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AL GORE Eine unbequeme Wahrheit Die drohende - Arthur Lehner

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854106 I Ökonomie und Politik der natürlichen Ressourcen
Learning Log I Kommentar
AL GORE
Eine unbequeme Wahrheit
Die drohende Klimakatastrophe und
was wir dagegen tun können
Kommentar und Rezension:
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Kommentar zu Al Gore: „Eine unbequeme Wahrheit“
Lehner Arthur 064031
854106 I Ökonomie und Politik der natürlichen Ressourcen
In den folgenden Ausführungen folgt eine Analyse in 3 Teilen. Der erste Teil beschäftigt sich mit der formalen Analyse des
Buches „Eine unbequeme Wahrheit“, d.h. die Fragen: Wie ist es geschrieben? , Welcher Stil wird verwendet? , Wie ist die
Aufmachung des Buches? , sollen beantwortet werden.
Im zweiten Teil folgt dann eine inhaltliche Analyse, die sich mit der Thematik der Klimaerwärmung bzw. des Klimawandels
und der Argumente der „Befürworter“ und „Kritiker“ auseinandersetzt.
Im dritten und letzten Teil wird das so genannte „Wir“ des Untertitels („Die drohende Klimakatastrophe und was wir dagegen tun können“) behandelt.
Formale Analyse
Schon beim Aufblättern der ersten Seiten sowie beim späteren Lesen fallen bei „Eine unbequeme Wahrheit“ einige Besonderheiten auf: Unmengen an Abbildungen und Information zu Person Al Gores und dessen privaten Umfeld.
Zum ersten Punkt ist zu sagen, dass die Vielzahl an Abbildungen bzw. Fotographien das Lesen erleichtert und eine lockere
Atmosphäre schafft. Jedoch fehlen bei einer Vielzahl der Abbildungen, Tabellen, Kurven und Diagramme genauere Angaben zu denselben und man könnte den Eindruck erwecken, dies sei gewollt. Der erste Blick soll fesseln, soll schockieren,
doch wehe dem, der genauer hinsehen will. Ich beziehe mich hier z.B. auf ein Balkendiagramm auf Seite 119, bei dem keine Quellangabe zu finden ist. Woher stammt diese Information?, Woher sind die Daten? Wie wurden diese erhoben? Das
gleiche gilt für die Abbildungsreihe „[…] Was würde passieren wenn der Meeresspiegel weltweit um 5,5 bis 6 Meter stiege
[…].“ (Seite 198 – 2091) auf denen „erläutert“ werden soll was bei einem globalen Meeresspiegelanstieg passieren würde.
Es fehlen bei allen „Berechnungen“ Quellangaben. Wer hat diese Szenarien auf welcher Basis berechnet? Woher stammen
die Daten?
Oft sind Fotographien abgebildet, welche beim Lesen des dazugehörigen Textes, aus dem Zusammenhang gerissen erscheinen und wie bereits erwähnt, keinen erkennbaren Zusammenhang zum Thema auf vorheriger Seite erkennen lassen.
Weiters muss auch hier der Vorwurf: „Lügen mit Statistiken“ vorgebracht werden, welchen sich auch immer wieder die
IPCC gefallen muss. Als Vorzeigebeispiel kann das Diagramm „Die Temperatur auf der Nordhalbkugel in den letzen 1000
Jahren (°C)“ dienen. Ließen wir das Diagramm nicht im Jahre 1000 sondern im 3000 v. Chr. beginnen und die y – Achse mit
0°C -10°C wäre diese „dramatische Abweichung“ eine durchgehende Linie mit geringem Ausschlag, doch hierzu mehr in
der inhaltlichen Analyse.
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Alle Zitate, soweit nicht anders vermerkt, stammen aus „Eine unbequeme Wahrheit“, Al Gore, 2006 Riemann Verlag, München
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Kommentar zu Al Gore: „Eine unbequeme Wahrheit“
Lehner Arthur 064031
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Die ganze Aufmachung des Buches wirkt sehr populär. Die Phrasen wiederholen sich immer wieder, werden durch dramatische, schockierende, reißerische Bilder untermalt. Ich kann jedoch auch nach zweimaligem Lesen kein Konzept bzw. eine
logische Abfolge in der Konzeption dieses Buches erkennen. Dies wird, und nun komme ich zu letzterem (die Person Al Gore) durch die vielen Kapitel in welchen teilweise detailliert das Privatleben des Autors, dessen Gefühle und dessen Erinnerungen geschildert bzw. dargeboten werden: „[…] Als ich noch sehr klein war, kletterte ich nach der Schule mit meinen
Freunden sogar gerne über die Feuerleiter hinauf aufs Dach. Dort oben knoteten wir einen Faden um den Hals von Plastiksoldaten und seilten sie Spule um Spule (aus dem Nähkasten meiner Mutter gemopst) siebeneinhalb Stockwerke hinunter
bis auf den Kopf des Portiers ab […]“ verschärft. Vielleicht bin ich hier zu sehr von der europäischen Erziehung bzw. dem
europäischen Stil, der aus meiner bisherigen Erfahrung mit wissenschaftlichen Texten Sachlichkeit, Objektivität und Themengebundenheit mit einschließt, geprägt und verstehe deshalb nicht, warum uns der Autor diesen Einblick in sein Privates
gewährt. Soll der Leser alle kritischen Stimmen, alle Zweifel ausblenden, weil seine Frau Tipper 1976 mit ihm in die Großstadt
ging und ihm eine treue Ehefrau war?
Inhaltliche Analyse
Es werden in „Eine unbequeme Wahrheit“ viele unterschiedliche Begriffe benutzt. Allen voran sind das Wörter wie „Klima“,
„Klimakatastrophe“, „Klimaerwärmung“, „Klimawandel“, „Natur“, „Treibhauseffekt“, „global“, „Gleichgewicht“ und viele
weitere.
Was ist Klima? „[…] Klima ist die Gesamtheit aller an einem Ort möglichen Wetterzustände, einschließlich ihrer typischen
Aufeinanderfolge sowie ihrer tages- und jahreszeitlichen Schwankungen. Das Klima wird dabei jedoch nicht nur von Prozessen innerhalb der Atmosphäre, sondern vielmehr durch das Wechselspiel aller Sphären der Erde (Kontinente, Meere,
Atmosphäre) sowie der Sonnenaktivität geprägt. Es umfasst zudem unterschiedlichste Größenordnungen, wobei vor allem
die zeitliche und räumliche Dimension des Klimabegriffs von entscheidender Bedeutung für dessen Verständnis ist […].“
[bpb.de, 2007]
Auch auf der Venus gibt es Klima und Natur, doch beträgt hier die Durchschnittstemperatur ca. 460 °C und der atmosphärische Druck ca. 90 Bar. Mit der idealisierten Vorstellung von Klima und Natur des Autors hat dies natürlich nichts zu tun. Mit
diesem Beispiel soll zum Ausdruck gebracht werden, dass Wortschöpfungen wie Klimakatastrophe, Klimazerstörung und
weitere, unwissenschaftliche Ausdrücke sind, die nicht zur Aufklärung sondern zur propagandistischen Stimmungsmache
dienen „[…] Gute Propaganda erfindet einen Slogan, dem alle zustimmen können, ohne wissen zu müssen, was er bedeutet, weil er nämlich nichts bedeutet. […].“ [Chomsky, 2003]
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Ein weiterer wichtiger Punkt, den es zu behandeln gilt, ist die Behauptung des Autors (bzw. ein von ihm auf S. 92 angeführtes Zitat), dass so genannte Extrem(wetter)ereignisse, d.h. Naturkatastrophen wie Taifune, Hurricanes, Twister, Überschwemmungen und weitere, im Zuge der ‚Erderwärmung’ in ihrer Anzahl und Intensität zunehmen würden.
Diese Behauptung, die sich trotz aller mittlerweile veröffentlichten Daten fest in den Medien und damit in den Köpfen der
Leute hält und welche einfach zu widerlegen ist, richtig zu stellen, ist mir ein besonderes Anliegen. „[…] Mehr Stürme in Österreich? Nein, besagt eine neue internationale Studie unter der Führung der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) – vor 100 Jahren war es stürmischer! Die Zukunft der Stürme ist von enormem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Interesse. Weltweit gehen laut Münchner Rückversicherung ca. 80% aller Versicherungsgelder an Sturmopfer.
Trotz Kyrill, Olli und anderen verheerenden Stürmen der vergangenen Sturmsaison, sind wir in Österreich immer noch im Bereich der ganz „normalen“ Sturmvariabilität – dies bestätigt eine neue in Mitteleuropa einzigartige 130 Jahre umfassende
Sturm – Studie unter Leitung der ZAMG […].“ [ZAMG, 11/2007]
Weiters: „[…] Weltweit gibt es kaum von der Wissenschaft anerkannte Messreihen, die direkt gemessene Aussagen über die
Veränderungen dieses Klimaelements (Gewitter) zulassen. Denn meistens sind die Messreihen viel zu kurz, und durch den
Wechsel an Messinstrumenten, noch dazu an nicht vergleichbaren Orten (Urbanisierung) zudem noch inhomogen. Die in
den Medien kolportierten Aussagen wie „stärkster je gemessener Sturm“ sind daher vor diesem Hintergrund kaum verwunderlich. Frühere „stürmischere Zeiten“ sind in den Klimaarchiven entweder nicht vorhanden oder mit modernen Messreihen
schlicht nicht vergleichbar. Man kann also, je nachdem welche Botschaft man vermitteln möchte, Trendanalysen populär
darstellen und Schlussfolgerungen aufzeigen. Aber selbst diese „Kurzzeitanalysen“ zeigen weltweit keinen einheitlichen
Trend […] Mit einem Wort: Ein einheitlicher Trend für eine Häufung von Extremwetterereignissen, der auf den gesamten
Globus (global) umlegbar wäre, existiert nicht […] Untersuchungen aus den USA zeigen, dass die Aufmerksamkeit für extreme Wetterereignisse in den hoch entwickelten Industriestaaten […] durch Medienaktivitäten wesentlich höher liegt als in
den anderen Staaten. Und dadurch auch die Wahrnehmung dieser Ereignisse scheinbar zunimmt.“ [Auswirkungen, 2008]
Der Autor in „Eine unbequeme Wahrheit“ wirft dann für den Leser auch ein Auge auf die Versicherungswirtschaft, welche
er sogar, bedingt durch die „Klimaerwärmung“, in ihrer Existenz bedroht sieht. (siehe S.102) Das dies unter dem Gesichtspunkt ständig steigender Gewinne der Versicherungsbranche absurd erscheint, wird dem Leser schnell klar. „[…] Zweifellos
ist unsere Industriegesellschaft durch extreme Wetterereignisse als Ganzes wesentlich verwundbarer geworden als noch vor
einigen Jahrzehnten. Speziell der infrastrukturelle Fortschritt macht uns anfällig für Schäden, die beispielsweise durch Überschwemmungen oder Stürme entstehen. Schäden an Kraftwerksanlagen, […] Erdöltanks etc. und in der Folge Umweltverschmutzungen größten Ausmaßes treiben natürlich die wirtschaftlichen Schäden in enorme Höhen. So ist es auch kein
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Wunder, dass die Versicherungswirtschaft uns exponentiell ansteigende Aufwendungen zur Deckung von Schäden durch
Naturkatastrophen aufzuzeigen versucht und dies auch mit Erfolg tut […].“[Auswirkungen, 2008]
Selbst unter der Vorraussetzung, dass die durchschnittliche Temperatur auf der Erdoberfläche steigt, führt dies nicht
zwangsläufig zur Zunahme von Extremwetterereignissen denn […] die globale Erdwärmung verringert die Temperaturunterschiede zwischen den Polen und dem Äquator. Je größer dieser Gegensatz ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass
Stürme entstehen. Von der Theorie her sollte eine globale Erwärmung daher eher zu einer Verringerung der Sturmhäufigkeit
führen […].“ [P.M., 5/2007]
Ein sehr interessanter Punkt in Al Gores Buch ist auch die auf den letzten Seiten (warum?) situierte Gegenüberstellung kritischer Einwende zu Argumenten des Autors. Das ganze erfolgt unter der Überschrift: „10 besonders verbreitete Irrtümer über
die Klimaerwärmung“. Dies impliziert und suggeriert dem unvoreingenommen Leser sofort: Jedes Argument bzw. jeder Einspruch gegen die Thesen des Verfassers sind per se falsch, ein Irrtum und es wird eigentlich nicht „aufgeklärt“, noch wird
auf die Argumentation eingegangen, da sie – weil gegen die Sache selbst – falsch ist. Die Tatsache, dass sich die Wissenschaftswelt gerade nicht darüber einig ist, ob eine globale Klimaerwärmung stattfindet, dass jene vom Menschen verursacht wird und dass alleine die vom Menschen emittierten Treibhausgase wie CO2 und weitere im Buch angeführten für
diese globale Klimaerwärmung verantwortlich sind, wird vom Schreiber einfach geleugnet. Bei „Irrtum 2“ gerät die Argumentation aus den Fugen: „[…] Natürlich wird das Klima nicht nur vom Kohlendioxidgehalt in der Atmosphäre, sondern
auch von zahlreichen weiteren Faktoren beeinflusst – Sonnenflecken beispielsweise oder dem Feuchtigkeitsgehalt der Luft.
Doch das bedeutet nur, dass wir uns umso mehr Sorgen über CO2 und andere vom Menschen erzeugte Treibhausgase
machen müssen […]“, und ist mit normaler Logik nicht mehr nachvollziehbar. „Irrtum 3“ beinhaltet die Prämisse eines Kritikers, dass das Klima sich seit jeher verändert hat und einem natürlichen Zyklus unterliegt. Es wird daher vorgebracht, dass
erdgeschichtlich ältere Schwankungen alle vor dem Hintergrund einer „natürlichen“ Veränderung und damit ohne
menschlichen Einfluss passierten. Es heißt dann weiters: „[…] Mehr CO2 in der Atmosphäre bedeutet höhere Temperaturen
[…].“ Diese Behauptung scheint unwissenschaftlich. Inwiefern sollte dies „höhere“ Temperaturen bedeuten? Was bedeutet
„höher“? In welchem Verhältnis? Proportional oder disproportional? Welche Menge reicht aus, um eine messbare Veränderung zu erreichen? Fragen, die mit einer derartigen Argumentation oder mit derartigen Behauptungen nie beantwortet
werden können und offenbar nicht beantwortet werden wollen. Auf weitere „Irrtümer“ kann leider nicht mehr eingegangen werden, die Art der Rechtfertigung ändert sich aber nicht mehr.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Botschaft, welche das Buch vermittelt bzw. vermitteln soll nämlich: Schonender Umgang mit den vorhandenen Ressourcen, investieren in zukunftskompatible Technologien, welche dies ermöglichen und ein Um-/ und Nachdenken über den Umgang mit dem Planeten Erde, eine wichtige und achtbare ist.
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Doch regen sich beim Leser zeitweise Zweifel über die Art und Weise, wie dies der Autor tut bzw. wie er diese „Message“
propagiert. Es scheint mehr zu sein, als die bloße Sorge um den Erhalt der Menschheit und die Zukunft der Menschheit auf
dem Planeten Erde. Hierzu hilft auch eine genauere Betrachtung der wirtschaftlichen Verflechtungen und des politischen
Hintergrund des Verfassers von „Eine unbequeme Wahrheit“. (siehe hier den Punkt: Das „Wir“)
Die Basis der Beweisführung, die der Schriftsteller wählt, nämlich eine Nennung von Extremereignissen und Extremmesswerten, welche innerhalb von 2 – 3 Jahren verzeichnet wurden, für dieses honorige Anliegen mutet bei näherer Betrachtung
eher schwach an. Die einmalige Messung eines Wertes, der vorher und nachher nicht mehr gemessen wurde, ist, vor allem
bei eingehender Beschäftigung mit dem Thema des Klimawandels bzw. der globalen Klimaerwärmung, kein Beweis bzw.
Indiz für eine wissenschaftliche These. Man kann dies einfach ad absurdum führen, betracht man die Daten der ZAMG für
den Jänner 2010 bzw. Messergebnisse aus dem Jahr 2009:
„[…]Jänner 2010 österreichweit um 1,5° C zu kalt […] Polare Kaltluftvorstöße bringen Abweichungen von bis zu -3,9 °C. Verbreitet zu kalt verlief der erste Monat des Jahres 2010 in weiten Teilen des Bundesgebietes. In Vorarlberg, im Tiroler Oberland, Flachgau, in Ober- und Niederösterreich, Wien, Nord- und Mittelburgenland kamen die Monatsmittel nur auf 2,5 bis
1,5 °C an die vieljährigen Mittel heran. Zwischen minus 1,5 und minus 0,5 °C unter dem Mittelwert lagen die Temperaturen
im Unteren Inntal, in Salzburg südlich des Tennengebirges, im Ausseerland, im steirischen Ennstal, Grazer Becken und Südburgenland […] Semmering (NÖ) war mit -6,3 °C um 3,8 °C kälter als im 30-jährigen Mittel. Nahezu gleichauf sind die Stationen Mönichkirchen (NÖ) mit -5,7 °C (-3,7 °C) und Fischbach (St) mit -5,7 °C (-3,5 °C). Für den absoluten Tiefstwert im Jänner sorgte nicht wie sonst üblich eine Bergstation, sondern Gars/Kamp im Waldviertel mit -27,6 °C […].“ [ZAMG, 2010]
Noch eine kleine Anmerkung zu den Extremwertdarstellungen (Seite 76 und 77): Der heurige Winter brachte sogar in der
Heimatstadt des Autors einen Kälterekord. Seit 123 Jahren war es in vergleichbarem Zeitraum nicht mehr so kalt gewesen.
Angesichts dieser und vieler weiterer kürzlich gemeldeter Kälterekorde könnten bissige Skeptiker den Anbruch einer neuen
Eiszeit vermuten.
Meiner Ansicht nach ist es bedauerlich, dass die ehrenvollen Ansätze und Botschaften, die es zu vermitteln gilt, dabei leider
zusehends, angesichts diametral entgegengesetzter Meldungen, neuer Erkenntnisse etc. unterzugehen drohen und sukzessive verdrängt werden. Durch reißerische Fotografien von Gletschern und Landschaften, entsprechender Statistiken, Diagramme und vergleichbarer Ausführungen, wird nur eine einzige Erkenntnis gefördert bzw. setzt sich eine Prämisse immer
mehr in den Köpfen der Menschen fest: Wer sagt jetzt die Wahrheit? Was können wir noch glauben? Man kann gar nichts
wissen! Man kann nichts unternehmen! Erklärungen, Widerlegungen, Rechtfertigungen, Darlegungen von neuen Beweismitteln, sowohl der „Befürworter“ als auch der „Kritiker“ – so scheint es –, werden zunehmend ignoriert bzw. überhört.
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Das „Wir“
„Die drohende Klimakatastrophe und was wir dagegen tun können“. Wer ist dieses wir? Sind es alle Amerikaner? Sind es
alle Bewohner postmoderner Industriestaaten? Sind damit alle Bewohner des Planeten Erde gemeint? Die Beschäftigung
mit diesem „wir“ ist aus mehreren Gründen essentiell und wichtig für die Analyse des Buches, die Motivation des Verfassers
und den Schlussfolgerungen, die daraus folgen.
Etliche Forderungen des Autors, fast jeder Slogan desselben beinhaltet dieses „Wir“. Sind damit die 31 Millionen Amerikaner, die auf staatliche Essenmarken angewiesen sind, auch gemeint? Oder sind amerikanische Lobbyisten, Großaktionäre,
Großindustrielle und multilaterale Firmenimperien damit gemeint? Kann ein österreichischer Student, welcher mit 700 € im
Monat sein Auskommen finden muss, „etwas“ ändern? Können die Millionen Familien in den Favelas, Townships oder anderen Elendssiedlungen etwas an der Zerstörung ihrer Umwelt und der Verknappung weltweiter Ressourcen „ändern“? Können generell Einzelpersonen vorhandene Strukturen und Produktionsweisen ändern oder bedarf es hier ganzer Gruppen
von Menschen, NGO - Organisationen oder staatlicher Regierungen? Bei welchem Staat liegt denn hier der meiste Handlungsbedarf? Betrachten wir einmal das Treibhausgas CO2: „[…] Das Ranking der weltweit größten Klimasünder zeichnet
ein klares Bild: Die USA verursacht am meisten CO2 – an zweiter Stelle folgte China, auf Platz drei rangieren die EU-25. Die
Daten stammen aus 2003 und wurden vom World Ressources Institute (WRI) erhoben […] mit rund 5,8 Milliarden Tonnen
CO2 – Ausstoß liegen die USA auf Platz eins: Mit einem Weltbevölkerungsanteil von nur 4,6 Prozent verursachen sie 22,27
Prozent der weltweiten Emissionen des Treibhausgases […] Platz 2: China […] 2003 lag der Ausstoß mit rund 4,5 Mrd. Tonnen
CO2 zwar noch deutlich hinter den USA […] Statistisch entfallen auf jeden Bewohner 3,5 Tonnen CO2 […] In den wirtschaftlich hoch entwickelten USA liegt die Relation bei 19,9 Tonnen pro Kopf. China hat 1,3 Milliarden Einwohner, die USA rund
298 Millionen […] Die Europäische Union liegt im Ranking mit rund vier Milliarden Tonnen CO2 – Ausstoß auf Platz drei, was
rund 15,4 Prozent der Weltemission ausmacht. Das Pro – Kopf – Verhältnis beträgt rund 8,8 Tonnen und ist damit um die
Hälfte niedriger als jenes der USA, aber doch mehr als doppelt so hoch wie das chinesische […].“ [News, 2007] Es mutet
aufgrund dieser Daten geradezu bizarr an, dass ein Amerikaner mit dem „Klima – Finger“ auf den Rest der Welt zeigt, inklusive aller Entwicklungsländer. Wir sprechen hier von einem ehemaligen Vizepräsidenten der USA, einem Mitglied des amerikanischen Senats, einem Mann, der aus einer der einflussreichsten Familien der USA stammt, einem Mann, welcher Friedennobelpreisträger ist, einem Mann mit großer wirtschaftlicher und politischer Macht.
Natürlich gibt es weltweiten Handlungsbedarf im Umgang mit dem Planeten Erde, natürlich muss ein Prozess des Umdenkens in Bezug auf Energie, Energiegewinnung, Energienutzung etc. stattfinden. Jedoch müssen hier auch die geeigneten
und dazu befähigten Personen in dieser Richtung tätig werden. Erste Schritte hierzu kommen bereits aus der Europäischen
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Kommentar zu Al Gore: „Eine unbequeme Wahrheit“
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Union, wo vor allem Deutschland ein Vorreiter in Bezug auf Reduktion des CO2 – Ausstoß und Nutzung alternativer Energieträger ist.
Literaturverzeichnis
Auswirkungen, 2008 - Auswirkungen des Klimawandels auf die österreichische Wasserwirtschaft, Dr. Reinhard Böhm, MR
DI Reinhold Godina, o. Univ. –Prof. DI Dr. Hans Peter Nachtnebel, DI Dr. Otto Pirker, Bundesministerium für Land- und
Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, Stubenring 1, 1012 Wien, Österreichischer Wasser- und
Abfallwirtschaftsverband (ÖWAV), Marc-Aurel-Straße, 1010 Wien, Oktober 2008
bpd.de, 2007, http://www.bpb.de/methodik/66M6Z6,2,0,Glossar.html
Chomsky, 2003 - Media Control, Noam Chomsky, © Europa Verlag GmbH Hamburg, März 2003, ISBN 3-201-76015-0
„Eine unbequeme Wahrheit“ [engl. „An Inconvenient Truth“], Al Gore, © 2006 Riemann Verlag, München,
Verlagsgruppe Random House GmbH, ISBN: 978-3-570-50078-1
News, 2007 – http://www.news.at/articles/0748/18/191316_s6.shtml?print
P.M., 5/2007 - P.M. Magazin - Peter Moosleitners Magazin, Ausgabe 5/2007 GRUNER + JAHR AG & CO KG, Druck- und
Verlagshaus Verlagsgruppe München 1978ff, ISSN 0176-4152
ZAMG, 11/2007 – http://www.zamg.ac.at/aktuell/index.php?seite=1&artikel=2007-11-09
ZAMG, 2010 - http://www.zamg.ac.at/klima/klima_monat/wetterrueckblick/
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