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1. Obersatz Wer? „A könnte Von Wem? gegen B Will Was

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Schritte des Gutachtenstils
1. Obersatz
Wer?
„A könnte ...
Von Wem?
... gegen B ...
Will Was?
... einen Anspruch auf Zahlung des
Kaufpreises ...
Woraus?
... aus § 433 II BGB haben.“
2. Untersatz
Tatbestandsvoraussetzungen und Subsumtion
„Das setzt voraus, dass zwischen A und B
ein Kaufvertrag zustande gekommen ist.“
„Ein Kaufvertrag setzt zwei
übereinstimmende Willenserklärungen,
Angebot und Annahme, voraus.“
Æ Durchleuchten des Sachverhalts im
Hinblick auf Tatsachen, die diese
Voraussetzungen stützen / untermauern, es
folgt dann der ...
3. Schlusssatz
Ergebnis
„Also ist zwischen A und B ein Kaufvertrag zustande
gekommen. Somit hat A gegen B einen Anspruch auf
Zahlung des Kaufpreises aus § 433 II BGB.“
© Esther Tiedtke
Schritte des Gutachtenstils
Beispiel:
K kauft von V ein Buch für 20,- € . Nachdem V dem K das Buch gegeben hat,
verlangt er von K die 20,- € .
Zu Recht?
Æ 1. Schritt
-
Erstellung des Obersatzes mit Hilfe der „fünf W´s“ (Wer will was von wem
woraus?)
Indirekte Frage aufwerfen und Einleitung des Gutachtens im Konjunktiv
Typischerweise leitet man ein juristisches Gutachten mit hypothetischen
Wendungen bzw. mit dem Konjunktiv II (Möglichkeitsform) ein
Bsp.:
- V könnte gegen K einen Anspruch auf Zahlung von € 20,- aus § 433 II BGB
haben gegen B haben
oder
- K müsste den Kaufpreis zahlen, wenn ...
Æ 2. Schritt:
-
Voraussetzungen für die Beantwortung der Frage aufzeigen und die
entsprechenden Definitionen formulieren
Bsp.:
- Dann müsste ein wirksamer Kaufvertrag zwischen ihnen geschlossen worden
sein.
oder
- Voraussetzung dafür ist, dass zwischen ihnen ein wirksamer Kaufvertrag
zustande gekommen ist.
Æ 3. Schritt:
-
Man besieht sich den Sachverhalt und vergleicht ihn mit den Voraussetzungen
(der Definition)
Anschließend formuliert man ein Ergebnis und beendet das Gutachten im
Indikativ
Beachten Sie: Erst wenn sich aus der juristischen Prüfung ein bestimmtes
Ergebnis herauskristallisiert hat, kann die Lösung schließlich im Indikativ
(Wirklichkeitsform) ausgedrückt werden.
Bsp.:
- K hat das Buch von V gekauft. „Gekauft“ kann vorliegend nur bedeuten, dass
ein Kaufvertrag zwischen beiden geschlossen wurde.
- Also hat V gegen K einen Anspruch auf Zahlung von 20,- € aus § 433 II BGB.
Achtung: Mit diesem Schlusssatz endet auch die Prüfung! Danach kommt nichts
mehr, wie z.B. „Man könnte auch anders entscheiden.“
© Esther Tiedtke
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