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Juli 2008: Hallo, ich bin Sheila! Davor was ich 3 Tage lang ganz

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Juli 2008: Hallo, ich bin Sheila!
Gestern, am 16. Juli, wurde meine neue Mama (Mama Gudrun)
mal wieder von der Polizei angerufen, dieses Mal aus Diani.
Sie hat dann sofort meine beiden neuen Onkels (Onkel
Cosmas und Onkel Saidi) losgeschickt um mich abzuholen.
Davor was ich 3 Tage lang ganz alleine in der Wohnung, und habe ganz viel geweint. Dann hat endlich
einer meiner Nachbarn die Wohnung aufgebrochen und die Polizei gerufen. Bei der Polizei war ich zuvor
bereits dreimal. Jedesmal hatte meine Mutter mich vorher ausgesetzt. Aber dieses Mal hatte endlich ein
Polizist Mitleid mit mir und hat, anstelle mich zu meiner Mutter zurückzubringen, das Jugendamt
informiert. Auch haben sie dieses Mal meine Mutter aufgegriffen und total betrunken in eine Zelle
gesteckt.
Meine Mutter sagt sie müsse, um mich durchzubringen, nachts ihrem Gewerbe nachgehen, und mich
halt auch mal länger als einen Tag alleine lassen. Ich verstehe das nicht.
Sie ist attraktiv und gepflegt, aber trifft sich viel zu oft mit Männern in Discos und Bars. Ob sie von denen
Alkohol und Drogen bekommt? Oder besorgt sie es sich selbst von dem Geld das ihr diese Männer
geben? Ich weiss es nicht.
Als ich in Nice View ankam, wurde ich gleich gebadet. Ich glaube sie fanden dass ich etwas stinke.
Danach gab’s dann zwei Fläschchen Milch und viel Wasser mit Fruchtzucker. Was war ich hungrig und
durstig. Meine neue Mama war auch ganz arg erschrocken, da ich überall am Körper und auch im
Gesicht Ekzeme und Wunden habe. Auch fand sie es seltsam, dass eines meiner Ohren ganz blau ist.
Wie abgestorben.
Daher ging’s dann am nächsten Tag auch gleich zum Daktari (Dr. Mashanga). Auch der war ganz arg
geschockt als er mich sah, hat gleich ganz viele Tests und Untersuchungen gemacht. Im Krankenhaus
wurde Blut abgenommen, für einen HIV Test. Ergebnis bekomme ich in zwei Wochen. Lieber Gott, bitte
mach’ dass ich gesund bin!
Meine neue Mama sagt ich sehe aus wie ein 3 Monate altes Kind. Dabei sagt meine Mutter, ich wäre
bereits älter als ein Jahr. Nun, vielleicht sind es 5 Monate? Zähne habe ich jedenfalls noch keine.
Abends wenn ich frisch gebadet und mit kugelrundem Bäuchchen in meinem Bettchen liege, bin ich
meiner neuen Mama sehr dankbar, dass sie sich entschieden hat Kindern wie mir ein neues Zuhause zu
geben, und hoffe, dass ich bleiben darf. Das Ergebnis der Gerichtsverhandlung gegen meine Mutter
kenne ich noch nicht.
mein erstes Bad in
Nice-View
Nach ein paar Tagen ging
es mir schon besser....
September 2008:
Sheilas Mutter befindet sich in Untersuchungshaft, da sie sich unschuldig fühlt und die Anklagepunkte
abstreitet.
Nun haben wir auch das Ergebnis des HIV- Testes erhalten. Dieser ist positiv, d.h., das Sheila das
gefährliche Virus in sich trägt.
Da Sheila mehrere offenen Wunden hat und bei kleineren Verletzungen stark zu Blutungen neigt, sehen
wir besonders für die jüngeren Kinder von Nice View ein erhöhtes Ansteckungsrisiko. Das Krankenhaus
in Msambweni bietet für Babys mit HIV keine gute Versorgungsmöglichkeit. Deshalb sind wir nun auf der
Suche nach einen guten Einrichtung/ Kinderheim speziell für HIV- positive Kinder. Sollte sich keine
passende Einrichtung finden, werden wir Sheila über einen Arzt in Diani Beach bei einem speziellen
HIV-Projekt registrieren lassen, um von dort die benötigten Medikamente ( sehr schwer erhalten)
kostenlos aus Spenden zur Verfügung gestellt zu bekommen. Bei rechtzeitiger Behandlung von Babys
mit den speziellen HIV-Medikamenten bestehe nach Aussage des Arztes Hoffnung auf vollständige
Genesung.
Neben viel Liebe und Aufmerksamkeit erhält Sheila nun Medikamente zur Steigerung der Abwehrkräfte
und spezielle vitaminreiche Kost im 4- Stunden Rhythmus. Dies ist sehr wichtig, um sie zu stabilisieren
und ihren kleinen Körper zu kräftigen. Nur so kann mit der speziellen HIV-Therapie begonnen werden.
Sheila kann nun sitzen und bekommt mit über einem Jahr ihre ersten Zähnchen.
Dezember 2008:
Sheilas Gebet wurde leider nicht erhört. Sie ist HIV positiv. Ausserdem wurde eine geschlossene (nicht
ansteckende) Tuberkulose diagnostiziert. Da in Kenia HIV positive Kinder nicht gemeinsam mit
nichtinfizierten Kindern untergebracht werden dürfen, und eine medizinische Behandlung an der Küste
nur sehr schwer zu gewährleisten ist (Medikamente sind nicht oder nur sehr schwer zu bekommen, das
Blut muss zur Untersuchung bis nach Nairobi), haben wir uns daher schweren Herzens entschlossen für
Sheila ein Kinderheim zu suchen, welches auf die Versorgung von HIV infizierten oder an AIDS
erkrankten Kindern eingerichtet ist. Nachdem wir bei telefonischen Anfragen nur Absagen erhalten
hatten (die Heime sind überfüllt), wurde unser angehender Sozialarbeiter Cosmas losgeschickt, um in
Nairobi bei in Frage kommenden Heimen persönlich vorzusprechen. Nach vielen weiteren Absagen ist
es ihm schlussendlich gelungen ein Heim zu finden, welches sich bereit erklärte Sheila aufzunehmen.
Es handelt sich dabei um ein sehr sauberes und gut ausgestattetes Heim, und um die Ecke befindet sich
ein Krankenhaus welches von der selben Organisation unterstützt wird. Es entsprach also somit unseren
Wünschen für Sheila. Am 25. Oktober war es dann so weit. Cosmas war es in für kenianische
Verhältnisse sehr kurzer Zeit gelungen alle notwendigen Papiere zusammenzutragen, und wir haben
Sheila nach Nairobi gebracht. Mit dabei Gudrun, die sich unbedingt persönlich davon überzeugen wollte,
dass Sheila gut untergebracht ist. Im November haben Cosmas, Mama Polina, Haji und Amina Sheila
besucht. Sie hat sie wiedererkannt und sich sehr über ihren Besuch gefreut. Sie sieht bereits deutlich
besser aus. Was vermutlich auch daran liegt, dass bei ihr eine Lebensmittelunverträglichkeit
diagnostiziert wurde. Sie bekommt nun nur noch Nahrungsmittel auf die sie nicht allergisch reagiert und
hat schon etwas zugenommen. Auch ihre Haut sieht besser aus. Wir werden Sheila weiter im Auge
behalten und weiter berichten. Sind aber davon überzeugt, dass sie dort in sehr guten Händen ist.
Übergabe am 25.10.2008 in Nairobi
Sheila in Ihrem neuen Bettchen in Nairobi
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Seele and Geist
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