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Almauf- trieb mal anders Es kann nicht sein, was nicht sein darf SPD

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Magazin Namen & Nachrichten
Foto: Reuters
Almauftrieb mal
anders
❚❚Warum eine Autobahn nur für Kraftfahrzeuge nutzen,
wenn sie sich auch
für den Viehtrieb
eignet. In der westchinesischen Provinz
Xinjiang Uyghur tun
die Bauern das. Die
Region ist extrem
dünn besiedelt und
hat wenig Verkehr. ❚
In Deutschland wird
der Almauftrieb über
die A 8 deshalb wohl
Wunschtraum
bleiben.
Es kann nicht sein, was nicht
sein darf
SPD im grünen
Fahrwasser
❚❚Das ist für die Zeitschrift
„Öko-Test“ wirklich blöd gelaufen.
30 verschiedene Wintersalate ließ
die Redaktion auf Pflanzenschutzmittelrückstände prüfen und fand:
nichts. Und das, obwohl mit 5-mal
strengeren Rückstandsgrenzwerten
gearbeitet wurde als rechtlich
vorgeschrieben.
Lediglich eine Probe aus Italien
wies eine Überschreitung der
selbst gesteckten Grenzwerte auf,
❚❚Im Agrarbereich steht die rot-grüne Koalition
für die Bundestagswahlen im Herbst schon.
Jedenfalls hat die SPD eine ganze Reihe grüner
„Herzenswünsche“ in ihren Entwurf für das
Wahlprogramm aufgenommen:
• Es soll ein Verbandsklagerecht für Tierschutzorganisationen geben.
• Die Genossen wollen die Haltungsverordnungen strenger fassen, damit „landwirtschaftliche Nutztierhaltung stärker an den Bedürfnissen der Tiere ausgerichtet wird“.
• Die „Intensivtierhaltung“ will die SPD
insgesamt „zurückdrängen“. Die Kommunen
sollen mehr Möglichkeiten zur baurechlichen
Steuerung bekommen. Im Klartext: Die SPD
will die Privilegierung
beschneiden.
Bei der EU-Agrarpolitik
geht die SPD sogar noch
einen Schritt weiter als die
Grünen. „Langfristig treten
wir dafür ein“, so heißt es
im Entwurf, „dass die erste
Säule der pauschalen
Agrarsubventionen bis auf einen kleinen
Sockelbeitrag abgeschmolzen und in die zweite
Säule zur Stärkung und Wiederbelebung des
ländlichen Raumes umgeschichtet wird.“
top agrar meint: Das sieht nicht nach
schwierigen Koalitionsverhandlungen aus. Die
SPD dürfte das Landwirtschaftsministerium
längst abgeschrieben haben, weil sie weiß, dass
die Grünen es in jedem Fall beanspruchen
werden. Aber vorher müssen die beiden Partner
in spe erst einmal gewählt werden.
war aber trotzdem laut Redaktion voll verkehrs- und verzehrsfähig.
Öko-Test hatte aber trotzdem
nicht den Mut, konventionelle
Salate zu empfehlen. Stattdessen
warb man für Öko-Produkte, die
aber gar nicht getestet wurden.
top agrar meint: Die Verantwortlichen waren offenbar nicht
darauf gefasst, dass die konventionellen Salate ein so hohes Qualitätsniveau haben.
Nachhaltig: Was ist das?
❚❚Wissen Sie, was Nachhaltigkeit
ist? Nein? Andere auch nicht. 36 %
der Befragten können mit dem
Begriff gar nichts anfangen, haben
die Meinungsforscher von Forsa
herausgefunden.
Erst wenn man ihnen Stichworte vorgibt, kommt Licht ins
Dunkel. 78 % der Befragten halten
gute Bildung für nachhaltig, 55 %
den Abbau der Staatsschulden und
den Ausbau der erneuerbaren
Energien. 54 % sehen eine
klimaschonende und umweltfreundliche Industrie als wichtigsten Schritt zu mehr Nachhaltigkeit. Für 47 % ist es der schonende
Umgang mit natürlichen Ressour-
12
top agrar 5/2013
cen, z. B. durch Wiederverwertung
von Abfällen.
Die Landwirtschaft verbinden
die Befragten erst unter ferner
liefen mit Nachhaltigkeit. Nur
18 % halten hier den Öko-Landbau für einen wichtigen Beitrag.
Tatsächlich ist der Begriff in der
Forstwirtschaft schon seit 300 Jahren in Gebrauch. Der sächsische
Staatsdiener Hans Carl von
Carlowitz war damals für die
Holzversorgung des sächsischen
Berg- und Hüttenwesens zuständig.
Um diese langfristig sicherzustellen,
schlug er vor, nur so viel Holz zu
schlagen, wie durch Wiederaufforstung nachwachsen kann.
Nur Dienstbotin?
Bauern stören nur
❚❚Ländliche Räume dienen nicht mehr
vornehmlich der Agrarproduktion, sondern
sind der Ort, wo die Deutschen gut leben,
die Natur genießen und Urlaub machen
wollen, meint der „Spiegel“. Das hätten die
Parteien erkannt. Am stärksten die Grünen
mit ihrer Kritik an der intensiven Tierhaltung. Inzwischen aber auch die CSU mit
ihrer Absage an den Donauausbau.
Weiß
nicht
Grafik: Driemer
❚❚Mit einem Traumergebnis von 100 % ist
Ilse Aigner (48) von der CSU in Miesbach
zur Direktkandidatin für den bayerischen
Landtag im September nominiert worden,
berichtet die „Süddeutsche Zeitung“.
Anlässlich des Wahltermins kurz vor Mariä
Lichtmess sagte die Ministerin: „Das war
früher der Termin, an dem die Dienstboten
den Dienstherrn gewechselt haben.“
top agrar meint: Sehr bescheiden, Frau
Ministerin. Gehen Sie wirklich als Dienstbotin nach München?
Geld für den Ringelschwanz?
Falsch,
Vorgabe im
Betrieb nicht
erfüllbar
Guter
Vorschlag
9%
46%
1991 Teilnehmer
❚❚Der Vorschlag von PROVIEH, für
jedes Schwein, dass mit intaktem
Ringelschwanz geschlachtet wird,
eine Prämie von 13 bis 14 € zu
zahlen, findet bei den top agrar
online-Lesern ein geteiltes Echo:
45 % der an der Umfrage teilnehmenden Online-Nutzer finden den
Vorschlag im Prinzip gut. Fast
genauso viele halten ihn aber für
nicht umsetzbar.
29%
16%
OK, aber Prämie
zu niedrig
PROVIEH
will eine
Prämie
für einen
intakten
Ringelschwanz.
Quelle: top agrar online
Dem Vernehmen nach ist das
Thema „Schwänzekürzen“ und
Prämierung des Verzichts auf
diesen Eingriff auch ein zentrales
Thema bei der Initiative Tierwohl.
Dort versuchen Landwirte,
Schlachter und der Lebensmittelhandel eine gemeinsame Branchenlösung für Schweinefleisch zu
finden. Ergebnisse sollen im Laufe
des Frühjahrs vorliegen.
top agrar 5/2013
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Magazin Namen & Nachrichten
DAS AKTUELLE INTERVIEW
Landwirte, Umwelt- und Tierschützer denken viel zu stark in Feindbildern. Ohne mehr Bereitschaft zum sachlichen Dialog lassen sich
die Probleme nicht lösen, meint Dr. Clemens Dirscherl, Geschäftsführer des Evangelischen Bauernwerks Württemberg.
Wo werden überall Feindbilder aufgebaut?
Dirscherl: Innerhalb der Landwirtschaft
bei den Kontroversen zwischen ÖkoLandbau und konventioneller Landwirtschaft, bei der Diskussion über die
Zukunft der Milchpolitik zwischen
Bauernverband und BDM und aktuell bei
dem Thema Biogas, das die Bauern in den
Dörfern spaltet.
Aber auch die Kritik von außen, z.B.
von Umwelt- und Tierschutzgruppen
oder den Grünen, wird oft als persönlicher Angriff auf die eigene Existenz verstanden. Auf Bauerntagen werden diese
Feindbilder dann wunderbar gepflegt. Es
reicht noch immer, den Namen Künast
auf einer Bauernversammlung zu erwähnen, um Getöse zu erzielen. Die Frau ist
seit acht Jahren nicht mehr im Amt.
Ist eine gesunde Distanz nicht normal?
Unternehmerverbände und Gewerkschaften sind sich auch nicht immer grün.
Dirscherl: Natürlich ist für eine
sachliche politische Auseinandersetzung
ein reiner „Kuschelkurs“ nicht hilfreich.
Aber bitte ohne persönliche Diffamierung! Viele Unternehmerverbände
suchen trotz der inhaltlichen Auseinandersetzungen immer wieder den Kontakt
zu ihren Kritikern. In der Landwirtschaft
fehlt dazu mitunter die Bereitschaft oder
die notwendige Dialogfähigkeit.
Wie hat der Berufsstand auf Ihre Kritik
reagiert?
Dirscherl: Auf dreierlei Weise: Erstens
Zustimmung, verbunden mit der
Ermunterung, dieses Problem weiterhin
offen anzusprechen. Zweitens irritiertes
Befremden, weil man sich selbst doch als
dialogorientiert versteht, was ich für viele
Vertreter der Landwirtschaft auch gar
nicht in Abrede stellen möchte. Und
drittens Ärger darüber, dass wieder einer
der Landwirtschaft etwas „Böses“ will.
Der „Kirchenfuzzi“ solle sich um seinen
eigenen Kram kümmern, hieß es.
Auf der „Gegenseite“ sind die Feindbilder und Berührungsängste nicht kleiner.
14
top agrar 5/2013
Dirscherl: Das stimmt! Auch bei den
Umwelt- und Tierschutzverbänden und
anderen Nichtregierungsorganisationen
vermisse ich oft die Fähigkeit und die
Bereitschaft zum Dialog. Deshalb hat
mir die Demonstration „Wir haben es
satt“ bei der Grünen Woche auch nicht
gefallen. Vielen Teilnehmern fehlt es an
Einfühlungsvermögen für die reale
Lebens- und Arbeitssituation von
Bäuerinnen und Bauern. Das verhärtet
die Konfrontation...
... schärft aber das Profil.
Dirscherl: Was nutzt das schärfste
Profil, wenn dadurch die Gräben immer
tiefer werden. Die Herausforderungen
sind doch klar: Die Gesellschaft fordert
von der Landwirtschaft mehr Engagement für Klima-, Tier-, Arten- oder
Bodenschutz. Andererseits stehen die
Bauernfamilien unter erheblichem
Wirtschafts- und Arbeitsdruck. Da ist es
vielleicht verständlich, wenn man sich
mal Luft machen will. Aber am Ende
muss man sich zusammenraufen und
nach gemeinsamen Wegen suchen.
Wie kommen wir jetzt weiter? Ihr Appell
allein dürfte nicht reichen.
Dirscherl: Der Charta-Prozess von
Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse
Aigner war ein Anfang. Da ging es
mitunter sehr kontrovers, aber immer
sachlich zu. Teilweise gab es sogar
gemeinsame Positionen. Ich meine, wir
brauchen eine Art „Gesellschaftsvertrag“, der die Eckpfeiler für die Landwirtschaft bestimmt und die dafür
notwendigen Rahmenbedingungen
benennt. Dieser Gesellschaftsvertrag
könnte das längst überholte Landwirtschaftsgesetz von 1955 ablösen.
Das ist die große Ebene.
Dirscherl: Der Dialog muss auf allen
Ebenen gelernt und gepflegt werden.
Wie wäre es, bei einem Bauerntag auch
einmal BUND oder NABU zu Wort
kommen zu lassen. Umgekehrt gilt
natürlich dasselbe für die Nichtregie-
Foto: Ev. Bauernwerk
„Viele sind die ritualisierten
Schaukämpfe leid“
Dr. Clemens
Dirscherl ist
auch Ratsbeauftragter der
Evangelischen
Kirche
Deutschlands
(EKD) für
agrarsoziale
Fragen.
rungsorganisationen, die zu ihren
Veranstaltungen auch betroffene Bauern
einladen könnten. Für mich als Kirchenmann wäre es ein großartiges Erlebnis,
wenn Bauern, Verbraucher, Umweltund Tierschützer bei einem Hofgottesdienst z.B. anlässlich des Erntedankfestes eine gemeinsam vorbereitete
Fürbitte sprechen.
Sehen Sie die Bereitschaft für einen
anderen Umgang?
Dirscherl: Durchaus. Wer hätte noch
vor wenigen Jahren gedacht, dass
Tierschutzbund, Handel, Schlachter
und Bauern gemeinsam ein „TierwohlLabel“ auf den Weg bringen. Oder wenn
wir beim Evangelischen Bauernwerk mit
Greenpeace, Bauernverband, BUND,
Dritte Welt-Gruppe und der Kirche
über das Thema „Bauern weltweit – gemeinsam in einem Boot“ diskutieren.
Meine Erfahrungen mit Junglandwirten
zeigen, dass viele die ritualisierten
Schaukämpfe leid sind, weil sie sich
dadurch innerhalb der Gesellschaft
zunehmend isoliert fühlen. Da erkenne
ich große Bereitschaft zu mehr Dialog.
Wie lässt sich Vertrauen aufbauen?
Dirscherl: Indem man weniger
übereinander, sondern mehr miteinander redet. Dazu gehören persönliche
Begegnungen zwischen Menschen. Das
sollten die Landwirte als Chance
begreifen, auf ihre Situation hinzuweisen: Seht her, wir sind betroffen von
Entwicklungen, Skandalen, gesetzlichen
Verordnungen und immer höheren
gesellschaftlichen Ansprüchen. Und dies
sollten Sie vor Ort in der Praxis
veranschaulichen. Der Dialog ermöglicht dann auch inhaltliche Aufklärung.
Viele Landwirte haben damit schon
positive Erfahrungen gemacht.
Wer Bauern persönlich als wahrhaftig
und aufrichtig kennengelernt hat, der
korrigiert vielleicht auch sein eigenes
Traumbild von der Landwirtschaft. Hier
müssen wir ansetzen und auf die
Kritiker zugehen.
-sp-
❚❚Da waren die isländischen
Kontrolleure baff: Bei der
Überprüfung einer Fleischpastete fanden sie zum
Glück kein Pferdefleisch.
Das Produkt enthielt auch
kein Rindfleisch, wie auf der
Packung ausgewiesen. Die
„Fleischpastete“ war
komplett vegetarisch. Das
meldete kürzlich die
Süddeutsche Zeitung unter
Berufung auf die Nachrichtenagentur AP.
Nicht viel besser erging es
dem schwedischen Möbelhersteller Ikea. In dessen
Elch-Lasagne fanden die
belgischen Behörden zwar
immerhin Fleisch, aber nicht
nur vom Elch sondern auch
vom Schwein, berichtet dpa.
Grüne Gehirnwäsche?
❚❚„Das Projekt HannoverGEN wird beendet.“ So
einfach wollte die neue
rot-grüne Landesregierung
das seit fünf Jahren
laufende Modellprojekt
zum Thema Biotechnologie und Gentechnik an
weiterführenden Schulen
in und um Hannover
absägen. Die Grünen
sehen darin Werbung für
die grüne Gentechnik und
sprechen sogar von
„Gehirnwäsche“.
Die Schüler und Lehrer
kämpfen aber für die
Weiterfinanzierung und
haben Anfang April den
Mitarbeitern von Ministerpräsident Stephan Weil
(SPD) eine Petition mit
3 700 Unterschriften
übergeben. Im Projekt
würden den Schülern
biotechnologische
Foto: Grüne
Gesucht –
gefunden
Christian Meyer
Experimente ermöglicht
und auch über die
Chancen und Risiken der
Gentechnik diskutiert,
argumentieren sie.
„Wenn wir nicht genau
wissen, was Gentechnik
ist, wie sollen wir dann
entscheiden, ob wir pro
oder contra sind. Wer das
Projekt verbietet, betreibt
Gehirnwäsche andersherum“, so die Schülerin
Aryaneh Siadati im „heute
journal“.
Landwirtschaftsminister
Christian Meyer (Grüne)
hat vor der Entscheidung,
das Projekt zu beenden,
offenbar nicht mit den
Betroffenen gesprochen.
Im „heute journal“
verteidigte er die Entscheidung dennoch: „Das Ziel
von HannoverGEN war es,
Akzeptanz für die AgroGentechnik zu gewinnen.
Das ist zum Glück nicht
aufgegangen. Die Schülerinnen und Schüler sind
deutlich kritischer, als die
Initiatoren gedacht haben.“
top agrar meint:
Wenn das so ist, könnten
Sie das Projekt doch
fortsetzen Herr Minister.
top agrar 5/2013
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Magazin Namen & Nachrichten
AUFGESPIESST
Schweinehalter radeln gegen Krebs
„Wir haben 1,2 Mio.
Betriebe in der Lebensmittelbranche. Richtig kontrollieren
können wir maximal die
Hälfte. Wir haben derzeit
2 422 Kräfte und bräuchten
1 200 bis 1 500 mehr.“
Martin Müller, Vorsitzender
des Bundesverbandes der Lebensmittelkontrolleure („Süddeutsche
Zeitung“).
Unbesiegt
„Auf dem Felde bleibt
Europas Agrarlobby weiter
unbesiegt. Die grüne Revolution fällt deshalb aus.“
So bewertet Peter Riesbeck,
Redakteur der „Frankfurter
Rundschau“ die Ergebnisse des
Agrarrats zur Reform der
EU-Agrarpolitik ab 2014.
Ungelogen
„Ich gestehe, ich bin als
Minderjähriger auf dem Hof
meiner Eltern ohne Führerschein mit dem Trecker
gefahren. Ich hoffe, Sie
fordern jetzt nicht meinen
Rücktritt.“
Diesen kleinen Regelverstoß
hat Thyssen-Krupp Chef
Heinrich Hiesinger (52),
Bauernsohn von der Schwäbischen Alb, mit vielen anderen
Bauernkindern gemeinsam
(„Süd­deutsche Zeitung“).
Umgewandelt
„Da wachsen Pferden aus
Rumänien über Zypern,
Frankreich, Großbritannien
irgendwann Hörner und
landen als Rindfleisch in
deutschen Fertigprodukten.
Eine Herkunftskennzeichnung
ist überfällig.“
Niedersachsens
Landwirtschafts­minister
Christian Meyer (38) zum
Pferdefleischskandal
(„Lebensmittelzeitung“).
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top agrar 5/2013
Foto: Gardemann
Unkontrolliert
Zwei deutsche Teams starten im Juni in Alpe d’Huez. Ihr Ziel: Die 13,8 km möglichst
oft hochfahren und dafür viele Spenden für die Krebsforschung zu sammeln.
❚❚Auch in diesem Jahr
fahren wieder deutsche
Teams beim „Big Challenge – Schweinehalter gegen
Krebs“ mit. Big Challenge
ist Teil der Initiative Alpe
d’Huezes, bei der Hobbysportler die berühmte
Bergetappe nach Alpe
d’Huez (13,8 km, 1 090
Höhenmeter) möglichst
oft bezwingen.
Ziel der Aktion ist es,
Firmen und Privatleute
zu gewinnen, die Sportler mit Spenden für die
Krebsforschung zu
unterstützen. Im vergangenen Jahr haben mehr
als 8 000 Menschen
teilgenommen, darunter
25 Big Challenge-Teams,
die allein 1,6 Mio. € an
Spenden „einfuhren“.
Bei Big Challenge
radeln ausschließlich
Agrarier mit. Im vergangenen Jahr gab das Team
„Neue Bundesländer“ sein
erfolgreiches Debut.
Dieses Jahr sind sogar
zwei deutsche Teams mit
zusammen 16 Fahrern am
Start: Team West aus
Nordrhein-Westfalen und
Team Ost aus den neuen
Bundesländern.
Aktuell wird fleißig
trainiert und Spendengelder gesammelt. „2012
haben wir insgesamt
90 000 € für die Krebsforschung bekommen. Das
wollen wir toppen“,
beschreibt Melanie Große
Vorspohl das Ziel. Sie
leitet das Team West.
Bislang läuft es gut. Ende
März hatten beide Teams
schon über 70 000 €
zusammen. Bis zum Start
am 6. Juni bleiben noch
sieben Wochen, um die
Zielmarke zu erreichen.
„Bei uns geht jeder gespendete Euro in die
Krebsforschung“, versichert Große Vorspohl.
Die Schweinehalterin
aus Thüringen ist noch
immer vom letztjährigen
Event beeindruckt: „Ich
war mit unseren Kindern
in Frankreich und habe
meinen Mann und die
anderen angefeuert“,
berichtet sie. Die Aktion
sei nicht nur für die
Krebsforschung gut, sie
bringe auch der gesamten
Landwirtschaft viele
Pluspunkte. Das merke
sie an den vielen positiven Reaktionen der
Nicht-Landwirte, so
Große Vorspohl gegenüber top agrar.
Am 27. April wird es
ein öffentliches Training
der beiden deutschen
Teams am Brocken im
Harz geben. Mitfahrer,
Interessierte und Sponsoren sind herzlich eingeladen, selbst auf den 15 km
langen Anstieg zum
Gipfel mitzufahren ❚
(600 Höhenmeter) oder
einfach nur Big Challenge
kennenzulernen. Weitere
Informationen unter ❚
www.bigchallenge2013
deutschland.de (Spendenkonto: DKB Suhl, ❚
Kto-Nr. 10 200 53 250, ❚
BLZ 120 300 00).
Rote Karte für „Du Bauer“
❚❚In der Berlinliga wurde kürzlich ein
Kicker des Adlershofer BC vom Platz
gestellt, weil er einen Gegenspieler als
„Du Bauer“ beschimpft hatte. Wie der
„Ländliche Raum“ berichtet, habe der
DFB betont, dass die Nennung einer
Berufsbezeichnung nicht grundsätzlich
zu einer Roten Karte führe. Es sei keine
Beleidigung, einen Landwirt auf dem
Platz als Bauer zu bezeichnen. Wenn
aber „ein urban lebender Mensch“
lautstark als Bauer tituliert werde, sei
das eine Beschimpfung und mit
Feldverweis zu ahnden.
top agrar meint: Der DFB macht es
seinen Schiedsrichtern nicht leicht. Jetzt
müssen sie auch noch in Sekundenschnelle ermitteln, ob ein Spieler aus
dem ländlichen oder städtischen
Umfeld stammt.
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