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15.5.11 — Was die Dinge erzählen — - Museen in der Schweiz

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Handreichung zum Museumstag 2011
15.5.11
—
Was die Dinge
erzählen
—
Museen – unser Gedächtnis
Internationaler Museumstag, Sonntag 15. Mai 2011
WAS DIE DINGE ERZÄHLEN MUSEEN, UNSER GEDÄCHTNIS Der internationale Museumstag 2011 findet am Sonntag 15. Mai statt. Unter dem Slogan „Was die Dinge er‐
zählen“, werden die Museen weltweit aufgefordert, die Beziehung zwischen Objekten und Gedächtnis sicht‐
bar zu machen. Museen sind Orte der Erinnerung ‐ sie sammeln Dinge, an die Erinnerungen geknüpft sind, bewahren diese und machen sie der Öffentlichkeit zugänglich. Diese Kernaufgabe der Museen wird am Museumstag 2011 in den Fokus gerückt: Welche Dinge, Objekte und Erinnerungen sammelt ein Museum und wieso gerade diese? Wie können Objekte für jetzt und später bewahrt werden? Wie werden die Geschichten der Dinge erforscht und wie können diese Geschichten mit den Besuchern geteilt werden? Für eine möglichst gelungene Umsetzung des Museumstages, geben wir Ihnen in diesem Dossier Denkanstös‐
se und schlagen konkrete Ideen und Best‐Practice‐Beispiele vor. PARTNER DES MUSEUMSTAGS 2011 KUVERUM
DIESSEITS
Kommunikationsdesign GbR 2 museums.ch Internationaler Museumstag, Sonntag 15. Mai 2011
WAS DIE DINGE ERZÄHLEN INHALTSVERZEICHNIS 1: Der Anlass ........................................................................................................... 6 Auch eine Schweizer Geschichte: Entstehung des Museumstags ................................................... 6 Die Ziele des Museumstags ........................................................................................................... 6 Nationale Koordination ‐ Lokale Umsetzung ................................................................................. 6 Besucht und beachtet: Fakten zum Museumstag .......................................................................... 7 2: Praktisches zum Museumstag 2011 ..................................................................... 10 Der Rahmen ................................................................................................................................ 10 Wer macht was? .......................................................................................................................... 10 Wie teilnehmen? .......................................................................................................................... 11 Zeitplan des Museumstags 2011: ein Vorschlag ........................................................................... 12 3: Das Thema ........................................................................................................ 14 Gastartikel: Was die Dinge erzählen. Museen, unser Gedächtnis ................................................. 14 Welches Programm anbieten? ...................................................................................................... 17 Ideensammlung für Veranstaltungen ........................................................................................... 17 4: Ein gelungener Museumstag .............................................................................. 24 Die gute Idee verkaufen: Fokus auf Kulturmarketing ................................................................... 24 Vermarkten ‐ aber wie? ............................................................................................................... 25 Marketing für den Museumstag: Beispiele aus der Praxis ............................................................. 26 BILDER Umschlag: Musée d’histoire, Sion Bild 1 und 3: Aargauer Kunsthaus, Aarau Bild 2: VMS‐AMS, Zunfthaus zur Meisen, Zürich; Foto: Heike Grasser Bild 4: Museum zu Allerheiligen, Schaffhausen 3 museums.ch Internationaler Museumstag, Sonntag 15. Mai 2011
WAS DIE DINGE ERZÄHLEN REDAKTION Carmen Kiser, MA Museum Studies MITARBEITER DIESER PUBLIKATION David Vuillaume, Verband der Museen der Schweiz VMS &ICOM Schweiz ‐ Internationaler Museumsrat Nicole Grieve, mediamus, Verband der Fachleute für Bildung und Vermittlung im Museum Lauranne Allemand, mediamus, Verband der Fachleute für Bildung und Vermittlung im Museum Catherine Braunschweig, VMS & ICOM Schweiz Übersetzung: Nicole Grieve, mediamus 4 museums.ch Internationaler Museumstag, Sonntag 15. Mai 2011
WAS DIE DINGE ERZÄHLEN 5 museums.ch Internationaler Museumstag, Sonntag 15. Mai 2011
WAS DIE DINGE ERZÄHLEN 1: DER ANLASS AUCH EINE SCHWEIZER GESCHICHTE: ENTSTEHUNG DES MUSEUMSTAGS Seit 1977 wird in der ganzen Welt der Internationale Museumstag gefeiert. Den gemeinsamen Rahmen bildet das Jahresthema, das vom Internationalen Museumsrat (ICOM) vorgegeben wird. Obwohl die Veranstaltung offiziell erst 2006 in der Schweiz eingeführt wurde, haben Schweizer Museen von Anfang an am Museumstag mitgewirkt. Besonders einflussreich war dabei Fritz Gysin, ehemaliger Direktor des Landesmuseums und eines der Gründungsmitglieder von ICOM. Bereits 1956 machte er den Museumstag zu einem der wichtigsten Dossiers des neu gegründeten Schweizer Komitees des Internationalen Museumsra‐
tes (ICOM Schweiz). Heute wird der Museumstag in der Schweiz vom VMS, dem Verband der Museen der Schweiz, zusammen mit ICOM Schweiz koordiniert. DIE ZIELE DES MUSEUMSTAGS Ziel des internationalen Museumstages ist, auf das breite Spektrum der Museumsarbeit und die thematische Vielfalt der Museen in der Schweiz aufmerksam zu machen. Im Rahmen des gemeinsamen Jahresthemas weisen Museen auf die Bedeutung ihrer Arbeit als Beitrag zum kulturellen und gesellschaftlichen Leben hin. Gleichzeitig bietet der Anlass Museen die Möglichkeit, sich mit anderen Institutionen zu vernetzen und gemeinsame Angebote zu realisieren. Für Besucher und Besucherinnen ist der Museumstag eine Gelegenheit, die Museen der Schweiz besser ken‐
nen zu lernen, Neuem zu begegnen und die kulturelle Vielfalt zu feiern. Der Museumstag ist die einzige national durchgeführte Museumsveranstaltung. NATIONALE KOORDINATION ‐ LOKALE UMSETZUNG Auf nationaler Ebene wird der internationale Museumstag vom VMS, dem Verband der Museen der Schweiz, zusammen mit ICOM Schweiz ‐ Internationaler Museumsrat koordiniert. Die nationale Koordinationsstelle definiert den Rahmen für den Museumstag in der Schweiz und unterstützt die Museen bei der Umsetzung ihrer Programme. Zwei Punkte sind der nationalen Koordination besonders wichtig: •
Lokale und regionale Vernetzung: Gemeinsam sind wir stärker. Deshalb lohnt es sich, sich zu loka‐
len oder regionalen Kooperationen zusammenzuschliessen, die am Museumstag gemeinsam auftre‐
ten. Das Ziel ist eine stärkere Vernetzung der Museen untereinander ‐ auch über den Museumstag hinaus. Hinweise, wie solche Kooperationen zustande kommen können, finden Sie im vierten Teil dieser Handreichung und, ausführlicher, in der Handreichung zum Museumstag 2010. 6 museums.ch Internationaler Museumstag, Sonntag 15. Mai 2011
WAS DIE DINGE ERZÄHLEN •
Starker lokaler Auftritt: Obwohl national durchgeführt, ist der Museumstag vor allem ein regionaler bzw. lokaler Anlass. Die nationale Koordination bleibt eine schlanke Struktur, die gemäss ihrer Mög‐
lichkeiten die Rahmenbedingungen für einen erfolgreichen Museumstag setzt. Die Museen und regi‐
onalen Kooperationen haben grosse Autonomie bei der selbstständigen Planung und Durchführung des Museumstags. Hinweise zur Kommunikation Ihrer Veranstaltung finden Sie im vierten Teil dieser Handreichung. BESUCHT UND BEACHTET: FAKTEN ZUM MUSEUMSTAG Nach einem fulminanten Start im 2006 hat sich der Museumstag in den letzten fünf Jahren als wichtige Veran‐
staltung im Schweizer Jahreskalender etabliert. Jährlich öffnen bis zu 200 Museen ihre Türen und bieten einer Vielzahl interessierter Besucher und Besucherinnen ein breites Veranstaltungsangebot. Die ohnehin starke Präsenz des Museumstags in den Medien wird seit 2008 Jahr für Jahr weiter ausgebaut. Museen und Medien
600
500
400
300
200
100
0
2006
2007
2008
Teilnehmende Museen
2009
2010
Medienbeiträge
7 museums.ch Internationaler Museumstag, Sonntag 15. Mai 2011
WAS DIE DINGE ERZÄHLEN Besucher und Besucherinnen
50000
40000
30000
20000
10000
0
2006
2007
2008
2009
2010
Anzahl Besucher und Besucherinnen
Dass der Museumstag ein sehr erfolgreicher Anlass ist zeigen, neben den erfreulichen Zahlen, die fast durch‐
wegs positiven Rückmeldungen von Besuchern und Besucherinnen und natürlich von den Museumsleuten. Es war eine Freude, so viele zufriedene Ge‐
sichter zu sehen! Museum Langmatt, Baden Wir wurden überrascht von der grossen An‐
zahl Besucher, da wir am Sonntag übli‐
cherweise nicht geöffnet haben. Patek Philippe Museum , Genf Eine sehr gute Idee, die Leute anzuregen ins Museum zu gehen! Forum Schlossplatz, Aarau Es kamen viele Familien, die auch Wieder‐
kommen wollen: auf unser Haus konnte aufmerksam gemacht werden. Ritterhaus Bubikon, Bubikon Die Kommentare der Besucher waren über‐
aus positiv. Naturmuseum Olten Wir konnten neue Publika ansprechen. Laténium, Hauterive Neuenburg Die Bevölkerung zeigte grosses Interesse. Museo cantonale di storia naturale, Luga‐
no Sehr gute Stimmung, lange Verweildauer! Schloss Heidegg, Gelfingen Ein Nachmittag, der sicher nicht spurlos vorbeiging! POINT JAUNE Museum, St. Gallen 8 museums.ch Internationaler Museumstag, Sonntag 15. Mai 2011
WAS DIE DINGE ERZÄHLEN 9 museums.ch Internationaler Museumstag, Sonntag 15. Mai 2011
WAS DIE DINGE ERZÄHLEN 2: PRAKTISCHES ZUM MUSEUMSTAG 2011 DER RAHMEN Datum Der Museumstag 2011 findet am Sonntag, 15. Mai statt. Thema Der Internationale Museumsrat empfiehlt, die Beziehung zwischen Objekten und Gedächtnis sichtbar zu ma‐
chen (Museums and Memory). Deshalb wird der Museumstag in der Schweiz unter dem Slogan Was die Dinge erzählen. Museen, unser Gedächtnis begangen. WER MACHT WAS? Die nationale Koordinationsstelle nimmt folgende Aufgaben wahr: •
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Festlegung des Slogans zum von ICOM gewählten Jahresthema Herausgabe der Handreichung zum Museumstag Suche von nationalen Werbe‐ und Verteilpartnern Unterstützung der Museen und regionalen Koordinationen bei der Planung des Tages Koordination der Anmeldungen zum Museumstag Online‐Publikation des nationalen Programms (museums.ch) Kreation von nationalem Logo zum Download für Museen Produktion des Werbematerials für die nationalen Partner (Karten in drei Sprachen) und, als Zu‐
satzleistung, für die Museen Medienkommunikation auf nationaler Ebene (Presseagenturen, nationale Medienkanäle); natio‐
nale Medienmitteilungen werden Museen für ihre eigene Medienarbeit zur Verfügung gestellt Evaluation des Tages und Besucherstatistik Folgende Aufgaben haben die einzelnen Museen, Museumsgruppen oder regionalen Koordinationen: •
•
•
•
Konzeption und Durchführung einer Veranstaltung am 15. Mai in Zusammenhang mit dem Jah‐
resthema Publikation dieses Programms auf der Online‐Datenbank der Website www.museums.ch (dies gilt als Anmeldung für den Museumstag) Die eigenen Veranstaltungen dem Publikum kommunizieren Vernetzung mit anderen Institutionen in der Region, um Synergien zu nutzen 10 museums.ch Internationaler Museumstag, Sonntag 15. Mai 2011
WAS DIE DINGE ERZÄHLEN WIE TEILNEHMEN? 1.
2.
3.
Das Thema kreativ umsetzen Finden Sie eine gute Idee für eine Veranstaltung, die zum Jahresthema passt (Vorschläge finden Sie im dritten Teil dieser Handreichung) und planen Sie deren Umsetzung. Einloggen und anmelden Benutzen Sie die Login‐Daten der VMS‐Datenbank, um ihr Museum auf der Website www.museums.ch/ Fachleute für den Museumstag anzumelden und ihr Programm zu publizieren (ab 31. Januar). Das Pro‐
gramm aller Museen wird am 15. März online veröffentlicht. Nur Basispaket oder zusätzliche Angebote nutzen? Entscheiden Sie, ob Sie zusätzlich zum Basispaket (CHF 50.‐, für Aargauer Museen wird diese Gebühr vom Kanton übernommen) von den weiteren Angeboten der nationalen Koordinationsstelle profitieren möch‐
ten. + DAS BASISPAKET FÜR CHF 50.‐ beinhaltet ‐ diese Handreichung INDIVIDUELLE PROGRAMMKARTEN Bis 15. März 2011 können auf www.museums.ch/Fachleute Karten (D, F oder I) mit Ihrem Programm auf der Rückseite bei der nationalen Koordina‐
tion bestellt werden. Ausgeliefert wer‐
den die Karten am 15. April. ‐ Online‐Publikation Ihres Programms Preise: 200 Karten ‐ CHF 100.‐ 400 Karten ‐ CHF 200.‐ 600 Karten ‐ CHF 250.‐ 800 Karten ‐ CHF 300.‐ 1000 Karten ‐ CHF 350.‐ ‐ 10 gelbe Luftballons mit museums.ch‐Logo ‐ freier Download der Elemente der Museumstags‐
Grafik für Ihr eigenes Werbematerial (Benutzung des Museumstag‐Logos auf Werbema‐
terialien ist obligatorisch) + ‐ nationale PR‐Massnahmen durch die Koordina‐
tionsstelle ‐ gesamtschweizerisches Medienmonitoring MUSEUMS.CH‐LUFTBALLONS Gelbe museums.ch‐Luftballons können bei der nationalen Koordination bestellt werden. Preis Pro 100 Ballons ‐ CHF 20.‐ 11 museums.ch Internationaler Museumstag, Sonntag 15. Mai 2011
WAS DIE DINGE ERZÄHLEN ZEITPLAN DES MUSEUMSTAGS 2011: EIN VORSCHLAG September 2010 Bekanntgabe des Themas (im Newsletter VMS & ICOM Schweiz) Dezember 2010 Erhalt der Handreichung zum Museumstag 2011 Bis Februar 2011 Suche von Kooperationspartnern in der Region und erstes Treffen Ausarbeitung eines Programms zum Thema Was die Dinge erzählen. Museen, unser Gedächtnis 31. Januar bis 14. März 2011 Anmeldung (online) zum internationalen Museumstag 2011 März 2011 Planung der Kommunikationsmassnahmen für den Museumstag Download vom Museumstag‐Logo für den Druck von Werbematerial April 2011 Umsetzung der Kommunikationsmassnahmen Planung des Tages Mai 2011 regionale und lokale Medienarbeit 15. Mai 2011 Durchführung des Museumstags! Ende Mai 2011 Ausfüllen der Evaluation und Statistik für die nationale Koordination Juni 2011 Auswertungstreffen mit den Kooperationspartnern 12 museums.ch Internationaler Museumstag, Sonntag 15. Mai 2011
WAS DIE DINGE ERZÄHLEN 13 museums.ch Internationaler Museumstag, Sonntag 15. Mai 2011
WAS DIE DINGE ERZÄHLEN 3: DAS THEMA Für den internationalen Museumstag 2011 hat ICOM das Thema Museums and Memory (Museen, unser Ge‐
dächtnis) gewählt. Damit wird darauf hingewiesen, dass die Bewahrung des menschlichen Kulturerbes ein wichtiger Aspekt der Museumsarbeit ist. Zusammen mit der UNESCO bemüht sich ICOM darum, die Öffent‐
lichkeit auf schützenswertes Weltkulturerbe aufmerksam zu machen und diese Schätze auch für zukünftige Generationen zu erhalten. Die Museen begehen den Museumstag unter dem Slogan Was die Dinge erzählen. Museen, unser Gedächtnis. Museen sind Orte der Erinnerung ‐ sie sammeln Erinnerungen beziehungsweise Dinge, an die Erinnerungen geknüpft sind, bewahren diese und machen sie der Öffentlichkeit zugänglich. Diese Kernaufgabe der Museen wird am Museumstag 2011 in den Fokus gerückt: Welche Dinge, Objekte und Erinnerungen sammelt ein Mu‐
seum und wieso gerade diese? Wie können Objekte für jetzt und später bewahrt werden? Wie werden die Geschichten der Dinge erforscht und wie können diese Geschichten mit den Besuchern geteilt werden? Der Museumstag bietet Ihnen Gelegenheit, die Besucher hinter die Museumskulissen blicken zu lassen ‐ zei‐
gen Sie, was sich alles in Ihrer Sammlung befindet, lassen Sie den Restaurator erzählen, erklären Sie Ihr Vor‐
gehen beim Sammeln, Bewahren und Ausstellen und reflektieren Sie, wie Sie Begegnungen von Objekten und dem Publikum ermöglichen. Und vor allem: Lassen Sie die Dinge in Ihrem Museum sprechen und ihre Ge‐
schichte(n) erzählen und setzen Sie damit Erinnerungsprozesse in den Besuchern in Gang! GASTARTIKEL: WAS DIE DINGE ERZÄHLEN. MUSEEN, UNSER GEDÄCHTNIS Von Lauranne Allemand und Nicole Grieve Vom Souvenir zur Sammlung Eine alte Glocke, prächtige Roben, geprägte Holzschilder, ein Gemälde... Die Objekte in unseren Museen sind mal überraschend, mal faszinierend. Jedes hat eine besondere Geschichte, die es, oft auf verschlungenen Pfaden, zu einem Teil der Sammlung eines bestimmten Museums gemacht hat. Die Objekte werden sorgfältig konserviert, nachdem sie inventarisiert wurden. Im Rahmen einer temporären oder einer Dauerausstellung präsentiert, werden die Objekte in einen Diskurs eingebunden, ermöglichen es, Sinn zu schaffen und erzählen den Museumsbesuchern tausend Geschichten. Das Objekt ist ein gegenständlicher Teil der Welt, das den Belastungen der Zeit relativ gut widersteht. Es erschliesst sich auf einfache und direkte Art. Daher eignet es sich ohne weiteres als Zeuge einer Geschichte, als Souvenir: der Urlauber bringt Muscheln mit nach Hause; die Familienfotos werden gewissenhaft in einem Album gesammelt… Der Mensch hat Objekten gegenüber eine besondere Haltung: bestimmte Objekte möchte er aufbewahren, weil es ihm Freude bereitet diese anzuschauen, zu zeigen, sogar zu studieren. Im Westen hat das Sammeln von Objekten eine besondere kulturelle Dimension angenommen, da es das Phänomen Museum begründet hat. Das Museum erlaubt, Objekte, welche als erinnerungswürdig befunden werden, zu bewahren, einzuordnen und weiterzugeben und in diesem Sinne wurde seine Mission definiert. [1]. 14 museums.ch Internationaler Museumstag, Sonntag 15. Mai 2011
WAS DIE DINGE ERZÄHLEN Museumsobjekte, Erinnerungskapseln ? Das Objekt steht im Zentrum aller Museumsaktivität, es ist sein Ursprung und sein Ziel. Indem das Objekt sich in die Sammlung eines Museums eingliedert und den Besuchern präsentiert wird, spielt es die Rolle eines Bedeutungsträgers, eines „Semiophors“ [2], die es ihm erlaubt, die reale Welt (die Welt der heutigen Besucher) und die Welt, aus der es kommt oder die es repräsentiert (üblicherweise verschwunden oder verändert, also nicht sichtbar) in Verbindung zu bringen. Das Objekt scheint ein direkter, nahezu unversehrter Zeuge einer historischen oder gemeinschaftlichen Vergangenheit zu sein. Deshalb betrachtet der Besucher das Objekt auch als glaubwürdige Informationsquelle. Objekte ermöglichen die Verdeutlichung der Geschichte, die Sakralisation, das ästhetische oder emotionale Erlebnis, die Debatte und die ideologische Manipulation. Sie sind also aus mindestens drei Gründen keineswegs nur simple Verwahrer des historischen Gedächtnisses: •
Das Objekt wird aus einem bewussten Entscheid heraus zum erinnerungwürdigen Museumsobjekt. •
Das Objekt wird aus seinem historischen Kontext herausgenommen: die Erinnerung an seine Herstellung, die Gesten in Zusammenhang mit seiner Benutzung, die mit ihm assoziierte Vorstellungswelt muss wach gerufen und dekodiert werden. •
Das Objekt wird in einen institutionellen Diskurs eingebunden, welcher Werte transportiert (die sich mit der Zeit verändern). Die Museumsbesucher wiederum betrachten und verstehen das Kulturgut des Museums auf der Basis ihres persönlichen Hintergrundes. Im Rahmen der « muséologie de la rupture » wie sie 1980 im ethnographischen Museum Neuchâtel vorgeschlagen wurde, hat Jacques Hainard einen neuen und fragenden Blick auf die Bedeutung des Objekts geworfen. Wo befindet sie sich? Im Objekt ? Im Kopf des Besuchers oder des Kurators ? Hainard sieht das Objekt wie ein Wort das, in der Gegenüberstellung mit anderen, die Entstehung eines Diskurses erlaubt [3]. Was Besucher und Objekt verbindet ist folglich nicht mehr eine genussvolle Beziehung. Das Objekt wird desakralisiert, um eine neue Lesart zu erlauben, was dem Besucher eine neue, eigenständige Sichtweise ermöglicht. Seinen Auftrag der Erinnerungsarbeit beibehaltend, hat sich das Museum zunehmend vom zu starken Einfluss des Objekts gelöst, um den Besucher ins Zentrum seines Handelns zu rücken. Seit einigen Jahren hat eine Vielzahl von musealen Institiutionen die Museologie der Objekte zugunsten der Erlebnis‐Museologie aufgegeben [4]. In den Ausstellungen ist das Objekt nicht mehr bloss Wissensträger oder Quelle von Genuss und Erbauung, sondern es wird benutzt, um eine bestimmte Thematik zu inszenieren. Das Museum sieht sich als lebendigen Ort ; es macht seine Erinnerungen zugänglich indem es zum Explorieren einlädt und dadurch die Sinne und den Verstand der Besucher anspricht. Vom Ort der Anhäufung von Kulturgut wird das Museum also zum sozialen Akteur. Museen und Gedächtnis, eine komplexe Beziehung Das Trio „Museum“ – „Bibliothek“ – „Erinnerung“ lässt seit seiner Entstehung, die auf die Bibliothek von Alexandria zurückgeht, drei grundlegende Aspekte des musealen Gedächtnisses [5] anklingen: •
Das Sammeln eines Kulturerbes und die Rekonstruktion seines ursprünglichen Kontexts. •
Seine Inszenierung im Dienste eines vorherrschenden Diskurses sowie die Erfassung des Kulturerbes der dominierten oder benachbarten Kulturen. Es handelt sich also um eine aktive und 15 museums.ch Internationaler Museumstag, Sonntag 15. Mai 2011
WAS DIE DINGE ERZÄHLEN gemeinschaftliche Erinnerungsarbeit. •
Dazu kommt, seit der Mitte des 20. Jahrhunderts, die Berücksichtigung des individuellen, des sozialen und des kulturellen Gedächtnisses der Besucher, welche sich dieses Kulturerbe entsprechend ihres eigenen Hintergrundes aneignen. Man kann drei Funktionen der Erinnerungsarbeit unterscheiden, welche die Museen wahrnehmen. Diese Funktionen sind voneinander abhängig und werden je nach Typ und Ausrichtung des Museums anders gewichtet [6]. Erstens sammelt und studiert das Museum das Kulturerbe, dessen ursprünglichen Kontext es zu rekonstruieren versucht. Es geht darum, das gemeinschaftliche Erbe zu schützen und zu vermitteln. Der Besucher wird eingeladen, ins Museum zu kommen, um seine Vergangenheit zu entdecken und zu ergründen. Zweitens inszeniert das Museum sein Kulturerbe und möchte Werte vermitteln. Die Erinnerungsarbeit ist hier eine Konstruktion einer Vergangenheit, welche als « identitätsbildend » dargestellt wird. Das Museum wird also zum Theater der erlebten Erfahrungen oder des Gedenkens. Der Besucher wird eingeladen, ins Museum zu kommen, um das Kulturerbe wieder aufleben zu lassen. Drittens stellt das Museum sein Kulturerbe zur Diskussion und dekonstruiert seinen Diskurs über ebendieses Erbe. Dieser Funktion entspricht die Idee des Museums als öffentlicher Ort, wo Vorstellungswelten und Erinnerungen aufeinander treffen. Die Öffentlichkeit wird eingeladen, ins Museum zu kommen, um aktiv an der Weitergabe ihres Erbes teilzunehmen. Während die Erinnerungen der Öffentlichkeit aufgrund des schnelle Tagesgeschehen, das unsere Zeit charakterisiert, verblassen, verspricht das Museumsobjekt uns mitzunehmen auf eine Reise an einen anderen Ort, in eine andere Zeit, zu anderen Erfahrungen und Werten. Als Teil einer Szenographie, welche den Besucher einbezieht, bietet uns das Objekt die Möglichkeit ungewöhnliche, schöne oder irritierende Geschichten zu hören. Doch darüber hinaus lädt das Objekt auch jeden ein, Stellung zu nehmen zur Geschichte wie sie erzählt wird… [1] « Ein Museum ist eine gemeinnützige, auf Dauer angelegte, der Öffentlichkeit zugängliche Einrichtung im Dienste der Gesellschaft und ihrer Entwicklung, die zu Studien‐, Bildungs‐ und Unterhaltungszwecken materielle und immaterielle Zeugnisse von Menschen und ihrer Umwelt beschafft, bewahrt, erforscht, bekannt macht und ausstellt. » (ICOM Statuten art.3 §.1) [2] POMIAN Krzysztof, Collectionneurs, amateurs et curieux. Paris, Venise. XVIe‐XVIIe siècle, Paris : Gallimard, 1987, pp. 44‐46. [3] HAINARD Jacques, « Le trou : un concept utile pour penser les rapports entre objets et mémoire », in : Objets et mémoire, éd. par Octave Debary, Paris : Maison des Sciences de l’homme, 2007, p. 131. [4] VIEL Annette, « L’objet dans tous ses états. mot / musée / motion », in : L’objet de la muséologie, éd. par P.A. Mariaux, Neuchâtel : Institut d’Histoire de l’art et de Muséologie, 2005, p.68. [5] Es gibt nur wenige Arbeiten zum Thema „Gedächtnis der Menschheit“. CRANE Susan (éd.), Museums and Memory, Stanford: Stanford University Press, 2000 erörtert die Frage in ihrer Einleitung. [6] Siehe z.B. die Typologie von GERVEREAU Laurent, « Avons‐nous besoin de musées d'histoire ? Essai de typologie comparée et perspectives », in : Archives en ligne du colloque « Lieux de mémoire, musée(s) d'histoire(s) », éd. par l’Institut national du patrimoine et Cité de l’architecture et du patrimoine, Paris : 18 et 19 juin 2009. Online : http://mediatheque‐
numerique.inp.fr/index.php/actes_de_colloque (Stand 15.10.2010) 16 museums.ch Internationaler Museumstag, Sonntag 15. Mai 2011
WAS DIE DINGE ERZÄHLEN WELCHES PROGRAMM ANBIETEN? Am Museumstag 2011 weisen die Schweizer Museen mit speziellen Aktivitäten auf ihre Rolle als Orte der Erin‐
nerung hin. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass es einige Punkte zu beachten gilt bei der Ausarbeitung des Programms für den Museumstag. •
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Das Wetter. Von Dauerregen bis Frühsommertemperaturen ist am Museumstag alles möglich. Planen Sie deshalb Aktivitäten, die bei gutem wie schlechtem Wetter durchgeführt werden kön‐
nen. Was ist sonst noch los? Informieren Sie sich frühzeitig über andere Veranstaltungen am gleichen Datum ‐ vielleicht kann eine Kooperation eingegangen werden, statt sich gegenseitig zu konkur‐
renzieren? Weniger ist mehr. Ein zu vielfältiges, kleinteiliges Programm kann Museumsmitarbeiter an ihre Grenzen bringen und das Publikum überfordern. Besser: Konzentrieren Sie sich auf eine oder zwei Zielgruppen, für die Sie eine Spezialaktion innerhalb Ihres regulären Museumsangebots planen. Zeigen, was man hat. Der Museumstag ist auch eine gute Gelegenheit, in etwas festlicherem Rahmen auf neue Ausstellungen, Projekte oder Sammlungsgegenstände aufmerksam zu ma‐
chen. Essen macht zufrieden. Es hat sich bewährt, Verköstigung vor Ort anzubieten ‐ die Leute blei‐
ben länger und ein reger Austausch, auch mit den Museumsleuten, entsteht. IDEENSAMMLUNG FÜR VERANSTALTUNGEN Fehlt Ihnen noch die zündende Idee für Ihr Museumstag‐Programm? Lassen Sie sich von den folgenden Vor‐
schlägen inspirieren. Das was bleibt ‐ Was Museen sammeln und ausstellen •
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Warum dieses Haus, warum diese Sammlung? Im Gespräch mit dem Kurator oder einem Vermittler: Erinnerung an den Ursprung des Museums und seiner Sammlung, Gedanken zu deren Bedeutung für die Gemeinschaft in der Gegenwart und der Zukunft. Führung mit dem Kurator: Was kommt in die Sammlung? Wie wird dies entschieden? Woher kom‐
men die Objekte? Führung mit dem Kurator, dem Restaurator und dem Vermittler: Was kommt in die Ausstellung? Was bleibt in der Reserve? Was wird mit den ausgestellten Objekten vermittelt? Weltkulturerbe: Diskussion darüber, was zum Weltkulturerbe gehört/ gehören soll. Ebenso: Lokales Kulturerbe: Was macht unsere Gemeinschaft aus? Immaterielles Erbe: Wie sammelt, bewahrt und vermittelt man dieses spezifische kollektive Gedächt‐
nis? 17 museums.ch Internationaler Museumstag, Sonntag 15. Mai 2011
WAS DIE DINGE ERZÄHLEN •
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Ramsch oder wertvoll? Besucher bringen ihre „Schätze“, um deren Wert von Museumsfachleuten be‐
urteilen zu lassen. Deren finanzieller Wert: wie Antiques Roadshow (BBC) und ähnliche erfolgreiche Programme, in denen Experten die Erbstücke von Besuchern schätzen. Oder deren kultureller Wert: Anhand welcher Kriterien wird hier beurteilt? Evtl. können die Kriterien, von Kuratoren und Vermitt‐
lern festgelegt, im Voraus bekannt gegeben werden. Oder die Kriterien werden gemeinsam mit den Besuchern erarbeitet. Jeder ein Kurator: Besucher wählen aus einigen ausgestellten Objekten, was sie sammeln/ausstellen würden und wieso. Mein roter Faden der Erinnerung: Die Besucher erstellen einen Zusammenhang zwischen den von ih‐
nen gewählten Objekten und erzählen so, rund um die Gegenstände, ihre eigene Geschichte. Erinnerungsbuch: Besucher gestalten ein Erinnerungsbuch ‐ über ihren Museumsbesuch, diesen spe‐
ziellen Sonntag oder gar ihr ganzes Leben ‐ mit Fotos, Bildern, Texten, das sie an ihre Verwandten und Freunde verschenken können Fast vergessen: Alte Handwerke und Künste für einen Tag wieder aufleben lassen ‐ in Zusammen‐
hang mit der Sammlung oder einem ausgewählten Objekt. Geschicht(en)forschung •
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Der Direktor erzählt: Wie werden Museumsobjekte erforscht, wie erfährt man von ihrer Geschichte? Eine Forschungsstation: Besucher können ausgewählte Objekte selbst erforschen, z.B. anhand eines Steckbriefes, den sie über das Objekt schreiben, anhand von Internetrecherchen, sie bekommen Ein‐
sicht in die Museumsdokumentation... Hilfsmittel der Forschung: in einer Ausstellung werden die Hilfsmittel vorgestellt, anhand derer die Geschichten der Objekte im Museum erforscht werden. Forschungsspiele, z.B. können in der Samlungskartei ähnliche Objekte wie die ausgestellten gesucht werden. Gegenstände als stumme Zeugen vergangener Zeiten, Orte, Kulturen: Wie kann man die Funktion, den Gebrauchskontext, die kulturelle Bedeutung von Objekten rekonstruieren? Fachleute erzählen. Rätselhafte Gegenstände: In einer Führung werden Gegenstände vorgestellt, an deren Ursprung oder Funktion man sich nicht mehr oder nicht genau erinnern kann. Nationales oder lokales Erbe zwischen Geschichte und Ideologie: aufzeigen, wie der Blick auf die Ge‐
genstände oder Monumente auch die Erinnerung an die Vergangenheit (ver)färbt ‐ und wie dieser Blick/ diese Erinnerung sich mit dem Wechsel der Perspektive ändert. Finde den Fehler: In einer Reihe von Gemälden muss die Fälschung gefunden werden; ein Objekt passt zeitlich nicht zu den anderen: welches? Altersbestimmung von Objekten/ Original oder Fälschung? Ein Rundgang mit einer Fachperson Die Tagebücher des...: Wie Tagebücher und Werknotizen helfen, die Arbeit eines Künstlers zu verste‐
hen. 18 museums.ch Internationaler Museumstag, Sonntag 15. Mai 2011
WAS DIE DINGE ERZÄHLEN Kulturelles Erbe bewahren und erhalten •
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Das versteckte Gedächtnis des Museums: Führung durch die Sammlung ‐ für einmal dürfen die Besu‐
cher einen Blick hinter die Kulissen des Museums werfen. Fragen werden beantwortet, z.B. Wozu dienen Reserven? Wann hört man auf zu sammeln? Werden Gegenstände weggeworfen? Werden alle Gegenstände erforscht? Wie vermittelt man diese versteckte Seite des Museums (z.B. online Daten‐
bank der Sammlung)? Erbe weg, Erinnerung weg: Die Wichtigkeit der Restauration von materiellem und immateriellem Er‐
be. Ein Rundgang durch die Werkstatt des Restaurators. Vielleicht dürfen die Besucher sogar selbst Hand anlegen und z.B. ein Gemälde säubern? Das Bewahren unterschiedlicher Materialien: Wie werden Objekte aus Stoff, aus Holz, Bilder konser‐
viert? Unterwegs mit dem Museumstechniker: erklären, wieso Luftfeuchtigkeit wichtig ist, wie sie kontrol‐
liert wird, wie der Alarm funktioniert und wie lange es dauert, bis die Feuerwehr kommt Bitte nicht berühren: der Restaurator erklärt in der Ausstellung, welche Folgen das Berühren von Ob‐
jekten oder das Fotografieren mit Blitz haben kann, am Besten mit Beispielen von in Mitleidenschaft gezogenen Objekten. Finde den Dieb: Das Museum wurde ausgeraubt! Die Besucher folgen den Hinweisen, um das Gemäl‐
de wieder zu finden und erfahren dabei, wie Objekte im Museum vor Diebstahl geschützt werden. Gefälschte historische Zeugnisse: Ausstellung von Fälschungen und Gegenüberstellung mit den Ori‐
ginalen. Die Erinnerungen von Morgen •
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Memory box: Die Besucher stellen Erinnerungskisten her, in die sie Objekte von heute und deren Ge‐
schichten legen. Die Kisten können versiegelt und zum Beispiel in 20 Jahren feierlich geöffnet wer‐
den. Das Museum der Zukunft: Besucher wählen aus kontemporären Objekten, was sie im Museum der Zukunft ausstellen würden. Objekte können mit Klebern markiert oder gleich ausgestellt werden. Die Besucher schreiben die Labels und eventuell Karteikarten dazu. Das Museum der Zukunft II: Jeder Besucher bringt ein Objekt mit, welches ins Museum der Zukunft gehört. Zusammen mit der Erklärung, wieso dieses Objekt erhalten werden soll, wird eine Ausstel‐
lung aller Mitbringsel gestaltet‐ statt mit echten Objekten zu arbeiten kann auch geschrieben oder gezeichnet werden. Betonen, dass die Besucher nicht „alte“ Objekte mitnehmen sollen sondern Ob‐
jekte von jetzt, die sie für zukünftige Generationen erhalten möchten. Das Museums der Zukunft III: Mitgebrachte Gegenstände von Besuchergruppen werden gegenüber‐
gestellt: Was möchten die Enkel aufbewahren? Was die Grosseltern? Und wieso wurden gereade die‐
se Objekte gewählt? Das „Jetzt“ sammeln: Der Kurator erzählt, wie entschieden wird, welche kontemporären Künstler Eingang in die Sammlung finden. 19 museums.ch Internationaler Museumstag, Sonntag 15. Mai 2011
WAS DIE DINGE ERZÄHLEN Die Dinge selbst erzählen lassen •
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Geschichten raten: Objekte werden ohne Beschreibung ausgestellt. Die Besucher erfinden deren Ge‐
schichte ‐ Was ist das? Woher kommt es? Wieso ist es da? Wofür wurde es gebraucht? Wem gehörte es? Geschichten finden: Auf Kärtchen werden die Geschichten einiger Ausstellungsobjekte erzählt, z.B. dieses Schwert wurde in der Schlacht bei Moorgarten benutzt, das Blut an der Klinge zeugt noch da‐
von. Sie gehen auf die Suche nach dem beschriebenen Objekt im Museum. Geschichten mitbringen: Besucher bringen Objekte, z.B. Souvenirs mit, über deren Geschichte(n) ge‐
rätselt werden kann. Die Geschichten der Dinge werden auf Tonband festgehalten. Die Geschichten der Dinge erzählen •
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Grossmama erzählt…: Grosseltern werden angeregt, mit ihren Enkeln das Museum zu besuchen und ihnen mehr über die ausgestellten Objekte aus ihrer Kindheit zu erzählen Ebenso können Museumsleute, Kinder, Migranten und weitere Zielgruppen dem Publikum erzählen, was sie von den ausgestellten Objekten wissen oder bestimmte Objekte in Zusammenhang mit ihrem eigenen kulturellen Hintergrund bringen. Sprechende Bilder: Eine Ausstellung historischer Fotos oder neuzeitlicher Objekte lädt Besucher ein, ihre Erinnerungen an das Leben früher festzuhalten und zu teilen. Sprechende Bilder II: Vermittlerinnen führen die Besucher zwei Wochen vor dem Museumstag in die Bedeutung der historischen Fotographie ein. Die Besucher fotographieren wichtige Momente ihres Alltages, die sie der Zukunft weiterreichen möchten. „Spiegelausstellung“ am Museumstag (histori‐
sche Fotos/ Gegenwartsfotos) oder auch später. Geschichten erfinden: Spannend, dramatisch, seltsam ‐ Besucher lassen ihrer Phantasie freien Lauf und beschreiben, was ein gewähltes Objekt bereits alles erlebt hat. Die Geschichten werden aufge‐
nommen und im Ausstellungsraum zu einem bestimmten Zeitpunkt abgespielt. Bilder erzählen: Was Bilder über den Künstler und dessen Leben erzählen. Ebenso: Gegenstände er‐
zählen: Was Gegenstände über dessen Benutzer oder Besitzer erzählen. Kodiertes Gedächtnis: BesucherInnen lernen mit Vermittlerinnen religiöse oder mythologische Bilder zu dekodieren, um sich dieses „Bildgedächtnis“ anzueignen. Erinnerung an die Mächtigen, Erinnerung an die Wortlosen? Bewahrt das Museum Erinnerungen an alle gesellschaftlichen Schichten der Vergangenheit, an alle Kulturen und Subkulturen? Eine Entde‐
ckungsreise mit dem Vermittler/ der Vermittlerin. Sich erinnern •
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Memoryspiele im Zusammenhang mit der Ausstellung oder dem Museumsthema machen oder selbst gestalten, z.B. mit Düften, zum Tasten Das Bild/der Gegenstand meiner Erinnerung: BesucherInnen wählen sich ein Bild/ Gegenstand aus, das sie an einen Moment in ihrem Leben erinnert. Aufschreiben/ aufnehmen und am Museumstag mit den anderen Besuchern teilen. 20 museums.ch Internationaler Museumstag, Sonntag 15. Mai 2011
WAS DIE DINGE ERZÄHLEN •
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Ausstellung über das menschliche Gedächtnis und dessen Funktionen Ausstellung von Bildern, die aus der Erinnerung gemalt wurden oder Erinnerung im Titel haben Die Besucher malen aus der Erinnerung, z.B. ihr Elternhaus, und stellen die Werke aus. Was löst im Museum und im Alltag Erinnerungen aus? Düfte, Klänge, Farben regen Erinnerungen an, welche die Besucher miteinander teilen. Tritt ein, nimm Platz •
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Kochen und Essen wie früher: die Besucher sind eingeladen, selbst mit historischen Objekten zu ko‐
chen und/oder zu essen. Ein Kunst‐Mahl: ein Gemälde mit Picknick oder ein Stilleben wird lebendig ‐ im Museum wird es nachgestellt und anschliessend aufgegessen. Zusätzliche Ideen, unabhängig vom Thema Begegnungen mit anderen Institutionen ‐ Kooperationen •
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Museums Tour: Besucherinnen und Besucher werden, zum Beispiel mit einem Museumspass zum ab‐
stempeln, angeregt, mit dem Velo, zu Fuss, den Rollschuhen die Museen in ihrer Umgebung zu er‐
kunden. Eventuell lohnt sich die Zusammenarbeit mit dem Bahnhof, wo Velos gemietet werden kön‐
nen. Die etwas andere Wanderausstellung: Eine Ausstellung in mehreren Institutionen, welche sich die Be‐
sucher selbst erwandern. Elemente der Ausstellung, das kann auch nur eine Vitrine pro Insitiution sein, können in der Bibliothek, im Dorfmuseum, im Kunstmuseum entdeckt werden. Das Museum als Ausflugsort •
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Ausflug ins Museum: Machen Sie Ihr Museum zum Ausflugsziel. Picknickmöglichkeiten (ein Feuer und Stöcke, ein Stand wo Würste gekauft werden können) sind besonders einladend. Mehr als ein Museum: Bieten Sie Ihren Besuchern einen speziellen zusätzlichen Kulturanlass, z.B. ein Konzert in den Ausstellungsräumlichkeiten, eine Lesung oder einen Film. Kooperieren Sie dabei mit Kulturschaffenden vor Ort. Kooperieren Sie schon im Vorfeld mit den Tourismusbüros (bzw. Standortmarketing) Ihrer Region, damit Ihre Programme auch dort verteilt und publiziert werden. Verteilen Sie Ihr Museumsprogramm in Hotels und Restaurants, um auch Besucher zu erreichen, die in Ihrer Gegend gerade Ferien machen. 21 museums.ch Internationaler Museumstag, Sonntag 15. Mai 2011
WAS DIE DINGE ERZÄHLEN Weiterführende Informationen Zögern Sie nicht, sich bei der Umsetzung Ihres Museumstages von den Experten für Kulturvermittlung bei Kuverum oder Mediamus beraten zu lassen. www.mediamus.ch Schweizerischer Verband der Fachleute für Bildung und Vermittlung im Museum www.kuverum.ch Lehrgang in Kulturvermittlung und Museumspädagogik. Kuverum kann Ihnen zum Beispiel StudentInnen für einen Einsatz am Museumstag vermitteln. Ein Einsatz am Museumstag bietet für Auszubildende einen guten Einblick in die Museumsarbeit ‐ und für die Museen eine Hilfe bei der Vorbereitung und Durchführung. 22 museums.ch Internationaler Museumstag, Sonntag 15. Mai 2011
WAS DIE DINGE ERZÄHLEN 23 museums.ch Internationaler Museumstag, Sonntag 15. Mai 2011
WAS DIE DINGE ERZÄHLEN 4: EIN GELUNGENER MUSEUMSTAG Museen stecken viel Herzblut, Energie und Zeit in die Planung und Durchführung des Museumstags. Der Lohn dafür ist eine (hoffentlich) grosse, glückliche Besucherschar. Doch jeder Museumstag ist anders ‐ der Erfolg kann, auch durch genaue Planung, nicht vorausgesagt werden. Langjährige Erfahrung in unterschiedlichsten Museen zeigt allerdings, dass vier Kriterien massgeblich mit‐
bestimmen, ob das Programm eines Museums zum Erfolg wird: •
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der Einsatz des einzelnen Museums das Wetter zielgruppengerechtes Marketing regionale oder lokale Kooperationen von Museen Im Gegensatz zum Wetter können Marketing und Kooperationen gezielt geplant und umgesetzt werden. Im Folgenden haben wir Tipps für erfolgreiches Kulturmarketing zusammengestellt. Falls Sie mehr darüber wis‐
sen möchten, wie sie Kooperationen mit anderen Institutionen anregen können, werfen Sie einen Blick in unsere letztjährige Handreichung auf www.museums.ch. DIE GUTE IDEE VERKAUFEN: FOKUS AUF KULTURMARKETING „Gute Ideen verkaufen sich in den seltensten Fällen von allein. Es ist heute mehr denn je notwendig, sich und seine Leistungen gut zu präsentieren.‘“ (Seifert:47). Marketing und PR für den Museumstag, das vor allem von den einzelnen Museen betrieben wird, hat ein Ziel: das Interesse des Publikums zu wecken und potentielle Besucher am Museumstag in IHR Museum zu locken. Gutes Marketing braucht nicht ein grosses Budget, son‐
dern Ideen und eine sorgfältige, zielgruppengerechte Planung. Hilfreich ist auch, den Event gemeinsam mit anderen Museen zu kommunizieren und gegenseitig von Erfahrungen und Kontakten zu profitieren. Marketingmassnahmen werden an ihrem Erfolg gemessen ‐ in Museen bedeutet das meist, die Besucher zu zählen. Auch am Museumstag erheben wir die Besucherzahlen und vergleichen sie mit anderen Jahren. Quali‐
tiative Erfolgsmerkmale eines Events sind jedoch ebenso wichtig: Wurde die von Ihnen definierte Zielgruppe erreicht? Konnten mit dem Museumstag neue oder andere Besuchergruppen als üblich angesprochen werden, evtl. Nicht‐Besucher, die in Zukunft wieder kommen? Wie lange verweilen die Besucher im Museum? Es zahlt sich aus, Ihre Arbeit auch an diesen Kriterien zu messen. Denn die Erfahrung zeigt, dass der Museumstag auch über den Tag hinaus wirkt, indem sie mit so einem Event ‐ ohne Zusatzaufwand ‐ Werbung für die anderen Aktivitäten in ihrem Haus machen. Um Sie bei der Vermarktung des Museumstags zu unterstützen, geben wir Ihnen Anregungen für erfolgreiches Marketing in diesem Dossier. Ausserdem kümmert sich die nationale Koordinationsstelle, wie bisher, um die nationale Medienarbeit, von der auch Ihr Museum profitieren kann, und wird im 2010 verstärkt mit Verteil‐
partnern zusammen arbeiten, die auf den Museumstag generell aufmerksam machen. 24 museums.ch Internationaler Museumstag, Sonntag 15. Mai 2011
WAS DIE DINGE ERZÄHLEN VERMARKTEN ‐ ABER WIE? Gutes Kulturmarketing berücksichtigt die inhaltlichen Ziele der Institution und analysiert gleichzeitig, was welche Besucher vom Museum erwarten. Eine kulturelle Veranstaltung ist ein Austausch ‐ zwischen der Insti‐
tution, die bestimmte Aktivitäten anbietet und den verschiedenen Publika, welche diese nachfragen. Das Ziel von Kulturmarketing ist es, diesen Austauschprozess aktiv mitzugestalten und zu beeinflussen. Marketing ist dann erfolgreich, wenn es dem Anbieter (dem Museum) gelingt, den Nutzen seiner Veranstal‐
tung aus Besuchersicht zu betrachten und in den Marketingmassnahmen herauszustreichen. Der Besucher, überflutet von verschiedensten Möglichkeiten der Freizeitgestaltung, muss Antwort auf die Frage finden: Wieso sollte ich an diesem Sonntag den Museumstag besuchen? Und wieso gerade in diesem bestimmten Museum? Neben dem offensichtlichsten Nutzen für den Besucher ‐ sein Interesse zu befriedigen und Kultur zu geniessen ‐, spielt es auch eine Rolle, mit wem er an die Veranstaltung gehen kann bzw. wen er dort treffen wird. Ausserdem beeinflussen das Image des Events („Da muss man einfach hin!“) und gute Serviceleistungen die Entscheidung des Besuchers, sich für Ihre Veranstaltung zu entscheiden. Alle vier Dimensionen können von Ihrem Museum gezielt beeinflusst werden und in der Werbung hervorgehoben werden. Etwas vereinfacht schlägt Klein (229 ff) folgendes Vorgehen vor, um die Vermarktung kultureller Veranstal‐
tungen zu planen: 1.
Was ist das grundlegende Ziel des Projekts? Für den Museumstag: Eine Veranstaltung anbieten im Rahmen des Themas Was die Dinge erzählen ‐ Museen, unser Gedächtnis. 2. Klären Sie die folgenden grundlegenden Fragen: • Wer ist unsere Zielgruppe für diese Veranstaltung? Wer ist für uns attraktiv? Für wen sind wir att‐
raktiv? • Haben wir Konkurrenten ‐ nicht nur Museen, sondern auch kommerzielle Angebote? Wie können wir diese einbeziehen bzw. uns gegenüber der Konkurrenz abgrenzen? • Wie beeinflusst das Wetter unsere Veranstaltung? • Brauchen wir zusätzliche Finanzmittel ‐ woher? Was können wir selbst leisten? 3. Planen Sie Ihre Marketingstrategie: „Wie werden welche Mittel wo und wann eingesetzt“? 4. Aufgrund ihrer Strategie entscheiden Sie sich für konkrete Marketinginstrumente, z.B. Gratiseintritt, und legen ihre Kommunikatinspolitik fest: „Was soll wann wem wie mit welchem Ziel gesagt wer‐
den?“. Konzentrieren Sie sich dabei auf Ihre Zielgruppe: Wie und wo können wir für die Veranstaltung Werbung machen, welche die von uns angestrebte Zielgruppe anspricht? (Ein Familientag kann in Schulen beworben werden; ein Tag, der Senioren ansprechen soll, eher in Altersheimen oder Cafés. Junge Leute erreichen Sie gut über das Internet, jedoch kaum über Anzeigen in Tageszeitungen). 5. Analysieren Sie den Erfolg Ihrer Massnahmen (nach dem Event) und ziehen Sie daraus Schlüsse für das nächste Jahr. Literaturhinweise: Klein, Armin (2008): Projektmanagement für Kulturmanager, Wiesbaden; Seifert, J.W. (1996): Visualisieren. Präsentie‐
ren. Moderieren, Offenbach 25 museums.ch Internationaler Museumstag, Sonntag 15. Mai 2011
WAS DIE DINGE ERZÄHLEN MARKETING FÜR DEN MUSEUMSTAG: BEISPIELE AUS DER PRAXIS Auch mit kleinem Budget lässt sich viel bewirken, wie die folgenden Beispiele aus der Praxis von Museums‐
fachleuten zeigen. Lassen Sie sich von diesen Ideen zu eigenen Marketingaktionen anregen, mit denen Sie Ihr Museumstag‐Programm im Vorfeld beim Publikum bekannt machen und möglichst viele Leute am Museums‐
tag selbst zu Ihnen ins Haus locken. Eine Zielgruppe wählen ‐ zum Beispiel Familien “Es lohnt sich total, sich gemeinsam an eine Zielgruppe zu wenden, weil man dann ein spezielles Angebot machen kann, was sich aber nicht verliert, sondern in dieser Bündelung sehr attraktiv ist. In Baden, zum Bei‐
spiel, richtete sich das gemeinsame Angebot am letzten Museumstag ganz konkret an Familien.” (Petra Miersch, Koordination Museumstag Kanton Aargau) “Um die Familien zu begeistern, ist es sinnvoll, ein Tagesprogramm anzubieten: eine Möglichkeit zu pickni‐
cken, Aktivitäten, die mehrere Generationen begeistern, verschiedene Standorte, die mit unterschiedlichsten Transportmitteln erreicht werden können. In meinen Augen eignet sich der Museumstag, im Gegensatz zur Museumsnacht, als Familientag ‐ Programm und Marketing können deshalb ganz gezielt auf diese Besucher‐
gruppe ausgerichtet werden.” (Kristen Erdmann, Kulturvermittlerin im Museum Langmatt, Baden) Empfohlene Marketingmassnahmen und Ideen für Kooperationen (mit * gekennzeichnete Massnahmen kosten Sie kaum etwas) Einladungskarte oder Flyer produzieren ‐ entweder als Einzelmuseum oder noch besser, zusammen mit ande‐
ren Museen (eine Karte ‐ viele Programme, evtl. sogar mit Kroki, das die Orientierung erleichtert) 26 museums.ch Internationaler Museumstag, Sonntag 15. Mai 2011
WAS DIE DINGE ERZÄHLEN Einladungskarten an den Besucherstamm versenden. Aber auch an regionale oder kantonale Politiker: Im Kanton Aargau werden die Grossrätinnen und Grossräte persönlich angeschrieben und die nationale Koordi‐
nationsstelle versendet eine Einladung an alle nationalen Parlamentarier. Oder die Karten an Museumsbesucher verteilen, z.B. an Schulklassen, die ein museumspädagogisches Ange‐
bot nutzen * Zusätzlich lohnt es sich, die Karten da zu verteilen, wo sich die Zielgruppe aufhält: persönlich vor dem Ein‐
kaufszentrum, in Schulen, am Bahnhof, im Tourismusbüro, der Bibliothek, in den lokalen Geschäften * Die gelben Luftballons als Wegweiser und Eyecatcher einsetzen: vor und am Museumstag weisen die Luftbal‐
lons den Weg ins Museum ‐ natürlich können sie auch für Ballonwettbewerbe, zum spielen oder basteln oder als Geschenk an die Besucher verwendet werden. Kombinieren Sie die Ballone mit gelben Blumen für einen besonders schönen Effekt! * Digitale Busanzeigen oder Plakataushänge in Bussen und Trams Kinowerbung/ Kinodias in lokalen Kinos Bekanntmachung des Programmes über touristische Werbemittel, wie etwa Veranstaltungskalender * Tourismusbüros als Verteilpartner * Kooperieren Sie mit Institutionen, wo sich das Publikum am Wochenende gerne aufhält, z.B. mit Restaurants und Hotels.* Fragen Sie Firmen an, ob sie Ihren Event in ihren Intranets publizieren möchten ‐ als ideelle Sponsoren. Natür‐
lich lohnt sich auch eine Erwähnung Ihrer Veranstaltung im Intranet des Kantons und in Mitarbeiterzeitungen. * Je nach Budget Inserate schalten in Tages‐ und Gratiszeitungen, Schulblättern ‐ auch hier ermöglichen Koope‐
rationen mit anderen Museen ein grösseres Budget Auch die Museen selbst sind gute Werbe’partner’: Die Museen können schon vier Wochen vorher vor der Tür mit Stelen/ Plakaten und Flyern auf die Veranstaltung hinweisen. In der Region kann jedes Museum auf das Programm der anderen Museen hinweisen. * Schon im Vorfeld können die Museumsmitarbeitenden die Besucher auf die Veranstaltung hinweisen. * Organisieren Sie einen Wettbewerb, evtl. mit anderen lokalen Museen oder Firmen zusammen. Die Preise können z.B. vom lokalen Spielzeugladen offeriert werden. * Gestalten Sie einen Parcours, der am Museumstag von Museum zu Museum führt. * Buchen Sie einen Shuttle‐Bus, der die Besucher von einem Museum zum anderen und wieder zurück zum Bahnhof bringt. Dies ist auch ökologisch begrüssenswert! Besorgen Sie kleine „Souvenirs“: Aufkleber, Zuckersäckchen, andere Werbegeschenk e oder Gutscheine, die Sie an die Besucher verteilen. 27 museums.ch Internationaler Museumstag, Sonntag 15. Mai 2011
WAS DIE DINGE ERZÄHLEN Medienarbeit Veranstaltungshinweise und Medienmitteilungen an regionale und lokale Zeitungen, Radio‐ und TV‐Stationen schicken * Journalisten und Journalistinnen persönlich auf den Event aufmerksam machen und einladen, die Veranstal‐
tung zu besuchen * Schulblätter, Mitarbeiterzeitungen und vor allem Gratiszeitungen lohnen sich, da sie ein ganz anderes Publi‐
kum (nicht nur die Abonnenten) erreichen. Gerade Gratiszeitungen sind oft froh um Veranstaltungshinweise aus der Region. * Tipps zum Umgang mit den Medien Medien werden mit Veranstaltungshinweisen und Pressemitteilungen überflutet. Ihre Veranstaltung muss sich deshalb von anderen abheben, um einen entsprechenden Auftritt zu bekommen. Dies gelingt zum Beispiel durch kooperative Museumstags‐Programme. Denn, gemäss Petra Miersch, bringt “der Auftritt vieler zu ei‐
nem Thema auch die Medien dazu, darüber zu berichten” ‐ der Museumstag wird so zum Grossereignis in der Region. Zu aufwändige, diffizile Programme werden kaum in die Veranstaltungshinweise aufgenommen. In Zeitungen stehen oft nur 2 Zeilen für das Programm zur Verfügung ‐ daran kann man sich ein bisschen orientieren. Es gilt: Je einfacher, umso besser, zum Beispiel “Geschichten aus Kurdistan um 14, 16 und 18 Uhr”. Auch ein kna‐
ckiger Titel erhöht ihre Chancen, in den Medien wahrgenommen zu werden. Sie bieten mehr als “Museumstag im Museum XY”! Im Umgang mit den Medien hilft es sehr, wenn Sie auf persönliche Kontakte zu Medienschaffenden zurück‐
greifen können. Zögern Sie nicht, Journalistinnen und Journalisten aus Ihrem Bekanntenkreis auf den Muse‐
umstag aufmerksam zu machen! Fragen Sie an, ob die Medien Ihnen als Sponsoren bei Anzeigenpreisen entgegenkommen können. Fragen kostet nichts! Gratiszeitungen berücksichtigen einen Event eher in der redaktionellen Planung, wenn man auch Anzeigen schaltet. Falls Sie eine Anzeige schalten, erwähnen Sie unbedingt, dass auch die Redaktion über Ihre Veran‐
staltung informiert werden soll. 28 museums.ch Internationaler Museumstag, Sonntag 15. Mai 2011
WAS DIE DINGE ERZÄHLEN Für weitere Informationen kontaktieren Sie die nationale Koordinationsstelle des Museumstags: Generalsekretariat ICOM Schweiz & VMS c/o Landesmuseum Zürich Museumstrasse 2 Postfach 8021 Zürich T 044 218 65 88 F 044 218 65 89 info@museums.ch www.museums.ch VIEL ERFOLG AM MUSEUMSTAG 2011! 29 museums.ch 
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