close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

In Sachen 1. August zeigt auch Berlin, was Swissness - Arosa Kultur

EinbettenHerunterladen
REGION KULTUR
Kafenion in der
Churer «Höflibeiz»
Chur. – Nach dem gelungenenAuftakt am vergangenen Donnerstag
bringt das Kulturprogramm in der
Churer «Höflibeiz» heute Donnerstag, 4. August, um 21 Uhr ein
«schönes Durcheinander», wie es
in einer Ankündigung heisst. Speziell für die «Höflibeiz» spielt die
Gruppe Kafenion ein Sommer-Programm. Zu hören sind griechische
Lieder, Zigeuner-Swing, argentinische Milongas, kubanische Schnulzen, ein irischer Reel in ReggaeTrance und für den aus Italien angereisten Perkussionisten Simone
Mongelli eine napolitanische Tarantella. (so)
Rätoromanisches
in der «Werkstatt»
Chur. – «Eine Bühne – neun Künstler – viele Lieder»: Unter diesem
Titel lädt die Churer Kulturbar
«Werkstatt» heute Donnerstagabend, 4. August, um 20.30 Uhr
zum romanischen Singer-/Songwriter-Programm. Unter anderen
präsentieren Corin Curschellas,
Mario Pacchioli, Benedetto Vigne,
Arno Camenisch und Astrid Alexandre Musikalisch-Literarisches.
Die Veranstalter sprechen von einem «Treffen alter Freunde», die
sich für einmal die Bühne teilen
würden. (so)
Jugendblasorchester
konzertiert zwei Mal
Zizers/Samedan. – ZumAbschluss
der 21. Kantonalen Musikwoche
gibt das Jugendblasorchester Graubünden zwei Konzerte.Am Freitag,
5.August, um 20 Uhr ist es im Lärchensaal in Zizers zu erleben. Am
Samstag, 6.August, um 20 Uhr tritt
das Orchester in der Turnhalle der
Academia Engiadina in Samedan
auf. Der Eintritt ist frei. (so)
Die «Harlekinade» hat
dem Regen getrotzt
Am Nationalfeiertag ist das
neunte Arosa Musik Theater zu
Ende gegangen. Die Bilanz der
Veranstalter fällt positiv aus,
obwohl in diesem Jahr nie im
Freien gespielt werden konnte.
Arosa. – Die fünf Opernabende unter
dem Titel «Eine grosse Harlekinade»
und zwei Rahmenveranstaltungen
des Arosa Musik Theaters sind von etwas mehr als 700 Zuschauern besucht
worden, wie der Kulturkreis Arosa
mitteilte. Gegenüber den Vorjahren
sei die Auslastung leicht gestiegen.
Dies ist gemäss dem Veranstalter umso bemerkenswerter, da in diesem
Jahr wegen der schlechten Witterung
kein einziges Mal auf derAroserWaldbühne gespielt werden konnte. Die
beiden neuen Ersatzorte – der Panoramasaal des Hotels «Kulm» und das
Kino Arosa – seien beim Publikum
sehr gut angekommen, hiess es weiter.
Inspirierte Sänger und Musiker
Auf positives Echo stiess auch das
diesjährige Programm mit den beiden
Kurzopern «Eine kleine Harlekinade» von Antonio Salieri und «Rita»
von Gaetano Donizetti, die unter der
Regie von Michael Lochar zu einem
kurzweiligen Abendprogramm verwoben wurden. Die Solisten Silvia
Renuka Staubli (Sopran), Daniel
Bentz (Tenor), Chasper-Curò Mani
(Bariton) und das sie begleitende Festivalorchester (Ensemble Ö!) überzeugten mit ihren inspirierten Leistungen das Publikum.
Das zehnte Arosa Musik Theater
wird in der letzten Juliwoche 2012
über die Bühne gehen. (so)
DIE SÜDOSTSCHWEIZ | DONNERSTAG, 4. AUGUST 2011
9
In Sachen 1. August zeigt auch
Berlin, was Swissness heisst
Der Churer Autor und Regisseur Felix Benesch hat sich um
den Nationalfeiertag herum in
seiner Wahlheimatstadt Berlin
umgesehen. Eine Nachlese zum
unter Exilschweizern beliebten
«1.-August-Hopping».
Von Felix Benesch*
Berlin. – Es gab Zeiten, da war die 1.August-Feier der Schweizer Botschaft
in Berlin ein Stelldichein vonVIPs aus
Politik, Kultur undWirtschaft – legendär nicht zuletzt wegen des üppigen
Buffets. Auch beim Fussvolk an der
Friedrichstrasse war der Anlass beliebt. Die Berliner standen regelmässig 100 Meter Schlange für eine Gratiswurst. Dieses Konzept hat inzwischen ausgedient. 2008 war Graubünden der letzte Kanton, der sich in diesem Rahmen in der Deutschen
Hauptstadt präsentieren wollte.
Doch um den 1. August herum ist
nach wie vor Schweiz-Zeit in Berlin,
vielleicht sogar mehr denn je. Dieses
Jahr begann es bereits am 28. Juli im
Literarischen Colloquium mit einem
«Helvetischen Abend». Auf der stimmungsvollen Terrasse einer altenVilla
mit Blick auf denWannsee («Ein bisschen wie in der Schweiz», schwärmte
eine Zuhörerin) wurde Schweizer Literatur geboten. Das Publikum kam
zahlreicher als sonst und lauschte den
Texten von Stefanie Sourlier, Christian Uetz und Matthias Zschokke.
Doch zum Verdruss des Trompeters
Samuel Blaser wandten sich die meisten Zuhörer während seiner nicht
minder kunstvollen Intermezzi dem
Buffet zu.Auf Papptellern gab es einige Käseproben, dazu Wein.
Alpenidyll hier –
Skurriles dort
Am Abend darauf war volles Haus im
«RadialsystemV» am Spreeufer. Eliana Burki – eine zierliche Gestalt mit
blondem Engelshaar und ultrakurzem
Rock – demonstrierte mit ihrem metallenen Alphorn und einigen Effektgeräten, dass dieses behäbige Naturton-Instrument nicht nur komplexe
Melodien spielen, sondern auch grooven kann. Sie hat damit das mehrtägige, von der Botschaft und der Kulturstiftung Pro Helvetia mitgetragene
Festival «Schweizgenössisch» eröffnet, welches mit Musik, Theater und
Tanz einen Einblick in aktuelles
Schweizer Kulturschaffen «zwischen
Alpenidylle, skurriler Kreativität und
Das Schweizer Alphorn als exotischer Gast: Pressefotografen bestaunen in der alten Malzfabrik im Berliner Bezirk Schöneberg eine Alphornbläserin, die zum Schweizer Nationalfeiertag ein Ständchen gibt.
Bild Felix Benesch
Avantgarde» gewährte. Bis zum
Dienstag waren dort zum Beispiel der
Saxofonist Daniel Schnyder mit
Freunden, der Schlagzeuger und
Komponist Fritz Hauser, die Compagnie «D’Schwyz tanzt» und die Compagnie Drift zu sehen. Nicht nur das
Programm war auf der Höhe der Zeit,
auch die Gestaltung des Zuschauerraums hatte etwas Visionäres: Zwischen den Sitzreihen standen einige
Esstische, komplett eingedeckt. Dort
nahm unter anderen das Personal der
Schweizer Botschaft Platz und liess
sich zur Kultur ein festliches Mahl servieren.
Vom Dauerregen etwas beeinträchtigt war leider das Fest zum 150. Geburtstag des «Schweizer Vereins Berlin» am 30. Juli in der «Austernbar»
am Hauptbahnhof, direkt gegenüber
der Botschaft. Der Verein sei weit
mehr als doppelt so alt wie die Bundesrepublik Deutschland, witzelte
Urs Hammer, der aus St. Moritz stammende Gesandte der Botschaft. Der
Verein sei «ein bemerkenswerter
Hort der Kontinuität in dieser bewegten Stadt mit ihrer wechselvollen Geschichte». An diesem Anlass wurde
denn auch ein eher traditionelles Bild
der Schweiz vermittelt. Nachmittags
kamen zahlreiche Besucher und versuchten sich im Käse-Schätzen oder
im Alphorn-Basteln. Es gab Musik, ei-
ne Rettungshunde-Vorführung, Comedy und ein Quiz.
Abends schwelgten dann die geladenen Gäste bei einem mehrgängigen
Essen in Erinnerungen. Der seinerzeit
zur Unterstützung der notleidenden
Bevölkerung in der Heimat gegründeteVerein hatte in seinen besten Jahren
rund 1500 Mitglieder. Heute sind es
nur noch gut 100. Doch trübe Gedanken kamen nicht lange auf, zum Dessert grüsste die Botschaft mit einem
derart fulminanten Feuerwerk herüber, als wären alle rund 4000 BerlinSchweizer dort versammelt.
Schweiz mit
gleich vier «i»
Ein Alphorn gab es auch am
«Schwiiiiztag» in der Malzfabrik in
Schöneberg tags darauf, doch der Anlass stand im Zeichen der bildenden
Kunst und zweier in Würde gealterter
Herren: In den imposanten Räumen
der alten Mälzerei zeigte die Galeristin Marianne Grob eine grosse Ausstellung des hellsichtigen Künstlers,
Soziologen, Schriftstellers und Weltbürgers Urs Jaeggi anlässlich seines
80. Geburtstages. Und der umtriebige
Zürcher Kurator, Verleger und Autor
Silvio R. Baviera eröffnete im Gebäude gegenüber die von ihm kuratierte
Schau «Kult Zürich Aussersihl» mit
Kunst und Literatur aus dem Zürcher
Kreis 4. Dort sei die Schweiz als
Schmelztiegel zu erleben, erklärte Baviera nicht ohne Stolz – mit knapp 50
Prozent Ausländeranteil und fast so
vielen Nationalitäten, wie die UNO
Mitglieder hat. Da staunten selbst die
Berliner. Zumindest diejenigen, die
zu diesem Zeitpunkt nicht draussen
am Raclette-Stand Schlange standen.
Der Gesandte Hammer von der
Schweizer Botschaft, die auch hier die
Schirmherrschaft hatte, zeigte sich indes beeindruckt von der Malzfabrik
als solcher. Denn dort geschieht alles
auf der Basis von privatem Investment. Der Schweizer Immobilienkaufmann Frank Sippel und seine Firma Real Future hat die riesige, alte
Schultheiss-Mälzerei gekauft und
baut sie für mehrere Millionen nach
und nach zu einem Kreativzentrum
aus, mit Künstlerateliers zu moderaten Mietpreisen, Raum für Firmen aus
dem Kreativbereich, von denen sich
schon einige angesiedelt haben, und
viel Platz für Ideen.
*Felix Benesch, aufgewachsen in St.Moritz,
Samedan und Chur, lebt seit zwölf Jahren in
Berlin, wo er vorwiegend als Autor für Fernsehen und Kino tätig ist. Immer wieder inszeniert Benesch auch in Graubünden.
Chopin-Préludes und Ungarisch-Slawisches
Das Klavierduo Antithesis ist
derzeit Gast des Kulturkreisels
in Innerferrera im Avers. Schon
am Samstag konzertierten die
Pianisten in der Kirche Cresta.
Am kommenden Samstag folgt
ein weiterer Auftritt.
Avers-Cresta. – Auf Einladung der
deutschen Sängerin und Kulturförderin Renate Kreiselmeyer konzertiert
zurzeit das Klavierduo Antithesis in
Graubünden. Die jungen griechischen
Pianisten Petros Moschos und Dimitris Karydis übten im Seminarhaus
Kulturkreisel in Innerferrera und traten am vergangenen Samstag in der
Kirche in Avers-Cresta auf. Neben
französischen Werken für Klavier zu
vier Händen spielte Karydis auch einige Solowerke – darunter «Clair de
lune» von Claude Debussy sowie
Maurice Ravels Stück «Jeux d’eau».
Einen weiteren Klavierabend gibt
das Duo am kommenden Samstag.
Auf dem Programm stehen Werke zu
vier Händen von Wolfgang Amadeus
Mozart, Franz Schubert, Antonín
Dvorák («Slawische Tänze») und Johannes Brahms («Ungarische Tänze»). Den Soloteil bestreitet diesmal
Pianist Moschos. Er spielt vier Préludes aus op. 28 von Frédéric Chopin.
Am Konzert vom vergangenen
Samstag hatte Sopranistin Kreiselmeyer in Abänderung des Programms
ein Ave Maria gesungen – in Gedenken an ihre Lehrerin und Freundin,
die Sängerin Margret Price, die Anfang Jahr verstorben ist. (so)
Konzert: Samstag, 6. August, 20.30 Uhr,
Kirche Avers-Cresta.
Klaviermusik zu vier Händen, aber wie aus einem Guss: Dimitris Karydis (links)
und Petros Moschos konzertieren in der Kirche in Avers-Cresta.
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
2
Dateigröße
141 KB
Tags
1/--Seiten
melden