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Magazin Was ist zu tun, wenn Ernie Bauchweh hat? - CLINOTEL

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www. clinotel.de
CLINOTEL
Juli 2008
Magazin
In der Brandenburger „Bärchenklinik“ erfahren Kinder, was im Krankenhaus passiert
Was ist zu tun, wenn Ernie Bauchweh hat ...?
Weitere Themen:
• Digitale Röntgenbilder per Mausklick in Essen
• Pflegende „büffeln“ zusätzlich BWL und Management
• Eröffnung des Perinatalzentrums Niederbayern in Landshut-Achdorf
• Klinikum Lünen baut Kardio-Marktführerschaft aus
• Fußballer des Zweitligisten Rot-Weiß Oberhausen testen RückenmO.bil
• Liebevoll und professionell – Pflege in Bayern
Editorial
CLINOTEL stärkt regionale Verbünde
Liebe Leser,
in der ersten Jahreshälfte sind unserem Ver-
Sie lesen in diesem Magazin im ersten Teil
bund drei neue Mitgliedskrankenhäuser bei-
über verschiedene Fachgruppensitzungen
getreten, die bereits zu einer regionalen
aus den ersten Monaten dieses Jahres. Die
Holding gehören. Die Krankenhäuser aus
Mitglieder der Fachgruppen nutzen in vielen
Emsdetten, Greven und Steinfurt sind in der
Projekten die von der CLINOTEL-Geschäfts-
Christlichen Krankenhaus-Träger GmbH (CKT)
stelle erarbeiteten Auswertungen. Ob es um
zusammengeschlossen. Eine ähnliche Kon-
Personalkennzahlen, die Kodierungsquali-
stellation gab es bisher lediglich in unseren
tät, Abrechnungsdaten oder auch die medi-
Mitgliedshäusern in Landshut und Vilsbiburg,
zinische und pflegerische Qualität geht, die
die dem Kommunalunternehmen La.KUMed
große Menge an Vergleichsdaten ermöglicht
angehören. Die verstärkte regionale Zusam-
unseren Fachgruppen die Einordnung der ei-
menarbeit bildet sich also auch vermehrt in
genen Daten und den zielgerichteten Aus-
unserem Verbund ab.
tausch zu den Ergebnissen.
Dies zeigt deutlich, dass die regionale Zu-
Der Druck auf unsere Krankenhäuser wird
sammenarbeit zwischen Krankenhäusern
auch in den nächsten Jahren nicht nachlassen
kein Ausschlusskriterium für eine Mitglied-
und weiter ein Höchstmaß an Leistungsfä-
schaft bei CLINOTEL sein muss. Im Gegenteil
higkeit abfordern. Der permanente Vergleich
– beide Aktivitäten ergänzen sich hervorra-
und Austausch mit den starken Partnern des
gend. Während im regionalen Verbund die
Verbundes soll unseren Mitgliedshäusern da-
Zusammenarbeit und Zentralisierung auf re-
bei stets den aktuellen Stand aufzeigen und
gionalem Gebiet, die Optimierung und Ab-
wertvolle Hinweise liefern. So finden wir auch
stimmung von Leistungsstrukturen und Ähn-
im zweiten Teil des Magazins wieder viele in-
liches im Vordergrund stehen, setzt CLINOTEL
teressante Beiträge aus den Mitgliedshäu-
auf die überregionalen Aspekte eines großen
sern, die den Wissenstransfer entsprechend
Verbundes.
fördern sollen.
Die Stärke des CLINOTEL-Verbundes liegt in
den Funktionen Wissenstransfer, BenchmarProf. Dr. med.
Andreas Becker
king und zentrale Dienstleistungen, bei denen
Udo Beck
es auch auf eine ausreichende Datenmenge
Mit den besten Grüßen aus Köln
ankommt. Mit den drei neuen Mitgliedshäu-
Ihre CLINOTEL-Geschäftsführung
sern verfügt CLINOTEL über das Wissen von
Prof. Dr. med. Andreas Becker
rund 300.000 stationären Behandlungen pro
Udo Beck
Jahr.
Die unterschiedlichen Aspekte zu diesen Daten werden aus den verschiedenen Perspektiven herausgearbeitet und genutzt.
2
Viel Spaß beim Lesen!
CLINOTEL-Magazin
Editorial
Offener Austausch im Verbund
Liebe Mitarbeiter,
das letzte Treffen der Geschäftsführer im Jahr
Besonders freue ich mich darüber, dass sich
Jahresbericht zur Qualitätssicherung veröf-
2007 hat in unserem Juliusspital in Würzburg
der Verbund seit einiger Zeit der Entwicklung
fentlichen, mit dem wir erneut deutlich ma-
stattgefunden. Über den kollegialen Besuch
von Kennzahlen widmet, die sich mit medizi-
chen, welchen herausragenden Stellenwert
und die Möglichkeit, unser Haus – nicht ohne
nisch-pflegerischer Qualität beschäftigen und
das Thema Qualitätssicherung für unseren
Stolz – vorzustellen, haben wir uns sehr ge-
die auf diese Weise verstärkt in den Fokus un-
Verbund und die einzelnen Mitglieder hat.
freut. Dieses „Rotationsprinzip“ schafft die
seres Krankenhausmanagements geraten.
Möglichkeit, dass wir die Krankenhäuser des
Denn schließlich ist gute Medizin unser „Pro-
Die zahlreichen Beiträge in diesem Magazin
Verbundes unmittelbar vor Ort kennenler-
dukt“. Darüber müssen wir so viel wie mög-
zu den Aktivitäten der Geschäftsstelle und
nen und die individuellen Gegebenheiten,
lich wissen. Die Qualitätskennzahlen werden
den einzelnen Mitgliedshäusern sind ein wei-
wie zum Beispiel die bauliche Situation, ein-
in enger Abstimmung mit unseren verbundin-
terer guter Beleg für die Zukunftsfähigkeit der
ordnen können. Da die von CLINOTEL erarbei-
ternen Fachleuten, den Chefärzten und Pfle-
Clinotel-Mitgliedshäuser. Für das Juliusspital
teten Kennzahlen immer unter Nennung der
gedienstleitungen unserer Mitgliedshäuser,
in Würzburg möchte ich besonders den Ab-
beteiligten Mitgliedshäuser zur Verfügung ge-
entwickelt. So können wir direkt Einfluss neh-
schluss eines weiteren Sanierungsabschnittes
stellt werden, ist die Kenntnis über das einzel-
men und sind in der Entwicklung dieser wich-
erwähnen, den wir nach Totalentkernung und
ne Krankenhaus, welches sich hinter dem je-
tigen Kennzahlen autonom.
komplettem Neuaufbau der Innenausstattung
im Mai in Betrieb nehmen konnten. Mit mo-
weiligen Wert verbirgt, ein großer Vorteil.
Wir haben von den Erfahrungen der ande-
Wir werden im Herausgabemonat dieses Ma-
dern ausgestatteten Patientenzimmern in his-
gazins (Juli 2008) den zweiten gemeinsamen
torischem Umfeld können wir den heutigen
ren Mitgliedshäuser bereits profitieren kön-
Ansprüchen ohne Einschränkung entsprechen
nen, wie zum Beispiel beim Aufbau der Struk-
und steigern damit unsere Wettbewerbsfähig-
turen der Zentralen Aufnahme, bei der wir
keit. Trotz der immensen Herausforderungen
durch die Kollegen aus Lünen tatkräftig unter-
und der sukzessive verschäften Rahmenbe-
stützt wurden. Im Gegenzug haben wir unse-
dingungen sehe ich für unsere Mitgliedshäu-
rerseits eine Reihe von Informationswünschen
ser positiv in die Zukunft, da wir eine starke
aus anderen Mitgliedshäusern erfüllt. Darüber
Gemeinschaft von Krankenhäusern mit glei-
hinaus haben wir in vielen Bereichen eine ob-
chen Zielen sind, die vom offenen Informati-
jektive Einordnung unserer Kosten- und Leis-
onsaustausch nur profitieren können.
tungsstrukturen in den verschiedenen Projekten des Verbundes im Personalbereich, dem
Herzliche Grüße aus Würzburg
Controlling, dem Medizincontrolling, der Pa-
Ihr Walter Herberth
tientenabrechnung usw. vornehmen können.
Dies sind Bewertungsmöglichkeiten, die heute wie selbstverständlich vorliegen und die in
der Zeit als „Einzelkämpfer“ vor der CLINOTELMitgliedschaft nicht vorhanden waren.
Walter Herberth
Geschäftsführer Juliusspital Würzburg
CLINOTEL-Magazin
3
Inhalt
CLINOTEL-Verbund
Koblenz bekommt „gläsernen Lüpertz“
Neues Fenster im „Stift“ ist wie ein Tor zum Himmel Seite 24
Emsdetten, Greven und Steinfurt
neu im CLINOTEL-Verbund ................................8
Zentrale Aufnahme in Lünen überzeugte
Medizincontroller ..................................................9
Aus den Mitgliedshäusern
Fachgruppe Controlling – Fachlicher Austausch ist Markenzeichen ..................................10
Die Frage „Hauptsache gesund?“
Suchttag im Klinikum Ingolstadt
Personalentwicklung als
engagiert diskutiert ...........................................13
ein voller Erfolg ....................................................21
Führungsaufgabe ................................................11
In der Brandenburger „Bärchenklinik“
Pflegende „büffeln“ zusätzlich
„Scharmützel“ mit den Krankenkassen –
erfahren Kinder, was in einem
BWL und Management ......................................22
und kein Ende .......................................................12
Krankenhaus passiert ........................................14
Neues Fenster im „Stift“ ist
Stellenanzeigen ...................................................40
Digitale Röntgenbilder per Mausklick .........16
wie ein Tor zum Himmel ...................................24
Impressum .............................................................46
Moderne Technologie für
Pflegerische Übergabe am Patientenbett ...25
CLINOTEL-Fachabteilungen und
punktgesteuerten „Schlaf“ .............................18
SKM-Seniorenhaus hat sein
Bettenverteilung .................................................47
GesundheitsAkademie im Klinikum
Angebot erweitert ..............................................26
Die CLINOTEL-Standorte ..................................48
Ingolstadt gibt Gas .............................................19
Eröffnung des Perinatalzentrums
In nur zehn Sekunden ist
Niederbayern in Landshut-Achdorf .............27
das Herz schon untersucht ...............................20
Klinikum Lünen baut Kardio-Marktführerschaft aus ...................................................28
4
CLINOTEL-Magazin
Inhalt
Aus Gründen der besseren
Lesbarkeit hat sich die Redaktion dazu entschlossen, für die
Beiträge in diesem Magazin
weitestgehend die männliche
Form zu verwenden. Sämtliche
Ausführungen gelten selbstverständlich in gleicher Weise für
unsere geschätzten Leserinnen.
RWO-Fußballer testen RückenmO.bil in Oberhausen
Super Idee für starke Rücken in den Betrieben
Seite 31
Namen & Nachrichten
„Offene Kapelle“ – eine etwas andere
Veranstaltung in Lünen ....................................35
Aus den Mitgliedshäusern
Dr. Gero Massenkeil ist neuer Chefarzt
der Inneren II in Gütersloh ...............................35
Dr. Dieter Nürnberg aus Neuruppin
Patient und Angehörige stehen
wurde zum Professor ernannt ........................36
im Mittelpunkt .....................................................30
Dr. Barbür Aydeniz erhielt Professoren-
Super Idee für starke Rücken in den
titel in Ingolstadt .................................................36
Oberhausener Betrieben .................................31
Neuer Chefarzt für Allgemein-, Viszeral-
Kälteversorgung am
und Thoraxchirurgie in Moers .......................37
Städt. Krankenhaus Pirmasens .......................32
Pfarrerin Birgit Böddeker stärkt
Echokardiographie-Diagnostik
Krankenhaus-Seelsorge in Wattenscheid ....38
in neuer Dimension ............................................33
Bettenhaus Süd in Brandenburg – ein
Moderne Zimmer mit allem Komfort ..........34
40-Container-Provisorium ...............................39
Liebevoll und professionell –
Pflege in Bayern ...................................................39
CLINOTEL-Magazin
5
Die CLINOTEL-Mitglieder
Stark im Verbund –
Die CLINOTEL-Mitglieder
Die 21 Mitgliedshäuser von CLINOTEL (Stand: Juni 2008) verfügen insgesamt über 850 Millionen Euro Budget, versorgen 300.000 stationäre Patienten, beschäftigen 17.300 Mitarbeiter,
halten rund 8.900 Planbetten vor und betreiben weitere Tochtergesellschaften bzw. halten
Beteiligungen.
St. Johannes-Hospital Arnsberg
Springufer 7 • 59755 Arnsberg • Tel.: 02932 980-0
www.joho-arnsberg.de
Marienhospital Emsdetten GmbH
Martin-Luther-Krankenhaus gGmbH
Wattenscheid
Voedestr. 79 • 44866 Bochum • Tel.: 02327 65-0
www.martin-luther-krankenhaus-bo.de
Katholische Kliniken Ruhrhalbinsel gGmbH
Marienstr. 45 • 48282 Emsdetten • Tel.: 02572 830-0
www.marienhospital-emsdetten.de
Heidbergweg 22–24 • 45257 Essen • Tel.: 0201 455-0
www.kliniken-ruhrhalbinsel.de
Maria-Josef-Hospital Greven GmbH
Klinikum Ingolstadt GmbH
Lindenstr. 29 • 48268 Greven • Tel.: 02571 502-0
www.maria-josef-hospital.de
6
CLINOTEL-Magazin
Krumenauerstr. 25 • 85049 Ingolstadt
Tel.: 0841 880-0 • www.klinikum-ingolstadt.de
Städtisches Klinikum Brandenburg GmbH
Hochstr. 29 • 14770 Brandenburg an der Havel
Tel.: 03381 411-0 • www.klinikum-brandenburg.de
Städtisches Klinikum Gütersloh
Reckenberger Str. 19 • 33332 Gütersloh
Tel.: 05241 83-00 • www.klinikum-guetersloh.de
Hospital zum Heiligen Geist Kempen
Von-Broichhausen-Allee 1 • 47906 Kempen
Tel.: 02152 142-0 • www.krankenhaus-kempen.de
Die CLINOTEL-Mitglieder
Stiftungsklinikum Mittelrhein GmbH
Krankenhaus Landshut-Achdorf
Klinikum St.-Marien-Hospital Lünen
Johannes-Müller-Str. 7 • 56068 Koblenz
Tel.: 0261 137-0 • www.stiftungsklinikum.de
Achdorfer Weg 3 • 84036 Landshut
Tel.: 0871 404-0 • www.kh-landshut-achdorf.de
Altstadtstr. 23 • 44534 Lünen
Tel.: 02306 77-0 • www.smh-online.de
St. Clemens Hospitale Sterkrade gGmbH
Krankenhaus • Altenzentrum • Sozialstation
St. Josef Krankenhaus GmbH Moers
Ruppiner Kliniken GmbH
St. Clemens Hospitale Sterkrade GmbH
Asbergstr. 4 • 47441 Moers
Tel.: 02841 107-0 • www.st-josef-moers.de
Fehrbelliner Str. 38 • 16816 Neuruppin
Tel.: 03391 39-0 • www.ruppiner-kliniken.de
Wilhelmstr. 34 • 46145 Oberhausen
Tel.: 0208 695-0 • www.clemenshospitale.de
Städt. Krankenhaus Pirmasens gGmbH
Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus
Speyer gGmbH
Klinikum Starnberg
Pettenkoferstr. 22 • 66955 Pirmasens
Tel.: 06331 714-0 • www.kh-pirmasens.de
Hildegardstr. 26 • 67346 Speyer
Tel.: 06232 22-0 • www.diakonissen.de
Oßwaldstr. 1 • 82319 Starnberg
Tel.: 08151 18-0 • www.klinikum-starnberg.de
Marienhospital Steinfurt gGmbH
Kreiskrankenhaus Vilsbiburg
Juliusspital Würzburg
Mauritiusstr. 5 • 48565 Steinfurt
Tel.: 02552 79-0 • www.marienhospital-steinfurt.de
Krankenhausstr. 2 • 84137 Vilsbiburg
Tel.: 08741 60-0 • www.kkh-vilsbiburg.de
Juliuspromenade 19 • 97070 Würzburg
Tel.: 0931 393-0 • www.juliusspital.de
CLINOTEL-Magazin
7
CLINOTEL-Projekte und Fachgruppen
Drei neue Mitgliedshäuser aus Nordrhein-Westfalen
Herzlich willkommen – Emsdetten, Greven und
Steinfurt neu im CLINOTEL-Verbund
Drei Krankenhäuser der Christlichen Krankenhaus-Träger GmbH (CKT) aus Emsdetten, Greven und Steinfurt sind neue CLINOTEL-Mitglieder.
Zum 01.04.2008 sind die drei Krankenhäuser aus dem Kreis Steinfurt, das Marienhospital Emsdetten, das Maria-Josef-Hospital Greven und das Marienhospital Steinfurt, dem
Die Geschäftsführer der CKT
CLINOTEL-Krankenhausverbund beigetreten.
GmbH und aller drei Einrich-
Mit insgesamt 739 Planbetten versorgen die
tungen: Ulrich Scheer (Kaufm.
drei Krankenhäuser rund 22.000 stationäre Pa-
GF, rechts) und Dr. med. An-
tienten pro Jahr. Unter dem Dach der Christli-
dreas Eichenauer (Med. GF,
chen Krankenhaus-Träger Gesellschaft (CKT
links).
GmbH) haben sich die drei Krankenhäuser aus
dem Kreis Steinfurt und weitere Gesundheitseinrichtungen zusammengefunden. Dieser
Verbund war seinerzeit der erste dieser Art in
Nordrhein-Westfalen und hat zu einer nachhaltigen Sicherung der angeschlossenen Krankenhäuser beigetragen.
Wie alle Mitglieder wurden auch die CKT-Krankenhäuser aus Steinfurt, Emsdetten und Gre-
Marienhospital Emsdetten
ven vor der Aufnahme in den Verbund umfas-
GmbH
send überprüft, denn aufgenommen werden
bekanntermaßen nur gut aufgestellte und innovative Krankenhäuser, von deren Wissen
auch die anderen Mitglieder profitieren können. Mit den guten Ergebnissen bei der externen Qualitätssicherung, den betriebswirtschaftlichen Eckdaten sowie der guten
Aufstellung innerhalb der Region wurden die
Aufnahmekriterien des Verbundes voll erfüllt.
Maria-Josef-Hospital Greven
In dem Beitritt zum CLINOTEL-Krankenhaus-
GmbH
verbund sehen die beiden Geschäftsführer
Ulrich Scheer und Dr. Andreas Eichenauer einen weiteren wichtigen Schritt zum Ausbau
der Wettbewerbsfähigkeit ihrer Einrichtungen. Insbesondere bietet CLINOTEL durch seine Möglichkeiten des Vergleichs und des Wissenstransfers mit anderen gut aufgestellten
Krankenhäusern einige Vorteile. Die Bereitschaft, eigene Stärken zum Nutzen der anderen Mitglieder einzubringen, ist bei den neuen
Marienhospital Steinfurt
Mitgliedern vorhanden.
GmbH
8
CLINOTEL-Magazin
CLINOTEL-Projekte und Fachgruppen
Die Fachgruppe Klinisches Controlling bei der Besichtigung der Zentralen Aufnahme.
18. Treffen der Fachgruppe Klinisches Controlling in Lünen
Zentrale Aufnahme überzeugte die Medizincontroller
Die Fachgruppe Klinisches Controlling hat
schließende Diskussion zeigte den Fachgrup-
penmitglied und die Ärztliche Leitung der
sich am 24. und 25.04.2008 zum 18. Mal
penmitgliedern auf, mit welchen verschiede-
Zentralen Aufnahme in Lünen zur Beantwor-
seit ihrer Gründung getroffen. Das Treffen
nen EDV-Anwendungen bzw. EDV-Lösungen
tung von Fragen zur Verfügung.
fand auf Einladung von Ina Broß im Klini-
in den Mitgliedshäusern gearbeitet wird. Sie
kum St.-Marien-Hospital in Lünen statt.
verdeutlichte aber auch den teilweise erheb-
Neue Versorgungsformen in den Häusern
lichen Verwaltungsaufwand vom Eingang
des CLINOTEL-Krankenhausverbundes
Erstmalig konnten auch die Fachgruppenmit-
der Prüfanfrage bis hin zur Überwachung des
Themenschwerpunkt des zweiten Sitzungsta-
glieder Heidi Helfrich und Andreas Gritsch aus
Ergebnisses der Kassen- bzw. MDK-Anfrage.
ges war die Vorstellung verschiedener, in den
dem neuen Mitgliedshaus Pirmasens in der
Mitgliedshäusern angebotener, neuer Versor-
Runde der Medizincontroller begrüßt wer-
Tägliche Datenauswertung durch
gungsformen. Hier berichtete Annette Brü-
den.
CLINOTEL-Geschäftsstelle
ning aus dem Mitgliedshaus Arnsberg zum
Im Rahmen der freien Tagesordnung wurden
Thema MVZ. Cora Brähler gab einen Über-
die Themen „Umgang mit Fallzusammenfüh-
blick über die Integrierte Versorgung für den
MDK-Anfragen
rungen wegen Komplikationen“, „Umgang
Bereich Palliativmedizin im Juliusspital Würz-
Im Verlauf der zweitägigen Sitzung erfolgte
mit der MDK-Aufwandspauschale“, „Aktuelle
burg. Renate Schäfer aus dem Städtischen Kli-
neben dem kollegialen Austausch über The-
Erfahrungen zum ambulanten Potenzial“ und
nikum Brandenburg gab erste Erfahrungen
men, die in den Mitgliedshäusern zurzeit den
„Die Anwendung der täglichen Datenauswer-
mit den neu eingeführten ambulanten Leis-
Alltag bestimmen, ein intensiver Austausch
tung von CLINOTEL“ erörtert.
tungen im Krankenhaus nach § 116 SGB V an
Erheblicher
Verwaltungsaufwand
bei
zum Thema Anfragen des MDK (Medizini-
die Fachgruppe weiter. Und Dr. Bernhard Kü-
scher Dienst der Krankenkassen) und zur ak-
Konzept der Zentralen Aufnahme im
bel erläuterte das Konzept zur Zusammenar-
tuellen Entwicklung von neuen Versorgungs-
Klinikum St.-Marien-Hospital Lünen
beit mit den niedergelassenen Kardiologen
formen in den CLINOTEL-Mitgliedshäusern.
Am zweiten Tag erhielten die Fachgruppen-
im St. Josef Krankenhaus Moers.
Am ersten Tag des Treffens stellte Dr. Carolin
mitglieder die Chance, sich eigenständig vom
Schriever das aktuell im Krankenhaus Lands-
Konzept und den Räumlichkeiten der neuen
hut-Achdorf und im Kreiskrankenhaus Vilsbi-
Zentralen Aufnahme in Lünen zu überzeu-
Die nächste Sitzung findet gemeinsam mit der
burg eingesetzte Programm zur Verwaltung
gen. Dabei stand den Medizincontrollern mit
Fachgruppe Controlling am 16. und 17.10.2008
der Kassen- und MDK-Anfragen vor. Die an-
Barbara von Donat ein ehemaliges Fachgrup-
in Köln statt.
CLINOTEL-Magazin
9
CLINOTEL-Projekte und Fachgruppen
20. Treffen der Fachgruppe Controlling am 11.04.2008 in Essen
Fachlicher Austausch ist Markenzeichen der Gruppe
Zum 20. Mal traf sich die CLINOTEL-Fachgruppe Controlling zum Expertenaustausch. Am 04.05.2000 wurde die erste Sitzung mit fünf Teilnehmern durchgeführt.
Sie befasste sich damals schwerpunktmäßig mit dem CLINOTEL-Projekt „DRGs und
Krankenhausvergleich“ sowie mit dem ersten Erhebungsbogen zu Kostensätzen, dem
Vorläufer des heutigen Projekts der DRGNachkalkulation.
Zu allen nachfolgend geplanten Sitzungen
meldeten sich immer Teilnehmer aus fast allen Mitgliedshäusern an. Mit Fug und Recht
kann man also behaupten, dass es den Controllern im CLINOTEL-Krankenhausverbund
Teilnehmer des 20. Fachgruppen-Treffens Controlling am 11.04.2008 in Essen.
ein wichtiges Anliegen ist, zum Expertenaustausch zusammenzukommen und voneinan-
ergebnisse 2008 berichten, was die anderen
ten im Vergleich zu Planzahlen oder Bestwer-
der zu lernen, denn so viele Treffen hat bisher
Zuhörer mit Interesse verfolgten. Zur Vorbe-
ten aus dem CLINOTEL-Verbund.
keine andere Fachgruppe organisiert. Die CLI-
reitung auf das Budgetjahr 2009 findet am 16.
NOTEL-Geschäftsstelle gratuliert.
und 17.10.2008 das zweite Jahrestreffen statt;
Erlöszuordnung von DRGs bei internen
es wird gemeinsam mit der Fachgruppe Kli-
Verlegungen
Wettbewerbssituation in Essen
nisches Controlling veranstaltet und schwer-
In Ergänzung zu diesem Tagesordnungspunkt
Gastgeber des eintägigen Treffens in diesem
punktmäßig den bis dahin bekannten neuen
erläuterte Herr Münch in einem Vortrag die
Jahr war das Mitgliedshaus in Essen. Martin
Rahmenbedingungen nach der Konvergenz-
hausinterne Diskussion der Erlöszuordnung zu
Blasig, Geschäftsführer der Katholische Klini-
phase sowie dem Verhandlungstraining ge-
einzelnen Fachabteilungen, wenn DRG-Fälle
ken Ruhrhalbinsel gGmbH, begrüßte die Con-
widmet sein.
intern verlegt werden. Lösungsansätze aus der
troller herzlich und erläuterte die besondere
Literatur und den teilnehmenden Mitglieds-
Position des Hauses mit den beiden Standor-
Vorstellung der Management Summary
häusern wurden als Hilfestellung für hausin-
ten Essen-Kupferdreh und Hattingen-Nieder-
aus Landshut/Vilsbiburg
terne Lösungen diskutiert. Ein weiterer Erfah-
wenigern im Essener Wettbewerb. Wolfgang
Am Nachmittag beschäftigten sich die Cont-
rungsaustausch fand zu Kooperationsformen
E. Siewert, Technischer Direktor, führte die
roller mit diversen aktuellen Fragestellungen
mit Niedergelassenen sowie zur Kosten-Erlös-
Besucher dann durch das Krankenhaus und
an das Krankenhauscontrolling: Zum einen
Betrachtung von Systemen der Vakuumversie-
ließ sie auch die besonders schön gestalteten
fasste Thomas Waitl, Leiter Betriebswirtschaft
gelung statt.
Wahlleistungszimmer bestaunen.
in Landshut/Vilsbiburg, die in den letzten
Treffen diskutierten Ansätze zur Leistungs-, Er-
Fachlicher Austausch untereinander wurde
Verhandlungstraining im Oktober
lös- und Kostensteuerung zusammen, indem
zum Markenzeichen der Gruppe
Im Anschluss an die Vorstellung des neuen
er die aktuell konzipierte Management Sum-
Anfragenden Kollegen Vergleichszahlen zur
Mitgliedshauses in Pirmasens, aus dem Mar-
mary des Hauses, die als Grundlage für Quar-
Verfügung zu stellen, über eigene Lösungen
kus Berger erstmals teilnahm, berichteten die
talsgespräche mit den Klinikleitern dient, vor-
in speziellen Fragestellungen zu informieren,
Sitzungsteilnehmer von den Neuigkeiten aus
stellte.
EDV-Tools vorzuführen oder auch Dokumente
ihren Häusern. Bei vielen steht der Jahresab-
In die Berichte gehen sowohl Kennzahlen hin-
(z. B. Musteranträge oder Verträge) auszutau-
schluss sowie die Vorbereitung auf die Ent-
sichtlich des Deckungsbeitrags einer Klinik
schen gehört seit 20 Treffen in acht Jahren zum
geltverhandlungen aktuell im Vordergrund.
als auch Daten der Kodierungsqualität und
selbstverständlichen Umgang in der Fachgrup-
Andreas Münch, Controller im Mitgliedshaus
weiterer wichtiger Prozesse (z. B. Dauer des
pe Controlling und wurde auch dieses Mal viel-
Ingolstadt, konnte schon über Verhandlungs-
Fallabschlusses) ein. Berichtet werden Ist-Da-
fach zwischen den Teilnehmern vereinbart.
10
CLINOTEL-Magazin
CLINOTEL-Projekte und Fachgruppen
Personalleitertreffen am 13. und 14.03.2008 im Mitgliedshaus Kempen
Personalentwicklung als Führungsaufgabe
Für das 16. Treffen der Personalleiter im
wurde von den Fachgruppen-
CLINOTEL-Krankenhausverbund konnte
mitgliedern auf mögliches Wei-
als Referent der Dipl.-Psychologe Christian
terentwicklungspotenzial,
Oberberg zum Thema Personalentwicklung
zum Beispiel eine noch diffe-
als Führungsaufgabe gewonnen werden.
renziertere Darstellung einzel-
Anhand von Praxisfällen wurden Grundla-
ner Werte, durchleuchtet. Die
wie
gen der Personalentwicklung, Vorausset-
durch die Personalkennzahlen
zungen bei Führungskräften und mögliche
dargestellten Personalbereiche
Umsetzungskonzepte vorgestellt und dis-
Ärztlicher Dienst, Pflegedienst
kutiert.
Normalstation, Pflegedienst Intensivstation, Medizinisch-Tech-
Gemeinsam wurde der Stand der Umsetzung
nischer Dienst, Funktionsdienst
von Ziel- und Fördergesprächen als eine Maß-
und Basisbereich wurden durch
nahme der Personalentwicklung in den Mit-
die Fachgruppenmitglieder als
Referent Dipl.-Psychologe Christian Oberberg beim Vortrag Personal-
gliedshäusern erörtert.
vollumfänglich beschrieben.
entwicklung als Führungsaufgabe.
Gastgeber des ersten Treffens im Jahr 2008
Auch die abgebildeten Para-
war das Mitgliedshaus in Kempen. Friedhelm
meter zum wirtschaftlichen Personaleinsatz,
und zur Qualifikation der eingesetzten Mitar-
Sicking, Verwaltungsdirektor des Hospitals
zur Fluktuation und zu Gehaltsstrukturen im
beiter wurden dabei direkt vor Ort zwischen
zum Heiligen Geist Kempen, begrüßte die
Krankenhaus- und Abteilungsvergleich erfül-
den Fachgruppenmitgliedern und den Ver-
Personalleiter und gab ihnen einen Überblick
len momentan vollständig die Anforderun-
antwortlichen diskutiert.
über die Leistungsstruktur des Hauses und
gen der Fachgruppenmitglieder.
Die nächste Fachgruppensitzung wurde für
die geplanten Entwicklungen.
Im weiteren Verlauf der zweitägigen Sitzung
Am zweiten Tag stellte Chefarzt Dr. Peter
den 23. und 24.10.2008 vereinbart und wird in
wurden ausführlich die Personalkennzah-
Wildmeister den Fachgruppenmitgliedern
unserem Mitgliedshaus in Brandenburg statt-
len mit den Experten der Fachgruppe Perso-
das Konzept und die Räumlichkeiten der Ab-
finden.
nalmanagement besprochen. Die bereits seit
teilung für fachübergreifende Frührehabilita-
Für das Treffen wurden bereits die Themen-
dem Jahr 2001 jährlich durchgeführte syste-
tion des Hospitals zum Heiligen Geist vor. Fra-
schwerpunkte TV-Ärzte und Personalcontrol-
matische Erhebung der Personalkennzahlen
gestellungen zum Konzept, zu Stellenplänen
linginstrumente vereinbart.
Die Mitglieder der Fachgruppe Personalmanagement
am 13. und 14.03.2008 in Kempen.
CLINOTEL-Magazin
11
CLINOTEL-Projekte und Fachgruppen
12. Treffen der Fachgruppe Patientenabrechnung in Oberhausen
„Scharmützel“ mit den Krankenkassen – und kein Ende ...
Die Fachgruppe Patientenabrechnung tag-
Ein Fachvortrag wurde von Stephanie Dörfler
chiatrische Einrichtungen erwarten jetzt die
te am 06.03.2008 im St. Clemens Hospita-
von der Firma Medipa gehalten. Sie referier-
Ablehnung von Kostenübernahmen, bei de-
le Sterkrade. Der Geschäftsführer des Hau-
te über die Änderungen des Abrechnungs-
nen eine Krankenhausbehandlung zwar nicht
ses, Peter Tischmann, begrüßte die Gruppe
werkes EBM 2008, die insbesondere bei der
mehr notwendig ist, der Patient aber auch
und stellte das Ergebnis aller Abrechnungs-
Abrechnung von ambulanten Notfällen und
nicht einfach entlassen werden kann. Der Er-
prüfungen 2007 durch Krankenkassen und
ambulanten Operationen zu berücksichtigen
fahrungsaustausch zu diesem Thema wird si-
MDK vor.
sind. Besonderes Augenmerk legte sie auf die
cherlich fortgeführt.
Abrechnungsmöglichkeiten und -voraussetStolz konnte er vermelden, dass alle stritti-
zungen von Leistungen der physikalischen
Alltägliche „Scharmützel“ mit den
gen Fälle aus 2007 zu Beginn des Monats März
Therapie bei Wahlleistungspatienten.
Krankenkassen in Abrechnungsfragen
Einen weiteren umfangreichen Erfahrungs-
2008 entschieden waren, sodass die Jahresstatistik und der Jahresabschluss mit sich nicht
Krankenkassen müssen einen stationären
austausch führte die Gruppe zum Thema An-
mehr verändernden Werten erstellt werden
Aufenthalt nicht zahlen, wenn ambulante
forderung der Aufwandspauschale des Medi-
können. Die Erlösausgleichsberechnung für
Therapie ausreicht
zinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK)
die Budgetverhandlung im April kann dadurch
Der Nachmittag war zunächst von der Dis-
durch. Einige Fachgruppenmitglieder forder-
mit gültigem Wirtschaftsprüfertestat abschlie-
kussion des Beschlusses des Großen Senats
ten die Krankenkassen bereits mit einem CLI-
ßend vorgelegt und vereinbart werden.
geprägt, der besagt, dass Krankenkassen ei-
NOTEL-Musterschreiben auf, 100,- Euro pro
nem Versicherten nur vollstationäre Kranken-
Prüffall zu zahlen, weil seit mehr als sechs Mo-
Besichtigung des Reha-Zentrums
hausbehandlung gewähren müssen, wenn
naten nach Prüfbeginn kein Prüfergebnis mit-
Das gastgebende Haus ließ es sich auch nicht
dies nach medizinischen Erfordernissen not-
geteilt wurde. Es wurden unterschiedliche
nehmen, den interessierten Besuchern das
wendig ist. Reicht nach den Krankheitsbefun-
Reaktionen festgestellt, die von Zahlungs-
Reha-Zentrum in direkter Nachbarschaft zum
den eine ambulante Therapie aus, so hat die
verweigerung wegen Verletzung der Sorg-
Krankenhaus zu zeigen. Michael Stanislowski,
Krankenkasse die Kosten eines Krankenhaus-
faltspflicht des Krankenhauses bei der Do-
Geschäftsführer des Reha-Zentrums Oberhau-
aufenthaltes nicht zu tragen, auch wenn eine
kumentation einzelner Diagnosen über die
sen, führte durch die Räume und erläuterte die
geeignete Anschlusstherapie zurzeit nicht or-
Mitteilung der Krankenkasse, dass man sich
Programme des medizinischen Trainings.
ganisiert werden kann. Insbesondere psy-
die Prüfzeit nicht diktieren lasse, bis hin zur
anstandslosen Begleichung der 100-EuroRechnung reichten. Auch dieses Thema wird
wohl im nächsten Treffen der Fachgruppe Patientenabrechnung Ende August in Würzburg
fortgeführt werden.
Schließlich holten sich die Sitzungsteilnehmer
bei ihren Kolleginnen und Kollegen Tipps,
welche Handlungsalternativen bei den vielen
kleinen alltäglichen „Scharmützeln“ mit Krankenkassen bestehen, beispielsweise bei der
Auslegung von Abrechnungsregeln zu Wiederaufnahmen und Rückverlegungen, bei der
Anforderung von Unterlagen zur Rechnungsprüfung aus Altjahren oder bei der Nennung
des Prüfanlasses durch den MDK.
Teilnehmer des Fachgruppen-Treffens Patientenabrechnung beim Rundgang durch das Reha-Zentrum
Oberhausen.
12
CLINOTEL-Magazin
Aus den Mitgliedshäusern
Podiumsveranstaltung im Klinikum St.-Marien-Hospital Lünen
Die Frage „Hauptsache gesund?“ engagiert diskutiert
Lünen • Erstmals fand in der Mitarbeiter-Ca-
rald Günther sowie von Linda Marconi, Pfle-
feteria des Lüner Klinikums am 09.04.2008
geexpertin für die familiale Pflege.
eine Podiumsveranstaltung unter dem Motto „Hauptsache gesund? – Anfrage an ein
„Wir müssen uns schützen vor den Anforderun-
Gesundheitsideal“ statt. Die Initiative der
gen und Werten einer Leistungsgesellschaft, die
katholischen und der evangelischen Kirche
Kranke diskriminiert“, warnte Frau Dr. Iris Adelt,
hatte sich in diesem Jahr im Rahmen der
Oberärztin für Neurologie, Psychiatrie und Psy-
„Woche für das Leben“ das wachsende Ge-
chotherapie. Und Dr. Harald Günther, Chefarzt
sundheitsbewusstsein der Bürger zum The-
der Geriatrischen Klinik, stellte fest: „Die älteren
ma gewählt.
Menschen haben es schwer, sehr schwer.“
Unter der Moderation von Pastorin Thea Kress,
Schlaganfall-Patient berichtete
Klinikseelsorgerin, und Jürgen Kappel von
Natürlich berichteten auch die Gäste der Veran-
der Zeitung „Kirche und Leben“ hatten sich
staltung über eigene Erfahrungen mit Krankheit
(v. l. n. r.) Chefarzt Dr. Harald Günther, Medizincontrol-
über 100 interessierte Gäste eingefunden, um
und Leid. Als Betroffener, der einen Schlagan-
lerin Ina Broß, Krankenhausseelsorgerin Thea Kress.
über das Thema Gesundheit zu diskutieren.
fall erlitten hatte, regte Klaus F. in seiner Schil-
Krankenhausseelsorger Dr. Hermann Opgen-
derung über seine Krankheit zum Nachdenken
Rhein definierte zu Beginn der Diskussion mit
an: „Es ist wichtig, wenn einem etwas passiert,
seinem Vortrag „Krank sein können als eine
es zu akzeptieren. Keinen Zeitdruck zu haben,
Art Lebenskunst“ den Umgang mit den vor-
denn Zeit ist Geld“, fügte er ergänzend hinzu.
handenen Grenzen und Handicaps des Men-
Mit dieser Problematik muss sich Ina Broß, Ärz-
schen.
tin für Chirurgie und Unfallchirurgie, in ihrer Tätigkeit als Medizincontrollerin täglich ausein-
Denkanstoß: Hauptsache gesund?
andersetzen. Sie stand ebenfalls für Fragen zur
Dann kamen die „Gesundheitsprofis“ der Kli-
Verfügung.
nik zu Wort. Die Besucher erhielten in der Gesprächsrunde Denkanstöße über den unre-
Folgendes Fazit zogen die Veranstalter: Die Ge-
alistischen Anspruch: „Hauptsache gesund“
sprächsrunde stieß auf großes Interesse und
von den Ärzten Dr. Iris Adelt, Ina Broß, Dr. Ha-
war ein voller Erfolg.
Auch die Gäste der Gesprächsrunde kamen zu Wort.
CLINOTEL-Jahresbericht zur Qualitätssicherung
Mitte Juli 2008 wird der zweite CLINOTEL-Jahresbericht zur Qualitätssicherung
veröffentlicht. Der Bericht beschreibt umfassend die Aktivitäten der Mitgliedshäuser und der CLINOTEL-Geschäftsstelle zu Qualitätssicherungsprojekten des
Jahres 2007. Weiterhin werden eine Reihe von Kennzahlen und Leistungsdaten des
Verbundes veröffentlicht.
Der CLINOTEL-Jahresbericht zur Qualitätssicherung steht allen Interessierten ab
Mitte Juli 2008 auf der CLINOTEL-Homepage zur Verfügung, auch als PDF zum
Download unter
www.clinotel.de
CLINOTEL-Magazin
13
Aus den Mitgliedshäusern
In der „Bärchenklinik” erfahren Kinder, was in einem Krankenhaus passiert
Was ist zu tun, wenn Ernie Bauchweh hat ...?
Brandenburg • Tim ist fünf Jahre alt und in
Das sechste Mal kurierte er in der Kinder-
ne Lieblingspuppe dem Untersuchungsteam
der Kinderklinik des Brandenburger Klini-
klinik eine Lungenentzündung aus. Er weiß
der „Bärchenklinik” vorstellen und hofft, dass
kums kein Unbekannter mehr. Sechs Mal
also, wie der Hase hier läuft. Doch heute geht
seinem Ernie hier geholfen werden kann.
musste der Steppke bereits stationär aufge-
es nicht um ihn. „Ernie hat dolles Bauchweh
nommen werden. Allein seine Ohren wurden
beim Kackern”, erklärt Tim den Grund für sei-
„Mensch, dich kennen wir doch aus dem Fern-
fünf Mal operiert.
nen erneuten Besuch im Klinikum. Er will sei-
sehen”, begrüßen die Kinderkrankenschwesterschülerinnen Claudia Geisler und Stephanie Schulze vom Untersuchungsteam der
„Bärchenklinik“ Patient Ernie. Doch der ist
heute auffällig still und überhaupt nicht so
vorlaut wie sonst in der Sesamstraße. Eingehend wird Ernie untersucht. Tim darf ihn sogar selbst mit dem Stethoskop abhören. Offenbar ist das Ergebnis nicht eindeutig. „Ich
muss auch am Rücken gucken”, entscheidet
Tim und dreht Ernie energisch um.
Kinder dürfen ihre Lieblingspuppe oder
ein Kuscheltier mitbringen
Sie habe durch Mundpropaganda von der
„Bärchenklinik“ erfahren, erzählt Tims Mutter Britta Koschewitsch, die die siebenköpfige Kindergruppe der Pritzerber Kita „Sonnenschein” bei ihrem Besuch der Kinderklinik
begleitet. Was sie da hörte, klang so begeisternd, dass die Arzthelferin ihren Kontakt
zu einer Krankenschwester im Klinikum auffrischte, um Genaueres zu erfahren. Die „Bärchenklinik” wolle dazu beitragen, dass Kinder
spielerisch lernen, auf wie viele unterschiedliche Arten der Arzt ein Kind untersuchen
kann, wurde ihr berichtet. Und damit die Kinder sich überhaupt in die Kinderklinik trauen,
dürfen sie ihre Lieblingspuppe oder ein Kuscheltier mitbringen, um es in der „Bärchenklinik“ eingehend untersuchen und behandeln zu lassen.
Britta Koschewitsch wusste aus eigener Erfahrung mit ihrem Sohn, wie wichtig es für ein
krankes Kind ist, sich weitgehend angstfrei
Wenn Ernie Bauchweh hat, wird er eingehend untersucht. Klar, dass dabei ein Stethoskop wertvolle Dienste
leisten kann.
14
CLINOTEL-Magazin
Aus den Mitgliedshäusern
vom Arzt oder im Krankenhaus behandeln zu
wäre weitaus größer gewesen, so die Ober-
mithilfe von Infrarot-Sensoren die entsprechenden Werte angezeigt werden.
lassen. Und so schlug sie der Kita „Sonnen-
schwester, doch leider konnten aus Zeit-
schein“ vor, sich um einen Besuchstermin in
gründen keine weiteren Besuchstermine an-
der „Bärchenklinik“ zu bewerben – mit Erfolg.
geboten werden. Nun werde es sogar eine
Als OP-Schwester Vivien zur Schere greift und
Und nun sind die Kinder da mit ihren Pup-
längere Zwangspause geben, denn der der-
sich an Hoppels Bauch zu schaffen macht, ist
pen und Plüschtieren, denen es ganz und gar
zeitige Jahrgang der Kinderkrankenschwes-
Robert höchst beunruhigt. „Das ist doch nicht
nicht gut geht.
terschülerinnen schließt in Kürze die Ausbil-
echt?”, fragt er skeptisch, denn sonst ginge ja
dung ab. Der neue Jahrgang beginnt erst im
der Plüschhase kaputt und seine Oma müss-
Wenn Kinder wissen, was beim Arzt
kommenden Jahr mit seiner Ausbildung, be-
te ihn wieder zusammennähen, begründet
passiert, verlieren sie die Angst davor
dauert die Oberschwester.
er seine Befürchtungen. Doch die Operation
Tut Röntgen weh? Und was passiert bei einer
verläuft völlig unblutig. Hoppel bekommt ei-
Operation? Marion Häusler, seit 1995 Ober-
Nach erstem Zögern spielen die Kinder
nen ordentlichen Verband um den Bauch und
schwester an der Kinderklinik, kennt die Ängs-
Untersuchungssituationen nach
alles ist überstanden.
te der kleinen Patienten und hatte die Idee
„Ich möchte mit Ernie das Gleiche machen wie
zur „Bärchenklinik“. Ihre Überlegung: Wenn
Robert”, erklärt Tim energisch. Sein Spielka-
Nun steht also dem armen Ernie die gleiche
Kinder wissen, was beim Arzt oder in der Kin-
merad Robert sah ausgesprochen zünftig aus,
Prozedur bevor, denn Blinddarmentzündung
derklinik passiert, dann haben sie im Ernstfall
als er mit grünem OP-Kittel und Mundschutz
lautet seine Diagnose. Begeistert schlüpft Tim
vielleicht nicht mehr so viel Angst vor den Un-
seinen Plüschhasen Hoppel zur OP begleiten
in den OP-Kittel und freut sich, dass dieses
tersuchungen. Kinderkrankenschwesterschü-
durfte. Bevor Hoppel eine Narkose erhielt, be-
Mal Ernie und nicht er selbst auf der OP-Bah-
lerin Vivien Drese entwickelte das Konzept.
kam er einen sterilen OP-Kittel angezogen
re liegt. Trotzdem beruhigt es ihn, dass seine
Die „Bärchenklinik“ wird von den Kinderkran-
und wurde an den Pulsoxymeter angeschlos-
Mama mit in den OP kommt.
kenschwesterschülerinnen betrieben. Sie er-
sen. Der misst regelmäßig den Sauerstoffge-
klären den Kindern, wie eine Untersuchung
halt in seinem Blut, Atem- und Pulsfrequenz
Auch nach der Behandlung mussten sich
abläuft, welche Instrumente eingesetzt wer-
sowie andere Vitalwerte.
die Kinder um ihre Kuscheltiere kümmern
den und warum. Nachdem die Diagnose bei
„Ich bin total begeistert”, sagt Tims Mutti, als
Teddy und Co. feststeht, wird den Kindern die
Das tue überhaupt nicht weh, hat OP-Schwes-
nach gut zwei Stunden alle Kuscheltiere ver-
Behandlung, die ihren Puppen und Kuschel-
ter Viven Drese Robert erklärt, denn man
arztet sind. Die „Bärchenklinik“ sei eine ganz
tieren verordnet wird, eingehend erklärt.
müsse dafür nur einen Finger in eine Klammer
tolle Sache, bestätigt Birgit Danker, Erziehe-
stecken. Robert traut sich zunächst nicht, das
rin in der Kita „Sonnenschein“. Selbst äußerst
In den vergangenen Jahren hatte die „Bär-
selbst auszuprobieren. Aber schließlich tut er
ängstliche Kinder hätten ganz mutig mitge-
chenklinik“ acht Mal geöffnet. Die Nachfrage
es doch und kann auf dem Monitor sehen, wie
macht. Das hätte sie nicht erwartet. Der Ablauf sei auch sehr schön organisiert gewesen,
urteilt die Fachfrau. Besonders habe ihr gefallen, dass sich die Kinder nach der Behandlung um ihre Kuscheltiere kümmern mussten,
während diese in echten Babybetten Bettruhe hielten. Auch die Spielmöglichkeiten im
Wartezimmer hätten ihr gut gefallen.
Dann wartet der Hubschrauber
Zum Schluss hat das Klinikum noch eine Überraschung für die Kinder parat. Sie dürfen sich
den Rettungshubschrauber ansehen. Da ist
Eile geboten. Schnell verschwinden die Kuscheltiere in Taschen und Rucksäcken und die
Kinder in Mänteln und Jacken. Und dann machen sich alle erwartungsfroh auf den Weg
zum Hubschrauberlandeplatz.
Der Plüschhase Hoppel hat es bald schon hinter sich: die „Profis“ von morgen bei der „unvermeidlichen“ OP.
Ann Brünink
CLINOTEL-Magazin
15
Aus den Mitgliedshäusern
Outsourcing von Röntgenleistungen – optimale Diagnosequalität für die Patienten
Digitale Röntgenbilder per Mausklick
Essen • Medizinische Versorgung ist ein
Exzellente Bildqualität, reduzierte
hochgradig arbeitsteiliger Prozess, auch
Strahlendosis
Röntgenbilder der Vergangenheit an, Fehl-
im Bereich der Diagnostik. Je lückenloser
Picture Archiving and Communication Sys-
belichtungen und Wiederholungsaufnahmen
und schneller dabei der Informationsfluss
tem – kurz PACS – heißt das moderne digitale
werden vermieden. Die hohe Qualität und die
zwischen den behandelnden Ärzten orga-
Röntgensystem, das durch eine hervorragen-
plastische Aussagekraft der digitalen Bilder
nisiert ist, desto besser lassen sich die The-
de Bildqualität überzeugt. Wie beim her-
erhöhen zudem die Sicherheit der Diagnose
rapien für die Patienten abstimmen. Seit
kömmlichen Röntgen durchdringen konven-
und erleichtern die Kommunikation zwischen
zwölf Jahren steht den Katholischen Kli-
tionelle Röntgenstrahlen die Strukturen von
Patient und Arzt. Der Patient kann seine Auf-
niken Ruhrhalbinsel mit dem „diavero Di-
Gewebe und Knochen, auch spezielle Auf-
nahmen auf CD-ROM gebrannt sofort mit-
agnosezentrum Kupferdreh“ (früher Ra-
nahmen von Lunge, Herz, Magen-Darm-Pas-
nehmen.
diologische Gemeinschaftspraxis) am St.
sage oder die Untersuchung des Dickdarms
Josef-Krankenhaus Kupferdreh ein starker
sind möglich. Doch um das Röntgenbild an-
Bilddaten ohne Umwege austauschen und
Partner in Sachen Diagnostik zur Seite.
zufertigen, wird beim digitalen Röntgen kein
Kosten sparen
Film belichtet, sondern eine digitale Spei-
Schnelligkeit ist ein wesentliches Merkmal des
gitaler Nachbearbeitung gehören schlechte
Seit 2008 ist das Krankenhaus mit komplet-
cherfolie. Ein Laserscanner liest die Folie aus,
digitalen Röntgens, denn die Bilder stehen so-
ter Digitalisierung der Röntgenleistungen an
und der Computer speichert das Bild ab. Weil
fort und an jedem PC-Arbeitsplatz im Haus zur
„diavero“ angebunden. Das digitale Röntgen
die Speicherfolie lichtempfindlicher ist als der
Verfügung. Mit dem zeitaufwändigen Entwi-
bietet klare Standortvorteile für beide Partner
Film, sind die Patienten einer deutlich ver-
ckeln der Röntgenaufnahme entfallen gleich-
und optimiert die Diagnosequalität.
ringerten Strahlendosis ausgesetzt. Dank di-
zeitig die Kosten für die Entwickler-Chemika-
16
CLINOTEL-Magazin
Aus den Mitgliedshäusern
lien. Es müssen keine Aufnahmen mehr hin
tauschen, ob eine Opera-
und her transportiert werden, die auch mal
tion notwendig ist oder
verloren gehen können. Nicht nur die Fach-
nicht.“
abteilungen sind vernetzt, es bestehen auch
sichere Datenleitungen zu mehreren nieder-
In der Klinik für Orthopädie
gelassenen Praxen und anderen Krankenhäu-
und Unfallchirurgie bie-
sern. Durch den schnellen Austausch können
tet das digitale Röntgen
mehrere Spezialisten gleichzeitig Röntgenbe-
mit integriertem endo-
funde und Bilddaten betrachten und diskutie-
prothetischem Planungs-
ren. Auch im Archiv ist zukünftig mehr Platz,
programm
denn die Röntgenbilder, die zehn Jahre lang
Nutzen, da so Knie- und
archiviert werden müssen, nehmen in digita-
Hüftprothesen vorab am
ler Form nur minimalen (Speicher-)Raum in
Bildschirm
Anspruch.
und präzise eingemes-
zusätzlichen
konfiguriert
Ob im OP (oben) oder im Arztzimmer (Bild links): Röntgen- und CT-Bilder sind
sofort an allen Arbeitsplätzen abrufbar.
sen werden können: Die
Sicherheit, Schnelligkeit und Präzision für
gerade in der orthopädi-
Diagnostik und Therapie
schen Chirurgie so wichtige präoperative Pla-
nen über individuelle anatomische Gegeben-
Im Klinikalltag der Neurologie zählen neben
nung, die früher per Hand an Röntgenbild-
heiten, deren Kenntnisse für ein optimales
den ökonomischen Vorteilen vor allem die
Pauskopien eingezeichnet wurde, erfolgt
Operationsergebnis wichtig sind“, beschreibt
sofortige Verfügbarkeit der digitalen CT-Bil-
jetzt am Computer über ein Simulationspro-
Chefarzt Dr. Alexander Horst.
der und der Austausch mit Kollegen, wenn
gramm, das auf alle aktuellen Röntgenbilder
es gilt, Erkrankungen an Gehirn und Rücken-
und Schablonen der verwendeten Gelenk-
Weil alle Bilddaten online greifbar sind und
mark abzuklären und ohne Zeitverlust über
implantate zurückgreift. „So können wir per
keine Röntgenaufnahmen mehr aus den Ab-
die weitere Therapie zu entscheiden. Chef-
Mausklick das Einsetzen einer bestimmten
teilungen zusammengetragen werden müs-
arzt Dr. Volker Tenfelde: „Die digitalen Bilder
Knie-Endoprothese, einer Hüftpfanne oder
sen, gehen auch die fachübergreifenden
sind gut übertragbar und für Konsile äußerst
eines Hüftschaftes in den Knochen millime-
Frühbesprechungen reibungsloser und zügi-
praktisch. Wir können uns bei Schädelverlet-
ter- und gradgenau simulieren. Neben Vor-
ger vonstatten.
zungen mit Blutergüssen oder bei Tumoren
stellungen über die jeweilige Implantatgröße
schnell mit dem Neurochirurgen darüber aus-
liefert der Computer uns wichtige Informatio-
Gelungenes Outsourcing von Röntgenleistungen – Chancen für beide Partner
„Die Kooperation mit dem ‚diavero Diagnosezentrum’ ermöglicht den Katholischen Kliniken Ruhrhalbinsel eine wirtschaftliche Lösung
für eine hochmoderne bildgebende Diagnostik mit High-End-Geräten wie MRT, CT und
DSA, die sich ein Krankenhaus der Grund- und
Regelversorgung sonst nicht erlauben könnte“, resümiert Geschäftsführer Martin Blasig.
Es müssen keine eigenen teuren Geräte angeschafft werden und anerkannte Spezialisten
sind direkt vor Ort. Profitieren können beide
Partner: das Diagnosezentrum von der großen Anzahl der Diagnoseanforderungen aus
dem Krankenhaus (über 10.000 pro Jahr), das
St. Josef-Krankenhaus von den circa 25.000 diavero-Patienten, die den Medizinstandort Essen-Kupferdreh zusätzlich stärken.
Digitales Röntgen im „diavero Diagnosezentrum Kupferdreh“. Foto: diavero
CLINOTEL-Magazin
17
Aus den Mitgliedshäusern
Narkosen und der Grad der Hypnose sind in Ingolstadt sehr genau kontrollierbar
Moderne Technologie für punktgesteuerten „Schlaf“
Ingolstadt • Die Anästhesie hat in den letz-
die vor allem bei Risikopatienten zusätzliche
ditionell viel Erfahrung, werden aber zuneh-
ten Jahren erhebliche Fortschritte in Sa-
Sicherheit bringen können.
mend von modernen medizintechnischen
chen Narkose gemacht. Heute bietet sich
den Anästhesisten bei der Narkose eine
Geräten wie den neu entwickelten BIS-MoniDie Narkose hat nicht nur die Aufgabe, den
toren unterstützt. Diese Technologie ermög-
Vielzahl von neuen Medikamenten und
Patienten in einen Schlafzustand zu verset-
licht eine Messung der Narkosetiefe nach
Möglichkeiten.
zen, sondern erfüllt gleichzeitig weitere Funk-
dem so genannten BIS-Index, der eine Aussa-
tionen, die bei einer Operation sehr wichtig
ge über die Aktivität des Gehirns unter Nar-
Je nach individueller Konstitution und ge-
sind: Sie schaltet das Bewusstsein und das
kose erlaubt.
sundheitlicher Situation des Patienten kön-
Schmerzempfinden des Patienten aus, sorgt
Über Sensoren auf der Haut, die wie kleine
nen im Rahmen der Narkose verschiedene
für Muskelentspannung und unterbindet Re-
Aufkleber auf die Stirn des Patienten geklebt
pharmakologische Wirkstoffe so kombiniert
flexe, um zu verhindern, dass der Patient von
werden, wird kontinuierlich eine Hirnstrom-
werden, dass sie gezielt bestimmte Wirkun-
der Operation etwas mitbekommt, Schmer-
kurve gemessen. Das BIS-System verarbeitet
gen hervorrufen. Hinzu kommen technisch-
zen verspürt und während eines operativen
diese EEG-Daten über ein standardisiertes
apparative Neuerungen, die eine genaue
Eingriffs unterbewusst motorische oder ve-
mathematisches Verfahren und berechnet
Überwachung der Vitalfunktionen eines Pa-
getative Reflexantworten zeigt.
umgehend den jeweiligen Bewusstseinsgrad.
tienten ermöglichen. Seit einiger Zeit gibt es
„Diese Methode ermöglicht es uns, die Narko-
auch Verfahren, mit denen die Ärzte die Nar-
Messung der Narkosetiefe nach BIS-Index
se und vor allem den Grad der Hypnose kon-
kosetiefe, also die „Schlaftiefe“ des Patienten,
Die Patienten können heute gezielt in den
tinuierlich und sehr genau zu verfolgen und
messen können. Auch das Klinikum Ingol-
„richtigen“ Narkosezustand eingestellt wer-
gegebenenfalls korrigierend einzugreifen“,
stadt verfügt seit Kurzem über solche Geräte,
den. Die Anästhesisten benötigen dazu tra-
erklärt Prof. Dr. Gunther Lenz, Direktor des Instituts für Anästhesie und
Intensivmedizin. So kann
genau gemessen werden,
wie tief der Patient in der
Narkose „schläft“.
Exakte Ausleitung der
Narkose
Diese Technik ermöglicht
es den Medizinern, sowohl die einzelnen Anästhesiemedikamente
als
auch die Narkose noch
genauer zu dosieren und
zu steuern. Sie können jederzeit flexibel auf Änderungen des Sedierungszustands reagieren. Die
EEG-gesteuerte
Anpas-
sung der Narkosetiefe an
die jeweiligen Erfordernisse kann vor allem bei
Patienten mit empfindlicher Kreislaufregulation
oder bei Eingriffen, die
Mittels spezieller Hochleistungsapparate wird im Klinikum Ingolstadt die Narkosetiefe gemessen.
18
CLINOTEL-Magazin
eine geringere Anästhe-
Aus den Mitgliedshäusern
Narkose damit noch individueller eingestellt
Laien eine nichts sagende Zahl ist, hat für die
gen. Auch die exakte Ausleitung der Narkose
werden kann. „Wir sind froh, unseren Patien-
Anästhesisten große Aussagekraft. Sie kön-
und die Aufwachzeit können durch das neue
ten diese Technik bei Bedarf anbieten zu kön-
nen daraus ersehen, wie tief die Narkose ist,
Überwachungsverfahren günstig beeinflusst
nen“, sagt Lenz.
wie tief der Patient also schläft, und ob sie ge-
sietiefe erfordern, viele Vorteile mit sich brin-
gebenenfalls die Narkose nachjustieren müs-
werden.
Die neue Methode basiert auf einer spezi-
sen.
Wie ein ruhiger Flug mit Punktlandung
ell aufbereiteten Elektro-Enzephalographie
Nach wie vor gehört zur Narkose viel Erfah-
„Man kann die Narkose von der Einleitung bis
(EEG), einer seit Langem bewährten Technik
rung, aber das System zur Narkosetiefenmes-
zur Ausleitung mit dem Flug vom Start bis
in der Medizin. Dabei werden die Hirnströ-
sung gibt den Ärzten wichtige Messdaten an
zur Landung vergleichen. Man kann jederzeit
me elektrisch gemessen, indem die Span-
die Hand, die für die Patienten mehr Sicher-
den Kurs und die Flughöhe überprüfen und
nungsschwankungen des Gehirns registriert
heit bringen können und eine exaktere Dosie-
gegebenenfalls nachregeln. Selbst wenn es
werden. Auf einem Monitor können die An-
rung ermöglichen. Es ist ein wenig wie beim
neblig ist, helfen moderne Messinstrumente,
ästhesisten dann anhand der Messwerte ge-
neuen Eurofighter, um bei dem Vergleich mit
das Flugzeug sicher zu steuern, und sie erlau-
nau erkennen, wie tief der Patient schläft und
dem Flugzeug zu bleiben: Auch dort braucht
ben eine sanfte Landung“, erklärt Professor
wie sie die Dosierung einzelner Narkosemittel
es einen gut ausgebildeten und erfahrenen
Lenz. Das Verfahren zur Narkosetiefenmes-
ideal und individuell für jeden Patienten ein-
Piloten, aber erst die moderne Technik macht
sung mit dem BIS-Index kann dazu beitragen
stellen können. So verhindern die Ärzte eine
es möglich, Risiken auszuschalten und das Po-
und sozusagen einen ruhigen Flug mit an-
zu intensive oder zu schwache Anästhesie
tenzial des Superjets auszuschöpfen.
schließender Punktlandung ermöglichen.
und können den Patienten stattdessen noch
Die Narkosetiefenmessung ergänzt damit die
exakter als bisher in eine maßgeschneiderte
Im Eurofighter haben die Piloten übrigens in
sonstigen Überwachungstechniken, die bei
Narkose versetzen.
ihrem Helm eine Art Monitor eingebaut, der
jeder Narkose eingesetzt werden und konti-
Auf einem kleinen Bildschirm wird permanent
ihnen Messdaten liefert und so die Navigati-
nuierlich die Vitalfunktionen kontrollieren.
der BIS-Index angezeigt und in einer vorge-
on des Jets wesentlich erleichtert. So ähnlich
Besonders bei schweren Operationen und
gebenen Spanne gehalten. 40 bis 50 etwa ist
ist das auch mit der Narkosetiefenmessung
Risikopatienten mit labilen Herz-Kreislauf-
so ein Zielkorridor, bei 70 bis 80 beginnt der
und dem BIS-Monitor: Genauere Informatio-
Funktionen ist das Verfahren sinnvoll, da die
Patient allmählich aufzuwachen. Was für den
nen machen den Flug einfach sicherer.
GesundheitsAkademie im Klinikum Ingolstadt gibt Gas
Ingolstadt • Schulung des eigenen Perso-
stelle Presse/PR und Mitarbeiter der Gesund-
träge, vor allem im Bereich Management, ab-
nals und interessierter Laien, Information
heitsAkademie.
halten. „Wir haben nur beste Erfahrungen mit
zu wichtigen Themen aus Medizin, Gesund-
Das erste Halbjahr 2008 bot aber noch viel
ihm gemacht. Sein Ruf eilt ihm meist voraus“,
heit, Sport und Wohlbefinden – das hat sich
mehr: „Zur Information für Mediziner haben
freut sich Plantsch. Insgesamt ist und bleibt
die GesundheitsAkademie des Klinikums
wir zahlreiche interessante und für den Ar-
das Angebot der GesundheitsAkademie breit
Ingolstadt zur Aufgabe gemacht. Das gan-
beitsalltag wichtige Themen aufgegriffen“,
gefächert.
ze Jahr über finden Kurse und Seminare zu
so Plantsch weiter. „Wie organisiere ich mein
den Bereichen Familie, Fitness, Wellness,
Büro bzw. mein Vorzimmer am effektivsten
Doch Benjamin Plantsch möchte die Kurse
Gesundheit, Führung und Management,
und effizientesten?“ lautete die Frage, die
und Seminare „auf Qualität reduzieren“, da-
Kommunikation, Pflege, Persönlichkeits-
im Seminar „Büroorganisation“ beantwortet
mit sich ein jeder Teilnehmer sicher sein kann,
entwicklung und vieles mehr statt.
wurde.
kompetente Referenten, kompakte und fach-
Interessant ist der Blick ins zweite Halbjahr,
lich einwandfreie Inhalte präsentiert zu be-
Viele Bürgerinnen und Bürger der Region ken-
wenn es heißt: „Die eigene Praxis als Marke“.
kommen. „Bewährte Bereiche wie Wellness,
nen vor allem die beliebten Nordic Walking-
Plantsch dazu: „Dann werden Erscheinungs-
Sport und Gesundheit werden natürlich blei-
Kurse, die Wassergymnastikstunden oder Pi-
bild, CI, Bereiche des Wettbewerbsverbotes
ben!“ Als besonderes Highlight des Jahres
lates, die von der GesundheitsAkademie des
und vieles mehr, was Ärzte mit eigener Praxis
möchte die GesundheitsAkademie zum ers-
Klinikums Ingolstadt regelmäßig angebo-
beachten müssen, behandelt.“
ten Mal eine zehnmonatige Ausbildungsmög-
ten werden. „Im Frühjahr 2008 waren sogar
lichkeit zum Mediator, Supervisor und Coach
noch einige Plätze in diesen begehrten Kur-
Der bekannte Referent Robert Harfold wird
mit Zertifikat bieten, die ebenfalls von Robert
sen frei“, so Benjamin Plantsch von der Stabs-
auch heuer wieder zahlreiche Kurse und Vor-
Harfold durchgeführt wird.
CLINOTEL-Magazin
19
Aus den Mitgliedshäusern
Neuer Hochleistungs-Computertomograph im Klinikum Ingolstadt
In nur zehn Sekunden ist das Herz schon untersucht
Ingolstadt • Computertomographen sind
Ärzten zusammengeschlossen hat – einer be-
rät in vielen Fällen eine Entlastung bringen,
heute aus der Medizin nicht mehr wegzu-
sonderen Kooperation, wie es sie in Deutsch-
so Dietl. Wie aktuelle Studien belegen, zeigen
denken. Sie spielen in der modernen Dia-
land bisher noch selten gibt. Angesichts der
CT-Untersuchungen vor allem mit den neuen
gnose und Therapiebegleitung eine sehr
enorm hohen Anschaffungskosten für mo-
Geräten sehr gute Ergebnisse von hoher Si-
wichtige Rolle. Für ihre Entwicklung erhiel-
derne Großgeräte dürfte sie sicher zukunfts-
cherheit bei der Diagnose und könnten daher
ten der Physiker Allan M. Cormack und der
weisend sein. „Das ist ein Beispiel dafür, wie
für einen Teil der Patienten die invasive Dia-
Elektrotechniker Godfrey Hounsfield 1979
eine Kooperation zwischen einer Klinik und
gnostik durch Herzkatheteruntersuchungen
gemeinsam den Nobelpreis für Medizin.
niedergelassenen Praxen sehr gut funktio-
ersetzen. Denn in vielen Fällen schließt sich
Seit der ersten CT-Aufnahme 1971 und dem
nieren kann. Aus medizinischer Sicht eröffnet
an eine Herzkatheteruntersuchung ein inter-
Beginn des massenhaften Einsatzes der
uns das Gerät ganz neue Möglichkeiten“, er-
ventioneller Eingriff an. „Die Untersuchungen
Technik vor etwa 15 Jahren wurden die Ge-
klären die Fachärzte für Radiologie Dr. Rudolf
mit dem neuen Gerät ergänzen die Herzka-
räte enorm weiterentwickelt.
Conrad und Klaus Migeod vom Diagnosticum
theteruntersuchungen, die natürlich immer
Ingolstadt. „Das Gerät schließt in dieser Qua-
noch für viele Patienten unabdingbar blei-
Inzwischen ermöglichen sie eine Durchleuch-
lität eine Lücke in der Versorgung zwischen
ben“, erklärt Prof. Dr. Dierk Vorwerk, Direktor
tung des Körpers, die für die Patienten viele
München und Nürnberg“, erklärt Conrad.
des Instituts für diagnostische und interventionelle Radiologie im Klinikum Ingolstadt.
Vorteile mit sich bringt: Die Ärzte sehen heute
in einer früher ungeahnten Detailtreue drei-
Der neue „64-Zeiler“ bietet gegenüber den
dimensionale Darstellungen des Körperinne-
Geräten der vorherigen Generationen ent-
Eine weitere wichtige Verbesserung stellt die
ren und können so viel exaktere und sicherere
scheidende Vorteile für alle Seiten, vor allem
deutliche Reduzierung der Strahlendosis dar,
Diagnosen stellen als jemals zuvor, beispiels-
für die Patienten. So reduziert sich zum Bei-
der die Patienten ausgesetzt werden. Wäh-
weise bei Patienten mit Verdacht auf korona-
spiel die Untersuchungszeit in Zukunft deut-
rend bisherige Spiral-CTs etwa 30 bis 50 Pro-
lich. Die Patienten müssen
zent des Gewebes durch eine Überlappung
je nach Art der Untersu-
bei der Untersuchung doppelt durchleuchten,
chung nur noch etwa 10 bis
werden mit dem neuen Gerät Aufnahmen aus
15 Sekunden die Luft anhal-
vier festen Positionen gemacht, sodass Über-
ten und schon ist beispiels-
lappungen vermieden werden. Hinzu kommt,
weise
Herzuntersu-
dass das neue Gerät in der Lage ist, das Gewe-
chung vorüber. Besonders
eine
be zu analysieren und durch eine Modulation
für kurzatmige Patienten
der Strahlendosis jeweils nur die absolut nöti-
ist das eine spürbare Ent-
ge Strahlendosis auszusenden.
lastung. Aber auch die Qualität der Bilder wird durch
„Die limitierenden Faktoren in der Compu-
die Geschwindigkeit der
tertomographie sind die räumliche und die
Die interdisziplinären Spezialisten des Klinikums Ingolstadt und der Koope-
Aufnahme deutlich erhöht.
zeitliche Auflösung“, erläutert Vorwerk. „Bei-
rationspartner freuen sich auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Hoch-
„Früher musste zum Bei-
de werden durch das neue Gerät verbessert,
leistungs-Computertomographen.
spiel der Puls der Patienten
vor allem die räumliche Auflösung.“ Denn
relativ niedrig sein. Mit dem
während die Rotation der CT-Röhre aufgrund
re Herzkrankheiten. Das Klinikum Ingolstadt
neuen Gerät ist das kein Problem mehr“, er-
physikalischer Gegebenheiten nicht belie-
verfügt nun als eines von nur etwa einem hal-
klärt Kardiologe Dr. Rudolf Dietl. Die Ärzte be-
big beschleunigt werden kann, gab es im Be-
ben Dutzend Krankenhäusern in Deutschland
kommen heute sehr detaillierte Aufnahmen,
reich der räumlichen Auflösung in den letzten
über einen 64-Zeilen-Computertomographen
die sehr exakte Aussagen über die untersuch-
Jahren erhebliche Verbesserungen: Während
ten Körperregionen zulassen. Unbrauchba-
bisher nur 16 „Zeilen“ gleichzeitig aufgenom-
re Bilder gehören damit weitgehend der Ver-
men werden konnten, sind es beim neuen
Das Gerät wird von der Kardio-CT 64 GmbH
gangenheit an.
„64-Zeiler“ bereits viermal so viele Aufnah-
& Co. KG betrieben, in der sich das Klinikum
Besonders für Patienten mit Verdacht auf ko-
men, die innerhalb von Sekundenbruchtei-
Ingolstadt gemeinsam mit niedergelassenen
ronare Herzkrankheiten könne das neue Ge-
len angefertigt, durch einen neuen Hochleis-
der neuesten Generation.
20
CLINOTEL-Magazin
Aus den Mitgliedshäusern
tungsrechner mit 64-Bit-Technik blitzschnell zu einem dreidimensionalen Modell
des untersuchten Gewebes zusammengesetzt und den Medizinern sofort zur
Verfügung gestellt werden können.
Die Geschwindigkeit spielt auch bei Unfallpatienten eine wichtige Rolle. Gerade
bei Personen mit vielen schweren Verletzungen, so genannten Polytraumapatienten, ist es wichtig, alle Verletzungen schnell zu erkennen und schnellstmöglich
zu versorgen. Durch das neue Gerät geht das wesentlich schneller. „Auch in der
Schlaganfalldiagnostik bringt die neue Technik erhebliche Vorteile. Die Hirngefäße und die Durchblutung können zuverlässig und gleichzeitig untersucht werden“, erklärt Prof. Dr. Vorwerk. Auch Untersuchungen der Lunge und zur Darmkrebsfrüherkennung sind mit dem neuen Verfahren möglich. Die technischen
Entwicklungen der letzten Jahre und die erweiterten Möglichkeiten, die sie gebracht haben, machen deutlich, dass die Computertomographen wohl auch in
Zukunft an Bedeutung gewinnen werden.
Suchttag im Klinikum
Ingolstadt ein voller Erfolg
Ingolstadt • Der achte Aktionstag Sucht, den das Klinikum Ingolstadt jetzt
durchgeführt hat, war ein voller Erfolg. Fast 1.000 Besucherinnen und Besucher des größten Krankenhauses der Region nutzten die Veranstaltung, um
sich über die vielfältigen Behandlungs- und Beratungsmöglichkeiten in der
Suchtkrankenversorgung zu informieren.
Das Zentrum für psychische Gesundheit mit seinen beiden suchtmedizinischen
Stationen (Durchführung qualifizierter Entzugsbehandlungen), der Institutsambulanz (Motivation, Nachbehandlung, ambulante Entwöhnungstherapie) und
der angegliederten stationären Entwöhnungseinrichtung im Altstadtzentrum
Sebastianstraße ist ein wesentlicher Bestandteil des Suchthilfesystems der Region 10 und stellte sich am Suchttag vor.
Nur im Verbund mit den teilnehmenden Institutionen wie den psychosozialen
Beratungs- und Behandlungsstellen der Caritas Ingolstadt, des Prop e. V. Pfaffenhofen, des Blauen Kreuzes Eichstätt, Easy Contact, der Nachsorgeeinrichtungen
wie Integra und den Selbsthilfegruppen wie AA, Al-Anon mit Alateen, JDR, Kreuzbund und Blau-Kreuz ist eine erfolgreiche Behandlung der anvertrauten Patienten möglich. Das Gesundheitsamt Ingolstadt begleitete den Suchttag im Rahmen seiner präventiven Angebote.
Die Deutsche Rentenversicherung Oberbayern informierte über alle Fragen zur
Rente und Rehabilitation, die regionalen Krankenkassen standen den Besuchern
des Suchttages auch für nichtsuchtbezogene Fragestellungen zur Verfügung.
Im Klinikum Ingolstadt ist der Suchttag längst eine feste Einrichtung geworden
und soll auch im kommenden Jahr fortgesetzt werden.
CLINOTEL-Magazin
21
Aus den Mitgliedshäusern
Deutschlandweit einmalige Ausbildung: Kooperation mit Jena weist Weg in die Zukunft
Pflegende „büffeln“ zusätzlich BWL und Management
Ingolstadt • Erst vor Kurzem hat das Klini-
Im Bereich der Pflege hat das größte Kranken-
rige Ausbildung in einem Pflegeberuf wird
kum Ingolstadt ein umfangreiches Busi-
haus der Region deshalb nun ein Programm
mit zwei Semestern angerechnet, sodass das
ness-Angel-Paket mit verschiedenen
gestartet, das diesem Bedarf Rechnung trägt
Studium für ausgebildete Pflegekräfte nach
Programmen ins Leben gerufen, die die Ge-
und gleichzeitig für einen grundlegenden
vier Semestern mit dem Titel Bachelor of Sci-
winnung und exzellente Qualifizierung jun-
Veränderungsprozess in der Pflege steht: In
ence in Pflege/Pflegeleitung abgeschlossen
ger Nachwuchsmediziner und Pflegekräfte
einer Kooperation mit der Fachhochschu-
werden kann. Darauf aufbauend kann außer-
zum Ziel haben. Aber nicht nur die Gewin-
le (FH) Jena sollen erfahrene Pflegekräfte
dem ein Masterstudiengang in Pflegewissen-
nung neuer Kräfte ist für das größte Kran-
die Möglichkeit erhalten, sich im Rahmen ei-
schaften und Pflegemanagement absolviert
kenhaus der Region von größter Bedeu-
nes Fernstudiums „Mittleres Pflegemanage-
werden.
tung, sondern auch die Weiterbildung und
ment“ neben ihrer Tätigkeit und Kompetenz
Weiterentwicklung des bestehenden, er-
in der Pflege zusätzliches Wissen in betriebs-
Ziel: Vernetztes Wissen
fahrenen Personals.
wirtschaftlichen Themen und Fragen der mo-
Hintergrund für den Studiengang in Ingol-
dernen
Krankenhaus-
stadt ist nicht nur der Bedarf an gut qualifi-
steuerung anzueignen,
ziertem Pflegepersonal, sondern auch das
und sich dadurch für Lei-
verstärkte Zusammenwachsen von Verwal-
tungsfunktionen zu qua-
tung, Pflege und ärztlichem Bereich in moder-
lifizieren. Die Koopera-
nen Krankenhäusern. „Es reicht heute einfach
tion ist in dieser Form
nicht mehr, wenn der Arzt nur sein medizini-
deutschlandweit einzig-
sches Fachwissen beherrscht“, erklärt Erich
artig. Das Klinikum för-
Göllner, Pflegedirektor und stellvertretender
dert diese Qualifikation
Geschäftsführer im Klinikum Ingolstadt. „Frü-
in vielen Fällen über die
her gab es innerhalb der Kliniken die drei Säu-
Studiengebühren
oder
len Verwaltung, Medizin und Pflege, und je-
die Freistellung von der
der hat in seiner Sprache gesprochen. Heute
Arbeit.
müssen alle drei jeweils auch etwas von den
anderen Bereichen verstehen und eine ge-
Fernstudium läuft
meinsame Sprache sprechen. Es geht um ver-
berufsbegleitend
netztes Wissen.“ Ärzte müssten heute zum
Das Fernstudium läuft
Beispiel auch ein Grundverständnis für die Zu-
berufsbegleitend
ne-
sammenhänge in der Patientensteuerung ha-
ben der normalen Tä-
ben, beispielsweise in Bezug auf ökonomisch
tigkeit im Klinikum ab.
und medizinisch relevante Größen wie die
Die Teilnehmer bekom-
Verweildauer und die Abrechnung medizini-
men Lerneinheiten, Auf-
scher Leistungen über die „Diagnosis Related
gaben und Prüfungen
Groups“, die „DRGs“. Dabei werden medizini-
zugeschickt oder kön-
sche Krankenhausleistungen in Abhängigkeit
nen sie per „E-Learning“
der Diagnose nach Fallpauschalen abgerech-
über das Internet auf ih-
net. Die Krankenhäuser sind selbst dafür ver-
rem Computer abrufen.
antwortlich, mit diesen Geldern wirtschaftlich
Hinzu kommen die Prä-
zu arbeiten.
senzzeiten, die drei Wochen Blockunterricht im
Das Zusammenwachsen der drei Säulen der
Erich Göllner, stellvertretender Geschäftsführer und Pflegedirektor der Klini-
Klinikum Ingolstadt um-
Krankenhäuser betrifft natürlich auch die
kum Ingolstadt GmbH, freut sich auf die richtungsweisende Zusammenarbeit
fassen. Eine erfolgreich
Pflege. „Der Wandel im Gesundheitswesen
mit der Fachhochschule Jena.
abgeschlossene, dreijäh-
erfordert hochqualifiziertes Pflegepersonal
22
CLINOTEL-Magazin
Aus den Mitgliedshäusern
in Schlüsselpositionen, vor allem im mittleren
Pflegemanagement“, erklärt Göllner. „Dies
ist unter anderem auf die Komplexitätssteigerung durch die wachsende Technisierung
ärztlicher Behandlungen und die zunehmende Vielfalt und Vielzahl der bestehenden sozial- und gesundheitsspezifischen Dienstleistungsangebote
zurückzuführen“,
ergänzt
Heribert Fastenmeier, Geschäftsführer des Klinikums. „Mit dem neuen Studiengang befähigen wir unsere Pflegekräfte, den wachsenden
Anforderungen gerecht zu werden und neue
Aufgaben und mehr Verantwortung zu übernehmen. Sowohl für das Klinikum als auch für
unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stecken darin große Chancen.“
Professionelle Pflege ist zunehmend
Für Pflegende, die Freude am Lernen haben, bietet die Kooperation mit der Fachhochschule Jena gute
auch Prozessmanagement
Karriereperspektiven.
Im Zuge einer Professionalisierung entstehen
neue Aufgaben und eine Auffächerung des
fen“, erklärt Göllner. „Im Unterschied zu den
„Fallorientierte Pflege“ zusammengeschlos-
Berufsstandes. Die Schwestern und Pfleger
jungen Nachwuchskräften haben diese Mit-
sen sind. „Wir haben uns sehr darum bemüht,
übernähmen heute mehr und mehr Pflichten,
arbeiter bereits über lange Jahre Erfahrungen
den Studiengang nach Ingolstadt als Studien-
die über die reine Pflege hinausgingen und
im beruflichen und menschlichen Bereich ge-
ort zu holen“, sagt Göllner. „Wir sind froh, dass
die in den organisatorischen Bereich hinein-
sammelt und eine hohe Sozialkompetenz ent-
uns das gelungen ist und dass wir eine für un-
reichten, so Göllner. Da sie am meisten Zeit
wickelt.“ Die Kooperation mit der FH Jena bie-
sere Anforderungen maßgeschneiderte Lö-
mit den Patienten verbringen und den engs-
tet dem Klinikum nun die Möglichkeit, diese
sung gefunden haben.“
ten Kontakt zu ihnen haben, sollen sie in Zu-
erfahrenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
kunft mehr in administrative Themen und die
sowohl in der Pflegearbeit als auch für Füh-
Neue Karrierechancen
Steuerung des Patienten eingebunden wer-
rungsaufgaben weiterzuqualifizieren.
Der Studiengang beginnt mit dem Start des
den, die mehr und mehr in Form eines Pro-
Wintersemesters 2008/09 im Oktober. Die
zessmanagements organisiert wird. Dieser
Ingolstadt ist Studienstandort
Teilnehmer bekommen dann parallel zu ih-
Trend werde sich in Zukunft weiter fortsetzen,
„Wir haben uns bereits seit einiger Zeit nach
rer Tätigkeit wichtiges Wissen zu Themen
so Göllner. Darüber hinaus würden sich inner-
geeigneten Angeboten für unsere Mitarbei-
wie Prozessmanagement, Personalentwick-
halb des Pflegebereichs neue Spezialisierun-
terinnen und Mitarbeiter umgesehen. Die Ko-
lung, Arbeitsrecht und Haftungsfragen oder
gen in eher hauswirtschaftlichen Tätigkeiten
operation mit der FH Jena mit Ingolstadt als
Sozialrecht vermittelt und sollen so für Füh-
und speziellere Aufgaben mit höherem An-
Studienstandort ist für uns die beste Lösung“,
rungsaufgaben im Rahmen der Pflege und
forderungsprofil und mehr Verantwortung
sagt Göllner. Das Angebot wird nicht nur von
die Übernahme personalwirtschaftlicher Ver-
ergeben. Aus diesem Grund sei eine Weiter-
den Pflegekräften des Klinikums genutzt, son-
antwortung wie Personalauswahl und -be-
bildung des Pflegepersonals sehr wichtig.
dern auch von Mitarbeitern anderer Häuser.
schaffung, Personaleinsatzplanung für eine
Erfahrene Mitarbeiter werden für
Das neue Studienangebot geht unter ande-
theoriebasierter Konzepte in Pflegemanage-
Führungsaufgaben qualifiziert
rem auf eine gemeinsame Initiative des Kli-
ment und Pflegepraxis vorbereitet werden.
„Wir wollen unsere erfahrenen Mitarbeiter
nikums mit anderen Krankenhäusern im Be-
Dadurch eröffnen sich für viele Mitarbeiter im
weiter fördern und ihre Potenziale ausschöp-
reich der Pflege zurück, die im Netzwerk
Bereich der Pflege neue Karrierechancen.
Abteilung oder Entwicklung und Umsetzung
CLINOTEL-Magazin
23
Aus den Mitgliedshäusern
Koblenz bekommt „gläsernen Lüpertz“
Neues Fenster im „Stift“ ist wie ein Tor zum Himmel
Koblenz • Neo Rauch macht es für Naum-
tungsklinikum Mittelrhein („Stift“) in der Kob-
ne als ein Ort der Ruhe, der Besinnung, des
burg, Gerhard Richter gar für den Kölner
lenzer Vorstadt.
Zu-sich-selbst-Kommens selbst klinische Hei-
Dom. Markus Lüpertz hat es auch schon
Deren Finanzierung, die allein durch Spenden
lungsprozesse fördern. Dass man sich gera-
getan – in St. Andreas in Köln. Und jetzt
gewährleistet werden muss, nimmt dank des
de Markus Lüpertz als Schöpfer des Fensters
entwirft der Malerfürst und Rektor der
emsigen Engagements des hauseigenen För-
ausgesucht hat, ist alles andere als zufällig.
Düsseldorfer Kunstakademie auch ein Kir-
dervereins, der bisher mehr als 285.000 Euro
Schließlich veranstaltet das kunstsinnige Stift
chenfenster für Koblenz: für die neue Ka-
zusammengetragen hat, immer konkretere
seit 15 Jahren im Foyer regelmäßig Kunstaus-
pelle im „Stift“.
Formen an. Angesichts dieses Engagements
stellungen, bei denen der Meister selbst, aber
und so viel Bürgersinns könne und wolle auch
auch zahlreiche seiner Düsseldorfer Schü-
„Ein Kirchenfenster ist wie ein Tor zum Him-
das Land nicht zurückstehen, so Staatssek-
ler präsentiert wurden. Seit den 80er-Jah-
mel.“ Vielleicht erklärt diese Feststellung, wa-
retär Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig. Er
ren lehrt Lüpertz an der dortigen Akademie.
rum es den Neoexpressionisten Prof. Dr. Mar-
überreichte deshalb dem Verwaltungsrats-
„Ohne diese enge Beziehung hätte Lüpertz
kus Lüpertz, Jahrgang 1941, wie in jüngster
vorsitzenden der Stiftung Evangelisches Stift
sich kaum bereit erklärt, dieses Fenster zu ei-
Zeit auch auffällig viele seiner berühmten Ma-
St. Martin, Dr. Hans-Dieter Fricke, einen Bewil-
nem für uns erschwinglichen Preis zu gestal-
lerkollegen, reizt, Fenster in Gotteshäusern zu
ligungsbescheid der Stiftung Rheinland-Pfalz
ten“, so Dr. Bernd Böhm, Ärztlicher Direk-
gestalten. Schon 1990 lieferte er die Entwür-
für Kultur, die das Lüpertz-Fenster mit einem
tor des Stiftungsklinikums und Motor dieser
fe für die Fenster der Kathedrale von Nevers.
Betrag von 50.000 Euro unterstützt. Den Re-
künstlerischen Bestrebungen.
Im Dezember des vergangenen Jahres wur-
gelungen entsprechend sind das 24 Prozent
den seine ersten Fenster für die romanische
der gesamten Kosten.
Heiliger Martin im Fenster
Vier mal acht Meter groß wird das zur Süd-
St. Andreas-Kirche in Köln der Öffentlichkeit
vorgestellt. Und jetzt wird auch Koblenz sei-
Ein Ort der Ruhe
allee hin gerichtete Fenster sein, in dessen
nen „gläsernen“ Lüpertz erhalten: in Form
Der Bau der Kapelle, so Hofmann-Göttig, sei
Zentrum, so die Vorgabe, eine Darstellung
eines Fensters für die neue Kapelle des Stif-
ein wichtiges Projekt, denn gerade diese kön-
des heiligen Martins, des Namenspatrons
der Kapelle, steht. Lüpertz setzte sich in seinem Entwurf intensiv mit den religiösen Vorgaben auseinander und kam zu einer Lösung,
die trotz aller notwendig figürlichen Ausrichtung ganz seine Handschrift trägt: Stilisierte
Schneeflocken werden auf dem Fenster den
Heiligen auf seinem Pferd umwirbeln, um die
Barmherzigkeit seiner Mantelspende zu unterstreichen. Der Mantel zieht in dem Fenster
durch sein leuchtendes, symbolträchtiges Rot
den Blick direkt auf sich.
Wer möchte, kann vom 05.09.2008 an teilweise malerisch überarbeitete Drucke erwerben – ausgehend von der Entwurfszeichnung
für das Fenster der Stiftskapelle, von dem der
Künstler sagt, es werde sein letztes Kirchenfenster sein. An diesem Tag wird Markus Lüpertz im Mittelrhein-Museum in Koblenz die
attraktive kleine Edition vorstellen. Ihr Erlös
kommt dem Bau der Stiftungskapelle zugute.
Dr. Hans D. Fricke, Kultur-Staatssekretär Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig und Alfred W. Hardt (v. l.) begutachten den Entwurf des neuen Kapellenfensters.
24
CLINOTEL-Magazin
Lieselotte Sauer-Kaulbach
Aus den Mitgliedshäusern
Der Patient wird zum Chef
Pflegerische Übergabe am Patientenbett eingeführt
Koblenz • Es ist für alle von Vorteil. Die Pfle-
Stundenlang im Internet recherchiert und
sich stärker integriert und selbstbestimmter.
ge spart Zeit, ist besser informiert und der
Strukturen entwickelt“, so die Stationsleitung.
Der Patient wird gewissermaßen zum Chef.
Patient wird mehr eingebunden. So läuft es
„Das war gar nicht so einfach“, fügt Gruppen-
Wir können viele Fragen unmittelbar klären
jetzt auf der Station 7, einer Abteilung für
leiter Bernhard Ried hinzu. „Die Übergabe
und auch die Angehörigen, die auf Wunsch
Gastroenterologie und Onkologie im Stif-
wird nämlich ständig mit der Pflegevisite ver-
dabei sein können, haben die Möglichkeit,
tungsklinikum Mittelrhein in Koblenz.
mischt.“ Das Projekt wird auch Thema seiner
sich umfangreich zu informieren.“ Dadurch
Facharbeit im Rahmen der Weiterbildung zur
entstehen mehr Klarheit und Sicherheit für
Stationsleitung sein.
alle Beteiligten, und der Tag läuft – auch für
„Früher haben wir uns für die Patientenüber-
den ärztlichen Dienst – reibungsloser ab.
gabe zusammengesetzt und der Frühdienst
sprach mit dem Spätdienst über den Patien-
Patienten fühlen sich stärker integriert
ten. Da war schnell fast eine Stunde vorbei,
Seit 01.01.2008 läuft die Probephase. Vor dem
Im August 2008 wird der Probebetrieb
und dennoch gab es manchmal Informations-
Patientenzimmer besprechen die Pflegenden
zum Standard
lücken, weil man über Dinge sprach, die man
am Visitenwagen stehend die medizinisch re-
Ganz ohne Schwierigkeiten verlief die Einfüh-
einfach nicht sehen konnte, und der Spät-
levanten Daten der Patienten wie Diagno-
rung des Konzeptes natürlich nicht. Die Ärz-
dienst kam zeitlich oft ins Schleudern. Der Pa-
se, Therapie und Medikation. Weiterhin wer-
te mussten lernen, dass die Pflege eigenstän-
tient war dabei natürlich überhaupt nicht in-
den deren häusliche Versorgung, das soziale
diger wird und sich sogar den Visitenwagen
tegriert.“ Anja Hölper, Stationsleitung auf der
Umfeld, besondere Auffälligkeiten oder Vor-
mitnahm ...! Auch die Pflegekräfte mussten
Station 7, und ihre Kollegen wollten deshalb
kommnisse thematisiert. Danach betreten alle
sich zunächst einmal organisatorisch umge-
etwas ändern. Vorrangiges Ziel war, den Pati-
zusammen das Patientenzimmer, stellen sich
wöhnen. Mittlerweile hat sich aber alles bes-
enten mehr in seinen Behandlungsablauf mit
vor, besprechen mit dem Patient zusammen
tens eingespielt: Zwischen 13:15 Uhr und
einzubeziehen.
alles Wesentliche und verrichten ihre pflegeri-
13:45 Uhr ist die Übergabe auf der Station un-
schen Tätigkeiten. „Die Patienten empfinden
terwegs und bringt mehr Ruhe in den neuen
Übergabe ist nicht Pflegevisite
das als besondere Zuwendung“, resümiert
Tagesablauf. Ab dem 01.08.2008 soll aus der
Knapp zwei Jahre hat es gedauert, bis das
Anja Hölper. „Ihr Redebedarf ist größer, als wir
Probe Standard werden.
neue Konzept stand und auch praktikabel
angenommen hatten, und dadurch, dass sie
war. „Wir haben uns alles selbst erarbeitet.
dazu nun Gelegenheit bekommen, fühlen sie
Leitbild wird real gelebt
Fazit: Die Übergabezeit ist stark
verkürzt worden und nähert sich
den 15 Minuten an. Die Patienten
empfinden diese Art der Übergabe als durchweg positiv. Die Qualität der Pflege wird in Bezug auf effizienten Informationsfluss und die
Versorgung gesichert und zuletzt
wird das Leitbild des Stiftungsklinikum Mittelrhein „Menschen im
Mittelpunkt
unseres
Handelns“
und „Lernen und Verändern – heute für morgen“ hier real gelebt.
Die Patienten in Koblenz sehen die persönliche Art der Pflegeübergabe als durchweg positiv an. Foto: Jutta Weber
CLINOTEL-Magazin
25
Aus den Mitgliedshäusern
Tagesbetreuung in Koblenz: die Lösung für pflegende Angehörige
SKM-Seniorenhaus hat sein Angebot erweitert
Koblenz • Täglich pflegen sie zu Hause Fa-
hin war ich ja nicht berufstätig, so konnten wir
Die Gäste in der Tagesbetreuung erleben ei-
milienmitglieder rund um die Uhr, nehmen
meine Mutter zu uns nehmen und ich bin den
nen Tag in familiärer Atmosphäre. In kleinen
kaum selbst noch am normalen Leben teil,
ganzen Tag bei ihr.”
zueinander passenden Gruppen werden die
gönnen sich keinen freien Tag, oft über Jah-
vier angebotenen Mahlzeiten je nach Wunsch
re nicht. Viele Menschen sind davon be-
Gäste der Tagesbetreuung erleben Tag in
gemeinsam vorbereitet und in Gesellschaft
troffen, ertragen aber ihr Schicksal mit un-
familiärer Atmosphäre
anderer Gäste eingenommen.
glaublicher Energie und Selbstverzicht.
Das Problem ist nicht neu, wird aber immer
mehr zum Thema. Die Verantwortlichen im
Verborgene Talente wecken –
Claudia D. aus Boppard (Name von der Re-
„Seniorenhaus zum Hl. Geist“ in Boppard ha-
Freundschaften entstehen lassen
daktion geändert) ist langsam am Ende ihrer
ben es aufgegriffen und bieten durch die Er-
„Ein gewohntes Mittagsschläfchen, die Medi-
Kräfte: „Meine eigene Familie kommt schon
weiterung ihrer Tagesbetreuung eine gute
kamentengabe oder die Insulinspritze stellen
lange zu kurz und für mich selbst bleibt ei-
und bezahlbare Lösung. Doris Seis, Leitung
auch kein Problem dar. Unser Ziel ist es, den
gentlich gar keine Zeit.” Besonders schwie-
Altenhilfe und ambulante Pflege im Stiftungs-
Senioren sinnvoll einen schönen Tag gemein-
rig wird es, wenn ein unverhoffter Termin be-
klinikum Mittelrhein, erläutert: „In Boppard
sam mit anderen anzubieten”, beschreibt Do-
vorsteht, sie selbst mal zum Arzt muss oder
bieten wir sieben Tage die Woche täglich von
ris Seis das Konzept. Singen, Spielen, Hand-
zur Krankengymnastik wegen ihrer lädierten
8:00 bis 18:00 Uhr fachkompetente, individu-
arbeiten, Basteln, Malen, Gedächtnistraining
Schulter. „Ein Friseurbesuch ist schon ein Pro-
elle, pflegerische Betreuung und Versorgung
oder Lesen stehen auf dem Programm und
blem. Und mal eben nach Koblenz fahren, so
von Pflegebedürftigen an. Auch eine Abend-
wecken oftmals verborgene Talente und Le-
wie vor dem Schlaganfall meiner Mutter, das
betreuung oder eine Übernachtung ist bei
bensgeister. Freundschaften entstehen, kein
ist schon lange nicht mehr drin. Aber immer-
uns möglich.”
Tag ist wie der andere.
Probetag ist möglich
Die Tagesbetreuung kann an jedem Tag, an einzelnen Tagen
oder auch stundenweise genutzt werden. Die Kosten werden
bei eingestuften Gästen anteilig
im Rahmen des Pflegeversicherungsgesetzes von der Pflegekasse übernommen.
Kosten Tagesbetreuung
ohne Einstufung: 30,43 Euro
Pflegestufe 1: 39,12 Euro
Pflegestufe 2: 39,12 Euro
Pflegestufe 3: 41,44 Euro
Ein Fahrdienst, auch für Rollstuhlfahrer, kann bei Bedarf kostengünstig vermittelt werden. Das
Seniorenhaus lädt alle Interessierten zum Hereinschauen ein,
auch ein Probetag ist möglich.
Das Programm der Tagesbetreuung und die familiäre Atmosphäre im Seniorenhaus zum Hl. Geist tut allen Beteiligten gut.
Weitere Informationen:
Foto: Ute König
www.seniorenhaus-boppard.de
26
CLINOTEL-Magazin
Aus den Mitgliedshäusern
hochspezialisierten Frauen- und Kinderärzten rund um die Uhr gleichzeitig betreut werden.“ Die Statistik zeigt nach den Worten der
beiden Mediziner, dass in Deutschland und in
Bayern noch immer „zu viele Kinder am falschen Ort und zur falschen Zeit zur Welt kommen“. Neugeborene „werden häufig nach der
Geburt bei Anpassungsstörungen noch immer quer durch Bayern in das nächste Perinatalzentrum transportiert“, schildert Chefarzt
Prof. Dr. Thorsten Fischer die wenig erfreuliche Situation.
Chefarzt Dr. Reinhard Herterich bemängelt
schon lange, dass häufig wertvolle Zeit verloren gehe, bis eine optimale Versorgung in einem Perinatalzentrum einsetzen könne: „Mit
der Anfahrt in die Klinik und dem Rücktransport in unser Zentrum kommen so leicht auch
Optimale Hilfe am Beginn des Lebens
mal zwei Stunden zusammen – ein Zeitraum,
Eröffnung des Perinatalzentrums
Niederbayern in Landshut-Achdorf
der für Neugeborene schlicht und einfach gefährlich sein kann.“
Auch Frauen mit unauffälliger
Schwangerschaft profitieren vom PNZ
Landshut • Mit Eröffnung des neuen Perina-
sichtigung der Neugeborenen-Intensivstati-
Noch eklatanter sei die Situation für Frühge-
talzentrums der höchsten Stufe am Kran-
on und des Kreißsaales möglich.
borene: Eine deutschlandweit viel beachte-
kenhaus Landshut-Achdorf – Perinatalzen-
te Untersuchung konnte vor Kurzem zeigen,
trum Niederbayern – beginnt eine neue Ära
„Wir sind außerordentlich froh, dass die ver-
dass zu früh geborene Kinder auf kleinen
für die medizinische Versorgung schwan-
antwortlichen Politiker und Mediziner der
Frühgeborenenstationen ein um 80 Prozent
gerer Frauen in Landshut und in Nieder-
Stadt und des Landkreises gemeinsam diesen
höheres Sterberisiko als in großen Perinatal-
bayern. Das Landshuter Perinatalzentrum
wichtigen und zukunftsweisenden Weg ge-
zentren haben.
(PNZ), in dem Gynäkologen, Perinatalme-
gangen sind und somit die Gründung eines
diziner und Kinderärzte in engster Koope-
Perinatalzentrums der höchsten Stufe ermög-
„Mit der Gründung unseres Perinatalzentrums
ration Tür an Tür arbeiten, wird das einzige
licht haben“, erklärt Marlis Flieser-Hartl, Ge-
verfügt Landshut mit 16 Beatmungsplätzen
in der ganzen Region sein. Dadurch wird die
schäftsführerin des Achdorfer Klinikums.
neben der Technischen Universität München
optimale Versorgung schwangerer Frauen
und ihrer Kinder garantiert.
über das größte Perinatalzentrum Bayerns“,
Mütter bleiben Tür an Tür bei ihren Babys
freut sich Chefarzt Prof. Dr. Fischer. Aber auch
Die beiden Leiter des Perinatalzentrums, Chef-
gesunde Frauen mit unauffälligem Schwan-
Am 12.04.2008 öffnete das neue PNZ im Rah-
arzt Dr. Reinhard Herterich von der Kinderkli-
gerschaftsverlauf profitieren von der Anwe-
men eines „Tags der offenen Tür“ auch für die
nik St. Marien und Chefarzt Prof. Dr. Thorsten
senheit der Perinatalmediziner in besonde-
breite Öffentlichkeit seine Tore. Für alle inte-
Fischer von der Achdorfer Frauenklinik, unter-
rem Maße, wie der Chefarzt betont: „Vielen
ressierten Bürger aus dem weiten, bis weit
streichen die überregionale Bedeutung des
werdenden Eltern ist nicht bekannt, dass zwei
in die niederbayerischen Nachbarlandkreise
Perinatalzentrums durch sein hervorragendes
Drittel aller geburtshilflichen Schwierigkei-
und nach Oberbayern hineinreichenden, Ein-
Niveau: „Erstmals können in Landshut Mütter
ten nach völlig normalen Schwangerschaften
zugsgebiet der Achdorfer Klinik war eine Be-
und ihre neugeborenen Kinder Tür an Tür von
ohne erkennbare Risiken auftreten.“
CLINOTEL-Magazin
27
Aus den Mitgliedshäusern
Erste Patienten mit Vorhofflimmern am Herzkatheter-Messplatz behandelt
Klinikum Lünen baut Kardio-Marktführerschaft aus
Lünen • Im Klinikum St.-Marien-Hospital
„Das Schönste ist: Ich spüre mein Herz nicht
blieren zu können“, freut sich Priv.-Doz. Dr. Chris-
wird nun auch das Vorhofflimmern, die häu-
mehr. Ich fühle mich einfach prima“, berichtete
tian Perings, Chefarzt der Medizinischen Klinik I.
figste anhaltende Herzrhythmusstörung in
Frau H. mit großer Erleichterung. Unter Betäu-
„Damit sind wir die einzige Klinik im nordöstli-
der deutschen Bevölkerung, durch eine so
bung hatte die Patientin die aufwändige Ka-
chen Ruhrgebiet, die diese spezielle Form der
genannte Katheter-Ablation beseitigt. Am
theterbehandlung quasi „verschlafen“. Schon
kathetergestützten
14.04.2008 behandelten die Kardiologen
zwei Tage nach dem Eingriff konnte die 51-jäh-
anbietet“, so Dr. Perings. Die Therapiepalette
erstmals Patienten mit dieser komplexen,
rige Patientin entlassen werden. „Wir gehen
für Herzrhythmusstörungen in der Kardiologie
aufwändigen Katheterprozedur mittels ei-
davon aus, dass die Patientin beschwerdefrei
des St.-Marien-Hospitals ist damit so komplet-
nes speziellen elektrophysiologischen Navi-
bleibt“, so Dr. Perings.
tiert, dass sie dem Leistungsspektrum speziali-
gationssystems.
Arrhythmiebehandlung
sierter universitärer Zentren entspricht. Damit
Spezielle Katheterverödungstechnik
baut das Klinikum seine bereits führende Posi-
Erste Patientin war Monika H., die im Jahre 2007
Mithilfe eines durch die Leiste eingeführten
tion in der Arrhythmiebehandlung rhythmolo-
bereits einige Wochen im Lüner Klinikum ver-
Spezialkatheters wurden während der Herzka-
gischer Problempatienten weiter aus.
bringen musste, weil ihr Herzrasen unerträg-
theteruntersuchung verschiedene Orte auf der
lich wurde und die verordnete Medizin nur be-
Herzinnenseite aufgesucht, die für die Herz-
Hintergrundinformation
dingt helfen konnte. Jetzt wurde ihr durch die
rhythmusstörungen verantwortlich waren.
Das Vorhofflimmern ist eine der häufigsten Ur-
erfahrenen Kardiologen Chefarzt Priv.-Doz. Dr.
Durch eine spezielle Katheterverödungstech-
sachen für ambulante Arztbesuche und Kran-
Christian Perings und Oberarzt Rainer Halfen-
nik konnten dann die Stellen, die für die Ar-
kenhausaufenthalte in Deutschland über-
berg in einem fünfstündigen Eingriff der Lei-
rhythmie ursächlich waren, elektrisch isoliert
haupt. Nach aktuellen Schätzungen sind rund
densdruck genommen. Die Ärzte hatten das
und damit eine Beseitigung der Herzrhyth-
800.000 Menschen in Deutschland, also rund
Herz der Patientin – so wörtlich – per Katheter
musstörung erzielt werden.
ein Prozent der Bevölkerung, davon betroffen.
wieder „in Takt“ gebracht.
„Wir sind froh, dieses Therapieprinzip hier etaDas individuelle Risiko, an Vorhofflimmern zu erkranken, hängt stark
vom Lebensalter ab und verdoppelt
sich ab dem 50. Lebensjahr etwa mit
jeder Altersdekade. Während von
den unter 50-Jährigen deutlich weniger als ein Prozent an Vorhofflimmern leiden, steigt die Häufigkeit
bei den über 60-Jährigen auf vier bis
sechs Prozent und bei über 80-Jährigen auf neun bis 16 Prozent an. Dabei
sind Männer in den jüngeren Altersstufen häufiger betroffen als Frauen.
Durch die höhere Lebenserwartung
der Frauen gibt es jedoch insgesamt
etwa gleich viele Patienten, die unter dieser Arrhythmie leiden. Eine
Vielzahl häufiger Erkrankungen wie
zum Beispiel der Bluthochdruck, die
Herzmuskelschwäche, die koronare Herzerkrankung und der Diabetes mellitus begünstigt das Auftre-
Priv.-Doz. Dr. Christian Perings, Patientin Monika H., Oberarzt Rainer Halfenberg (v. l.).
Foto: G. Blaszczyk
28
CLINOTEL-Magazin
ten von Vorhofflimmern.
Aus den Mitgliedshäusern
Folgeschäden sind problematisch
Das klinisch wesentlichste Problem des Vorhofflimmerns ist nicht die Rhythmusstörung
selbst, sondern die daraus erwachsenden Folgeschäden. Hier ist an erster Stelle das erhöhte
Schlaganfallrisiko zu nennen, das in Abhängigkeit vom Alter und den Begleiterkrankungen
bis zu acht Prozent pro Jahr beträgt. Daneben
wird diese Rhythmusstörung von einer Großzahl der Patienten als wesentlich lebensqualitätsmindernd erachtet, da der resultierende
unregelmäßige Herzschlag verspürt wird und
zeitgleich die Herzkraft um zehn bis 15 Prozent
abnimmt, sodass viele Betroffene nicht nur ein
NoAnnotation3
Herzstolpern und Herzrasen als unangenehm
Das Herz der Patientin in 3-D-Ansicht: Ablationspunkte in rot, Sicht von hinten.
Das Herz der Patientin in
empfinden, sondern auch eine reduzierte Belastbarkeit in Alltagssituationen resultiert.
Antiarrhythmika mit Nebenwirkungen
Insofern steht für die meisten Patienten die
Wiederherstellung des normalen Grundrhythmus, das heißt Sinusrhythmus, im Vordergrund ihrer Therapiewünsche. Hierfür stehen
zwei grundsätzlich verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Einerseits kommen die so genannten Antiarrhythmika zum Einsatz, also Medikamente, die der
Arrhythmie entgegenwirken sollen. Limitierend hierbei ist jedoch, dass sämtliche zur Verfügung stehenden Substanzen auch potenzielle Nebenwirkungen aufweisen, die zum Teil
Sicht von vorn.
bedrohliche Formen annehmen können. Darüber hinaus kommt es trotz der Einnahme solcher Medikamente in bis zu 50 Prozent der
Fälle binnen Jahresfrist zu so genannten Rezidiven des Vorhofflimmerns, also einem Wiederauftreten der Arrhythmie.
Katheter-Ablation als Alternative
Sollten die rhythmusstabilisierenden Medikamente nicht helfen oder bedeutsame Nebenwirkungen auftreten, wird heutzutage in großen rhythmologischen Spezialzentren die so
genannte Katheter-Ablation als zweites therapeutisches Standbein angeboten.
Sicht seitlich.
CLINOTEL-Magazin
29
Aus den Mitgliedshäusern
Zentrum für Schmerz- und Palliativmedizin im St. Josef Krankenhaus Moers
Patient und Angehörige stehen im Mittelpunkt
Moers • Die Abteilung für Schmerz- und Pal-
auf unserer Station ist die Erhaltung und die
liativmedizin wird seit dem 01.02.2008 von
Verbesserung der Lebensqualität des Einzel-
Norbert Schürmann, Departmentleiter für
nen. Hierzu stehen speziell ausgebildete Pfle-
Palliativmedizin im St. Josef Krankenhaus
gekräfte, Fachärzte aus allen medizinischen
Moers, geleitet.
Bereichen, speziell ausgebildete Schmerztherapeuten und Palliativmediziner, Seelsorger
Der Begriff Palliativmedizin umschreibt die
und Physiotherapeuten zur Verfügung.
pflegerisch und medizinisch umfassende,
Sehr wichtig ist es, dass auch die Angehöri-
ganzheitliche Versorgung und Betreuung von
gen der Patienten in die Beratung und Beglei-
Patienten, die an einer schweren, nicht heilba-
tung mit einbezogen werden.
ren Erkrankung leiden. Auch wenn eine Krank-
Auch wenn der Patient wieder zu Hause ist,
heit grundsätzlich nicht mehr heilbar ist, kann
hört die ärztliche und pflegerische Betreu-
doch das Leiden gelindert und die Lebens-
ung für ihn nicht auf. Wir arbeiten eng mit
qualität der betroffenen Menschen verbes-
den Hausärzten und mit den Pflegediens-
Das Logo des niederrheinischen Zentrums für Pallia-
sert werden. Auf der Palliativstation arbeiten
ten zusammen, damit den Patienten die best-
tivmedizin im St. Josef Krankenhaus Moers.
wir als Team zusammen, um für den Patienten
mögliche Versorgung und Betreuung auch
da zu sein und körperliche und seelische Be-
außerhalb des Krankenhauses zukommt. Un-
Schmerzschübe ein. Manchmal ist eine sta-
schwerden zu lindern oder zu beseitigen.
abhängig von der stationären Behandlung
tionäre Aufnahme nötig, um in der akuten
bieten wir einen ambulanten Palliativdienst
Schmerzphase oder bei schwer therapierba-
„Der Mensch im Mittelpunkt“
an, der den Patienten zu Hause unterstützt
ren chronischen Schmerzen Behandlungen
Unter diesem Motto sind wir dazu berufen,
und die stationär begonnene Therapie fort-
durchzuführen, die eine Beobachtung und in-
gerade die schwerstkranken und chronisch
setzt.
tensive Betreuung des Patienten durch fachspezifisches Personal nötig machen. Mit un-
kranken Patienten menschlich und medizinisch besonders gut zu versorgen. Ziel der
Im Zentrum der Schmerztherapie steht die
serer Schmerzambulanz sind wir in der Lage,
Begleitung ist die Erhaltung und die Verbes-
Behandlung und Betreuung von Patienten
auch nach einem stationären Aufenthalt die
serung der Lebensqualität des einzelnen Pa-
mit chronischen Schmerzen. Ambulant und
weitere schmerztherapeutische Versorgung
tienten.
stationär gehen wir individuell therapeutisch
zu gewährleisten. Dies geschieht in enger Zu-
Oberstes Ziel der Behandlung und Begleitung
auf chronische Schmerzzustände und akute
sammenarbeit mit dem Hausarzt und dem
Pflegedienst.
Unser Behandlungsteam besteht aus:
• fachlich spezialisierten Ärzten der Abteilung
für Anästhesiologie und Intensivmedizin
• palliativmedizinisch und schmerztherapeutisch geschultem Pflegepersonal, Psychologen und Seelsorgern, Physiotherapeuten,
Sozialarbeitern, dem ambulantem Palliativdienst, Krankenschwestern der Pflegeüberleitung, Selbsthilfegruppen und ehrenamtlichen Helfern.
(v. l.) Norbert Schürmann, Departmentleiter Palliativmedizin und Schmerztherapie, Catrin Dennenlöhr, Stationsleitung, Reinhold Schneider, Dipl.-Sozialarbeiter und Psychoonkologe, Dr. Andreas Hampf,
Facharzt für Anästhesie.
30
CLINOTEL-Magazin
Aus den Mitgliedshäusern
Oberhausener Fußballer testeten RückenmO.bil des REHA-Zentrums – Fazit:
Super Idee für starke Rücken in den Betrieben
Oberhausen • Rückenübungen „to go“ – so
„Am Anfang stand die Anfrage, ob wir für die
sierten Unternehmen zugänglich zu machen,
oder ähnlich könnte man das Konzept des
Mitarbeiter des Technischen Rathauses und
zumal sich Erfolg und Einfachheit des Kon-
RückenmO.bils des Reha-Zentrums Ober-
des Finanzamtes Nord ein betriebliches Prä-
zeptes in Oberhausen herumgesprochen hat-
hausen umschreiben, das Jürgen Lugin-
ventionsprogramm zur Stärkung der Rücken-
ten. So kam man auf die Idee, die Geräte in ei-
ger (Vorstandsmitglied und sportlicher Lei-
muskulatur entwickeln können. Das haben wir
nen Bus einzubauen.
ter des aktuellen Zweitliga-Aufsteigers
dann umgesetzt, indem wir ein gerätegestütz-
Rot-Weiß Oberhausen), Marcel Landers
tes Kräftigungstraining entwickelt haben. Ba-
50 Prozent der Mitarbeiter machten mit
und Timo Uster (Abwehr-Recken des RWO-
sis dieses Trainings war eine biomechanische
Dieser Bus ist jetzt zum ersten Mal bei den
Teams) jetzt genauer unter die Lupe nah-
Funktionsanalyse der Wirbelsäule, die wir bei
Wirtschaftsbetrieben Oberhausen (WBO) im
men.
jedem Mitarbeiter durchgeführt haben. Dar-
Einsatz. Geschäftsführer Karsten Woidtke und
auf aufbauend hat dann jeder Mitarbeiter ein
Personalleiter Michael Jehn wollen damit ei-
Hinter dem Namen RückenmO.bil verbirgt sich
individuelles Übungsprogramm gezeigt be-
nen Ausgleich schaffen zur meist schweren
ein umgebauter Linienbus der STOAG, in dem
kommen, das einmal pro Woche absolviert
körperlichen Arbeit, die ihre Mitarbeiter täg-
ein Gerätesystem integriert ist, an dem Kräfti-
wurde“, erklärt Jens Roßkothen, Diplom-Sport-
lich verrichten. „Krankmeldungen aufgrund
gungsübungen für die wirbelsäulenstabilisie-
lehrer und Leiter des Präventionsbereiches im
von Erkrankungen rund um den Rücken sind
rende Muskulatur durchgeführt werden kön-
Reha-Zentrum Oberhausen, das zum St. Cle-
bei uns der Spitzenreiter. Da das Rücken-
nen. Das RückenmO.bil kann, wie aktuell bei
mens Hospitale Sterkrade gehört. Die Aktion
mO.bil ein freiwilliges Angebot ist, freuen wir
den Wirtschaftsbetrieben Oberhausen GmbH
wurde von den Mitarbeiterinnen und Mitarbei-
uns, dass über die Hälfte unserer Mitarbeiter
(WBO), direkt vor Ort geparkt werden, um den
tern sehr gut angenommen, da sich der Zeit-
mitmacht“, so Jehn.
Mitarbeitern der teilnehmenden Unterneh-
aufwand auf nur 10 bis 15 Minuten pro Woche
men unter fachlicher Anleitung ein Rückenprä-
beschränkte. Zudem konnte Roßkothen nach
Starker Rücken auch für Fußballer wichtig
ventionsprogramm anzubieten.
einem Jahr Laufzeit eine gehörige Kräftigung
„Die Idee ist super, denn in meinem Alltag
der trainierten Muskelgruppen feststellen.
als sportlicher Leiter bei Rot-Weiß Oberhau-
Technisches Rathaus und Finanzamt
begannen mit dem Mobiltraining
sen merke ich, wie wichtig ein starker Rücken
Da lag es nahe, das Konzept anderen interes-
ist. Deshalb stehen bei uns regelmäßig Dehnund
Kräftigungsübun-
gen auf dem Programm,
die wir mit Unterstützung des Reha-Zentrums
durchführen. Da kann ich
es nur begrüßen, wenn
jetzt auch Oberhausener
Unternehmen diese Unterstützung bekommen“,
so Jürgen Luginger.
Das RückenmO.bil ist bei
der WBO noch bis mindestens April 2009 im
Einsatz. Kapazitäten hat
Jens
Roßkothen
aller-
dings noch frei.
Interessierte
Unterneh-
men können sich unter
(v. l. n. r.) Michael Jehn, Timo Uster, Marcel Landers, Karsten Woidtke, Jens Roßkothen, Nadine Bruckhoff, Michael Stanislowski,
Tel.: 0208 695 140 bera-
Hans Rosenkranz, Jürgen Luginger.
ten lassen.
CLINOTEL-Magazin
31
Aus den Mitgliedshäusern
Stadtwerke Pirmasens übernehmen Kälteversorgung am Städtischen Krankenhaus
„Es ist ein gigantischer Kühlschrank“
Pirmasens • „Die Idee, überschüssige Wär-
„Es wäre ein positives Signal für die gesamte
arbeit von Stadtwerken und Städtischem
me in kaltes Wasser zu verwandeln, ist geni-
Region, wenn unser Beispiel Schule machen
Krankenhaus ist dies allerdings ein sehr gro-
al“, sagt Horst-Michael Arndt, Geschäftsfüh-
würde“, sagt Martin Forster, Geschäftsführer
ßer Kühlschrank. Fischer: „Unsere Spitzenleis-
rer der Ruppiner Kliniken. Das gilt vor allem,
des Städtischen Krankenhauses Pirmasens.
tung liegt bei etwa 1,5 Megawatt. Wenn man
wenn die Abwärme aus dem Heizkraftwerk
„In jedem Krankenhaus gibt es Funktions-
davon ausgeht, dass der Durchschnittsver-
der Stadt Pirmasens genutzt werden kann,
bereiche und Geräte, die besonders klimati-
brauch pro Haus bei etwa 10 kW liegt, wür-
um die Arbeitstemperatur von medizin-
siert oder gekühlt werden müssen. OP-Säle,
de die Versorgungsleistung für 100 Einfami-
technischem Großgerät im nahe gelegenen
Röntgenanlagen und der Linksherzkatheter-
lienhäuser ausreichen.“ Der durchschnittliche
Krankenhaus zu regulieren.
Messplatz sind einige Beispiele, in denen spe-
Verbrauch des Städtischen Krankenhauses lie-
zielle Kühlanlagen bislang für eine angemes-
ge bei rund 800 kW, wobei Überschüsse in ei-
„Das System ist wirtschaftlich und schont die
sene Betriebstemperatur gesorgt haben. Da
nem so genannten Pufferspeicher zwischen-
Umwelt“, rechnet Arndt. Um sich vor Ort ein
das städtische Heizkraftwerk keine 400 Me-
gelagert und bei Bedarf abgerufen werden
Bild von der Tragfähigkeit dieser jüngsten Ko-
ter von der Klinik entfernt liegt, waren in Pir-
können.
operation zwischen dem Städtischen Kranken-
masens anstehende Umbaumaßnahmen ge-
haus und den Stadtwerken Pirmasens machen
nutzt worden, um den Kühlwasserkreislauf
Verlässliche Kühlanlage auch für die
zu können, war der Geschäftsführer eigens mit
des Krankenhauses an das Heizkraftwerk an-
Radiologische Praxis
einer dreiköpfigen Delegation von Branden-
zuschließen.
Dass von dieser Art der energieschonenden
burg in die Westpfalz gereist. Nach einer Bege-
Kälteversorgung nicht nur die eigenen Abtei-
hung beider Anlagen war Arndt von dem Inno-
Versorgungsleistung reicht für
lungen des Städtischen Krankenhauses pro-
vations-Charakter des Projektes überzeugt. Es
100 Einfamilienhäuser
fitieren, liegt auf der Hand. „Wir haben die
werde sich zeigen, inwieweit sich die Erfahrun-
„Die Umwandlung der Abwärme in kaltes
Gelegenheit genutzt, um auch die Radiolo-
gen der Westpfälzer auf eine Zusammenarbeit
Wasser geschieht auf ähnliche Weise wie in ei-
gische Praxis der niedergelassenen Fachärzte
zwischen den Ruppiner Kliniken und den dor-
nem Camping-Kühlschrank“, sagt Kraftwerks-
Prof. Dr. Kubale und Dres. Junk, Rech, Schmidt
tigen Stadtwerken übertragen lassen.
leiter Orland Fischer. Im Falle der Zusammen-
an unser System anzuschließen“, sagt Martin
Forster. Als ein wesentlicher Baustein in dem
geplanten, flächendeckenden Netz von Vorsorge-Untersuchungseinheiten
im
Kampf
gegen den Brustkrebs ist die Praxis mit besonders
leistungsfähigem
Diagnosegerät
ausgestattet. In diesem Zusammenhang sei
eine verlässliche Kühlanlage mit großen Leistungsreserven wichtig, um dauerhaft eine optimale Diagnostik zu gewährleisten.
Über CLINOTEL auf das „Pirmasenser
Modell“ aufmerksam geworden
Weil „Zukunftssicherung“ zu den wesentlichen Themen im Krankenhausalltag gehört,
war der Geschäftsführer der Ruppiner Kliniken, Horst-Michael Arndt, über den CLINOTEL-Krankenhausverbund auf das „Pirmasenser Modell“ aufmerksam geworden.
(v. l. n. r.) Technischer Leiter Andreas Heintz (Städt. Krankenhaus Pirmasens), Horst-Michael Arndt (Geschäftsführer Ruppiner Kliniken), Martin Forster (Geschäftsführer Städt. Krankenhaus Pirmasens), Orland Fischer
(Kraftwerksleiter).
32
CLINOTEL-Magazin
C. Bischoff, Textbüro
Aus den Mitgliedshäusern
Linksherzkatheterlabor und 4-D-Herzultraschall im Mai in Betrieb genommen
Echokardiographie-Diagnostik in neuer Dimension
Speyer • Die Klinik Innere Medizin in Speyer
fen werden wie Patienten mit
verfügt über eine breite internistische Kom-
einer Herzinsuffizienz oder
petenz. Seit September 2007 wurden mit
mit Herzrhythmusstörungen.
den neuen Chefärzten Priv.-Doz. Dr. Thomas
Durch die umfassende Unter-
Rabenstein und Dr. Harald Schwacke techni-
suchung und modernste Be-
sche und medizinische Neuerungen in den
handlung „aus einer Hand“
Bereichen der Gastroenterologie und Kar-
können zum Beispiel Herzin-
diologie vorgenommen.
farkte früher behandelt und
Seit April 2008 vervollständigt Dr. Gerhild
somit die Überlebenschance
Hettinger auf dem Gebiet der Geriatrie das
der Betroffenen erheblich er-
Chefärzte-Trio.
höht werden.
Mit dem Aufbau der invasiven Kardiologie
Neue Dimension
Das neue Linksherzkatheterlabor im Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus Speyer.
treibt das Diakonissen-Stiftungs-Kranken-
Ein weiteres Highlight der
haus Speyer die Spezialisierung in der Inne-
kardiologischen Abteilung im
ren Medizin weiter voran. Am 07.05.2008 hat
Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus Speyer
sorgung der Herzpatienten auf höchstem me-
die Speyerer Klinik mit der Eröffnung des
ist das so genannte 4-D-Ultraschallgerät, das
dizinischen und technischen Niveau wird die
Linksherzkatheterlabors einen weiteren Mei-
eine echokardiographische Diagnostik in einer
Kompetenz der kardiologischen Abteilung
lenstein auf dem Weg zur kardiologischen
völlig neuen Dimension ermöglicht. Durch die
und damit des gesamten Krankenhauses er-
Versorgung der Herzpatienten der Region er-
hohe räumliche und zeitliche Bildauflösung
heblich aufgewertet.
reicht.
wird durch eine wesentlich genauere Diagno-
Behandlung „aus einer Hand“
se eine gezieltere Behandlung von Herzerkran-
Zusammenarbeit mit Niedergelassenen
kungen möglich.
Bei der Versorgung der Herzpatienten setzen
die Speyerer Kardiologen nicht nur auf neu-
Das neue Herzkatheterlabor ermöglicht neben der Untersuchung von Herz und Herz-
Kardiologische Rundumversorgung
este Behandlungstechniken: Auch die Zu-
kranzgefäßen auch die Aufdehnung von Herz-
Mit dem neuen Linksherzkatheterlabor und
sammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten
kranzgefäßverengungen. Außerdem sind die
dem 4-D-Herzultraschallgerät befindet sich
der Region und anderen Kliniken sowie die
anschließende Implantation von Stents und
die Speyerer Klinik auf dem besten Weg, das
Vorsorge spielen eine wichtige Rolle. Daher
die Behandlung akuter Herzinfarkte möglich.
gesamte Spektrum der Diagnostik und nicht-
konnten sich nicht nur die über 100 gelade-
Patienten mit akuten oder chronischen koro-
chirurgischen Behandlung von Herzerkran-
nen Gäste bei der offiziellen Eröffnung des
naren Herzerkrankungen kann ebenso gehol-
kungen abzudecken.
Herzkatheterlabors am 07.05.2008 ein Bild
Neben den neuen in-
der neuen Angebote machen. Drei Tage spä-
vasiven Angeboten
ter fanden etwa 500 Besucher den Weg ins
liegen Schwerpunk-
Krankenhaus, um die neuen kardiologischen
te der Kardiologie
Highlights bei einem Tag der offenen Tür zu
im Diakonissen-Stif-
besichtigen. Sie zeigten sich nicht nur beein-
tungs-Krankenhaus
druckt von den technischen Möglichkeiten,
Speyer weiterhin auf
sondern nutzten auch die Gelegenheit, an ei-
Herzschrittmacher-
nem Herzkathetersimulator selbst in die Rol-
und Defibrillatorim-
le des Arztes zu schlüpfen, sich ihr Herz in
plantationen
und
4-D-Aufnahmen anzusehen, einen kleinen
speziellen Implanta-
Gesundheitscheck zu machen und sich bei
ten zur Behandlung
der deutschen Herzstiftung zu informieren.
der Herzschwäche.
Weitere Informationen unter:
Das Kardiologen-Team: Chefarzt Dr. Harald Schwacke und Oberärzte Dr. Thomas
Mit dieser kardiolo-
www.herzkatheter-speyer.de
Müller und Dr. Andreas Kuhfus (v. l.).
gischen Rundumver-
E-Mail: kardiologie@diakonissen.de
CLINOTEL-Magazin
33
Aus den Mitgliedshäusern
Stiftung Juliusspital nimmt neu sanierten Teil des Krankenhauses in Betrieb
Moderne Zimmer mit allem Komfort
Würzburg • Die Gerüste sind gefallen, der
de ebenso gefördert wie durch
Zugang von der Juliuspromenade ist wieder
die ansprechende Helligkeit und
offen, die Patienten können einziehen. Der
Größe der Zimmer, die selbstver-
Bauabschnitt 4 a der Sanierung des Kran-
ständlich auch mit Fernsehen
kenhauses der Stiftung Juliusspital ist fer-
und Telefon ausgestattet sind.
tiggestellt. Damit stehen in dem sanierten
Im Erdgeschoss sind die Chef-
Gebäudeteil insgesamt 58 Betten in moder-
arztbereiche der Chirurgie und
nen Zimmern mit Nasszelle zur Verfügung.
Inneren Medizin untergebracht.
Neu eingerichtet wurde ein zen-
Das Gebäude entlang der Juliuspromenade
traler Untersuchungsbereich für
westlich des Eingangs wurde total entkernt.
diverse Sprechstundenangebo-
Hierbei fielen circa 4.400 Tonnen Bauschutt an.
te, die im Vorfeld einer statio-
Zur Sicherung der Statik mussten Bohrpfäh-
nären Behandlung erforderlich
le von bis zu elf Metern Länge in den Unter-
sind.
grund eingebracht werden. Dabei verbauten
die Handwerker etwa 125 Tonnen Stahl.
Ein neu eingebauter Personen-
Neben der Erneuerung der gesamten Haus-
aufzug am Eingang Juliuspro-
technik wurden auch Schallschutzfenster ein-
menade ermöglicht einen leich-
gebaut. In freundlichen Farben und in einem
ten und barrierefreien Zugang
modernen Gesamteindruck präsentieren sich
zu allen Geschossen im histori-
die Patientenbereiche im 1. und 2. Oberge-
schen Gebäude .
Der Leiter der Stiftung Juliusspital, Oberpflegamtsdirektor Rainer Frei-
schoss. Zwei Stationen mit je 29 Betten wur-
Die Bauarbeiten wurden nach
herr von Andrian-Werburg (rechts), und der Leiter des Krankenhauses,
den nach neuesten Erfordernissen eingerichtet
fachlicher Billigung durch die Re-
Walter Herberth (links), auf dem Weg durch den frisch sanierten Kran-
und bieten damit beste Möglichkeiten für eine
gierung von Unterfranken am
kenhausabschnitt.
qualifizierte Versorgung der Patienten und de-
09.10.2006 begonnen. Seit dieser
ren Genesung. Diese wird durch die erwähn-
Zeit hat die Stiftung insgesamt 9,5 Millionen
Maßnahme mit einem Zuschuss von 7,8 Milli-
ten Schallschutzfenster an der Juliuspromena-
Euro verbaut. Der Freistaat Bayern fördert die
onen Euro.
Eine Veränderung der Gesamtplanbettenzahl
des Juliusspitals von 365 war mit dem jetzt beendeten Bauabschnitt nicht verbunden. Der
noch nicht sanierte Teil des Gebäudes östlich des Eingangs an der Juliuspromenade soll
möglichst bald der notwendigen Generalüberholung unterzogen werden. Hier steht allerdings noch die endgültige Förderzusage des
Freistaates Bayern aus. Wann diese vorliegt,
ist noch offen. Die Generalsanierung des Krankenhauses Juliusspital wurde 1990 mit dem
Neubau in der Koellikerstraße begonnen. Sie
hat bis einschließlich heute etwa 96 Millionen
Euro gekostet.
Die Bevölkerung konnte sich am 01.06.2008
von 10:30 bis 17:00 Uhr bei einem Tag der offenen Türen einen Einblick in die gelungene Sa-
Einweihung einer sanierten Station mit dem Leiter des Krankenhauses, Herrn Walter Herberth (links).
34
CLINOTEL-Magazin
nierung verschaffen.
Namen & Nachrichten
Die Sehnsucht nach dem „Angeschautwerden“ eröffnet die spirituelle Dimension
„Offene Kapelle“ – eine etwas andere Veranstaltung
Lünen • Am Vorabend des 1. Mai und des
serem Menschsein.
Himmelfahrttages fand in der Kapelle des
Die Sehnsucht nach
Klinikums St.-Marien-Hospital eine ganz
dem „Angeschaut-
anders geartete Veranstaltung statt.
werden“
eröffnet
die spirituelle DiDie Kapelle zeigte sich den rund 70 Besuche-
mension, die Suche
rinnen und Besuchern in ungewohnter Wei-
nach Gott.
se, denn eine Ausstellung mit zwölf Bildern
nahm die rechte Seite der Kapelle ein. Die Bil-
Die Kunsttherapeu-
der zeigten Gesichter, Menschen, Traumbilder
tin Frau Dr. Wenge
und ungewohnte Kreuzesdarstellungen. Sie
gab Erläuterungen
sind von den Patientinnen und Patienten der
zu den Künstlerin-
Geriatrischen Klinik während der Kunstthera-
nen und Künstlern
pie (Kunsttherapeutin Dr. Isabelle Wenge) im
sowie zu deren Wer-
Verlauf des vergangenen Jahres gemalt be-
ken. Die Besucher
ziehungsweise gezeichnet worden.
Kunsttherapeutin Dr. Isabelle Wenge zeigt die Bilder der Patienten.
kamen mit den Kunstschaffenden in angereg-
Clara und Lucie –, die mit zarten Seifenblasen
te Gespräche und Diskussionen.
die Zuhörenden verzauberten. Zum Schluss
Unter dem Motto „Lass uns dein Angesicht
Der Abend wurde getragen und aufgelockert
sangen sie für die Patientinnen und Patienten
schauen“ nahm der Gottesdienst zu Beginn
durch musikalische Darbietungen. Beim letz-
ein Gutenachtlied. Die Veranstaltung wurde
diese Thematik auf: Anschauen und Ange-
ten Stück des Akkordeon-Orchesters erschie-
aus der Kapelle in die Patientenzimmer über-
schautwerden gehören grundlegend zu un-
nen plötzlich zwei märchenhafte Clowns –
tragen.
Privatdozent Dr. Gero Massenkeil ist neuer Chefarzt der Medizinischen Klinik II
Als Internist auf Krebsbehandlungen spezialisiert
Gütersloh • Privatdozent Dr. Gero Mas-
der Poliklinik der Charité am Campus Virchow
liativmedizin, ver-
senkeil ist neuer Chefarzt der Medizini-
sowie der Palliativstation der Charité. Er hat
antwortlich leiten.
schen Klinik II am Städtischen Klinikum
an zahlreichen klinischen Studien des Fach-
Sein oberstes In-
Gütersloh. Zum 17.03.2008 hat er die Nach-
gebietes teilgenommen und ist in Studien-
teresse gilt einer
folge von Prof. Gropp angetreten.
gruppen zur Behandlung von Blut- und Tu-
sehr guten Patien-
morerkrankungen tätig.
tenversorgung, bei
Seine Ausbildung begann er in der Medizini-
Dr. Massenkeil hat sich außerdem speziell mit
der die Patienten
schen Poliklinik des Universitätsspitals Zürich.
Infektionsproblemen und Gerinnungsstörun-
von den rasch fort-
Die ärztliche Laufbahn setzte er seit 1994 an
gen bei diesen Patienten beschäftigt und ist
schreitenden
der Charité in Berlin fort. Dabei war er zuerst
in den Arbeitsgruppen der Fachgesellschaft
kenntnissen in der
am Campus Mitte, seit 2001 am Campus Vir-
aktiv an der Entwicklung von Leitlinien betei-
Erkennung
und
chow-Klinikum tätig. Hier erwarb er die Fach-
ligt.
Behandlung
der
arztanerkennung für die Innere Medizin und
2006 wechselte er an die Ruhr-Universität in
Tumor- und Magen-Darm-Erkrankungen pro-
bildete sich zum Hämatologen und Onkolo-
Bochum und ließ sich zum Gastroenterologen
fitieren können.
gen sowie zum Palliativmediziner fort.
ausbilden. Hier lag sein Schwerpunkt in der
Im Jahr 2004 habilitierte er sich mit einer Ar-
Behandlung von gastrointestinalen Tumoren.
In der Klinik sollen die hämatologische Mor-
beit zu akuten Leukämien und der Blutstamm-
Dr. Gero Massenkeil wird die bisher bestehen-
phologie und Immunphänotypisierung mo-
zelltransplantation.
den Schwerpunkte der Klinik, Hämatologie/
dernisiert werden. Dabei soll auch die Telemi-
Seit 2003 oblag ihm als Oberarzt die Leitung
Onkologie sowie Gastroenterologie und Pal-
kroskopie zum Einsatz kommen.
ErPD Dr. Gero Massenkeil
CLINOTEL-Magazin
35
Namen & Nachrichten
Chefarzt der Medizinischen Klinik B zum Professor an der Universität Rostock ernannt
Besondere Anerkennung für Dr. med. Dieter Nürnberg
Neuruppin • Der Chefarzt der Medizinischen
Bereits Anfang der 80er-Jahre führte Dr. Nürn-
Klinik B, Privat-Dozent Dr. med. Dieter
berg in Neuruppin die Ultraschalldiagnostik
Nürnberg, ist am 02.04.2008 zum außer-
der inneren Organe ein. Diesem Gebiet gilt bis
planmäßigen Professor für Innere Medizin
heute sein wissenschaftliches Interesse. Lehrer
an der Medizinischen Fakultät der Universi-
und Vorbild auf dem wissenschaftlichen Weg
tät Rostock ernannt worden.
war Prof. Dr. Hans Berndt, Charité Berlin. 1994
verteidigte D. Nürnberg die von H. Berndt in-
Nach seinem Studium der Humanmedizin
itiierte Habilitationsschrift zum Gallenstein-
an der Humboldt-Universität zu Berlin in den
leiden an der Universität Rostock, erwarb die
Jahren 1973 bis 1979 hat Dieter Nürnberg am
Lehrbefugnis und hielt fortan eine Vorlesung
01.09.1979 als Assistenzarzt im damaligen Be-
in Rostock als Privatdozent. Seit dem 01.11.1991
zirkskrankenhaus Neuruppin die Ausbildung
ist Dr. Nürnberg als Chefarzt der Medizinischen
zum Facharzt Innere Medizin begonnen.
Klinik B in den Ruppiner Kliniken tätig, seit 1994
1980 promovierte er an der Humboldt-Univer-
als Chefarzt der Klinik für Geriatrie und seit Mai
sität mit einem humangenetischen Thema. Sei-
2000 als Ärztlicher Direktor des Medizinischen
ne Lehrer auf dem Wege zum Internisten wa-
Zentrums der Ruppiner Kliniken.
Prof. Dr. Dieter Nürnberg
Götz. Die Facharztprüfung für Innere Medizin
Die Ernennung zum Professor erfolgte auf-
Universität Tätigen eine besondere Anerken-
legte er 1984 ab. Sein zukünftiges Interesse galt
grund der jahrelangen Vorlesungstätigkeit so-
nung dar.
der Gastroenterologie (Magen-Darm-Heilkun-
wie einer umfangreichen Publikations- und
de), wofür ihn insbesondere Dr. Wilfried Stre-
Vortragstätigkeit auf den Gebieten der Sono-
Professor Dr. Dieter Nürnberg wurde 1952 in
below begeisterte. Die entsprechende Schwer-
graphie, der Gastroenterologie und der Inne-
Neuruppin geboren und lebt mit seiner Fami-
punktbezeichnung erwarb Dr. Nürnberg 1991.
ren Medizin. Sie stellt für einen außerhalb der
lie in Alt Ruppin.
ren Dr. Otto-Heinrich Schulz und Dr. Karl-Heinz
Der Direktor der Frauenklinik im Klinikum Ingolstadt ist jetzt auch Hochschullehrer
Dr. med. Babür Aydeniz erhielt Professorentitel
Ingolstadt • Der Direktor der Frauenkli-
Kompetenzen und Ressourcen dafür sind im
nik im Klinikum Ingolstadt, Priv.-Doz. Dr.
Endoskopiezentrum in der Frauenklinik ge-
Babür Aydeniz, ist jetzt zum Professor er-
bündelt.
nannt worden. Damit sind zwölf der 17 Direktorinnen und Direktoren des Klinikums
Schonende und kosmetische Methoden
Ingolstadt Träger eines Professorentitels.
spielen auch im BrustZentrum der Frauenklinik eine große Rolle und sollen Erkrankun-
Die Frauenklinik bietet medizinische Leistun-
gen der Brust den Schrecken nehmen. Durch
gen auf höchstem Niveau und verfügt über
moderne Therapien wie die „Wächterlymph-
modernste Ausstattung und Verfahren. Im
knotentherapie“ kann Brustkrebs als weitaus
Mittelpunkt steht dabei stets eine möglichst
häufigste Krebserkrankung bei Frauen sehr
schonende Behandlung der Patientinnen.
genau diagnostiziert und behandelt werden.
Eine wichtige Rolle spielen in diesem Zusammenhang minimal-invasive Verfahren, die
Schonende Verfahren ermöglichen außer-
den Patientinnen zunehmend offene Ope-
dem in einem hohen Prozentsatz brusterhal-
Der Direktor der Frauenklinik im Klinikum Ingolstadt,
rationen mit großen Schnitten ersparen. Die
tende Operationen.
Professor Dr. Babür Aydeniz.
36
CLINOTEL-Magazin
Namen & Nachrichten
Neuer Chefarzt für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie im St. Josef Moers
Heinz-Otto Lindner folgt auf Peter Meier zur Eissen
Moers • Pfarrer Heinrich Bücker, Stiftungs-
vergangenen drei Jahren leitete er als Chef-
und Aufsichtsratsvorsitzender der St. Jo-
arzt die chirurgische Abteilung im Klinikum
sef Krankenhaus GmbH Moers, begrüßte
Duisburg.
den neuen Chefarzt der Abteilung für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie,
Breites Spektrum in der Chirurgie,
Heinz-Otto Lindner, folgendermaßen:
Viszeralchirurgie und Proktologie
„Das Wort ‚Chirurg‘ kommt aus der griechi-
„Mein Anliegen ist es, hier in Moers die erfolg-
schen Sprache. ‚Chir‘ bedeutet Hand und
reiche Arbeit von Herrn Dr. Meier zur Eissen
‚urg‘ das Werk. Wörtlich übersetzt heißt
und seinem Team fortzusetzen und in einzel-
‚Chirurg‘ Handwerker.“
nen Bereichen zu ergänzen“, betont Dr. Lindner. Er verfügt über ein breites chirurgisches
Gemeint sei der mit den Händen arbeitende
Spektrum und ist Chirurg, Viszeralchirurg und
Wundarzt. Das höre sich zunächst nicht sehr
Proktologe. Sein besonderes Anliegen ist es,
erhaben an, meine man doch, dass ein Chir-
zusammen mit Dr. Vogt, dem Chefarzt der Ab-
urg mehr als ein Handwerker sei. „Denken wir
teilung für Innere Medizin im St. Josef Kran-
jedoch daran, dass auch Jesus, dem wir uns
kenhaus, das Niederrheinische Darm- und
als katholisches Krankenhaus verpflichtet wis-
Bauchzentrum am St. Josef Krankenhaus zu
Mülheim unter Prof. Raguse hat diese „Knopf-
sen, Kranke mit seinen Händen heilte, dann
etablieren. Hier kommt ihm seine langjährige
lochchirurgie“ bereits 1989 eingeführt und Dr.
ist für uns gerade die Tätigkeit eines Chirur-
Erfahrung als Coloproktologe zugute.
Lindner operiert seit fast 20 Jahren minimal-
gen sehr hoch angesiedelt. Sie setzt in gewis-
Dr. med. Heinz-Otto Lindner
invasiv mit einem sehr breiten Spektrum.
ser Hinsicht das Handeln Jesu an den Kran-
Zusammenarbeit mit onkologischer
ken fort. So wünsche ich Ihnen, Dr. Lindner,
Gemeinschaftspraxis
In Moers entsteht ein Hernienzentrum
in unserem Haus eine gute Hand für Patien-
Die onkologische Chirurgie bei bösartigen Er-
In Duisburg wurde von Dr. Lindner ein Her-
ten, aber auch für Ihre Mitarbeiter. Ihr Vorgän-
krankungen des Bauchraumes, zum Beispiel
nienzentrum für Bauchwand-, Narben- und
ger, Dr. med. Peter Meier zur Eissen, war vie-
bei Erkrankungen der Speiseröhre, des Ma-
Leistenbrüche eingerichtet, das jetzt hier im
le Jahre ein verantwortungsbewusster und
gen-Darm-Traktes, der Leber und der Bauch-
St. Josef Krankenhaus auch in Zusammenar-
kompetenter Chefarzt und Chirurg im St. Jo-
speicheldrüse, wird in Zusammenarbeit mit
beit mit niedergelassenen Ärzten eröffnet
sef Krankenhaus. Ihm gebührt unser aufrich-
der onkologischen Gemeinschaftspraxis (Dr.
werden soll. „Jeder Bauchwandbruch ist an-
tiger Dank. Wir sehen in Dr. Lindner einen gu-
Eggert, Dr. Wiegand, Dr. Jehner) im Ärztezen-
ders und im Rahmen der Voruntersuchung
ten und fähigen Nachfolger und wünschen
trum am St. Josef Krankenhaus und den ent-
wird durch eine klinische und eine Ultraschall-
ihm und unserem Haus eine gute Zukunft“,
sprechenden radiologischen, pathologischen
untersuchung das für den Patienten beste
schloss Pfarrer Bücker.
und strahlentherapeutischen Abteilungen ei-
Operationsverfahren bei den vielen zur Ver-
nen höheren Stellenwert erhalten.
fügung stehenden Operationsmöglichkeiten
Zum 01.05.2008 hat die Abteilung für Allge-
Vor allem die interdisziplinäre Zusammenar-
ausgewählt“, erklärt Dr. Lindner.
mein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie mit ih-
beit liegt Herrn Dr. Lindner sehr am Herzen
ren 54 Planbetten im St. Josef Krankenhaus
und zusammen mit der Abteilung für Urolo-
Zusammen mit Dr. Lindner hat Frau Brigitte
Moers einen neuen Chefarzt bekommen. Dr.
gie (Chefarzt Dr. Reimann) und der Abteilung
Gohlke ihre Arbeit im St. Josef Krankenhaus
Heinz-Otto Lindner übernimmt die Leitung
für Gynäkologie (Chefärztin Dr. Effelsberg)
aufgenommen. Sie ist Ärztin für Chirurgie und
der Abteilung.
ist ein Beckenbodenzentrum bei Urin- und
Kinderchirurgie und möchte die Kinderchirur-
Der gebürtige Bochumer hat in Münster
Stuhl-Inkontinenz in Planung.
gie in der Abteilung aufbauen.
und Lyon studiert und absolvierte seine chi-
Die bereits etablierte endokrine Chirurgie
Dr. Lindner möchte im Rahmen seiner Tätig-
rurgische Ausbildung zum Facharzt in Biele-
(Schilddrüsen- und Nebennierenoperationen)
keit nicht nur im Krankenhaus interdisziplinär
feld, Bochum und an der RWTH Aachen (Prof.
und vor allem auch die minimal-invasive Chi-
arbeiten, sondern strebt auch mit den nieder-
Schumpelick). Anschließend war er viele Jah-
rurgie („Schlüssellochchirurgie“) sollen eben-
gelassenen Ärzten eine gute Zusammenar-
re leitender Oberarzt im Evangelischen Kran-
falls intensiviert und das Spektrum erweitert
beit mit Stärkung des kontinuierlichen inter-
kenhaus in Mülheim (Prof. Raguse). In den
werden. Das Evangelische Krankenhaus in
kollegialen Dialoges an.
CLINOTEL-Magazin
37
Namen & Nachrichten
Martin-Luther-Krankenhaus beteiligt sich an den Personalkosten für 7. Kreispfarrstelle
Pfarrerin Birgit Böddeker stärkt Krankenhaus-Seelsorge
Bochum • Am 14.05.2008 wurde anlässlich
der Amtseinführung von Pfarrerin Birgit
Böddeker auf die siebte Kreispfarrstelle ein
Festgottesdienst in der Kapelle des MartinLuther-Krankenhauses gefeiert.
Seit acht Jahren ist Birgit Böddeker bereits als
Seelsorgerin in Wattenscheid tätig. Doch bisher war am Martin-Luther-Krankenhaus keine
Pfarrstelle angesiedelt. Dieses wurde möglich, da Pfarrerin Marlies Höhne, die am Marienhospital Gelsenkirchen Ückendorf tätig
war, Ende März in den Ruhestand gegangen
ist. So hat sich der Standort der Pfarrstelle verlagert.
Ebenso wie die evangelischen Kliniken in Gelsenkirchen beteiligt sich das Martin-LutherKrankenhaus an den Personalkosten für die
Seelsorge. „Nur deshalb können wir diese beiden wichtigen kreiskirchlichen Pfarrstellen
Pfarrerin Birgit Böddeker (Mitte) bei der Amtseinführung mit Pfarrkollegen aus den Kirchenkreisen.
weiterführen“, erklärte Superintendent Rüdiger Höcker.
kreis und steht im Kontakt mit dem Hospiz-
mer wichtiger werden. Durch die Einrichtung
Birgit Böddeker schätzt bei der Arbeit im Kran-
verein Wattenscheid. Kürzlich hat sie eine
der Pfarrstelle ist zum einen die seelsorgliche
kenhaus die Konzentration auf das Wesent-
zusätzliche Ausbildung als „Beraterin für Ethik
Arbeit mit den Menschen – den Patienten,
liche: „Menschen besuchen, Kontakte knüp-
im Gesundheitswesen“ abgeschlossen und ar-
Angehörigen, Mitarbeitern – auf Dauer gesi-
fen, über den Glauben reden, Gottesdienste
beitet im Martin-Luther-Krankenhaus in meh-
chert, zum anderen behält die Krankenhaus-
feiern.“ Sie arbeitet mit der katholischen Kol-
reren Gremien mit. Nach ihrer Überzeugung
seelsorge im Kirchenkreis eine wichtige Funk-
legin zusammen, leitet einen Besuchsdienst-
werden ethische Fragen im Krankenhaus im-
tion.
Grußworte im Anschluss an den Gottesdienst (hier:
Pfarrer K. Bombosch, Gelsenkirchen).
38
CLINOTEL-Magazin
Namen & Nachrichten
Bettenhaus für den Übergang in fünf Tagen errichtet
Ein 40-Container-Provisorium für gut zwei Jahre
Brandenburg • Nach Ostern entstand innerhalb von nur fünf Arbeitstagen ein neues viergeschossiges Bettenhaus vor dem
Hauptgebäude des Klinikums Brandenburg. Es umfasst 84 Betten für die kardiologischen und urologischen Patienten.
Das neue Haus Süd wurde am 07.06.2008 in
der Öffentlichkeit vorgestellt. Bis dahin waren
noch Restarbeiten an der Fassade, am Dach
und im Innenausbau notwendig. Die Montage erfolgte in Form einer Modulbauweise mit
40 Containern durch die Firma Alho Systembau GmbH aus Morsfeld.
Das neue Haus Süd ist Teil der Vorabmaßnahmen zur Schaffung der Baufeldberäumung
für den zweiten Bauabschnitt Neubau Ost.
Mit den Umzügen der Stationen in das Haus
Süd kann mit der Errichtung eines Bettenhauses mit 320 Betten begonnen werden. Das
rund 70 Millionen Euro teure Vorhaben soll
Aus 40 Containern in fünf Arbeitstagen aufgestellt: das Bettenhaus am Klinikum Brandenburg für die Über-
bis zum Jahr 2010 abgeschlossen sein.
gangszeit bis zur Fertigstellung des Neubaus Ost.
Gesundheitstage in Vilsbiburg mit TV-Gesundheitsexpertin Dr. med. Marianne Koch
Liebevoll und professionell – Pflege in Bayern
Vilsbiburg • Unter dem Motto „Unser Be-
anderem die von
wegungsapparat“ fanden am 15. und
der
16.03.2008 in Zusammenarbeit mit dem
expertin des Baye-
Bayerischen Rundfunk (BR) die Landkreis-Ge-
rischen Rundfunks,
sundheitstage 2008 in Vilsbiburg statt.
Dr. med. Marianne
Koch,
Gesundheits-
moderierte
Dem interessierten Laien und fachkundigen Be-
Podiumsdiskussion
sucher bot sich in der Stadthalle ein vielfältiges
zum Thema „Liebe-
Spektrum an Ausstellungen und Informationen
voll und professio-
rund um das Thema Gesundheit.
nell? – Pflege in Bayern“ dar, an der am
Besonders hervorzuheben waren hier die hoch-
Samstagnachmit-
wertigen Vorträge und vom BR moderierten
tag auch Bayerns
Diskussionsrunden, die vor allem von hochkarä-
Sozialstaatssekretä-
tigen Medizinern des Landshuter Kommunalun-
rin und Schirmher-
ternehmens für medizinische Versorgung (La.
rin der Veranstal-
KUMed) getragen wurden. Einen Höhepunkt
tung, Dr. Melanie
der diesjährigen Gesundheitstage stellte unter
Huml, teilnahm.
Reges Interesse bei den Landkreis-Gesundheitstagen 2008 in Vilsbiburg.
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CLINOTEL-Projekte
und Fachgruppen
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/ Impressum
Impressum CLINOTEL-Magazin
Herausgeber:
CLINOTEL Krankenhausverbund gGmbH
Geschäftsführung:
Prof. Dr. med. Andreas Becker,
Dipl.-Verwaltungswirt Udo Beck
Chefredaktion:
Udo Beck (v. i. S. d. P.)
Redaktion:
Jörg Beschorner (Arnsberg), Michael
Bülow (Neuruppin), Franz Ebert (Würzburg), Ingo Engelmeyer (Gütersloh),
Andreas Ewald (Pirmasens), Dietmar Ewerling (Bochum), Joschi Haunsperger (Ingolstadt), Tanja Liebelt (Essen), Caroline
Oberprieler (Landshut), Hans-Joachim
Ritter (Lünen), Daniela Schmitz (Koblenz), Stephan Schonhoven (Steinfurt,
Emsdetten, Greven), Friedhelm Sicking
(Kempen), Olaf String (Brandenburg a.
d. Havel), Jürgen Ströbele (Speyer), Peter
Tischmann (Oberhausen), Ulrike Wellner
(Moers)
Fotos: CLINOTEL-Geschäftsstelle Köln
und Archive der Mitgliedshäuser
Redaktionsanschrift:
CLINOTEL Krankenhausverbund gGmbH
Ebertplatz 1 • 50668 Köln
Fon 0221 16798-0
Fax 0221 16798-20
E-Mail: mail@clinotel.de
Web: www.clinotel.de
Verlag:
MediaPrint Verlagsgesellschaft mbH
Thomas Meier-Vehring (Projektleiter)
Friedrich-Ebert-Straße 19 • 59425 Unna
Fon 02303 25422-32
Fax 02303 25422-22
E-Mail: tmv@mediakom-unna.de
Web: www.mediakom-unna.de
46
CLINOTEL-Magazin
und Fachgruppen
Fachabteilungen und BettenCLINOTEL-Projekte
im CLINOTEL-Krankenhausverbund
Fachabteilungen und Betten im
CLINOTEL-Krankenhausverbund
Die 21 Mitgliedshäuser von CLINOTEL verfügen insgesamt über 850 Millionen Euro Budget, versorgen 300.000 stationäre Patienten,
3
Angiologie
6
Augenheilkunde
1
Beh. v. Querschnittgelähmten
16
4
Frauenheilkunde u.
6
Gefäßchirurgie
4
Geriatrie
48
Geriatrische Tagesklinik
12
4
10
48
Gastroenterologie
17
30
55
50
31
Hämatologie – Onkologie
60
Intensivmedizin
18
6
Kardiologie
73
1
Kinder- und Jugendpsychiatrie
4
Neonatologie
2
Nephrologie
5
Neurochirurgie
7
Neurologie
1
Onkologische Tagesklinik
3
Orthopädie
97
6
Pädiatrie
33
5
Palliativmedizin
7
Plastische Chirurgie
7
Psychiatrie
60
6
Psychiatr. Tages-/Nachtklinik
20
3
Psychosomatik/-therapie
1
Psychosomatische Tagesklinik
1
Schmerztherapie
3
Sonstige FA (Klinische Reha)
4
Strahlenheilkunde/
Unfallchirurgie
Urologie
3
Landshut
Lünen
Moers
Neuruppin
Oberhausen
Pirmasens
Speyer
Starnberg
Steinfurt
Vilsbiburg
Würzburg
Summe Betten
54
58
60
40
38
80
30
96
55
1.288
30
17
25
2
57
2
51
39
27
28
61
67
43
97
10
10
97
80
38
16
77
252
13
7
209
53
20
30
17
40
48
5
10
4
16
35
69
55
66
40
3
100
47
26
30
38
31
33
768
70
20
176
45
7
4
15
3
178
10
136
113
56
24
26
40
100
67
83
174
100
63
78
1.865
12
12
48
66
22
20
18
130
48
375
36
12
36
8
18
30
28
40
6
44
15
30
48
34
37
50
42
45
5
60
134
42
47
4
25
91
213
22
50
30
275
18
22
26
36
7
2
90
20
5
47
24
6
6
9
80
129
80
20
36
20
40
188
9
4
8
120
136
13
54
107
16
16
4
4
33
22
5
40
14
10
11
20
4
30
67
40
63
22
55
47
41
32
35
32
75
49
2
52
38
837
5
21
329
4
10
123
427
166
22
4
45
18
35
38
8
10
77
520
27
291
Zahn- und Kieferheilkunde, Mund8
und Kieferchirurgie
212
46
40
4
Nuklearmedizin
11
80
12
96
7
10
93
30
91
Innere Medizin Tagesklinik
Stroke Unit
131
18
42
1
5
65
8
54
Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde
Innere Medizin
87
28
8
4
70
10
Geburtshilfe
14
34
Koblenz
62
Kempen
62
Ingolstadt
Emsdetten
50
Gütersloh
Greven
77
Essen
Brandenburg
Allgemeine Chirurgie
Bochum
Fachabteilungsbezeichnung
20
Arnsberg
Anzahl Abt.
beschäftigen 17.300 Mitarbeiter, halten rund 8.900 Betten vor, betreiben weitere Tochtergesellschaften bzw. halten Beteiligungen.
Summe Betten
244
295
520
201
201
423
468
1.128
8
279
611
13
302
590
475
762
29
325
433
438
300
317
200
CLINOTEL-Magazin
365
47
8.877
Die CLINOTEL-Standorte
Document
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Seele and Geist
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