertigen lassen, auf dem Bibelverse und
Kirchenliedstrophen um die Themen
Tod und Vergänglichkeit, Auferstehung
und ewiges Leben angebracht waren.
Entsprechend hatte seine Witwe bei
Heinrich Schütz eine Begräbnismusik in Auftrag gegeben. Die drei Teile
der Exequien („Concert in Form einer
teutschen Begräbnis-Missa“, Motette
„Herr, wenn ich nur dich habe“ und
Canticum „Herr, nun lässest du deinen
Diener in Frieden fahren“) gehören
zu den künstlerisch bedeutendsten
und tiefsinnigsten Schöpfungen des
Komponisten. Mehr erfahren die Hörerinnen und Hörer in Paul Bartholomäis
„Notenschlüssel“.
26
T ermine
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Devota 2011
Vom 23. bis 25. September in Ried/Österreich
Wenn von der Devota die Rede ist, kommen
meist zwei Dinge auf den Tisch. Erstens
ist die traditionelle Fachmesse in österreichischen Ried im Innkreis bekannt für
neue Gesichter und neue Ideen, denn die
Devota gibt traditionell auch vielen Jungunternehmern die Chance, sich einem fachkundigen Publikum aus Österreich und den
angrenzenden Ländern zu präsentieren.
Und zweitens, so Firmenchef Rudolf Kleewein von der Impuls Messegesellschaft,
„wird auf der Devota nicht nur geschaut.
DEVOTA2011_Plakat.pdf
06.09.2009
19:49:42 Uhr
2011
Hier kommt man ins Gespräch und hier
kommt man ins Geschäft – und davon profitieren Aussteller wie Besucher gleichermaßen“.
23.–25. September
Fr + Sa 10 –18 Uhr, So 10 –17 Uhr
C
M
Die Fachmesse für:
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Vom 23. bis zum 25. September 2011 findet
die nächste Devota statt, wie gewohnt im
Messezentrum Ried im Innkreis. Geöffnet
ist freitags und samstags von 10 bis 18 Uhr
und sonntags von 10 bis 17 Uhr.
Mehr Infos unter wwww.devota.at
Friedhof
Bestattungsbedarf
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Grabmal
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religiöse
Artikel
DER nchentre
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RIED im Innkreis
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Termine 27
April 2011
2. - 3. 04.
2. - 3. 04.
Kosmetik Seminar Perfect finish
Hygiene Seminar I Bremerhaven
Stockelsdorf
Mai 2011
27. - 29. 05.
12. - 13.05.
12. - 14. 05.
21. - 22. 05.
28. - 29. 05.
PIETA 2011
Messe "Leben und Tod"
VENIA 2011
Hygiene Seminar II Kosmetik Seminar Perfect finish
Dresden
Bremen
Brno / Tschechien
Stockelsdorf
Bremerhaven
Juni 2011
3. - 5. 06.
8. - 10. 06.
10. - 12. 06.
25. - 26. 06
NecroExpo
Funermostra
National Funeral Exhibition
Hygiene Seminar I Kielce / Polen
Valencia / Spanien
Warwickshire / GB
Stockelsdorf
Juli 2011
22. - 23. 07
Hygiene Seminar I Lingen
September 2011
17. - 18. 09
3. - 4. 09.
23. - 25. 09.
Hygiene Seminar II Kosmetik Seminar Perfect finish
DEVOTA
Stockelsdorf
Bremerhaven
Ried/Innkreis, Österreich
Oktober 2011
1. - 2. 10.
21. - 22. 10
Kosmetik Seminar Perfect finish
Hygiene Seminar I Bremerhaven
Lingen
November 2011
5. - 06. 11
26. - 27. 11.
Hygiene Seminar I Kosmetik Seminar Perfect finish
Stockelsdorf
Bremerhaven
Gerne können Sie uns Ihnen bekannte Termine nennen. Senden Sie uns diese per E-Mail an termine-eternity@huelswitt.de – die Veröffentlichung liegt im Ermessen des VDT.
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Kultur: Buchtipps
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Buchtipps
Schutzengel
Vorschau eternity Juni 2011
Schon der Gedanke, dass ein unsichtbarer Beschützer an ihrer Seite wacht, ist für viele tröstliche Gewissheit. Jana Haas
zeigt in ihrem neu erschienenen Buch „Schutzengel“, wie
viel größer das Potenzial der himmlischen Begleiter ist. Sie
beschreibt, wie man Kontakt mit dem eigenen Schutzengel
aufbaut und Botschaften für den eigenen Weg erhalten kann.
Geführte Meditationen auf der beigefügten CD sollen dabei
helfen.
Haas, J. Schutzengel. Wie uns die himmlischen Begleiter zur
Seite stehen. MensSana bei Knaur. 208 S. 19,99 Euro.
ISBN 978-3-426-65670-9
Ermittlungsgehilfen
Um die Liegezeit von Leichen im Freien eingrenzen zu können, kommt den Entwicklungsstadien der nekrophagen Insekten eine wichtige
Rolle zu. Seit 2009 untersuchen Biologen aus
Frankfurt/M. und Neuchâtel (CH), inwieweit sich
Schalenamöben, die sich im Erdreich unter den
Kadavern befinden, als Indikator-Organismen für
die Eingrenzung des Todeszeitpunktes eignen.
Mein kleines Trost- und Trauerbuch
Kleine einfühlsame Texte und neue Denkanstöße bietet das
Trost- und Trauerbuch von Susanne Bleymüller, die als Lektorin arbeitet und ehrenamtlich in der Hospizarbeit tätig ist.
Die tröstenden Gedichte und Texte aus der Weltliteratur, aus
der Bibel und aus den Herzen anderer Trauernder sollen dem
Hinterbliebenen aufzeigen, dass er nicht allein ist mit seinen Gefühlen und ihm helfen, sich der Trauer zu öffnen und
Schritt für Schritt Hoffnung, Mut und neue Karft zu finden.
Bleymüller, Susanne (Hg.) Mein kleines Trost- und Trauerbuch. Gütersloher Verlagshaus.
ISBN 978-3-579-06837-4
Eternal paper
Schmuckstücke aus papierenen Erinnerungen,
zum Beispiels aus Briefen oder Gedichten, gestaltet die Künstlerin Christine Rozina.
Ob Ringe, Ketten, , Skulpturen, Collagen und Gemälde - alle Arbeiten setzen sich mit dem Thema
"Erinnern" auseinander.
Die Gemeinde bestattet ihre Toten
Die Zeiten der pastoralen Rundumversorgung der katholischen Gemeinden sind vorbei. Um ein lebendiges Gemeindeleben aufrechtzuerhalten, müssen Gemeindemitglieder
Aufgaben übernehmen, die früher von hauptamtlichen Seelsorgern erledigt wurden. Dazu gehört auch Beisetzungen.
Die Autoren Hans Gerd Paus und Annegret Pietron-Menges
liefern einen Leitfaden zur Ausbildung ehrenamtlicher Begräbnisleiter. Ihr Buch „Die Gemeinde bestattet ihre Toten“
bietet Priestern, die ihrer Gemeinde Begräbnisleiter/innen
ausbilden wollen, einen 88 Seiten umfassenden Ordner mit
Begleitmaterial und eine beigefügte CD.
Paus, H.G./Pietron-Menges, A. Die Gemeinde bestattet ihre
Toten. Gütersloher Verlagshaus.
ISBN 978-3-579-05913-6
Neues
Handbuch
"Standard Algorithmen Embalming" heißt das
neue Lehrbuch, das VDT- Ausbildungsleiter Johan Homburg und VDT-Ausbildungskoordinator
Jörg Vieweg geschrieben haben. Ein weiterer
Meilenstein auf dem Weg zu einer beispielhaft
guten Ausbildungsstruktur, die ihresgleichen
sucht. Eternity sprach mit den Verfassern.
Ihr QUALITÄTSPRÄDIKAT
für Bestattungskultur
Seebestattungen mit/ohne Begleitung
Angehöriger in der Ostsee und Nordsee
Seebestattungen mit/ohne Begleitung
Angehöriger weltweit
Zentrale-Seebestattungs-Gedenkstätte
Stein/Laboe: Einrichtung eines
Ehrenmales
Natürliche und einfühlsame Betreuung
der Angehörigen
Individuelle Gedenkfahrten mit der MS
„Seewind“ zur letzten Ruhestätte
Abfahrtshäfen Ostsee
Stein/Laboe - Kieler Bucht /
Eckernförder Bucht
Maasholm - Flensburger Bucht
Burg/Heiligenhafen - Insel Fehmarn
Travemünde / Grömitz - Lübecker Bucht
Timmendorf i. Poel - Wismar Bucht
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Abfahrtshafen Nordsee
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