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Es wird Zeit,dass sich was dreht - Indeland

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DIE SEITE DREI
Seite 3 ABCDE · Nummer 126
Montag, 2. Juni 2008
DAS THEMA: GRÖNEMEYER IN DÜREN
Es wird Zeit, dass sich was dreht
Deutschlands Rockstar Nummer eins, Herbert Grönemeyer, findet als alter Fußballer über den Kampf
zum Spiel. Und dann wird es ein großartiges Konzert vor 35 000 Fans unter freiem Himmel.
VON BERND BÜTTGENS
Düren. Das Beste an Herbert Grönemeyer, sagen die Fans, sei das
Konzert. Stimmt. Aber das Allerbeste, wissen die Dürener Fans seit
Samstagabend, ist der einstündige
Zugabenblock.
Wenn es dunkel wird, die Spots
den Bühnennebel in ein bizarres
Licht tauchen und Herbert Grönemeyer „Zeit, dass sich was dreht“
singt. Und dabei die wogende und
singende Masse dirigiert. Es war
das eigens für die Fußball-WM
2006 komponierte Lied. Ein Song,
der damals nicht ankam und der
nun auf der „12“-Tour Abend für
Abend einen opulenten Schlusspunkt setzt. Was einst als Eröffnungstusch gedacht war, erklingt
nun zum Finale, und – wie jetzt in
Düren – 35 000 Menschen sind
entzückt und freuen sich des Lebens. Grönemeyer nennt das eine
„kleine Genugtuung“. Vielleicht
ist es ja auch ein gutes Omen
für die am kommenden
Wochenende beginnende
Fußball-Europameisterschaft . . .
Grönemeyer, die unangefochtene Nummer eins im deutschen
Rockgeschäft, ist ein alter Fußballer. Einer, der dranbleibt, einer,
der grätscht und kämpft, bis der
Erfolg da ist. In Düren hat er das
am Samstag wieder einmal eindrucksvoll bewiesen.
Der zweite Teil der „12“-Tour
Es war sicherlich nicht der leichteste Abend für den Megastar, der
vor einem Jahr im ersten Teil der
aktuellen Tour die größten Arenen
der Republik mit Leichtigkeit füllte. Berlin, Köln, Schalke, München, Hamburg – solche Konzerte
setzen Maßstäbe, klingen im Kopf
nach.
Freitag begann Teil zwei dieser Tour in Aalen. Auf dem
Weg durch die kleineren Städte galt es
am
folgenden
IM HINTERGRUND
Die vier Strategen
1
2
3
4
̈ 1) Harald Bullerjahn ist der persönliche Tourmanager von Herbert
Grönemeyer. Seit 25 Jahren sind sie
zusammen unterwegs. Bullerjahn
kennt seinen Künstler in- und auswendig, schirmt den Sänger ab und
begleitet ihn auf allen Wegen vor
und nach dem Konzert.
Sich selbst bezeichnet der 54-Jährige, der weltweit für die Größten der
Branche gearbeitet hat, als den „Puffer zwischen dem Künstler und dem
Rest der Welt“.
̈ 2) Klaus Ulrich ist Grönemeyers
Manager, der Stratege im Hintergrund. Alle logistischen Planungen,
alle wirklich wichtigen Entscheidungen laufen über den Tisch des Aachener Organisationsprofis. Ulrich ist
auch schon 25 Jahre mit Grönemeyer unterwegs, sie sind zusammen
durch dick und dünn gegangen, sie
verbindet eine tiefe Freundschaft.
̈ 3) Alex Silva hat Grönemeyers
Musikstil deutlich britischer ge-
macht. Der Musikproduzent hat mit
dem deutschen Sänger die drei Alben
„Bleibt alles anders“ (1998),
„Mensch“ (2002) und „Zwölf“
(2007) erarbeitet. Wegen der Arbeit
mit Silva, der zuletzt auch als Lebensgefährte der Schauspielerin
Nina Hoss Schlagzeilen gemacht hat,
zieht es Grönemeyer oft nach Berlin.
̈ 4) Anton Corbijn ist Fotograf, Regisseur, Videofilmer und hat die Großen des Rock'n'Roll-Geschäftes entsprechend in Szene gesetzt. Der Niederländer ist Bühnendesigner der
„12“-Tour und hat für Grönemeyer
die Filme produziert, die während der
Show auf der Multimedia-Wand zu
sehen sind. Corbijn gibt Grönemeyer
wieder eine besondere Note zurück –
die des Schauspielers.
„Einfach perfekt“, sagt der Künstler selbst über die Arbeit mit den vier
Männern hinter den Kulissen.
Fotos: dpa, Harald Krömer und Jörg
Abels
Abend, vor den Toren Dürens den
unfassbar großen Parkplatz des
Automobilteilezulieferers „Tedrive“ zu bespielen. Und auch wenn
in den Fabrikhallen Antriebswellen produziert werden, kam der
rechte Konzertschwung auf dem
weiten Feld davor erst mit leichter
Verspätung auf.
Was nicht als Vorwurf an die
Organisatoren des „Indeland“Projektes rund um den rührigen
Landrat Wolfgang Spelthahn verstanden werden darf. Bewahre, die
legten am Samstag eine Meisterleistung hin und präsentierten
sich als perfekte Gastgeber, die aus
dem Nichts eine Infrastruktur
ben entnommenen Menschlichkeiten und lässt die bekannt herzlichen und spontanen Zwischentexte folgen: etwa zum Kaliumgehalt von Bananen oder zum Projekt „Scheitern als Chance“, wenn
er bei „Mensch“ gleich zweimal
den Einsatz verpasst. Der Rest ist
Mitsingen und Wohlfühlen.
Grönemeyer selbst hält die aktuelle Tour für „noch gelassener,
leichter und schöner und noch
tänzerischer“ als die „Mensch“Reihe. Man kann das bestätigen,
wenn man ihn – Kopf hoch, tanzen – über die Bühne, über den
schufen, die ih- weit ins Publikum reichenden
resgleichen sucht. Steg hüpfen sieht. Und wenn man
Allein, ein offener erkennt, welchen Spaß der FrontParkplatz, wenn auch mann und seine Band haben. Dievon imposanten Stahl- se Gruppe besteht aus exzellenten
rohrtribünen gesäumt, hat Einzelkönnern, was nicht nur
naturgegeben nicht die Atmo- Frank Kirchner (Saxophon) und
sphäre und Akustik einer geschlos- Stephan Zobeley (Gitarre) ein ums
senen Arena. Den perfekten andere Mal unter Beweis stellen.
Bühnensound gab es
auch in Düren, doch
der (durchaus vorhan„Jetzt ist es noch gelassener,
dene) Fan-Chor konnleichter und schöner und
te, allen Gesetzen der
Physik
unterlegen,
noch tänzerischer als bei der
nicht die gewohnte
‚Mensch‘-Tour.“
Intensität erlangen.
Daran mussten sich
HERBERT GRÖNEMEYER
Ein Star gibt alles: Der
beide Seiten erst einRockmusiker Herbert
mal gewöhnen: der
Grönemeyer spielte am
Star und seine Fans. So forderte Doch diese Gruppe funktioniert in
Samstagabend vor
der Irrwisch auf der Bühne immer erster Linie als ein perfekt einge35 000 begeisterten
wieder zum Mitsingen auf, ging spieltes Team, das im Kern (NorFans im Rahmen
wildentschlossen
voran
und bert Hamm, Alfred Kritzer, Jakob
des „Indeland“kämpfte sich durch die Songs. Der Hansonis, Armin Rühl) seit 25 JahProjektes auf dem
Effekt war verblüffend: Spätestens ren gemeinsam unterwegs ist. Die
Tedrive-Gelände in Düab dem Klassiker-Block mit „Bo- Mannschaft und der Star – auch
ren. Foto: Jörg Abels
chum“, „Alkohol“ oder „Männer“ das könnte ein Stück aus der bunsaßen alle in einem Boot und fei- ten Bilderwelt des Fußballs sein,
erten fortan ein großes Fest.
die Grönemeyer so vertraut ist.
Ab dann war alles leicht, beAm Ende steht wie gewohnt der
schwingt, sommerlich.
Sieg. Ein schöner Konzertabend
mit 35 000 jubelnden Fans und
Sämtliche Hymnen der Vorzeit
einer strahlenden Band. Auf einem ganz besonderen Parkplatz in
Teil zwei der „12“-Tour ist viel Düren.
mehr als der Aufguss des Premierenprogramms. Auch wenn
die große Videowand im HinterDer Abstecher ins „Indeland“ gehört zu Teil zwei
grund fehlt und der Livemix auf
den seitlichen Bildwänden etwas
Über 900 000 Fans feierten Herbert noch bis zum 22. Juli mit Open Air
weniger opulent ausfällt, läuft die
Grönemeyers Open-Air Konzerte im Auftritten von Rügen bis KlagenShow auf höchstem Niveau. Fast
vergangenen Sommer. Weitere
furt. Unter anderem am Freitag, 6.
das komplette aktuelle Album er30 000 erlebten die UnpluggedJuni, im Borussia-Park in Mönklingt im Laufe des zweieinhalbTournee im September, die ihn in
chengladbach.
stündigen Konzertes, alle Höhelegendäre Konzertsäle wie die Drespunkte der „Mensch“-CD gibt es
dener Semperoper und die Royal
Das Euregionale-Projekt „Indeobendrauf, dazu sämtliche HymAlbert Hall in London führte.
land“ war Gastgeber des Grönenen der Vorzeit.
meyer-Konzertes in Düren. Mit dieGrönemeyer macht einige weniSein aktuelles Erfolgsalbum „12“
sem populären Knüller machen die
ge politische Ansagen, berührt mit
wurde bereits mit vierfach Platin
Initiatoren auf eine Landschaft aufseinen teils autobiographisch geausgezeichnet. Herbert Grönemeyer merksam, in der sich viel bewegt.
färbten, teils auch dem bunten Lesetzt die „12“-Tour jetzt fort –
Über einen Zeitraum von 50 Jahren
der „12“-Tour
wollen die Projektpartner die Tagebautätigkeit in der Region dazu
nutzen, das Indeland im Städtedreieck Eschweiler-Jülich-Düren neu zu
positionieren.
Dabei setzt man auf ein Gerüst
aus verbindenden Grünbändern,
Gewässern, Wasserachsen und
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Wetter: um 28°
Anfangs noch recht sonnig.
Dann kommen Gewitter.
Antreiber
Höhepunkt
Ballack macht Lust auf
die EM ᭤ Seite 15
Die Foo Fighters beim
Pinkpop ᭤ Seite 26
Dürener Nachrichten
Ü B E R PA R T E I L I C H
·
UNABHÄNGIG
Montag, 2. Juni 2008 · 63. Jahrgang · Nr. 126
Krebs-Patienten räuberisch erpresst?
HEUTE IM LOKALTEIL
Anklage gegen Essener Top-Mediziner steht kurz bevor. Arzt soll Todkranke nur gegen mindestens vierstellige Spende operiert haben.
Düsseldorf/Essen. Im Skandal
um einen Chefarzt der Essener
Uniklinik will die Staatsanwaltschaft Essen nach zuverlässigen
Informationen der „Nachrichten“
im Juli eine umfangreiche Anklage erheben. Der schon seit Monaten suspendierte Medizin-Profes-
Arbeitgeber
wollen Beiträge
per Klage senken
Berlin. Die Arbeitgeber wollen mit
einer Verfassungsbeschwerde gegen die Bundesregierung die Senkung des Beitragssatzes zur Arbeitslosenversicherung von 3,3
auf 2,7 Prozent erzwingen. Wie
die Gewerkschaften fordert die
Wirtschaft den Wegfall des „Eingliederungsbeitrags“, den die
Bundesagentur für Arbeit seit Jahresbeginn an den Bund abführen
muss. Mit Verzicht auf die Zahlung von etwa fünf Milliarden
Euro könnte aus Sicht der Arbeitgeber und des DGB Spielraum für
weitere Entlastung geschaffen
werden.
Arbeitgeber-Präsident
Dieter Hundt drohte mit Klage,
sollte die große Koalition nicht bis
spätestens Ende August dieses Jahres einlenken und die Beiträge
weiter senken.
Ein Sprecher des Finanzministeriums sagte: „Die Klage ist ohne
Aussicht auf Erfolg.“
(dpa/afp)
sor Christoph B. (64) soll nach den
Erkenntnissen der Ermittler in
etwa 40 Fällen von todkranken
Krebspatienten Zahlungen zwischen 5000 und 20 000 Euro verlangt haben, wenn diese zügig
operiert werden wollten. Die Patientengelder für Vorzugsbehandlungen sollen auf ein Forschungsmittelkonto der Universität Essen
Mit einem Festakt zu Ehren
der Franziskanerinnen von
Salzkotten ging am Samstag
eine Ära im Birkesdorfer St.
Marien-Hospital zu Ende.
140 Jahren haben die Ordensschwestern sich dem
Motto „Dienen und Heilen“
verschrieben – jetzt kehren
sie ins Mutterhaus zurück.
̈ Lesung in Düren mit
Michael Lentz
̈ Kunstwerke
verborgener Talente
AN-Kritik
„Autos ab 2012
2000 Euro teurer“
Stuttgart. Für ein neues Auto
werden Verbraucher nach Einschätzung von EU-Industriekommissar Günter Verheugen
bald deutlich mehr zahlen
müssen. Nach 2012 würden
die Preise für Neuwagen „im
Schnitt um mindestens 2000
Euro steigen“. Grund seien höhere Umwelt- und Sicherheitsstandards oder schärfere
Grenzwerte für CO2-Emissionen. Die Mehrkosten zahlten
sich aber durch einen niedrigeren Verbrauch aus. (afp)
Es war das Konzertereignis für Düren, aber auch für die Region: Der deutsche Rockstar
Nummer eins, Herbert Grönemeyer, begeisterte am Samstagabend rund 35 000 Fans auf
einem Parkplatz! Wohlgemerkt: In einer strategischen Meisterleistung hatten die Macher
des Euregionale-Projektes „Indeland“ auf diesen Parkplatz der Dürener Firma Tedrive
eine komplette Konzertarena gesetzt. Die Mühe hat sich gelohnt: Grönemeyer war
in Bestform.
̈ Die Seite drei
Kurt Beck appelliert an Kampfgeist der SPD
Partei-Chef umwirbt FDP. Kein Interesse bei Westerwelle. Liberale beschließen vereinfachtes Steuerkonzept.
Nürnberg /München. Mit einem
Appell an den Kampfeswillen der
Sozialdemokraten und einem
Bündnisangebot an die FDP will
SPD-Chef Kurt Beck seine Partei
aus dem Umfragetief herausführen. „Lasst uns den Kampf annehmen“, rief er am Samstag auf dem
SPD-Zukunftskonvent in Nürnberg. Beck räumte Fehler der Parteispitze ein, distanzierte sich erneut von der Linkspartei und bezeichnete die Türen zu den Liberalen als offen. FDP-Chef Guido
Westerwelle wertete die Offerte als
Ablenkungsmanöver. „Herr Beck
Telekom-Affäre: Zumwinkel und Ricke belastet. Heute Branche bei Schäuble.
kom-Sicherheitschef Klaus Trzeschan schwer belastet. Trzeschan
habe bei einer konzerninternen
Anhörung erklärt, dass ihm die
Spitzelaufträge von Ricke und
Zumwinkel erteilt worden seien.
Laut „Focus“ zahlte die Telekom
an Sicherheitsberater und Detek-
DIHK besorgt über Image der Wirtschaft
Der Hauptgeschäftsführer des
Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK),
Martin
Wansleben,
hat die Unternehmen
im Zusammenhang mit
der TelekomAffäre aufgefor-
Zu schwer wiege der Vorwurf
der räuberischen Erpressung. Die
Ermittler halten dem Mediziner
vor, „die körperliche Verfassung
seiner Patienten bei der Durchsetzung der Spendenforderung ausgenutzt“ zu haben. Durch mehr
als 100 Hinweise – meist von Hinterbliebenen – ist B. massiv belastet worden. ᭤ Aus aller Welt Seite 7
̈ Abschied von den
Franziskanerinnen
KURZ NOTIERT
Auch Abgeordnete betroffen?
Berlin. In der Spitzelaffäre bei der
Deutschen Telekom wächst der
Druck auf den ehemaligen Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel
und Ex-Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke. Der „Spiegel“ berichtete am
Wochenende, die beiden Manager
würden vom ehemaligen Tele-
schweren Fall, der Vorteilsannahme, des Betruges und der Steuerhinterziehung verdächtigt werde.
In Gesprächen mit den Anwälten
des Arztes sollen die Ermittler bereits signalisiert haben, dass sie
sich auf einen Deal – Geständnis
gegen eine zweijährige Haftstrafe
mit Bewährung – nicht einlassen
werden.
Grönemeyer verzückt 35000 in Düren
Schäuble plant
Ausweis mit
Fingerabdrücken
Berlin. Innenminister Wolfgang
Schäuble (CDU) will auf dem geplanten elektronischen Personalausweis genauso wie beim neuen
Reisepass die Abdrücke beider Zeigefinger speichern lassen. Ein entsprechender Gesetzentwurf werde
derzeit mit den anderen Ressorts
und den Koalitionsfraktionen abgestimmt, sagte ein Sprecher des
Innenministeriums. Laut „Focus“
stößt der Entwurf auf massiven
Widerstand bei der SPD.
Der europäische Personalausweis im Scheckkartenformat soll
voraussichtlich Ende 2009 eingeführt werden. Im Unterschied
zum Reisepass gibt es dabei zur
Speicherung der Fingerabdrücke
keine ausdrücklichen europäischen Vorgaben.
(afp)
geflossen sein, auf das B. wiederum unmittelbaren Zugriff gehabt
habe.
Die Essener Oberstaatsanwältin
Angelika Matthiesen bestätigte auf
Anfrage, dass der international renommierte Transplantationsexperte von ihrer Ermittlungsbehörde der räuberischen Erpressung,
der Bestechung im besonders
Foto: Ingo Latotzki
VON JOHANNES NITSCHMANN
1,00 Euro
dert, sich beim Schutz von Firmeninterna legaler Methoden zu bedienen. „Es besorgt mich, wenn solche
Vorgänge das Image der Wirtschaft
beschädigen“, sagte er den „Nachrichten“ auch mit Blick auf andere
Skandale in der Wirtschaft.
Wansleben betonte, Unternehmen
müssten ihre Interna schützen dürfen, da sie oft ausgespäht würden.
(an) ᭤ Interview Wirtschaft
teien mehr als eine Million Euro
für deren Recherchen. Konzernchef René Obermann versprach
derweil, die Verantwortlichen
„ohne Ansehen von Rang und Person“ zur Rechenschaft zu ziehen.
Von der Spitzelaffäre könnten
nach Medienberichten auch Bundestagsabgeordnete
betroffen
sein. Der wirtschaftspolitische
Sprecher der SPD-Fraktion, Rainer
Wend, sagte, er habe im Zuge von
Tarifauseinandersetzungen
oft
mit Gewerkschaftsvertretern im
Aufsichtsrat telefoniert, die nun
als Betroffene genannt würden. Er
behalte sich eine Strafanzeige vor.
Das von Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) organisierte
Treffen über die Einhaltung von
Datenschutzregeln heute in Berlin
wird von den meisten deutschen
Telekommunikationsunternehmen offenbar boykottiert.
(afp)
sagt, er will Richtung FDP Brücken
bauen – und gleichzeitig hat er
längst einen Tunnel in Richtung
Linkspartei und Lafontaine gegraben“, sagte Westerwelle.
Mit einem radikalen Steuersenkungsmodell will die FDP die
Koalitionsparteien im Wahljahr
Anzeige
2009 herausfordern und die Mittelschicht erobern. Mit großer
Mehrheit verabschiedeten die Delegierten gestern beim FDP-Parteitag ein dreistufiges Steuerkonzept
mit Sätzen von zehn, 25 und 35
Prozent.
(afp/dpa)
᭤ Berichte und Kommentar Seite 2
_ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _
DER, DIE, DAS
Lahme Schnecken
legen Verkehr lahm
Hunderte von Weinbergschnecken haben am Wochenende
in Stuttgart eine Straßensperrung verursacht. Die Tiere
suchten sich für ihre Wanderung ausgerechnet
eine Bundesstraße
aus. Nach Polizeiangaben verursachten
sie dort auf einer
Länge von rund 70
Metern „erhebliche
Rutschgefahr“. Mitarbeiter des Tiernotdienstes konnten
rund 500 Schnecken unversehrt
aufsammeln.
Nach einer
Reinigung
des glitschigen
Straßenbelags
war die
Bahn wieder frei.
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DÜREN
Abschied von den Franziskanerinnen
Ordensschwestern kehren
in ihr Mutterhaus zurück ᭤ Seite 11
Seite 9 · Nummer 126
DREI FRAGEN AN
Montag, 2. Juni 2008
DAS THEMA: GRÖNEMEYER IN DÜREN
ANGEMERKT
᭤ SANDRA KINKEL
᭤ WOLFGANG
SPELTHAHN
Landrat des
Kreises Düren
Kein Mangel an
weiteren Ideen
Düren. Am Tag nach dem Konzert ist einer total glücklich:
Landrat Wolfgang Spelthahn.
Der Landrat hat sich besonders
für das Konzert mit Herbert
Grönemeyer stark gemacht, hat
die Verhandlungen mit dem
Management geführt und die
Organisation geleitet. Im Gespräch zieht er ein Resümee.
Sie waren vor dem Konzert sehr
angespannt. Hat sich der ganze
Stress gelohnt?
Spelthahn: Ich hatte große Sorgen wegen des Wetters. Aber es
blieb trocken, und Grönemeyer
hat ein famoses Konzert abgeliefert. Ich bin begeistert. Morgens waren schon 290 Kommentierungen im Internet, und
die waren alle positiv. Mich hat
auch gefreut, dass in nur einer
Stunde und 20 Minuten alle
10 000 Autos und die Fans das
Gelände verlassen hatten, das
ging schnell.
Dürfen sich die Dürener auf
weitere Konzerte dieser Größenordnung freuen?
Spelthahn: Das Konzert wurde
von der Indeland Gesellschaft
im Rahmen der Euregionale
veranstaltet. Eine einmalige Sache. Aber aus Gründen der
Wirtschaftsförderung und wegen des Regionalmarketings
halte ich es für gut, ab und zu
eine wirklich große Veranstaltung nach Düren zu holen. Wir
haben Samstag viele Menschen
in unsere Region gelockt, die
mit positiven Eindrücken von
Düren nach Hause gefahren
sind. Was weitere Konzerte anbelangt, so sind mir die Ideen
noch nicht ausgegangen.
Fast 60 Euro für einen Sitzplatz,
das war ziemlich teuer.
Spelthahn: Das ist viel Geld, die
Preise sind hoch. Aber für eine
Menge Geld wurde auch eine
Riesenshow geboten, mitsamt
Anreise mit der Bahn und Bustransfer. Außerdem wollten wir
ohne Einsatz von Steuergeldern
auskommen, es musste sich
rechnen. Im Vergleich zu derartigen Großveranstaltungen in
anderen Städten waren wir
deutlich preiswerter. (mv)
Wir sehen uns bis
zum Jahr 2048
T
ief im Westen, da fühlt
Herbert Grönemeyer sich
wohl. Kein Wunder: Der
Song „Bochum“ hat ihn berühmt gemacht, und Düren,
nicht minder westlich, war für
den Sänger und seine 35 000
begeisterten Fans der ideale
Gastgeber. Die Mittelstadt hat
es geschafft, für ein Rockkonzert allererster Güte eine perfekte Infrastruktur zu schaffen.
Ein großes Lob an alle, die
den umfangreichen Logistikplan erarbeitet haben, aber
auch an die vielen Busfahrer,
Polizisten, Helfer vom Roten
Kreuz und den Maltesern, Notärzte und Mitarbeiter vom
Technischen Hilfswerk, die
auch dafür gesorgt haben, dass
der Abend mit Herbie für alle
zu einem schönen und unvergesslichen Erlebnis wurde.
Danke an alle, es war richtig,
richtig toll. Und weil die Verantwortlichen im Kreis Düren
ja jetzt wissen, wie‘s geht, können wir vielleicht auf weitere
Konzerte hoffen. Grönemeyer
jedenfalls hat versprochen,
wiederzukommen: Alle 24 Monate, und das die nächsten 40
Jahre.
Die Fans von Herbie hatten in Düren sichtlich Spaß – und vor allem auch
Glück mit dem Wetter.
Herbie „einfach
hin und weg“
35 000 Fans aller Altersklassen feiern beim
Grönemeyer-Konzert friedlich ihren Star. Der
bedankt sich pausenlos und fühlt sich wohl.
VON MARGRET VALLOT
Düren. „Danke für den schönen
Abend“ brüllt Rockstar Herbert
Grönemeyer nach jedem Song in
die Konzert-Arena hinein. Und:
„Ich bin hier einfach hin und
weg.“ 35 000 Menschen jubeln
ihm zu. Sie strömten am Samstag
ab 16 Uhr auf den Parkplatz der
Dürener Firma Tedrive, wo der
Hymnendichter der Republik abrockte – einschließlich SaxophonSoli und Gitarrengewitter, die die
dunklen Wolken vertrieben.
Tagsüber hatte es in Düren geregnet, am Spätnachmittag wurde
es trocken, und beim Konzert fiel
kein einziger Tropfen. „Wunderbar, wunderbar, hier komm’ ich
demnächst alle zwei Jahre hin“ –
der Rockstar ist von Düren und
dem Publikum, das aus dem ganzen Rheinland anreiste angetan.
Eingangs ließ sich die Sache etwas schwer an: Special-Guest Dendemann und seine Band erhielten
nur höflichen Beifall, auf Rap war
das Publikum nicht eingestellt.
Gegen 20.30 Uhr stürmt der Rockstar auf die bombastische, ganz in
Schwarz gehaltene Bühne. Doch
es war noch zu hell, die Wirkung
der Scheinwerfer konnte sich
noch nicht entfalten.
Als es dunkel wird, singt Herbie
die alten Songs, Hits wie „Männer“, Flugzeuge im Bauch“ und
„Alkohol“. Die sind ohnehin
Stimmungs-Aufheller mit hohem
Gänsehaut-Faktor, die gesamte
Arena singt mit. Grönemeyer geht,
läuft, hüpft und wirbelt ohne
Ende über den 30 Meter langen
Laufsteg. Ein Mann, mit etlichen
Pfunden zu viel am Leib und relativ wenig Haaren auf dem Kopf,
wahrlich keine Schönheit, aber
absolut sympathisch und sehr humorvoll. Ehrlich und herzlich
wirkt seine Freude an der Musik
und an den Texten. Er trifft seine
Fans mitten ins Herz, ein Phänomen, wie es sonst in Deutschland
nicht zu finden ist. Manchmal versteht man den Text nicht mehr.
Grönemeyer gurgelt und röchelt,
verpasst den Einsatz. Die Fans
stört das nicht.
„Danke für den schönen
Abend“ muss der ein oder andere
gedacht haben, als es zunächst zu
Fuß, dann mit dem Rad oder mit
Bussen und in Sonderzügen absolut problemlos und zügig zurück
nach Hause ging. Der Abmarsch
der 35 000 gestaltete sich auch
deshalb sehr entspannt, weil viele
meinten, das Konzert sei zu Ende,
als Grönemeyer sich zum ersten
Mal verabschiedete. Doch nach
dem ersten „Tschüss“ singt er
noch mindestens eine Stunde lang
weiter, selbst als die Band nicht
mehr mitmacht, singt er einfach
zusammen mit den Publikum, bis
die Band wieder einsetzt.
„Polizeilicherseits keine Vorkommnisse“, hieß es gestern in
der Leitstelle. Von 34 Rettungsdienst-Einsätze weiß die Feuerwehr. Fünf Personen verbrachten
den Rest der Nacht im Krankenhaus, vorsorglich.
̈ an-lokales-dueren@
zeitungsverlag-aachen.de
AUCH DAS GIBT‘S
Grönemeyer liest
Michael Lentz
Wussten Sie, dass Michael
Lentz der meist gelesene Autor
Dürens ist? Und an der Rur
mehr Leser hat als etwa Heinrich Böll? So ganz ernst gemeint war diese Äußerung
Herbert Grönemeyers zu Beginn des Konzertes wohl eher
nicht. Überhaupt hat Herbie
bewiesen, dass er auch über
sich selbst lachen kann. Aber
immerhin kennen die beiden
sich von einem Interview, dass
Lentz mit Grönemeyer geführt
hat, und das auf „Mensch
live“-DVD veröffentlich wurde.
Und wer mehr wissen will,
kann Lentz ja fragen. Der
kommt am 14. Juni ins Haus
der Stadt. (kin)
KURZ NOTIERT
„Ich bin hier einfach hin und weg“ schreit Herbert Grönemeyer – und
35 000 Menschen jubeln ihm zu.
Fotos: Ingo Latotzki
Mit der Luftgitarre bis in den Himmel
Wie die beiden Dürener Fans Jenny Derichs (24) und Leon Kaiser (25) den Abend erlebt haben
Auf der Video-Leinwand geht die
Sonne auf.
Mit dem Konzert hat die Indeland
GmbH eine tolle Werbung betrieben. Da durfte natürlich auch ein
Heißluftballon in eigener Sache
nicht fehlen.
Düren. Für Jenny Derichs (24) und
Leon Kaiser (25) war es ein ganz
besonderer Abend. Die beiden
sind seit vier Monaten ein Paar
und total verliebt. Die „Nachrichten“ haben die angehende Grundschullehrerin und den Technischen Zeichner beim Grönemeyer-Konzert begleitet.
19.44 Uhr: Rapper Dendemann
macht Schluss. Die Band von Herbert Grönemeyer beginnt mit dem
Aufbau, bald geht es los.
20.01 Uhr: Durch die Zuschauer
auf der Tribüne geht die erste Laola-Welle. Bei Jenny und Leon
„schwappt“ es auch: Die beiden
sind versunken in einen Kuss.
20.07 Uhr: Die Laola-Welle hat
den Stehbereich erreicht. Jenny
und Leon flüstern sich gerade etwas ins Ohr.
20.11 Uhr: Erste „Herbie! Herbie!“-Rufe. Jenny bekommt Hunger.
20.17 Uhr: Grönemeyer ist immer noch nicht da. Leon geht zwei
Stücke Pizza holen. Und zwei Bier.
Inclusive Pfand für 15,60 Euro.
20.24 Uhr: Immer noch kein
Grönemeyer. Aber die Pizza
schmeckt.
20.36 Uhr Grönemeyer ist da!
„Kopf hoch! Tanzen!“ brüllt er
den Dürenern entgegen und Jenny legt los. Jetzt wird gerockt!
20.41 Uhr: Herbert singt „Ein
Stück vom Himmel“. Beim zweiten Refrain umarmt Leon seine
Jenny. Sein Stück Himmel ist da.
20.50 Uhr: Der Star bekommt
einen Barhocker zum Sitzen hin-
ter sein Keyboard. „Halt mich“
heißt das nächste Lied. Das lässt
Leon sich nicht zwei Mal sagen –
er und Jenny wirken wie auf einer
einsamen Insel mitten in der Menge.
21.25 Uhr: Endlich! Nach etlichen eher unbekannten Songs
kommt „Der Weg“, Jennys Lieblingslied. In der Arena, in der die
Jubel wird belohnt: Die Zugabe wird auf eine ganze Stunde ausgedehnt.
Stimmung einen echten Durchhänger hatte, ist es plötzlich ganz
still. Die ersten Wunderkerzen
brennen. Jenny zeigt ihre erste
Gänsehaut des Abends.
21.45 Uhr Grönemeyer jubelt
„Ich bin völlig hin und weg!“ Jenny sucht Leons Hand und lacht:
„Ich auch!“
21.50 Uhr: Grönemeyer ruft
„Tschüs Düren!“ Das kann doch
nicht sein. Etliche Leute verlassen
die Arena. Jenny brüllt sich die
Seele aus dem Leib „Zugabe!!!“
22.02 Uhr: Der Sänger lässt sich
nicht lumpen. Und singt über eine
Stunde Zugaben. Endlich wird es
dunkel, und die Bühne ist in ein
tolles Licht getaucht. „Jetzt erst
wird das Konzert richtig gut“, so
Leon. Und packt zu „Was soll
das?“ seine Luftgitarre aus. Jenny
staunt. So ausgelassen kennt sie
ihren Freund noch gar nicht.
23.11 Uhr: Jenny und Leon machen sich auf den Heimweg. Die
beiden schlafen heute bei Jennys
Eltern in der Zülpicher Straße.
„Zwischendurch war es mal etwas
langweilig“, sagt Leon. „Aber insgesamt war das ein toller Abend.“
Die zwei sind sich einig.
(kin)
88-jähriger übersieht
die Vorfahrt
Heimbach. Leicht verletzt wurde nach Angaben der Polizei
ein 88-jähriger Autofahrer aus
Jülich am Freitag in Heimbach. Der Mann war auf der
K 10 unterwegs. Als er die
Kreuzung zur L 169 überqueren wollte, übersah er die Vorfahrt eines 29-jährigen Autofahrers aus Schleiden. Es kam
zum Zusammenstoß, bei dem
der 88-jährige Jülicher leicht
verletzt wurde.
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DIE SEITE DREI
Seite 3 ABCDE · Nummer 126
Montag, 2. Juni 2008
DAS THEMA: KONZERT-EREIGNIS IN DÜREN
Wenn Grönemeyer das Indeland beben lässt
Deutschlands Rockstar Nummer eins findet als alter Fußballer über den Kampf zum Spiel. Und dann wird es ein großartiges Erlebnis für 35 000 Fans.
VON BERND BÜTTGENS
Düren. Das Beste an Herbert Grönemeyer, sagen die Fans, sei das
Konzert. Stimmt. Aber das Allerbeste, wissen die Dürener Fans seit
Samstagabend, ist der einstündige
Zugabenblock.
Wenn es dunkel ist, die Spots
den Bühnennebel in ein bizarres
Licht tauchen und Herbert Grönemeyer „Zeit, dass sich was dreht“
singt. Und dabei die wogende und
singende Masse dirigiert. Es war
das eigens für die Fußball-WM
2006 komponierte Lied. Ein Song,
der damals nicht ankam und der
nun auf der „12“-Tour Abend für
Abend einen opulenten Schlusspunkt setzt. Was einst als Eröffnungstusch gedacht war, erklingt
nun zum Finale, und – wie jetzt in
Düren – 35 000 Menschen sind
entzückt und freuen sich des Lebens.
„Jetzt ist es noch
gelassener, leichter
und schöner und
noch tänzerischer
als bei der
‚Mensch‘-Tour.“
HERBERT GRÖNEMEYER
Grönemeyer, die unangefochtene Nummer eins im deutschen
Rockgeschäft, ist ein alter Fußballer. Einer, der dranbleibt, einer,
der grätscht und kämpft, bis der
Erfolg da ist. In Düren hat er das
am Samstag wieder bewiesen.
Es war sicherlich nicht der leichteste Abend für den Megastar, der
vor einem Jahr im ersten Teil der
aktuellen Tour die größten Arenen
der Republik mit Leichtigkeit füllte. Berlin, Köln, Schalke, München, Hamburg – solche Konzerte
setzen Maßstäbe, klingen im Kopf
nach. Freitag begann Teil zwei dieser Tour in Aalen. Auf dem Weg
durch die kleineren Städte galt es
am folgenden Abend, vor den Toren Dürens den unfassbar großen
Parkplatz des Automobilzulieferers „Tedrive“ zu bespielen. Und
auch wenn in den Fabrikhallen
Antriebswellen produziert werden, kam der rechte Konzertschwung auf dem weiten Feld davor erst mit leichter Verspätung
auf. Was nicht als Vorwurf an die
Organisatoren des Indeland-Projektes rund um den rührigen
Ein Star gibt alles: Der deutsche Rockmusiker Herbert Grönemeyer spielte am Samstagabend vor 35 000 begeisterten Fans im Rahmen des „Indeland“-Projektes auf dem „Tedrive“-Gelände
in Düren. Zweieinhalb Stunden lang ging es kreuz und quer durch sein reichhaltiges Repertoire – für die Zuschauer ein Programm zum Wohlfühlen und Mitsingen.
Fotos: Ingo Latotzki
Landrat Wolfgang Spelthahn verstanden werden darf. Bewahre, die
legten eine Meisterleistung hin:
perfekte Gastgeber, die aus dem
Nichts eine Infrastruktur schufen,
die ihresgleichen sucht.
Allein, ein offener Parkplatz,
wenn auch von imposanten Stahlrohrtribünen gesäumt, hat naturgegeben nicht die Atmosphäre
und Akustik einer geschlossenen
Arena. Den perfekten Bühnensound gab es auch in Düren, doch
der (durchaus vorhandene) Chor
der Fans konnte allen Gesetzen
der Physik gehorchend nicht die
gewohnte Intensität erlangen.
Daran mussten sich beide Seiten
erst einmal gewöhnen: der Star
und seine Fans. So forderte der
Irrwisch auf der Bühne immer
wieder zum Mitsingen auf, ging
Ein perfekt eingespieltes Team
Ein Schnappschuss fürs Handy: 35 000 Fans genossen jeden Moment mit
Herbert Grönemeyer in Düren.
Der Abstecher ins „Indeland“ gehört zu Teil zwei der „12“-Tour
Über 900 000 Fans feierten Herbert
Grönemeyers Open-Air Konzerte im
vergangenen Sommer. Weitere
30 000 erlebten die UnpluggedTournee im September, die ihn in
legendäre Konzertsäle wie die Dresdener Semperoper und die Royal
Albert Hall in London führte.
Sein aktuelles Erfolgsalbum „12“
wurde bereits vierfach mit Platin
ausgezeichnet. Herbert Grönemeyer
setzt die „12“-Tour jetzt fort -
wildentschlossen
voran
und
kämpfte sich durch die Songs. Der
Effekt war verblüffend: Spätestens
ab dem Klassiker-Block mit „Bochum“, „Alkohol“ oder „Männer“
saßen alle in einem Boot und feierten fortan ein großes Fest. Ab
dann war alles leicht, beschwingt,
sommerlich.
Teil zwei der Tour ist viel mehr
als der Aufguss des Premierenprogramms. Auch wenn die große Videowand im Hintergrund fehlt
und der Livemix auf den seitlichen Bildwänden etwas weniger
opulent ausfällt, läuft die Show
auf höchstem Niveau. Fast das
komplette „12“-Album erklingt
im Laufe des zweieinhalbstündigen Konzertes, alle Höhepunkte
der „Mensch“-CD, sämtliche
Hymnen der Vorzeit. Es gibt einige wenige politische Ansagen, die
bekannt herzlichen und spontanen Zwischentexte zum Kaliumgehalt von Bananen oder zum Projekt „Scheitern als Chance“, wenn
Grönemeyer bei „Mensch“ gleich
zweimal den Einsatz verpasst. Der
Rest ist Mitsingen und Wohlfühlen.
noch bis zum 22. Juli mit Open Air
Auftritten von Rügen bis Klagenfurt. Unter anderem am Freitag, 6.
Juni, im Borussia-Park in Mönchengladbach.
wollen die Projektpartner die Tagebautätigkeit in der Region dazu
nutzen, das Indeland im Städtedreieck Eschweiler-Jülich-Düren neu zu
positionieren.
Das Euregionale-Projekt „Indeland“ war Gastgeber des Grönemeyer-Konzertes in Düren. Mit diesem populären Knüller machen die
Initiatoren auf eine Landschaft aufmerksam, in der sich viel bewegt.
Über einen Zeitraum von 50 Jahren
Dabei setzt man auf ein Gerüst
aus verbindenden Grünbändern,
Gewässern, Wasserachsen und
-flächen. Ein Lebensraum mit hoher
Qualität, in dem neue Formen von
Wohnen und Arbeiten möglich sein
sollen, soll das Ergebnis sein.
Grönemeyer selbst hält die aktuelle Tour für „noch gelassener,
leichter und schöner und noch
tänzerischer“ als die „Mensch“Reihe. Man kann das bestätigen,
wenn man ihn – Kopf hoch, tanzen – über die Bühne, über den
weit ins Publikum reichenden
Steg hüpfen sieht. Und wenn man
sieht, welchen Spaß der Frontmann und seine Band haben. Ein
perfekt eingespieltes Team, das im
Kern (Norbert Hamm, Alfred Kritzer, Jakob Hansonis, Armin Rühl)
seit 25 Jahren gemeinsam unterwegs ist, und das am Ende dieses
schönen
Konzertabends
mit
35 000 jubelnden Fans in Düren
um die Wette strahlt.
HINTER DEN KULISSEN
Die vier Strategen
1
2
3
4
̈ 1) Harald Bullerjahn ist der persönliche Tourmanager von Herbert
Grönemeyer. Seit 25 Jahren sind sie
zusammen unterwegs. Bullerjahn
kennt seinen Künstler in- und auswendig, schirmt den Sänger ab und
begleitet ihn auf allen Wegen vor
und nach dem Konzert.
Sich selbst bezeichnet der 54-Jährige, der weltweit für die Größten der
Branche gearbeitet hat, als den „Puffer zwischen dem Künstler und dem
Rest der Welt“.
̈ 2) Klaus Ulrich ist Grönemeyers
Manager, der Stratege im Hintergrund. Alle logistischen Planungen,
alle wirklich wichtigen Entscheidungen laufen über den Tisch des Aachener Organisationsprofis. Ulrich ist
auch schon 25 Jahre mit Grönemeyer unterwegs, sie sind zusammen
durch dick und dünn gegangen, sie
verbindet eine tiefe Freundschaft.
̈ 3) Alex Silva hat Grönemeyers
Musikstil deutlich britischer ge-
macht. Der Musikproduzent hat mit
dem deutschen Sänger die drei Alben
„Bleibt alles anders“ (1998),
„Mensch“ (2002) und „12“ (2007)
erarbeitet. Wegen der Arbeit mit Silva, der zuletzt auch als Lebensgefährte der Schauspielerin Nina Hoss
Schlagzeilen gemacht hat, zieht es
Grönemeyer oft nach Berlin.
̈ 4) Anton Corbijn ist Fotograf, Regisseur, Videofilmer und hat die Großen des Rock'n'Roll-Geschäftes entsprechend in Szene gesetzt. Der Niederländer ist Bühnendesigner der
„12“-Tour und hat für Grönemeyer
die Filme produziert, die während der
Show auf der Multimedia-Wand zu
sehen sind. Corbijn gibt Grönemeyer
wieder eine besondere Note zurück –
die des Schauspielers.
„Einfach perfekt“, sagt der Künstler selbst über die Arbeit mit den vier
Männern hinter den Kulissen.
Fotos: dpa, Harald Krömer und Jörg
Abels
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Düren
Seite 9 · Nummer 126 · Montag, 2. Juni 2008
KOMMENTAR
᭤ CHRISTOPH
LAMMERTZ
Einen Kraftakt
perfekt gemeistert
Fantastisch. Großartig. Einmalig. Das waren die Worte, die
am häufigsten fielen nach
dem Auftritt von Herbert Grönemeyer in Düren. Und das
Lob bezog sich nicht nur auf
die Leistung des Künstlers. Die
Verantwortlichen vom Veranstalter „Indeland“, Polizei,
Hilfskräfte, Ordner und alle
anderen, die an diesem Abend
im Einsatz waren, haben einen
perfekten Job gemacht. Sie haben einen logistischen Kraftakt, wie ihn Düren selten erlebt hat, völlig unaufgeregt gemeistert. So funktionierten Anund Abreise reibungslos – egal,
ob mit dem eigenen Wagen
oder per Bus und Bahn. Auch
in der Arena war alles für einen perfekten Wohlfühlabend
bereitet – von der vielfältigen
Fastfood-Versorgung bis zum
großzügigen Toilettenangebot.
Und der Himmel ließ seine
Schleusen geschlossen – ein
Glück, das sich an diesem
Abend alle Beteiligten mehr
als verdient hatten.
̈ c.lammertz@zeitungsverlag-aachen.de
KONZERTSPLITTER
Über 600 Helfer rund
um das Gelände
Düren. Der logistische Kraftakt
für das Grönemeyer-Konzert
spiegelt sich auch in Zahlen
wider: Für einen reibungslosen
Ablauf sorgten allein rund 80
Polizisten, 50 Mitglieder des
Technischen Hilfswerkes, der
Sanitätsdienst (DRK und Malteser) mit 90 Kräften, rund 30
Feuerwehrleute sowie die
Tedrive-Werksfeuerwehr mit
18 Mann.
Darüber hinaus waren 45
Verkehrshelfer und insgesamt
345 Ordner rund um das Konzert im Einsatz.
PRÄDIKAT FAHRRADFREUNDLICH
Bewundernde Blicke
und klickende Kameras
Der Kreis Düren will sich um
den Titel bewerben
᭤11
᭤13
DAS THEMA: GRÖNEMEYER IN DÜREN
᭤ HANS HUNSCHEIDT
(51) aus Würselen
„Mir hat das Konzert sehr gut gefallen, noch wesentlich besser als
das letztes Jahr im Kölner RheinEnergie-Stadion. Auch die Organisation war sehr gut.“
᭤ BEATE TILLMANN
(45) aus Köln
„Musik und Stimmung waren sehr
gut – ich würde direkt wieder
kommen, auch wenn mir ein paar
ältere Stücke gefehlt haben. Die
Anreise hat wunderbar geklappt.“
᭤ SASCHA RÜTTEN
(31) aus Stockheim
„Das war mein fünftes Grönemeyer-Konzert und sicher eins der
besten. Alles war super organisiert.
Und vor allem bei den älteren Stücken war die Stimmung super.“
᭤ MARGOT PELZER
(49) aus Lamersdorf
„Die Atmosphäre war einfach klasse. Die Musik, das ganze Drumherum – es hat einfach alles gepasst.
Ich bin wirklich rundherum zufrieden.“
aus Niederzier
„Atmosphäre und Organisation waren klasse. Grönemeyer war super
drauf und ist toll auch aufs Publikum eingegangen. Die ganze Show
war einfach spitze.“
35 000 Besucher treiben Grönemeyer zur
Höchstform. Stimmung schwappt von den
Tribünen auf die Bühne und wieder zurück.
VON JÖRG ABELS UND
CHRISTOPH LAMMERTZ
Düren. Darf man dem Topstar der
deutschen Musikszene widersprechen? Wir riskieren es einfach.
„Du bist keine Weltstadt“, heißt
eine Textzeile in Herbert Grönemeyers Hymne an seine Heimat
Bochum. Als er den Klassiker am
Samstagabend anstimmte, fügte er
drei Worte hinzu: „Genau wie
Düren.“ Einspruch, Euer Ehren:
Zumindest an diesem letzten Maitag im Jahr 2008 wurde die Kreisstadt an der Rur zur Metropole. Als
sei es das Normalste der Welt,
stemmte das Organisationsteam
um Landrat Wolfgang Spelthahn
in Düren ein Pop-Spektakel mit
35 000 Besuchern. Mit der Professionalität einer Weltstadt und
dem Charme der Provinz.
Die Rahmenbedingungen für
ein einzigartiges Konzerterlebnis
Düren. Kein Regen, keine Hitze oder Schwüle: Das Wetter
rund um das Konzert war nahezu ideal. Aus diesem Grund
musste der Rettungsdienst
auch nur 34 Mal eingreifen, in
der Regel bei Kreislaufproblemen. Fünf Personen mussten
vorsorglich ins Krankenhaus
gebracht werden, darunter ein
Abbauhelfer, dem eine Stange
an den Kopf geprallt war.
Der Abbau dauert bis
Dienstagabend
„Kopf hoch, tanzen“: Herbert Grönemeyer mit seinem ganz eigenen
Stil.
stimmten. Das Wetter hielt trotz
düsterer Prognosen gleich mehrerer Wetterfrösche, und das Publikum, dank entspannter Anreise
und Wohlfühlatmosphäre in der
Open-Air-Arena auf dem TedriveGelände in großartiger Stimmung,
trieb den Star des Abends zur
Höchstform. Auch wenn die Fans
wirklich alles geben musste, um in
der offenen und weitläufigen Arena bis auf die Bühne zum Künstler
vorzudringen.
Voller Stimm- und Körpereinsatz
Grönemeyer rannte, Grönemeyer
hüpfte, er grölte oder schnurrte
wie ein Kätzchen. Zweieinhalb
Stunden mit vollem Stimm- und
Körpereinsatz. Der Mega-Star
schien fast ein wenig übermotiviert durch die Stimmung eines
Publikums, das schon vor dem ersten Ton aus der perfekt abgemischten Anlage die Welle
schwappen ließ. „Ich bin hier einfach hin und weg“, entschuldigte
er sich nach „Mensch“, das er, wie
er selber formulierte, „in den Sand
gesetzt“ hatte. Zwei verpasste Ein- Grönemeyer rannte, Grönemeyer hüpfte, er saß oder stand am Flügel: Vom
sätze – niemand nahm es Herbert Superstar in Düren sichtlich wohl.
krumm. „Ein Regisseur hat einmal
zu mir gesagt: ‚Es gibt keinen, der zahlreiche Lieder der aktuellen CD mond“ – jetzt war der emotionale
so oft den Einsatz verpasst und „12“, die der im letzten Jahr Höhepunkt des Abends erreicht.
„‚Vollmond‘ spielt er nur, wenn
trotzdem noch lacht‘“, verriet begonnenen Tour ihren Namen
er sich richtig wohlfühlt. Das war
gibt.
Grönemeyer und lachte weiter.
Doch das Publikum dürstete bei uns wohl der Fall“, freute sich
Es gab diese Momente im Dürener Konzert von Herbert Gröne- nach mehr: Dreimal brüllte es Wolfgang Spelthahn gestern.
Noch am Freitagabend beim Aufmeyer, als die Stimtakt der Tournee in Aalen hatte der
mung fast überkochStar auf dieses Stück verzichtet.
te. Als 70 000 Arme
„‚Vollmond‘ spielt Herbert
Ein weiteres Indiz für den hohen
in die Höhe gereckt
Grönemeyer nur, wenn er
Wohlfühlfaktor:
Grönemeyer
wurden und von
betonte, gerne wiederkommen zu
rechts nach links
sich wirklich wohlfühlt. Das
wollen, ehe er sich mit „Zur
schwenkten. Und es
war bei uns wohl der Fall.“
Nacht“ verabschiedete, ins Auto
gab die ruhigen, die
sprang und die Open-Air-Arena
emotionalen
L ANDRAT WOLFGANG SPELTHAHN
hinter sich ließ. Und so zufrieden
Momente, als sich
wie der Star traten auch die Besudie Paare unter den
35 000 fest in den dem Armen Grönemeyer & Co. zurück auf die cher den Heimweg an, zumal das
hielten. Grönemeyer solo – nur Bühne. Und die hatten ganz offen- Verkehrskonzept und der Pendelmit Stimme und Klavier. Pures sichtlich Lust auf Sonderschichten buseinsatz optimal funktionierauf dem Gelände des Autoteile- ten. Lange Wartezeiten blieben
Gänsehautgefühl. . .
16 Songs servierten Grönemey- Produzenten. Einige Perlen hatte aus. Diese letzte frohe Kunde löste
er und seine perfekt eingespielte sich der Star für die insgesamt acht auch bei Landrat Spelthahn (siehe
Band zunächst. Darunter die Zugaben aufbewahrt: „Zeit, dass auch „Drei Fragen an“) die am
Megahits „Männer“, „Halt mich“ sich was dreht“, „Land unter“, Tage doch deutlich zu spürende
oder „Alkohol“. Und natürlich „Flugzeuge im Bauch“, „Voll- Anspannung. ᭤ Siehe auch Seite 3
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᭤ HEINZ-WILLI
HAACKEN (41)
Herbert ist in
Düren einfach
„hin und weg“
Der Rettungsdienst
meldet 34 Einsätze
Düren. Unmittelbar nach Konzertende begann der Abbau.
Noch in der Nacht wurde die
Technik zum nächsten Tournee-Ort nach Bielefeld transportiert. Die Tribünen werden
bis Dienstagabend wieder verschwunden sein.
OLDTIMER-CLASSICS
ersten Moment an fühlte sich der
Fotos: Jörg Abels
DREI FRAGEN AN
᭤ WOLFGANG
SPELTHAHN
Landrat, Aufsichtsratsvorsitzender der
indeland GmbH
„Ich rechne mit
schwarzer Null“
Wann ist Ihnen der erste Stein
vom Herzen gefallen?
Spelthahn: Am Anfang war ich
angesichts der schlechten Wettervorhersagen doch sehr angespannt. Vier von fünf Instituten
hatten keine einzige Minute
Sonnenschein vorhergesagt. Ich
habe mich dann riesig gefreut,
dass es trocken geblieben ist.
Und als ich eine Stunde und 17
Minuten nach Konzertende die
Nachricht bekam, dass Camp
Bravo geleert war, war klar, dass
auch unser Verkehrskonzept
aufgegangen ist. Vor allem das
Pendelbus-Konzept hat sich bewährt.
Wie fällt Ihr Gesamtfazit aus?
Spelthahn: Wir haben bewiesen,
dass wir mit vereinten Kräften
mit jeder Herausforderung fertig werden. Mehr noch: Wir haben auch gute Qualität geliefert. Ich stelle die kühne These
auf: 99 Prozent der Besucher
waren zufrieden.
Zuschauermassen dicht gedrängt vor der Bühne: Die ersten der rund 35 000 Fans waren bereits mittags an das Open-Air-Gelände gepilgert, um sich
nach Öffnung der Tore die begehrten Plätze in der ersten Reihe zu sichern.
Und die finanzielle Seite?
Spelthahn: Die genaue Abrechnung werden wir zwar erst in
einigen Tagen haben, ich gehe
aber davon aus, dass wir mit
Eintrittsgeldern und Sponsorengeldern eine kleine schwarze
Null schreiben werden. Ein Defizit ist nicht zu erwarten.
MONTAG, 2. JUNI 2008 · 136. JAHRGANG
NATIONALELF
Neuville leitet späte
Wende zum 2:1 ein
SCHLICHTES IM TREND
Die Sonnenbrillen
werden wieder kleiner
BURG WILHELMSTEIN
᭤ Sport
᭤ Seite 8
᭤ Kultur
Famoses „Blind Date“
mit Soulsängerin Bonita
Nummer 126
1,00 Euro
IM LOKALTEIL
̈ Neuer Bahnradweg
offiziell eröffnet
Mit einem Bahnhofsfest ist
gestern der neue Bahnradweg Aachen-Köln in Düren
eröffnet worden. Die 92 km
lange Route führt dicht an
der Bahnlinie entlang. Sie
verläuft auf Feldwegen und
verkehrsarmen Straßen und
ist daher für die ganze Familie geeignet.
̈ Ordensabschied vom
Marienhospital
̈ RP hält Votum bei
GWS für fehlerhaft
WETTER
Arbeitgeber drohen Regierung mit Klage
Hundt will mit dem Gang vor das Bundesverfassungsgericht geringere Beiträge zur Arbeitslosenversicherung erzwingen
Berlin. Die Arbeitgeber wollen mit
einer Verfassungsbeschwerde gegen die Bundesregierung die Senkung des Beitragssatzes zur Arbeitslosenversicherung von 3,3
auf 2,7 Prozent erzwingen.
Wie die Gewerkschaften fordert
die Wirtschaft den Wegfall des sogenannten
Eingliederungsbeitrags, den die Bundesagentur für
Arbeit (BA) seit Jahresbeginn an
den Bund abführen muss. Mit Verzicht auf die Zahlung von etwa 5
Milliarden Euro könnte aus Sicht
der Arbeitgeber und des Deutschen
Gewerkschaftsbundes
(DGB) Spielraum für weitere Entlastung geschaffen werden. Anfang des Jahres war der Beitragssatz von 4,2 auf 3,3 Prozent gesunken. Arbeitgeber-Präsident Dieter
Hundt drohte am Wochenende
mit Klage, sollte die große Koalition nicht bis spätestens Ende August dieses Jahres einlenken und
die Beiträge weiter senken. „Unse-
re Anwälte bereiten gerade eine
Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe vor“, sagte Hundt. Der Eingliederungsbeitrag wird seit Anfang 2008 von der BA erhoben. Er
soll die Kosten der Eingliederung
von Langzeitarbeitslosen zur Hälfte decken und den Bundesetat um
etwa fünf Milliarden Euro entlasten. Im Gegenzug wurde der BA
der Aussteuerungsbetrag erlassen.
Dieser wurde fällig für jeden Arbeitslosen, der innerhalb eines
Herbert Grönemeyer bringt das „Indeland“ auf Trab
28° max.
Tag
᭤ Wetterkarte bunte Seite
WAS BRINGT DER TAG?
̈ Im Rahmen seiner Jahrestagung kommt der Orden „Pour
le mérite“ heute zur Festsitzung in Berlin zusammen. Unter anderem wird sich Bundespräsident Horst Köhler mit der
hochkarätigen Versammlung
treffen. ᭤ Seite 2
TELEGRAMME
Beck bekräftigt
SPD-Führungsanspruch
Obermann kündigt schonungslose Aufklärung an
᭤ Berichte/Kommentar Seite 4
Nur noch elektronische
Tickets im Flugverkehr
Heute im Produkt Lokales
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Anzeigen: Verlag C. Hamel
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Fax: 0241/5101-790
*Rund um die Uhr 3,9 Cent je angefangener
Minute; abweichende Preise für die Anrufe
aus dem Mobilfunknetz möglich.
Redaktion: Düren:
Tel: 02421/2259100
Fax: 02421/2259140
Verlag:
Tel: 0241/5101-0 (Zentrale)
AZ im Internet:
www.az-web.de
Herzogenrath. Mit einer spektakulären Aktion hat das AZ-Hilfsprojekt „Kindermahlzeit“ am
Sonntag das Burgfest im Zuge der
Euregionale 2008 bereichert. Mit
Unterstützung hunderter Kinder
Eltern, Vereinsmitglieder und Bürger ist die 1111 Meter lange „Kette
der Solidarität“ geknüpft worden.
Die benötigten 33 000 Stahlglieder waren im Vorfeld verkauft
worden. Der Erlös – über 10 000
Euro – kommt bedürftigen Herzogenrather Familien zugute.
Die fertige Kette ist von über
100 Kindern durch die ganze Stadt
zur Burg hinaufgetragen worden,
wo sie jetzt als Denkmal die Solidarität aller Herzogenrather symbolisiert.
(bea)
Telekom will sich bessern
Nürnberg . Mit einem demonstrativ kämpferischen Auftritt hat Parteichef Kurt Beck
seinen Führungsanspruch in
der SPD bekräftigt. Auf dem
SPD-„Zukunftskongress“ in
Nürnberg räumte er eine Mitverantwortung der engeren
Parteispitze für die schlechte
Lage der SPD ein. (dpa)
FAMILIENANZEIGEN
rechtswidrige Griff der Bundesregierung in die Taschen der Beitragszahler muss gestoppt werden“. Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) leite Jahr für Jahr mit
dem Eingliederungsbeitrag Beiträge zur Arbeitslosenversicherung in
Höhe von fünf Milliarden Euro in
den Bundeshaushalt und bezahle
so Verwaltungskosten und Fördermaßnahmen für ArbeitslosengeldII-Empfänger. „Das ist nicht zulässig“.
(dpa)
Milchbauern und 10 000 Euro für
Industrie suchen AZ-Hilfsprojekt
Weg aus der Krise „Kindermahlzeit“
Hamburg . Am sechsten Tag des
Lieferboykotts deutscher Milchbauern hat es erstmals Bewegung
gegeben. Der Bundesverband
Deutscher Milchviehhalter (BDM)
und der Deutsche Bauernverband
wollen Gespräche mit dem Milchindustrie-Verband aufnehmen.
Ein erstes Treffen begann gestern Abend. Die Milchviehhalter
fordern die Neuverhandlung der
Preisabschlüsse zwischen Molkereien und Einzelhandel. Sie verlangen 43 Cent pro Liter, derzeit
erhalten sie nach BDM-Angaben
27 bis 35 Cent. Die Proteste von
Milchbauern gingen auch am Wochenende weiter. Seit Samstag blockieren mehr als 100 Bauern eine
Molkerei in Erfurt.
(dpa)
17° min.
Nacht
Berlin. Die Ära der Papiertickets in der Luftfahrt geht zu
Ende. Am Sonntag stellten die
230 in der Internationalen
Luftverkehrsvereinigung IATA
zusammengeschlossenen Fluggesellschaften auf das elektronische Ticket (Etix) um. (ddp)
Jahres nicht vermittelt und zum
Empfänger von Arbeitslosengeld II
wurde. Unabhängig von der Debatte um den Eingliederungsbeitrag wird in der Koalition ohnehin
erwogen, den Beitragssatz zum 1.
Januar 2009 auf möglicherweise
3,0 Prozent zu senken. Die Anfang
2008 erfolgte Senkung auf 3,3 Prozent sollte die Beitragszahler – Arbeitnehmer und Arbeitgeber – zusammen um 6,3 Milliarden Euro
entlasten. Hundt sagte, „der
Herbert Grönemeyer in Düren – und
das Indeland wird auf Trab gebracht.
35 000 Zuschauer lockte der deutsche Superstar am Samstagabend in
die eigens für diesen Zweck gebaute
Konzertarena auf dem riesigen Parkplatz der Firma „Tedrive“. Sie sollten
diesen Besuch nicht bereuen, denn
Grönemeyer lud zu einer zweieinhalbstündigen Reise durch sein
beachtliches Repertoire ein. Das
Konzert wurde im Rahmen des Euregionale-Projektes „Indeland“ in den
Veranstaltungskalender genommen.
Foto: Jörg Abels
᭤ Die Seite drei
FDP: Steuern radikal senken!
Liberale versprechen Entlastung um 33 Milliarden. Westerwelle rügt Koalition.
München. Mit einem radikalen
Steuersenkungsmodell will die
FDP die Mittelschicht erobern und
die Koalitionsparteien im Wahljahr 2009 herausfordern. Mit großer Mehrheit verabschiedeten die
rund 600 Delegierten am Sonntag
zum Abschluss des FDP-Parteitages in München ein dreistufiges
Steuerkonzept mit Sätzen von 10,
25 und 35 Prozent. Insgesamt will
die FDP die Bürger um rund 33
Milliarden Euro entlasten. Neben
dem Steuerpaket beschlossen
die Delegierten außerdem,
die Besteuerung von
Energie deutlich zu senken. Parteichef Guido
Westerwelle
forderte
die FDP dazu auf, sich
mit einer reformierten
Wirtschafts- und Sozialpolitik für die nächsten
Wahlen zu rüsten. Das „Ab-
kassieren der Mitte“ müsse
gestoppt werden. Heftig attackierte Westerwelle die große Koalition: „Bei dieser Regierung sind alle,
die arbeiten, die Deppen der Nation.“ Die Bürger müssten mehr
Netto in der Tasche behalten.
(dpa) ᭤ Bericht/Kommentar Seite 4
Friedrich Merz’ Bierdeckel sind wieder da
Einkommen bis 20 000 Euro sollen nach dem FDP-Konzept mit 10
Prozent, Einkommen von 20 000
bis 50 000 Euro mit 25 Prozent
und ab 50 000 Euro mit 35 Pro-
zent besteuert werden. Jeder Erwachsene und jedes Kind soll einen
Grundfreibetrag von je 8000 Euro
bekommen.
Eine vierköpfige Familie würde
dank Freibeträgen erst ab 40 000
Euro Einkommen Steuern zahlen.
Für ihr Steuersystem wirbt die
FDP auf Bierdeckeln (Bild), die an
eine Aktion von Friedrich Merz
(CDU) erinnern, nach dessen Meinung eine Steuererklärung so einfach sein müsse, dass sie auf einen
Bierdeckel passt. (dpa/az)
Berlin. Telekom-Chef René Obermann hat eine schonungslose Aufklärung des Spitzelskandals angekündigt. Die Verantwortlichen
sollen „ohne Ansehen von Rang
und Person“ zur Rechenschaft gezogen werden. Zugleich versicherte Obermann, dass Kundendaten
sicher seien. Der Konzernchef bestritt, persönlich in den Skandal
seines Konzerns verwickelt zu
sein. Laut „Spiegel“ wächst indes
der Druck auf Ex-Aufsichtsratschef
Klaus Zumwinkel und den früheren Konzernchef Kai-Uwe Ricke.
Der ehemalige Telekom-Sicherheitschef Klaus Trzeschan habe
beide Manager bei einer konzerninternen Anhörung belastet, berichtet der „Spiegel“. Die Aufträge
seien von Ricke und Zumwinkel
Anzeige
erteilt worden. Gegen die beiden
und sechs andere Verdächtige hat
die Staatsanwaltschaft Ermittlungen eingeleitet. Die Telekom hatte
eingeräumt, Telefondaten ausspioniert zu haben, um die Veröffentlichung vertraulicher Informationen zu verhindern. Führende
Branchenverbände warnten vor
schärferen Gesetzen und Schnellschüssen. Vor dem heutigen Treffen mit Innenminister Wolfgang
Schäuble (CDU) mahnten sie, die
Fakten abzuwarten. Sie verwiesen
darauf, dass es bereits ein scharfes
Datenschutzrecht gebe. Der Einladung Schäubles sind zahlreiche
Firmen bisher nicht gefolgt. Zugesagt haben neben der Telekom
aber die Branchenverbände Bitkom und VATM. (dpa) ᭤ Seite 23
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