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jenseits? - Schweizer Familie

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Pascal Couchepin
Nr. 10
6. März 2014
Fr. 5.–
www.schweizerfamilie.ch
Katharina Hoby
JENSEITS?
WAS ERWARTET UNS IM
ZEHN PERSÖNLICHKEITEN MACHEN
SICH GEDANKEN ZUM LEBEN
NACH DEM TOD
Anatole Taubman
CLAUDIO ZUCCOLINI
DER KOMIKER IST
WIEDER IM SPIEL
SEITE 12
Monica Gubser
KALT GEPRESST
19 SPEISEÖLE UND
WOZU SIE GUT SIND
SEITE 34
VERBAUTE FLÜSSE
FREIE FAHRT
FÜR FREIE FISCHE
SEITE 26
EDITORIAL
LIEBE LESERINNEN
LIEBE LESER
WAS FOLGT AUF DEN TOD? Wir
können die Frage nicht beantworten.
Wir können vieles glauben, aber
nichts beweisen. Darum werden wir
Menschen nicht müde, die Frage zu
wälzen. Verbindliche Antworten
liefern einzig die Religionen. Sei es,
um den Menschen Trost zu geben
und die Hoffnung, dass gute Taten
auf Erden im Jenseits belohnt
werden. Oder um ihnen mit der
Hölle zu drohen, falls sie sich der
Kirche widersetzen. Nun, das war
früher so. Heute lassen sich die
Menschen nicht mehr erpressen und
basteln sich ihre eigene Religion –
und damit auch ihre persönliche
Vorstellung vom Jenseits. Die Hölle
kommt darin kaum mehr vor. Sie
gehört zum Diesseits und nicht zum
Jenseits. Sie findet statt in Katastrophen und Kriegen. Und häufig auch
im Angesicht des Todes, dem viele
Menschen im Glauben an ein Leben
nach dem Tod den Schrecken
nehmen. Und einen Sinn abtrotzen.
Der Palliativmediziner Gian
Domenico Borasio sagt zum Thema:
«Ein gutes Leben ist die beste
Vorbereitung für einen guten Tod.»
Oder in der Umkehrform:
Wer das Leben nicht achtet, kann
nicht in Frieden gehen. Und das
Jenseits? Misst es sich auch an den
Taten im Diesseits? Oder ist der
Tod das Ende? Wir haben promi-
Ist der Tod
das Ende? AltBundesrat
Pascal Couchepin hat sich
seine Über­
legungen dazu
gemacht.
nente Persönlichkeiten gefragt, wie
sie darüber denken. Und mit Menschen geredet, die nach einem
Nahtoderlebnis einen neuen Blick
auf das Leben gewonnen haben.
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INHALT
Nr. 10 vom 6.3.2014 – MIT TV TÄGLICH
➳ Menschen
Traumfänger........................ 10
Hannes Binder, Illustrator
und Maler
Claudio Zuccolini................. 12
Der Komiker imitiert den
Apple-Gründer Steve Jobs
Dagmar Gilli......................... 16
Die Zuger Tierärztin hat eine
Marktlücke entdeckt
➳ Wissen
12
Steuererklärung.................. 24
Wie Sie Steuern sparen und
andernorts profitieren können
Fische in Flüssen................. 26
Wanderschaft mit Hindernis
Der Komiker Claudio
Zuccolini geht mit seiner
neuen Show auf Tournee.
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Gesunde Geschmacksträger:
Kalt gepresste Öle aus Samen,
Nüssen und Kernen sind
vitaminreich und aromatisch.
34
Gibt es ein
Leben nach
dem Tod?
Prominente wie
die Pfarrerin
Katharina Hoby
haben sich
Gedanken zur
grossen
Menschheitsfrage gemacht.
➳ Essen
Öle für Geniesser................ 34
19 Speiseöle, die jedes Gericht
verfeinern
➳ SchönerLeben
Altes Handwerk................... 44
Zu Besuch bei einer der
letzten Sackdruckereien
Styling................................... 50
Neuer Look: Clarisse Jost
fühlt sich wohl in ihrer Haut
26
Monatsgarten....................... 52
Was es im März zu tun gibt
Selber machen..................... 54
Kuschelkissen mit Zopfmuster
Forscher erkunden,
wie Fische Flusskraftwerke unbeschadet überwinden.
Lebensberatung.................. 57
Dr. Christine Hefti weiss Rat
74
➳ Reisen
Serie Stiller Ort................... 62
Winterwanderung abseits des
Skizirkus Sörenberg LU
Weekendtipp........................ 71
Tätowiert und gepierct – Körperkunst im Basler Museum
62
Was für eine Stille. Was für ein
Genuss – unterwegs entlang der
Waldemme, durch den knirschenden Schnee bei Sörenberg.
➳ Gesundheit
Nahtoderlebnis.................... 74
Gewährt diese Erfahrung
einen Blick ins Jenseits?
Ausprobiert.......................... 84
Tallabé – bessere Körper­
haltung dank einer Kappe
Puls....................................... 91
Meniskus gerissen – ist eine
Operation wirklich nötig?
➳ Rubriken
Familie der Woche........................6
Aus dem Fotoalbum....................11
Sudoku.........................................22
Spielspass...................................42
Rätsel...........................................58
Leserforum..................................92
Lösungen.....................................92
Medientipps.................................93
Marktplatz...................................94
Titelfoto: Maurice Haas Fotos: Siggi Bucher, Michel Roggo, HR Rohrer, Maurice Haas, Heinz Storrer
Milena Moser...............................96
Horoskop......................................97
Gewinnen Sie...............................98
Schweizer Familie 10/2014
5
MENSCHEN
Die neue
Comedy-Tour
«iFach Zucco»
hat am 13. März
Premiere im
Casinotheater
Winterthur.
NACH DER SHOW
ist vor der Show
Sein Gastspiel im Circus Knie wurde von der Boulevardpresse zerrissen.
Doch Komiker CLAUDIO ZUCCOLINI bewahrte Ruhe. Er schrieb
ein neues Programm – und zeigt in Chur, dass die Bühne seine Heimat ist.
Text Marianne Fehr
J
a», sagt der Vater, «ich bin stolz auf
meinen Sohn.» Silvio Zuccolini, der
langjährige Direktor des Spitals
Thusis und Presseverantwortliche der
FDP Graubünden, hat kräftig die Werbetrommel gerührt für das neue Programm
seines Sohnes. 300 Mails hat er verschickt,
sodass auch dank ihm das 77-plätzige
Theater «Klibühni» in Chur innert kürzester Zeit ausverkauft war. Hier wird Claudio Zuccolini, 43, an diesem Abend eine
Testvorstellung geben. «iFach Zucco» ist
noch viel zu lang, er wird auf das Lachverhalten der Zuschauer achten und vor
der Premiere am 13. März im Casinotheater Winterthur noch tüchtig streichen.
Es ist früher Nachmittag, ein kräftiger
Föhn zieht durch das schmucke Dorf Scharans im Domleschg und verbläst die Wolkenschlieren am Himmel. Hier, im Haus
seiner Eltern, hat Claudio seine letzten beiden Tage verbracht. Hierher zieht er sich
manchmal auch zurück, wenn er an seinen
Programmen schreibt. Emily, seine anderthalbjährige Tochter, ist diesmal mitgekommen und schmust mit Neni und Nani, wie
12
Schweizer Familie 10/2014
Fotos Siggi Bucher
sie die Grosseltern nennt. Ihre Mutter und
ihre ältere Schwester liegen derweil grippekrank daheim im Unterland.
Mia und Silvio Zuccolini – beide Anfang 70 – erzählen vom Kind Claudio,
dem fantasievollen, das die Leute beobachtete und nachahmte, das aus Erlebnissen Geschichten fabrizierte, stets für alles
und jedes Erklärungen einforderte und
ansonsten ein Schlingel war. Und sie sagen: «Wir sind eine Familie, die zusammensteht.» So war es auch vor einem Jahr,
als Claudio im Circus Knie auftrat und
von der Boulevardpresse in der Luft zerrissen wurde. Silvio Zuccolini rief seinen
Sohn nach jeder Vorstellung an und kann
die Negativkampagne bis heute nicht verstehen: «Schliesslich hat er ja nichts verbrochen.» Der arg Gescholtene hat diese
Zeit indes gestärkt überstanden. Er sagt:
«Nach 250 Vorstellungen im Zirkus weiss
ich, dass mich nicht mehr so schnell etwas
aus der Ruhe bringen kann.»
Mitte Nachmittag ist es Zeit, zum Theater aufzubrechen. Claudio Zuccolini packt
seine Siebensachen zusammen – Compu-
ter, ein paar Requisiten wie Stirnlampe,
Megafon und eine Glasbox. Er fährt zur
«Klibühni» mitten in der Churer Altstadt.
Die adrette Kulturstätte mit Innenhof und
Balustrade war einst eine Schneiderzunft
und feiert heuer ihr 40-Jahr-Jubiläum. An
der «Klibühni» ist Claudio oft vorbeigegangen, als er für kurze Zeit Schüler an
der Kantonsschule Chur war, ehe er in ein
Internat in Samedan wechselte. Ein Weg,
der in ihm keine guten Erinnerungen
weckt: «Ich war ein schlechter Schüler und
habe mehr Zeit in der Stadt verbracht, als
in der Schule gelernt.»
Von Gummibärchen und Glace
Im Theater ist Techniker Tom Dick, 33,
bereits am Tüfteln. Er steht auf einem
alten, klapprigen Barstuhl, der gefährlich
wackelt, und richtet einen Scheinwerfer.
Tom Dick arbeitet seit fünf Jahren mit
Claudio Zuccolini zusammen. Seine Aufgabe ist es, wie er in schlichten Worten
sagt, «dafür zu sorgen, dass man ihn sieht
und hört auf der Bühne». Sie seien ein gut
eingespieltes Team: «Claudio hat einen ➳
Claudio Zuccolini,
43, gönnt sich
in Scharans GR eine
Ruhepause,
bevor er auf der
Churer «Klibühni»
sein Publikum
begeistern wird.
Schweizer Familie 10/2014
13
MENSCHEN
Der Komiker
Claudio Zuccolini
mit Vater Silvio,
70, und Tochter
Emily, 1½,
im Garten seines
Elternhauses in
Scharans.
«Ich bin stolz auf meinen Sohn.
Wir sind eine Familie, die zusammensteht.»
Silvio Zuccolini über seinen Sohn Claudio
angenehmen Humor und ist überhaupt
keine Diva.»
Auf der Bühne steht eine Leinwand, vor
der Zuccolini agieren wird. Tom Dick projiziert darauf ein Bild des Komikers, auf
dem er Steve Jobs, den verstorbenen Computertycoon, imitiert – in der für Jobs typischen Denkerpose. Der Apple-Gründer ist
die Überfigur von «iFach Zucco – das Programm 4.0». Als einer, der das einfache,
bescheidene Leben predigte, inspirierte er
den Comedian zu mancherlei Spässen über
den Reichtum und dessen Tücken.
Noch hat der falsche Steve Jobs auf der
Leinwand grüne Flecken im Gesicht und
sieht aus, als müsse er sich gleich über­
geben. Tom Dick und Claudio Zuccolini
machen sich am Computer zu schaffen
und reden Fachkauderwelsch. Beide sind
ruhig, arbeiten ohne Stress. Zuccolini
probt eine der schwierigeren Szenen, die
«Magennummer». Ein Heisshungriger
verschlingt spätabends haufenweise
Bündnerfleisch, Gummibärchen, Glace
und Cola. Das zwingt die Arbeiter in seinem Magen zu Höchstleistungen. Auf der
Bühne wird es dunkel, Nebel quillt aus
einer Maschine, der Magenarbeiter Zuccolini trägt eine Stirnlampe. «Sieht man
mein Gesicht noch?», fragt er den Techniker, und dieser pröbelt so lange, bis das
Licht stimmt.
Eine halbe Stunde später beginnt der
Soundcheck. «Sansansususu» und «checkcheckcheck», zischt Zuccolini ins Mikrophon. Musik wird eingespielt und so justiert, dass die Stimme des Komikers gut zu
hören ist. «Ich bin soundmässig fertig»,
verkündet Tom Dick, die Vorbereitungen
sind beendet. Zeit für einen Imbiss.
Von Robotern und Rauchern
Eine gute Stunde vor der Aufführung zieht
sich der Comedian in die Garderobe zurück. Manchmal macht er zu dieser Zeit
ein viertelstündiges Schläfchen, aber heute
geht er das Programm nochmals durch wie
ein Skirennfahrer vor dem Start die Piste.
Er kleidet sich für den Auftritt wie Steve
Jobs: dieselben Turnschuhe, dieselbe Jeans,
dieselbe Brille; die exakt gleichen Marken
hat er im Internet ausfindig gemacht. Nur
der schwarze Originalrollkragenpullover,
das Markenzeichen des Unternehmers, war
ihm zu teuer, so bleibt es bei einer Kopie.
Langsam treffen die Zuschauer ein,
trinken im Hof noch ein Bier, plaudern.
Der Techniker nimmt am Saaleingang die
Billette entgegen, der Raum füllt sich bis
auf den letzten Platz. Unter grossem Applaus betritt Claudio Zuccolini die Bühne
und begrüsst selbstironisch das Publikum:
«Es würde mich freuen, wenn Sie Freude
zeigen. Aber es ist auch in Ordnung, wenn
Sie nicht lachen, das bin ich gewohnt nach
meiner Zeit im Zirkus.» Seine Pointen
kommen nun Schlag auf Schlag. Erfundene Geschichten aus seiner Jugend in bitterer Armut («für Einbrecher gab es bei uns
nichts zu holen, die brachten jeweils etwas
mit»), Sketches über Rasenmäherroboter,
Drogensüchtige, Bademeister, Jogger,
greise Elektrobike-Fahrer, Raucher, Einsame oder männliche Kochkurs-Absolventen ernten häufigen Szenenapplaus. Es
sind Beobachtungen aus dem Alltag, ad
absurdum geführt. Auch das aus früheren
Programmen bekannte Gesundbeter-­
Ehepaar Kurt und Erika ist mit seinen
­unsäglichen Marotten zugegen. Und am
Ende rettet der i-fache Zucco die Welt.
Die Boulevardpresse, die das neue Stück
– ohne es gesehen zu haben – nachtragend
mit den Worten «Wenn das nur gut
kommt!» ankündigte, muss sich keine Sorgen machen. Zucco ist zurück, er hat das
Heimspiel gewonnen. Der Vater lächelt. Er
hat gewusst, dass es gut kommt.
●
«Rocky Horror Show»
Zuccolini wird vom 4. bis 9. Nov. im Theater
11 in Zürich und vom 11. bis 16. Nov. im
Musical Theater Basel als Erzähler in der
«Rocky Horror Show» mitwirken.
«iFach Zucco»
Siehe Leserangebot Seite 14.
Schweizer Familie 10/2014
15
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