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Kinder weinen zu Hause Der Mensch im Mittelpunkt Was macht ein

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11/14
14. März
1,85 Euro
Kinder weinen
zu Hause
Gastkommentar
S. 2
Der Mensch
im Mittelpunkt
Ein Jahr
Franziskus
S. 4
Was macht ein
Weihbischof?
Kinder interviewen
Ansgar Puff
S. 52
www.kirchenzeitung-koeln.de
Abschied
Seiten 3, 8-11
INHALT / MEINUNG
IN DIESER WOCHE
vom 14. 3. bis 20. 3. 2014
Mehr ist
mehr
Kinder sollen von ihren Eltern Wurzeln
und Flügel bekommen. Wie das
gelingt, sagt Familienberater Thomas
Köhler-Saretzki im Interview
Seite 51
Solidarität unter Bischöfen mangelt ............... Seite 6
Ökumenische Passionsandacht ....................... Seite 7
Fest des heiligen Josef .................................... Seite 14
Impressum ....................................................... Seite 17
Aschermittwoch der Künstler .......................... Seite 19
Aus den Regionen............................................ Seite 33
Eine Familie
nach der anderen
Die Fruchtfolge im Gemüsegarten
will geplant werden
Seite 50
Titelbild: Kardinal Joachim Meisner
feierte am Sonntag sein 25-jähriges
Jubiläum als Erzbischof von Köln
und zugleich verabschiedete er
sich von seinem Bistum mit einem
Dankgottesdienst im Kölner Dom.
Zuvor hatte im Kölner Gürzenich
eine Abschiedsfeier stattgefunden.
Lesen Sie dazu auf den Seiten 3
und 8 bis 11. (Foto: Boecker)
2 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
(Karikatur: Plaßmann)
GASTKOMMENTAR
Kinder weinen zu Hause
Die Nacht vom 29. auf den 30. November,
in der Spezialeinheiten der damaligen Regierung zum ersten Mal brutal Studenten zusammenschlugen, löste besonders unter den
ukrainischen Jugendlichen spontane Massenproteste aus. Als strukturierte Organisation sah der ukrainische Malteser Hilfsdienst
(MHD) dauerhafte Massenproteste voraus.
Auf der anderen Seite würden möglicherweise viele Verletzte bei gewaltsamen Auseinandersetzungen zu beklagen sein. Daraufhin
begannen wir aus der westukrainischen Stadt
Ivano-Frankivsk den Demonstranten in Kiew
mit heißen Mahlzeiten Hilfe zu leisten. 20
Freiwillige aus dem Bereich der Feldküche
fuhren nach Kiew, zum neuen Jahr wurde außerdem noch eine zweite Küche mittransportiert. An der Arbeit auf dem Maidan beteiligten sich dann auch noch weitere Freiwillige
aus Kiew, Lviv und anderen Städten.
Der normale Arbeitstag in der Feldküche dauert 14 Stunden, an den schwierigsten
Nottagen rund um die Uhr. In der Zeit von
Dezember bis Ende Februar verteilten wir
auf dem Maidan mehr als 360 000 warme
Mahlzeiten und über 900 000 Becher heißen
Tee. Besonders wichtig war die Hilfe nach
dem systematischen Einsatz militärischer
Gasgranaten gegen die Demonstranten.
Der Wert der bereitgestellten Hilfe entspricht (grob gerechnet) etwa 500 000 Euro.
In mehreren Schichten waren in den letzten
100 Tagen 40 Malteser im Einsatz, alle meldeten sich freiwillig für den Einsatz. Keiner
konnte vorher ahnen, mit welcher Brutali-
tät die Regierung gegen die Demonstranten
vorgehen würde, keiner konnte sich den Einsatz von Scharfschützen gegen die Demonstranten vorstellen. Morddrohungen per SMS,
ständige Beobachtung von Unbekannten. Jeder unserer Helfer hat in diesen Tagen mit eigenen Augen viel Leid gesehen, viele Tote,
Hysterie und Verzweiflung. Viele der Toten
waren zuvor bei uns in der Küche, um zu helfen, Holz zu hacken, Wasser zu tragen oder
einfach Tee mit uns zu trinken. Von einigen
kennen wir die Familien und Kinder.
Nach ein paar Gedenktagen gab es wieder Hoffnung, dass wir auf dem Weg zum
Frieden sind. Aber dann begannen die Unruhen auf der Krim. Angst ist wieder überall
gegenwärtig. Die Kinder weinen zu Hause,
weil die Väter eventuell zum Militärdienst
eingezogen werden könnten, die Eltern nehmen Beruhigungsmittel, um die Situation zu
ertragen. Die Malteser sind weiter im Einsatz
und bereit zu helfen, wo immer sie können.
PAVLO TITKO
Unser Autor ist
Mitbegründer und
heute Vorsitzender des
Malteser Hilfsdienstes
(MHD) in der Ukraine.
Ausgabe 11/14 | 14. März 2014
KIRCHE UND WELT
„24 Stunden für Gott“: Kirchen über Nacht zur Beichte offen
VATIKANSTADT/ERZBISTUM. Für das Sakrament der Buße soll am Freitag, 28. März, ab
17 Uhr mindestens eine Kirche in jeder Diözese
weltweit für 24 Stunden geöffnet sein – so auch
im Erzbistum Köln. Die Aktion „24 Stunden
für Gott“ wurde vom Päpstlichen Rat zur Förderung der Neuevangelisierung vorgeschlagen.
„Es wäre wünschenswert, wenn dieses Angebot
der Beichte von der Gelegenheit zur Eucharis-
tischen Anbetung begleitet würde“, heißt es aus
dem Vatikan. In Rom werde Papst Franziskus
die Aktion mit einer Bußfeier im Petersdom eröffnen. Anschließend sollen mehrere Kirchen
in der römischen Altstadt für die Menschen geöffnet bleiben. „Wir laden die ganze Kirche ein,
sich dieser speziellen Initiative anzuschließen,
und hoffen, dass daraus eine Tradition entstehen möge“, so der Päpstliche Rat.
TMG
Kardinal zieht positive Bilanz seiner Amtszeit
Für Enttäuschungen bittet er um Verzeihung
KÖLN. Kardinal Joachim Meisner hat eine
positive Bilanz seiner Amtszeit als Kölner
Erzbischof gezogen. „Ich bin sehr dankbar, dass ich diese Aufgabe 25 Jahre erfüllen konnte“, sagte er am Freitag vor Journalisten in Köln. Zugleich bat er jene Frauen
und Männer um Vergebung, die er enttäuscht
habe. Papst Franziskus hatte Ende Februar
den Rücktritt Meisners als Erzbischof angenommen.
Der Kardinal betonte, dass es ihm immer
darum gegangen sei, Christus berührbar zu
machen. Gott aber habe andere Maßstäbe
als die Menschen. „Wer über sich niemanden mehr respektiert, hat über kurz oder lang
auch Probleme mit dem Respekt für jemanden neben sich“, sagte Meisner.
Dabei verwies der emeritierte Erzbischof
auf sein Leben unter dem NS-Regime und in
der DDR. „Die erste Diktatur kostete mich
meinen Vater, die zweite versuchte mit allen
Mitteln, mich meiner Freiheit zu berauben
und von meinen Grundüberzeugungen abzu-
bringen.“ Er sei nie müde geworden, dafür zu
werben, aus diesen Erfahrungen zu lernen.
Meisner verteidigte, dass die Kirche konservativ sei. Die Tradition sei ihr Lebenselixier. Das bedeute, dass die Kirche heute immer auf die Meinungen früherer Generationen zurückkommen müsse.
Auf Nachfrage versicherte der Kardinal, dass er sich gegenüber seinem Nachfolger Zurückhaltung auferlegt habe. Er werde
nur Rat erteilen, wenn er gefragt werde. „Ich
bin nicht der Überbischof, ich bin der Altbischof“, so Meisner.
Nach seiner Emeritierung hat für den Altbischof der Umzugsstress begonnen. Er habe
schon für den anstehenden Auszug aus dem
Erzbischöflichen Haus mit dem Packen begonnen, sagte er. „Ich bin erstaunt, was sich
in 25 Jahren so angesammelt hat.“ In den
nächsten Wochen zieht Meisner in eine Wohnung in Nähe des Doms. Für Dienstfahrten
steht ihm künftig ein Wagen mit Chauffeur
zur Verfügung, wie Meisner sagte. KL/KNA
Reges Medieninteresse herrschte bei der Pressekonferenz zum Dienstjubiläum Kardinal Meisners.
14. März 2014 | Ausgabe 11/14
AUS DER REDAKTION
Sollte bei der Verabschiedungsfeier für
Kardinal Joachim Meisner im Gürzenich
der künftige Kölner Erzbischof dabei gewesen sein – auszuschließen ist das ja
nicht – dann hätte er auf jeden Fall mitbekommen: Im Erzbistum kann man feiern. Sowohl die Revue „25 Jahre Joachim Meisner Erzbischof von Köln“ begeisterte (nicht nur den Kardinal selbst),
auch das anschließende Pontifikalamt
im Kölner Dom war ein wahrer Fest- und
Dankgottesdienst. Die dann noch folgende Begegnung mit vielen Mitarbeitern im Maternushaus ein „Absacker“,
wie man ihn an solchen Tagen braucht.
Für einen Journalisten, der über die
Ereignisse zu berichten hat, ist es nicht
immer einfach, mit
der notwendigen Distanz das Geschehen zu beobachten, wenn die Stimmung so gut ist, wie am vergangenen
Sonntag. Nicht nur die Sonne schien ja
„kardinalswettermäßig“, die geladenen
Gäste kamen bestens gelaunt und das
Programm war eben keine steife Abschiedsveranstaltung mit getragener
Musik und bedeutenden Lobreden. Man
konnte „Gott und die Welt“ treffen, und
selbst für die prominentesten Gäste gab
es keine abgegrenzte „VIP-Zone“, jeder
konnte mit jedem reden. So wie es eigentlich „bei Kirchens“ immer sein sollte. Natürlich hoffen wir alle in der Redaktion, dass wir auf den Seiten 8 bis 11
genau diese Stimmung für Sie wiedergegeben haben.
Wer nicht dabei sein konnte, hatte
über die Beilage in der letzten Ausgabe der Kirchenzeitung die Gelegenheit,
einen speziellen Blick zurück auf die 25
Amtsjahre von Kardinal Meisner in Köln
zu werfen. Dieses Heft war ein beliebtes
Sammelobjekt für viele Besucher des
Gürzenich. Auch in unserem Sekretariat gehen noch viele Anfragen nach dieser KiZ-Beilage ein. Das sei auch einmal
vermeldet: Natürlich war es Arbeit, aber
in Kontakt mit so vielen bekannten Autorinnen und Autoren zu kommen, war
auch eine Bereicherung. Alltag kehrt
jetzt noch nicht in der Redaktion wieder
ein. Denn eine Sedisvakanz ist kein Alltag für ein Bistum. Wir werden Sie über
alle Entwicklungen weiter auf dem Laufenden halten.
HELMUT PATHE
(Foto: Boecker)
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 3
IM BLICKPUNKT
Seit dem 13. März ist Papst
Franziskus ein Jahr im Amt.
Während seiner Amtszeit
als Erzbischof von Buenos
Aires förderte Kardinal
Bergoglio die Arbeit der
„curas villeros“, der in
Armenvierteln lebenden
Priester. Der wohl bekannteste Armenpriester
Argentiniens ist
José María di Paola.
Der Mensch im Mit te
Vor einem Jahr wurde
Papst Franziskus gewählt
D
er mit Marienbildern beklebte weiße
Fiat Premio stoppt vor der Bahnstation am Stadtrand von Buenos Aires.
„Steigt ein!”, ruft Padre Pepe, wie man
José María di Paola hier nennt. Der Pfarrer
bleibt sitzen. Er muss vorsichtig sein, seitdem er die in den Slums operierenden Drogenbanden vor vier Jahren öffentlich kritisiert hatte.
Wir fahren in die nahe gelegene „Villa
Cárcova”, ein Konglomerat wackliger Holzhütten, die inmitten eines Meers aus Müll
und Schlamm 40 000 Menschen beherbergen. Dort wohnt Pepe in einer ärmlichen
Hütte. Seit 15 Jahren lebt er als „cura villero“, als Armenpriester, in den „Villas“, den
Slumvierteln der argentinischen Hauptstadt.
Mehr als zehn Jahre war er in der berühmtberüchtigten „Villa 21-24” aktiv, einem Armenviertel am südlichen Stadtrand von Buenos Aires. Nachdem er und andere Priester
die verheerenden Auswirkungen der Kokaindroge Paco angeprangert hatten und da-
Padre Pepe (Mitte) auf der Baustelle der neuen Kirche.
4 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Papst Franziskus bei einer Generalaudienz Anfang März auf dem Petersplatz. Seit einem Jahr ist er im Amt.
raufhin Morddrohungen erhielten, zog er
sich für drei Jahre nach Santiago del Estero zurück.
Die Haare zerzaust, sein dichter Bart
wild und ungestüm – Pepe macht wenig
Aufhebens um seine Person. An erster Stelle steht sein Pragmatismus, der Hand anlegt
und bewegt. In einer kleinen Garage hatte er bei seiner Ankunft in „Cárcova” erst
einmal provisorisch eine Kirche eingerichtet. Diese ist so klein, dass die Einweihung
durch den Erzbischof von Buenos Aires auf
der schlammig-sandigen Straße davor stattfinden musste. „An dem Tag hat es so heftig geregnet, dass wir einen riesigen Regenschirm für den Erzbischof auftreiben mussten“, erinnert sich Pepe.
Viele Menschen hätten damals vor Rührung geweint, berichtet Eladio Alberto
Aguiar, ein 24-jähriger Nachbar, der mit
anderen Bewohnern auf einem geschenkten Grundstück direkt hinter der Garage an
der neuen Kirche mitbaut. Drogen und Verbrechen hätten einst sein Leben geprägt, berichtet er. Jetzt sei er Pepes Vorarbeiter auf
der Baustelle. „Hier wird bald der Altar stehen”, erklärt Pepe und deutet in die Mitte
der Baustelle. Den Altar habe man aus einer
Gesundheitsstation geholt. Denn „eine echte Kirche“ gebe es hier seit 40 Jahren nicht
mehr, sagt Eladio.
Seit dem Ende der 1960er-Jahre waren
die Armenpriester bereits an der Peripherie
von Buenos Aires aktiv. Doch erst mit dem
Amtsantritt des damaligen Erzbischofs Jorge Mario Bergoglio erlebten die „curas“ (auf
Deutsch: Priester) eine wahre Renaissance.
Vom Papst begleitet und unterstützt
Bergoglio begab sich selbst in die Armensiedlungen, besuchte die „curas“, zog
mit ihnen von Hütte zu Hütte und trank mit
den Bewohnern den traditionellen Mate. Die
Menschen in Buenos Aires hätten Bergoglio
als einen ihnen nahe stehenden Erzbischof
kennengelernt, erzählt Pepe. Seine Berufung
zum Papst gebe nun der gesamten Kirche
die Chance, diese Erfahrung zu teilen. „Sowohl wir Geistlichen als auch die Laien in
diesen Vierteln fühlen sich heute vom Papst
begleitet und unterstützt.“ Pepe betont, dass
Ausgabe 11/14 | 14. März 2014
IM BLICKPUNKT
it telpunkt
„Aus der Perspektive des Schuhputzers“
Adveniat-Hauptgeschäftsführer Klaschka über den Papst
Seit einem Jahr ist Papst Franziskus
nun im Amt – und begeistert die
Menschen immer wieder mit starken
Worten und Gesten. Im Interview
mit Carolin Kronenburg äußert
sich der Hauptgeschäftsführer des
Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat,
Prälat Bernd Klaschka, zu einem
außergewöhnlichen Pontifikat.
Prälat Klaschka, seit einem Jahr ist
der Papst vom anderen Ende der Welt
im Amt, und die Herzen fliegen ihm aus
ganz vielen unterschiedlichen Richtungen
zu. Was macht die Faszination Franziskus’
Ihrer Meinung nach aus?
(Fotos: KNA, Jürgen Escher / Adveniat)
die Begegnung mit den armen Menschen
den ehemaligen Erzbischof Bergoglio stets
inspirierte, ihm „den Sauerstoff zum Leben“
gab. Daraus resultiere auch die Äußerung
des Papstes, er wolle eine „arme Kirche für
die Armen“, meint Pepe. Und arm sind in
„Cárcova“ alle.
Auf dem Rückweg zur Bahnstation berichtet er über die letzten Ereignisse im
Viertel. Jugendliche hätten eine Polizeistation in Brand gesteckt, weil die Beamten in
den Tod eines Jugendlichen des Viertels verwickelt seien. Es gehe um Drogengeschäfte, und die Staatsmacht spiele dabei eine dubiose Rolle. Dann berichtet er von Erbaulicherem: seinem Treffen mit Papst Franziskus im August in Rom. Sie hatten Mate
getrunken und sich an die gemeinsame Zeit
in den „Villas“ erinnert. Zum Abschied habe
er dem bekennenden Fan der Fußballmannschaft „San Lorenzo“ ein Trikot seines eigenen Lieblingsklubs „Huracán“ geschenkt.
Pepe grinst breit.
Zurück an der Bahnstation steigen wir
wieder aus. Pepe hupt kurz, dann verschwindet sein Wagen um die Ecke.
THOMAS MILZ
14. März 2014 | Ausgabe 11/14
KLASCHKA: Schon als sich Papst Franziskus nach seiner Wahl auf der Loggia
vorstellte, hatte ich den Eindruck, dass
ihm die Herzen der Menschen zuflogen,
die auf dem Petersplatz versammelt waren. Er begrüßte sie mit den einfachen
Worten „Guten Abend!“ und verneigte
sich vor ihnen. Damit zeigte er: Ich nehme euch ernst, ich bin euer Diener. Papst
Franziskus hat die klaren Gesten durch
das erste Jahr seines Pontifikats getragen
und er lebt das vor, was er von den Menschen fordert. Das hat bei vielen Katholiken und Nichtkatholiken das Gefühl eines
neuen Respekts vor der Kirche geweckt
und seine Offenheit fasziniert die Menschen überall auf der Welt.
Was zeichnet sein Pontifikat bisher
theologisch aus?
KLASCHKA: Papst Franziskus folgt theologisch den Aussagen des Zweiten Vatikanischen Konzils. Er legt Wert darauf,
dass die Kirche eine Gemeinschaft ist und
dass alle Getauften und Gefirmten Kirche sind. Papst Franziskus stellt die Kirche vom Kopf auf die Füße. Er sagt: Die
Getauften sind die Basis und die Amtsträger sind die Diener dieser Gemeinschaft.
Insbesondere in seinem jüngsten Lehrschreiben gibt er dem Heiligen Geist sehr
viel Raum in der Kirche und möchte die
Türen wieder öffnen, dass Gottes Geist
in unser Leben eintritt und unter uns wirken kann – und zwar spontan. Gottes Geist
wirkt nämlich oft unkontrolliert. Dadurch
kann auch Neues wachsen, und das schafft
Kreativität.
In „Evangelii gaudium“ hat Papst
Franziskus seine Vision von Kirche
beschrieben. Was sind für Sie die Schlüsselstellen?
KLASCHKA: Papst Franziskus formuliert in der Tat so etwas wie eine geistliche Grundlage kirchlicher Erneuerung. In der
Taufe werden wir Christen. Alle Christen – Laien, Priester und Bischöfe – haben die Verantwortung, das Evangelium durch Wort und Tat
in der Welt zu verkünden
und zu bezeugen. Jeder
da, wo er ist: in der Fa- Prälat Klaschka.
milie, am Arbeitsplatz,
unter Freunden, in der Pfarrei, aus seinem Lebenskontext heraus. Eine weitere
Schlüsselstelle ist sein offenes Verständnis von Pastoral. Wir müssen eine pastorale Umkehr leben, näher bei den Menschen sein, in den Pfarreien, in den Basisgemeinden, in Kleinen Christlichen
Gemeinschaften und Bewegungen. Papst
Franziskus klagt außerdem die Missstände unserer Gesellschaft an, beispielsweise dass der Mensch, das Ebenbild Gottes,
zur Ware geworden ist. Die Wirtschaftsstrukturen, die wir aufgebaut haben, verhelfen seiner Meinung nach nicht zum Leben, sondern diese Wirtschaft töte. Und er
sagt deutlich, dass er erschrocken darüber
ist, dass der Einbruch eines Aktienkurses
mehr Schlagzeilen macht als der Tod eines Menschen. Papst Franziskus stellt den
Menschen wieder in den Mittelpunkt.
Diese Kapitalismuskritik sorgte in
Deutschland für Diskussionen – wie
ist die lateinamerikanische Lesart?
KLASCHKA: Der Papst ist Argentinier. Er sieht die Welt aus der Perspektive der Menschen, denen er in Argentinien oder Lateinamerika begegnet ist. Das
ist oftmals auch die Perspektive der Armen; derer, die schlechten Zugang haben
zur Bildung und zum Gesundheitssystem.
Menschen, die tagtäglich ums Überleben
kämpfen. Diese Sichtweise ist nicht auf
Gewinnmaximierung fokussiert, sondern
darauf, jedem Menschen ein Leben in Fülle zu ermöglichen. Papst Franziskus betrachtet die Welt aus der Perspektive des
Schuhputzers – von unten nach oben. Deshalb betont er unermüdlich, dass die Kirche an die Seite der Armen gehört.
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 5
KIRCHE UND WELT
HUPFAUER NICHT MEHR KAB-VORSITZENDER.
Nach Ermittlungen wegen des Besitzes
von Kinderpornografie ist der bisherige
Bundesvorsitzende der Katholischen
Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), Georg
Hupfauer, am letzten Mittwoch von seiner Funktion als KAB-Chef zurückgetreten. Auch ist er nicht mehr Mitglied
des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), dem der 59-Jährige als
Vertreter des katholischen Sozialverbandes angehört hatte. Letzten Mittwoch war bekannt geworden, dass
die Staatsanwaltschaft Aachen gegen Hupfauer wegen des Verdachts
auf Besitz von Kinderpornografie ermittelt. Hupfauer räumte auf Anfrage
der Katholischen Nachrichten-Agentur
(KNA) ein, auf Internet-Seiten mit Kinderpornografie gesurft zu haben. Die
Bundesleitung der Bewegung äußerte
sich „bestürzt und fassungslos“. Gegen den 59-Jährigen läuft laut Staatsanwaltschaft nach einer Strafanzeige
seit März 2013 ein Ermittlungsverfahren. In dem Monat sei auch das Privathaus des KAB-Chefs durchsucht
worden. Die Auswertungen dauerten
noch an, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft gegenüber KNA. Hupfauer
sprach von einem moralisch verwerflichen Verhalten, das seiner christlichen
Überzeugung widerspreche.
STEPHAN BARTHELME NEUER KLJB-BUNDESVORSITZENDER. Die Katholische Landjugendbewegung Deutschlands (KLJB) hat
auf ihrer Bundesversammlung in Passau den 29-jährigen Stephan Barthelme zu ihrem neuen Bundesvorsitzenden gewählt. Im Amt bestätigt wurde die Bundesvorsitzende Karin Silbe.
Barthelme und Silbe bilden gemeinsam
mit dem Co-Bundesvorsitzenden Wolfgang Ehrenlechner und dem Bundesseelsorger Daniel Steiger den Bundesvorstand der KLJB.
FAMILIENBUND WIRFT KOALITION BEIM KINDERGELD
WORTBRUCH VOR. Pläne des Bundesfinanzministeriums, die geplante Kindergelderhöhung zu verschieben, stoßen auf
scharfen Widerspruch. Der Familienbund der Katholiken nennt das Vorhaben „unverantwortlich“ und wirft den
Koalitionsparteien „Wortbruch“ vor.
Der Haushalt dürfe nicht „auf dem Rücken der Familien“ konsolidiert werden. „Familien brauchen jetzt mehr
Kindergeld“, sagte Verbandspräsidentin Elisabeth Bußmann, nachdem die
„Süddeutsche Zeitung“ am Dienstag
berichtete, die Erhöhung solle erst in
zwei Jahren erfolgen.
6 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Solidarität unter Bischöfen könnte besser sein
Zollitsch ermahnt Mitbrüder am Ende seiner Amtszeit
MÜNSTER.
Als
„verbesserungsfähig“
hat der scheidende Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert
Zollitsch, die Solidarität unter den Bischöfen in Deutschland bezeichnet. Zu Beginn der
letzten Vollversammlung unter seiner Moderation erklärte Zollitsch, er habe in sechs Jah-
der Vollversammlung hatte Zollitsch die Kirche zu mehr Offenheit gegenüber der pluralen Gesellschaft aufgerufen. „Viele Menschen sind mit der traditionellen Sprache und
den gewachsenen Symbolen unseres christlichen Glaubens nicht mehr vertraut“, sagte er.
Zudem gebe es einen Glauben an eine „Kraft
von oben“ oder an irgendetwas Höheres, aber
nicht unbedingt an einen personal verstandenen Gott. „Auch diese Menschen sind die Adressaten der Botschaft des Evangeliums in unserer Zeit“, so Zollitsch.
Mit den Suchenden suchen
Am Dienstag durfte Erzbischof Robert Zollitsch zum letzten
Mal als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz zur
Sitzungsglocke greifen.
(Foto: KNA)
ren Amtszeit die Erfahrung gemacht, dass die
Verbindlichkeit gemeinsamer Beschlüsse mitunter als Gegensatz zur Autonomie des einzelnen Bischofs gesehen werde.
Hier gebe es noch einiges zu verbessern,
betonte Zollitsch, dessen Amtszeit als Konferenzvorsitzender mit der Neuwahl seines
Nachfolgers am Mittwoch (nach Redaktionsschluss) endete. Da Papst Franziskus die
Rolle der Bischofskonferenzen stärken wolle,
müsse hier ein höheres Maß an Verbindlichkeit und ein Ausgleich zwischen Kollegialität
und Subsidiarität gefunden werden.
Bereits beim Gottesdienst zur Eröffnung
Christen seien herausgefordert, „mit den
Suchenden auf der Suche zu sein“, sagte der
Freiburger Erzbischof. Das bedeute, nicht von
vorneherein immer alles wissen zu wollen und
zuerst Erwartungen zu formulieren. Vielmehr
komme es auf die Bereitschaft an, „durch die
Menschen unserer Tage Gott zu begegnen und
durch sie etwas Neues von ihm zu erfahren“.
Zollitsch zitierte den tschechischen Theologen Tomas Halik: „Eine religiöse Gemeinschaft, die nur mit den Hundertprozentigen
rechnet, ist eine Sekte.“ Dies dürfe die Kirche
nicht sein. Wer den Auftrag Jesu ernst nehme,
müsse das Evangelium bis an die Enden der
Erde und an die Grenzen menschlicher Existenz tragen.
Weiter forderte der Erzbischof mehr persönliches Engagement für die Armen. „Es ist
in unserer Gesellschaft tief verankert, dass
wir dazu neigen, zuerst nach dem Staat zu rufen, der helfen soll“, sagte Zollitsch. Das sei
im Prinzip richtig, aber „wir sind immer auch
nach dem gefragt, was wir selbst tun, um die
Not der Menschen zu lindern“.
KL/KNA
Als Diözesanadministrator ist Stefan Heße Mitglied der Deutschen Bischofskonferenz, deren Frühjahrsvollversammlung in
Münster stattfand.
(Foto: domradio)
Ausgabe 11/14 | 14. März 2014
ERZBISTUM aktuell
Alternative Mittagspause
in der Fastenzeit
Anträge einreichen für
Ehe- und Familienfonds
KÖLN. Zu einer alternativen Mittagspause
lädt das Domforum in der Fastenzeit ein. Bis
zum 17. April werden montags bis donnerstags um 13 Uhr wechselnde Kurzfilme gezeigt, die rund 20 Minuten dauern, zur persönlichen Auseinandersetzung anregen und Gelegenheit geben wollen, den eigenen Blickwinkel auf sich selbst, seinen Mitmenschen, seine
Umwelt und die Beziehung zu Gott zu prüfen.
Wer möchte, kann sich im Anschluss bei einem mitgebrachten Pausenbrot über den Film
austauschen. Der Eintritt ist frei.
KB
➔ www.domforum.de
KÖLN. Ab sofort bis zum 15. Mai können Anträge eingereicht werden für eine Förderung innovativer Projekte im Bereich Ehe und Familie
mit Mitteln aus dem Ehe- und Familienfonds
des Erzbistums Köln. Rund 300 000 Euro stehen dafür jährlich zur Verfügung. Gefördert
werden können zum Beispiel die Unterstützung der Erziehungsfähigkeit von Eltern, die
Beratung mehrfach belasteter Familien oder
auch Projekte der Ehe- und Familienpastoral in
den Seelsorgebereichen. Antragsformulare gibt
es im Internet.
KB
➔ www.ehe-und-familienfonds.de
Für jeden ist Christus gekommen
Flüchtlinge standen im Mittelpunkt der Passionsandacht
DÜSSELDORF. Die Ökumenische Passionsandacht zu Beginn der Fastenzeit in Düsseldorf
und im Advent im Kölner Dom gehen auf eine
Initiative von Erzbischof em. Kardinal Joachim
Meisner zurück. Aber auch nach seiner Emeritierung sollen sie fortgesetzt werden. Am Vorabend des Sonntags Invokavit luden jetzt der
Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland,
Manfred Rekowski, und Weihbischof Dr. Dominikus Schwaderlapp dazu in die Düsseldorfer Johanneskirche ein.
Die weltweite Flüchtlingsproblematik war
unter dem Psalmwort „Unter dem Schatten deiner Flügel habe ich Zuflucht, bis das Unglück
vorübergehe“ (Ps 57,2) das Thema. „45 Millionen Flüchtlinge. Das ist ein Skandal, mit dem
wir uns nicht abfinden können“, sagte Präses
Rekowski in seiner Begrüßung. Jeder Flüchtling sei ein „Ernstfall des Lebens, unseres Glaubens“. Zwar habe man auch überlegt, die Krise
in der Ukraine zum Thema zu machen, der hier
betroffenen Menschen wolle man aber mit einer besonderen Fürbitte gedenken, so Rekowski. Das deutsche Grundgesetz stelle die Unantastbarkeit der Würde des Menschen nach vor-
ne, führte Weihbischof Schwaderlapp in seiner
Predigt aus. „Aber diese Würde kommt nicht
von einem gnädigen Staat“, so Schwaderlapp,
„sondern weil Gott den Menschen mit seiner
Liebe würdigt. Gott verdanken wir Persönlichkeit.“ Mit Blick auf das Flüchtlingselend fragte
er ironisch „Reicht kollektive Betroffenheit?“
Es gehe doch nicht um anonyme Zahlen, sondern um Menschen. Ursache für die Flüchtlingsströme sei die Sünde, Macht auf Kosten
anderer auszuüben.
„Umkehr muss aber bei uns anfangen!“
Dann würde die Welt anders aussehen. „Fangen wir damit an“, rief er den Gläubigen in der
Johanneskirche zu. Christus sei für jeden Menschen gekommen. Es gelte die Verantwortung,
die jeder besitze, dafür zu nutzen. Mit der Gnade Gottes sei dann der Kreislauf der Sünde zu
durchbrechen, könnten Menschen zu Werkzeugen zum Aufbau seines Reiches werden.
Vor der Predigt waren die Schicksale von
Flüchtlingen durch Betroffene geschildert worden. Die Andacht endete mit einem gemeinsamen Segen von Präses Rekowski und Weihbischof Schwaderlapp.
PA
Norbert Fink und Papst Franziskus. (Foto: privat)
Fink trifft Franziskus
GUMMERSBACH. Eine „unglaubliche
Motivationsspritze“ sei das Treffen mit
Papst Franziskus gewesen, sagte Pfarrer Norbert Fink, Jugendseelsorger im
Oberbergischen Kreis, nach seiner Rückkehr aus Rom. Dort hatte er vergangene Woche bei einer Generalaudienz auf
dem Petersplatz den von ihm herausgegebenen YouCat Taschenkalender 2014
an Papst Franziskus überreichen können.
Außerdem übergab er rund 40 Briefe, die
Kinder und Jugendliche auf seine Anregung hin an Franziskus geschrieben hatten. „Ich habe Franziskus gesagt, dass
ich ihm danken möchte, dass er mich inspiriert ein besserer Christ und Priester zu
sein“, verrät Fink. „Daraufhin bat mich der
Papst: ,Beten Sie für mich!‘“.
KB
Für Lohngerechtigkeit
KÖLN. Mit Gesprächen, Aktionen und Forderungen an der „Langen Tafel“ für Lohngerechtigkeit wollen die Diözesanverbände der Katholischen Frauengemeinschaft
Deutschlands, der Katholischen Arbeitnehmerbewegung und des Bundes der
Deutschen Katholischen Jugend auf die
ungleiche Bezahlung von Männern und
Frauen aufmerksam machen. Für den sogenannten „equal pay day“ (Tag der gleichen Bezahlung) am Freitag, 21. März, 16
bis 17.30 Uhr laden sie ein, auf den Roncalliplatz zu kommen.
KB
➔ www.kfd-koeln.de
E-Mail ans Domkapitel
KÖLN. In der vergangenen Ausgabe
hat sich ein Fehler eingeschlichen. Wer
dem Domkapitel seine Meinung schreiben möchte in Bezug auf die anstehende
Wahl eines neuen Erzbischofs kann dies
tun an die E-Mail-Adresse dompropstei@
metropolitankapitel-koeln.de.
Der gemeinsame Segen von Präses Rekowski und Weihbischof Schwaderlapp stand am Ende der Passionsandacht. (Foto: PA)
14. März 2014 | Ausgabe 11/14
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 7
KARDINAL MEISNER
Er war so gerne Erzbischof
Familienfest zur Verabschiedung von Kardinal Joachim Meisner als Er
G
Elias Stoffel eröffnete das bunte Programm mit einem Lied.
Danke für alles!
leich zu Beginn der Familienfeier, wie Moderator Stefan Kulle die Verabschiedung
von Kardinal Joachim Meisner aus dem Amt
des Erzbischofs im Kölner Gürzenich nannte, erklang eine helle Knabenstimme. „Ich wör
`su jän ens Erzbischof“ sang Elias Stoffel vom
Domchor mit engelsgleicher Stimme. Der Text
war eine Adaption des Bläck-Fööss-Hits „Ich
wör `su jän ens Weihbischof“ und brachte den
Alterzbischof zum ersten Mal herzhaft zum Lachen. Dabei war das nur der Auftakt zu einer
unterhaltsamen Revue durch die 25 Amtsjahre
von Meisner in Köln.
900 geladene Gäste von A wie Bischof
Ackermann bis Z wie Erzbischof em. Zollitsch
und viele andere Begleiter des Kardinals aus
den fast 220 000 Stunden als Erzbischof waren
gekommen, um den angemessenen Rahmen für
die Feier zu bilden. Denn auch wenn sich einige
Medienvertreter mehr für mögliche anwesende
Nachfolger für den Kölner Bischofsstuhl interessierten, im Mittelpunkt stand Joachim Meisner. Dafür sorgte schon das Drehbuch für die
Feier.
Das hatte vor allem gute Stimmung im Blick,
die dann stieg, als junge Sängerinnen und Sänger des Domchors zur Musik „Am Dom zu
Kölle“ auf die Bühne stürmten. Heiner Koch
als Düsseldorfer und lange in Köln lebender Bischof von Dresden begann gleich zu schunkeln,
was sogar seinen Nachbarn Bischof Felix Genn
aus Münster ansteckte. Schöne und schräge OTöne hatte Ingo Brüggenjürgen, Chef des domradios, mitgebracht.
V
or allem aus Dankbarkeit für alles, was Kardinal Joachim Meisner
für unser Bistum geleistet hat, kam Marietheres
Hoch, 36 (rechts), zum
Abschiedsempfang nach
der Festmesse in das Maternushaus. „Für den Weltjugendtag, den Eucharistischen Kongress und
vor allem für die Ewige Anbetung im Maternushaus bin ich ihm besonders dankbar.“ Rafael von
Loga, 14 (links), war von
der prächtigen Liturgie
und den zahlreichen Gästen begeistert. „Die Messfeier hat gezeigt, dass es
sich heute um einen ganz
besonderen Tag handelte.“
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Dompropst Dr. Norbert Feldhoff im Gespräch mit dem päpstlichen Nuntius Erzbischof Nikola Eterovic. Die beiden werden in
den nächsten Monaten wohl noch häufiger miteinander zu tun haben.
(Fotos: Boecker, Pathe, Raspels)
Ausgabe 11/14 | 14. März 2014
KARDINAL MEISNER
als Erzbischof im Kölner Gürzenich
So reihte sich ein Höhepunkt aus den 25 Jahren an den nächsten. Dabei wurde der Weltjugendtag besonders hervorgehoben.
Das Schlusswort hatte natürlich der Kardinal selbst. „Du spinnst doch“, hätte er jedem
gesagt, der vor 51 Jahren zu seiner Priesterweihe ihn heute an dieser Stelle gesehen hätte. „Ich
habe Gott zu danken, der mich diesen unwahrscheinlichen Weg geführt hat“, so der Kardinal. Standing Ovations, die jungen Sänger des
Domchores mit T-Shirts, auf denen zu lesen war
„Ne Riesen Dank un mach et joot“ und eine Familie die sang „Nun danket alle Gott“ war ein
schöner Schlussakkord, über den sich Erzbischof em. Joachim Meisner sichtlich freute.
HELMUT PATHE
Aus Krakau und Prag waren die Kardinäle Stanislaw Dziwisz (links) und Dominik Duka in den Gürzenich gekommen, um mit
Kardinal Joachim Meisner das „Familienfest“ anlässlich seines Ortsjubiläums zu feiern.
„Ich weiß inzwischen, wann ihm der Pileolus hoch geht“, wusste Kirchenzeitungschefredakteur Robert Boecker (Mitte)
zu berichten und Eberhard Metternich, Chef der Dommusik, kennt nach 25 Jahren Meisner „applausvermeidende Musik“.
14. März 2014 | Ausgabe 11/14
Groß und Klein feierten mit Kardinal Joachim Meisner
seinen Verabschiedungsgottesdienst.
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KARDINAL MEISNER
Beim Einzug begrüßte Kardinal Joachim Meisner Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. Neben Frau Kraft steht der VizePräses der Evangelischen Landeskirche im Rheinland, Christoph Pistorius.
(Fotos: Boecker)
Herzliche Worte aus dem Vatikan
Papst Franziskus schickt Grußwort zum Abschied
Lieber Mitbruder,
in diesen Tagen feierst Du im Kreis Deiner
Weihbischöfe, des Klerus, der Ordensleute und zahlreicher Gläubigen Dein 25-jähriges Ortsjubiläum als Erzbischof von Köln.
Aus diesem Anlass möchte ich Dir für Dein
langjähriges bischöfliches Wirken danken
und Dir meine geistliche Nähe versichern.
Wie Abraham magst Du empfunden haben,
als Papst Johannes Paul II. Dich noch zu Zeiten des geteilten Deutschlands aus dem vertrauten Bistum Berlin in den fernen Westen
berief. Du bist im Gehorsam aufgebrochen,
gleichsam als Vorbote der Wende in Deinem
Heimatland, und bist dem Stern gefolgt, der
„in Köln am Hohen Dom strahlt golden über
Stadt und Strom“, wie es in einem bekannten
Lied heißt.
In diesem Haus Gottes hast Du immer
wieder die Mitmenschen eingeladen, miteinander Gott zu loben und seine Barmherzigkeit in die Welt zu tragen. Als Gott den Abraham aussandte, hat er auf ihn eine Verheißung gelegt: „Ein Segen sollst Du sein“ (Gen
12,2). Ein Segen sollen auch wir sein, jedes
Kind Gottes und umso mehr jeder Hirte. Beten wir füreinander, dass wir diesen Auftrag
stets mit Freude und Dankbarkeit erfüllen.
Dazu erteile ich Dir und allen, denen Deine
Hirtensorge weiterhin gilt, von Herzen den
Apostolischen Segen.
PAPST FRANZISKUS
Nuntius Nikola Eterovic verlas das Grußwort des Papstes und zeigte das Schreiben anschließend den Gläubigen.
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Mit den Kölner Weihbischöfen und den aus Köln stammenden Diözesanbischöf
Weihbischof em. Dr. Klaus Dick, Dr. Friedhelm Hofmann, Würzburg, Kardinal M
Kämpfer für eine K
Auszüge aus dem Grußwort, das der
emeritierte Freiburger Erzbischof
Robert Zollitsch am Sonntag als
amtierender Vorsitzender der Deutschen
Bischofskonferenz am Schluss des
Gottesdienstes im Dom verlas.
Lieber Joachim!
... In besonderer Weise möchte ich in dieser
Stunde an Deine Verantwortung als Vorsitzender der Berliner Bischofskonferenz erinnern,
(die) Du 1982 übernommen hast. Die bittere
Erfahrung der Repressalien durch das kommunistische Regime der DDR haben in Dir einen
tiefen Unwillen gegenüber jeglicher Form bevormundender Autorität bestärkt. Nicht zuletzt
zeigt sich dies auch in Deinem eindeutigen Eintreten für die Unverletzlichkeit der Menschenwürde und für die Achtung der fundamentalen Menschenrechte. Du bist ein entschiedener Kämpfer für eine „Kultur des Lebens“, in
der die von Gott geschenkte Würde und die
Grundrechte jedes einzelnen Menschen uneingeschränkt respektiert werden – von der Zeugung bis zum Tod. Bei Deinen öffentlichen Ansprachen versteckst Du Dich nicht hinter diplomatischen Floskeln und vorsichtigen Formulierungen. Dein Zeugnis ist eindeutig, auch wenn
Du mit Deinem Einsatz für den Schutz des
Ausgabe 11/14 | 14. März 2014
KARDINAL MEISNER
Aus der Predigt des Kardinals
Die Anbetung lässt mich erkennen, dass Gott
wirklich unter uns ist und der Mitmensch neben uns. Gott selbst schlug den Vorhang zurück, der die Welt von ihm trennte, und er
tritt höchstpersönlich in unseren Raum und
in unsere Zeit. Und der Mensch ist darum
nirgends Gott naher, Menschen naher und
Erd naher als dort, wo er niederkniet und
anbetet, weil Gott nicht nur den Menschen
will, sondern auch die Erde. Deshalb ist ja
Gott ein Erdenbürger geworden. Sein Platz
ist ganz unten bei den Menschen.
Unsere Kirche hierzulande ist ebenfalls
eine Gemeinschaft ganz tief unten geworden. Was ist alles in den letzten Jahren über
unsere liebe Kirche hereingebrochen von innen und außen. Sie liegt oft so tief am Boden. Aber hier am Tiefpunkt ist ihr auch die
Chance zur Umkehr, zum Wiederaufstieg
gegeben. Denn an dieser Stelle gilt ihr auch
das Wort des Herrn: Wenn das Weizenkorn
özesanbischöfen spendete Kardinal Joachim Meisner den Schlusssegen. Von links nach rechts erkennt man Bischof Dr. Heiner Koch, Dresden,
urg, Kardinal Meisner, Bischof Norbert Trelle, Hildesheim, und die Weihbischöfe Manfred Melzer, Dr. Dominikus Schwaderlapp und Ansgar Puff.
ne Kultur des Lebens
menschlichen Lebens in einer oft nur vordergründig aufgeklärten und vermeintlich pluralen Gesellschaft immer wieder auf Unverständnis stößt und manchmal durchaus heftigen Widerspruch hervorrufst.
... Ich nehme Deinen Impuls ernst, den Du,
lieber Kardinal Joachim, vor sechs Jahren im
Dom zu Münster formuliert hast. Dort erinnertest Du an die Briefe des Apostels Paulus, die
alle mit der Eucharistie und der Eulogia beginnen, mit der Danksagung und dem Lobpreis
Gottes, wie wir es heute in diesem Gottesdienst
auch getan und gefeiert haben. Paulus habe, so
führtest Du aus, beim Anblick des nächtlichen
Himmels nicht über die große Schwärze geklagt, sondern sich für die leuchtenden Punkte
bedankt, für die strahlenden Sterne. Das ist der
Blick dessen, der an Gott glaubt.
... Den Christen im Osten Europas bliebst
Du stets treu verbunden. Als Vorsitzender der
Unterkommission für Mittel- und Osteuropa
konntest Du nachhaltige Hilfe anstoßen. Dank
der Gründung von RENOVABIS vor fast 21
Jahren, dem Osteuropahilfswerk der katholischen Kirche, konnte Deine Vision von einer
Kirche in Solidarität mit dem Osten verwirklicht werden. Solche Solidarität bedeutet für
Dich immer auch eine enge und treue Bindung
an den Heiligen Stuhl. Mit großer Hingabe
und durch vertrauensvolle Kontakte hast Du in
zahlreichen päpstlichen Dikasterien mitgewirkt
14. März 2014 | Ausgabe 11/14
und hast über viele Jahre den Päpsten Johannes
Paul II. und Benedikt XVI. mit Rat und Tat zur
Seite gestanden. Dabei ging es Dir immer um
eines: eine gute und stabile Verbundenheit zwischen Rom und der Ortskirche.
Lieber Kardinal Joachim, in der Rückschau
wirst Du einen ganzen Psalm zusammenstellen können, ähnlich jenen alttestamentlichen
Lobpsalmen, in denen dankend der Taten Gottes gedacht wird.
Und was sich hinter nüchternen Jahreszahlen an Sorge, Mühe, Enttäuschung, aber auch
an Erfüllung verbirgt, weiß außer
Dir, lieber Jubilar,
nur der gute Gott.
Von diesem unerschütterlichen Glauben an den treuen Gott war Dein Wirken stets
geprägt. „Spes nostra firma – Unsere Hoffnung
für Euch steht fest“ – lautet deshalb auch Dein
bischöflicher Wahlspruch. Mit klaren Worten
und – sei es gelegen oder ungelegen – auch unbequemen Positionen hast Du das Evangelium
verkündet und die Lehre der Kirche verteidigt.
Da konnte der Wind durchaus rauer ins Gesicht
wehen, Du warst ein unbeirrbarer Zeuge Christi und seiner Kirche.
■
nicht nach unten, in die Erde fällt und stirbt,
bleibt es allein und bringt keine Frucht (vgl.
Joh 12,24), wenn es aber fällt, bringt es reiche Frucht.
Nun ist das Weizenkorn, Christus, Karfreitag ganz tief in die Erde gefallen und gestorben und Ostern auferweckt und wurde uns in
der heiligen Eucharistie als seine österliche
Frucht zuteil. Er ist jetzt selbst in Person eucharistisch ganz und gar unten mitten unter
uns und ganz und gar oben beim Vater über
uns. Hier können wir ihm real begegnen, um
ihm alle Menschen mit ihren Hoffnungen
und Verzweiflungen ans Herz zu legen. Die
Anbetung lässt mich den Menschen nicht
als Widerspruch gegen Gott erfahren, sondern als den, der Gottes Abbild ist, und dabei
wächst die Hoffnung auf die Strahlkraft seiner Gottfähigkeit in Gegenwart und Zukunft.
Vielleicht könntet ihr, liebe Freunde, die
vor vier Monaten in der Kapelle des Maternushauses eingerichtete Eucharistische Anbetung Tag und Nacht als mein Vermächtnis
an das geliebte Erzbistum Köln annehmen?
Hier darf ich und kann ich in Zukunft auch
ohne Jurisdiktion und amtlichen Auftrag mit
euch weiterhin ein Beter und Bruder sein.
Das lässt uns nahe und dankbar bleiben.
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LITURGIE UND GLAUBE
Zum Hochfest des heiligen Josef am 19. März
Allmächtiger Gott,
und hilf deiner Kirche,
du hast Jesus, unseren Heiland,
die Geheimnisse der Erlösung
und seine Mutter Maria
treu zu verwalten,
der treuen Sorge
bis das Werk des Heiles vollendet ist.
des heiligen Josef anvertraut.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
AUS DER TAGESLITURGIE
Höre auf seine Fürsprache
LITURGIE
Gottesdienste
Kölner Dom
Samstag: 18.30 Uhr Vorabendmesse.
Sonntag: 7, 8, 9, 12, 17, 19 Uhr Messe. 10 Uhr
Pontifikalamt zum Jahrestag der Papstwahl. 18
Uhr Chorvesper mit dem Domkapitel.
Werktags: 6.30, 7.15, 8, 9, 18.30 Uhr Messe.
12 Uhr Mittagsgebet (Samstag mit Meditation). 18 Uhr Andacht.
Dienstag: 9 Uhr Messe besonders
für die Frauen. 18.30 Uhr Messe besonders für den Schutz des menschlichen Lebens.
Freitag: 18 Uhr Kreuzweg.
Beichte: werktags 7.45 bis 9 Uhr,
Samstag zusätzlich 14 bis 18 Uhr.
Freitag: 17 Uhr Eucharistische Anbetung,
Beichte, Rosenkranz. 18 Uhr Messe (außerordentliche Form). 19 Uhr Taizégebet (Markuskapelle).
Lesungen der Woche
Lesejahr A
Josef – er ist der Mann am Rande, im Schatten.
Der Mann der schweigenden Hilfe. Der Mann,
in dessen Leben Gott dauernd eingreift mit
neuen Weisungen und Sendungen. Immer neue
Weisungen und neue Sendungen, neuer Aufbruch und neue Ausfahrt ... Er ist der Mann,
der ging. Das ist sein Gesetz: der dienstwillige
Gehorsam. Er ist der Mann, der dient. Dass ein
Wort Gottes bindet und sendet, ist ihm selbstverständlich. Die dienstwillige Bereitschaft,
ALFRED DELP
das ist sein Geheimnis.
Donnerstag: L: Jer 17,5-10; Ev: Lk 16,19-31.
Freitag: L: Gen 37,3-4.12-13a.17b-28; Ev:
Mt 21,33-43.45-46.
Samstag: L: Mi 7,14-15.18-20; Ev: Lk 15,13.11-32.
Ewiges Gebet
Sonntag: Köln-Weiler (St. Cosmas und Damian); Köln-Pesch (St. Elisabeth); Köln-Esch
(St. Martinus); Köln-Langel (St. Clemens);
Solingen (St. Michael); Solingen-Merscheid
Sonntag, Zweiter Fastensonntag: L 1: Gen (St. Mariä Empfängnis); Siegburg (St. Anno);
12,1-4a; L 2: 2 Tim 1,8b-10; Ev: Mt 17,1-9.
Leverkusen-Schlebusch (Klinikum Leverkusen gGmbH).
Dienstag: Köln-Ehrenfeld (St. Peter); Solingen-Löhdorf (Liebfrauen).
Mittwoch: Bergisch GladbachHeidkamp (St. Joseph); Bergisch
Gladbach-Herrenstrunden (St. Johannes der Täufer); Bergisch GladWallfahrtskirche Neviges
bach-Sand (St. Severin); Bergisch
Gladbach-Herkenrath (St. AntoSamstag: 18 Uhr Messe in polninius Abbas); Köln-Ehrenfeld (St.
scher Sprache.
Joseph und St. Mechtern); KölnSonntag: 5.30 Uhr Beichte. 6 Uhr
Mauenheim/Weidenpesch (St. QuiSühnegangmesse. 10, 11.30, 17 Uhr
rinus und Salvator); Köln-Porz (St.
Messe. 15 Uhr Kreuzweg (KreuzJoseph);
Wuppertal-Cronenberg
berg). 18.15 Uhr Vesper.
(Hl. Ewalde); Wuppertal-Elberfeld
Werktags: 6.45, 10 Uhr Messe.
(St. Joseph); Solingen-Krahenhö7.30 Uhr Laudes. 18 Uhr Vesper
he (St. Joseph); Solingen-Ohligs
(außer Samstag).
(St. Joseph); Bergisch GladbachDienstag: 15.30 Uhr Messe (KrypMoitzfeld (St. Joseph); Sankt Auta). 19.30 Uhr Gebetskreis.
gustin (St. Maria Königin); Sankt
Eucharistische Anbetung: täglich
Augustin-Mülldorf (St. Mariä
In Hl. Ewalde in Wuppertal-Cronenberg wird am Mittwoch das Ewige Gebet gefeiert.
11 bis 18 Uhr.
Heimsuchung); Sankt Augustin(Foto: Boecker) Niederpleis (St. Martinus); Sankt
Beichte: täglich 9 bis 12, 15 bis 18
Uhr.
Augustin-Hangelar (St. Anna);
Montag, hl. Gertrud, hl. Patrick: L: Dan 9,4b- Sankt Augustin-Menden (St. Augustinus).
Altenberger Dom
10; Ev: Lk 6,36-38.
Donnerstag: Köln-Nippes (St. Bonifatius).
Dienstag, hl. Cyrill von Jerusalem: L: Jes Freitag: Köln-Flittard (St. Pius X.); SolingenSamstag: 17.15 Uhr Beichte. 18 Uhr Vor- 1,10.16-20; Ev: Mt 23,1-12.
Mangenberg (St. Engelbert).
abendmesse.
Mittwoch, hl. Josef, Bräutigam der Gottes- Samstag: Grevenbroich (St. Peter und Paul);
Sonntag: 7, 17.15 Uhr Messe. 10.30 Uhr mutter Maria, Schutzpatron der Erzdiözese, Solingen (St. Suitbertus); Much (St. Martin);
Hochamt. 16.15 Uhr Kreuzwegandacht.
Erster Jahrestag der Amtseinführung von Papst Buchholz (St. Pantaleon); Köln-Porz (ChrisDienstag bis Freitag: 7 Uhr Laudes, Messe.
Franziskus: L 1: 2 Sam 7,4-5a.12-14a.16; L 2: tus König – St. Mariä Himmelfahrt, St. BarDienstag: 16 Uhr Vesper.
Röm 4,13.16-18.22; Ev: Mt 1,16.18-21.24a tholomäus, St. Margareta, St. Aegidius, ChrisMittwoch: 19 Uhr Messe.
oder Lk 2,41-51a.
tus König).
Wochentagslesungen: Zweite Fastenwoche
Stundengebet: Zweite Woche
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Ausgabe 11/14 | 14. März 2014
SONNTAG
Zweiter Fastensonntag
ERSTE LESUNG: In jenen Tagen sprach der
Herr zu Abram: Zieh weg aus deinem Land, von
deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dir zeigen werde. Ich
werde dich zu einem großen Volk machen, dich
segnen und deinen Namen groß machen. Ein
Segen sollst du sein. Ich will segnen, die dich
segnen; wer dich verwünscht, den will ich verfluchen. Durch dich sollen alle Geschlechter
der Erde Segen erlangen. Da zog Abram weg,
wie der Herr ihm gesagt hatte.
Gen 12,1-4a
ZWEITE LESUNG: Mein Sohn! Leide mit mir für
das Evangelium. Gott gibt dazu die Kraft: Er hat
uns gerettet; mit einem heiligen Ruf hat er uns
gerufen, nicht aufgrund unserer Werke, sondern aus eigenem Entschluss und aus Gnade,
die uns schon vor ewigen Zeiten in Christus
Jesus geschenkt wurde; jetzt aber wurde sie
durch das Erscheinen unseres Retters Christus Jesus offenbart. Er hat dem Tod die Macht
genommen und uns das Licht des unvergänglichen Lebens gebracht durch das Evangelium.
2 Tim 1,8b-10
EVANGELIUM: In jener Zeit nahm Jesus Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg. Und
er wurde vor ihren Augen verwandelt; sein Gesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden blendend weiß wie das Licht. Da
erschienen plötzlich vor ihren Augen Mose und
Elija und redeten mit Jesus.
Und Petrus sagte zu ihm: Herr, es ist gut,
dass wir hier sind. Wenn du willst, werde ich
hier drei Hütten bauen, eine für dich, eine für
Mose und eine für Elija.
Noch während er redete, warf eine leuchtende Wolke ihren Schatten auf sie, und aus
der Wolke rief eine Stimme: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden
habe; auf ihn sollt ihr hören. Als die Jünger das
hörten, bekamen sie große Angst und warfen
sich mit dem Gesicht zu Boden.
Da trat Jesus zu ihnen, fasste sie an und
sagte: Steht auf, habt keine Angst! Und als sie
aufblickten, sahen sie nur noch Jesus. Während sie den Berg hinabstiegen, gebot ihnen
Jesus: Erzählt niemand von dem, was ihr gesehen habt, bis der Menschensohn von den Toten
auferstanden ist.
Mt 17,1-9
„Steht auf und habt keine Angst!“
W
as Jesus zu Jakobus, Johannes und Petrus nach diesem sie tief beeindruckenden und sie verstörenden Ereignis auf dem
Berg, nachdem er in weißes Licht getaucht
wurde, sagt, kann wie ein Programm gelebten Christseins lauten. Jesus Christus steht
für Gott. Ihn erweist der Vater im Himmel
als den geliebten Sohn. Es ist der von Gott
herkommende, innerste Antrieb Jesu Christi,
jedem Menschen dies in seine konkrete Lebenssituation hinein zu sagen: „Steh auf und
hab keine Angst!“
Wie sehr müssen wir uns in unserer Zeit
bewusst machen, was das zweite Hochgebet der Eucharistiefeier so kraftvoll über das
sagt, was Jesus Christus an und für uns getan
hat: „Du hast uns berufen, vor dir zu stehen
und dir zu dienen!“ Jesus Christus hat wirklich durch seinen Tod am Kreuz und seine
Auferstehung die „Gefallenen“, die hingefallenen und gestürzten Menschen wieder aufgerichtet, ihnen Selbstbewusstsein, aufrechtes Stehen, Würde und Ewigkeit geschenkt.
Denn über unserem Leben war die Angst beherrschend, dass der Tod der mächtige, traurige und niederschmetternde Schlusspunkt
unseres Lebens ist. Das hat uns niedergedrückt – die Gewissheit, dass Krankheit,
Schicksalsschläge, Traurigkeit und Enttäuschungen das letzte machtvolle Wort behalten, jene mächtigen Vorboten des Todes. Genau dies hat uns Jesus Christus von Gott her
genommen – und deshalb dürfen wir wieder
aufrecht stehen!
Wenn wir einmal im Geiste das Panorama unserer Freunde, Bekannten und Verwandten abschreiten, dann fällt uns sicherlich von selbst ein, wie vielen wir die Erfahrung dieser von Gott für alle Menschen
und jeden Einzelnen geschenkten Würde und
14. März 2014 | Ausgabe 11/14
neuen Lebensweise wünschen würden: Jeder
geplagte, jeder kranke, jeder alleingelassene,
jeder behinderte, jeder arbeitslose Mensch
kann aufrecht stehen. So sehr manchmal die
Umstände des Lebens erdrückend scheinen
So sehr manchmal die Umstände des Lebens erdrücken –
Jesus hat eine Botschaft für alle Menschen: Wir brauchen
im Letzten keine Angst zu haben, weil Jesus uns an das
Herz des Vaters trägt.
(Foto: Raspels)
und scheinbar das letzte Wort für sich beanspruchen: Wir brauchen im Letzten um unser
Leben keine Angst mehr zu haben. Christus
trägt uns an das Herz des Vaters. Der Tod hat
verloren. „Steht auf und habt keine Angst!“
Dies ruft Jesus Christus, der das Licht der
Welt ist, uns Christen heute zu. Wie sehr leben wir aus dieser Wirklichkeit? Trauen wir
ihr? Dass wir Menschen sind, die um ihre
Würde wissen, um den Sieg über den Tod
und die ausstrahlen, dass sie keine Angst haben – das wäre für die Christen dieser Stunde und unseres Landes ein tiefer und echter
Wunsch.
Der seliggesprochene Münsteraner Bischof Clemens August Kardinal von Galen
hatte diese Worte als seinen Wappenspruch:
„Nec laudibus, nec timore“. – „Nicht Menschenlob und nicht Menschenfurcht soll uns
beeinträchtigen!“ Und er wollte damit ausdrücken, dass wir im Letzten nicht von den
Maßstäben anderer Menschen, nicht von ihren Kriterien, nicht einmal von dieser Erde
und ihren Gesetzen abhängig sind. Der ewige, uns liebende, uns in Jesus Christus begegnende Gott – er ist der Grund, warum wir
aufrecht stehen dürfen und warum wir im
Letzten keine Angst zu haben brauchen.
MIKE KOLB
Unser Autor, Pfarrer
Mike Kolb, ist
Diözesanjugendseelsorger
und Rektor der
Jugendbildungsstätte Haus
Altenberg in Altenberg.
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ZUM GEISTLICHEN LEBEN
Heiliger Josef, träume für uns
Zum Hochfest des heiligen Josef am 19. März
E
ine schillernde Gestalt ist dieser Josef, faszinierend vielleicht gerade auch deshalb, weil
er so wenig fassbar scheint. Zwölfmal findet
sich sein Name in den Evangelien nach Matthäus und Lukas. Markus und Johannes erwähnen ihn gar nicht erst, seine Frau kommt locker
auf über fünfzig Nennungen. Und doch führt
der Weg Gottes zu den Menschen an ihm nicht
vorbei. Es gibt kein Festmotiv „Josefs Aufnahme in den Himmel“ und keine Herausnahme
aus dem Unheilszusammenhang, etwa „Josefs
unbefleckte Empfängnis“. Namentlich wird er
nach der Kindheitsgeschichte in den Evangelien überhaupt nicht mehr erwähnt. Wie es mit
der „Firma Josef und Söhne“ weitergegangen
ist, interessiert die Evangelisten einfach nicht.
Josef verschwindet biblisch im Grundrauschen
der Umgebung.
zu im Widerspruch dazu. Die schwangere Maria zur Frau zu nehmen hätten „Realisten“ der
Familie als Gefahr und Schande darstellen können. Mit Kind und Kegel die weite Reise nach
Sonne
Sein Gesicht leuchtete wie die Sonne
(Mt 17,2).
s treife sanftmütig meine
o rientierungslosigkeit –
n icht nur für momente –
n iederleuchtende wolken
e nthüllen verwandelndes
Jeder hat Teil am Weg Gottes
MICHAEL LEHMLER
Aus seinem Buch „wortfelder - ein Begleiter durch die Fastenzeit und Ostertage“. Der Autor ist Pfarrvikar in der Pfarrei
St. Maximilian Kolbe in Köln-Porz-Eil/Gremberghoven.
Nichtsdestoweniger: Man kann sich das Aufwachsen Jesu nicht vorstellen ohne anzunehmen, dass Josef über einen gewissen Zeitraum
hinweg gemeinsam mit Maria die entscheidende Bezugsgestalt gewesen ist – ein höchst
konkreter menschlicher Faktor von Menschwerdung Gottes. Umso interessanter, wie die
knappen Hinweise des Evangeliums die Gestalt
zeichnen: Josef ist ein Träumer.
Was heißt denn hier Träumer? Josef erscheint als Familienvater, Handwerker, Arbeiter,
Beschützer, Ziehvater – eine richtig handfeste
Gestalt, endlich mal nicht so ein dürrer Asket,
fleischlos Vergeistigter oder abgehobener Spinner, scheinen viele zu empfinden. Trotzdem:
Es sind eben nicht der „gesunde Menschenverstand“, die „helfende Hand“, das „Herz am
rechten Fleck“ – so wichtig alle diese und andere Eigenschaften des Josefs sein mögen, gewesen, die ihn den unterscheidend richtigen Weg
finden ließen. Dazu besteht der Evangelist Matthäus auf Josefs Talent zu träumen – ohne jede
Schwärmerei und Gefühlsduselei. Dieser Josef
war „nach oben offen“. Er ließ sich etwas sagen
von Gott – auch über den unmittelbar kalkulierbaren Lebenszusammenhang hinaus, ja gerade-
Unser Autor Ralf
Hirsch ist Pfarrer
der Kirchengemeinde
St. Stephanus in
Leverkusen-Wiesdorf/
Bürrig/Küppersteg.
Ägypten? Was für ein gefährlicher Wahnsinn!
Und doch waren es dem Evangelium nach genau diese Entscheidungen, die so wie das „Ja“
Mariens Jesus von Nazareth und damit Gottes
Heilsplan der Menschwerdung überhaupt erst
den Weg bereiteten.
Die Gestalt des Josefs lädt ein, damit zu
rechnen und ernst zu nehmen, wie sehr – unabhängig von der allgemeinen öffentlichen
Aufmerksamkeit und Wertschätzung – jeder
Mensch teilhat am Weg Gottes mit den Menschen in dieser Welt.
Nein, Du bist nicht nur ein Rädchen im Getriebe – wenn Du genau hinschaust, und Du
bist zumindest dem Herrn diese Mühe wert –
kommt es auf Dich an.
Umso charmanter, dass Du Dir bewusst sein
darfst, dass es nicht so sehr um einen Impuls zur
persönlichen Höchstleistung mit Deinen jeweiligen besonderen Stärken geht. Vielmehr zeigt
die mit wenigen biblischen Strichen gezeichnete Gestalt des Josef: Entscheidend ist Deine Bereitschaft, das, was Du hast – so viel oder wenig
es auch sei – in den Dienst Gottes zu stellen – so
wie es jetzt dran ist.
Träume weiter, heiliger Josef – und wenn Du
ein gutes Wort für uns einlegen kannst: Lehre
RALF HIRSCH
uns träumen . . .
Im Stall von Betlehem erscheint dem heiligen Josef der Engel des Herrn im Traum (Mt 2,13). Er fordert ihn auf, mit Maria
und dem Kind nach Ägypten zu fliehen. Dies ist das zweite Mal, dass ein „Traumengel“ Josef rät, nachdem ihm zuvor der
Engel aufklärt (Mt 1,18-25), dass das Kind seiner Verlobten vom Heiligen Geist ist. Rembrandt van Rijn malte 1645 die
Situation des Traums in dunklen Farben. Allein der Engel vermag Licht in das Geschehen zu bringen. Das Bild (hier ein
Ausschnitt) ist in der Berliner Gemäldegalerie zu sehen.
(Fotos: Becker, Raspels)
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Ausgabe 11/14 | 14. März 2014
ZUM GEISTLICHEN LEBEN
Jesus fastete vierzig Tage und Nächte in der Wüste.
(Foto: Läufer)
Mit der Kunst des Verzichtens neue Horizonte entdecken
Religiöses Fasten gehört zum Kulturerbe der Menschheit
E
s schadet nichts, wenn wir uns ins Gedächtnis
rufen: Fasten heißt im Grund nichts anderes,
als sein Leben so zu ordnen, dass der Horizont
sich weitet. Wir nehmen weg, was wir eigentlich nicht brauchen und erkennen dabei Ziele,
für deren Eroberung sich jede Mühe lohnt. „Es
ist die edelste Gabe des Menschen, sich zu ändern“, meint Leonard Bernstein, der amerikanische Dirigent und Komponist.
Das eine tun, ohne das andere zu lassen
Die Kulturgeschichte der Menschheit zeigt,
dass Fasten fester Bestand aller religiöser Praxis
ist. Dieses Fasten ist immer eingebettet in echte Moral: „Obwohl ihr fastet, gibt es Streit und
Zank bei euch und ihr schlagt mit roher Gewalt
zu. So wie ihr fastet, verschafft ihr eurer Stimme droben kein Gehör“, kritisiert der Prophet
Jesaja. Was ist für ihn Fasten? Seine Antwort:
„Das ist ein Fasten, das ich liebe: Die Fesseln
des Unrechts lösen, die Stricke des Jochs zu lösen, die Versklavten freizulassen, an die Hungrigen dein Brot austeilen, die obdachlosen Armen ins Haus aufnehmen, wenn du einen Nackten siehst, ihn zu bekleiden“ (Jes 58,4-47). Mit
gleicher Stoßrichtung polemisiert Jesus gegen
die Pharisäer: „Weh euch, ihr Schriftgelehrten
und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr gebt den Zehnten von Minze, Dill und Kümmel und lasst das
Wichtigste außer Acht: Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Treue. Man muss das eine tun,
ohne das andere zu lassen“ ( Mt 23,23-24).
„Das Fasten als religiöse Übung gehört zum
Erbe der Menschheit“ (J. Dirnbeck). Im Wesentlichen gibt es zwei Formen des Fastens. Das
sogenannte Abbruch-Fasten, wobei man sich
14. März 2014 | Ausgabe 11/14
für eine bestimmte Zeit zum Fasten verpflichtet, oder das sogenannte Unterlassungsfasten,
indem man sich bestimmter Speisen enthält –
zum Beispiel am Freitag kein Fleisch zu essen.
Man fastet auch, um Buße zu tun. Um Sühne
zu leisten. Um sich zu reinigen, wie es die Asketen tun. Es gibt ein Fasten, um den Geist des
Menschen zu erheben und durch den Verzicht
auf Nahrung sich von Fesseln zu befreien. Das
sogenannte prophetische Fasten dient dazu, Voraussetzungen zu schaffen, dass der Fastende
für die Stimme Gottes offener wird.
Wie das Alte Testament berichtet, haben die
Propheten und die Führer des Volkes immer
wieder selber gefastet oder dem Volk ein Fasten
verordnet. Mose bleibt 40 Tage und Nächte auf
dem Sinai ohne zu essen und zu trinken, ehe er
die Zehn Gebote empfängt. Der Prophet Daniel
fastet vor seinen Visionen. Nehemia fastet, als
er für Israels Befreiung betet. Nach dem Jahr 70
wird der Jahrestag der Eroberung Jerusalems
und der Zerstörung des Tempels als Fasttag begangen. Bei gläubigen Juden gehört bis heute
das Fasten am Yom Kippur, dem „Versöhnungstag“, zur religiösen Pflicht.
Um Freiheit zu finden
Christen setzten andere Akzente, obwohl sie
sich an die jüdische Praxis anlehnen. Aus der
griechischen „Didache“ wissen wir, sie ist eine
sehr frühe Glaubenslehre, dass zwei Mal in der
Woche gefastet wurde: Mittwochs und freitags.
Der Mittwoch gilt nach alter Tradition als der
Tag der Gefangennahme Jesu und der Freitag
ist sein Todestag. So wie man dem Herrn an
diesen Tagen Zwang angetan hat, so will man
sich selbst Zwang antun, um ein Stück weit in
seine Nachfolge zu treten. Das Osterfest wird
mit 40-tägigem Fasten vorbereitet, so wie Jesus
vierzig Tage in der Wüste fastete. Die jüdische
Praxis sah übrigens den Montag und den Donnerstag als Fasttag vor. Mose soll an einem Montag auf den Berg Sinai gegangen und an einem
Donnerstag mit den Tafeln zurückgekehrt sein.
Zudem führten Christen das Quatemberfasten
ein. Entsprechend den vier Jahreszeiten jeweils
an einem Mittwoch: Aschermittwoch, Mittwoch nach Pfingsten, Mittwoch nach Kreuzerhöhung und Mittwoch nach dem Fest der heiligen Luzia. Daher stammt der Merk-Reim mit
den Knittelversen: Nach Asch, Pfingst, Kreuz,
Luzei merk dir, dass Quatember sei.
Anfangen muss jeder bei sich selbst
Waren die Menschen früher frömmer als
wir, weil sie sich so viele Fastenzeiten auferlegten? Gönnten? „Sie lebten in einer geschlossenen Gesellschaft, in welcher es größeren sozialen Druck gab, gewisse religiöse Verhaltensweisen selbstverständlich zu finden“ (J. Dirnbeck).
Vielen Menschen fiel es umso leichter, wenn es
zur größeren Ehre Gottes geschah. Der Dichter
Heinrich Waggerl, als Kind und Jugendlicher in
ärmlichen Verhältnissen groß geworden, meint,
„dass dies die Menschen trotz ihrer Armut nicht
griesgrämig machte, sondern oft gelöster und
heiter“. Verzichten, um Freiheit zu finden und
neue Horizonte zu entdecken, gehört zu jedem
spirituellen Weg, den Menschen freiwillig angehen und beschreiten. Ob Jude, Muslim oder
Christ: Anfangen muss jeder bei sich selbst.
ERICH LÄUFER
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KIRCHE UND THEOLOGIE
Wahre Armut schmerzt
Aus der Fastenbotschaft von Papst Franziskus
L
iebe Brüder und Schwestern, anlässlich der
Fastenzeit lege ich euch einige Gedanken vor,
in der Hoffnung, dass sie dem persönlichen und
gemeinschaftlichen Weg der Umkehr dienen
mögen. Ausgehen möchte ich von einem Wort
des heiligen Paulus: „Denn ihr wisst, was Jesus
Christus, unser Herr, in seiner Liebe getan hat:
Er, der reich war, wurde euretwegen arm, um
euch durch seine Armut reich zu machen“ (2
Kor 8,9) . . . Was sagen diese Worte des heiligen
Paulus uns Christen von heute? . . .
Gott offenbart sich nicht durch die Mittel
der Macht und des Reichtums dieser Welt, sondern durch jene der Schwäche und der Armut:
„Er, der reich war, wurde euretwegen arm . . .“
Christus, der ewige Sohn Gottes, an Macht und
Herrlichkeit dem Vater gleich, wurde arm; er ist
herabgestiegen mitten unter uns, ist jedem von
uns nahe gekommen . . . Der Grund all dessen
ist die Liebe Gottes – eine Liebe, die Gnade,
Großzügigkeit, Wunsch nach Nähe ist und die
nicht zögert, sich für die geliebten Geschöpfe
hinzugeben und zu opfern. Liebe bedeutet, das
Schicksal des Geliebten voll und ganz zu teilen.
Die Gnade Christi
Der Zweck des Armwerdens Jesu besteht
nicht in der Armut an sich, sondern . . . darin,
„euch durch seine Armut reich zu machen“.
. . . Diese Worte bringen die Logik Gottes auf
den Punkt, die Logik der Liebe, die Logik der
Menschwerdung und des Kreuzes. Gott hat das
Heil nicht von oben auf uns herabfallen lassen,
wie das Almosen dessen, der einen Teil des eigenen Überflusses mit mitleidiger Geste hergibt. . . . Er tut es, um sich mitten unter die Menschen zu begeben, die Vergebung brauchen,
mitten unter uns Sünder, und um die Last unserer Sünden auf sich zu nehmen. Das ist der Weg,
den er gewählt hat, um uns zu trösten, um uns
zu retten und aus unserem Elend zu befreien . . .
Was also ist diese Armut, durch die Jesus
uns befreit und uns reich macht? Es ist gerade
die Art, wie er uns liebt, die Tatsache, dass er
für uns zum Nächsten wird wie der barmherzige Samariter . . . Die Armut Christi, die uns
reich macht, ist seine Menschwerdung, dass
er unsere Schwächen, unsere Sünden auf sich
nimmt und uns so an der unendlichen Barmherzigkeit Gottes teilhaben lässt. Die Armut Christi ist der größte Reichtum: Jesus ist reich durch
sein grenzenloses Vertrauen auf Gott den Vater,
dadurch, dass er sich in jedem Moment ihm anvertraut und dabei stets und ausschließlich seinen Willen und seine Ehre im Sinn hat . . . Wenn
Jesus uns dazu aufruft, sein „leichtes Joch“ auf
uns zu nehmen, dann fordert er uns damit auf,
uns mit dieser seiner „reichen Armut“ und sei-
nem „armen Reichtum“ zu bereichern, seinen
Geist der Sohnschaft und der Brüderlichkeit mit
ihm zu teilen, Söhne und Töchter im Sohn, Brüder und Schwestern im erstgeborenen Bruder
zu werden (vgl. Röm 8,29).
Wir könnten nun meinen, dieser „Weg“ der
Armut sei eben jener Jesu gewesen, während
wir, die wir nach ihm kommen, in der Lage seien, die Welt mit geeigneten menschlichen Mitteln zu retten. Doch dem ist nicht so. In jeder
Zeit und an jedem Ort rettet Gott weiterhin die
Menschen und die Welt durch die Armut Christi, der arm wird in den Sakramenten, im Wort
und in seiner Kirche, die ein Volk der Armen
ist. Der Reichtum Gottes kann nicht durch unseren Reichtum vermittelt werden, sondern immer ausschließlich durch unsere persönliche
und gemeinschaftliche, vom Geist Christi beseelte Armut. Wir Christen sind aufgerufen, es
unserem Meister gleichzutun und die Not unserer Brüder und Schwestern anzusehen und
zu berühren, sie auf uns zu nehmen und konkret zu wirken, um sie zu lindern. Not ist nicht
gleichzusetzen mit Armut; Not ist Armut ohne
Vertrauen, ohne Solidarität, ohne Hoffnung.
Wir können drei Arten der Not unterscheiden:
die materielle Not, die moralische Not und die
spirituelle Not. Die materielle Not ist das, was
gemeinhin als „Armut“ bezeichnet wird und
von der jene Menschen betroffen sind, die unter
menschenunwürdigen Umständen leben. . . . In
16 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Dokumentation zum
Eucharistischen Kongress
Als großes Glaubensfest zog der Eucharistische Kongress Gläubige aus ganz
Deutschland an. Jetzt ist eine Dokumentation dazu erschienen.
Unter dem Titel „Katechesen – Predigten
– Vorträge“ werden
Stationen des Eucharistischen Kongresses
nachgezeichnet. Dabei
können vor allem jene
Ansprachen nachgeMonstranz des Eucha- lesen werden, die die
ristischen Kongresses. Teilnehmer selbst nicht
(Foto: Ras) besuchen konnten.
Die Dokumentation
kann beim Herausgeber bezogen werden:
Erzbistum Köln, Stabsabteilung Kommunikation, 50606 Köln: Eucharistischer Kongress, Köln 2013. Katechesen – Predigten
– Vorträge, 372 Seiten, ISBN 978-3-93173961-4, Einzelpreis 16 Euro, ab zehn Exemplare 10 Euro zuzüglich Versandkosten.
den Armen, in den Letzten sehen wir das Antlitz Christi; indem wir die Armen lieben und ihnen helfen, lieben und dienen wir Christus . . .
Nicht minder beunruhigend ist die moralische
Not, bei der die Menschen zu Sklaven von Lastern und Sünde werden. Wie viele Familien sind
in ängstlicher Sorge, weil eines ihrer Mitglieder
. . . dem Alkohol, den Drogen, dem Glücksspiel
oder der Pornographie verfallen ist! Wie viele
Menschen können keinen Sinn mehr im Leben
erkennen, sind ohne Zukunftsperspektiven und
haben jede Hoffnung aufgegeben! Und wie viele Menschen geraten in diese Not durch ungerechte soziale Bedingungen . . . Diese Form der
Not, die auch finanziellen Ruin mit sich bringt,
ist immer mit spiritueller Not verbunden. Diese
sucht uns heim, wenn wir uns von Gott entfernen und seine Liebe ablehnen . . . Allein Gott ist
es, der wirklich rettet und befreit.
Unser Zeugnis
Das Evangelium ist das wahre Gegenmittel gegen die spirituelle Not: Der Christ ist aufgerufen, überallhin die befreiende Botschaft
zu bringen, dass es die Vergebung des verübten Unrechts gibt, dass Gott größer als unsere
Sünde ist und uns bedingungslos liebt, immer,
und dass wir für die Gemeinschaft und für das
ewige Leben bestimmt sind. Der Herr fordert
uns auf, frohe Überbringer dieser Botschaft der
Barmherzigkeit und der Hoffnung zu sein! Es
ist schön, die Freude an der Verbreitung dieser
guten Nachricht zu erfahren . . . Es geht darum,
Jesus zu folgen und es ihm gleichzutun, ihm,
der den Armen und Sündern entgegengegangen
ist wie der Hirte dem verlorenen Schaf, und dies
voller Liebe getan hat . . .
Liebe Brüder und Schwestern, möge die
gesamte Kirche während dieser Fastenzeit bereitwillig und eifrig jenen, die von materieller,
moralischer und spiritueller Not betroffen sind,
Zeugnis geben von der Botschaft des Evangeliums, das zusammengefasst ist in der Botschaft von der Liebe des barmherzigen Vaters,
der bereit ist, in Christus jeden Menschen zu
umarmen. Dies wird uns in dem Maße gelingen, in dem wir uns nach Christus richten, der
arm wurde und uns durch seine Armut reich gemacht hat. Die Fastenzeit eignet sich ganz besonders zur Entäußerung. Es wird uns gut tun,
uns zu fragen, worauf wir verzichten können,
um durch unsere Armut anderen zu helfen und
sie zu bereichern. Vergessen wir nicht, dass
wahre Armut schmerzt: Ein Verzicht, der diesen Aspekt der Buße nicht einschließt, wäre bedeutungslos. Ich misstraue dem Almosen, das
nichts kostet und nicht schmerzt.
➔ www.vatican.va
Ausgabe 11/14 | 14. März 2014
LESERBRIEFE
Falscher Prophet?
Dumme Kinderreiche
Zu „Chancen doch bitte nutzen“ und „Unsere Werte werden benötigt“ in Nr. 5, Seiten
2 und 38
Statt Ovationen für den falschen Propheten empfiehlt sich für die Besucher und Katholiken, richtig hinzuhören. Ein Blick in die
Schrift und die Worte Christi wären auch sehr
hilfreich: Lindner mag mit all seiner Not um
die FDP-Stimmen ein netter Kerl sein, wer
aber Ohren hat zu hören, der sollte sich den
(von der FDP so verstandenen) Liberalismus und seine an ihm klebenden politischen
Fehlleistungen der Vergangenheit (gegen das
Christentum gerichtet) beachten, damit er
nicht plötzlich die falschen Früchte „erntet“.
„An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.“ Der
Gottesleugner in der FDP sind auch zu viele.
Hier wäre es auch heilsam für die „Schäfchen
Katholiken“ – soweit angesprochen – auf ihren leider so oft gescholtenen Kardinal zu hören, der redet wenigstens Klartext!
FRANZ KARL BURGMER,
Bergisch Gladbach
Zu „Ende des modernen Sozialstaates“ in Zu „An der Seite der Kinder“ in Nr. 8, SeiNr. 8, Seite 2
ten 4 und 5
Der Autor kritisiert zunächst das Urteil des Sterbehilfe ist ein zu komplexes Thema, um
BGH, nach dem sich Kinder an den Pflegekos- sie in einem Leitartikel oder gar in einem
ten der Eltern beteiligen müssen und weist auf Leserbrief hinreichend würdigen zu köneine sozialpolitische Schieflage hin: „Derjeni- nen. Für den Einzelfall sind sehr wohl trage, der keine Kinder hat, für den zahlt der Staat gende Gründe denkbar, unsägliches Leid zu
ohne Wenn und Aber das Pflegeheim. Familien beenden. Problematisch wird die „Sache“,
werden dagegen mehrfach beslastet. Sie müs- wenn durch Regelungen wie vor Jahren in
sen das Aufwachsen und die
den Niederlanden namentlich
Ausbildung der Kinder finanfür alte Menschen und jetzt in
zieren. Die Kinder tragen die
Belgien für junge eine BreitenLast der Renten, auch für diewirkung mit Tendenz zum Rejenigen, die keine Kinder hagelfall erzeugt wird. Das GanZUM CHEFREDAKTEUR
ben, und sie werden an den
ze erinnert mich fatal an den
Kosten eines Pflegeheims für
Science-Fiction-Film
„Soyihre Eltern beteiligt. Das ist
lent Green“ (deutscher Titel:
nicht gerecht.“ (Man müss„... Jahr 2022...“, die überleben
te noch hinzufügen auch an
wollen), der mir wie kein anden Kosten der Pflegeheime
derer unter die Haut gegangen
DONNERSTAGS VON
derer, die keine Kinder haben
ist. Angesichts exzessiver Nut9.30 BIS 10.30 UHR
oder hatten.) Mit diesem Urzung endlicher Ressourcen mit
teil wird erneut der katastroZerstörung der Umwelt und
(02 21) 16 19-131
phale Eindruck verstärkt, dass
enormer Überbevölkerung ha– solange es noch (dumme?)
ben die Mächtigen der Welt die
kinderreiche (Migranten?) Familien gibt – wir Regelung eingeführt, jeden Menschen mit
aufgeklärten Bundesbürger keine Kinder mehr Vollendung seines sechzigsten Lebensjahbrauchen. Mit dem letzten Abschnitt des Ar- res einzuschläfern. Während er hinüberdämtikels macht es sich der Autor aber zu leicht, mert, darf er dabei selbst gewählter Musik
in dem er einfach den „modernen Sozialstaat lauschen und wunderschöne Bilder der Erde
fordert, in dem jeder unabhängig von Fami- sehen, wie sie einmal war. Übrigens, Soylent
lienstand und Einkommen menschenwürdig Green ist das einzige Nahrungsmittel dieser
leben kann“. Dass dieser Sozialstaat – wenn Menschheit. Woraus es besteht? Aus den im
man nicht an gewaltige Umverteilungsvor- Geheimen verarbeiteten Leichnamen der Erschläge der Linken denkt – nicht finanzierbar mordeten. Drastisch? Ja! Damit auch ganz
ist, dürfte bei unserem Demografieproblem klar wird, dass eine Tötung auf Verlangen
inzwischen jedem klar sein. Zumindest soll- nicht eine medizinische Maßnahme unter ante bei der Pflegeversicherung über einen So- deren ist. Als Regelfall wird sie jedenfalls zu
ckelbetrag ein Zusatzbeitrag eingefordert wer- einem Regelverstoß, den wir so nicht durchden, der mit steigender Kinderzahl gegen Null gehen lassen dürfen! Sonst könnte am Ende
geht. Das ist keine „Bestrafung“ der Kinder- wirklich Soylent Green stehen. Science Ficarmut, wie es in einer „WISO“-Sendung ge- tion? Nicht unbedingt, denn die Geschichnannt wurde, sondern ein Schritt zu mehr sozi- te zeigt: Was machbar ist, wird auch für gealer Gerechtigkeit.
wöhnlich irgendwann gemacht.
DR. FRANZ MAURER,
HORST M. PAFFEN,
Lohmar
Monheim am Rhein
Leider falsch
Zu „Mensch sein und nicht Gott“ in Nr. 8,
Seite 33
Ich muss schon sagen, dass ich nicht gedacht hätte, dass in Sachen Oberschlesien so falsche Aussagen gemacht werden.
Schwester Ignatia ist in Zülz, in der Nähe
von Neustadt, geboren. Zülz liegt in Oberschlesien und war vor 1945 niemals zu Polen gehörig. Zuerst war es böhmisch, dann
österreichisch und dann preußisch und damit, ab 1891, deutsch. An der betreffenden
Stelle muss es somit heißen: „Als Kind erlebte sie die Vertreibung durch die Polen
aus Oberschlesien. Sie kam ins Rheinland
(wie ich auch, ich komme aus Tworkau, bei
Ratibor in Oberschlesien).
WERNER KALTHOFF,
Bergisch Gladbach
Kirchenzeitung
für das Erzbistum Köln
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14. März 2014 | Ausgabe 11/14
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Bücher
Generation Franziskus
Israel
Aufbruch zum Leben
Es ist ein bisschen schwierig, dieses Buch
einzuordnen. Für wen ist es geschrieben? Das
Einleitungskapitel lässt Spekulationen zu, es
sei für Jugendliche mit „cooler“ Sprache verfasst. Erkennbar ist jedenfalls eine gehörige
Portion Zukunfts-Optimismus für die Kirche.
Ein Optimismus, der sich nach der Wahl von
Papst Franziskus zunehmend zu Wort meldet. Viel Persönliches hat der Autor in dieses Buch gepackt. Facebook-Anmerkungen, Zitate des Papstes, Worte des
Franz von Assisi. Einige
kleine Geschichten aus
dem päpstlichen Alltag.
Ob sich die Zeiten und
die Kirche ändern werden,
wie der Autor erhofft, wird
sich zeigen. Als Leser des
Buches, dessen Sprache
an vielen Stellen durch das häufige „wir“ vereinnahmt wie eine Predigt, möchte man es jedenfalls wünschen. EL
Das Land, an Fläche kaum größer als das
Bundesland Hessen, scheint nicht zur Ruhe
zu kommen. Es sind nicht nur die Konflikte
mit den Nachbarn, sondern auch die Probleme in der israelischen Gesellschaft. Liegt es
daran, dass hier in einem jungen Staat jahrtausendealte Traditionen mit der Moderne
auskommen müssen? In
dem Taschenbuch gibt es
zahlreiche
Informationen zu den komplizierten
Sachverhalten im Land:
Eine Zeittafel,
Israels
Landschaften, die Kämpfe um den Frieden, das politische System, die Rolle
des Militärs, die Fragen
um Religion, Kultur und
Wirtschaft.
Wer Israel besucht, sollte unbedingt mit
einem Grundwissen über das Land, das er
aufsucht, ausgestattet sein. Um Grundwissen
geht es in dieser Publikation. EL
Wie in jedem Jahr bietet der St. Benno-Verlag
mit „Aufbruch zum Leben“ einen geistlichen
Begleiter für die österliche Bußzeit über Ostern
und die Osterzeit bis zum Pfingstfest an. Es ist
ein kleines, handliches Glaubensbuch, dessen
geistliche Gedanken man in seinen Gebetszeiten meditieren und als Anregungen in den Tag mitnehmen kann. In diesem
Buch begleiten unterschiedliche geistliche Autoren den
Leser. Darunter sind Papst
Franziskus, Robert Leicht,
Huub Oosterhuis, Karl
Rahner, Anton Rotzetter,
Robert Zollitsch und zahlreiche weitere deutschsprachige Bischöfe. Der
Aufbau des Buchs folgt dem Wochenschema –
nach einem Gedicht oder Gebet folgen oft eine
biblische Passage und dann auslegende Texte.
Das Buch ist eine gelungene Einladung, in das
Geheimnis dieser Tage einzudringen und die
Liturgie mitzufeiern. BR
Peter Hummel, Generation Franziskus. Wie der Papst der
Armen uns alle bereichert. Bonifatius Buchverlag. ISBN
978-3-89710-560-7. 202 Seiten, 14,90 Euro.
Ralf Balke, Israel. Geschichte, Politik, Kultur. Verlag C.H.
Beck, München. ISBN 978-3-406-65546-3. 288 Seiten,
12,95 Euro.
Aufbruch zum Leben 2014 - Spirituelles Lesebuch für die Fasten- und Osterzeit. St. Benno-Verlag. ISBN 978-3-746-238999. 157 Seiten, 5 Euro.
18 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Ausgabe 11/14 | 14. März 2014
KULTUR
Seht auf eure Berufung
Musik bestimmte den diesjährigen Aschermittwoch der Künstler in Köln
I
mmer wieder gab es im Programm zum
Aschermittwoch der Künstler in Köln besondere Höhepunkte. Der Tag ist ein internationaler Gedenktag für die Künstler. Erstmalig gedachten Pariser Künstler ihrer verstorbenen Künstlerfreunde im Jahre 1914. Dieser
Gedenktag wurde 1950 in Köln übernommen,
1954 fand dazu auch erstmals eine Dichterlesung statt. Seither wird der Aschermittwoch
der Künstler weltweit in vielen Bistümern gefeiert. In diesem Jahr hatte zwar noch Kardinal
Joachim Meisner als Erzbischof zusammen
mit dem Künstlerpaar Insook Ju und Sukyun Yang sowie Irene Rietdorf Soutter eingeladen. Den Gottesdienst feierte dann aber Weihbischof Manfred Melzer für den wenige Tage
zuvor emeritierten Erzbischof in St. Kunibert.
In seiner Predigt ging Melzer auf die Lesung aus dem Korinther-Brief von Paulus
ein. Der Apostel habe auf die Menschen gebaut, die sich gering vorkamen. Mit den Worten „Seht auf eure Berufung“ habe er sie aber
ermutigt. „Euch hat Gott erwählt.“ Gott setze auf das Gute, das er erschaffen habe. Mit
Blick auf aktuelle Reformdiskussionen forderte der Weihbischof, Kirchenreformen sollten,
ja müssten immer nach Gott fragen. Jede Kirchenreform beginne mit dem Hören auf Gott.
Christus habe das Lehramt seiner Kirche gewollt. Vor diesem Hintergrund dürfe den Gemeinden auch viel zugetraut werden.
Die Messfeier in St. Kunibert gestaltete musikalisch das Frauenvokalensemble St.
Gertrud aus Düsseldorf-Eller unter der Leitung von Christoph Ritter, der auch die Orgel spielte. Aufgeführt wurde die Messe Basse
von Gabriel Fauré. Zu Recht bekamen die Musiker im Anschluss viel Applaus. Nach dem
Gottesdienst trafen sich dann Künstler aus allen Fachgebieten traditionell zum Fastenessen
und Gedankenaustausch im Maternushaus.
Bei der anschließenden Akademie, auch
sie traditioneller Bestandteil des Tages, sprach
Künstlerseelsorger Prälat Josef Sauerborn (links) mit
dem Festredner Dr. Moritz Woelk, Direktor des Schnütgen
Museums.
(Fotos: PA)
14. März 2014 | Ausgabe 11/14
Künstlerseelsorger Prälat Josef Sauerborn
dem emeritierten Erzbischof in Abwesenheit
den herzlichen Dank
aller
Künstlerinnen
und Künstler des Erzbistums aus. Kardinal
Meisner sei der Kunst
und den Künstlern immer zutiefst verbunden
gewesen. Nur zweimal
habe er die Teilnahme
am Aschermittwoch der
Künstler versäumt. Den
Akademievortrag hielt
dann der Direktor des
Museums Schnütgen in
Köln, Dr. Moritz Woelk.
Sein Thema: „Die Ganzheit des Widersprüchli- Weihbischof Manfred Melzer teilte in St. Kunibert das Aschenkreuz aus. (Foto: RB)
chen.“ Dabei arbeitete
er an verschiedenen im Bild gezeigten Kreu- gehen würde. Auch wenn man vielleicht
zesdarstellungen heraus, wie schwierig es für die eine oder andere Passage wegen der
einen christlichen Künstler ist, Gott und den Entfernung nicht ganz deutlich hörte, zuMensch gewordenen Gottessohn zusammen sammen mit den Kunstwerken bekamen
darzustellen. Die christliche Kunst des Mittel- die Zuhörer einen völlig neuen Aspekt der
alters habe alle Widersprüchlichkeit, die damit Bach-Passion geboten.
Wer wollte, konnte sich frei im Haus
verbunden sei, in sich vereint. Woelks Analyse
von verschiedenen Kreuzestypen wurde vom bewegen, vielleicht der Musik folgen.
Man werde das Werk nicht in Besitz nehPublikum mit viel Interesse aufgenommen.
men können, hatte Mailänder im Vorfeld
angemerkt. Das stimmte so nicht ganz, es
war nur eine neue und sehr faszinierende
Klangraum Kolumba
Art, sich Bachs Musik zu nähern. Auch
wenn darum gebeten worden war auf ApZu einem einzigartigen (aber hoffent- plaus zu verzichten, die Künstler hatten
lich nicht singulären) Ereignis wurde dann ihn mehr als verdient.
am Abend die Aufführung der JohannesHELMUT PATHE
passion von Johann
Sebastian Bach im
Museum
Kolumba.
Das Neue Rheinische
Kammerorchester und
der Figuralchor Köln
ließen unter Leitung
von Erzdiözesanmusikdirektor
Richard
Mailänder das Werk
nicht in einem Saal
des Museums, sondern in verschiedenen
Räumen erklingen. So
wurde das ganze Haus
zum Klangraum. Dabei wussten die Besucher nicht, in welchem
Raum die Aufführung
begann, es war auch Kunstwerke im Kolumba und die Johannespassion von Johann Sebastian Bach in einem
nie klar, wo es weiter- Raum: ein faszinierender Gesamteindruck.
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MEDIEN
RELIGIÖSE SENDUNGEN IM FERNSEHEN
Hoher Besuch
Staatschefs, Politiker, religiöse Oberhäupter oder Popstars – die Liste der
prominenten Gäste in Nordrhein-Westfalen ist lang und bunt. Für die Queen,
den US-Präsidenten oder den Papst
herrschte Sicherheitsstufe 1, die Beatles oder Pink Floyd lösten Kreischalarm aus. Einige Besucher haben Geschichte geschrieben oder Herzen erobert. Welcher „Hohe Besuch“ ist für
die Nordrhein-Westfalen der schönste
oder bedeutendste? Thomas Bug präsentiert eine unterhaltende Zeitreise in
45 Minuten.
WDR FS, Mi., 19. 3., 21 bis 21.45 Uhr
HÖRFUNK
Radio Vatikan
Empfang im Internet über www.radiovatikan.de.
Im Radio: 16.00 und 18.00 auf Radio Horeb; 19.00
auf domradio.de.
Täglich Nachrichten. Sonntag Aktenzeichen - von
Aldo Parmeggiani. Giovanni Papini - „Storia di
Cristo“. Dienstag Radioakademie. Galileo Galilei – Kirche, Wissenschaft und die Frage nach der
Wahrheit. Täglich auch: 7.30 Lateinische Messe.
16.00 und 20.20 Nachrichten/Magazin. 17.00 Vesper. 20.40 Lateinischer Rosenkranz.
Radio Horeb
Sonntag 10.00 Messe. Werktags 9.00 Messe. Täglich 16.00 und 18.00 Radio Vatikan.
Lokalradio
Sonntags von 8.00 bis 9.00 Magazin der Kirchen
„Himmel und Erde“. Montag bis Freitag 5.45,
Samstag 6.15 Augenblick mal.
Werktags
8 bis 9 Uhr, Center TV Köln und EWTN
(Satellit Astra, Frequenz 12460 MHz): Gottesdienst. Übertragung aus dem Kölner Dom.
Samstag, 15. März
10 bis 12 Uhr, EWTN: Bischofsweihe von
Weihbischof Herwig Gössl im Bamberger
Dom.
13.25 bis 13.30 Uhr, Bayerisches Fernsehen
(BR): Glockenläuten. Aus der Klosterkirche
Wettenhausen bei Günzburg.
17.30 bis 18 Uhr, EWTN: Vaticano. Magazin.
18.30 bis 20.30 Uhr, EWTN: Firm-Gottesdienst mit Weihbischof Wilfried Theising.
Übertragung aus der Marienbasilika in Kevelaer.
23.35 bis 23.40 Uhr, ARD: Das Wort zum
Sonntag.
Sonntag, 16. März
9.02 bis 9.30 Uhr, ZDF: Sonntags. TV fürs
Leben.
9.30 bis 10.15 Uhr, ZDF: Katholischer Gottesdienst aus der Franziskanerkirche in Wien
mit Pater Gottfried Wegleitner.
10 bis 11.30 Uhr, Center TV Köln und
EWTN: Pontifikalamt zum Jahrestag der
Papstwahl. Übertragung aus dem Kölner
Dom.
10 bis 11 Uhr, BR: Evangelischer Gottesdienst aus der Versöhnungskirche in Dachau.
12 bis 12.30 Uhr, EWTN: Angelus mit Papst
Franziskus.
12.25 bis 12.30 Uhr, WDR FS: West ART
Meisterwerke: „Annenaltar“ von Adrian van
Overbeck, Propsteikirche in Kempen.
12.30 bis 13 Uhr, ARTE: Philosophie. Singen. Älter als das gesprochene Wort, die lebendige Kraft des Gesangs.
14.45 bis 15 Uhr, Bibel TV: Bibellesen.
16.30 bis 17 Uhr, WDR FS: Die Insel – Das
Romahaus in Duisburg.
20 bis 20.15 Uhr, Bibel TV: Andacht.
21.30 bis 22 Uhr, Bibel TV: Das Gespräch.
22.30 bis 23.15 Uhr, Phoenix: Genuss auf
Pilgerpfaden. Einkehr am Rande des Jakobsweges.
Links und rechts des Jakobsweges kann der
Pilger nicht nur zur inneren Einkehr finden.
Auch leibliche Genüsse spielten entlang der
Route durch den Norden Spaniens schon immer eine wichtige Rolle.
Dienstag, 18. März
22.15 bis 23 Uhr, ZDF: 37 Grad. Eltern allein
zu Hause. Wenn die Kinder flügge werden.
Mittwoch, 19. März
9 bis 9.30 Uhr, Bibel TV: Alpha und Omega. Prostitution: Das Geschäft mit der Ware
Mensch.
10.30 bis 12 Uhr, EWTN und K-TV: Mittwochs-Audienz des Papstes.
Freitag, 21. März
20.15 bis 22.30 Uhr, Phoenix: Morgenland.
Drei Teile. Islamisch-christliche Geschichte.
WDR 2
Sonntag 7.45 Hör mal – Kirche in WDR 2. Es
spricht Pater Philipp E. Reichling, Köln. Werktags
5.55 Kirche in WDR 2.
domradio.de
WDR 3
Gottesdienste
Samstag 18.05 Vesper. Sonntag 8.30 Lebenszeichen. „Putzen – Die einfachste Liebeserklärung an
das Leben.“ 9.05 Geistliche Musik. Werktags 7.50
Kirche in WDR 3. Choral und Ansprache.
WDR 5
Sonntag 8.40 Das Geistliche Wort. 9.20 Diesseits
von Eden. Die Welt der Religionen. 22.05 Lebenszeichen. Werktags 6.55 Kirche in WDR 5.
Deutschlandfunk
Werktags 6.35 Morgenandacht. Sonntag 6.10
Geistliche Musik. 8.35 Am Sonntagmorgen. 80 Jahre nach der Synode von Barmen. 10.05 Katholischer
Gottesdienst aus der St. Marien Kirche in Braunschweig. Es predigt Pfarrer Bernward Mnich. Montag bis Freitag 9.35 Tag für Tag. Mittwoch 20.10
Aus Religion und Gesellschaft.
Südwest-Rundfunk 2
Samstag 19.05 Geistliche Musik. Sonntag 7.55
Lied zum Sonntag. Suchen und Fragen, GL 457.
8.03 Kantate. 12.05 Glauben. In Würde altern, ohne
Würde pflegen? Ausländische Pflegerinnen in deutschen Haushalten. Werktags 7.57 Wort zum Tag.
20 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Menschen
Am Samstag, 15. März, um 10 Uhr, wird die
Bischofsweihe von Herwig Gössl im Bamberger Dom live unter www.domradio.de im
Internet-TV übertragen.
Am Sonntag, 16. März, um 10 Uhr, wird
das Pontifikalamt zum Jahrestag der Papstwahl aus dem Kölner Dom übertragen.
Werktags um 8 Uhr wird der Gottesdienst
aus dem Kölner Dom live unter www.domradio.de übertragen.
Der Kölner Pfarrer Jan Opiela betreut seit
zehn Jahren Sinti und Roma im Auftrag der
Deutschen Bischofskonferenz. Zur Einwanderungsdebatte spricht er in domradio-Menschen (Di., 17. 3., 10 bis 12 Uhr und 20 bis
22 Uhr).
Thema Migration
Der Kongress der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) „Leben in der Illegalität“ in
Berlin ist Gegenstand der domradio-Sendung „Das Thema“ (Mi., 19. 3., 10 bis 12
Uhr und 20 bis 22 Uhr).
Tagesevangelium
Reisen
Von Montag, 17. März,
bis Samstag, 22. März,
um 8 Uhr, spricht Dr.
Siri Fuhrmann, pastorale Mitarbeiterin auf
der Nordseeinsel Norderney, Gedanken zum
Tagesevangelium.
Wer im Winter in deutschen Städten unterwegs ist, ist froh über manch spannende
Möglichkeit der Einkehr. Viel haben da die
Städte zu bieten, vor allem mit ihrer sorgsam
gepflegten Museumskultur. In domradioReisen wird das Zeppelinmuseum in Friedrichshafen und das Fuggermuseum in Augsburg vorgestellt (Fr., 21. 3., 10 bis 12 Uhr).
Dr. Siri Fuhrmann.
Ausgabe 11/14 | 14. März 2014
MEDIEN
Seine Menschenfreundlichkeit begeistert
ARTE-Themenabend „Ein Jahr Papst Franziskus“
Die Wahl von Kardinal Jorge Mario Bergoglio zum Papst am 13. März 2013 war eine
Sensation. Seine Amtsführung sorgt bis heute
für Schlagzeilen. Und seine zugewandte Art
begeistert die Menschen weltweit: Als Papst
Franziskus verordnete er der katholischen
Kirche gleich in den ersten Monaten seines
Pontifikats eine radikale Reform. Worin besteht diese und wie will er sie umsetzen?
Die Dokumentation „Aufbruch im Vatikan“ zieht eine Bilanz des ersten Jahres der
Amtszeit des Pontifex: Was waren die wichtigsten Ereignisse und die zentralen Themen?
Außerdem bietet sie bisher unbekannte Einblicke in den Alltag des Papstes und seiner
engsten Mitarbeiter.
Im folgenden Film „Heiliges Geld“ nimmt
der britische Historiker John Dickie die katholischen Kirchenfinanzen unter die Lupe
und zeigt, wie der Heilige Stuhl und die katholische Kirche zu Geld kommen, aber auch,
wie sie es ausgeben.
ARTE, Dienstag, 18. 3., 20.15 bis 21 Uhr
(„Aufbruch im Vatikan“)
und 21 bis 22.05 Uhr („Heiliges Geld“)
Papst Franziskus feiert Gottesdienst in Assisi. Mit dabei sind die Mitglieder des Kardinalrats. (Foto: ZDF/Jürgen Erbacher)
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3sat-Thementag: Versunkene Kulturen
Gottkönige und Menschenopfer, religiöser Fanatismus und bauliche Großtaten – versunkene Kulturen haben Rätsel und Geheimnisse hinterlassen. Am
Thementag „Tatort Pyramide“ bringt 3sat Licht ins Dunkel dieser und anderer historischer Geheimnisse.
Unter anderem lässt die vierteilige Reihe „Ägypten“ (je zwei Teile ab
12.55 und 20.15 Uhr) die Welt des Alten Ägypten lebendig werden, die dreiteilige Reihe „Versunkene Metropolen“ (ab 17.20 Uhr) rekonstruiert die Geschichten von Piramesse, Hattusa und Tucumé, und „Geheimnisse der Maya“
(19.30 Uhr) begibt sich auf Forschungsreise zu den berühmten mexikanischen Maya-Stätten. Spiel- und Abenteuerfilme wie der Zweiteiler „Cleopatra“ (ab 14.25 Uhr) und „Die Mumie“ (22.30 Uhr) runden den Thementag ab.
3sat, So., 16. 3., 24 Stunden lang, von 6.40 bis 5.50 Uhr
Letztmals Ottfried Fischer als Pfarrer Braun
Mit dem Film „Pfarrer Braun: Brauns Heimkehr“ verabschieden sich Ottfried Fischer und die populäre Reihe von ihren Zuschauern. Ein letztes Mal
bilden Braun, der sterbenskrank in seine Heimat zurückkehrt, und Kommissar Geiger, der zur Kur in Bad Beuern weilt, eine Soko. Gemeinsam wollen
sie herausfinden, warum zwei Kalligraphen im Kloster Beuern ein Daumen
abgehackt wurde und niemand den Vorfall der Polizei gemeldet hat. Bei seinen Recherchen taucht Braun tief in die bayerische Volksfrömmigkeit ein.
ARD, Do., 20. 3., 20.15 bis 21.45 Uhr
Große Völker im ZDF – „Die Römer“
Es gibt zwar nicht viel, was nicht zuvor schon von den Ägyptern, Griechen
oder Karthagern erfunden worden wäre, doch es gibt noch weniger, was die
Römer nicht von ihnen übernommen oder verbessert hätten. Fast 1000 Jahre
hält die römische Herrschaft, bevor sie allmählich im Zuge der Völkerwanderung zerbröckelt. Das Vermächtnis des Imperiums an die Nachwelt aber
hat überlebt. Die Römer haben das Fundament für eine zivilisierte Welt gelegt und die Ausbreitung des Christentums maßgeblich befördert. Die „Terra
X“-Reihe „Große Völker“ versteht sich als Zeitreise zu den Wurzeln Europas
und den Nationen, die den Weg in die Moderne geebnet haben.
ZDF, So., 16. 3., 19.30 bis 20.15 Uhr
14. März 2014 | Ausgabe 11/14
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KLEINANZEIGEN
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Ausgabe 11/14 | 14. März 2014
Erzählung
D
ie Schlange an der Kasse des Supermarktes war ziemlich lang. Hanna stand mit
eingezogenen Schultern ganz unsicher da. Sie
registrierte die voll beladenen Einkaufswagen
um sich herum und ihr angegriffenes Selbstbewusstsein bröckelte noch mehr.
Immer wieder zählte sie die Beträge ihres
Einkaufs zusammen und hoffte, dass sie sich
nicht verrechnet hatte. Diesen Monat häuften
sich so viele unerwartete Ausgaben, dass es
kaum zum Nötigsten reichte. Bei dem Gedanken an die nächste Woche war ihr mächtig bange.
Längst hatte sie aufgegeben, sich über ihre
zerschmetterten Illusionen und ihre zerrissene Seele Gedanken zu machen. Das Leben war ein Kampf und Freude schien darin nicht vorgesehen zu sein, vor allem nicht,
wenn man sich bemühte, ehrlich durchs Leben zu gehen.
Als sie bis zur Kasse vorgerückt war, begrüßte die junge Kassiererin sie mit einem
freundlichen „Guten Tag“. Sicher war sie
neu hier. Noch etwas langsam und unsicher
schob sie die wenigen Waren über den Scanner und nannte die zu bezahlende Summe.
Hanna hatte Mühe, ihr Kleingeld zusam-
14. März 2014 | Ausgabe 11/14
menzusuchen. Dann legte sie ihren letzten
Fünfzig-Euro-Schein dazu.
Die junge Verkäuferin gab ihr das Restgeld zurück und im Augenblick, als Hanna
die Scheine sah, wusste sie, dass ihr hier eine
unerwartete Chance geboten wurde. Die junge Frau hatte ihr statt zwei Zehner-Scheine
zwei Zwanziger-Scheine zurückgegeben.
Das musste ein Wink des Himmels sein. Jetzt
würde es die nächsten Tage besser gehen.
Hanna atmete tief durch und wollte schnell
das Geld einstecken.
Da sah sie es – und der Schreck fuhr ihr in
alle Glieder. Dieses Armbändchen am Handgelenk der jungen Frau. Hanna kannte es von
ihrer Enkelin. WWJD stand in deutlich erkennbaren Buchstaben darauf.
What would Jesus do?
Was würde Jesus tun?
Hanna starrte das Armbändchen an. Sie
schämte sich zutiefst, dass sie die Unachtsamkeit der Kassiererin als Wink des Himmels angesehen hatte. Einen anderen zu betrügen war schändlich und beschämend, auch
wenn man selbst nicht gerade auf Rosen gebettet war.
Hatte sie nicht ihre Kinder und Enkel zur
Ehrlichkeit erzogen, zur Hilfsbereitschaft
und Nächstenliebe? Wie sollte diese Welt
besser werden, wenn jeder nur an sich dachte.
Rasch gab Hanna das Geld zurück und
machte die Kassiererin auf ihren Fehler aufmerksam. Das Erschrecken im Gesicht der
jungen Frau und dann das dankbare Erkennen, dass es noch Menschen gibt, die nicht
nur den eigenen Vorteil suchen, waren für
Hanna die größte Belohnung.
Aufrecht und mit einem Lächeln verließ sie den Supermarkt. Ihr abgeblättertes
Selbstbewusstsein fühlte sich mit einem Mal
an wie frisch gestrichen.
Seit diesem Tag trägt Hanna auch ein
Armband, bestickt mit WWJD. Vielleicht finden junge Leute es komisch, dass Ältere so
etwas tragen. Aber besser ein bisschen belächelt werden als die Orientierung noch einUrsula Berg
mal zu verlieren.
Das Hemd eines glücklichen
Menschen
E
in Zar war krank und versprach einem
jeden: „Ich übergebe demjenigen, der es
versteht, mich zu heilen, mein halbes Reich.“
Daraufhin versammelten sich die Weisen
des Landes und berieten, wie ihr Zar zu retten wäre. Doch niemandem fiel etwas ein.
Einer nur wusste, wie der Zar gerettet
werden könnte. Er sprach: „Man muss nur einen einzigen glücklichen Menschen finden,
dessen Hemd nehmen und dem Zaren anziehen – dann wird er gesunden.“
Also sandte der Zar Boten in das Reich,
um einen glücklichen Menschen zu finden.
Die Abgesandten des Zaren durchforsteten
das gesamte Land, doch sie konnten keinen
glücklichen Menschen finden. Es gab nicht
einen einzigen, der mit allem zufrieden gewesen wäre. Wer reich war, war auch kränklich, wer gesund war, war arm; wer gesund
und reich war der hatte eine böse Frau, beim
anderen waren die Kinder böse.
Alle hatten über irgendetwas zu klagen.
Da aber kam der Abend, an dem der Zarensohn an einer armseligen Hütte vorüberging.
Und da hörte er, wie einer sagte: „Oh, sei gedankt, oh Gott! Ich habe mich müde gearbeitet, habe mich satt gegessen und lege mich
nun zum Schlafen nieder. Was brauche ich
mehr?“
Der Zarensohn war erfreut. Er musste von
diesem Menschen nur das Hemd haben, und
sein Vater würde wieder gesund. Mochte es
kosten, was es wolle.
Die Abgesandten des Zaren kamen am
nächsten Morgen, um das Hemd zu holen. Doch da stellte sich heraus: Der einzig
Glückliche im ganzen Reich war so arm,
dass er nicht einmal ein Hemd besaß. Leo N. Tolstoi
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AUS DEM ERZBISTUM
Dank auch aus New York und Bangkok
Geistliche Gemeinschaften und Nightfever-Initiative verabschiedeten Kardinal Meisner
KÖLN. Mit einem Strauß mit Gebetswünschen und -versprechen verabschiedeten die
Sprecher der Geistlichen Gemeinschaften
im Erzbistum Köln vergangene Woche den
scheidenden Erzbischof Kardinal Joachim
Meisner und bedankten sich zusammen mit
dem Bischofsvikar für die Geistlichen Gemeinschaften, Dr. Dominikus Schwaderlapp,
und dem Geistlichen Beirat, Subregens Andreas Süß, für alle Unterstützung. Auch die
Nightfever-Initiative bedankte sich bei Kardinal Meisner mit einem eigens zusammengestellten Dankeschön-Heft. Von New York
über Köln bis nach Bangkok beteiligten sich
74 Städte aus 16 Nationen stellvertretend für
alle Nightfeverstädte an dem Projekt.
KB
Einen Strauß mit Gebetswünschen und -versprechen schenkten die Sprecher der Geistlichen Gemeinschaften Kardinal
Joachim Meisner zum Abschied.
(Foto: privat)
KLEINANZEIGEN
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Ausgabe 11/14 | 14. März 2014
AUS DEM ERZBISTUM
„Pastor auf Zeit“ hat gute Nachrichten
NEUSS, DORMAGEN UND
GREVENBROICH:
Thilo Zimmermann,
Telefon (0 21 31) 46 10 27
Im Sommer wird ein neuer Pfarrer erwartet
GREVENBROICH. Rund um die Innenstadt-Kirche St. Peter und Paul werden die
Weichen für die Zukunft gestellt. Dazu gehört, dass ein gemeinsames Büro des Seelsorgebereichs „Elsbach/Erft“
bezogen wurde. Die Wohnung für den künftigen
Pfarrer wird derzeit hergerichtet und müsste bis
Ostern fertig sein. Handwerker arbeiten auch im
ehemaligen
Pfarrheim
und Pfarrhaus. Eine mo- Monsignore Guido
derne Kindertagesstätte Assmann.
(Foto: ZIM)
entsteht dort. Und für das
Bernardushaus nebenan
gibt es vielversprechende Ideen. Es soll ein
„Haus der katholischen Kirche“ mit Jugend-
café, Versammlungsräumen, Beratungsangeboten und Ort der Seelsorge werden.
„Die Stimmung ist gut, und es gibt viele, die sich engagieren und an einer guten
Zukunft interessiert sind“, so Kreisdechant
Monsignore Guido Assmann, der sich gern
„Pastor auf Zeit“ nennt. Und das hat einen
guten Grund: Der Pfarrer der Neusser Innenstadt ist seit nunmehr einem Jahr auch Pfarrverweser in Grevenbroich. Jetzt zog er eine
positive Zwischenbilanz: Nach dem Weggang der Pfarrer Willi Steinfort und Ulrich
Filler sind Kaplan Michael Mohr und Diakon
Manfred Jansen in die Schlossstadt gekommen. Kandidaten wurden gefunden für einen neuen Pfarrgemeinderat, der inzwischen
seine Arbeit aufgenommen hat. Und „realistisch im Sommer“, so Assmann, wird mit einem neuen leitenden Pfarrer gerechnet. ZIM
Die Frauen des Jahres
Begleiterinnen von Anfang bis Ende ausgezeichnet
KREISDEKANAT. Den Kreis des Lebens
von seinem Anfang bis zum Ende hat die
Frauengemeinschaft (kfd) im Kreisdekanat
Neuss anlässlich des Weltfrauentags in den
Blickpunkt gerückt: Für ihr außergewöhnliches Engagement wurden Dr. Margarete Albiez, Oberärztin der Frauenklinik am Johanna-Etienne-Krankenhaus, und Andrea Wilgo, Leiterin des Augustinus-Hospizes, als
„Frauen des Jahres“ ausgezeichnet. Petra Indenhuck, die Vorsitzende der kfd im Kreisdekanat, nahm die Ehrung vor.
Albiez wurde vor 49 Jahren in Büttgen geboren, kam nach dem Studium zur Gynäkologie am „Etienne“ und leitet dort seit fünf
Jahren die Geburtshilfe mit 40 Fachkräften.
Rund 700 Kinder kommen dort jährlich auf
die Welt. Die Geehrte engagiert sich auch bei
„Ärzte für die Dritte Welt“ und war dafür bereits in Indien und Kenia im Einsatz.
Andrea Wilgo, die zweite kfd-„Frau des
Jahres“, ist 58 Jahre, stammt aus Langenfeld
und hat sich nach der Ausbildung als Krankenschwester auf Altenhilfe und Pflegedienst
konzentriert und an vielen Orten gearbeitet.
Dabei reifte ihr Wunsch, in die Hospizarbeit
zu gehen. Nach Stationen in Köln und Ostfriesland wechselte sie nach Neuss. Im April
2013 begannen Umbau und Umorganisation
des Augustinus-Hospizes unter der Leitung
von Wilgo, die mit einem 14-köpfigen Team
acht Gäste betreut.
ZIM
DORMAGEN. Ein Jubiläum feiert die
Gruppe „Kirche auf Reisen“ in der Pfarrgemeinde St. Michael: Auf dem neuen
Jahresprogramm steht die 75. Tagesfahrt. Der Ausflug führt im September
nach Königswinter, wo die Besichtigung
der Drachenburg und eine Führung durch
die Altstadt vorgesehen sind. Zuvor sind
noch einige andere Exkursionen geplant.
Am Samstag, 29. März, besuchen die
Dormagener Katholiken die Aleviten in
Mönchengladbach. Das „Haus der Geschichte“ und der ehemalige Kanzlerbungalow in Bonn werden im April besichtigt, der Kölner Melatenfriedhof ist im
Juni das Ziel. Die Kirche St. Ursula in Köln
und die westfälische Stadt Soest werden
ebenso angesteuert. Näheres unter Telefon (0 21 33) 4 59 12.
NEUSS. „Über das Sterben: Was wir
wissen. Was wir tun können. Wie wir
uns darauf einstellen“ lautet der Titel der nächsten Veranstaltung in der
Reihe „Augustinusforum“. Sie beginnt
am Donnerstag, 20. März, um 19.30 Uhr
in der Mehrzweckhalle des St.-Alexius-/St.-Josef-Krankenhauses an der
Nordkanalallee. Anna von Münchhausen, Textchefin der „Zeit“, diskutiert
mit Professor Dr. Gian Domenico Borasio, Lehrstuhlinhaber für Palliativmedizin an der Universität Lausanne in der
Schweiz.
BÜTTGEN. Eine Messe mit Krankensalbung hat das Leitungsteam von Seniorenstube und Pfarrbesuchsdienst in
der Gemeinde St. Aldegundis vorbereitet. Der Gottesdienst wird am Donnerstag, 20. März, ab 14.30 Uhr im Büttgener
Pfarrsaal gefeiert. Danach ist eine gemeinsame Kaffeetafel für die Teilnehmer geplant.
NETTESHEIM. Zur Einkehr in der Fastenzeit dient alljährlich die Maria-HilfOktav in der Gemeinde St. Martinus.
Diesmal wurden und werden die Patrone der Pfarreiengemeinschaft „Gilbach“ sowie deren Leben und Werk in
den Predigten aufgegriffen. Am Samstag, 15. März, wird die Abschlussmesse
ab 18 Uhr unter der musikalischen Mitwirkung des Pfarrcäcilienchores gefeiert.
kfd-„Frauen des Jahres“ (von links): Dr. Margarete Albiez, Andrea Wilgo und Petra Indenhuck.
14. März 2014 | Ausgabe 11/14
(Foto: ZIM)
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AUS DEM ERZBISTUM
DÜSSELDORF:
Ronald Morschheuser,
Fax (0 21 73) 96 79 98
HEERDT. Gleich zwei Mitglieder des Kirchenvorstandes der Gemeinde St. Benediktus haben die päpstliche Auszeichnung „Pro Ecclesia et Pontifice“ erhalten.
Seit Jahrzehnten engagieren sich Peter
Bauer (links) und Dieter Lepiorz kirchlich,
insbesondere für die „Bunkerkirche“ St.
Sakrament am „Handweiser“. Während
Bauer schon seit Jugendzeiten in der Gemeinde mitarbeitet, ist Lepiorz „zugezogen“. Sein besonderes Steckenpferd ist
die Initiative „Friedensort Bunkerkirche“.
Dechant Michael Dederichs bedankte
sich bei der Übergabe der Auszeichnungen ausdrücklich auch bei den Ehefrauen
der beiden, „die ihre Männer immer bei
den vielfältigen Aufgaben unterstützt und
ihnen den ‚Rücken freigehalten’ haben“.
DÜSSELDORF. „Wenn ich dich nicht hätte...“ – so ist ein Tag für „Paare rund um
die Silberhochzeit“ überschrieben. Er findet am Samstag, 22. März, von 10 bis 16
Uhr im „maxhaus“ an der Schulstraße
statt. Der Tag möchte seit 20, 25 oder 30
Jahren verheirateten Paaren die Gelegenheit bieten zum liebevollen Zurückschauen, zur Feier der gemeinsamen
Jahre und zum Kraftschöpfen aus Gott.
Nähere Informationen und Anmeldungen bei Jessica Lammerse, Referentin
für Ehepastoral, unter Telefon (0 21 02)
9 29 80 41, Email: jessica.lammerse@erzbistum-koeln.de.
Geborgen oder verloren?
Fastenzeit-Reihe mit Gebet und Diskussion
GARATH/HELLERHOF. Den vermeintlichen
Kontrast zwischen christlichem Glauben und
modernen Naturwissenschaften betrachtet die
„Auszeit“. Dabei handelt es sich um eine Fastenzeit-Reihe der Gemeinde St. Matthäus in
Kooperation mit dem ASG-Bildungsforum, unter der Frage „Geborgen oder verloren?“ Vom
17. bis zum 21. März wird täglich ein Morgengebet um 6.30 Uhr in St. Theresia vom Kinde Jesu an der Prenzlauer Straße angeboten.
Um 12 Uhr wird zu einem Mittagsgebet in die
Pfarrkirche St. Matthäus an der René-Schickele-Straße eingeladen. Das Abendprogramm findet jeden Tag ab 18.15 Uhr im Johannes-Haus
an der Carlo-Schmid-Straße statt: Der Gelegenheit zum stillen Gebet folgt ab 19 Uhr die Feier der Abendmesse. Um 20 Uhr gibt es täglich
Vortrags- und Diskussions-, Film- oder musikalische Veranstaltungen. Um 21.30 Uhr bildet
ein Abendgebet den Abschluss.
Am Montag spricht Theologe Paul Metzlaff
zum Thema „Gott der Schöpfer? – Christliche
Schöpfungslehre und Evolution: Widerspruch
oder Ergänzung?“, am Dienstag Diplom-Theologe Joachim Pfeiffer zu „450 Jahren Galileo
Galilei – Kirche und Naturwissenschaften im
Widerstreit“. Pfarrer Martin Ruster bietet Film
Bunsenbrenner, Reagenzglas und Religion: Für Pfarrer
Martin Ruster keinesfalls ein Widerspruch. (Foto: RM)
und Gespräch zum Verhältnis von Religion und
technischem Fortschritt am Mittwoch an. Während Physiker und Raumfahrt-Experte Professor Dr. Hans-Joachim Blome am Donnerstag
vom „Geheimnis des Anfangs – auf der Suche nach dem Ursprung des Universums“ berichtet, bietet Regionalkantor Odilo Klasen am
Freitag einen musikalischen Abschluss an. RM
Orte der Hoffnung
Missionale 2015: Mitmachaktion im Internet
DÜSSELDORF. Orte zu benennen, an denen
man für sich persönlich „Hoffnung“ erfahren
hat – was mag bei dieser Bitte des Stadtdechanten und des Katholikenrates in der Vorbereitung auf die Missionale 2015 herauskommen?
Ganz überraschende Antworten, soviel steht
jetzt schon fest, auch wenn die auf das gesamte
katholische Düsseldorf gerichtete Aktion noch
längst nicht abgeschlossen ist. Der Hauptbahnhof ist dabei, der Rhein, ein Friedhof, ein Baum
am Leo-Statz-Platz, auch eine Frauengemeinschaft wird als Hoffnungs-Ort benannt: „Hier
finde ich gleichgesinnte Frauen unterschiedli-
chen Alters, mit denen ich gemeinsam auf dem
Weg bin, hier erlebe ich tiefe Spiritualität, kreative Unternehmen, Fröhlichkeit und Kraft für
mein Leben“, schreibt die Autorin des Eintrags
als Begründung. „Wir möchten die ‚Orte der
Hoffnung’ möglichst vielen Menschen zugänglich machen“, sagt der Vorsitzende des
Katholikenrates, Günther Fuchs. Mitmachen
ist ganz einfach: Unter der Adresse www.katholisches-duesseldorf.de kommt man auf
die Startseite, von der aus führt ein weiterer
Klick direkt zu den „Orten der Hoffnung“.
RM
DÜSSELDORF. Eine Einführung in das Bibliodrama bietet Gertrud Brück-Gerken
bei einer Veranstaltung des ASG-Bildungsforums an. Der vierstündige Kurs
findet am Samstag, 22. März, ab 14 Uhr
in der Gerresheimer Straße 90 statt.
Er führt anhand der Wundererzählung
„Die Heilung eines Blindgeborenen“
aus dem Johannes-Evangelium in die
Methodik des Bibliodramas ein. Anmeldung unter Telefon (02 11) 1 74 0-0.
Einer der bisher benannten „Orte der Hoffnung“: Der Düsseldorfer Hauptbahnhof.
34 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
(Foto: RM)
Ausgabe 11/14 | 14. März 2014
AUS DEM ERZBISTUM
Das ganz persönliche Kreuz
HILDEN, LANGENFELD, MONHEIM:
Ronald Morschheuser,
Kreuzweg in Wort und Bild in der Kirche St. Martin
Fax (0 21 73) 96 79 98
RICHRATH. „Inmitten – ein Kreuzweg in Wort
und Bild“ heißt eine Ausstellung in der Kirche
St. Martin. Die Künstlerin Irmgard Stachelhaus aus Rösrath hat dafür zwölf Illustrationen
geschaffen und für jede eine Psalmmeditation
geschrieben. Am Sonntag, 16. März, wird die
Ausstellung um 16 Uhr eröffnet. Die mit textilen Materialien genauso wie mit Farbe arbeitende und auch im Bereich Lyrik aktive Künstlerin stellt ihre Werke dabei persönlich vor. Sie
werden dann bis Pfingsten in St. Martin zu sehen sein. Bei der Eröffnung sorgt Kirchenmusiker Peter Gierling an der Orgel für die musikalische Umrahmung. Zusätzlich zu den üblichen
Kirchöffnungs-Zeiten kurz vor und nach den
Gottesdiensten ist die Ausstellung auch dienstags sowie samstags jeweils von 9 bis 16 Uhr
zugänglich.
„Auch wenn mit dem Titel der Ausstellung
die Fastenzeit und der Kreuzweg Christi assoziiert wird, geht es Irmgard Stachelhaus vor
allem um das menschliche und ganz persönliche Kreuz, das jeder Mensch zu tragen hat“,
weiß Pfarrer Gerhard Trimborn. „Es sind Glaubenserfahrungen, Erfahrungen von Überwindung und Sieg, die ich weitergeben möchte“,
sagt Stachelhaus selbst. „Die aufgezeichne-
LANGENFELD/MONHEIM. Bei einem
„Bürgergespräch“ des Städteverbandes
Langenfeld/Monheim der Katholischen
Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) geht es
unter dem Titel „Die Armen zuerst“ um
Papst Franziskus und sein Apostolisches
Schreiben „Evangelii Gaudium“. „Mit
großer Freude beobachten wir, dass der
Papst nicht nur an der Lehre seiner Vorgänger festhält, sondern diese mit eindeutigen Worten fortschreibt“, erklärt die
Städteverbandsvorsitzende Kerstin Hoffmann. Das Bürgergespräch findet am
Montag, 17. März, um 19.30 Uhr im Pfarrzentrum St. Martin, Frankenplatz in Langenfeld-Richrath, statt. Die KAB-Bundesvorsitzende Regina Stiehler-Hintz stellt
die Inhalte des päpstlichen Schreibens
vor und diskutiert.
METTMANN, RATINGEN:
Maximilian Moll,
Telefon (02 02) 96 31 19 49
Irmgard Stachelhaus vor der Kirche St. Martin mit einem
ihrer Werke.
(Foto: RM)
ten Worte und Bilder wollen Zeugnisse sein,
nicht zuletzt auch Wegweisung. Denn der
Platz des Geschehens, der Anfechtung, vielleicht der Kampfplatz, ist immer „‚inmitten‘
– in mir selbst.“ Seit 1979 ist sie als freie
Künstlerin tätig. Im Jahr 2010 hatte sie bereits einmal in Richrath ausgestellt.
RM
Alle lieben Valentina
Tiere gehören zum Konzept der Kita St. Maximin
DÜSSEL. „Die Passanten, die vorbeikommen, als den Kindern“, so Knapp. Heute füttern und
bleiben zunächst verwundert am Zaun ste- streicheln die Jungen und Mädchen das Lamm
hen, fotografieren und kommen anschließend oder spielen mit ihm. „Valentina bietet zahlreimit uns ins Gespräch“, sagt Dorothea Knapp, che Anknüpfungspunkte für das Leben“, erklärt
Leiterin der Kindertagesstätte (Kita) St. Ma- Knapp. So könnten Themen wie der Psalm 23,
ximin. Die Verwunderung entsteht durch ein die Geschichte von Mose oder Trauer aufgegrifLamm, das mit den Kindern auf dem Gelände fen werden. „Manche Kinder wachsen ja auch
der Kita spielt. Das Tier gehört zum Konzept ohne Mutter auf und können sich durch das
der Einrichtung, das Knapp mit den Schlagwor- Schicksal des Lammes damit auseinandersetten „Ganzheitlichkeit, Natur und Glaube“ um- zen.“
MM
schreibt. Valentina ist bereits das siebte Flaschenlamm, das einen Teil des
Tages in der Kita verbringt. Jeden Morgen
bringt Knapp das Lamm
mit, das am Valentinstag 2014 geboren wurde. In den ersten zwei
Wochen durften die Kinder es nur anschauen,
um eine Eingewöhnung
zu ermöglichen. „Das
Lamm nur anzuschauen, fiel den Erwachsenen
(Foto: MM)
teilweise sogar schwerer Simon (von links), Emma, Dorothea Knapp und Annika mit Valentina.
14. März 2014 | Ausgabe 11/14
BERGHAUSEN/GIESLENBERG. Karten
für den Theaternachmittag der Frauengemeinschaft (kfd) St. Paulus gibt es ab
sofort unter anderem im „Bercheser Büdchen“ in der Baumberger Straße. Die kfd
spielt am Sonntag, 30. März, um 14.30 Uhr
das Stück „Immer auf die Kleinen“ in der
Hubertushalle an der Rheindorfer Straße.
HOCHDAHL. Für das Franziskus-Hospiz
findet am Samstag, 15. März, ein Benefizkonzert in der Heilig-Geist-Kirche an der
Brechtstraße statt. Beginn ist um 19.30
Uhr. Die Gesangssolisten Maria Grün,
Lilo Droste-Zobel, Stephan Marienfeld
und Georg J. Peters werden von Maria
Roever am Klavier und von Karl-Michael
Vitt an der Orgel begleitet.
RATINGEN. Eine Erstkommunion- und
Frühjahrsausstellung bietet die Bücherei
St. Jacobus der Ältere am Sonntag, 16.
März, von 10 bis 14 Uhr in der Jacobusgasse 3 an. Präsentiert werden religiöse
Kinderbücher und Geschenkartikel zur
Erstkommunion.
METTMANN. Das Oratorium „Elias“ von
Felix Mendelssohn Bartholdy wird am
Sonntag, 6. April, um 18 Uhr in St. Lambertus unter der Leitung von Regionalkantor
Matthias Röttger aufgeführt. Die Jugendund Erwachsenenchöre von St. Lambertus, Mettmann und St. Johannes Baptist in Leichlingen werden dabei zu einem Chor von 120 Sängern.
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 35
AUS DEM ERZBISTUM
REMSCHEID UND SOLINGEN:
Michael Möller,
Telefon (0 21 91) 34 05 37
WUPPERTAL: Helmut Pathe,
Telefon/Fax (02 02) 8 54 08
REMSCHEID. Eine gemeinsame Initiative zum besseren Miteinander der unterschiedlichen Kulturen in Remscheid haben das Katholische Bildungswerk, der
Caritasverband, die Gemeinde St. Suitbertus, die Johannes-Kirchengemeinde
und weitere Institutionen der Stadt ins Leben gerufen. In Workshops entstanden
drei Videoclips, die nun an zwei Filmabenden im Tourneetheater, Bismarckstraße 138, als Vorfilme gezeigt werden – am
Mittwoch, 19. März, um 19 Uhr sowie am
Freitag, 21. März, um 19.30 Uhr.
HÖHSCHEID. Mit der päpstlichen Auszeichnung „Pro Ecclesia et Pontifice“
wurde Margarete Dieckmann in der
Sonntagsmesse von St. Mariä Empfängnis, Kohlsberg, geehrt. Der leitende Pfarrer des Seelsorgebereiches SolingenSüd, Dr. Ulrich Sellier, hob unter anderem
ihr Engagement als Gründungsmitglied
der kfd in St. Mariä Empfängnis und ihre
16-jährige Mitarbeit im Pfarrgemeinderat sowie zwölf Jahre im Kirchenvorstand
hervor.
WUPPERTAL. Senioren, die sich mit mobilen Telefonen (Handys) und den sogenannten Smartsphones auskennen, ihr
Wissen aber vertiefen wollen, lädt das
Bildungswerk zu Kursen ins Stadthaus
am Laurentiusplatz ein. Die Veranstaltungen beginnen am Montag, 17. März. Informationen unter Telefon (02 02) 49 58 30.
➔ www.bildungswerk-wuppertal.de
WUPPERTAL. Wer fit und gesund ins
Frühjahr kommen möchte, den laden das
Petrus-Krankenhaus und das Regionale
Therapie-Zentrum (RTZ) am Mittwoch, 19.
März, ab 17 Uhr ins Stadthaus am Laurentiusplatz ein. Es geht um rauchfreis Leben,
gesundes Essen und Trinken sowie richtige Bewegung.
WUPPERTAL. Ein Gedenkgottesdienst
für verstorben geborene Kinder organisieren die St.-Anna-Klinik, das BethesdaKrankenhaus und die Rot-Kreuz-Schwesternschaft am Freitag, 21 März. In einer
würdevollen Zermonie können Eltern,
Geschwister und Angehörige dann Abschied nehmen. Der Gottesdienst auf dem
Friedhof an der Schützenstraße beginnt
um 13 Uhr.
Nachdenken über Himmel und Erde
Ausstellung in St. Engelbert zeigt 20 Werke
GÜLDENWERTH. Die beiden Künstlerinnen
Margarita Krüllmann und Maria Ritzenhoff haben ihr „Nachdenken über Himmel und Erde“
in Farben auf der Leinwand umgesetzt. Unter
dem gleichnamigen Motto sind über 20 Werke
entstanden. Zum zweiten Mal haben die beiden
Malerinnen ihre Bilder nun in „der guten Stube“ der Filialkirche St. Engelbert am Güldenwerth ausgestellt. Für Krüllmann ist das schon
eine liebgewordene Tradition, denn hier sind
ihre Werke bereits zum 27. Mal zu betrachten. Dr. Hans Ritzenhoff eröffnete die Vernissage während der jüngsten „Brotzeit“, bei der
die Gäste auch Gutes taten. Die Pfarrgemeinde unterstützt die rumänische Partnergemeinde
Lipova. Diese Hilfe liegt besonders auch Krüllmann am Herzen, die 1934 in Westpreußen geboren wurde und im Nachkriegsdeutschland in
Remscheid eine neue Heimat fand. Die Ausstellung ist nach den Gottesdiensten dienstags um
19 Uhr, samstags um 14.30 Uhr und sonntags
um 19 Uhr geöffnet.
MÖ
Margarita Krüllmann (links) und Maria Ritzenhoff stellen in
St. Engelbert aus.
(Foto: MÖ)
Leidensweg kreuzt Lebensweg
Kreuzweg mit der Schwebebahn
WUPPERTAL. Zum zweiten Mal nach 2011
sind Jugendliche am Samstag, 5. April, wieder zu einem ökumenischen „Schwebebahnkreuzweg“ eingeladen. Das einzigartige Verkehrsmittel wird dann genutzt, um zu den thematischen Mitmachaktionen an den Stationen
Zoo/Stadion, Pestalozzistraße, Kluse, Adlerbrück und Alter Markt zu gelangen. AuftaktGottesdienste sind um 15.30 Uhr an den Endhaltestellen Oberbarmen und Vohwinkel. Den
feierlichen Abschluss bildet der ökumenische
Abschlussgottesdienst um 19.30 Uhr in St.
Laurentius (Schwebebahn-Haltestelle Ohligsmühle) mit anschließender Party in der
KJA.
„Jede Station behandelt eine Szene vom
Leiden und Sterben Jesu. Es gibt viel zum
Mitmachen, zum Nachdenken, Musik und
Gebet“, so Bettina Piechaczek von der Katholischen Jugendagentur (KJA), die zusammen
mit dem evangelischen Pfarrer Axel Neudorf
für Inhalte und Organisation verantwortlich
ist. Unterstützt werden die beiden von Teams,
die an den Stationen zur Auseinandersetzung
mit den Themen Hilfestellung anbieten. Dort
werde dann deutlich,
wie der Leidensweg
Jesu den persönlichen
Lebensweg kreuze, so
Piechaczek.
Gesponsert wird der
Kreuzweg vom Betreiber der Schwebebahn,
den Wuppertaler Stadtwerken (WSW). So erhält jeder Pilger an den
Stationen ein kostenloses Pilgerticket als
Fahrausweis. Eine Anmeldung zum SchwebeBettina Piechaczek, Pfarrer Axel Neudorf und die Beauftragte für Jugendseelsorge, bahnkreuzweg ist nicht
Patrizia Cippa (von links), freuen sich auf den Schwebebahnkreuzweg.
(Foto: PA) erforderlich.
PA
36 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Ausgabe 11/14 | 14. März 2014
AUS DEM ERZBISTUM
Erinnern an Pfarrer Dünner
OBERBERGISCHER KREIS:
Heike Cosler,
Telefon (0 21 92) 8 37 07
ALTENKIRCHEN: N.N.
Telefon
Grabmal soll restauriert werden – Unterstützer gesucht
WIPPERFÜRTH. „Die Bedeutung des Pfarrers und Ehrenbürgers Johann Wilhelm Dünner steht in keiner Relation zur Pflege seines
Gedenkens“, sagte Erich Kahl vom Heimatund Geschichtsverein anlässlich des 150. Todestages von Dünner. „Das Andenken an diesen engagierten und toleranten, ausgleichenden Menschen möchten wir neu beleben und
zukünftig besser pflegen.“ In enger Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde soll das
Grabmal ebenso wie ein Porträt des Pfarrers
und die Ehrenbürgerurkunde restauriert werden. Jetzt werden Sponsoren gesucht, die einen Beitrag zu den Restaurierungsmaßnahmen leisten können.
Pfarrer Dünner hat die Entwicklung der
Gemeinde stark beeinflusst. Er kam am 1.
Dezember 1835 als Pfarrer nach St. Nikolaus. 1836 übernahm er das Amt des Schulpflegers. Hier setzte er sich besonders für die
in den Spinnereien beschäftigten „Fabrikkinder“ ein. Von 1839 an war Dünner auch Dechant des Dekanats Wipperfürth. Er gründete den Wipperfürther Ortsverein des 1845 ins
Leben gerufenen „Borromäusvereins“ und
den „Katholischen Jünglingsverein Wipperfürth“. Dechant Dünner war es auch, der den
OBERBERGISCHER KREIS. Das Haus der
Familie in Wipperfürth bietet einen Qualifizierungskurs zur Familienpatin und
zum Familienpaten für Ehrenamtliche an.
Die Kursteilnehmer lernen, Familien in
schwierigen Alltagssituationen zu unterstützen. Der Kurs beginnt am Freitag, 4.
April, um 16 Uhr. Anmeldung unter Telefon (0 22 67) 85 02 oder im Internet.
➔ www.hdf-wipperfuerth.de
WIEHL-BIELSTEIN. Bereits zum zehnten
Mal feiert die Gemeinde St. Bonifatius am
Samstag, 15. März, um 18 Uhr einen Gottesdienst im Stil von Taizé.
Erich Kahl vom Geschichtsverein am Grab von Pfarrer
Dünner. Es soll restauriert werden.
(Foto: HC)
Wipperfürthern fast sieben Jahrzehnte nach
dem letzten Stadtbrand wieder zu einem
Hospital verhalf. Weitere Informationen zu
der Initiative gibt es im Internet.
HC
➔ www.hgv-wipp.de
Weit weg kann so nah sein
Caritas-Ausstellung „Dem Leben hinterher“ im Kreishaus
GUMMERSBACH. Der Caritasverband Oberberg möchte mit seiner Kampagne „Weit weg
ist näher als du denkst“ das Bewusstsein für
weltweite Verflechtungen schärfen und gleichzeitig um Solidarität werben für Menschen, die
auch heute aus politischen und religiösen Gründen untertauchen oder aus ihrer Heimat flüchten müssen. Im Zuge dieser Kampagne ist jetzt
bis zum 18. März die Ausstellung „Dem Leben
hinterher“ im Kreishaus
zu sehen. Gezeigt werden Fotos von Verstecken, in denen Juden in
Berlin der Deportation
in die Vernichtungslager
entgehen konnten. Die
Fotografinnen
Sibylle
Baier und Daniela Friebel haben diese Verstecke in Kirchen, Gartenlauben, Gutshäusern und
sogar in Badeanstalten
und S-Bahnen aufgesucht und fotografiert.
Dass die Verfolgung Die Ausstellung der Caritas
der Juden aber nicht nur und Oberberg.
14. März 2014 | Ausgabe 11/14
„weit weg“ stattfand, sondern auch im Oberbergischen, zeigt die Ausstellung unter anderem
am Beispiel der jüdischen Gemeinde in Nümbrecht. Ein Bild zeigt den Gedenkstein, der
an der Stelle der ehemaligen Synagoge in der
Schulstraße errichtet wurde. Auf einer Schautafel kann der Besucher die Geschichte der jüdischen Familien in Nümbrecht nachlesen. HC
➔ www.globale-nachbarn.de
im Kreishaus erinnert an das Schicksal der Juden in Berlin
(Foto: HC)
ALTENKIRCHEN-MARIENTAL. Pfarrer
Frank Aumüller bietet in der Fastenzeit
„Exerzitien im Alltag“ an. In diesem Jahr
steht die englische Ordensfrau und Mystikerin Mary Ward im Mittelpunkt. Der Kurs
findet jeweils dienstags ab 19 Uhr im ersten Stock über der Gnadenkapelle in Marienthal statt. Informationen unter Telefon
(0 26 81) 8 79 05 85.
WIPPERFÜRTH. Der Kreisverband der
Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung
(KAB) bietet am Montag, 17. März, um 18
Uhr einen Informationsabend im Pfarrheim St. Nikolaus zum Thema „Selbstbestimmung zum Lebensende – Informationen zur Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht“ an. Information und Anmeldung unter Telefon (0 21 95) 48 21.
MARIENHEIDE. Alle Taizéfreunde sind
eingeladen, am Samstag, 15. März, gemeinsam mit den sechs Chören des Kirchengemeindeverbandes Taizélieder einzuüben und in der Abendmesse um 18 Uhr
vorzutragen. Beginn der Proben ist um 15
Uhr in der Montfortkirche. Zwischendurch laden die Chöre zu Kaffee und Kuchen ins Pfarrheim ein.
GUMMERSBACH. Im Rahmen der Misereor-Fastenaktion „Mut ist, zu geben, wenn alle nehmen“ stellt Josephine Alum die durch Misereor unterstützte Bildungsarbeit für Kleinbauern in der
Diözese Kotido (Uganda) vor. Sie arbeitet dort als Lehrerin vor allem mit den
Frauen. Der Vortrag findet am Montag,
24. März, um 19.30 Uhr, in der Halle 32,
Steinmüllerallee 10, statt.
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 37
AUS DEM ERZBISTUM
RHEINISCH-BERGISCHER KREIS:
Siegbert Klein,
Mobil (01 77) 6 12 20 10
LEVERKUSEN:
Kathrin Becker,
Mobil (01 62) 9 40 70 14
BURSCHEID. „Daniel in der Löwengrube“ heißt das Singspiel, das der Kindersingkreis am Sonntag, 16. März, um
16 Uhr im Pfarrheim von St. Laurentius
neben der Kirche aufführt.
HILGEN. Ein ökumenisches Taizé-Gebet findet jeden Donnerstag in der Fastenzeit um 20 Uhr in der Liebfrauenkirche in Burscheid-Hilgen und der evangelischen Kirche in Hilgen-Dünweg
statt. Am 20. März und 3. April ist das
Gebetstreffen in der Liebfrauenkirche.
ALTENBERG. Der ökumenische Jugendkreuzweg nach Altenberg findet am Freitag, 4. April, statt. Von vier Orten starten
Gruppen, die sich zu Fuß betend nach Altenberg auf den Weg machen: Leichlingen, evangelische Kirche um 18.15 Uhr;
Burscheid, St. Laurentius um 18.15 Uhr;
Kürten-Bechen, St. Antonius Einsiedler
um 18.30 Uhr und Odenthal, St. Pankratius
um 18.30 Uhr. Vom Märchenwald-Parkplatz ziehen alle Gruppen gemeinsam um
19.30 Uhr zum Abschlussgottesdienst in
den Altenberger Dom.
LEVERKUSEN. Wie hält man eine Kamera? Was gehört zu einem guten Fernsehbeitrag? Wie schneidet man die vielen
Aufnahmen aneinander? Diese und andere Fragen werden in Theorie und Praxis beantwortet bei einem TV-Schnupperkurs, der am Wochenende 22. und
23. März im Bildungsforum stattfindet.
Kostenfrei stellt die Landesanstalt für
Medien NRW dazu einen Medientrainer
und die Technik zur Verfügung. Nähere
Informationen und die Möglichkeit zur
Anmeldung gibt es bei Annemarie Habermann unter Telefon (02 14) 83 07 20
oder per E-Mail an ahabermann@
bildungsforum-leverkusen.de.
MANFORT. „Franziskus – die Antwort eines Heiligen“ ist Thema bei einem Vortragsabend, zu dem die Kolpingsfamilie
Manfort am Montag, 17. März, um 19.30
Uhr in den Pfarrsaal von St. Joseph einlädt. Prälat Erich Läufer spricht über den
„Minderbruder“ aus Assisi, der auf die
Not seiner Zeit eine Antwort gab, durch
die sich auch die Kirche erneuerte. „Ihm
erneut zu begegnen, kann zum Gewinn
werden“, heißt es in der Ankündigung.
Getragen im Leid
Fasteninstallation in St. Laurentius
BURSCHEID. Weiße Stoffbahnen trennen in der Fastenzeit den Chorraum von St.
Laurentius vom übrigen Kirchenraum ab.
Es soll dort ein Raum der Stille entstehen,
der „Sie zum Nachdenken bringen möchte“, wie es Pfarrvikar Temur J. Bagherzadeh
formuliert. Dieser Bereich wird beherrscht
von der Pieta, die sonst in der Marienkapelle steht, und einem Kreuz. Bänke, ausliegende Gebetsimpulse und Bilder unterstützen das Anliegen, einen Ort der Besinnung zu schaffen. Dazu der Pfarrvikar: „In
der Stille kann sich uns besser erschließen,
was sich in unserem Leben als Leid darstellt
und was als Getragensein.“ Die Pieta mache
deutlich, durch Jesu Leiden und Sterben am
Kreuz und den Schmerz seiner Mutter: „Gott
ist nichts Menschliches fern. Er ist auch in
der Not des Lebens anzutreffen und bei uns.“
Bagherzadeh möchte, dass möglichst viele
Menschen sich in die Ruhe der Fasteninstallation zurückziehen und auf Gott ihre Hoffnung setzen: „Dann kann es geschehen, dass
wir ganz ungeahnte Erfahrungen des Getragenseins machen.“ Der Raum ist ganztägig
über den Seiteneingang neben der Sakristei
bis Palmsonntag zugänglich.
KL
Die Pieta in St. Laurentius hat in der Fastenzeit einen neuen
Platz im Chorraum der Kirche.
(Foto: KL)
„Und schon können Sie es!“
Teilnehmer machen sich mit neuem Gotteslob vertraut
RHEINDORF. Erst klang der Gesang noch
zögerlich, aber nach der dritten Strophe ertönte sicher „Atme in uns, Heiliger Geist...“
„Sehen Sie: einfach, schlicht, schön – und
schon können Sie es!“ Kirchenmusikerin
Monika Dieter freute sich, dass am Sonntagnachmittag 30 Interessierte in die Kirche
Heilig Kreuz gekommen waren zum „Blättern im neuen Gotteslob“. Sie machte auf
Neuerungen aufmerksam – etwa Querverweise unter Liedern, die zu thematisch passenden Stücken führen – und probierte verschiedene Lieder mit den Teilnehmern aus.
„Ich finde das neue Gotteslob rundum gelungen“, so Monika Dieter. „Und es hat mich
gefreut, dass jetzt auch Lieder wie ,Meine
Zeit steht in deinen Händen‘ oder ,Gott hat
mir längst einen Engel gesandt‘ darin vorkommen.“ Positiv beurteilt die Kirchenmusikerin auch, dass der Text der zweiten Strophe manchmal mit unter den Noten steht.
„Das macht es gerade bei neuen Liedern einfacher.“ Sie machte die Teilnehmer auf Akkorde aufmerksam, die manchmal über der
Notation stehen, und auf mehrstimmige Lieder. „Jetzt möchte ich mit Ihnen noch zwei,
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drei Taizégesänge machen“, kündigte sie an.
„Die stehen nicht kompakt beisammen: Da
muss man ein bisschen hin- und herblättern,
aber da bekommen wir auch gleich ein besseres Gefühl für das Papier.“
Gemeindemitglied Rudolf Schmitt gefällt
das neue Gotteslob. „Ich finde es vor allem
sehr informativ“, sagte er. „Aber natürlich
ist es gewöhnungsbedürftig. Ich denke mal,
dass es ein, zwei Jahre dauern wird, bis wir
uns wirklich daran gewöhnt haben.“
KB
Zum „Blättern im neuen Gotteslob“ waren rund 30 Teilnehmer
in die Kirche Heilig Kreuz gekommen.
(Foto: KB)
Ausgabe 11/14 | 14. März 2014
AUS DEM ERZBISTUM
Für Geschenke des Himmels
Wasser im Mittelpunkt des Gebetstages der Frauen
WESTERHAUSEN. Im Mittelgang von St.
Michael ist mit einer bunten Decke der „Nil“
ausgelegt, verschiedene Pflanzen stehen
an seinem „Ufer“ und vor dem Altar ist ein
Brunnen aufgebaut. Acht Frauen hatten zum
Weltgebetstag der Frauen eingeladen. „Wasserströme in der Wüste“ hieß das Thema des
von Frauen in Ägypten vorbereiteten Gottesdienstes. Ursula Al-Baghdadi, die Leiterin
des Weltgebetstag-Teams, weiß: „Besonders
in Ägypten ist jeder Wassertropfen ein Geschenk des Himmels.“
Vor knapp 20 Jahren suchte Edelgard
Bosse Mitstreiterinnen für den Gebetstag. Da
sie einige Mitglieder der Karnevalsgesellschaft „Blumenkinder“ als engagierte Christinnen kannte, sprach sie diese an und stellte
fest, dass diese für ihre Ideen „sehr brauchbar“ waren. Die Frauen probten Rollenspiele
ein, übten die Lieder in der jeweiligen Landessprache und dekorierten die Kirche und
die Tische. Die Resonanz war groß, auch aus
den übrigen Hennefer Pfarreien kamen Besucherinnen. Die Aktiven wechselten mit den
Jahren, Ursula Al-Baghdadi, die von Anfang
an dabei ist, blieb bis heute und hält die Fäden in der Hand. Und in diesem Jahr bot sie,
um die Wichtigkeit von Wasser zu verdeutlichen, beim anschließenden Beisammensein
mit landestypischen Speisen Wasser anstatt
Tee an.
CG
Der „Nil“ im Mittelgang und ein Brunnen vor dem Altar, die
Frauen um Ursula Al-Baghdadi (4. von rechts) lassen sich
immer etwas einfallen.
(Foto: CG)
Pfarrchor gestaltet schon den 50. Evensong
14. März 2014 | Ausgabe 11/14
BAD HONNEF. Zu einem Vortrag von
Pfarrer Bruno Wachten „Der Tanz um das
goldene Kalb“ lädt die Kolpingsfamilie am
Freitag, 14. März, um 19 Uhr ins Pfarrheim
von St. Johann Baptist.
MUCH. Ökumenische Bibelgespräche mit
dem Thema „Damit wir leben und nicht
sterben – Abschnitte aus der Josefsgeschichte des Alten Testamentes“ finden in der Fastenzeit mittwochs um 19.30
Uhr im evangelischen Gemeindezentrum
statt. Am Mittwoch, 9. April, ist um 19.30
Uhr der Abschluss-Gottesdienst in St.
Martinus.
Populär gemacht
EITORF. Seit zehn Jahren sind die vom Cäcilien-Pfarrchor gestalteten Evensongs in der
Advents- und Fastenzeit fester Bestandteil im
Kirchenjahr von St. Patricius. Als der Chor im
Advent 2013 zum ersten Mal mit diesem traditionell gesungenen Abendgebet der anglikanischen Kirche alle Christen des Ortes einlud,
im warmen Licht der Kerzen nach den Geschäftigkeiten des Alltags eine knappe Stunde lang
Musik, Gebet und Stille zu teilen, war die Resonanz zunächst nur gering. Der Chor ließ sich
aber nicht entmutigen und bot diese Art Abendgottesdienst, die sowohl Elemente der Vesper
als auch der Komplet aufgreift, weiter an. Die
Beharrlichkeit zeigte Wirkung: nach und nach
wuchs das Interesse an den Abenden mit meditativer Chormusik, Psalmen, Stille und geistlichen Impulsen. Auch die spezielle Beleuchtung
– der Chor beließ es nicht beim Kerzenschein
und wurde kreativ – erzeugt eine besondere Atmosphäre, die anzieht. Mittlerweile liegt die
Besucherzahl durchschnittlich bei 80 bis 100
Personen. Der nächste Evensong in St. Patricius, am Dienstag, 25. März, um 21 Uhr ist überschrieben „Herr Jesu Christ, dich zu uns wend“.
Am Dienstag, 1. April, um 21 Uhr, feiert der
EITORF, HENNEF, KÖNIGSWINTER,
NEUNKIRCHEN, SIEGBURG,
SANKT AUGUSTIN UND
TROISDORF:
Christa Gast,
Telefon (0 22 44) 46 85
Cäcilien-Pfarrchor bereits zum 50. Mal einen
Evensong in der Pfarrkirche. Nach dem Motto
„Singt dem Herrn ein neues Lied“ gestaltet der
Chor den Abend überwiegend mit Liedern aus
dem neuen Gotteslob.
CG
HEISTERBACHERROTT. Eine Ausstellung
mit selbst gefertigten biblischen Erzählfiguren zum Thema „Mose – Das Volk Israel auf dem Weg in die Freiheit“ zeigt der
Ökumenische Arbeitskreis Biblische Figuren in der Zeit vom 15. März bis 16. April jeweils mittwochs und samstags von
15.30 bis 17.30 Uhr sowie sonntags von
12.30 bis 16 Uhr in der evangelischen Emmauskirche. Führungen außerhalb der
Öffnungszeiten nach Anmeldung unter
Telefon (0 22 44) 91 21 25.
TROISDORF. Zum Tag der offenen Tür lädt
am Sonntag, 16. März, die geburtshilfliche
Abteilung des St. Josef-Hospitals ein. Von
10 bis 16 Uhr sind werdende Eltern, junge
Familien, Geschwister und Großeltern bei
einem umfangreichen Programm rund um
Schwangerschaft und Geburt willkommen.
GEISTINGEN. „Wer’s glaubt, wird selig…!?“ sind Glaubensgespräche mit Jugendlichen ab 14 Jahren überschrieben,
die Kaplan Tommaso Bonifaci und Pastoralassistentin Sabine Montag im Pfarrsaal St. Michael, Kurhausstraße 1, anbieten. Termine: Sonntag, 16. März, und Freitag 21. März, 28. März, 4. April, 11. April
und 25. April, jeweils um 19.30 Uhr.
Während des Evensongs wird der Kirchenraum besonders
illuminiert.
(Foto: privat)
STIELDORF. Eine Ökumenische Bibelwoche findet vom 17. bis 20. März unter
dem Thema „… damit wir leben und nicht
sterben“ statt. Jeweils um 20 Uhr treffen
sich die Teilnehmer am Montag und
Dienstag im Pfarrsaal, am Mittwoch
und Donnerstag im evangelischen Gemeindehaus.
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 39
AUS DEM ERZBISTUM
BAD MÜNSTEREIFEL, EUSKIRCHEN
UND ZÜLPICH: Anja Krieger
Telefon (0 22 51) 5 51 36
BORNHEIM, MECKENHEIM UND
RHEINBACH: Erhard Schoppert,
Telefon/Fax (02 28) 32 22 55
ZÜLPICH. Zum jährlichen „Väter-KinderTag“ laden die Pfarreien im Seelsorgebereich am Samstag, 22. März, im und rund
um das Pfarrheim in Schwerfen, Zum Kiesel 9, ein. Von 10 Uhr bis 18 Uhr stehen für
Kinder im Grund- und Vorschulalter und
ihre Väter Torwandbau, eine Wanderung
zur Kapelle auf dem Eulenberg, ein Lagerfeuer und mehr auf dem Programm. Informationen und Anmeldung bei Gemeindereferent Klaus Kirmas unter Telefon
(0 22 51) 12 42 60.
EUSKIRCHEN. „Barmherzigkeit“ ist das
Leitmotiv des Bittgangs der Männer im
Erzbistum Köln. Eine Gruppe des Kreisdekanats schließt sich traditionell mit dem
Bußgang zur Kreuz-Reliquie nach Kreuzweingarten an, in diesem Jahr zum 65.
Mal. Am Samstag, 5. April, treffen sich die
Teilnehmer aus Euskirchen um 20 Uhr auf
dem Vorplatz von St. Matthias, Franziskanerplatz. In Billig kommen die Männer
aus den umliegenden Gemeinden dazu.
Die gemeinsame Messe mit den Männern aus den östlichen Pfarreien und die
Verehrung der Kreuz-Reliquie beginnt um
21.30 Uhr in der Pfarrkirche Heilig Kreuz.
Weitere Informationen bei Klaus Thiel unter Telefon (0 22 51) 6 11 29.
Auf Gespräche setzen
RHEINBACH. Nach einem längeren unterschwelligen Konflikt der Ministranten und der Pfarrleitung in St. Martin, der
kürzlich öffentlich wurde, haben sich Gemeindemitglieder mit Pfarrer Pater Damian Hungs und Kaplan Pater Clemens
Maria Pieper zu einem Gespräch bei
Weihbischof Ansgar Puff getroffen. In
einer Mitteilung des Generalvikariats
heißt es: „Am Gespräch waren ebenfalls der Leiter der Hauptabteilung
Seelsorge Personal, Pfarrer Stephan
Weißkopf, sowie weitere Mitarbeiter
aus dem Erzbischöflichen Generalvikariat beteiligt. In einem Zeitraum von
drei bis vier Monaten werden weitere
Gespräche geführt werden. Für diesen
Zeitraum wurde untereinander Vertraulichkeit vereinbart.“ Den Ministrantenleitern war „Unfähigkeit“ vorgeworfen worden, worauf einige ihre Ämter
niederlegten.
ES
Ein Kreuz aus 100 Kreuzen
Aufwendiges Projekt des Liturgiekreises zur Fastenzeit
EUSKIRCHEN. Das aktuelle Projekt zur Fastenzeit des Liturgiekreises an St. Matthias ist
ein buchstäblich großes. Unter dem Thema „Im
Kreuz ist Heil, im Kreuz ist Leben, im Kreuz
ist Hoffnung“ hat die Gruppe ein knapp sechs
Meter hohes Kreuz konstruiert und in der Kirche St. Matthias aufgestellt. Auf 16 darauf angebrachten Bildtafeln sind 100 Abbildungen öffentlicher und privater Kreuze zu sehen. Idee
und Konzept zur Installation stammen von Diakon Werner Jacobs. Er hat die Fotos gesammelt
und bearbeitet, die „das eigene Kreuz im Kreuz
erkennen lassen“.
Nach frühzeitigem Aufruf wurden Bilddateien und Papierabzüge von Gemeindemitgliedern
der Stadtpfarrei beigesteuert oder Kreuze selbst
ins Pastoralbüro oder zu Jacobs nach Hause
gebracht, um sie von ihm ablichten zu lassen.
„Ohne das tatkräftige Anpacken des Liturgiekreises wäre die Umsetzung nicht möglich gewesen“, so Jacobs. Pfarrer Max Offermann
trug ein Foto seines Küchenkreuzes bei, das
er zum Abschied seiner Kaplanszeit in Lindlar geschenkt bekam und das aus Bestandteilen des dortigen Hochaltars gefertigt wurde.
AK
Mit vereinten Kräften wurde das fast sechs Meter hohe
Kreuz in St. Matthias installiert.
(Foto: AK)
Vorbildliche Partnerschaft
Zukunftspreis für Ursulinenschule
HERSEL. Gute Nachbarschaft macht sich bezahlt. So wörtlich hatten es die Schülerinnen der Ursulinenschule niemals gemeint und
geahnt. Aber dennoch: Sie erhielten den mit
10 000 Euro dotierten Zukunftspreis des Verbandes Deutscher Ersatzkassen (vdek). Vorbildlich und zukunftsweisend ist ihre Partnerschaft mit dem benachbarten Seniorenhaus St.
Angela. Bei einem kleinen Fest schnitten die
Repräsentanten der beiden Einrichtungen eine
große Torte an. Gegenseitige Besuche der Senioren in der Schule und der Schülerinnen im
Altenheim, Spaziergänge, Erzählstunden und
Zeitzeugenberichte im Unterricht, tatkräftige
und humorvolle Unterstützung bei Festen – all
das ist in Hersel Alltag. „Diese Normalität erhält durch den Preis eine besondere Wertschätzung“, freute sich der Leiter des UrsulinenGymnasiums, Karl Kühling. Dahinter steckt ein
wohldurchdachtes Konzept. Dass alte und junge Menschen dabei viel
voneinander profitierten, betonte Bornheims
stellvertretender Bürgermeister Heinrich Hönig.
Dreh- und Angelpunkt
der freundschaftlichen
Verbindung ist Schwester Lioba Michler. Die
ehemalige Schulleiterin
ist in beiden Häusern zu
Schneiden die Freudentorte an: (von links) Realschulleiter Frank Wasser, Karl Kühling, Hause und gern gesehen.
Erprobungsstufenkoordinatorin Claudia Temming, Heinrich Hönig, Seniorenhausleiterin Sie freute sich sehr über
Sabine Zocher und Schwester Lioba Michler.
(Foto: ES) die Auszeichnung. ES
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Ausgabe 11/14 | 14. März 2014
AUS DEM ERZBISTUM
Vitalkur für Geist und Seele
Citypastoral lädt zu Fastenprogramm am Bonner Münster ein
BONN. Die Organisatoren der Fastenzeit am cher. Dieses werde auch in den kleinen Kreuzen
Bonner Münster haben mit dem Verteilen von deutlich, die in der Schule der Salesianer in BetMedikamentenschachteln begonnen. „VITA- lehem gefertigt wurden und die so klein seien,
LIS+“ steht auf den „40-Tage-Vorratspackun- dass sie in die Tasche gesteckt und immer dabei
gen“, die keine Dragees, sondern ein kleines sein könnten: „Das Kreuz wird für uns zu eiHolzkreuz und das Programm für die Fastenzeit nem Plus, das über den Tod hinaus wirkt.“ Das
enthalten. Letzteres bietet neben Gottesdiens- komplette Fastenzeit-Programm liegt kostenten und Gesprächsangeboten viele besonde- los im Münster aus.
BBW
re Veranstaltungen: Gespräche unterm Fasten- ➔ www.bonner-muenster.de/fastenzeit2014
tuch, Suppenlesungen
zur Mittagszeit, ein Tag
der Versöhnung oder
ein alternativer Karfreitag auf dem Kreuzberg.
Stadtdechant Monsignore Wilfried Schumacher
und Diakon Klaus Ersfeld betonten, dass „VITALIS+“ bei Mangelerscheinungen bei Glaube, Freude, Hoffnung,
Liebe, Achtsamkeit oder
Selbstvertrauen helfe.
„Der christliche Glaube schenkt dem Menschen das lebensnotwen- Diakon Klaus Ersfeld (links) und Stadtdechant Monsignore Wilfried Schumacher bei der
(Foto: BBW)
dige Plus“, so Schuma- Präsentation des Fastenprogramms.
750 000 Euro für Ghana
Liebfrauenschule unterstützt Hilfsprojekte
BONN. Seit 1996 unterstützt die Liebfrauenschule Bonn (LFS) die Arbeit der Salesianer
Don Boscos, die sich weltweit um die schulische und berufliche Ausbildung sowie eine
sinnvolle Freizeitgestaltung von Kindern und
Jugendlichen kümmern, im afrikanischen Ghana. Aktuell hat das Spendenaufkommen die
Marke von 750 000 Euro geknackt – eine stolze Bilanz. Unter Federführung der mittlerweile pensionierten, aber immer noch engagierten
Lehrerin Dorothea Hahn haben die Schülerinnen des erzbischöflichen Mädchengymnasiums
keine Gelegenheit ausgelassen, für ihre Projekte in Ghana zu sammeln: in Schulgottesdiensten, durch Kuchenverkauf, beim Spendenmarathon und vieles mehr. Damit wurde der Bau von
Dorfschulen, Mädchenwohnheimen, einem Jugendheim oder Brunnen unterstützt. Zudem fördert die LFS unter dem Motto „Mädchen helfen Mädchen“ die Schul- und Berufsausbildung
von Mädchen. Zehnmal bereits waren Schülerinnen der LFS auch für einen Arbeitseinsatz
in Ghana. Dort konnten sie sich selbst ein
Bild von den Projekten machen.
BBW
Den Bau von Schulen, Mädchenwohnheimen, Brunnen mit Wasserpumpen und vieles mehr haben die Schülerinnen der
Liebfrauenschule Bonn bisher im afrikanischen Ghana unterstützt.
(Foto: Privat)
14. März 2014 | Ausgabe 11/14
BONN: Beate Behrendt-Weiß,
Telefon (0 22 26) 1 55 43
BORNHEIM, MECKENHEIM UND
RHEINBACH: Erhard Schoppert,
Telefon/Fax (02 28) 32 22 55
BONN-NORD. Zum Patrozinium von St.
Joseph lädt der Kirchbauverein zu einer
Veranstaltung über den heiligen Joseph
ein. Die Autorenlesung mit Dr. Hajo Görtz
zum Thema „Das ‚Ja‘ des Joseph. Selbstbehauptung gegen Gott“ findet am Mittwoch, 19. März, um 19.30 Uhr im Gemeindesaal, Kaiser-Karl-Ring 2, statt.
BONN. Im Rahmen seiner Tournee „Gemeinsam gegen Kälte“ gastiert der Cellist
Thomas Beckmann am Montag, 17. März,
um 19 Uhr in der Kreuzkirche, Kaiserplatz
1. Der Erlös kommt in Bonn unter anderem
dem Haus Maria Königin und dem Caritasverband zugute. Karten gibt es an öffentlichen Vorverkaufsstellen und an der
Abendkasse.
BONN. „Gönne dich dir selbst“ ist ein spirituell-kreativer Tag überschrieben, zu
dem die Familienbildungsstätte am Samstag, 22. März, von 10 bis 17.30 Uhr in die
Lennéstraße 5 einlädt. Der spirituelle Begleiter Markus Roentgen wird dabei unterschiedliche Elemente wie Bibliodrama,
Ausdruck in Farbe, persönliche Stille, Entspannungsübungen und vieles mehr einbauen. Informationen und Anmeldung unter Telefon (02 28) 94 49 00.
BONN-MEHLEM. Eine Führung durch die
Kirche St. Severin, Mainzer Straße 178,
wird am Samstag, 15. März, um 16 Uhr angeboten.
BONN-RHEINVIERTEL. Über „Das Zweite Vatikanische Konzil und die Weltreligionen“ spricht Professor Dr. Claude Ozankom am Donnerstag, 20. März, um 19.30
Uhr in der Reihe Forum Rheinviertel im
Pfarrzentrum St. Evergislus, Hardtstraße.
BONN. Zu der Frühstücks- und Gesprächsrunde „Menschen in der Dritten
Lebensphase“ lädt das Katholische Bildungswerk wieder am Freitag, 21. März,
von 9.30 bis 12 Uhr ins Haus der Evangelischen Kirche, Adenauerallee 37, ein. Anmeldung ist unter Telefon (02 28) 42 97 90
erforderlich.
BONN-POPPELSDORF. Die Kirche St. Sebastian ist am Sonntag, 16. März, um 16
Uhr unter fachkundiger Führung zu besichtigen.
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 41
AUS DEM ERZBISTUM
BEDBURG, BERGHEIM, KERPEN,
PULHEIM, BRÜHL, ERFTSTADT,
FRECHEN, HÜRTH, WESSELING:
Benedikt Boecker,
Telefon (01 77) 8 77 24 94
benedikt.boecker@outlook.de
RHEIN-ERFT-KREIS. Über und unter den
Dächern des Kölner Doms wandern, das
können die Teilnehmer der Dächerführung auf dem Kölner Dom. Organisiert
wird sie vom Katholischen Bildungswerk
Rhein-Erft-Kreis. Die Besucher haben
die Möglichkeit, normalerweise unzugängliche Bereiche aus nächster Nähe
zu betrachten. Außerdem wird ein Blick
von oben in das Innere des Doms möglich sein und der Vierungsturm bestiegen.
Die Termine sind Mittwoch, 26. März, um
16.15 Uhr, Mittwoch, 21. Mai, um 16.45
und Mittwoch, 25. Juni, um 17 Uhr. Die
Teilnahme ist ab 16 Jahren möglich. Treffpunkt ist am Dom, Haupteingang, Westportal, etwa zehn Minuten vor Beginn der
Führung. Eine schriftliche Anmeldung ist
erforderlich per E-Mail an info@bildungswerk-rhein-erft-kreis.de oder unter der
Adresse: Katholisches Bildungswerk
Rhein-Erft-Kreis, Kirchstr. 1b, 50126 Bergheim. Weitere Informationen gibt es unter
Telefon (0 22 71) 47 90 22.
BERGHEIM. Um die Integration gehörloser Menschen zu fördern, bietet Referentin Helga Hopfenzitz den Kurs „Deutsche
Gebärdensprache DGS1“ an. Ziel der Reihe ist es, eine barrierefreie Kommunikation und bessere Verständigung zwischen
den Menschen zu erreichen. Erster Termin von insgesamt zehn Treffen im Anton-Heinen-Haus ist Dienstag, 25. März,
um 17.30 bis 19 Uhr. Anmeldung und Information unter Telefon (0 22 71) 4 79 00.
WESSELING. Der Diözesanverband Köln
der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) lädt zum Kreuzweg der Arbeit
in Wesseling ein. Der Kreuzweg findet
seit 2005 regelmäßig an verschiedenen
Orten in der Erzdiözese Köln statt. Er beginnt am Samstag, 15. März, um 11 Uhr an
der St.-Josef-Kirche/ Ecke Hubertusstraße/Wilhelmstraße.
BERGHEIM. Anlässlich der Einführung
des neuen Gotteslob bieten die Regionalkantoren des Kreises in Zusammenarbeit
mit der Konferenz der Seelsorgebereichsmusiker eine Veranstaltung zur Singleiterausbildung an am Samstag, 29. März,
von 10 Uhr bis 20.30 Uhr im Pfarrheim St.
Remigius, Kirchstraße 1a. Anmeldung
bei den Seelsorgebereichsmusikern.
„Zärtlichkeit leidet Gewalt“
Ökumenische Ausstellung in zwei Kirchen
Tony Schreiber neben einem seiner Kreuzwegbilder. Es zeigt die
Inschrift „INRI“ vom Kreuz Jesu Christi.
(Foto: BB)
NIEDERAUSSEM. In der Kirche St. Paulus und der evangelischen Erlöserkirche wurde die Ausstellung „Zärtlichkeit leidet Gewalt“
des Künstlers Tony Schreiber eröffnet. Bei den
Bildern handelt es sich um acht Kreuzwegbilder, die 1991 zum Kreuzweg der Jugend gehörten. In den Werken lässt sich viel Zeitgeschichte
finden. So skizziert der Künstler beispielsweise ein Opfer aus dem Vietnamkrieg. Schreiber
möchte mit der Verbildlichung vom Leid der
Menschen den Tod Jesu Christi widerspiegeln.
„Gott liefert uns sich aus“, beschreibt er es. „In
allen Frauen und Männern, die für Menschenrechte und Freiheit gefoltert, verfolgt und gemordet werden, leidet und stirbt Jesus erneut.“
Mit seiner Ausstellung möchte der Künstler die
Betrachter auffordern, die Geschichte Jesu
weiterzuerzählen. Die Ausstellung endet am
Sonntag, 23. März.
BB
Lob für Herzenswärme
23. Adolf-Kolping-Preis an Verein Hospiz Stadt Kerpen
KERPEN. Der Verein Hospiz Stadt Kerpen ist mit dem 23. Adolf-Kolping-Preis der
Adolf-Kolping-Stiftung ausgezeichnet worden. Die Vorsitzende der Stiftung, Kerpens
Bürgermeisterin Marlies Siegburg, überreichte den mit 5000 Euro dotierten Preis an
den ersten Vorsitzenden Wilfried Steinmann.
Die Bürgermeisterin lobte das Hospiz und
deren Mitarbeiter für ihre „Herzenswärme
und Fröhlichkeit“, die sie bei Besuchen im
Hospiz erfahren habe.
Eine Laudatio auf den Preisträger wurde
von Erich Lange gehalten, dem Vorstandsmitglied des Deutschen Hospiz- und Palliativverbandes. Er sprach von der ständig wachsenden Hospizbewegung und dass
schon viel Positives seit Anfang der 80erJahre passiert sei. Die Zahl der ambulanten Hospizhäuser betrage mittlerweile 1500.
Des Weiteren gebe es 230 Palliativstationen in Krankenhäusern und sechs Lehrstühle für Palliativmedizin in Deutschland, davon
drei in Nordrhein-Westfalen. Tod und Trauer
sei heutzutage kein Tabuthema mehr. Trotzdem mahnte er, sich nicht „auf den Lorbeeren auszuruhen“. Es sei noch ein weiter Weg,
beispielsweise in Finanzierungsfragen.
Steinmann erklärte, er empfinde vor allem Stolz, den Preis annehmen zu dürfen. Er
dankte allen Mitarbeitern und besonders den
Vorgängern, „die diesen Preis erst möglich
gemacht haben“.
Die erhaltenen 5000 Euro möchte der Verein nutzen, um seine Pläne zu verwirklichen,
in Zukunft ein Palliativnetzwerk mit Ärzten
zu errichten, sich mehr im Bereich Demenz
zu engagieren und ein barrierefreies Büro zu
errichten.
BB
Bürgermeisterin Marlies Siegburg überreichte Wilfried Steinmann den mit 5000 Euro dotierten Preis. Mit auf der Bühne
waren zahlreiche Mitarbeiter und ehrenamtlich Engagierte des Hospiz-Vereins.
(Foto: BB)
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Ausgabe 11/14 | 14. März 2014
AUS DEM ERZBISTUM
Bischöfliches Wappen am Altar
KÖLN: Felicitas
Rummel-Volberg,
Telefon (02 21) 87 88 55
Kardinal Meisner hatte St. Theodor vor zwölf Jahren geweiht
VINGST. Nicht alle Tage bekommen die Besucher von St. Theodor das bischöfliche Wappen aus nächster Nähe zu sehen. Zum Abschied
von Erzbischof Kardinal Joachim Meisner hatte Pfarrer Franz Meurer eines der drei Schilder,
die die Gemeinde besitzt, vor den Altar gestellt
und damit dem scheidenden Kardinal die Ehre
erwiesen. „Spes nostra firma“ steht auf dem
Schild zu lesen, übersetzt: „Unsere Hoffnung
für Euch steht fest“, ein Wort des Apostels Pau-
lus, das Meisner seit seiner Bischofsweihe vor
39 Jahren in seinem Bischofswappen begleitet. Am Abend vorher hatte Meurer den Fastenhirtenbrief 2014 der Gemeinde vorgelesen; aus
Rücksicht auf die Kinder verzichtete er in der
Familienmesse darauf und begnügte sich mit
dem Wappen am Altar. Die Gemeinde erinnert
sich noch lebhaft an den Besuch des Erzbischofs
em. Er war am 16. März 2002 in den rechtsrheinischen Stadtteil gekommen, um St. Theodor zu
weihen. Der Neubau war
notwendig
geworden,
weil durch ein Erdbeben
1992 die Kirche derartig
in Mitleidenschaft gezogen wurde, dass ein Abriss unvermeidlich war.
Meurer berichtete den
Kindern in der Familienmesse von der Weihe der
Kirche. Zum Schluss
bekam jedes Kind ein
Schokoladen-Ei mit der
Aufforderung, das Ei
doch erst am KarsamsPfarrer Franz Meurer erzählte den Besuchern der Familienmesse vom Besuch des tag zum Ende der FasKardinals in St. Theodor und wies auf dessen Wappen hin.
(Foto: RUM) tenzeit zu essen. RUM
Forum am Deutzer Dom
St. Heribert erhält neues Pfarrzentrum
DEUTZ. Direkt neben dem Düxer Dom soll die Kirche St. Heribert wieder freistehen. Der
ein neues Pfarrzentrum entstehen. Sanierungs- neue einfache, kubische Bau wird mit einer gläbedürftig, nicht barrierefrei und viel zu groß sernen Fuge an das rechts benachbarte Gebäufür rund 600 aktive Gemeindemitglieder zeig- de einer Wohnungsgenossenschaft angeschloste sich in den vergangenen Jahren das Pfarr- sen. Der Bau wird schmal gehalten werden und
heim St. Heribert in der Adolphstraße. Pfarrer genug Abstand zur Kirche lassen. Die GemeinJürgen Dreher und die Gemeinde beschlossen, de möchte so schnell wie möglich mit den Ardas Grundstück zu verkaufen und das Pfarr- beiten beginnen. Die Baukosten betragen zwei
zentrum auf dem Grundstück des jetzigen Tor- Millionen Euro.
RUM
hauses zu errichten. Es
wurde ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben, den das Büro Kastner und Pichler gewann.
Die Planung sieht einen Bau vor, der Pfarrbüro, den Pfarrsaal, Jugend- und Gruppenräume und eine Anlaufstelle im Foyer vereint. Das
dreigeschossige
Haus
auf 230 Quadratmetern
soll den Namen „Forum
am Deutzer Dom“ traAnstelle des Torhauses auf der Deutzer Freiheit soll das neue Pfarrzentrum mit rund
gen. Auf Wunsch des
(Foto: RUM)
Denkmalschutzes soll 230 Quadratmetern entstehen.
14. März 2014 | Ausgabe 11/14
VINGST. Ökumenische Passionsandachten zur Besinnung in der Fastenzeit finden in der Erlöserkirche und in
St. Theodor statt. Die nächste ist am
Mittwoch, 19. März, um 7 Uhr in der Erlöserkirche, Burgstraße 75. Nach der
Andacht in der Kirche gibt es ein Frühstück. Am Sonntag, 23. März, um 17 Uhr
spielt Kantor Dirk-Johannes Neumann
um 17 Uhr zur Andacht ein Orgelkonzert von Widor. Am Mittwoch, 26. März,
um 19 Uhr wird in die Erlöserkirche eingeladen. Die letzten beiden Andachten
sind am Mittwoch, 2. April, um 19 Uhr
und am Mittwoch, 9. April, um 7 Uhr (mit
Frühstück) in St. Theodor.
DÜNNWALD. Eine Kleidersammlung
findet am Samstag, 15. März, ab 9 Uhr
in den Dünnwalder Straßen statt. Der
Förderverein des Jugendheims St. Hermann-Joseph, die Messdiener und die
Jugendgruppen von St. Nikolaus und
St. Hermann-Joseph rufen zur Sammlung auf, deren Erlös unter anderem
der Sanierung des Jugendheimes St.
Hermann-Joseph zugutekommt.
KÖLN. „Joseph Ratzinger – sein Beitrag zum Konzil und nachkonziliaren
Auseinandersetzungen“ lautet das
Thema eines Vortrags des Katholischen Bildungswerks, der am Dienstag, 18. März, um 19.30 Uhr im Domforum stattfindet. Referent ist Professor Dr. Siegfried Wiedenhofer, der von
1969 bis 1977 Assistent bei Professor
Joseph Ratzinger an der Universität
Regensburg war.
WAHN. „St. Ägidius im Licht“ ist eine Initiative junger Christen, die andere dazu
einladen wollen, sich von Gott berühren
zu lassen. Am Samstag, 22. März, von
20 Uhr bis 24 Uhr findet dieses Treffen
im Rahmen des Ewigen Gebets der Kirchengemeinde Christus König statt. Dabei stehen die Pforten der Kirche weit
offen, und Jugendliche laden Passanten auf der Straße ein, in der Kirche
eine Kerze anzuzünden, der Musik zuzuhören, die eucharistische Anbetung
mitzumachen oder sich von einer TaizéFotopräsentation in den Bann ziehen zu
lassen. Der Abend endet mit einem Gebetimpuls für die Nacht.
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KLEINANZEIGEN
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Ausgabe 11/14 | 14. März 2014
KLEINANZEIGEN
14. März 2014 | Ausgabe 11/14
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AUS DEM ERZBISTUM
Um Himmels willen
GlaubensFilmWoche an 21 verschiedenen Orten
BONN. Sie haben sich viel vorgenommen:
31 Veranstaltungen an 21 Orten – und das alles in nur einer Woche. Aber die Veranstalter –
der Seelsorgebereich „An Rhein und Sieg“ in
Bonn-Beuel und das Katholische Bildungswerk
Bonn – sind mehr als zuversichtlich, dass das
anspruchsvolle und vielseitige Programm ihrer
GlaubensFilmWoche das Zeug dazu hat, viele
Neben Kirchen und Gemeindesälen sind auch
ein Familienzentrum, ein Seniorenstift, Caritaseinrichtungen, die Probebühne des Theaters, der
Rathaussaal, die Brotfabrik oder das Schwimmbad „Beueler Bütt“ („Kirche geht baden …“)
Schauplätze dieser Filmwoche unter der Überschrift „Um Himmels willen … über Filme reden“. So sollen sich Menschen treffen, die vordergründig nicht mit Glauben und Kirche verbunden sind. Thematisch deckt die GlaubensFilmWoche mit ihren Fragen nach Gott, nach
unseren zwischenmenschlichen Beziehungen
oder zu Gesellschaft und Politik viele Lebensbereiche ab und spricht – dank vieler Kooperationspartner – alle Altersklassen und auch spezielle Zielgruppen an: Kinder und Jugendliche,
Familien, Senioren, Pflegekräfte, Katecheten,
Eltern von Kommunionkindern oder die Hauptund Ehrenamtlichen der Gemeinden.
„Sister Act“ dabei
Menschen anzusprechen und zu berühren.
Vom 15. bis 23. März kann man sich an
kirchlichen wie nichtkirchlichen Orten Filme
und Filmausschnitte ansehen, um daran anknüpfend über Leben und Glauben nachzudenken und mit anderen ins Gespräch zu kommen.
Ein paar Beispiele: der Abend „Wenn Gesang die Herzen öffnet“ mit den Chören des
Seelsorgebereiches, der in Filmausschnitten
von „Wie im Himmel“, „Sister Act“ oder „Forrest Gump“ die spirituelle Dimension von Musik und Gesang verdeutlichen will, der Filmnachmittag über starke Frauen „Von Jean D´Arc
bis Madonna“ oder der Vormittag „Man ist, was
man isst?“ mit Film, Gespräch und Imbiss über
die spirituelle Bedeutung des Essens in allen
Religionen. Gottesdienste mit Filmausschnitten und -predigten, Film-Andachten und ganze
Nächte für Jugendliche runden das Programm
ab. Durch die Woche führt als ausgewiesener
Experte im Dialogfeld „Film und Theologie“
der Journalist Dr. Thomas Kroll, Leiter des Referates „Verkündigung/Missionarische Pastoral“ im Erzbistum Hamburg.
„Es wird um Filme gehen, die die Augen öffnen können, für die Not anderer, für sich selbst,
für Gott. Denn: Gute Filme helfen, die Welt mit
anderen Augen zu betrachten; sie können sensibler machen für die Spuren Gottes in unserer
Mit- und Umwelt“, so die Steuerungsgruppe.
Gemeindemission einmal nicht mit programmatischen Predigten, Vorträgen und Diskussionsrunden. Man wird sehen!
BEATE BEHRENDT-WEISS
➔ www.glaubensfilmwoche.de
Ich lese die
Kirchenzeitung, weil...
. . . sie ein wichtiges
Medium ist, das Meinungen aus dem ganzen Erzbistum wiedergibt. Ich erfahre
in einem Heft aus allen Bereichen, aus
den Verbänden und
aus der Weltkirche
das, was man wissen muss. Außerdem sichert die eigene Bistumszeitung Arbeitsplätze, nicht
nur die der Redakteure.“
Tim Kurzbach,
Solingen
Diözesanvorsitzender der Katholischen Arbeitnehmer Bewegung (KAB)
KLEINANZEIGEN
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Ausgabe 11/14 | 14. März 2014
AUS DEM ERZBISTUM
Unanständig gesund
Kirchen und Fahrrad-Netzwerk laden zum „Autofasten“ ein
KÖLN. Verzicht auf Fleisch, Süßigkeiten
oder Alkohol – das nehmen sich in der Fastenzeit viele Menschen vor. Doch Verzicht
aufs Auto? Dies steht wohl in den seltensten
Fällen unter den Vorsätzen für die Österliche
Bußzeit. Genau dazu laden aber jetzt die katholische und evangelische Kirche in Köln
sowie der Kölner-Fahrrad-Netzwerk e.V. mit
der Aktion „Autofasten“ ein. Vom 17. März
bis 13. April sollen Autofahrer ihr Fahrzeug
möglichst wenig nutzen und stattdessen alternative Formen der Fortbewegung – das
Fahrrad an erster Stelle – ausprobieren.
„Auf Strecken bis sieben Kilometer ist
das Fahrrad in Köln das schnellste Verkehrsmittel“, sagt Sven Bersch vom Fahrrad-Netzwerk. Das umweltfreundlichste sei es ohnehin immer. In der Fastenzeit auf den Drahtesel umzusteigen mache folglich Sinn, so
Bersch. Dort, wo alternative Verkehrsmittel
nicht möglich sind, empfehlen die Veranstalter der zum 17. Mal stattfindenden KlimaAktion die Bildung von Fahrgemeinschaften
oder bessere Organisation von Autofahrten.
„Fasten ist nicht nur Verzicht, sondern das
Infragestellen von Alltäglichkeiten“, sagt
Dr. Udo Wallraf vom
kirchlichen Internetportal
pfarr-rad.de.
„Muss ich wirklich
diesen oder jenen Weg
mit dem Auto machen?“ Es gehe also
um das Aufbrechen
von Denkstrukturen.
Andererseits um das
Aufbrechen im wörtlichen Sinn: das Sichin-Bewegung-Setzen.
„Bei der Aktion wie
auch bei pfarr-rad.de
geht es um die ,ErFahrung‘, das Aneignen von Erfahrungsräumen durch Bewe- Werben für das „Autofasten“: Dr. Udo Wallraf (Mitte) vom Portal pfarr-rad.de sowie Peter
(Foto: Glenz)
gung“, sagt Wallraf. Dedenbach (links) und Sven Bersch vom Kölner-Fahrrad-Netzwerk.
Im Auto würde alles
einfach nur an einem vorbeirauschen. Auf betont Peter Dedenbach vom Fahrrad-Netzdem Fahrrad hingegen bewege sich das Ge- werk: „Ab einer Strecke von 50 Metern nehschöpf selbst durch die Schöpfung.
me ich das Fahrrad. Denn Fahrradfahren ist
Dass diese Art der Fortbewegung neben- einfach unanständig gesund!“ TOBIAS GLENZ
bei auch noch gut für den eigenen Körper ist, ➔ www.autofasten.de
KLEINANZEIGEN
14. März 2014 | Ausgabe 11/14
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VERLAGSSONDERVERÖFFENTLICHUNG
Bienenstark
Bessere Immunabwehr
mit Propolis
H
onig, Wachs, Gelée Royal – das sind Produkte, die man aus dem Bienenstock
kennt. Ganz anders Propolis. Nur wenige
wissen, dass es sich hierbei um eine „medikamentöse“ Allzweckwaffe der Bienen handelt,
die wie ein Antibiotikum wirkt und auch gut
für den Menschen ist.
Dass Bienen wohlschmeckenden Honig
liefern weiß inzwischen jedes Kind – aber
wer kennt Propolis? Es ist der „Baustoff“ der
Bienen, das Bienenharz. In der Naturheilkunde genießt es seit Langem große Anerkennung. Schon im alten Ägypten wurde Propolis geschätzt: Die Menschen nutzten es damals zur Wunddesinfektion und zur Mumifizierung der Toten.
Die Propolis ist ein Pflanzenprodukt, welches von den Bienen veredelt wird. Besonders im Spätsommer und im Herbst sammeln die Bienen das Kittharz von Pflanzen
und Bäumen. Sie transportieren es in den
Wabe und Bienenstock.
(Foto: Roha Arzneimittel)
Körbchen ihrer Hinterbeine und befördern
es in den Bienenstock: Hier beginnt die sogenannte „Weiterverarbeitung.“ Die Insekten
vermischen die Propolis mit körpereigenen
Sekreten, Pollen und Wachsen. Die harzige
Substanz gilt als wasserabweisend, fäulnisverhindernd und wärmeisolierend. Die Bienen
nutzen es, um Löcher
und Ritzen im Stock abzudichten. Außerdem ist
Propolis dort eine Art
Desinfektionsmittel. Das
klebrige, unansehnliche
Harz hat es nämlich in
sich: Es gilt als antibakteriell, antiviral und pilzhemmend. Je nach Herkunft schwanken Farbe (gelblich, bräunlich,
zimtfarben) und Konsistenz.
Bestandteile und
Wirkung der Propolis
Propolis, das Schutzharz der Bienen, liefert
eine einzigartige Vielfalt an Vitalstoffen. Diese sind nicht nur unverzichtbar für wichtige
Aufgaben im Bienenstock, sondern tragen
insbesondere auch beim
Menschen zu einer Stärkung des Immunsystems
und einer gesunden Ernährung bei. Heute ist
nachgewiesen, dass vor
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allem die zu den sekundären Pflanzenstoffen
zählenden Flavonoide für die entzündungshemmenden, antibakteriellen, antiviralen
und fungiziden Wirkungen der Propolis verantwortlich sind. Die rezeptfreien Medikamente, insbesondere Sirupe, enthalten somit
eine Kombination der wertvollsten Substanzen aus dem Bienenstock sowie Zink und Vitamin C, Gelée Royale, Blütenpollenextrakt
und gesundem Honig.
Energieschub für Herbst und Winter
Voller Nährstoffe steckt der Extrakt der
Blütenpollen, der mit seinem charakteristischen „Wiesenaroma“ den Geschmack von
Sirup verfeinert. Dieses Kraftfutter für den
Bienennachwuchs sowie Gelée Royale, der
einmalige Futtersaft der Bienenkönigin, potenzieren die natürliche gesundheitliche Wirkung von Propolis. Gelée Royale ist für den
Menschen besonders wertvoll, da er, wie
auch die Propolis, dem Bienenstock nur in
sehr geringen Mengen entnommen werden
kann. Gute Erfahrungen mit Propolis gibt
es beim Einsatz gegen hartnäckigen Husten
und Bronchitis. Bei Infekten und Erkältungen
kann die Einnahme von Propolis (als Tinktur,
Granulat oder Pulver) helfen, schneller wieKONRAD F. PREUSS
der fit zu werden.
Detaillierte Informationen finden Sie
auf der neuen Homepage der Deutschen Fachgesellschaft für Propolisforschung e.V. (DFPF).
➔ www.propolis-wirkt.de
➔ www.zirkulin.de
Ausgabe 11/14 | 14. März 2014
VERLAGSSONDERVERÖFFENTLICHUNG
Hildegard von Bingen und Milchsäure
Sauerkraut unterstützt auf natürliche Weise die Verdauung
E
rste Erkenntnisse über Darmbakterien
wurden bereits um 1900 von dem russischen Immunologen und Nobelpreisträger für Medizin Ilja Metschnikoff vorgetragen. Von ihm stammt der Ausspruch „Der
Tod sitzt im Darm“. Er führte die hohe Lebenserwartung bestimmter Völkerstämme
im Kaukasus und Bulgarien darauf zurück,
dass diese Menschen traditionell sehr viel
fermentierte, also durch bakterielle Milchsäuregärung haltbar gemachte, Nahrung zu
sich nahmen.
Die natürlichste und eine der ältesten Methoden ein Lebensmittel haltbar zu machen
ist die Zugabe von Mikroorganismen wie
Milchsäurebakterien. Während der Milchsäuregärung wird Zucker zu Milchsäure
abgebaut. Bei diesem Vorgang spielen die
Milchsäure produzierenden Milchsäurebakterien eine bedeutende Rolle. Milchsäurebakterien gibt es nicht nur in der Milch,
sondern sie bewohnen auch die Blätter und
Oberflächen der Gemüsepflanzen.
Die in der Luft vorhandenen und am
Weißkohl haftenden Milchsäurebakterien
bringen auch den Gärungsprozess bei der
14. März 2014 | Ausgabe 11/14
Kohlköpfe.
(Foto: Francesca Schellhaas)
Sauerkrautherstellung in Gang. Die Milchsäuregärung ist typische Form der Konservierung. Die dabei entstehende Milchsäure
wirkt sich auf zahlreiche Stoffwechselvorgänge im Körper günstig aus. Mit weniger
als 20 Kilokalorien pro 100 Gramm ist Sauerkraut ein kalorienarmes, aber sehr nährstoffreiches Lebensmittel und unterstützt
durch den hohen Anteil an Milchsäure die
Verdauung auf natürliche Weise. Das Powerkraut ist nicht nur reich an darmsanierender
Milchsäure sondern auch an Vitaminen, Ballaststoffen sowie lebenswichtigen Mineralstoffen.
Gemüse durch Milchsäuregärung zu konservieren ist eine sehr alte, in verschiedenen
Weltregionen praktizierte Technik. Im antiken Griechenland und im Römischen Reich
war so gesäuerter Weißkohl bekannt, ebenso in China. In Europa wurde der Kohl als
Kulturpflanze vor allem durch die Klostergärten weiter verbreitet. Im 12. Jahrhundert
zur Zeit der bekannten Äbtissin Hildegard
von Bingen war Sauerkraut als Heilmittel in
der Volksmedizin etabliert. Neben der Förderung der Verdauung setzte Hildegard von
Bingen Sauerkraut zur Reinigung von Blut
und Haut, zur Heilung von Geschwüren,
Entzündungen und Gicht sowie gegen Kopfschmerzen und Alkoholkater ein.
Auch der Rote Beete Kräuterwein nach
Hildegard von Bingen enthält neben den folgenden Zutaten (Bertramwurzel, Zimt, Nelken, Muskatnuss, Melisse, Angelikawurzel,
Vitamin C, Rote Beete, Honig, Enzianwurzel, Rotwein) auch Milchsäure.
DR. ANDREA SAHLER
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SCHÖNES ZUHAUSE
Rosenschnitt und
Staudenteilung
Nachdem im letzten Jahr die Gärtnereien einen Großteil ihrer Primeln, Hornveilchen und anderer beliebter Frühjahrspflanzen wegwerfen mussten, weil
der Frühling einfach nicht kommen wollte, werden sie dieses Jahr ihre Verluste vielleicht wieder ausgleichen können:
der Frühling ist da,
und zwar mit Macht!
Natürlich bleibt noch
ein Risiko von Nachtfrösten – trotzdem
kann man mit einigen
Sachen einfach nicht
mehr warten. Die
Rosen zum Beispiel
sind schon so weit
ausgetrieben, dass
sie einfach geschnitten werden müssen. Die Regel lautet: Schneiden, wenn
die Forsythien blühen – und das tun sie,
zumindest hier im Rheinland. Letzte Woche haben wir im Pfarrgarten begonnen
die Beete aufzuräumen. Die stehen gebliebenen Triebe der Stauden haben wir
abgeschnitten und den Boden vom Laub
befreit. Damit ist der Winterschutz weg,
aber das sollten die Pflanzen bei leichten Frühjahrs-Frösten auch aushalten.
Gleichzeitig ist jetzt eine gute Möglichkeit, die Stauden, die zu groß geworden
sind, zu teilen. Dazu die Pflanzen großzügig ausgraben und den Wurzelstock
mit einem Spaten oder Messer teilen. Filigranere Pflanzen kann man einfach mit
den Händen auseinanderziehen. Dann
wieder einsetzen und am besten gleich
Dünger ins Pflanzloch geben. Man kann
bei dieser Gelegenheit auch noch einmal überlegen, ob der Standort wirklich
der richtige ist – vielleicht findet sich ja
noch ein besseres Plätzchen. Was aber
tun mit den überzähligen Pflanzen, die
man so erhält? Für den Kompost sind sie
viel zu schade! Verschenken ist immer
eine gute Möglichkeit. Fragen Sie doch
Ihre Nachbarn, ob sie noch etwas gebrauchen können, oder Gemeindemitglieder beim Schwätzchen nach dem
Gottesdienst. Oder bieten Sie die Stauden auf einer Pflanzentauschbörse an –
vielleicht finden Sie selbst im Gegenzug
ja noch die ein oder andere interessante
Pflanze. Tauschbörsen finden zum Beispiel am Samstag, 12. April, 11 bis 13 Uhr
auf dem Kölner Platz vor der Verbraucherzentrale in Troisdorf statt und am
Sonntag, 4. Mai, 11 bis 14 Uhr im Biogarten Thurner Hof, Mielenforster Straße 1
in Köln-Dellbrück. ANNETTE KOSTER
Eine Familie nach der anderen
Fruchtfolge im Gemüsegarten planen
H
obbygärtner sollten vor Beginn der Gartensaison überlegen, welche Nutzpflanzen sie auf welchem Beet anbauen wollen. Wie die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen mitteilt, ist eine Fruchtfolge
im Gemüsegarten vorteilhaft, denn baut man
nur wenige Arten an, kommt es durch einseitigen Nährstoffentzug zu einer Verarmung
des Bodens – die Folge: Krankheiten und
Schädlinge haben leichtes Spiel. Außerdem
hemmen die Reste alter Pflanzenwurzeln bei
ihrer Zersetzung das Wachstum der nachfolgenden gleichen Pflanzenart. Mit einer ausgewogenen Fruchtfolge tut man also viel für
die Gesundheit der Pflanzen.
Im Garten braucht nicht wie in der Landwirtschaft ein fester drei- oder fünfjähriger
Fruchtfolgewechsel eingehalten zu werden.
Pflanzenarten und -familien sollten Hobbygärtner aber in ihren Planungen berücksichtigen und nie Pflanzen aus der gleichen Familie nacheinander anbauen. Man unterscheidet
• die Starkzehrer, dazu gehören Kohlarten, Kartoffeln, Gurken, Kürbisarten und Tomaten
• die Mittelstarkzehrer, das sind zum
Beispiel Salate, Sellerie, Porree, Rote
Bete, Spinat, Erdbeeren oder Einjahresblumen und
• die Schwachzehrer, also alle Hülsenfrüchte, Möhren, Zwiebeln sowie
Kräuter.
Eine praktische Möglichkeit ergibt sich,
wenn der Nutzgarten in Beete unterteilt wird.
VERANSTALTUNG
Hochwertige, frische Lebensmittel aus
dem eigenen Gemüsegarten versprechen Genuss und Lebensqualität. Wie
schon auf kleinster Fläche bei richtiger
Planung und Kultur ein vielfältiges Angebot – abgestimmt auf den Eigenbedarf – angebaut werden kann, erklärt
Gärtner Rolf Hollender bei der Veranstaltung „Aus dem eigenen Gemüsegarten“, die am Montag, 24. März, 19
bis 21.15 Uhr in der Familienbildungsstätte Anton-Heinen-Haus in Bergheim
stattfindet. Nähere Informationen gibt
es unter Telefon (0 22 71) 4 79 00.
➔ www.anton-heinen-haus.de
Dann kann nämlich so gewechselt werden,
dass auf einem Beet mit guter Bodenvorbereitung und einer Kompostdüngung mit etwa
fünf Kilogramm je Quadratmeter begonnen
wird, danach folgen Mittelstarkzehrer, die
nur noch etwa zwei Kilogramm je Quadratmeter Kompost erhalten und anschließend
werden Schwachzehrer ohne jegliche Düngung angebaut. Innerhalb dieser Gruppen
können verschiedene Kulturen kombiniert
werden, beispielsweise Kohl mit Tomaten,
Salate und Porree oder Möhren mit Zwiebeln.
EB
Salat gehört zu den mittelstark zehrenden Pflanzen im Gemüsebeet.
50 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
(Foto: Peter von Bechen/pixelio.de)
Ausgabe 11/14 | 14. März 2014
FAMILIE
Mehr ist mehr
Thomas Köhler-Saretzki über Bindungen zwischen Eltern und Kindern
Zwei Dinge, so heißt es, sollen Kinder
von ihren Eltern bekommen: Wurzeln
und Flügel. Was aber passiert, wenn die
emotionale Bindung, die schon ein Säugling
zu seinen Bezugspersonen aufbaut, gestört
ist? Wie Eltern eine sichere Bindung zu
ihren Kindern aufbauen können, erklärt
Dr. Thomas Köhler-Saretzki, DiplomPsychologe und Leiter der Familienberatung
der Christlichen Sozialhilfe Köln im
Interview mit Almud Schricke.
Was versteht man unter Bindung?
KÖHLER-SARETZKI: Bindung ist ein genetisch verankertes, nicht frei wählbares lebenslanges Band zu wichtigen Bezugspersonen, in der Regel zwischen der Mutter
und dem Kind. Bei diesen Personen sucht
das Kind Schutz und Nähe, wenn es Angst
hat, wenn es verunsichert ist oder eine Situation als bedrohlich empfindet, also mit Situationen konfrontiert ist, die es mit eigenen
Kräften nicht bewältigen kann. Es muss aber
nicht zwingend und vor allem nicht ausschließlich die Mutter sein. Ein Kind kann
zu mehreren Personen eine enge Bindung
haben. Man geht davon aus, dass Kinder im
Laufe des ersten Lebensjahrs eine innere
Hierarchie von bindungsrelevanten Personen bilden. Meistens steht auf Platz eins die
Mama, weil sie einfach körperlich und emotional am häufigsten präsent ist. Auf Platz
zwei ist meistens der Papa, aber es könnte
auch die Oma, eine Nachbarin, eine Kindergärtnerin oder jemand ganz anderes sein.
Wie entsteht diese Hierarchie von
Bindungen?
KÖHLER-SARETZKI: Die körperliche
Nähe ist ein entscheidender Faktor. Man
kann keine enge emotionale Bindung zu einem Kind bilden und langfristig aufrechterhalten per Skype, Handy, E-Mail oder Brief.
Wenn es mir nicht gut geht oder wenn ich
Trost brauche, würde es mir als Kind nicht
helfen, eine E-Mail zu bekommen oder zu
telefonieren, zumindest nicht in der Qualität, wie wenn jemand körperlich vor Ort
ist und mich in den Arm nehmen kann. Der
zweite wichtige Punkt ist emotional offen
zu sein und feinfühlig auf sein Kind reagieren zu können. Feinfühligkeit heißt die Signale des Kindes wahrnehmen zu können
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verhalten. Das ist oft bei Missbrauch oder
Gewalt der Fall. Die Kinder haben erfahren: Meine Schutzperson, mein eigentlich
sicherer Hafen ist gleichzeitig gefährlich
und macht mir Angst. Die desorganisierten
Kinder haben eine hohe Wahrscheinlichkeit,
später psychisch auffällig zu werden.
Wie können Mütter und Väter eine sichere Bindung zu ihren Kindern aufbauen?
Im Laufe des ersten Lebensjahrs bildet das Kind eine
Hierarchie von bindungsrelevanten Personen. Auf Platz eins
steht meistens die Mutter. (Foto: Sonja Mahr / pixelio.de)
und zeitig und angemessen darauf zu reagieren. Wenn das Bedürfnis des Kindes häufig
und über eine längere Zeit nicht angemessen und zeitnah beantwortet werden (kann),
steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind
eine eher unsichere Bindung entwickelt. Ein
Kind kann zu unterschiedlichen Bezugspersonen auch unterschiedliche Bindungen unterhalten.
Welche Arten von Bindung gibt es
denn?
KÖHLER-SARETZKI: Man unterscheidet
vier verschiedene Arten von Bindungsverhalten. Da sind zum einen sicher gebundene
Kinder: Sie protestieren, wenn sie von ihrer Bindungsperson, zum Beispiel der Mutter, getrennt werden, und zeigen ihre Freude darüber, wenn es zu einer Wiederbegegnung kommt. Die zweite Art sind sogenannte unsicher-vermeidende Kinder. Bei einer
Trennung protestieren sie nicht oder kaum,
sondern spielen weiter auch wenn die Mutter wiederkommt. Dann gibt es eine dritte Gruppe an unsicher-ambivalenten Kindern. Die Kinder können sich kaum beruhigen, wenn die Mutter weggeht, sie beruhigen sich aber auch kaum, wenn die Mutter
wiederkommt. Das Bindungssystem läuft
praktisch auf zu hohem Niveau. Diese Kinder haben in der Vergangenheit ihre Bindungspersonen häufig nicht als verlässlich
erfahren. Manchmal wurden sie getröstet,
manchmal aber auch zurückgewiesen. Und
dann gibt es noch das sogenannte desorganisierte Bindungsmuster: Diese Kinder zeigen
überhaupt kein einschätzbares Bindungs-
KÖHLER-SARETZKI: Eltern müssen eigentlich gar nicht so viel tun. Bindung geschieht von alleine. Eltern müssen einfach
körperlich präsent sein,
emotional offen, als Bindungsperson zur Verfügung stehen und feinfühlig auf das Kind reagieren. Dabei sollte man
auch auf die innere Stimme hören, auf die Intuition. Meine grundsätzliche
Empfehlung an der Stelle
ist: Mehr ist mehr. Man Dr. Thomas Köhlerkann ein Kind zwar schon Saretzki.
(Foto: privat)
überreizen und durch zuviel Aufmerksamkeit und
Kontrolle in seiner Autonomieentwicklung
hindern. Aber man kann ihm meiner Meinung nach eigentlich nicht zu viel an Bindung und Beziehung geben. Kinder setzen
in der Regel schon von sich aus die Grenze,
wenn sie nicht mehr kuscheln wollen oder
genug körperliche Nähe haben. Die Kunst
besteht dann lediglich darin, das Stop-Signal der Kinder zu beachten. Eine weitere
Empfehlung ist, mit seinen Kindern einfach
möglichst viel zu sprechen. Es geht um die
Aufmerksamkeit und die Zuwendung, weniger darum, dass die jeweiligen emotionalen Zustände des Kindes richtig interpretiert
werden. Man kann nichts falsch machen,
wenn man sich mit seinem Kind beschäftigt. Falsch wäre es nur sich mit seinem
Kind nicht zu beschäftigen, also zu distanziert zu sein.
Thomas Köhler-Saretzki:
Sichere Kinder brauchen starke Wurzeln.
Schulz-Kirchner-Verlag.
ISBN 978-3-8248-11717. 64 Seiten. 8,99 Euro.
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KLEINE KIRCHENZEITUNG
Was macht ein Weihbischof?
Schülerinnen aus Rheinbach interviewen Ansgar Puff
Was macht eigentlich ein
Weihbischof? wollte die Klasse 6c des St.-Joseph-Gymnasiums in Rheinbach wissen. Diese und weitere Fragen stellten die Schülerinnen
Weihbischof Ansgar Puff.
Wie lebt es sich mit dem Nachnamen
Puff? Ist das nicht manchmal lästig?
PUFF: Nein, es ist nicht lästig, sondern eher
lustig. Vor allem, wenn man sieht, was Gesprächspartner alles tun, um den Namen nicht
aussprechen zu müssen.
Wie wird man Weihbischof?
PUFF: Man wird vom Papst zum Weihbischof ernannt. Ich wurde ins Büro von Kardinal Meisner gebeten. Mir wurde dann zu
meiner Überraschung eröffnet, dass ich von
Papst Franziskus zum Weihbischof berufen
werde.
Wenn man Weihbischof geworden ist,
muss man dann nochmal eine besondere Schulung mitmachen, zum Beispiel eine
besondere Gesangsausbildung?
PUFF: Nein, eine besondere Gesangsausbildung erhält man nicht; man muss ja schon als
Priester einigermaßen singen können. Aber
es gibt eine sogenannte Werkwoche in Rom,
bei der man als Weihbischof in seine Aufgaben eingeführt wird.
Wie sieht ein normaler Arbeitstag eines
Weihbischofs aus?
Gruppenfoto nach dem Interview: Die Klasse 6c hat in Köln Weihbischof Ansgar Puff getroffen.
sein. Begegnungen mit Menschen liebe ich.
Interviews – so wie dieses hier –, Treffen mit
Jugendlichen bei Firmungen, das gefällt mir
schon sehr gut.
Wie groß ist der Gestaltungsspielraum
bei Ihren Aufgaben?
PUFF: Der ist sehr groß. Was ich wann tue,
kann ich weitgehend selbst entscheiden. Ich
habe sehr viel Freiraum bei der Planung meiner Termine. Diese werden entweder von
meiner Sekretärin oder von mir selbst abgesprochen.
Wie viel Einfluss haben Sie als Weihbischof im Erzistum Köln?
PUFF: Meine Aufgabe ist es, dem Erzbischof bei bestimmten Dingen zu helfen,
zum Beispiel durch Visitationen in den Gemeinden oder Firmungen. Eigentlich ist
PUFF: Bei mir ist jeder Tag anders; er beginnt
aber immer mit einem Gottesdienst. Manchmal ist ein Tag angefüllt mit Gesprächen, Terminen, Sitzungen. Dann gibt es auch Tage,
an denen Gemeindebesuche, sogenannte Visitationen, vorgesehen sind. Hier erlebt man
dann Begegnungen mit verschiedenen Gruppen in den Gemeinden, junge Christen werden gefirmt, es gibt Treffen mit Jugendlichen.
Das ist alles sehr abwechslungsreich.
Gibt es Lieblingsaufgaben, die Sie als
Weihbischof zu erfüllen haben? Gibt es
Dinge, die Sie gar nicht gerne tun?
PUFF: Sitzungen gehören nicht unbedingt
zu meinen Lieblingstätigkeiten, müssen aber
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Weihbischof
Ein Weihbischof – die
korrekte Übersetzung der
lateinischen Bezeichnung
lautet Hilfsbischof – unterstützt den Diözesanbischof bei seinen Aufgaben.
Dazu gehören zum Beispiel
die Visitation der Gemeinden und die Spendung des
Firmsakraments.
(Klasse 6c)
Weihbischof auch nicht die korrekte Bezeichnung, Hilfsbischof wäre besser. Die Entscheidungen trifft aber der Erzbischof.
Wie sieht Ihre Dienstkleidung aus?
Was trägt man als Weihbischof nach
Dienstschluss?
PUFF: Meine Dienstkleidung besteht aus einer Soutane, also einem langen Gewand, einer kleinen Kopfbedeckung und natürlich einem Kreuz, das an einer langen Kette um den
Hals getragen wird. Das Besondere an meinem Gewand, das im Alltag schwarz, beim
Gottesdienst magentafarben ist, sind die 33
Knöpfe. Jeder Knopf steht für ein Lebensjahr
Jesu. Zum Glück muss ich die Knöpfe nicht
alle einzeln schließen; es gibt da einen praktischen Reißverschluss. Nach Dienstschluss
trage ich einen einfachen schwarzen Anzug.
Was tun Sie, um bei Ihrer anstrengenden Arbeit körperlich fit zu bleiben?
PUFF: Ich achte darauf, dass ich ausreichend
schlafe, fahre mit dem Rad am Rhein entlang
und achte auf meine Ernährung. Zur Entspannung lese ich gerne, aber keine theologischen
Bücher, sondern eher Krimis. Ich versuche,
zwei bis drei Wochen im Jahr am Stück frei
zu haben und halte mich dann gerne in Dänemark in einem Kloster auf.
Gibt es Momente, in denen Sie denken
„Wäre ich doch nie Weihbischof geworden?“
PUFF: Nein! Ich bin mit meiner Arbeit sehr
zufrieden.
Ausgabe 11/14 | 14. März 2014
KLEINE KIRCHENZEITUNG
Aus aller Welt
Länder-ABC
An der St.-Anna-Schule sind Schüler aus 30 Ländern
D
as hätten wir nicht gedacht: Aus 30
Ländern kommen die etwa 1200 Schülerinnen und Schüler, die momentan
das Erzbischöfliche St.-Anna-Gymnasium in
Wuppertal besuchen. Mit diesem Thema haben wir, die Klasse 7c der St.-Anna-Schule, uns in den
letzten
Wo -
Polen sieben Schüler, in Amerika fünf Schüler und in Griechenland drei Schüler. Die
Größe der Flaggen auf der Weltkarte zeigt
an, aus welchen Ländern besonders viele
Schüler unserer Schule kommen.
Die Kinder mit Migrationshintergrund
sind gut in
den
chen beschäftigt. Wir
stellten uns Fragen wie: Aus welchen Ländern kommen die Schüler unserer Schule?
Welchen Staaten gehören die Schüler unserer Schule an? Welche Sprachen sprechen
sie?
Ein Blick in die Schulverwaltung konnte
uns hierbei weiterhelfen: Es stellte sich heraus, dass 29,9 Prozent der Schüler, also fast
ein Drittel, einen Migrationshintergrund haben. Aus der Stufe 10 sind es die meisten,
nämlich insgesamt 53 Schüler.
Die meisten Schüler unserer Schule sind
in Deutschland geboren, doch einige kamen
auch außerhalb Deutschlands zur Welt: in
(Karte: World Factbook / Klasse 7c)
Spezialitäten
Alle zwei Jahre veranstaltet die St.-AnnaSchule einen internationalen Basar mit Spezialitäten aus aller Welt. Hier
eine kleine Aufzählung
der beliebtesten Gerichte:
Argentinien: Empanada
Spanien: Crema Catalana
Afrika: Couscous
Polen: Bigos
Russland: Blini
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Schulalltag integriert, und die Kulturvielfalt bereichert sowohl den Unterricht als auch die Freizeit, da
wir somit viel über unterschiedliche Bräuche
und Kulturen erfahren.
Mit der bunten Herkunft der Schüler stellt
die St.-Anna-Schule ein Spiegelbild der Gesellschaft dar: in Deutschland leben etwa
80 Millionen Menschen, davon haben sieben Millionen einen ausländischen Pass, und
zwölf Millionen stammen aus Familien von
Einwanderern ab. In der Gesellschaft und in
der Schule, so denken wir, ist das friedliche
Miteinander Ehrensache.
KLASSE 7C, ST.-ANNA-SCHULE WUPPERTAL
Argentinien
Bosnien-Herzegowina
C
Deutschland
E
Frankreich
Griechenland
H
Irland, Italien
Japan
Kamerun, Kasachstan, Kongo, Korea, Kosovo, Kroatien
Litauen
M
Niederlande, Nigeria
Österreich
Polen, Portugal
Q
Russland
Serbien, Spanien, Syrien,
Schweiz
Türkei
Ukraine, Ungarn
Vereinigte Staaten von
Amerika
Weißrussland
X
Y
Z
(Herkunft der Eltern)
Ungarisch, Deutsch, Arabisch
Interview mit der Schülerin Salma Virág
D
ie Namen der Jugendlichen unserer
Schule reichen von Aldo und Anastasia
über Charalambos, Genesis und Giuseppe
bis hin zu Suleija, Nhi, Ombum Xavier und
Salma Virág. Mit ihr haben wir gesprochen.
Wie ist es für dich als Nichtdeutsche
an St. Anna gewesen?
SALMA VIRÁG: Es wurde in den acht Jahren kein Unterschied zwischen mir und den
anderen Schülern gemacht. Ich habe gerne von den Bräuchen meiner Eltern erzählt
und zur Freude meiner Mitschüler einiges
an ausländischen Spezialitäten mitgebracht.
Woher stammt dein Name?
SALMA VIRÁG: Der erste Vorname kommt
aus dem Arabischen und bedeutet Friedliche. Mein Vater ist Araber mit israelischem
Pass. Virág ist ungarisch und bedeutet Blume.
Welche Sprachen kannst du?
SALMA VIRÁG: Ich kann gut Ungarisch und
Deutsch und habe Grundkenntnisse im Arabischen.
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RÄTSEL
Das Lösungswort kann einen unter Umständen in Fahrt bringen.
Die Lösung zeigen wir nächste Ausgabe. Die Lösung aus Nr. 10 sehen Sie in der Rätselmitte.
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BUNTE SEITE
Der Chef zum Lehrling: „Du musst mir sofort sagen, wenn dir etwas auffällt, das geändert werden muss!“ – „Klar, Chef. Soll ich
Ihnen sofort ein sauberes Hemd besorgen?“
„Hast du jemals Frauen zum Schweigen gebracht?“ – „Nein...“ – „Aber ich. Und zwar
mit den Worten: ,Jetzt redet mal alle der Reihe nach. Die Älteste fängt an.‘“
Ehefrau: „Für dich ist ein Einschreibbrief gekommen. Auf dem Umschlag steht ,Persönlich und streng vertraulich‘.“ Mann: „Nun
sag schon. Was steht in dem Brief drin?“
Ein Mann fragt in der Apotheke nach einem
helfenden Mittel gegen Schluckauf. „Da
kenn ich ein altes Hausmittel“, sagt der Apotheker und schlägt ihm mehrmals kräftig auf
den Rücken. „Und, hat es schon geholfen?“ –
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„Na, schon was gewonnen, Hans-Herbert?“
(Cartoon: Jakoby)
„Keine Ahnung. Meine Frau sitzt draußen im
Auto, ich geh mal kurz raus und frage sie...“
„Drei Fragen: 150 Euro.“ – „Das ist aber teuer?!“ – „Ja, und wie lautet Ihre dritte Frage?“
Ein Mann fragt in einer Kanzlei nach den
Kosten für eine Rechtsberatung. Anwalt:
„Papi, gibt es wirklich ,Radarfallen‘?“ – Ja,
sicher!“ – „Und wie fängt man einen Radar?“
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BERICHT
„Schuld“ waren die Heiligen Drei Könige
Sascha Ellinghaus ist neuer Leiter der Schausteller- und Circusseelsorge in Deutschland
N
ein“, sagt Sascha Ellinghaus lachend,
„als Tester für spektakuläre Fahrgeschäfte auf der Kirmes bin ich völlig ungeeignet. Da traue ich mir eher zu, als Prüfer
für die Qualität der Imbissbuden in Erscheinung zu treten.“ Humor und die Fähigkeit,
über sich selber zu lachen, hat der 41-jährige,
kräftig gebaute Priester. Beste Voraussetzungen für die Aufgabe, einen Bereich der Seelsorge zu übernehmen, der besonders bunt
und vielfältig ist. Am Samstag wird Weihbischof Ansgar Puff Ellinghaus in sein neues
Amt einführen. Doch nicht in einer Kirche,
sondern in einem großen Zirkuszelt. Mitten
in der Manege findet die Messe in Düsseldorf statt. Es gibt wohl keinen geeigneteren
Ort für den neuen Leiter der katholischen
Circus- und Schaustellerseelsorge, seinen
Dienst zu beginnen. Die Manege, der Kirmesplatz, die Wohnwagen, das sind die Orte,
an denen der aus dem Erzbistum Paderborn
stammende Priester zukünftig bundesweit
als Seelsorger tätig sein wird. „Man muss
schon ein Faible für die Welt der Schausteller und Circusleute haben, um so eine Aufgabe zu übernehmen“, bekennt der bislang im
Dortmunder Norden eingesetzte Geistliche.
Alternative zum Schokoladenmuseum
Der Priester hat keine familiären Beziehungen zur Circus- und Volksfestwelt. „Natürlich
bin ich als Kind gerne auf der Kirmes gewesen
und habe begeistert den Tieren und Artisten in
der Manege zugeschaut.“ Dass er heute diesen
„Job“ übernehme, das sei letztlich die „Schuld“
der Heiligen Drei Könige, sagt er schmunzelnd.
Als Kaplan sei er alljährlich mit mehr als 200
Ministranten zum Aussendungsgottesdienst der
Sternsinger in den Kölner Dom gekommen.
Nach dem geistlichen Auftakt im Dom gehörte der Besuch einer weltlichen Attraktion zum
Programm des Ausflugs nach Köln. „Jedes Jahr
ins Schokoladenmuseum zu gehen wird irgendwann für Kinder auch langweilig“, dachte sich
Ellinghaus und suchte nach einer Alternative.
Diese fand er in Gelsenkirchen. Dort hat der
Circus Probst regelmäßig seinen Weihnachtszirkus aufgebaut. Er rief im Circus an, besorgte Karten und fuhr mit seinen Minis von der
Aussendungsfeier im Dom direkt wieder Richtung Heimat mit Zwischenstation im Circus
in Gelsenkirchen. „Die Kinder waren hin und
ihren Herausforderungen kennen. „Ich wechselte aus der Rolle des Zuschauers und Konsumenten in die eines Menschen, der nach
und nach Einblicke in die Welt hinter der bunten Fassade bekommt. Ich begriff im Laufe der
Zeit, was es heißt, beengt im Wohnwagen zu leben, immer umherzuziehen und in sehr engen
Familienbanden zu existieren.“ Für wie viele
Menschen Ellinghaus jetzt zuständig ist, darüber gibt es keine Zahlen. Geschätzt wird, dass
im Schaustellergewerbe zwischen 40 000 und
45 000 Menschen tätig sind. Hinzu kommen
rund 3500 Mitarbeiter in den Circussen plus der
Frauen und Männer, die in den großen Freizeitparks arbeiten.
Seelsorge im anderen Rhythmus
Sascha Ellinghaus wird am Samstag ins Amt eingeführt.
weg“, erinnert sich der Seelsorger. Aus dem ersten Besuch 1999 wurde eine Tradition und ein
persönlicher Kontakt zum Direktor des Circus
war die Folge. Und dann besuchte Anfang der
2000er-Jahre Josef Maghs den Circus Probst.
Der Priester war damals Leiter der Circus- und
Schaustellerseelsorge. Er suchte Geistliche, die
ihn neben ihrer normalen Pfarrertätigkeit in seiner Arbeit auf regionaler Ebene unterstützen
könnten. Im Gespräch erzählte Direktor Probst
von jenem Priester, der
alljährlich mit vielen
Kindern zu Besuch
komme. Dieser Mann
scheine eine Affinität
für die Welt der Circusmenschen zu haben, so
der Circuschef. Maghs
nahm Kontakt zu Ellinghaus auf, lud ihn zu
einer Tagung der Cir- Das Abzeichen der
cusseelsorger ein – und Circusseelsorge.
das Schicksal nahm seinen Lauf.
Mit 20 Prozent seiner Arbeitszeit übernahm
Ellinghaus die Circus- und Schaustellerseelsorge in Westfalen. Taufen, Hochzeiten, Beerdigungen in der Schausteller- und Circusgemeinde gehörten von nun an ebenso zu seiner
Tätigkeit wie die Feier von Gottesdiensten zu
besonderen Anlässen, wie beispielsweise der
Eröffnung von großen Volksfesten. Ellinghaus
lernte das Leben der reisenden Gemeinde mit
56 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Ellinghaus ist viel unterwegs. Der Rhythmus seiner Gemeinde ist ein anderer. Sonntags,
wenn die Kirmes brumme oder der Circus zwei
Vorstellungen gebe, sei keine Zeit für Taufen,
Hochzeiten oder Erstkommunionfeiern. „So
feiern wir zumeist mittwochs“, beschreibt der
Priester seine Seelsorgearbeit. Als Ansprechpartner der Schausteller- und Circusleute fühlt
sich der Seelsorger sehr ernst genommen. Die
Kirche genieße in dieser Welt ein hohes Ansehen. „Wir Seelsorger werden geschätzt als Begleiter für das Leben und als Hörende für die
Sorgen und Nöte der Leute.“ Weil die Menschen
„seiner Gemeinde“ sehr stark in ihrer Existenz
von äußeren Faktoren - wie der Witterung - abhängig sind, von vielen Elementen, die nicht gut
zu kalkulieren sind, stelle er eine große Offenheit für den Glauben an einen Gott als ständigen
Wegbegleiter fest. Eines ist für seine Akzeptanz
wichtig: „Ich reise nicht mit den Menschen. Ich
trete nur für kurze Zeit einer festgefügten Gruppe bei. Die Menschen vertrauen mir, weil ich
dass, was mir gesagt wird, mit vom Platz nehme. Man muss bedenken: Häuserwände sind
dicker als Caravanwände.“
Und wie erkennt man einen Zirkuspfarrer?
Das Kreuz, das er am Revers trägt, wird von
einem vor einem Zirkuszelt tanzenden Pferdchen umspielt. Rund 450 Zirkusse gibt es in
Deutschland. Sie alle liegen dem Seelsorger am
Herzen. Auch wenn er nicht bei jedem Besuch
den Klappaltar aus seinem Auto holt und in der
Manege aufbaut, eines ist für Ellinghaus Ritual: „Ich gehe immer zu den Tieren und streichle
ROBERT BOECKER
alle - die es zulassen.“
Ausgabe 11/14 | 14. März 2014
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Seele and Geist
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