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Informationen für die Frau in Oberösterreich - Land Oberösterreich

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herbst 2014
INFORMATIONEN FÜR DIE FRAU
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Foto: © Gorta
Unter dem Motto „Mitten im Leben – Frauen gestalten Zukunft“
ging heuer bereits zum vierten Mal das Zukunftsforum – auf Initiative von Frauenlandesrätin Doris Hummer – mit mehr als 300
Teilnehmerinnen am Wolfgangsee über die Bühne.
Wertschätzung und Anerkennung
der vielfältigen Rollen von Frauen standen für Frauenlandesrätin
Doris Hummer aufgrund der Ereser!
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an der Zeit wäre, das Schubladendenken gegen den partnerschaftlichen Gedanken zu tauschen.
Sabine Christiansen, bekannte
deutsche Journalistin und Hauptreferentin beim Zukunftsforum, gab
den Frauen den Tipp mit auf den
Weg, endlich ihre Chancen wahrzunehmen und sich nicht zu verkriechen. Von der Politik fordert sie,
dass Rahmenbedingungen für die
Arbeit in der Zukunft geschaffen
werden. Frauen beim Schritt in die
Selbstständigkeit mehr zu unterstützen, flexiblere Arbeitszeiten zu
schaffen. Weiters meinte sie, dass
Frauen belastbarer als Männer seien, trotz allem aber die Rahmenbedingungen für familienfreundliche
Unternehmen noch ausgebaut werden müssten.
Der Arbeits- und Sozialrechtler
Wolfgang Mazal setzte in seiner
Expertise auf den partnerschaftlichen Ansatz. Er forderte familienfreundliche Arbeitsplätze. „Frauen
wollen vor allem ernst genommen
und anerkannt werden“, sagte er.
Die Ergebnisse aus den Frauenworkshops in den Bezirken hatten
ergeben, dass die Lebenssituationen von Frauen in unterschiedliche
Richtungen gehen, die für die Politik aber schwer zu steuern wären.
Familienministerin Sophie Karmasin verfolgt in ihrer Arbeit zwei
Prinzipien. Zum einen setzt sie auf
Individualität, sprich Wahlfreiheit,
zum anderen auf Partnerschaftlichkeit. „Nur so könne der Alltag gemanagt werden“, ist sie überzeugt.
Fotos (7) : Land OÖ
Landesrätin Doris Hummer
erreichte mit ihren
ermutigenden Worten
mehr als 300 Frauen beim
Zukunftsforum.
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Überzeugten mit klaren Statements: Hauptreferentin Sabine
Christiansen, Familienministerin
Sophie Karmasin, Landesrätin
Doris Hummer und Arbeitsrechtler
Wolfgang Mazal.
Landesrätin Hummer mit
Frauen des Zukunftsforums
im Talk.
„Nehmen Sie Ihre Chancen
wahr und zeigen Sie auf“,
war die Botschaft der bekannten deutschen Journalistin Sabine Christiansen.
„Frauen wollen anerkannt
werden und wünschen sich
mehr Partnerschaftlichkeit“, brachte Wolfgang
Mazal das Ergebnis der
Frauenworkshops in den
Bezirken auf den Punkt.
Das Organisationsteam des Zukunftsforums hat hervorragende Arbeit
geleistet: (v.l.) Petra Horn, Beate Zechmeister (nicht im Bild: Melanie Gierlinger, Büro der Landesrätin), Jasmine Dobetsberger, Natascha Peilsteiner,
Cornelia Anderl, Anita Bachl und Simone Loitzberger.
MAGAZIN IF 3/2014 3
Chancen suchen
Politik aufwerten
Beinahe 600.000 Frauen sind in Österreich von Armut
betroffen, knapp die Hälfte davon lebt in akuter Armut.
Dass die Einkommenssituation Ursache ist, das ist für
die Sozialethikerin Michaela Moser klar. Noch mehr
kreidet sie im if-Interview aber den mangelnden politischen Willen an, durch passende Rahmenbedingungen
dem Thema Armut zu Leibe zu rücken.
Welche Sozial-, Wirtschafts-,
Arbeitsmarkt- und Infrastrukturpolitik dient einem guten
Frauenleben?
Moser: Rahmenbedingungen müssen so geschaffen werden, dass
alle – unabhängig von ihrem Ge4 MAGAZIN IF 3/2014
schlecht und auch wenn sie Sorgearbeit leisten – ausreichendes
Einkommen beziehen. Das ist der
Hauptaspekt und in der Folge gilt
es, Themen wie Arbeitszeitverkürzung, Grundeinkommen, Verteilung der Sorgearbeit ... anzugehen. Der Fokus sollte viel mehr
auf Themen gelenkt werden und
nicht auf das Geschlecht.
Was können Meinungsbildnerinnen in ihren Bereichen tun?
Moser: Frauen in den Bundesländern haben vielleicht das Gefühl,
wenig tun zu können. Aber jede
Initiative, wenn sie durchdacht
ist, bringt Bewusstseinsbildung,
ist ein Mosaikstein auf dem Weg
zur Entlastung von Armut.
Auch wenn große Brocken, wie
Arbeitszeitverkürzung, auf Bundesebene abgearbeitet werden
müssen, bleiben viele wichtige
Themen für die Länder- oder Gemeindeebene, wie z. B. Kinderbetreuung oder neue Pflegemodelle,
die man sich durchaus von anderen europäischen Ländern abschauen kann. Gerade im Bereich
Care, also Pflege, passiert viel auf
Länderebene. Da könnte man gut
vor Ort etwas modellhaft beginnen. Und dabei darauf schauen,
dass gute Arbeitsplätze geschaffen werden und kein Beitrag zu
mehr Working Poor.
Frauen im Gemeinderat oder
auch in vielen Institutionen
übernehmen die Sozialbereiche. Ist das auch eine Stigmatisierung?
Moser: Das hat natürlich mit Rollenbildern zu tun. Weil sie Frauen
sind, sollen sie von Natur aus den
Sozialbereich übernehmen. Gerade darin kann aber auch eine gro-
Foto: Heidi Harsieber
Armut ist weiblich. Das vergehe
zur Floskel, sagen Sie immer
wieder. Wie ist das zu verstehen?
Michaela Moser: Dass Armut
weiblich ist, stellt keine neue und
vor allem originelle Erkenntnis
dar. Die Rede von der weiblichen
Armut wird aber seit Jahren so
stark verbreitet, dass sie zur Floskel geworden ist. Damit geht das
Thema ein Stück weit unter, es
kommt zur Stereotypisierung und
wird zum Selbstläufer, nach dem
Motto: „Das ist halt so!“ Es gibt
aber keine naturhafte Verbindung
zwischen „arm“ und „weiblich“.
Frauen machen nichts falsch.
Vielmehr geht es um Lebensentscheidungen und -entwürfe von
Frauen und den dazu gehörigen
Rahmenbedingen, die zum Nachteil werden. Deshalb sollte es
mehr um gesellschaftliche Werte gehen und darum, wer welche
Aufgaben übernimmt.
Michaela Moser
ist Sozialethikerin, Sozialexpertin der
Armutskonferenz und Professorin an der
FH St. Pölten.
ße Chance liegen, indem ich den
Bereich nicht weiter klein mache
und die entsprechende Politik mit
guten Ideen und Zielen aufwerte.
Foto: Fotolia
Hat Gender Budgeting eine
Verbesserung für Frauen und
Mädchen gebracht?
Moser: Im Prinzip ja, aber soziale Gerechtigkeit muss unbedingt
mitgedacht werden. Nicht alle
Maßnahmen bewirken für alle
dasselbe. Ich wünsche mir, dass
soziale Dimensionen noch verstärkt einfließen.
Sie stellen fest, dass es am politischen Willen fehlt?
Moser: Ja, weil die Einsicht in
die Ungerechtigkeit der Verhältnisse fehlt. Wirtschaftsinteressen
sind vorrangig und für Männer
ist es nach wie vor leichter, alle
Aspekte auszublenden, die aufhalten. Umso wichtiger ist es hinzuschauen, um welche Wertigkeiten es geht und welchen Themen
mehr Raum gegeben wird. Oft
fehlt auch die Expertise auf sozialer Ebene.
Im Februar 2015 wird die
nächste Armutskonferenz statt-
finden. Was sind die großen
Themen, auch für Frauen?
Moser: Es geht vor allem um eine
Retrospektive nach dem zwanzigjährigen Engagement, aber auch
um Ausblicke. Passen bisherige
Strategien und Maßnahmen noch,
z. B. bei den Themen Mindestsicherung, Jugendwohlfahrt und
vielem mehr. Die Geschlechterperspektive wird immer mitgedacht. Außerdem wird wieder
eine Frauen-Vor!-Konferenz abgehalten.
Warum engagieren Sie sich für
das Thema?
Moser: Weil es viel zu tun gibt
und wir tiefgreifende Veränderungen brauchen und ein prinzipielles Bewusstsein dazu entwickeln
müssen, wie wir uns als Gesellschaft organisieren können, damit
es allen gut geht.
Ein Aspekt, wo Sie das schon
beobachten?
Moser: Das Thema Scheidung –
vor 20 Jahren und heute. Vor 20
Jahren war dies fast immer eine
Armutsfalle und bedeutete eine
schmerzhafte
Stigmatisierung.
Hier hat sich viel getan, vor al-
10. ÖSTERREICHISCHE ARMUTSKONFERENZ
24./25. Februar 2015, Bildungshaus St. Virgil, Salzburg
Anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Armutskonferenz
richtet diese den Blick zurück und nach vorne: Wie haben
sich die Themen in der Armutsbekämpfung in den letzten 20
Jahren verändert und welche aktuellen Entwicklungen und
Herausforderungen stehen an?
Die Armutskonferenz ist seit 1995 als Netzwerk von über 35
sozialen Organisationen, sowie Bildungs- und Forschungseinrichtungen aktiv. Sie thematisiert Hintergründe und Ursachen,
Daten und Fakten, Strategien und Maßnahmen gegen Armut
und soziale Ausgrenzung in Österreich. Gemeinsam mit Armutsbetroffenen engagiert sie sich für die Verbesserung von
deren Lebenssituation.
Die in der Armutskonferenz zusammengeschlossenen sozialen Organisationen beraten, unterstützen und begleiten über
500.000 Menschen im Jahr. Alle Infos: www.armutskonferenz.at
lem auch im Diskurs. Scheidung
ist heute nicht mehr automatisch
eine Armutsfalle. Leider trifft das
beim Thema Alleinerziehende
noch nicht zu. Ich orte auf gesellschaftlicher Ebene eine Entwicklung hin zu mehr Toleranz, aber
sozialpolitisch wurde noch nicht
nachgezogen.
ZAHLEN, FAKTEN, DATEN
Armut in Zahlen:
• 12,6 Prozent der ÖsterreicherInnen gelten
als armutsgefährdet. Ihr Haushaltseinkommen beträgt weniger als 60 Prozent des
Medians. Für einen Einpersonenhaushalt
sind das weniger als 1.066 Euro, für eine
Familie mit zwei Kindern weniger als
2.238 Euro im Monat. (EU SILC 2011)
• 568.000 Frauen (13%) sind laut jüngsten
Daten der Statistik Austria von Einkommensarmut betroffen. Knapp die Hälfte
davon lebt in akuter Armut und damit mit
massiven Einschränkungen in zentralen
Lebensbereichen.
• Sieben Merkmale definiert ein nationaler
Katalog, um soziale Eingliederung zu erfassen. Gefragt wird, ob man es sich leisten
kann, die Wohnung warm zu halten, regelmäßige Zahlungen zu begleichen, zum Arzt
zu gehen, unerwartete Ausgaben zu zahlen,
neue Kleidung und nahrhafte Lebensmittel
zu kaufen oder Freunde zum Essen einzuladen. Wenn mindestens zwei Mal „Nein“
geantwortet wird, gilt man als „finanziell
depriviert“. (Sozialbericht 2011–12)
• 1,4 Millionen Menschen sind in Österreich
ausgrenzungsgefährdet. Sie sind durch ein
niedriges Einkommen armutsgefährdet,
gelten als materiell depriviert oder leben in
einem Haushalt, der von Erwerbslosigkeit
betroffen ist. Zwischen 2008 und 2011
sank dieser Wert trotz Wirtschaftskrise.
(EU-SILC 2011)
• 9,7 Prozent oder 781.000 Menschen gelten
nach den nationalen Indikatoren als
„verfestigt finanziell depriviert“. Auf sie
trifft die Definition „finanziell depriviert“
mindestens zwei Jahre am Stück zu. Diese
Zahl hat sich seit 2005 etwa verdoppelt.
(Sozialbericht 2011–12)
MAGAZIN IF 3/2014 5
30-Stunden-Woche und
1500 Euro Mindestlohn
Arbeitszeitreduktion und die Anhebung von Einkommen vermindern Armut und fördern Geschlechterdemokratie. Dessen ist sich die Politikwissenschafterin Alexandra
Weiss sicher. Auch der österreichische Sozialstaat und die Bewertung von Arbeit
müssen überdacht werden, wenn Armut bekämpft werden soll.
Foto: Weiss
„Seit mehr als fünfzehn Jahren
gibt es eine Armutsberichterstattung. Das genügt nicht, es braucht
eine qualitative Auseinandersetzung mit den Lebensbedingungen
der Menschen“, fordert Alexandra
Weiss. „In der Auseinandersetzung
mit Armut und ihren Ursachen hat
sich vieles verschoben“, sagt sie
und betont, dass es einen Trend
hin zur Individualisierung sozialer
Problemlagen gebe. „Die strukturellen Ursachen von Armut geraten damit aus dem Blick.“
Weiss beschäftigt sich seit langem
mit Arbeit und Armut sowie deren
geschlechtsspezifischen Ursachen.
Dabei sind drei Ebenen von Bedeutung: Arbeit und Einkommen,
wohlfahrtsstaatliche Politik sowie
die individuelle Ebene der Geschlechterverhältnisse.
Alexandra Weiss,
geb. 1971, Politikwissenschafterin, arbeitet
als freie Wissenschafterin und Hochschullektorin, seit 2006 halbtags beschäftigt im
Büro für Gleichstellung und Gender Studies
der Universität Innsbruck.
Weitere Informationen: www.a-weiss.net/
1. Arbeit und Einkommen: Die
Einkommen der abhängig Beschäftigten sind in den letzten
Jahren kontinuierlich gesunken. Etwa sechs Prozent der
Erwerbstätigen sind Working
Poor, also trotz Erwerbsarbeit arm oder armutsgefährdet.
Frauen und MigrantInnen sind
davon besonders betroffen, sie
stellen den Großteil der NiedriglohnempfängerInnen in Österreich. Die Deregulierung von
Arbeitsverhältnissen und Arbeitsformen mit wenig bis gar
keiner sozialen Absicherung
haben wesentlich zur erhöhten
Armutsgefährdung beigetragen.
2. Wohlfahrtsstaaten: Soziale Sicherheit als grundlegender Wert
in unserer Gesellschaft wird
zunehmend zugunsten einer Eigenverantwortungslogik aufgegeben. „Der Staat fährt die Sozialleistungen in dem Moment
zurück, wo sie vermehrt gebraucht würden“, erkennt Weiss.
Das ist besonders bei der zunehmenden Arbeitsmarktintegration
von Frauen problematisch. „Es
ist eine Integration unter prekären Bedingungen.“ Der Sozialstaat muss sich den veränderten
Arbeitsverhältnissen besser anpassen und der Veränderung von
Beziehungs- und Familienformen Rechnung tragen.
3. Geschlechterverhältnisse: Im
Alltag von Beziehungen stellen
sich schnell traditionelle Mus6 MAGAZIN IF 3/2014
ter der Arbeitsverteilung ein,
insbesondere wenn Kinder zu
betreuen oder alte Menschen zu
pflegen sind. „Hier ist auch eine
Verhaltensänderung von Männern gefordert“, verlangt Weiss.
Meist wird ins Treffen geführt,
dass der Einkommensverlust für
die Familie zu groß wäre, würden Männer diese Arbeit übernehmen. Das stimmt sicher oft,
aber nicht immer. Grundsätzlich
stellt sich aber die Frage, warum die sozialen Risiken, die mit
Kinderbetreuung oder Pflege
verbunden sind, ausschließlich
Frauen tragen sollen? Folgen
sind geringe Einkommen, ökonomische Abhängigkeit und/
oder (Alters-)Armut, insbesondere wenn die Beziehung scheitert, was ja immer öfter der Fall
ist.
Es gehe darum, den Zusammenhang zwischen diesen drei Bereichen zu erkennen. Ziel von Politik sollte es sein, dass Frauen und
auch Männer ihr Leben autonom
gestalten können. Dazu braucht es
arbeits- und sozialpolitische Maßnahmen und Bewusstseinsbildung
zur Verteilung der Betreuungsund Erziehungsarbeit.
Mehr soziale Dienste
Wesentlich bei der Bekämpfung
von Armut v.a. von Frauen sind
die Rahmenbedingen, die von der
Politik in der Kinderbetreuung und
der Pflege gesetzt werden. „Der-
zeit wird im österreichischen Sozialsystem aber viel mehr Geld für
monetäre Transferleistungen ausgegeben als für soziale Dienste.“
Das führt dazu, dass Frauen im Zugang zum Arbeitsmarkt und damit
zu eigenständiger Existenzsicherung benachteiligt sind aber auch
zu geringen Geburtenraten. Ein
wichtiger Schritt, um dem entgegenzuwirken, wäre, den Schwerpunkt von den Geldleistungen hin
zu sozialen Dienstleistungen zu
verlagern.
Arbeitszeit und Arbeitsbewertung
Ein anderer wesentlicher Struk-
turansatz ist für Weiss die Arbeitszeitverkürzung auf 30 Stunden.
Angesichts der Produktivitätssteigerung der letzten Jahrzehnte
ist dies im Sinne der Verteilungsgerechtigkeit gefordert. „Kürzere
Arbeitszeiten wären aber auch
geschlechterpolitisch sehr interessant.“ Sie könnten der zunehmenden
Teilzeitbeschäftigung
von Frauen entgegenwirken und
eine gerechtere Verteilung von
bezahlter und unbezahlter Arbeit
zwischen den Geschlechtern unterstützen. Wesentlich sei es aber,
auch über die Bewertung von
Frauen- und Männerarbeit nach-
FACTBOX
Märchen und Mythen
Die Arbeitsgruppe „Frauen und Armut“ der Österreichischen
Armutskonferenz hat einige Märchen über die Armutsbetroffenheit von Frauen gesammelt und ihren mangelnden Wahrheitsgehalt aufgezeigt:
1. Märchen: In Österreich ist niemand arm. Wahr ist: Das Armutsrisiko ist
nicht für alle Frauen gleich groß. Alleinerzieherinnen und Migrantinnen sind
stärker von Armut bedroht.
2. Märchen: Frauen haben heutzutage die gleichen Chancen wie Männer und
verdienen auch gleich viel. Wahr ist: Frauen verdienen im Durchschnitt rund
41% weniger als Männer.
3. Märchen: Ein Arbeitsplatz schützt Frauen vor Arbeit. Wahr ist: 11% der Frauen
arbeiten Vollzeit, haben aber trotzdem ein Einkommen unter der Armutsgrenze.
4. Märchen: Migrantinnen nehmen uns die Arbeit weg! Sie profitieren am
meisten von unserem Sozialsystem. Wahr ist: MigrantInnen sind weit häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen (schlechte Arbeitsbedingungen, schlechte
Bezahlung). Dürfen sie nicht legal arbeiten, versuchen sie in nicht abgesicherten Arbeitsverhältnissen ihren Lebensunterhalt zu sichern.
5. Märchen: Das Kinderbetreuungsgeld schafft Wahlfreiheit für Frauen.
Wahr ist: Um wirklich „wählen“ zu können, fehlt es an qualitätsvollen und
erschwinglichen Kinderbetreuungseinrichtungen und an einer umfassenden
Unterstützung beim Wiedereinstieg.
6. Märchen: Obdachlose Frauen gibt es nicht. Wahr ist: In „Zweckbeziehungen“ nehmen Frauen oft Gewalt, sexuelle Ausbeutung und verschiedenste
Abhängigkeiten auf sich, um nicht auf der Straße zu landen. Aus Scham
sprechen sie jedoch nicht darüber.
7. Märchen: Frauen sind im Alter über den Ehepartner bzw. die Witwenpension
gut abgesichert. Wahr ist: 13 Prozent der Frauen ab 60 Jahren haben weder
eine eigene noch eine Witwenpension.
zudenken. „Dass z.B. Pflegearbeit
geringer bewertet wird als die Arbeit eines Technikers, ist rational
nicht begründbar“, sagt die Politikwissenschafterin.
ZAHLEN, FAKTEN, DATEN
Weniger arbeiten
Seit vielen Jahren fordern die Frauen der
Armutskonferenz eine generelle Arbeitszeitverkürzung. Zur Diskussion stehen vielfältige
Modelle, wie etwa die Verkürzung der Lebensarbeitszeit durch verschiedene „Auszeiten“,
etwa Sabbaticals, Bildungszeiten, Erziehungszeiten, etc. oder früheren Pensionsantritt, eine jährliche Arbeitszeitverkürzung
z.B. durch eine weitere Urlaubswoche oder
Bildungsfreistellung, aber auch wöchentliche
und tägliche Arbeitszeitverkürzung durch
Reduzierung der Normalarbeitszeit.
Zu erwarten wäre davon eine mehrfache
Verteilungswirkung, nämlich hinsichtlich
der Verteilung von bezahlter Arbeit zwischen
(jetzt) Erwerbstätigen und (jetzt) Erwerbsarbeitslosen (bzw. geringfügig/Teilzeitbeschäftigten), der Verteilung von bezahlter
und unbezahlter (Haus- und Familien-)
Arbeit zwischen den Geschlechtern und einer
gerechteren Verteilung zwischen Kapital (Unternehmungen) und Arbeit (Erwerbstätige),
die selbstverständlich durch weitere „flankierende“ Maßnahmen (Kinderbetreuung,
Beseitigung der Einkommensdiskriminierung
von Frauen, Steuersystem, …) voranzutreiben wäre.
Quelle: Michaela Moser, Von Frauenarmut und von gutem Frauenleben
TIPP: Hosentaschenbuch „Armut &
Armutsbekämpfung in Österreich“.
Das Hosentaschenbuch der Armutskonferenz
liefert kurze Antworten auf kritische Fragen
zum Thema Armut. Das Buch im praktischen
„Pixi-Format“ steht als PDF zum Download
zur Verfügung (www.armutskonferenz.at).
Das Büchlein wie auch andere Publikationen
der Armutskonferenz werden auch zugeschickt.
Bestellungen:
office@armutskonferenz.at
MAGAZIN IF 3/2014 7
SALZBURG
Wenn Verhütung misslingt
Studie als wichtiger Beitrag rund um den Schwangerschaftsabbruch
Foto: Fotolia
Auffällig ist, dass viele
Frauen in der konkreten
Entstehungssituation der
ungewollten Schwangerschaft nicht verhütet haben
(47 Prozent). Das ist ein
überraschendes
Ergebnis der aktuellen Studie „Wenn Verhütung
misslingt ...“. Die Studie wurde im Auftrag
des Frauenressorts des
Landes Salzburg und des Bun-
ÖSTERREICH
VORARLBERG
Frauen am Land
Wert-Schätze
Ob in Beruf, Partnerschaft, Familie, beim Wohnen oder beim Geld – in all diesen Bereichen
gibt es viele Dinge, die Mädchen und Frauen
bedenken sollen, wenn sie ihr Leben und ihre
Lebensqualität selbst bestimmen wollen. Auf
langjährigen Erfahrungen und Kooperationen beruhend wurden die wichtigsten Empfehlungen in
knapper Form gesammelt und in Broschürenform
zusammengefasst, handlich, einfach zum Einstecken und Mitnehmen.
Foto: Land Vorarlberg
Bestelladresse: Amt der Vorarlberger Landesregierung, Referat für Frauen und Gleichstellung,
Römerstraße 15, 6900 Bregenz,
Tel. 05574/511-24112,
E-Mail: frauen@vorarlberg.at
Wert-Schätze des Alltags in handlicher Broschürenform.
Zum Titel „Frauen am Land – Potenziale und Perspektiven“ fand im Februar 2014 eine mehrtägige
Tagung an der Universität für Bodenkultur in Wien
statt. Nun ist das Buch dazu erschienen. Die Beiträge
aus Deutschland, Österreich und der Schweiz
dokumentieren sowohl
die Brisanz als auch die
Bedeutung, die den Potenzialen und Perspektiven von Frauen sowie
den Geschlechterverhältnissen in ländlichen
Regionen zukommen.
Sie weisen auf Basis
wissenschaftlicher Analysen auf Problemlagen
hin und fordern zu lösungsorientiertem Handeln auf.
DER TIPP:
Manuela Larcher/Theresia Oedl-Wieser/Mathilde
Schmitt/Gertraud Seiser (Hrsg.) „Frauen am Land
– Potentiale und Perspektiven“, 264 Seiten, mit
zahlreichen Grafiken und Abbildungen, 26,90 Euro,
ISBN 978-3-7065-5315-5.
Foto: Enercon
Potenziale und Perspektiven
Tipps für Frauen zur Lebensgestaltung
8 MAGAZIN IF 3/2014
desministeriums für Gesundheit erstellt. Sie nähert
sich dem Schwangerschaftsabbruch von zwei Seiten. So wurden mehr als 500 Frauen selber befragt
und auch ExpertInnen. „Diese aktuellen Daten
und Fakten zu ungewollten Schwangerschaften
zeigen einmal mehr, wie bedeutsam die Anwendung wirksamer Verhütung ist und wie hoch der
Informationsbedarf vor allem auch unter erwachsenen Frauen bzw. Paaren mit Kindern ist“, betont
Projektleiterin Petra Schweiger, Psychologin im
Frauengesundheitszentrum ISIS. Download auf
der Webseite des Frauengesundheitszentrums ISIS
unter: www.frauengesundheitszentrum-isis.at
Festgäste mit Frauenlandesrätin Verena Dunst (4. v. l.) bei der Eröffnung der
ersten Frauenbibliothek im Burgenland.
Foto: Frauen für Frauen Oberwart
BURGENLAND
Foto: Zoller
Frida eröffnet Chancen
25 Jahre Frauenberatungsstelle Oberwart und Eröffnung der
Frauenbibliothek Frida
Birgitt Drewes
Chefredakteurin
Verbotene Fragen
Mit der Eröffnung der Frida Frauenbibliothek, der ersten öffentlichen Frauenbibliothek des Burgenlandes, feierte „Frauen für Frauen
Burgenland“ das 25-Jahr-Jubiläum der Frauenberatungsstelle Oberwart. Zu den GratulantInnen, die gemeinsam mit Bibliotheksleiterin
Kirsti Grönroos das Kreppband durchschnitten, gehörten LR Helmut Bieler, Frauenlandesrätin Verena Dunst, BR Walter Temmel,
die Landessprecherin der Grünen Burgenland Regina Petrik und der
Bürgermeister der Stadtgemeinde Oberwart, Georg Rosner. Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek lobt die neue Frauenbibliothek
in ihrem Brief: „Bildung, vor allem der niederschwellige Zugang
und das Prinzip des Lebenslangen Lernens, hat für mich als Bildungs- und Frauenministerin eine zentrale Bedeutung zur Förderung
von Gleichstellung zwischen Frauen und Männern. Denn Bildung
eröffnet Chancen, weitet Horizonte und fördert die eigenständige
Lebensgestaltung in unserer Gesellschaft.“
Frauenbibliothek Frida, Prinz-Eugen-Straße 12, 7400 Oberwart,
Öffnungszeiten: Di u. Mi, 13 bis 16 Uhr, Sa, 9 bis 12 Uhr
OBERÖSTERREICH
Frauenförderung rechnet sich
Foto: Land OÖ
Land OÖ veröffentlicht Leitfaden zur Vereinbarkeit
Betriebe profitieren vom Kompetenzmix durch gezielte Personalplanung von Männern und Frauen. Wenn Frauen mehr als bisher
ihre Kompetenz in Arbeitsprozesse einbringen sollen, braucht es ein
durchdachtes Konzept, damit Beruf und Privatleben gut unter einen
Hut zu bringen sind. Wie man Frauenförderung gezielt für das eigene Unternehmen planen und umsetzen kann, zeigt der neue Leitfaden „Kompass für Frauen und Unternehmen“. Hier findet man von
der Anleitung zur „Frauenförderung in sieben Schritten“ über Ideen
zum Arbeiten von zu Hause aus bis zu Kinderbetreuung und Karriereförderung wertvolle Denkanstöße. Denn: Frauenförderung ist
in und rechnet sich. Erstellt wurde der Leitfaden vom KOMPASS
Kompetenzzentrum für Karenz und Karriere im Auftrag des Frauenreferates des Landes OÖ.
Download: www.kompass-ooe.at
Präsentieren den Leitfaden
für Frauenförderung:
Landesrätin Doris Hummer (r.)
und KOMPASS-Projektleiterin
Romana Steinmetz.
gIFtig
Neulich beim Vorstellungsgespräch: Der
interviewende Personalverantwortliche sieht
sich die Unterlagen der Bewerberin an und
betrachtet das eingefügte Foto. Plötzlich
die Frage an die Bewerberin, die auf die
Stelle einer Betriebswirtin reagiert hatte:
„Wie oft gehen Sie zum Frisör?“ Völlig vor
den Kopf gestoßen, stolperte die junge Frau
in eine Rechtfertigungsspirale, die sie peinlich errötend zurücklässt. Zu gerne wäre sie
bei der unerwarteten und unerlaubten Frage
souverän geblieben.
Die Frage nach dem Frisör ist ärgerlich und
völlig unnötig, wie viele andere, die an Kandidatinnen gerichtet sind. Die im Sommer
zu früh verstorbene frühere Frauenministerin und Nationalratspräsidentin Barbara
Prammer formulierte es in einem Interview einmal so: „Solange eine junge Frau,
nachdem sie die Ausbildung abgeschlossen
hat, bei Bewerbungsgesprächen gefragt
wird: Haben Sie vor zu heiraten? Haben Sie
vor, Kinder zu bekommen? Und solange sie
benachteiligt wird, wenn sie diese Fragen
bejaht, müssen wir dagegen arbeiten. Auch
solange eine Wiedereinsteigerin gefragt
wird, was sie mit den Kindern macht, wenn
die kranke sind – und Männer das nicht
gefragt werden.“ Fragen, die sich auf die
Intimsphäre von Arbeitnehmern beziehen,
dürfen nicht gestellt werden. Darunter
fallen Fragen nach Schwangerschaften und
der Familienplanung. Jetzt, wenn wieder
vermehrt Interviews laufen, sollte dies allen
Bewerberinnen wiederholt bewusst gemacht
werden.
Eine junge Frau aus Linz bekommt nun
1000 Euro Schadenersatz, weil sie trotz
idealer Qualifikation für einen Job abgelehnt wurde – aufgrund einer „nicht abgeschlossenen Familienplanung“. Frau darf
und soll sich wehren!
Dipl.-Päd.in Beate Zechmeister
Leiterin Frauenreferat des Landes OÖ
Kontakt: 0732/7720-11851
www.frauenreferat-ooe.at
Mehr Frauen in
Führungspositionen
Mehr als 30 Frauen waren Ende
Juni beim ersten Women & Career
Day im Linzer Bergschlößl. Mit
einem
abwechslungsreichen
Programm richtete sich die LIMAK Austrian Business School
an diesem Powertag speziell an
weibliche Nachwuchsführungskräfte,
Wiedereinsteigerinnen
und Jungunternehmerinnen. Ziel
war, interessierten und weiterbildungsaffinen Frauen Ermutigung
für ihren nächsten Karriereschritt
mitzugeben und sie für Führungspositionen zu stärken. Beim Expert Talk „Gläserne Decke – Was
braucht es, um sie zu durchbrechen?“ wurde wieder einmal klar,
dass Frauen sich noch immer
vielfach in Zurückhaltung üben.
Denn Studien beweisen: Trotz
eines oftmals höheren Leistungspotenzials streben junge Frauen
im Gegensatz zu jungen Männern
seltener Führungspositionen an.
Dass Frauen im Wettbewerb um
die Besetzung von Führungspositionen ihre eigene Leistung im
Durchschnitt geringer einschätzten als Männer, was maßgeblichen Einfluss auf die (verringerten) Aufstiegschancen habe,
belegten die Wissenschaftler des
Bonner Instituts zur Zukunft der
Arbeit (IZA) bereits 2010.
Klar ist: Der wachsende Fachkräftebedarf hebt die Karrierechancen
gut ausgebildeter Frauen. Kein
Unternehmen wird es sich künftig
leisten können, auf die Leistungsfähigkeit qualifizierter Frauen zu
verzichten.
Gelungenes Pilotprojekt zur Ferien-Kinderbetreuung
Die Ferien-Kinderbetreuung ist für berufstätige Eltern immer eine Herausforderung.
Auf Initiative des Arbeitskreises Familienförderung und mit finanzieller Unterstützung
durch das Frauenreferat des Landes wurde an der BH Grieskirchen
heuer erstmals für die Kinder der
BH-Mitarbeitenden in der zweiten Augusthälfte eine Betreuung
durch Tageseltern organisiert.
lnberger
Nutzen Sie also die Chance! Sie sollten wissen, was Ihnen zusteht. In allen
Lebenslagen.
ExpertInnentalk beim Women & Career Day (von links): Dietmar Maier/LT1, Beate Zechmeister/
Frauenreferat, Gerhard Leitner/LIMAK, Andrea Ötsch/Leadershiptrainerin, Günther Singer/LIWEST,
Brigitte Haider/Oberbank, Claudia Major/Greiner Holding.
Kinderbetreuung einmal anders:
Landesrätin Doris Hummer (Mitte),
Bezirkshauptmann Christopf Schweitzer und eine Familienbund-Tagesmutter in lustiger Runde der Ferienkinder.
Foto: Land OÖ, Gri
Viele erfahren derzeit eine Überraschung.
Die ist nicht immer positiv. Es geht um
den aktuellen Pensionskontoauszug. Auszeiten zugunsten der Kinder, Teilzeitarbeit
mit geringem Einkommen oder gescheiterte Beziehungen halten die am Pensionskonto geparkten Rentenansprüche in
moderater Höhe. Was nun?
Es ist wichtig, dass Frauen selbstbestimmt leben. Es ist aber auch wesentlich,
dass Frauen die Folgen ihrer Lebensentscheidungen klar vor Augen haben. Und
dabei auf sich selbst schauen und vorsorgen. Mit einer Veranstaltungsreihe richten
wir im Herbst den Fokus genau darauf:
Was Frauen über ihre Pension wissen
sollten. Mit konkreten Tipps einer Juristin
und eines Pensionsexperten.
Sehr beliebt und gefragt sind unsere
mobilen Frauenberatungstermine in
den Bezirkshauptmannschaften. Informationen in Einzelgesprächen aus erster
Hand zu Karenz, Wiedereinstieg, Pension,
Ehe, Trennung und Scheidung sind Ihnen
sicher. Termine zu beiden Angeboten auf
Seite 12.
Zum Nachlesen finden Sie in der Broschüre Frauen und Geld – eine Beziehung mit
Potenzial viel Wissenswertes zur finanziellen Absicherung. Bitte anfordern oder
downloaden.
Foto: LIMAK
Foto: Land OÖ
Was Frauen
wissen sollten
FRAUENLAND
Foto: Land OÖ
Die Lehrgangsabsolventinnen 2014
beim festlichen Abschlussabend mit
VertreterInnen aus Oberösterreichs
Politik und Wirtschaft.
Frauen fit für Aufsichtsrätinnenmandat
Frauenlandesrätin Doris Hummer brachte es bei der Festansprache Ende Juni auf den Punkt: „Unternehmen, die auch Frauen in
Führungspositionen beschäftigen, sind erfolgreicher!“ Das gilt
auch für die Zusammenstellung von Aufsichtsratsgremien.
Der Anteil an Aufsichtsrätinnen ist mit 13,9 Prozent österreichweit gering. In landesnahen Betrieben Oberösterreichs ist es
seit 2009 gelungen, den Prozentsatz von damals 11 Prozent
auf nunmehr 30 Prozent zu steigern. Um interessierte Frauen in OÖ für Aufsichtsratspositonen zu stärken, hat Frauenlandesrätin Hummer bereits 2010 den Lehrgang „Frauen
in Aufsichtsräten“ ins Leben gerufen. Zehn Teilnehmerinnen
waren heuer im vierten Durchgang zur Teilnahme gezielt ausgewählt worden und bildeten durch ihre unterschiedlichen Ausbil-
dungshintergründe (BWL, Jus, Soziales, etc.) sowie ihre höchst
unterschiedlichen beruflichen Tätigkeiten eine heterogene Gruppe
hochqualifizierter Führungskräfte.
Im achtmonatigen Fortbildungsprogramm brachten die Teilnehmerinnen ihr Know-how in strategischem Management, Bilanzierung und Controlling auf den aktuellsten Stand und erfuhren
darüber hinaus von erfahrenen Aufsichtsräten mehr über die
Aufgaben, Herausforderungen, Rechte und Pflichten, die zu einer
Aufsichtsratsposition gehören.
Neben konkretem Wissenstransfer bot der Lehrgang auch die Gelegenheit, Kontakte zu anderen Führungskräften zu knüpfen und zu
lernen, wie man sich selbst besser in Position bringt.
Serviceangebote für Frauen
Das Frauenreferat des Landes Oberösterreich ist eine moderne, überparteiliche, kunden- und serviceorientierte Einrichtung für Frauen. Übergeordnetes Ziel ist die tatsächliche Chancengleichheit
von Frauen und Männern in allen Lebens- und Arbeitsbereichen.
Frauen- und Familienfreundlichkeit sind betriebswirtschaftlich absolut sinnvolle Investitionen in die Zukunft. Denn Frauen sind am
Arbeitsmarkt bereits jetzt eine entscheidende
Größe mit steigender Tendenz! Die Erhöhung
der weiblichen Erwerbstätigkeit bringt Vorteile für alle. Der aktuelle KOMPASS-Leitfaden
zeigt Unternehmen Wege, wie firmenintern
die Rahmenbedingungen so gestaltet werden
können, dass alle Beschäftigten – Frauen
und Männer – ihre Leistungsfähigkeit und
Leistungsbereitschaft voll entfalten können.
Infobroschüre kostenlos herunterladen unter www.kompass-ooe.at
Im Infoflyer „Frau und Geld“ – eine Beziehung mit Potenzial finden
speziell Frauen wertvolle Hinweise zur finanziellen Absicherung. Von A wie
Absicherung in Lebensgemeinschaft/Ehe über K wie Kinderbetreuungskosten bis Z wie Zukunftschancen. Erhältlich bei allen Frauenberatungsstellen und unter www.frauenreferat-ooe.at.
Kontakt: Frauenreferat des Landes Oberösterreich
Landhausplatz 1, 4021 Linz
Telefon: 0732-7720-11851, www.frauenreferat-ooe.at
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MAGAZIN IF 3/2014 11
Foto: Fotolia
KOMPASS für
Frauen und Unternehmen
Damit Frauenförderung auch in den Regionen spürbar wird, wird viel getan:
• Förderung von 26 Frauenvereinen und Frauenberatungsstellen in OÖ
• Förderung von Frauenprojekten, u.a. zum Thema Karenz, Lebensplanung, Frauen mitten im Leben
• Organisation und Durchführung von Mutmachprogrammen zur Selbststärkung von Frauen:
Frauen in Aufsichtsräten | Überparteiliches Polit-Training | Mentoring für Gemeinderätinnen |
Cross-Mentoring | OÖ Forscherinnen Award | Zukunftsforum OÖ | Girls Day/Girls Day Junior und
MINI | Servicepaket für Alleinerzieherinnen | Workshops für Frauen in den Regionen | Aktionstage
„Mobile Frauenberatungstermine“.
TERMIN.SACHE
Veranstaltungsreihe
Was Frauen über ihre Pension wissen sollten
Frauen unterbrechen ihren Kindern zuliebe ihre Berufstätigkeit, sie sind oft teilzeitbeschäftigt,
manchmal alleinerziehend oder in Berufen mit geringeren Löhnen tätig. All das hat später
Auswirkungen auf ihre Pension. Wie Sie hinsichtlich der Pension agieren und sich rechtzeitig
absichern sollten, das erfahren Sie bei dieser Veranstaltungsreihe.
Profitieren Sie von konkreten Tipps eines Experten der Pensionsversicherungsanstalt und vom
Fachwissen einer Juristin zur Absicherung von Ehe- und Lebensgemeinschaft.
Programm
Termine und Veranstaltungsort:
Talkrunde mit Landesrätin Doris Hummer, VertreterInnen der
Katholischen Frauenbewegung OÖ und der HYPO Oberösterreich.
1. Oktober 2014: Bildungshaus Schloss Puchberg‚ Wels
2. Oktober 2014: Riedberg-Pfarrsaal, Ried im Innkreis
7. Oktober 2014: Bezirkshauptmannschaft Freistadt
8. Oktober 2014: Bezirkshauptmannschaft Vöcklabruck
Impulsreferate:
„Welchen Unterschied macht es für die Pension, verheiratet
zu sein oder nicht?“, Daniela Laherstorfer, Rechtsanwältin
„Chancen und Hürden in Pensionsfragen für Frauen“,
Peter Gerlinger, Pensionsversicherungsanstalt
Beginn ist jeweils um 19 Uhr.
Moderation: Dr.in Christine Haiden
Begrenzte Teilnehmerinnenzahl!
LRin Doris Hummer
Foto: privat
Foto: privat
Foto: Land OÖ
Anmeldung erbeten unter vorsorge@welt-der-frau.at,
Tel. 0732/77 0001 14
Daniela Laherstorfer
Peter Gerlinger
„Mobile Frauenberatungstermine“
zu den Themen Karenz, Wiedereinstieg, Pension,
Scheidung u.v.m.
jeweils ab 11 Uhr,
Terminvereinbarung erbeten unter 0732/7720–11851
oder frauen@ooe.gv.at
Diese Veranstaltung findet in Kooperation mit der Frauenzeitschrift „Welt der Frau“ statt.
Dienstag, 14. Oktober
Freistadt, Perg, Urfahr-Umgebung, Linz (LDZ, Bahnhofplatz 1)
Donnerstag, 16. Oktober
Vöcklabruck, Steyr-Land, Kirchdorf, Gmunden
Dienstag, 21. Oktober
Wels-Land, Rohrbach, Linz-Land
Donnerstag, 23. Oktober
Grieskirchen, Eferding, Braunau, Ried im Innkreis, Schärding
Weitere Termine und genauere Informationen unter www.frauenreferat-ooe.at
Verlagspostamt 4021 Linz
Österreichische Post AG Info.Mail. Entgelt bezahlt
Retouren an Postfach 555, 1008 Wien
Impressum: Medieninhaber und Herausgeber:
Amt der Oberösterreichischen Landesregierung, Direktion Präsidium,
Abt. Präsidium, Frauenreferat, Landhausplatz 1, 4021 Linz;
Redaktion: Mag.a Birgitt Drewes (CRin), Dipl.Päd.in Beate Zechmeister, Cornelia Anderl, BA,
Mag.a Brigitte Maria Gruber. Grafik: HOGA Design.
Druck & Herstellerin: Samson Druck GmbH. Herstellungsort: St. Margarethen
if erscheint 4x im Jahr und dient zur Information der Frau in Oberösterreich.
Auch für Männer geeignet. Oberösterreichweite Auflage: 8000 Stück
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Seele and Geist
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