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LEISTUNGSPLANUNG AUF DER BASIS DER ICF Was ist die ICF?

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LEISTUNGSPLANUNG
AUF DER BASIS
DER
ICF
Was ist die ICF?
Die ICF ist ein Ordnungssystem zur Bewertung der Lebenswirklichkeit Betroffener.
Die „International
Classification of Functioning, Disability and Health“ (oder, in der deutschen
Übersetzung, die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und
Gesundheit) wurde nach einem mehrjährigen Entwicklungsprozess von der WHO im Mai 2001
verabschiedet.
In der ICF wird anders als in anderen Modellen der gesamte Lebenshintergrund der
Betroffenen berücksichtigt.
Dabei ist die ICF so zu verwenden,
verwenden dass das Individuum wertgeschätzt und seine Autonomie
respektiert wird.
In Deutschland wurden mit dem Neunten Sozialgesetzbuch (SGB IX) - Rehabilitation und
Teilhabe behinderter Menschen - wesentliche Aspekte der ICF aufgenommen.
1
ICF einfach ausgedrückt
 Mein Körper funktioniert nicht recht.
 Ich bin in meinen Aktivitäten eingeschränkt.
 Ich sehe Barrieren in der Gesellschaft.
Systematik der ICF
Der ICF-Katalog ist in folgende Obergruppen unterteilt:
 Körperfunktionen incl. mentale Funktionen (b)
 Körperstrukturen (s)
 Aktivitäten und Partizipation [Teilhabe] (d)
 Umweltfaktoren (e)
als Barrieren (-)
als Förderfaktoren (+)
2
Beispiel:
Erkrankung:
Körperstrukturen:
Körperfunktionen:
(wird im Workshop erarbeitet)
ICF – 3. Ebene - Körperfunktionen
Gobale mentale Funktionen (b110b139)
b110 Funktionen des Bewusstseins
b114 Funktionen der Orientierung
b117 Funktionen der Intelligenz
b122 Globale psychosoziale Funktionen
b126 Funktionen von Temperament und Persönlichkeit
b130 Funktionen der psychischen Energie und des Antriebs
b134 Funktionen des Schlafes
b139 Globale mentale Funktionen, anders oder nicht näher bezeichnet
Spezifische mentale Funktionen (b140b189)
b140 Funktionen der Aufmerksamkeit
b144 Funktionen des Gedächtnisses
b147 Psychomotorische Funktionen
b152 Emotionale Funktionen
3
ICF – 3. Ebene - Teilhabe
Wissensanwendung (d160d179)
d160 Aufmerksamkeit fokussieren
d163 D
Denken
k
d166 Lesen
d170 Schreiben
d172 Rechnen
d175 Probleme lösen
d177 Entscheidungen treffen
d179 Wissen anwenden, anders oder nicht näher bezeichnet
d198 Lernen und Wissen anwenden, anders bezeichnet
d199 Lernen und Wissen anwenden
anwenden, nicht näher bezeichnet
Grundzüge der ICF
Der ICF liegt das Konzept der Funktionalen Gesundheit zugrunde.
Das Konzept der Funktionalen Gesundheit definiert als Ziel, dass ein Mensch an möglichst
den Lebensbereichen teilnehmen und teilhaben kann, an denen nicht beeinträchtigte
Menschen normalerweise auch teilnehmen und teilhaben können.
Im Zentrum steht die Partizipation (Teilhabe).
Professionelle Dienstleistungen in der Behindertenhilfe haben darauf abzuzielen,
abzuzielen die
Funktionale Gesundheit eines Menschen zu verbessern, resp. beeinträchtigte Faktoren zu
lokalisieren und zu reduzieren. Und zwar da, wo die individuellen Ressourcen eines Menschen
und die seines sozialen Umfeldes nicht (mehr) ausreichen.
Ende ICF
4
Leistungsplanung
Leistungsplanung als Prozess:
Ausgangssituation: Mensch mit Ressourcen und Defiziten (nicht ausbildungsreif)
Intervention: Verringerung von Defiziten - Stabilisierung von Ressourcen
Ziel: Mensch mit stabilen Ressourcen und geringeren Defiziten (Ausbildungsreife)
ICF als Instrument zur Beschreibung von Ressourcen
und Defiziten
„Systemvoraussetzungen“ für die
Leistungsplanung
Prozesssteuerung:
Case Management
g
Arbeitseinheit:
multiprofessionelles Team
(Teilnehmer, Case Manager, Berufspädagoge, Betreuer
Wohnen, Lehrer, Psychologe/Heilpädagoge)
A b it b i R
Arbeitsbasis:
Rehagespräche
h
ä h
5
Aufbau der Leistungsplanung
(1)
Beurteilungsgrundlage: Basislisten
Anforderungen an die Basislisten:
In Besprechungen handhabbar (ca. 50 Items als Maximum,
verständliche Legende)
Basierend auf ICF (Berücksichtigung von Umweltfaktoren)
Relevante Aspekte werden berücksichtigt
- Grundlage für Itemauswahl: Kriterienkatalog zur Ausbildungsreife
- Formulierung einer eigenen Legende
Vorschläge: Basisliste
(wird im Workshop erarbeitet)
6
ICF-Basisliste BvB
Kodierung: Schweregrade
Ausprägung
0
1
2
3
8
9
Definition
keine Beeinträchtigung
Im Alltag treten keine nennenswerten Probleme auf – hier ist
eine Ressource erkennbar.
l i ht Beeinträchtigung
leichte
B i t ä hti
Es treten leichte bis mäßige Probleme auf, durch die aber der
Alltag nicht wesentlich beeinträchtigt wird.
mäßige Beeinträchtigung
Es treten so häufige und/oder so schwerwiegende Probleme
auf, dass der Rehabilitand deutlich beeinträchtigt ist und den
Alltag nicht immer bewältigen kann.
erhebliche bis vollständige Beeinträchtigung
Durch ein Defizit treten so große Probleme auf, dass der
Rehabilitand seinen Alltag in Bezug auf das betreffende Item
nur sehr schwer oder gar nicht bewältigen kann.
nicht spezifiziert
h
f
Das Item kann (noch) nicht beurteilt werden. Die bisherigen Informationen sind nicht ausreichend für eine Spezifizierung.
Nicht relevant/ nicht anwendbar
Besagt, dass dieses Item für die Person keine Relevanz hat.
7
Aufbau der Leistungsplanung
(2)
Elemente der Leistungsplanung:
1
1.
Einschätzung von Ressourcen und Defiziten anhand der
Basislisten
2.
Spezifizierung der Einschätzung in Kernaussagen
3.
Formulierung von Zielen
4.
Benennung von Leistungen
5.
Benennung der Zuständigkeiten für Leistungen
6
6.
F l
Festlegung
von Z
Zeitfristen
ifi
7.
Überprüfung des Verlaufs
Ablauf der Leistungsplanung
Vorbereitung
Mitarbeiter nehmen eine Einschätzung anhand
der Basisliste vor, tragen erklärende
Kernaussagen ein.
R h
Rehagespräch
ä h
Das Team bildet eine gemeinsame
Einschätzung die der CM einträgt
Einschätzung,
einträgt. Es werden
Ziele, Leistungen vereinbart, Zuständigkeiten
und Zeitfristen vereinbart.
Arbeitsphase
Wiedervorlage
Weitere Planung
Die Mitglieder des Teams setzen die
vereinbarten Leistungen um.
Der CM überprüft die Erreichung der Ziele.
Das weitere Vorgehen (z.B. weitere Ziele) wird
abgestimmt.
8
Beispiel:
Problem:
Ziel:
Leistung:
Verantwortung:
Wiedervorlage:
Wird im Workshop erarbeitet
Individueller Leistungsplan
Die gesamte Planung wird in Excel übernommen,
vom Leistungsnehmer gegengezeichnet
und durch den Case Manager an die zuständigen Mitarbeiter weitergeleitet.
9
David F. - BERUFSVORBEREITENDE BS 1
Psychische Stabilität
Intelligenz (einschl. Retardierung, Demenz)
Dienste, Systeme und Handlungsgrundsätze
Gewissenhaftigkeit
Gesellsch. Normen, Konventionen, Weltanschauungen
Selbstvertrauen
Indiv. Einst. d. Mitgl. d. engsten Familienkreises
0
Zuverlässigkeit
Fachleute der Gesundheitsberufe
Bek., Seinesgl.,Kolleg.,Nachb.,and. Gemeindemitgl.
Psychische Energie und Antrieb
Engster Familienkreis
Motivation
Erholung und Freizeit
Impulskontrolle
1
Elementare wirtschaftliche Transaktionen
Aufmerksamkeit
Formelle Beziehungen
Gedächtnis
Sozialen Regeln gemäß agieren
Psychomotorische Funktionen
2
Abstraktionsvermögen
Kritik in Beziehungen
Zeitmanagement
Elementare zwischenmenschliche Aktivitäten
Anderen helfen
Kognitive Flexibilität
3
Hausarbeiten erledigen (Putzen, waschen, usw.)
Einsichtsvermögen
Mahlzeiten zubereiten
Zuschauen
Waren u. Dienstleist. des tägl. Bedarfs beschaffen
Zuhören
Auf die eigene Gesundheit achten
Lesen lernen
Schreiben lernen
Essen
Sich anziehen
Rechnen lernen
Sich Fertigkeiten aneignen
Körperteile pflegen (Zähne putzen, rasieren, etc.)
Sprechen
Lesen
Kommunizieren als Empf. gesprochener Mitteilungen
Schreiben
Mit Stress umgehen
Mit Verantwortung umgehen
Tägliche
Routine durchführen
Mehrfachaufgaben
übernehmen
Rechnen
Probleme lösen
Entscheidungen
treffen
übernehmen
Eine Einzelaufgabe
Denise L. - BERUFSVORBEREITENDE BS 1
Psychische Stabilität
Dienste, Systeme und Handlungsgrundsätze
Intelligenz (einschl. Retardierung, Demenz)
Gewissenhaftigkeit
Gesellsch. Normen, Konventionen, Weltanschauungen
Selbstvertrauen
Indiv. Einst. d. Mitgl. d. engsten Familienkreises
0
Zuverlässigkeit
Fachleute der Gesundheitsberufe
Bek., Seinesgl.,Kolleg.,Nachb.,and. Gemeindemitgl.
Psychische Energie und Antrieb
Engster Familienkreis
Erholung und Freizeit
Motivation
Impulskontrolle
1
Elementare wirtschaftliche Transaktionen
Aufmerksamkeit
Gedächtnis
Formelle Beziehungen
Sozialen Regeln gemäß agieren
Psychomotorische Funktionen
2
Abstraktionsvermögen
Kritik in Beziehungen
Zeitmanagement
Elementare zwischenmenschliche Aktivitäten
Anderen helfen
Kognitive Flexibilität
3
Hausarbeiten erledigen (Putzen, waschen, usw.)
Einsichtsvermögen
Mahlzeiten zubereiten
Zuschauen
Waren u. Dienstleist. des tägl. Bedarfs beschaffen
Zuhören
Auf die eigene Gesundheit achten
Lesen lernen
Essen
Schreiben lernen
Sich anziehen
Rechnen lernen
Sich Fertigkeiten aneignen
Körperteile pflegen (Zähne putzen, rasieren, etc.)
Sprechen
Kommunizieren als Empf. gesprochener Mitteilungen
Mit Stress umgehen
Mit Verantwortung umgehen
Tägliche
Routine durchführen
Mehrfachaufgaben
übernehmen
Lesen
Schreiben
Rechnen
Probleme lösen
Entscheidungen
treffen
übernehmen
Eine Einzelaufgabe
10
Kathrin H.
Ausbildung
Psychische Stabilität
Dienste, Systeme u Handlungsgrundsätze d Bildung
Körperfunktionen (KAPITEL 1)
Gesellsch. Normen, Konventionen, Weltanschauungen
Intelligenz (einschl. Retardierung, Demenz)
Fachleute der Gesundheitsberufe
Gewissenhaftigkeit
0
Bek., Seinesgl.,Kolleg.,Nachb.,and. Gemeindemitgl.
Selbstvertrauen
Engster Familienkreis
Zuverlässigkeit
Laute und Geräusche
Psychische Energie und Antrieb
Erholung und Freizeit
Motivation
1
Theoretische Berufsausbildung
Impulskontrolle
Formelle Beziehungen
Aufmerksamkeit
Sozialen Regeln gemäß agieren
Gedächtnis
2
Elementare zwischenmenschliche Aktivitäten
Psychomotorische Funktionen
Anderen helfen
Abstraktionsvermögen
3
Hausarbeiten erledigen (Putzen, waschen, usw.)
Organisationsvermögen
Mahlzeiten zubereiten
Zeitmanagement
Waren u. Dienstleist. des tägl. Bedarfs beschaffen
Kognitive Flexibilität
Auf die eigene Gesundheit achten
Einsichtsvermögen
Sich anziehen
Zuhören
Kommunikationsgeräte und -techniken nutzen
Sich Fertigkeiten aneignen
Konversation
Lesen
Mitteilungen schreiben
Schreiben
Mit Krisensituationen umgehen
Rechnen
Mit Stress umgehen
Probleme lösen
Mit Verantwortung umgehen
Tägliche Routine durchführen
Mehrfachaufgaben übernehmen
Entscheidungen treffen
Eine Einzelaufgabe übernehmen
Eine komplexe Aufgabe übernehmen
Körperfunktionen (KAPITEL 1)
Formelle Beziehungen
Intelligenz (einschl. Retardierung, Demenz)
Sozialen Regeln gemäß agieren
Gewissenhaftigkeit
Psychische Stabilität
Kritik in Beziehungen
Durchschnitt BVB
0
Selbstvertrauen
Elementare zwischenmenschliche Aktivitäten
Zuverlässigkeit
Anderen helfen
Hausarbeiten erledigen (Putzen, waschen, usw.)
Mahlzeiten zubereiten
Psychische Energie und Antrieb
Motivation
1
Waren u. Dienstleist. des tägl. Bedarfs beschaffen
Impulskontrolle
Auf die eigene
g
Gesundheit achten
Aufmerksamkeit
Essen
Gedächtnis
2
Sich anziehen
Psychomotorische Funktionen
Körperteile pflegen (Zähne putzen, rasieren, etc.)
Abstraktionsvermögen
3
Kommunikationsgeräte und -techniken nutzen
Organisationsvermögen
Zeitmanagement
Konversation
Mitteilungen schreiben
Kognitive Flexibilität
Sprechen
Einsichtsvermögen
Kommunizieren als Empf. gesprochener Mitteilungen
Zuschauen
Zuhören
Mit Krisensituationen umgehen
Lesen lernen
Mit Stress umgehen
Schreiben lernen
Mit Verantwortung umgehen
Tägliche Routine durchführen
Rechnen lernen
Mehrfachaufgaben übernehmen
Eine komplexe Aufgabe übernehmen
Eine Einzelaufgabe übernehmen
Entscheidungen treffen
Sich Fertigkeiten aneignen
Probleme lösen
Rechnen
Lesen
Schreiben
11
Leistungsplanung in der EDV
Programm zur Verwaltung der LeistungsnehmerDaten: care concept
Leistungen des Programms (u.a.):
Aktuelle Planung
Zwischenstationen im Rehaverlauf (Kopien)
Erläuternde Texte zu den Einschätzungen aus den
verschiedenen Bereichen – Ergänzung um Gesichtspunkte, die
i der
in
d ICF nicht
i ht erfassbar
f
b sind
i d
Automatische Benachrichtigung, wenn Zeitfristen auslaufen
Übersichtliche Zusammenfassung der Ergebnisse der
Rehagespräche
Darstellung der individuellen Profile als Grafik
Projekt: Leistungsplanung in care concept
Meilensteine im Projektplan
ICF-basierte Rehabilitationsplanungsgespräche
für alle Neuaufnahmen Ausbildung ab Sommer 2009
Erstellung der Basislisten Ausbildung
ICF- Fortbildungsveranstaltungen für alle Mitarbeiter des BBW
Reflexion durch Anwender und Weiterentwicklung des Programms
ICF-basierte Rehabilitationsplanungsgespräche
für alle Neuaufnahmen BvB ab September 2008
Qualifikation des Anwenderkreises
Übertragung der ICF-Definitionen in eine verständliche Alltagssprache
Erstellung der Basisliste BvB auf Grundlage der 241 Items der JG
Bildung der Projektgruppe BvB zur Einführung der ICF-Leistungsplanung in care concept
12
Erfahrungen mit der Leistungsplanung
Differenzierte Darstellung
von Ressourcen und
Beeinträchtigungen
g g
Zielgenaue Hilfestellungen
Wichtige Aspekte
bei Reh. werden
möglicherweise
nicht berücksichtigt
Klare Zuordnung von
Zuständigkeiten und
Zeitfristen
Ausrichtung und Planung von
Ressourcen des Teams
Transparenz für
Rehabilitanden und TeamMitglieder
Teilweise erhöhte Anforderungen
an das Betreuungsteam
Danke!
13
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