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Diesmal steht drin, was sich Daneli erhoffte! 4. INFO 2003 www.pdcs

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Diesmal steht drin, was sich
Daneli erhoffte!
4. INFO 2003
www.pdcs.ch
1
Dann Fliegen wir im 2004!
FR
SA
An der Skibar
2. 1. 2004
D+P
10. 1. 2004 D+P
FR
Kälteresistent
6. 2. 2004
D+P
Treff im Rest. Emmental (Chäs) in Thun
Ski und Snöberausflug / Infos per SMS
21:00
Tel.beantworter abhören
Mitgliederversammlung im Landgasthof
Krone Uetendorf
Ausflug, Last Minute Infos per SMS
20:00
Tel.beantworter abhören
Treff im Rest. Emmental (Chäs) in Thun
Ausflug, Last Minute Infos per SMS
Notschirmfalten in der Aula des Schulhauses
Schlossmatte in Münsingen in 2 Etappen
CLUB SM PARA in Leukerbad
21:00
Tel.beantworter abhören
19:00-20:00
20:00-21:00
Infos sportl. Leiter Para
20:00
SA
3. 4. 2004
D+P
FR-MO 9.-12. 4. 2004 D+P
Spez Treff im Landgasthof Krone uetendorf
Streckenflug OLC/CCC, GPS, Luftraumstruktur
30 Jahre SHV JubiläumsGV in Schänis
4 tägiger Ausflug nach Laveno (Saisonstart)
www.shv-fsvl.ch
Tel.beantworter abhören
Vol Libre
FR
30. 4. 2004 D+P
SA+SO 1.+2. 5. 2004 D+P
DO-SO 20.-23. 5. 2004 D
Treff im Rest. Emmental (Chäs) in Thun
Ausflug Jura, Last Minute Infos per SMS
CLUB SM DELTA im Jura
21:00
Tel.beantworter abhören
Infos sportl. Leiter Delta
Treff im Rest. Emmental (Chäs) in Thun
Ausflug Engelbergertal, Last Minute Infos per SMS
21:00
Tel.beantworter abhören
Treff im Rest. Emmental (Chäs) in Thun
Ausflug mit Bräteln, Last Minute Infos per SMS
21:00
Tel.beantworter abhören
D+P
D
P
Treff im Rest. Emmental (Chäs) in Thun
Falkenfluhmeeting Brenzikofen
Ausflug, Last Minute Infos per SMS
21:00
Tel.beantworter abhören
Tel.beantworter abhören
FR
SO
Herbstfliegen
3. 9. 2004
D+P
5. 9. 2004
D+P
Treff im Rest. Emmental (Chäs) in Thun
Ausflug, Last Minute Infos per SMS
21:00
Tel.beantworter abhören
FR
SO
für Geniesser
1. 10. 2004 D+P
3. 10. 2004 D+P
Treff im Rest. Emmental (Chäs) in Thun
Ausflug, Last Minute Infos per SMS
21:00
Tel.beantworter abhören
FR
SO
Experimente
5. 11. 2004 D+P
7. 11. 2004
D+P
Treff im Rest. Emmental (Chäs) in Thun
Ausflug, Last Minute Infos per SMS
21:00
Tel.beantworter abhören
Tel.beantworter Res Bösiger
Tel.beantworter Frederik Zwiebel
034 / 461 15 43
079 / 459 64 09
SO
FR
SO
FR
8. 2. 2004
for pilots only
5. 3. 2004
D+P
7. 3. 2004
D+P
12. 3. 2004 D+P
FR-SO 19.- 21. 3. 2004 P
FR
FR
SA+SO
FR
SO
gegen Süden
2. 4. 2004
Streckenzeit
4. 6. 2004
5+6. 6. 2004
D+P
D+P
Mystery Fliegen
2. 7. 2004
D+P
4. 7. 2004
D+P
Kilometer
FR
6. 8. 2004
SA+SO 7.+8. 8. 2004
SA+SO 7.+8. 8. 2004
Auskunft:
2
D+P
D
P
(ab 08:30)
(ab 08:30)
PDCStockhorn Club Info 04 / 2003
Wer / Was / Warum?
Impressum
Inhaltsverzeichnis
Natel: 079 / 432 05 55
E-mail: marc.seiffert@bluewin.ch
Editorial
Bericht Sportchef Para
Bildbericht Fondue-Essen
Bericht Sportchef Delta
Die Sieger in Pose
Jahresbericht Präsi
Der Flugsommer von Daneli
Die Leistungen der PDCS-Mitglieder
Sekretärin
Mitgliederbeiträge
Ursula Flück
Fasanenweg 11
3613 Steffisburg
Aktive:
Passive:
Paare:
P. Tel 033 / 438 77 27
E-mail: fluecks@freesurf.ch
Inserate/Redaktion
Clubadresse / Präsident
Marc Seiffert
Kramburg 52a
3126 Gelterfingen
Kassier
Christof Sigrist
Uttiggut 4
3628 Uttigen
P. Tel 033 / 345 30 67
G. Tel 033 / 346 00 11
Natel: 079 / 656 89 65
E-mail: chr.sigrist@bluewin.ch
Sportlicher Leiter Para
Frederik G. J. Zwiebel
Simplongasse 2
3714 Frutigen
P 033 / 654 95 92
Natel: 079 / 459 64 09 Beantworter
E-mail: frederik.zwiebel@bluewin.ch
Sportlicher Leiter Delta
Andreas Bösiger
Sägestrasse 20
3415 Hasle-Rüegsau
Beantworter: 034 / 461 15 43
E-mail: andreas.boesiger@cablex.ch
PDCStockhorn Club Info 04 / 2003
Fr. 50.Fr. 30.Fr. 60.-
Redaktionsschluss:
Nr. 1
Nr. 2
Nr. 3
Nr. 4
3
4
7
9
13
14
18
33
Erscheinungsdatum:
15. Feb
30. Juni
15. Sept
15. Nov
März
Juli
Okt
Dez
04
04
04
04
Beiträge bitte senden an:
Peter Hilty
Farbstr. 33
3076 Worb
P. 031 / 839 38 44
mail: peter.hilty@bluewin.ch
Inserate bitte an:
Renate Schlunegger
Allmendstrasse 2
3661 Uetendorf
P. Tel 033 / 345 75 04
Natel: 079 / 620 41 26
renate.schlunegger@freesurf.ch
3
Editorial:
Sind die Tage in Europa kürzer als in Afrika?
In ein paar Tagen ist das Jahr 2003 schon wieder vorbei. Ich habe fast das Gefühl,
dass die Zeit zu Hause zig Mal schneller verrinnt als während meiner Reise in Afrika.
Dort hatte jeder Tag sein Ritual: Aufstehen, Essen, Campingmaterial zusammenpakken, losfahren, die Landschaft geniessen, Tiere beobachten, einkaufen, essen, Schlafplatz suchen... Jeder Tag brachte eine Unmenge von neuen Eindrücken mit sich.
Zurück in der Schweiz, hat zwar auch jeder Tag sein Ritual, doch kaum hat er begonnen ist Mittag und schon bald wieder Abend, ohne dass ich all das erledigen konnte,
was ich wollte.
Dennoch hoffe ich, dass wir alle gleichzeitig ins neue Jahr einsteigen können und ich
im nächsten Jahr den einen oder anderen von euch beim Fliegen treffe. Das kommende Jahresprogramm verspricht einige spannende Anlässe, sei dies Skifahren oder
Boarden, die Generalversammlung, der Spezialhöck, die zum Teil mehrtägigen Ausflüge oder die Clubmeisterschaften in beiden Kategorien.
Wer Interesse hat, kann im März und April an meiner Diashow mehr über die 10 monatige Reise durch Afrika erfahren. Ich werde sie voraussichtlich in Worb, Bern und
Thun zeigen. Die genauen Daten und Aufführungsorte sind im neuen Jahr der Internetseite www.hilty-on-tour.ch zu entnehmen.
einen guten Rutsch und happy Landing im 2004 wünscht
Euer Redaktor Pesche Hilty
4
PDCStockhorn Club Info 04 / 2003
Fredus Sicht des 2003:
Das fliegerische Jahr 2003 - einfach Wahnsinn!
Der Frühling begann für mich recht angenehm mit einigen Tschentenflügen die mich
über die Lenk, Gstaad durchs Diemtigtal bis nach Spiez trugen.
Der Jura war uns dieses Jahr nur mässig hold, insbesondere mir an der oberen Wengi....
Schon im Mai verblüffte mich Paul Neuenschwander mit seinem fast 100er
(95.42km) Dreieck vom Stockhorn. Ich war Stolz, dass unser Club gute Ränge im
OLC belegte, was mich sehr animierte, meinen ersten 100er zu erfliegen.
Im Juni versuchte ich dies im Wallis zu bewerkstelligen, aber die Nerven und das
Sitzleder verweigerten es. Gerne erinnere ich mich an die Landung in Tiefenbach,
von wo ich gleich wieder per Anhalter zurück nach Fiesch gebracht wurde, um einen
schönen Abendflug zu geniessen.
Am 22. Juni flog ich auf gut 4000 m über der Niesenkette, was für eine Aussicht! Ein
Traum diese Weitsicht.
Ein Hit war dieses Jahr, abgesehen von der Hammerthermik, die uns in ungeahnte
Höhen steigen liess, die Teilnahme des PDCS an der Gleitschirm Club-SM in Gstaad
(siehe Beiträge im INFO 3 und SwissGlider). 2003 konnte wieder einmal ein ganzes
Team zusammengestellt werden. Seiffert Marc, Binoth Armin, Stucki Hansjörg, JaPDCStockhorn Club Info 04 / 2003
5
Fredus Sicht des 2003:
kob Üelu, und Zbinden Stefan. Dank an dieser Stelle an Marc, der für mich das Coaching übernahm.
Ein grosses BRAVO!! für unsere tapferen Clubmatadore.
Ich hoffe fürs nächste Jahr, das
sich doch auch noch eine fliegende Dame aus unserem Club
rekrutieren liesse, damit sich unser Sport nicht plötzlich nur
noch als Männersport abgestempelt sieht.
Am 12. Juli, doppelt Paul Neueschwander nochmals nach. An
diesem Tag schafft er 111.16 km
vom Niesen. Ein superschönes
heimisches Niesen-AdelbodenGrindelwald-Spiez Dreieck!
Der 10. August geht schon fast
in die Clubgeschichte ein. In
Fiesch erfliegen sich die Kollegen Stukki Hanjörg(100 km),
Jakob Hansueli (99.95 km),
Zgraggen Roland(125 km) und
Neuenschwander Paul (144 km)
einen haufen OLC-Punkte und
unvergessliche Flüge.
Hut ab, vor all unseren Clubkollegen, die solche sportliche Superleistungen erbrachten.
Ich für meinen Teil, werde für 2004 noch mal das gleiche Ziel ins Auge fassen, diesmal mit einem anderen Schirm, ....... man weis ja schliesslich nie. *g*
Ich freue mich, euch bald wieder am Startplatz zu treffen.
In diesem Sinne
Allways happy landing
Euer Fredu
6
PDCStockhorn Club Info 04 / 2003
Chäsgmeinschaft
Fondue-Essen im November - ein Spontan-Anlass des PDCS
PDCStockhorn Club Info 04 / 2003
7
Chäsgmeinschaft:
8
PDCStockhorn Club Info 04 / 2003
Bösis Sicht des 2003:
Jahres Rückblick 2003 Delta
Ende November ist es wieder Zeit die Saison aufzuarbeiten.
Beginnen wir im Februar am Höck im Chäs Thun. Im Ausgang unter Kollegen entstehen manchmal sehr hochgesteckte Ziele.
Es müsste doch möglich sein, in der Mannschaftswertung Starrflügel unter den Ersten mitzumischen. Mindestens vier Piloten sind für dieses Unterfangen nötig.
Siegrist Christoph ist wie immer für solche Ideen hell begeistert und wettet mit mir
(Bösi) gleich eine Flasche Schampus. Wer weniger Punkte erfliegt, bezahlt! Indermühle Daniel ist natürlich auch mit von der Partie. Der Vierte ist Stucki Kurt, er besitzt kein GPS das OLC tauglich ist. Da Braun Manfred an diesem Höck anwesend
ist, beschliessen Christoph und ich Küre ein Jahr lang ein GPS zu sponsern.
Das Ziel aber ist, noch weitere Piloten zu motivieren am OLC mitzufliegen.
Der Grundstein ist gelegt, diesen gilt es nun umzusetzen, indem Flüge nach dem
OLC-Reglement eingeben werden, was sich nicht immer als einfach erwies.
Was die Jungs alles erflogen haben, konntet Ihr bereits in den Infos nachlesen, diese
Saison war einfach genial!
PDCS steht zuoberst auf dem Treppchen, 1. Rang CCC Starrflügler
Wir haben unser Ziel erreicht!
Bei den Clubausflügen verzeichnen wir leider einen leichten Teilnehmerrückgang.
Möchtet Ihr eine andere Gestaltung der Clubausflüge, so lasst es mich bitte wissen,
damit wir die Clubausflüge den Anliegen der Piloten anpassen können.
Ein weiteres Saisonereignis war die Delta Clubmeisterschaft in Brenzikofen. Hier
durfte unsere Mannschaft den zweiten Rang nach Hause fliegen. Ein Bravo an die beteiligten Piloten.
Zum Jahresrückblick gehören leider auch tragische Ereignisse.
Am Donnerstag 15. Mai mussten wir von Witschi Hanspeter Abschied nehmen.
Hanspeter startete als letzter von sechs Piloten auf der Falkenfluh. Beim Start ist er
gemäss Zeugenaussage mit tiefhängendem, rechten Flügelende gestartet und hat mit
diesem an einem Gebüsch gestreift. In der Folge drehte sich der Flügel. Hanspeter
kollidierte mit der Felswand und fiel dieser entlang in die Tiefe. Gemäss Arzt muss
Hanspeter schon beim Aufschlag in die Felswand das Bewusstsein verloren haben.
PDCStockhorn Club Info 04 / 2003
9
Über Geld sprechen:
10
PDCStockhorn Club Info 04 / 2003
Bösis Sicht des 2003:
Das Fluggerät wurde auf Mängel untersucht. Es konnten jedoch keine festgestellt
werden. Wir kennen bis heute die genaue Unfallursache nicht, müssen aber davon
ausgehen, das Hanspeter im Stoal oder mit Rückenwind gestartet ist.
Ich werde Hanspeter, der mit seinen manchmal aussergewöhnlichen Ideen seine Kollegen verblüffte, in Erinnerung behalten.
Für die Verarbeitung solcher Unfälle braucht es manchmal viele Gespräche. Solche
konnte ich mit der Schwester von Hanspeter führen.
Sie bedankt sich bei seine Fliegerkollegen für die grosse Anteilnahme.
Ich wünsche euch allen Frohe Festtage und einen Guten Start in die neue Flugsaison
2004
Euer Sportchef Bösi
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PDCStockhorn Club Info 04 / 2003
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PDCStockhorn Club Info 04 / 2003
Und den Sieg feiern:
Die Gewinnermannschaft der CCC Starrflügler 2003
Christof Siegrist
Daniel Indermühle
Kurt Stucki
Res Bösiger
PDCStockhorn Club Info 04 / 2003
13
Ein Wort dem Präsi:
Jahresbericht 2003
Schon ist wieder ein Jahr um. Ich habe das Gefühl die Zeit verstreicht nur so im Flug.
Um mich für diesen Bericht aufzuwärmen, habe ich meine Zeilen vom letzten Jahr
nochmals kurz überflogen. Und ich schmunzelte nicht schlecht über die 2002er Wetterkapriolen. Wie weit liegen diese doch schon zurück. Was haben wir doch alles im
2003 erleben dürfen. Ich glaube, wir konnten dieses Jahr mehr als kompensieren!
Heisst nicht der neue Wetter Standard jetzt „wie im 2003“?
Habt ihr dieses Jahr auch Jahrhundert-Hammertage erlebt? Super, dann habt auch ihr
die meiste Zeit in der Schweiz verbracht. Bereits der Winter hatte Ausnahmecharakter. Als Ski und Snowboarder war ich seit Jahren nicht mehr so oft bei besten Verhältnissen im Schnee. Dann kam bereits der Frühling und vermehrt hatte ich den Konflikt, Snowbord oder Gleitschirm? Ab Mitte März wurde mein Streckenhunger im
Jura das erste Mal gestillt. Bisher war dies frühestens einen Monat später geglückt.
Der Sommer offenbarte uns ab Juni Temperaturen und Wetterlagen, die alles erlebte
übertrafen. Dann während meiner Ferien Anfangs August gab es Tage da ging ich nur
früh morgens raus aufs Velo, dann bis Mittag in die Aare und vor acht Uhr abends
blieb ich wiederum zu Hause. Es war einfach zu heiss. Und auch der Herbst beschenkte uns bis Ende November immer noch mit gutem Wetter, wenn auch öfters
nur Wochentags.
14
PDCStockhorn Club Info 04 / 2003
Ein Wort dem Präsi:
Doch leider hat alles zwei Seiten. Wurden wir als Flieger mit nicht endenden Thermikstunden und immer höher steigender Nullgradgrenze und Basis beglückt, so hatten andere mit diesen für uns extremen klimatischen Bedingungen ihre Mühe. Wir
Flieger haben diese Saison zu viele Unfälle zu beklagen. Der Hängegleitersport hat
im 2003 zu viele Leben gekostet! Und es waren dieses Jahr nicht nur die andern.
Auch unser Club hat einen Kameraden verloren. Ein Berneroberländer hat es nach einem Zwischenfall folgendermassen formuliert: „Mier brichte eppa eis vomene Hammertag, siit geschter wissemer erscht richtig was en Hammertag ischt!!“
Die Geschichte lehrt uns. Das Leben entwickelt sich unaufhaltsam weiter. Als ferner
Beobachter etwas faszinierendes. Als am Spiel Teilhabender ein recht ungeduldig
machendes Wissen. Wohin kommen wir? Wohin gehen wir? Wie weit ist noch möglich? etc..... Fragen über Fragen die bei genauerer Betrachtung auch mit Visionen und
ungetrübtem Optimismus verbunden sind. Es gilt. Was nicht ausprobiert worden ist,
gibt noch lange keine Gewähr, dass es nicht doch möglich wäre. Nach dem Rückschlag oder den Rückschlägen die Analysen, dann erneute Versuche und siehe da,
Schritt für Schritt beginnt es zu klappen.
Gerne möchte ich wissen wohin uns die Zukunft der Hängegleiterei hinbringt. Hier
mein Weihnachtswunsch: Ein Gleitschirmsack gefüllt mit kompletter Ausrüstung
max. 15kg. Das Gerät mit gutmütigen Flugeigenschaften. Unklappbar und mit einem
Geschwindigkeitsbereich von 30-100km/h und einer Gleitzahl um die 30.
Fluggebiet
Unser Horn wird wieder genutzt. Mancher Flug ist vom Stockhorn gestartet worden
und unterstreicht auch als Ausgangspunkt die Güte unseres Hausberges. Ich bin überzeugt, dass wir noch viele super Flüge ab hier erleben werden. Auch die Wetterstation
hat nach der Wiederinbetriebnahme gut funktioniert und kann nach dem vorgesehenen Umbau noch einfacher betreut werden.
Clubleben
Die organisierten Ausflüge haben dieses Jahr wieder am ersten Weekend Anfangs
Monat stattgefunden. Rückfragen bestätigen, dass dies begrüsst wird. So steht das
Fliegerweekend definitiv zum voraus fest. Die Beteiligungen aber war bei den Gleitschirmen sowie den Deltas rückläufig. Wir gehen einmal davon aus, dass fast immer
geflogen werden konnte und darum zwischendurch die Prioritäten anderes gesetzt
PDCStockhorn Club Info 04 / 2003
15
Ein Wort dem Präsi:
wurden. Eintägige Spontanausflüge per SMS waren aber immer sehr gut besucht. Es
hat sich gezeigt, dass die heutige Ausflugsregelung kombiniert mit den Spontanausflügen der richtige Mix sind. Genauere Analysen dazu von den Sportchefs an der Mitgliederversammlung im Februar 2004.
An der MV im 2003 haben wir über die Neuheit von Kilometergeld diskutiert und die
Idee wurde Anfangs Jahr umgesetzt. An der zweiten Vorstandssitzung war dann unser Kassier froh, dass sich bei der Festlegung des zu vergebenden Betrages doch die
Mehrheit für eine Limite eingesetzt hatte. Denn die Piloten des PDCS sammelten Kilometer. In der CCC Clubwertung war den Starrflüglern im 2003 niemand gewachsen. Souverän belegt der PDCS den 1. Rang. Bei den Gleitschirmen liegen wir exakt
im Mittelfeld - Rang 15 - und haben noch Entwicklungspotenzial. Herzliche Gratulation den Piloten. Merci für den Einsatz und das Geleistete.
Der spontan Anfangs November organisierte Fondueschmaus war nullkommanichts
ausgebucht. Im Partyraum vom von Wattenwyl-Gut hätte kein einziger mehr Platz
gefunden. Bis in die frühen Morgenstunden munkelt man hätte man Partygäste wahrgenommen. Merci den Organisierenden. Ihr habt das super eingefädelt und durchgeführt.
Vorstand
Im 2003 sind wir im, März, Juni, September, und Oktober zusammengekommen. In
angenehmer und kameradschaftlicher Atmosphäre haben wir die Geschäfte erledigt.
Pendenzen hat unser Club keine. Falls aber Ihr noch Vorschläge, Kritik, Anregungen
oder Wünsche habt, so lasst es uns bitte wissen.
Meine fliegerischen Ziele im 2003 habe ich nicht erreicht. Ich erlebt viele grandiose
und unvergessliche Flugmomente. Doch auch ich hatte „das andere Erlebnis“ das mir
die Fluglust raubte. Doch die nächste Saison steht schon vor der Tür und es gibt fliegerisch noch vieles, das es zu versuchen gibt.
ein super Weihnachtsfest, und einen guten Rutsch ins 2004.
Euer Präsi
16
PDCStockhorn Club Info 04 / 2003
Das Date für alle:
Einladung Mitgliederversammlung
Freitag 6. Februar 2004 um 20:00 Uhr
im Landgasthof Krone in Uetendorf
Traktanden
1. Genehmigung Protokoll 2002
2. Mutationen
3. Genehmigung Jahresbericht Präsident
4. Genehmigung Jahresrechnung 2003
5. Wahlen Jahresbudget, Jahresprogramm
6. Verschiedenes
Anschliessend wird ein kleiner Imbiss offeriert
PDCStockhorn Club Info 04 / 2003
17
Daneli auf Reisen:
Neue Horizonte öffnen sich
Von der zu Ende gehenden Saison wird wohl jeder Thermikjäger noch im greisen Alter seinen Urenkeln in den höchsten Tönen vorschwärmen!
Dass der Jahrhundertsommer mit einer allgemeinen Bauflaute zusammengefallen ist,
und damit deutlich weniger Arbeit auf meinem Schreibtisch lag als sonst üblich, hat
mir ein paar aussergewöhnliche Flüge ermöglicht, von denen ich bereits heute berichten möchte.
> 24. April: Prolog
Von der Falkenflue geht es via Honegg, Marbachegg und Schrattenflue an den Pilatus. Dort liegt die Wolkenbasis auf den Radarschüsseln des VBS auf. Während ich
notgedrungen vor diesen Dingern vorbei gleite und tüchtig gegrillt werde, rätsle ich,
ob mein guter ATOS ein Radar-Echo abgibt, und wie dies Schmid Sami’s Mannen an
Ihren Bildschirmen wohl interpretieren werden....
Um mein Goodwill-Konto bei potentiellen RückholerInnen nicht schon anfangs Saison zu überziehen, klemme ich mich arg in den Ar... um auch ja wieder fliegend nach
Brenzikofen zurück zu kommen. Drei-, viermal erhören die Thermikgötter denn auch
mein Flehen, und setzen jeweils genau dort einen (manchmal zaghaften) Schlauch
hin, wo ich in die Landevolte eindrehen will.
An der Honegg fehlen dann allerdings entscheidende 20 Meter, um an die von der bereits recht tiefstehenden Abendsonne beschiene Westseite zu gelangen. So endet dieser Flug halt auf der Nordseite des Schallenbergpasses.
Kaum ist mein treuer Atos verpackt, fährt ein Langnauer Deltapilot auf dem Heimweg von der Falkenflue an mir vorbei, wendet spontan und karrt mich mit samt Atos
zurück an die Flue!
> 31. Juni: Stockhorn zum Ersten
Heute soll es dem von Kari Eisenhut mit seinem Gleitschirm vom Stockhorn aus eröffneten 101 km - FAI-Dreieck (Stockhorn – Pte. de la Cray - Wildstrubel) an den
Kragen gehen.
Die Sache läuft bis auf einen kleinen Absaufer bei Château d’Oex reibungslos, nach
3h 20Min Flug steht mein Atos schon wieder in der Seewlen bei Ringoldingen.
Einziger kleiner Schönheitsfehler – nach der Umrundung der 2. Wende am Wildstrubel geht meinem GPS angesichts der bitteren Kälte auf 3100 m.ü.M. der Saft aus, so
sind denn halt nur 77km OLC - konform dokumentiert.
18
PDCStockhorn Club Info 04 / 2003
Daneli auf Reisen:
Fliegen beginnt offenbar halt schon am Abend davor mit dem Laden der diversen Akkus!
Wildstrubel (Lenkergipfel)
> 12. Juli: Ehrenrunde
Die Schande mit dem halbfertigen Dreieck will ich nicht auf mir beruhen lassen! Gemeinsam mit Kurt Stucki und randvoll geladenem GPS-Akku geht es vom Stockhorn
aus nochmals auf die Reise um die Wendepunkte Pte. de la Cray und Wildstrubel.
Kurt startet nach mir und ist dadurch immer ein paar Minuten im Rückstand. Mit einer mutigen Abkürzung vom Jaun über die Gastlosen und Dent de Ruth, statt entlang
der bewährten Route über den Hundsrück, hat er den Rückstand fast wettgemacht
und ist mir arg auf den Fersen.
Von meinen diversen Abstechern in die Gegend um Château d’Oex weiss ich, dass
die Schlüsselstelle dieser Route nach der Wende Pte. de la Cray zu meistern ist: Vom
Vanil Noir bis an die Pte. de la Cray steht, aus welchen Gründen auch immer, meist
kein einziger Schlauch. Das hat zur Folge, dass man sich, selbst bei den Gleitzahlen
unserer Carbon-Bomber, nach der Wende Pte. de la Cray plötzlich unterhalb der Krete wieder findet – und glaubt mir, das macht dort keinen Spass!
PDCStockhorn Club Info 04 / 2003
19
Daneli auf Reisen:
So versuche ich möglichst hoch in die absehbare Durststrecke einzufliegen. Kurz
nach der Wende ist es aber soweit – die schöne Aussicht ins Greyerzerland tausche
ich abwechslungsweise mit bangen Blicken auf das Vario, wo konstant – 4 bis – 6m/s
steht, und Richtung Tal, auf der Suche nach einer Landemöglichkeit.
An einem kleinem "Bübbi" nördlich von Château d’Oex geht es dann aber rassig wieder an die Basis. Beim Aufdrehen sehe ich, dass Kurt bei der Wende offenbar irgendwie doch einen Schlauch gefunden hat und auch wacker der Basis zusteuert.
Während ich via Rellerli, Saanersloch, usw. locker an den Wildstrubel sause, wird
Kurt übermütig und versucht es von der Pte de la Cray en directe an das Rüeblihorn.
Dort muss er sich an dessen Nordseite in Nullschiebern herumschlagen und schliesslich in Gstaad landen.
Den Rückflug vom Wildstrubel der Niesenkette entlang hätte selbst ein Garagentor
geschafft. Wo es mir danach ist, drehe ich ein paar Kreise, sonst regelt sich die Flughöhe über die Geschwindigkeit: ein bisschen zu tief um über das Pässchen an der
Männliflue zu zischen – ein bisschen langsamer fliegen und es reicht. An diesen
Flugstil könnte ich mich gewöhnen!
20
PDCStockhorn Club Info 04 / 2003
Daneli auf Reisen:
Abgleiten vom Niesen bis über Spiez und zurück in die Seewlen und die Schande ist
ausgebadet!
> 13. Juli: Ostwärts
Das Saanenland kenne ich nun und der Sinn steht mir auch nicht nach einer Thermiksuche rund um den Kirchturm von Château d’Oex.
Also biege ich vom Stockhorn kommend nach dem Jaunpass nicht rechts ab, sondern
fliege geradewegs Richtung Wildhorn weiter. Der Schlauch im Saanersloch zieht
heute nicht so satt wie gestern, aber schliesslich hatte er gestern auch fast drei Stunden mehr Zeit, sich zu entwickeln, bis er mich an die Basis tragen musste.
Im Schlauch am Iffighorn verschlägt es mir dann fast den Atem – ohne jede Anstrengung meinerseits wird der Iffigsee kleiner und kleiner und plötzlich schaue ich auf
das Wildhorn hinunter – was haben wir doch für wunderbare Fluggeräte, die uns
solch einmalige Momente ohne rattern und knattern eines Motors erleben lassen!
Wildhorn
PDCStockhorn Club Info 04 / 2003
21
Daneli auf Reisen:
Weiter geht es Richtung
Wi ld strub el un d da nn
„unterputz“ nach Kandersteg. An der Bire ist ein
taktischer Entscheid gefragt: an die schattige
Luvseite, wo die Bise und
der Talwind anschlägt,
oder in den Kessel des
Öschinensees, der zwar
schön von der Sonne beschienen wird, aber aller
Wahrscheinlichkeit nach
mit Lee-Rotoren gespickt
sein wird! In mein em
Lee-Trauma von der Pte.
de la Cray entscheide ich
mich für die Luvseite,
muss aber bald einsehen,
dass dies zu nichts führt.
Wildstrubel (Ostgipfel)
Also alles auf eine Karte setzen und ab Richtung Öschinensee! An der Südwestflanke
der Bire geht es natürlich erst mal im Eiltempo runter, so dass ich über dem Bergrestaurant am schönen See fast erkennen kann, was die Gäste in ihren Tellern haben.
Doch das Risiko hat sich gelohnt, ein teuflisch enges Schläuchlein bringt mich wieder an die Basis. Diese ist leider nicht berauschend hoch, es reicht gerade, um zwischen Wolken und Geröllhalden ins Kiental zu wechseln. Mit dem Schilthorn wird es
heute wohl nichts - die Touristen auf Piz Gloria drehen im Nebel!
So gleite ich halt bis ans Morgenberghorn ab, wo es meinen Atos zwar gehörig durchschüttelt, aber nach oben geht es nicht – also weiter abgleiten an den Harder.
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Daneli auf Reisen:
Dort dreht tatsächlich ein Local-Hero mit einem brandneuen Lightspeed, aber vielversprechend sieht das ja nicht aus. Aber mit ein bisschen Geduld geht es endlich
wieder einmal an die Basis und ich beginne an die Realisierbarkeit eines geheimen
Plans zu glauben: es ist 16 Uhr 30, somit verbleibt noch ca. 1.5 h brauchbare Thermik, das müsste doch noch reichen, um an das Brienzerrothorn und wieder zurück zu
kommen! Tatsächlich läuft die Sache wie geschmiert, zumindest bis ich auf dem
Rückweg unter die Kretenhöhe gelange: zuerst überholt mich ein Segelflieger keine
5 Meter unter mir (zu Gunsten des Segelfliegers nehme ich mal an, dass er mich gegen die tiefstehenden Sonne nicht gesehen hat) – mein Adrenalinspiegel ist jedenfalls
leicht erhöht.
Vorsichtig gleite ich mit gebührendem Abstand Richtung Interlaken, will schliesslich
nicht noch in einem der vielen Seile der Wildheuer (heutzutage wohl eher Wildgraser) hängen bleiben....
Oberhalb Ringgenberg lockt dann doch noch eine kleine, thermikverdächtige Rinne.
Sorgfältig checke ich die Rinne nach allfälligen Hinweisen auf Kabel ab: weit und
breit keine Hütte oder ähnliches zu sehen, also rein ins Vergnügen. Prompt geht es
dann auch wieder Richtung Wolkenbasis, doch nach ein paar Kreisen wird mir plötzlich ganz anders: geradewegs unter mir blitzt ein Kabel in der Abendsonne auf - wie
weit ich davon weg war weiss ich nicht! Das perfide daran, das Kabel läuft nicht in
etwa der Falllinie des Hanges, sondern spannt diagonal, ja fast parallel zum Hang,
quer über die Rinne zu einer Hütte östlich derselben. Maximal 115m über Grund, wie
ich später der Segelflugkarte entnehmen kann.
Nun ist fertig lustig – wie auf feurigen Kohlen führe ich die Sache zu Ende und lande
schliesslich, noch immer mit weichen Knien, kurz nach 18 Uhr in froher Erwartung
eines kühlen Biers bei meinen Eltern in Amsoldingen.
Offenbar bin ich aber nicht der einzige durstige Flieger an diesem Tage, auch eine
Wespe geniesst heimlich meinen redlich verdienten Hopfensaft. Um nicht zusammen
mit einem Schluck Bier in meinem Schlund verschwinden zu müssen, setzte mir das
tapfere Insekt einen beherzten Stich in die Oberlippe ab, was mir eine halbe Nacht in
der Notaufnahme des Spitals beschert.......
20. Juli: Big - Bang
Ein Grossaufgebot von streckenhungrigen Deltapiloten macht sich auf dem Stockhorn die Aufbauplätze streitig. Mit Kurt Stucki, Christoph Sigrist, Roger Wittwer und
mir, ist wohl fast alles versammelt was im Berner Oberland noch Delta fliegt und sich
auch mal von der Falkenflue losreissen kann. Wie sind wir doch froh, dass die Flüeler
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Daneli auf Reisen:
an ihrer Flue herumgurken und uns nicht die knappen Aufbauplätze am Horn streitig
machen!
Heute fliegen wir ins Wallis und wieder zurück, verkünden Christoph und ich jedem
Touristen auf dem Horn, der wissen will, wie lange man mit so einem Gerät denn fliegen kann. Und das mit einer Selbstverständlichkeit, als wäre ein Absaufer unwahrscheinlicher als ein Grounding der Swiss!
Insgeheim habe ich allerdings noch ein bisschen mehr vor: Vom Stockhorn nach Anzére, via Furka an die Falkenflue und wieder zurück ans Horn. Das wär doch was,
und die Flüeler würden in ihrem ewigen Kampf, wer der Höchste ist, sicher noch spät
abends zeigen, wo es bei ihnen obsi geht.
Rassig geht der erste Schlauch am Horn ab, und weil es doch ein bisschen vermessen
ist anzunehmen, dass man nach 218km FAI-Dreieck von der Falkenflue her kommend noch mal über das Stockhorn kommt, mache ich erst einmal einen „Schlingg“
Richtung Stockental, um das anvisierte Dreieck dann auch wirklich schliessen zu
können.
Unterdessen ist auch Christoph gestartet. Mehr oder weniger gemeinsam drehen wir
über der Stockenflue auf 3200 m.ü.M auf! Das beginnt ja ganz passabel –so spulen
wir denn heute nicht wie üblich das Simmental hoch, sondern queren direkt an den
Turnen. Christoph dreht auf dem Weg an das Seehorn noch in einen bescheidenen
2m/s - Schlauch ein, ich sause frech daran vorbei und erwische auf der Südseite des
Seehorns tatsächlich einen rassigeren Lift: mit 5 – 9m/s geht es in Nu auf 3800
m.ü.M. Unter diesen Umständen lassen wir die Spillgerte rechts liegen und steuern
direkt auf das Wystätthorn zu. Dort geht es dann aber für meinen Geschmack etwas
zu langsam hoch, so dass ich direkt an das Iffighorn weitergleite und mir vorstelle,
wie Christoph sich ab meiner Flugtaktik ärgern wird: da habe ich ihm dauernd mit
sektiererischem Eifer gepredigt, die Schläuche auch ja bis ganz oben auszudrehen,
und nun bin ich der, der keine Geduld hat und im Kellergeschoss herumschleicht. Tatsächlich bringt mich meine Ungeduld am Iffighorn unter die Gipfelhöhe und damit
heute erstmals ins Schwitzen. Nun ist deutlich mehr Geduld und Feingefühl gefragt,
als am Wystätthorn nötig gewesen wäre. Mit der Zeit geht es dann aber auch wieder
in kühlere Höhen, um Punkt 14 Uhr gleite ich auf 4000 m.ü.M. über den Wildhorngipfel Richtung Anzére. Von Christoph ist weit und breit nichts zu sehen, vermutlich
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Daneli auf Reisen:
ist er mit schallendem Gelächter über mich hinweg gegleitet, als ich mich am Iffighorn abmühte.
Plaine Morte und Wallis aus 4000m Höhe
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Daneli auf Reisen:
Das Wallis macht seinem Ruf als Thermik-Autobahn alle Ehre – mit Delphinieren
kommt man fast durch, nur selten muss ein Schlauch ausgedreht werden. Das Eggishorn umfliege ich über der nördlichen Randmoräne des Aletschgletschers und komme so ohne Umwege an die nördlichen Bergkämme des Goms. Leider haben sich hier
unterdessen Überentwicklungen breit gemacht, lokal regnet es bereits leicht.
Bietschhorn
Über der Grimsel kommt mir plötzlich ein Extasy mit bedauernswert niedriger Höhe
entgegen – wenn das nicht Christoph ist, der da an den Gerstenhörnen offensichtlich
keinen Erfolg hatte! (er war es, wie ich später vernahm, und er hat sich tapfer wieder
hochgearbeitet und ist noch bis Meiringen geflogen). Das ist mir Warnung genug, ich
beschliesse, die Furka nicht zu behelligen und drehe mit 2800m.ü.M in das Haslital
ab. Es sieht nicht toll aus, bis Guttannen ist kein Sonnenstrahl auszumachen, dafür
geht es umso bestimmter nach unten, in Guttannen gebe ich mich fast geschlagen,
aber irgendwie geht es in einem bunten Mix aus Leerotoren, thermischen Ablösungen
und brutalen Fallwinden dann doch wieder einigermassen hoch, am Bänzlauistock
reicht es sogar fast bis auf 2600 m.ü.M., was mir einen sorgenfreien Weiterflug Richtung Planplatten erlaubt.
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Daneli auf Reisen:
Prächtig erscheinen rechts die Gadmerflüe und ganz hinten der Titlis, eine Szenerie,
die selbst die Dolomiten in den Schatten stellt!
Gadmerflüe und Titlis
Der Rückflug via Hasliberg, Brienzergrat usw. wird mit all den ruhigen, grossflächigen Schläuchen zum netten Genussflug. Über dem Sigriswilerrothorn geht es nochmals bis ganz oben – 3300 m.ü.M und das um 18 Uhr. Offenbar hat dies einen massiven Sauerstoffmangel in meinen grauen Zellen zur Folge, jedenfalls bin ich plötzlich der Meinung, dass der Schenkel Falkenflue – Anzére nur knapp die 28% - Gesamtdistanz repräsentiere, ich also gut daran täte, diesen Richtung Schallenberg zu
verlängern. Also gleite ich bis über die Gegend von Jassbach ab, und drehe dort in
der festen Überzeugung, das 200 km FAI-Dreieck im Sack zu haben, in den Endanflug Richtung Stocken ein.
Die Höhe geht gut auf, es reicht gerade noch, im Schlitz des Feissibaches bis zur unteren Bachhütte zu schleichen, abzudrehen, und komfortabel in Amsoldingen zu landen.
Was für ein Tag, Christoph landet wie erwähnt in Meiringen, Kurt in Innertkirchen
und Roger in Kandersteg, schön gleichmässig verteilt, damit der Rückholerin auch
eine abwechslungsreiche Ausfahrt geboten wird. Zu später Stunde feiern wir unsere
Erfolge noch auf Sigrist’s Terrasse mit etwas Alkohol.....
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Daneli auf Reisen:
Kaum habe ich mich wieder an die etwas sauerstoffreichere Atemluft gewöhnt, kommen mir Zweifel, ob es richtig war, statt an die Falkenflue, Richtung Jassbach zu fliegen. Die OLC-Optimierung schafft dann Gewissheit – kürzester Schenkel ist derjenige von der Grimsel in den Jassbach. Um die 28% - Regel zu erfüllen, müssen ein
paar Kilometer meines Ausfluges Richtung Emmental unberücksichtigt bleiben, so
zählt mein Compi halt nur 198.88km zusammen.
Am darauffolgenden Dienstag vernehmen wir dann, dass Hansjörg Truttmann unsere
Erfolge mit einem 400km Flug auf freier Strecke geradezu pulverisiert hat.
OLC – Auswertung vom 20.Juli
5. August: Grössenwahn
Die 200km - Marke so knapp zu verfehlen, will ich natürlich nicht so stehen lassen.
Und den gleichen Flug zu wiederholen und diesmal am Schluss einfach ein bisschen
mehr Richtung Falkenflue abgleiten, ist wirklich zu billig. Etwa Grosses muss es
sein: Warum nicht gleich der Weltrekord? Vom Stockhorn nach Sion, um den Ritomsee und via Schallenberg wieder ans Horn – das wären rund 280 km. Der aktuelle
Weltrekord für FAI-Dreiecke liegt bei 257 km, die beiden Wendepunkte Sion und Ri28
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Daneli auf Reisen:
tomsee scheinen nur wenig weiter weg zu sein, als die Wendepunkte meines letzten
Fluges, das müsste doch klappen.
Christoph ist wieder mit von der Partie, dreht aber bereits bei der Plaine Morte links
Richtung Goms ab, während ich mich noch nach Sion quäle. Bald beginnt die Sache
mit Überentwicklungen und Regen, manchmal sogar ein bisschen Hagel, unangenehm zu werden. Christoph schafft es vor dem unverkennbar aufziehenden Gewitter
bis zu Baschi, ich lande nach etlichen Kämpfen schliesslich in Gampel. Und das mit
soviel Gegenwind, dass mein Atos im Endanflug rückwärts fliegt.
Weil der Akku meines Natels auf den Felgen ist, muss halt Christoph mit seinem
Charme Renate vom Reiz einer kleinen Spritzfahrt ins Goms überzeugen. Dank Renates selbstlosem Einsatz sind wir um 23 Uhr 30 schliesslich auch wieder zu Hause,
fliegend geht es halt schon schneller!
10. + 12, August: Daneli und das Goms
So schnell gebe ich mich allerdings nicht geschlagen:
Auch am 10. August ist Christoph wiederum dabei, muss aber wegen des geplanten
Evita - Besuches mit seiner Gemahlin abends beizeiten wieder zuhause sein. Also
überlässt er mich bei der Iffigalp meinem Schicksal und fliegt ein schönes Dreieck
im Berner Oberland, mit Landung direkt vor seinem Pool. Bei mir läufts diesmal verheissungsvoll: Ohne grössere Probleme erreiche ich um 15 Uhr 30 das Goms auf fast
4200 m.ü.M und quere hoffnungsvoll an die Muttenhörner, um den Ritomsee zu umkreisen.
Schöne Herbstflüge vom Stockhorn!
Täglich bis 2. November 2003
8. Mai bis 7. November 2004
Gleitschirm-Startplatz und Start-Rampe für Deltasegler
Wetterinfo und Live-Kamera unter www.stockhorn.ch
Stockhornbahn AG, 3762 Erlenbach i.S.
Tel 033 681 21 81, Fax 033 681 21 25
info@stockhorn.ch, www.stockhorn.ch
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Daneli auf Reisen:
Obergoms aus 4200m Höhe, vor der Querung an die Muttenhörner
Kurz vor den Muttenhörnern gerate ich dann in ein grossflächiges Abwindgebiet, das
mich zwingt, Richtung Furka abzugleiten (ein Segelflieger-Crack erklärt mir später,
dass bei thermisch sehr aktiven Tagen die Aufwinde im Wallis aus dem Urserental
gespiesen würden, was entsprechende Abwinde in der Region Furka zur Folge habe).
Nun, heute ist offenbar einer dieser thermisch sehr aktiven Tage. Südöstlich der Furka kann ich nochmals ein bisschen Höhe machen, der Mut, um südwärts Richtung
Pizzo Lucendro zu fliegen, fehlt mir jedoch. So fliege ich denn südlich des Rhonegletschers den Gärstenhörnen entgegen, in der festen Überzeugung, dort problemlos
wieder an die Basis zu gelangen und gemütlich nach Hause fliegen zu können. Doch
es kommt etwas anders als vorgestellt: urplötzlich geht es fast im freien Fall nach unten – das wird jetzt wohl die berüchtigte Grimsel-Schlange sein, die mich da Richtung Gletsch bläst. Mit letzter Mühe schaffe ich es gerade noch an die Hänge südlich
von Gletsch, wo es natürlich fast ebenso rassig wieder hoch geht, wie an der Grimsel
runter. Leider aber immer nur ein paar hundert Meter, so dass ein Queren der Grimsel
unmöglich ist. Viermal mache ich das Spiel mit, drehe auf der Südseite bis es einfach
nicht mehr höher geht, fliege Richtung Grimsel, lasse mich runterspülen und fange
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Daneli auf Reisen:
von neuem unten an. Dann wird mir die Sache doch zu dumm, ich gebe mich geschlagen und gehe in Oberwald ein Bier trinken.
Wieder muss sich Renate ans Steuer meines Vikinger – Schlittens setzen , gut habe
ich sie dieses Jahr mit Rückholaktionen noch nicht überbeansprucht....
Am 12. August gehe ich die Sache nochmals
an (es gibt Leute die sagen ich sei hartnäckig,
andere behaupten, ich hätte keine Fantasie).
Die Pflichtübung vom Stockhorn via Sion ins
Goms dauert wiederum 3.5 Stunden, dafür
komme ich heute auf angenehmen 4570 im
Goms an. Würde auf dieser Höhe nicht der
kontrollierte Luftraum beginnen, hätte ich
mich vom prächtigen Schlauch über dem Wiwanni zusammen mit einem Adler bestimmt
bis über 5000 m.ü.M tragen lassen....
Gemeinsam mit einem Adler über dem Wywanni
Doch das Goms sieht heute nicht einladend aus: auf der Nordseite ist keine einzige
Wolke zu sehen, und südseitig sieht es nicht viel besser aus. Dafür wird der von Thomas Bucheli prognostizierte Nordwind immer deutlicher bemerkbar. Ich entscheide
mich, keine weiteren Experimente mehr einzugehen, mit meiner luxuriösen Höhe via
Grimsel ins Berner Oberland zurück zu gleiten und dann weiter zu sehen. Doch daraus wird nichts – bereits vor dem Sidelhorn finde ich mich auf Kretenhöhe wieder,
und muss mich entscheiden, ob ich ein Bad im Oberaarsee riskieren, oder aber einen
weiteren Absaufer im Obergoms produzieren will und damit dem Spott gewisser
Sportsfreunde sicher zu sein. Ich entscheide mich schweren Herzens für letzteres,
wechsle aber noch auf die Südseite, um so wenigstens bequem nach Fiesch zurück zu
kommen. Insgeheim hoffe ich noch, die Konvergenzlinie, die irgendwo bei Fiesch
liegen muss, zu treffen, und so noch eine Chance auf eine Rückkehr via Gemmi zu
erhalten.
Doch ich treffe sie nicht, und irgendwie ist es mir auch gleichgültig. Die Luft ist bei
mir für diese Saison definitiv draussen. Ich beginne mich damit abzufinden, dass es
dieses Jahr nicht für den ganz grossen Coup gereicht hat, und was zählt ist schliesPDCStockhorn Club Info 04 / 2003
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Daneli auf Reisen:
slich das Abenteuer und nicht irgendwelche Ranglisten, beginne ich mich zu trösten....
Aber nächstes Jahr, ja nächstes Jahr......und bis dahin träume ich noch manches Mal
von all den unglaublichen Erlebnissen, wie man Sie wohl nur unter einem Tuchflieger erleben kann!
Daniel Indermühle
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Die Hörndler:
Die OLC-Leistungen der PDCSler:
Statistik: Alle Flüge
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
pt
1868,20
1071,26
994,42
883,97
602,15
524,70
476,48
466,25
332,30
167,77
Flüge
9
7
7
11
9
6
3
2
2
1
Pilot
Indermühle Daniel
Neuenschwander Paul
Sigrist Christoph
Stucki Hansjörg
Zwiebel Frederik
Seiffert Marc
Bösiger Andreas
Stucki Kurt
Zgraggen Roland
Waelchli Werner
km
1102.03
599.29
639.98
571.84
386.77
311.61
307.53
268.76
200.57
83.89
gewertete Tagesleistung: 4472.27 km (57 Flüge)
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Fit und fitter dank:
34
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Achtung Werbung:
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Rätsel der Ausgabe:
Was machen die Mitglieder des
PDC-Stockhorn am
Freitag 6. Februar 2004 um 20:00 Uhr?
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