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Liechtenstein im Schrifttum des Auslandes. Es ist nur etwas

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Liechtenstein im Schrifttum des Auslandes.
E s ist n u r etwas Weniges, was wir hier
anführen möchten. Daß die Schönheiten unserer Berge ein Anziehungspunkt für Fremde
find, ist u n s männiglich bekannt. Ebenso, daß
"unser kleines Land sonst viele Freunde hat,
sei es, weil es als kleine Alpenmonarchie als
ein Kuriosum im heutigen Europa angesehen
wird oder seien es wirkliche aufrichtige VeZiehungen zu führenden Männern im Lande
und selbstverständlich zum Lande selbst.
I n den Club-Nachrichten der Sektion Bodan S . C. A. vom November finden w i r a u s
dem Programm der Sommertouren 1941 auch
die Sektionstour Goldlochspitz - Rappenstein Plasteikops ausführlich beschrieben. Die Niederschrist stammt a u s der Feder unseres
Freundes E. Hintermann in Weinfelden. Auch
einen kurzen Auszug eines unter „HerbstWanderung" in diesem Blatte erschienenen
Tourenberichte von E. W. finden wir in diesem
Hestchen der Sektion Bodan. Aus dem Bericht des Leiters dieser Tour in unserer Heimat, E. Hintermann, spricht Liebe zur Bergweit und ein Freund unseres Liechtenstein.
Aus Wiedersehen hierseits des Rheins?
I m Anschlüsse a n die Versammlung haben
M a n wird mir von gewisser Seite entgesich eine Anzahl neue Mitglieder gemeldet.
genhalten, daß ich nicht erfasse, daß es um die
Niederringung des Bolschewismus gehe. WarBetrübliches. (Eingesandt.)
u m gehen dann aber verschiedene Herren nicht
Der Ernst der Zeit, hervorgerufen durch selbst an die Front? Nur mit einer kurzen
das gewaltige Völkerringen, bringt auch für Reise ins Hinterland werden doch keine Ent­
Liechtenstein manche Einschränkung. W i r wol- scheidungen erfochten! Oder soll man glau­
len aber nicht vergessen, welche Vorteile wir ben, daß es Leuten, mit der Bekämpfung des
in unserem kleinen Lande gegenüber den be- Bolschewismus ernst ist, die angeblich als modeutend größeren Staaten besitzen» sei es auf derne Kreuzritter ihre Heimat verlassen und
dem Gebiete der Versorgung, oder auf ande- schon nach kurzer Zeit ihren eigenen Glauben
rem Gebiete. Auch die einschränkendste Ra- über Bord werfen und noch vor der Reise an
tionierung trifft den Landbewohner nie in die Front ihren Austritt a u s der katholischen
dem Ausmaße, wie die Bewohner einer Groß- Kirche erklären?
stadt. Weit wichtiger aber scheint mir, daß
Dann kann man dies n u r als sehr betriibunsere Leute ungestört ihrer Arbeit nachge- lich bezeichnen.
hen können und Fliegeralarm, Wachestehen an
der Grenze oder g a r Kampf auf Leben und Schaan. F i l m a b e n d.
Tod nur vom Hörensagen oder aus PropaganAm Sonntag luden die beiden Vereine Harda- oder Gegenpropagcmdaberichten kennen!! monie und Männerchor zu einem zeitverbunGerade in letzter Zeit, anläßlich des Einrük- denen Filmabend ein. Der Abend führte u n s
Kens einer größeren hier niedergelassener in Gebiete im Osten, in Städte, deren Namen
Zahl Reichsdeutscher ist u n s dieser -Umstand uns heute durch die dort stattfindenden
j a wieder viel deutlicher zum Bewußtsein ge- Kämpfe immer wieder begegnen. Der Kulturkommen. Wie mancher Liechtensteiner sah film „Erntezeit auf einem landwirtschaftlichen
seinen Freund, seinen Kameraden, dem Rufe Großbetrieb" brachte Einblick in das landdes Vaterlandes folgen und bangt nun mit wirtschaftliche Betriebswesen Südrußlands.
Von der Versammlung des Historischen Ber- dessen Familienangehörigen um die Rückkehr Mit Graf Zeppelin fuhren w i r von Friedrichs«ins.
des Eingerückten.
Hafen in die Arktis und „Die Geheimnisse der
I n Ergänzung unseres Berichtes in der
Wir dürfen aber auch in unserem Lande Kalmückensteppe" führten u n s in die Gegend
Dienstagnummer über die am letzten Sonn- den Ernst der Zeit nicht verkennen, wenn wir der deutschen Offensive gegen Rostow, zu den
tag im Gasthof, zur S a m i n a in Triesenberg ihn auch nicht so unmittelbar zu spüren be- Pflanzgärten der Tartaren. Wir ließen das
abgehaltenen Jahresversammlung des Histo­ kommen. Wenn nun aber die Situation so Leben und die „Kunst" der Kalmücken a n unrischen Vereines möchten wir noch Einzelnes leicht verkannt wird, so ist d a s äußerst betrüb- serem Auge vorüberziehen. ,Wenn man diesen
a u s der Versammlung hervorheben.
lich. Keineswegs will ich eine Moralpauke Film sieht, muß man der GKV. in Berlin bei­
Gelegentlich des Jahresberichtes haben wir halten und vor der Kilbe noch schnell gegen pflichten, daß es hier einer Expedition gelang,
auch von einem Grabfunde beim Umbaue des jedes Tänzchen wettern.
Aufnahme von großem Seltenheitswerte mitHauses Nr. 36 in Vaduz erfahren. Es handelt
Als betrüblich möchte ich heute besonders zubringen. Jedenfalls ist es auch für u n s insich um ein sehr altes Grab eines Kindes, das
terefsant, d a s werktätige und kulturelle Leben
in einer Löhschichte der Halde unterhalb des drei Dinge bezeichnen, welche mir die Feder eines solchen Nomadenvolkes kennenzulernen.
Schloßfelsens beerdigt wurde. Eine Grabung in die Hand gedrückt haben.
Selbstverständlich begegnete auch die Reise
I n einer Einsendung aus Triesenberg wur- des Lustschiffes Zeppelin besonderem I n t e r in Gaprin an jener Stelle, wo in den 1880er
I a h r e n schöne Bronzesachen gesunden wur- de wieder einmal Tal und Berg gegeneinan- esse. I n Bild und Text wurden uns Gegenden
den, hat den Nachweis erbracht, daß in der der ausgespielt. D a s könnte man sich in nor- erklärt, die vorher noch keines Menschen Aunäheren Umgebung jener Fundstelle keine wei- malen Zeiten zur Unterhaltung gefallen las- ge gesehen hatte. W i r sahen da Kapitän Lehfen. Heute darauf einzugehen und aufzuzäh- man a m Steuer, der einst den Zeppelin auch
teren Grabstätten vorhanden sind.
Aus dem Referate des Hochw. Herrn Land- len, von welchen Aufwendungen in Triefen- über unser Land geführt. — Die Angehörigen
tagspräsidenten Frommelt haben wir inter- berg die Talbewohner keinen Nutzen sehen, der Vereinsmitglieder verdanken diesen
essante Aufschlüsse über das Eisenerzvorkom­ ist also nicht Zweck dieses Artikels. Die Mehl- Abend.
men im Valorsch erhalten. E s handelt sich um geschichte hat j a seitens der Regierung beeinen wenig mächtigen Block von nur 10 % reits ihre Klärung gefunden. D e n n im T a l Schaan. K i l b e - J a h r m a r k t .
Eisengehalt, so daß ein Abbau nicht in Fra- auch Fehler vorgekommen sind, sollen diese
Am nächsten Montag ist in Schaan der landge kommt, zumal dieser eisenhaltige Stein ebenfalls ausgemerzt werden, keinen Zweck auf und landab bestbekannte traditionelle
vowi Verkehre weit abgelegen ist. Das Gon- hat es aber, wenn der Triesenberger Einsen- Kilbe-Jahrmarkt. Nach den bereits eingegartzenerz dagegen enthält 57 Prozent Eisen. E s der die Angelegenheit so darzustellen versucht, genen Standanmeldungen, es sind deren jetzt
ist daher wohl verständlich, daß die in frühe- a l s ob die Sperre in Triesenberg durchgeführt schon mehr wie letztes Fahr im Gesamten,
ren Jahrhunderten versuchten Ausbeutungen wurde, während die vorschriftswidrige Ver­ verspricht der Markt, der gegenwärtigen Lage
dieses Erzvorkommens schnell wieder fallen wendung des Mehlas im Tale stattgefunden entsprechend, ein ganz guter zu werden. Auch
habe. Soviel Einsicht trauen wir unseren Begelassen wurden.
der Viehmarkt wird ganz bestimmt sehr viele
D e r Vortrag des Herrn Lehrer David Beck Hörden denn schon zu, daß sie derart einschrän­ Interessenten anlocken.
gab Interessantes über Hauszeichen im Till- kende Maßnahmen dort ergreifen, wo auch
gemeinen und in Triesenberg im Besonderen. die Veranlassung dazu vorhanden ist. Daß aber Balzers. T o d e s f a l l .
W i r haben ans dem Vortrage erfahren, wie Liechtensteiner gegen Liechtensteiner ausge.Montag früh starb in Mäls im Alter von 63
manche Hauszeichen eine Weiterentwicklung spielt werden und dazu noch der Kanal herI
a
h r e n A n t o n W i l l e . Die Kunde seines
erfahren habetf, wie sie teilweise mit den Häu- halten soll, ist betrüblich.
Hinscheidens
wurde allgemein mit tiefer Teilsern verbunden blieben, auch wenn die HäuAls zweiten P u n k t möchte ich das Verhalnähme
aufgenommen.
Schon lange nagte eine
ser die Eigentümer wechselten, wie aber in ten gewisser Liechtensteiner im Auslande beschleichende
Krankheit
an seinen Kräften und
anderen Fällen eine Familie bei Wegzug von dauern. Liechtensteiner Art ist es. sich auch
ließ
das
Schlimmste
befürchten.
Nun h a t ihn
einem Hause in ein anderes ihr bisheriges in der Fremde die Achtung der Mitmenschen
der
Herr
über
Leben
und
Tod
aus'
dem Kreise
Hauszeichen beibehalten hat. Die Verwendung und das Wohlwollen der Behörden zu errinseiner
Lieben
abberufen
ins
bessere
Jenseits.
der Hauszeichen w a r eine mannigfaltige und gen. Wenn nun aber gewisse Leute auch im
Der
Verstorbene
führte
mit
Umsicht
und
diente zum Bezeichnen der verschiedenen Be- Auslande ein Verhalten a n den Tag legen,
Ausdauer
eine
mustergültige
Landwirtschaft.
sitztiimer. Fast ausschließlich bestehen die baß sie eines Tages an die Grenze gestellt
Hauszeichen aus geraden Strichen in aller- werden, ist dies nicht geeignet, d a s Ansehen Früher w a r er auch mehrere J a h r e landschäftlicher Wegmacher. E r liebte die heimatliche
dings sehr verschiedenen Stellungen. E s be- des Landes im Auslande zu heben.
Scholle
und w a r mit ihr verwachsen. Seiner
steht die Absicht, auch für andere Gemeinden
Als dritten P u n k t möchte ich die Reisläudie Hauszeichen zu sammeln, soweit sie noch ferei bezeichnen. Wir können a u s der Ge- Familie w a r er alles: Zu Hause ein Herzensi n Erfahrung gebracht werden können.
schichte der Schweiz ersehen, welche Folgen guter Vater, der es auch mit seinen religiösen
I n einer freien Aussprache wurde dann auch aus derartiger Reisläuferei entstehen kön- Pflichten ernst nahm, zeigte er sich in jeder
die Frage des Naturschutzes berührt und an- nen. Bedenken wir. welche Anstrengungen Beziehung als aufrechten Charakter, der jegeregt, die Pflanzen, welche durch die Riet- die Schweiz in den letzten Jahrzehnten unter­ .derzeit unbekümmert um äußerliche Vorteile
entwässerung nun zum Verschwinden verur- nommen hat, um militärischen Verwicklungen seinen geraden Weg ging.
teilt sind, wenigstens an einer geeigneten für die Zukunft auszuweichen u n d danken
An seiner Bahre trauern seine Frau, zwei
Stelle zu erhalten. E s wurde aber auch auf w i r unserem Fürstenhause, das schon im vori- Söhne und fünf Töchter.
Schwierigkeit eines solchen Versuches hinge- gen Jahrhundert auf das gleiche Ziel hingeDem Heimgegangenen die ewige Ruhe, den
wiesen.
' arbeitet hat.
Hinterbliebenen unser herzliches Beileid.
leugnet, ihn erhalten zu haben, greisen sie n u r
„So renn doch nicht wie ein Narr, kommst
nach dem Alten. Dem ist der Turm sicher.
alleweg noch früh genug."
Doch auch ihm ist, es sei besser, daß sie nicht
Die Hand des Bauern hängt den Schemel
zurück. Nein, es geht nicht! Der Konrad ist mehr reden mußten über das, w a s gestern geauch einer von ihnen — ein Alter, der es bei schehen und was nun wieder von neuem a n
seinem Amt als Bote nicht leicht hat. Soll er sie herankam.
..Ich geh' zum Staussacher", nimmt sich
d a n n sagen müssen, d e r Zwissig habe ihn- dem
Vogte ausgeliefert? Nein, sagen würde es j Balz vor. Nun muß doch endlich etwas geder Konrad nicht einmal, aber denken! Und schehen — das Maß ist voll!
»Ich geh' zum Tell nach Bürglen", denkt
mit dem Bewußtsein, ein Gleichgesinnter habe
ihn verraten, müßte er im Turm liegen, müß- Ruedi, der Sohn, a l s sein Kahn vom Rütli
abstößt und den Urner S e e hinauffährt. „ E s
te er am Ende sterben!
E s gibt n u r einen Weg, der führt — zur ist nun wahrhaftig genug, am Ende kommen
' wir fönst noch zu spät!"
B u r g ZwinF-Uri!
I m Tellenhause zu Bürglen flackert d a s
E r sollte es wohl noch dem Vater sagen.
Unschlittlicht
unruhig. Ganz steil brennt
Aber es geht nicht gut. Der Vater hat soviel
manchmal
die
Flamme,
dann sinkt sie wieder
Schweres, er kann ihm nicht auch noch komzusammen,
wenn
ein
Luftzug
sie trifft.
men und erzählen, daß er in der strengsten
Der
Föhn
ist
los
im
Lande.
Zeit in die Fron gehen muß!
E r kommt mit warmem Atem von den HöW e r wie der Ruedi vom Gaden wegläuft,
hen des Gotthard, wirbelt um die Zinnen der
ruft ihn des Vaters Stimme. E r schaut um.
Berge am See und bläst in die Sennhütten
Doch a l s er den Vater sieht, kann er nicht verauf den Alpen. D a und dort hebt er morsches
weilen. Bon weitem antwortet er:
Dach hoch und zaust die Lärchen, daß selbst
„Ich muß gehen, — der Vogt hat mich zum die wetterharten sich biegen.
Frondienst g e l t e n . "
Die Angst fliegt mit dem Sturm. S i e wissen
D a n n läuft er, a l s liege dort in der Tiefe es, die Leute am Waldstätter See, daß jeder
unten das Glück.
Föhnsturm eine große Gefahr ist. S i e decken
D e r alte Zwissig grollt hinter ihm drein.
die Glut zu, d a ß kein Funke verstiebe, und
sie rufen das Alpvieh in die Ställe, daß keines im Sturme erfalle. Murmelnd beten die
Weiber und horchen dazwischen hinaus, w o
a u s der Tiefe des ausgewühlten S e e s Tosen
kommt und das Heulen und schrille Jauchzen
des jagenden Sturmes.
„Behüt' Gott alle zu Wasser und zu Land
— schütz' Menschen und Vieh mit mächtiger
Hand!" beten sie und bangen wieder. Die
Männer sind fort.
Beim Tell kommen sie zusammen. Es ist ein
weiter unguter Weg, den sie machen müssen,
zu Wasser und zu Land. Aber sie sind zusrieden. D a s Wetter gefällt ihnen. Das paßt zu
dem, w a s sie vorhaben. E s fällt auch weniger
auf, wenn sie ausgehen, bei diesem Wetter
sind des Vogtes Spitzel in der Burg!
Wieder und wieder geht die Tür. S i e kommen nicht pünktlich, man hat sie „auf Zunachten" bestellt, und das ist heute schwer zu
sagen, wenn es nachtet. Aber nun sind sie
doch alle d a b i s auf einen.
„Wo bleibt der Ruedi?" fragt Tell.
D a m u r r t der alte Zwissig:
»Der ist nicht weit — beim B a u fronet er."
Viele recken die Köpfe.
„Dein J u n g e r in d e r Zwing-Uri?"
Der Balz nickt schwer.
,^Ja, der Ruedi."
Triefen. V e r m ä h l u n g .
Am heutigen Donnerstag vermählen sich in
der hiesigen Pfarrkirche H e r r Leo Marogg,
Maurermeister, mit Frl. Albina Hoch, des I u lius, beide von Triefen.
Wir wünschen dem Brautpaar viel Glück
und Segen zum neuen Bund« und einen un­
getrübten Ehehimmel.
Ruggell. T o d f a l l.
Am Montagabend starb dahier P i u s
O e h r i in Nr. 72. I n jungen J a h r e n versuchte er sein Glück in Amerika, kehrte dann
aber in sein liebes Ruggell zurück. Seine
markige Gestalt sah man dann als Zimmer­
mann a n Bauten werken. Fleißig und arbeitfam wie P i u s sein Leben lang war, sah man
ihn nebenbei seine kleine Landwirtschaft betreuen, der er in späteren I a h r e n neben seinem Holzschuhmachergewerbe nun gänzlich
lebte. Schwer traf ihn schon vor Jahrzehnten der Verlust seiner Gattin. An seiner Bahr e trauern ein Sohn und eine Tochter. I h n e n
unsere herzlichste Anteilnahme. P i u s ruhe in
Frieden.
Ruggell. H o c h z e i t .
Hier gedenken sich zu vermählen Frl. I u ditha Oehri, Damenschneiderin, und Sebastian
Walch, Küfermeister. Dem jungen P a a r e unsere herzlichsten Glückwünsche.
Ruggell. S i l b e r n e H o c h z e i t .
Heute Donnerstag semern alt Vorsteher
und Landtagsabgeordneter Franz Hoop und
seine Gattin Barbara, geb. Näscher, Silberne
Hochzeit. Möge Gottes Segen auch weiter
über dem Jubelpaare und der Familie sein.
(Auch unsere herzlichsten Glückwünsche. Die
Schriftleitung.)
Allerlei
«
s S t v l W M
Keine deutsche Kultureinrichtung weist einen gleich gewaltigen Aufschwung auf wie die
V o l k s b ü c h e r e i e n . I h r e Zahl stieg seit
seit 1933 von 6000 auf 21,000, von denen 5500
in den beiden Kriegsjahren eingerichtet wurden. Außerdem wurden seit 1937 nicht wemger a l s 55,000 Schulbüchereien geschaffen .auch
in der kleinsten Dorfbücherei gibt es heute
eine Iugendabteilung.
Die diesjährige K u l t u r t a g u n g des
Deutschen Gemeindetages, der Organisation
aller deutschen Gemeinden, findet vom 21. bis
23. November in Braunschweig statt. Aus ihr
findet auch die Verleihung des Volkspreises
der deutschen Gemeinden für deutsche Dichtung statt.
Die Staatstheater in Berlin haben die srllhere Komische Oper a l s drittes Haus übernommen, um es als Lustspielhaus zu bespielen.
Krieyswirtfckaftliches.
Ein dritter fleischloser Tag in Aussicht.
Die Herbst-Abgeordnetenversammlung des
Schweizer. Metzgermeisterverbandes i n Zürich
beschloß nach Referat von Dr. Keller einstimmig, den Burschen und übrigen Angestellten
eine Teuerungszulage von 5—10 Prozent
auszurichten. Eine Eingabe des st. gallischen
Zweigvereins, die Verbandsleitung möchte in
B e r n vorstellig werden, damit Fleisch und
Wurstwaren wie eine Reihe anderer Nahrungsmittel von der Besteuerung ausgenommen werden, fand mit große« Mehrheit Ablehnung. I n Anwesenheit des Chefs der Sektion für Fleischversorgung, Prof. Dr. Flückiger, führte die Versammlung eine Aussprache
durch über die Lage auf dem Schlachtviehmarkt und die Preise für Vieh, Fleisch, WurstUnd wie sie noch nicht begreifen, steht er
auf. Seine Stimme wird laut, sie füllt den
R a u m an. Nie noch hat Vater Zwissig so viel
auf einmal gesagt.
„Darum bin ich hergekommen, Freunde!
Umsonst fährt einer nicht bei diesem S t u r m
über den See? W e r w a s kann ich allein machen? Jetzt müßt I h r helfen! Die Vrene, mein
Kind, haben sie mir geschändet . . . Und der
Sohn hat Arbeit und Heimet lassen müssen
und geht nun unter der Peitsche der Vogtknechte. S o weit sind wir, so weit!"
Der Schweiß glänzt dem Manne aus der
braunen, furchigen Stirne. E r steht und stiert.
Als alle schweigen, setzt er sich wieder.
Keuchend geht sein Atem.
Der Tell rückt seine Stabelle. E r redet, aber
blickt den Zwissig nicht a n dabei:
„Darüber sind wir alle einig, daß es eine
Schmach ist. Wenn einer etwas vorzubringen
hat, soll e r es tun."
Drei miteinander springen auf.
„Der Vogt hat mir die letzte Kuh gestohlen
und die S a a t verwüstet
"
„Mir haben des Vogtes Knechte d a s Mehl
genommen, mit dem ich die Familie ernähren
sollte, — leer sind Truhen und Ganter!"
(Fortsetzung folgt.)
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