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Großprojekte: Was soll Steyr bauen? - Die Grünen Steyr

EinbettenHerunterladen
Atomkraftwerke abschalten
Bildungsvolksbegehren
Wieder ein Kino in Steyr:
Die Grünen haben eine europaweite
Allianz zum Ausstieg aus der Atom­
energie gestartet. Mehr darüber, was
Sie selbst beitragen können auf Seite 3
Österreich darf nicht sitzen bleiben lautet
das Motto des Bildungsvolksbegehrens,
für dessen Einleitung noch bis 1. Juli Unterschriften gesammelt werden. Seite 2
Mit einem breiten Programmangebot startete
kürzlich der 25-jährige Stefan Brandmayer mit
dem Betrieb des neuen City Kinos Steyr.
Seite 2
steyr.planet
Juni 2011
Grüne Steyrer Zeitung
Die Grünen Steyr
Großprojekte:
Was soll Steyr bauen?
Einige Bauprojekte be­
wegen in diesen Tagen
die Steyrer Politik: Die Entwicklung des Kasernen­g­eländes mit oder ohne
Einkaufszentrum (EKZ),
eine Westspange für
schnelle PKW und schwere LKW, ein Kraftwerk bei
der Reder­brücke, in dessen Stau sich die Altstadt
spiegeln soll.
Von Reinhard Kaufmann
D
rei von vier Parteien
im Steyrer Gemeinderat vertreten relativ einfache Positionen zur
Entwicklung des Areals der
ehemaligen Trollmannkaserne auf dem Tabor: Die SPÖ
freut sich über das Projekt
des Investors, solange das
EKZ nicht extrem groß wird
und zur geplanten leistungsgesteigerten neuen Taborkreuzung passt. Der FPÖ
kann das EKZ gar nicht groß
genug sein. Die ÖVP schürt
mit der Wirtschaftskammer
Angst vor Konkurrenz (für die
Geschäfte am Stadtplatz) und
hätte lieber einen Standort
am Stadtrand, der ohne Auto
nicht erreichbar wäre.
Das Kasernengelände
ist Chance für den Tabor
Nur die Steyrer Grünen vertreten eine differenzierte
Position, die neben wirtschaftlichen Interessen auch
die Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner des
Stadtteils Tabor und städ.......
„
.................................
Billiglösungen,
die nur den Autoverkehr bedienen,
entsprechen nicht
dem Steyrer Verkehrskonzept.
“
..................................
.......
tebauliche Qualitäten ernst
nimmt: Hier im Zentrum des
Tabor soll ein echtes Stadtteilzentrum entstehen, das
auch außerhalb der Geschäftszeiten lebt. Die künftige Nutzung des Kasernenareals ist ein wichtiger Teil der
zentralen Steyrer Nord-SüdAchse Tabor Mitte – Stadtplatz – Reithoffer. Daher ist
eine attraktive Verbindung
für Fußgänger von und nach
Zwischenbrücken über eine
Aufstiegshilfe im Bereich
der Taborstiege notwendig.
Der geplante Ausbau von
Taborknoten und Blümelhuberstraße trennt brutal Tabor
Nord vom Tabor Süd, wenn
nicht für den nichtmotorisierten Verkehr großzügige
kreuzungsfreie Übergangsmöglichkeiten
geschaffen
werden. Das sollte uns mindestens so wichtig sein wie
Grünbrücken für Rehe und
Hasen über die B 309. Billiglösungen, die nur den Autoverkehr bedienen, aber Fußgänger und Fahrradverkehr
an den Rand drängen, entsprechen nicht heutigen Anforderungen und widersprechen auch den Grundsätzen
des gemeinsamen Steyrer
Gesamt verkehrskonzepts.
Werden die hier genannten
Maßnahmen gesetzt und
genügt das EKZ selbst modernen Anforderungen an
Energieeffizienz, Erreichbarkeit ohne Auto, Rücksichtnahme auf die Umgebung,
dann kann es eine Bereicherung für Steyr und den Tabor
werden. Die Anregungen des
Gestaltungsbeirates weisen
in die richtige Richtung.
Reinhard Kaufmann ist Gemeinderat der Grünen in Steyr
Westspange zerstört
wertvolle Feuchtbiotope
Der Bau dieser Umfahrungsstraße wird großen
Schaden an der Natur des
Steyrer Naherholungs­
gebietes anrichten. Die
Grünen lehnen daher
dieses Projekt ab.
Von Kurt Apfelthaler
A
m Dorninger Bach
liegen im unmittelbaren
Nahbereich
der geplanten Trasse der
„Westspange“
wertvolle
Feuchtbiotope. Nach grober Schätzung sind noch ca.
2.000 m2 der Feuchtwiesen
erhalten. Fachleute ordnen
diese Wiesen in den Biotop­
typ „Rasiges Großseggenried (Essl et al., 2004) ein.
In der Roten Liste gefährdeter Biotoptypen Österreichs (ESSL et al., 2004) ist
dieser Biotoptyp als STARK
GEFÄHRDET ausgewiesen.
Diese Gefährdungskategorie
gilt sowohl für ganz Österreich, als auch für den Teilraum
Nördliches Alpenvorland. Sie
ist die zweithöchste Gefährdungskategorie.
Neben diesen überregionalen Feststellungen ist anzumerken, dass im Gemeindegebiet von Steyr, aber auch
in den Umlandgemeinden,
nur noch äußerst geringe
Restflächen des Typs vorhanden sind. Vermutlich ist
es im Alpenvorland um Steyr
auf weite Strecken der größte, erhaltene Bereich dieses
Biotoptyps.
Neben dem genannten
Biotoptyp gibt es Bestände
von Schwarzerle (Unterwuchs mit Zittergrassegge
– SchwarzerlenbruchwaldFragmente), sowie Bruchweidengebüsche. Der Dorninger Bach weist naturnahe
und verbesserungswürdige
Abschnitte auf. Angrenzende
Fichten-Monokulturen bieten zumindest das Potential
für ökologische Verbesserung. Besonders hervorzuheben ist die mehrere hundert Jahre alte Eiche in diesem Waldstück.
Insgesamt liegt diese Mulde eingebettet in einen der
letzten Teilräume des Stadtgebiets mit intakter bäuerlicher Kulturlandschaft. Vorhandene
Siedlungssplitter
sollten nicht ausgeweitet werden. Der Landschaftsstruktur
(Obstbäume, Feldgehölze,
Raine, Wiesen, traditionelle
Hofformen) sollte Augenmerk
geschenkt werden.
Besonders reizvoll sind
die unterschiedlichen Quellhorizonte des Dorningerbaches, der auf einer Breite
von ca. 150 bis 200 Meter
zu Tage tritt und zerteilt auf
verschiedene kleine Bachläufe ca. 300 Meter weiter zu
einem gemeinsamen Bach
zusammenläuft.
Ökologische Vielfalt und
die hohe Bedeutung für die
Naherholung sind der Nutzen dieses Teils des Steyrer
Stadtgebiets.
Apfelthaler Kurt ist Fraktions­
obmann der Grünen im Steyrer
Gemeinderat
2
steyr.planet POLITIK
VOLKSBEGEHREN
BILDUNGSINITIATIVE
UNTERSTÜTZUNGSERKLÄRUNG
JETZT UNTERSCHREIBEN
IHRE
UNTERSC
HR
ZÄHLT ZU IFT
M
GESAMTERGEBNIS
Juni 2011
Österreich darf nicht
sitzen bleiben!
F
ehlende Kindergartenplätze, Schulen, die nach sozialer Herkunft und nicht nach
Leistung selektieren sowie völlig
unterfinanzierte Unis und Fachhochschulen – der Bildungsmotor
in Österreich gerät immer mehr
ins Stottern. Es braucht umfassende Reformen im Bildungsbereich, wenn wir nicht international
den Anschluss verlieren wollen.
Um den Bildungsstillstand in unserem Land zu beenden, haben
zahlreiche Menschen, denen das
Thema Bildung am Herzen liegt,
das unabhängige „Volksbegehren Bildungsinitiative“ initiiert.
Um Erfolg zu haben, sind wir auf
Ihre Unterstützung angewiesen!
Unterschreiben Sie noch heute
eine Unterstützungserklärung auf
Ihrem Gemeindeamt!
Wie können Sie uns
unterstützen?
Am besten können Sie uns unterstützen, indem Sie bis spätestens
1. Juli 2011 eine Unterstützungserklärung am Magistrat unterschreiben und möglichst viele
Mag. Georg Neuhauser, Plattform
Bildungsinitiative Steyr
Podiumsdiskussion zur laufenden Debatte
Moderation: Georg Neuhauser, Impulszentrum
für Cooperatives Offenes Lernen Steyr
 Univ.Prof. Bernd Schilcher, Graz,
Vors. der BMUKK Zukunftskommission
 NR Abg. Mag. Harald Walser,
AHS-Dir., Bildungssprecher der Grünen
 BSI Eva Zöchling, Bezirksschulinspektorin
Steyr Stadt (angefragt)
11.03.2011 11:29:39 Uhr
Unterstützen Sie uns auch
auf Facebook:
www.facebook.com/Volks
begehren.Bildungsinitiative
 Gertrude Schatzdorfer,
Unternehmerin, Industriellenvereinigung
(angefragt)
Bildungszentrum Dominikanerhaus mit
Stift_210x297abf_ICv2.indd 1
Weitere Informationen finden
Sie auf unserer Homepage
www.nichtsitzenbleiben.at
Ankündigung:
BILDUNG IN NOT
28. Juni 2011, 20.00 Uhr
IM HAUPTWOHNSITZ-GEMEINDEAMT ODER IM MAGISTRATISCHEN BEZIRKSAMT
Mehr Info: www.nichtsitzenbleiben.at Hotline: 0800 204 400
FreundInnen/Bekannte/ArbeitskollegInnen motivieren, ebenfalls
das „Volksbegehren Bildungsinitiative“ zu unterstützen.
Veranstalter:
Plattform Bildungsinitiative Steyr
Österreich darf nicht
sitzen bleiben!
Kontakt: Georg Neuhauser
(0676 5264901)
Auszug aus den Forderungen:
der Schulpflicht und ein Angebot von ganztägigen Bildungseinrichtungen, eine Aufwertung des
LehrerInnenberufs und die stetige
Erhöhung der staatlichen Finanzierung für Universitäten auf 2% des
BIP bis 2020.“
Den gesamten Forderungskatalog finden
Sie unter: www.nichtsitzenbleiben.at/
volksbegehren/forderungen
istock
„Wir fordern mittels bundes(verfassungs)gesetzlicher Regelung ein faires, effizientes und
weltoffenes Bildungssystem, das
vom Kleinkind an alle Begabungen
fördert und Schwächen ausgleicht,
autonome Schulen unter Einbeziehung der SchulpartnerInnen und
ohne Parteieneinfluss, eine leistungsdifferenzierte, hochwertige
gemeinsame Schule bis zum Ende
City Kino Steyr mit breitem Programmangebot
interview Sissi Gruber
Herr Brandmayer, was dür­
fen sich die Steyrerinnen
und Steyrer denn von Ihrer
Programmgestaltung
er­
warten?
Brandmayer: In zwei
Sälen wollen wir klassisches „Mainstream“-Kino bieten, sprich: die aktuellen Hollywood-Blockbuster. Und zwei Säle sind
der Programmkino-Schiene und „Art House“ Filmen
gewidmet. Einen kleineren
Saal wollen wir gestalterisch eher offen halten.
Gerade ein Programmkino
wurde in Steyr lange Zeit
sehr vermisst. Sie waren in
Ihrem „beruflichen Kino­
vorleben“ unter anderem
auch für das Moviemento
in Linz tätig. Darf man sich
in diesem Bereich auf eine
ähnliche Programmierung
freuen?
Brandmayer: Durchaus. Einer der „Art House“Säle wird bereits ab Mitte
Mai auf digitale Technik umgestellt. Abgesehen von der
besseren Qualität sind dadurch Kopien einfacher erhältlich, als auf „Band“. Das
ermöglicht es uns, in diesem
Bereich Filme brandaktuell,
also parallel mit Kinos wie
dem Moviemento – zu dem
auch gute Kontakte bestehen – zu zeigen.
Da Sie die Technik ange­
sprochen haben: Wie wird
die Entwicklung hier aus­
sehen?
Brandmayer: Ziel ist
es, alle Säle schnellstmöglich auf digitale Technik
umzustellen. 3D werden
wir natürlich auch bieten.
– Wenn alles wie geplant
klappt, sollte das noch vor
den Sommerferien möglich
sein.
Brandmayer: Absolut.
Hier werden wir das Angebot weiter ausbauen.
Geplant sind zum Beispiel
spezielle Vergünstigungen
und Familienpackages an
Sonn- und Feiertagen.
Auf der neuen Homepage
fällt vor allem Ihre moderate
Preisgestaltung auf.
Brandmayer: Wir haben die Preise mit Euro 7,50
vereinheitlicht, Reihe 1 – 3
sind noch ein wenig günstiger. Außerdem haben
wir eine Ausweitung der
Gültigkeit von Familienkarten vorgenommen.
Fast zugleich hat das StarKino in Dietach eröffnet. Wie
sehen sie Ihre Position im
Lichte dieser Konkurrenz?
Brandmayer: Unser
Vorteil ist es, dass wir im
Zentrum und nicht auf der
Grünen Wiese liegen. Wir
werden mit der Freundlichkeit und dem Service
eines richtigen Familienbetriebes punkten. Und
ganz generell gute Qualität mit guten Filmen bieten. Wir wollen ein Publikum, das gerne zu uns
kommt.
Familien sind ihnen ein
Anliegen?
Herzlichen Dank für das In­
terview und alles Gute!
Die Grünen Steyr
Seit 15. April gibt es in
Steyr wieder ein Kino.
Der Bad Haller Stefan
Brandmayer hat das
Steyrer Cityplexxx gekauft und als City-Kino
Steyr wieder eröffnet.
Die Grüne Gemeinde­
rätin Sissi Gruber traf
den 25-jährigen
Neo-Kino­besitzer.
Brandmayer: „Unser Vorteil ist es, dass wir im Zentrum liegen.“
3
steyr.planet POLITIK
Juni 2011
Wir sind VERHINDERER!
Diesmal ist es das geplante
Kraftwerk Rederbrücke, das
uns diesen Namen einbrachte.
VERHINDERER Ja, wir sind
gegen dieses Projekt, und, ja,
wir beziehen Strom, und, ja,
er kommt auch bei VERHINDERERN aus der Steckdose.
Was kann ich tun?
Schritt 1
Petition www.atomausstieg.at
unterschreiben: FreundInnen und Verwandte auf die Thematik ansprechen und
diese dazu motivieren das Anliegen ebenfalls zu unterstützen
Von Kurt Prack
N
Schritt 2
Anbieter wählen,
rettetdiefliessendeenns.org (3)
ein, wir beleuchten unsere Nachttische nicht mit
Petroleumlampen, nein,
wir fahren nicht mit dem Pferdefuhrwerk auf Urlaub (mit dem
Zug schon eher), nein, wir geben
auch keine Rauchzeichen, um uns
zu verständigen.
Ja, wir wollen eine intakte
Landschaft, ja, wir wollen Flüsse,
an denen wir baden und uns erholen können, ja, wir wünschen
uns, dass so manches Straßenprojekt nicht verwirklicht wird
und dafür das eine oder andere
Biotop bestehen bleibt und das
Wild einigermaßen sicher auf den
Jahrtausende alten Routen wandern kann.
Nein, wir sind nicht für die
Kernenergie, nein, wir wollen keine Kohlekraftwerke, nein, wir wollen nicht auf Bäumen leben, nein,
wir wollen uns das Fleisch nicht
mit der Steinaxt besorgen.
Wir sind VERHINDERER und
die Strom aus erneuerbaren Energien
gewinnen. In Österreich gibt es zwei
zertifizierte Ökostrom-Anbieter, die 100%
sauberen Strom garantieren: AAE
Natur­strom (www.aae.at) und Ökostrom
AG (www.oekostromag.at)
stolz darauf. Wir wollen einen
verantwortungsvollen Umgang
mit Ressourcen, wir wollen das
Energiesparpotential nutzen, wir
wollen den öffentlichen Verkehr
gefördert sehen und wir wollen
durch all das Arbeitsplätze und
- ganz wichtig - Lebensqualität
schaffen.
Wir sind VERHINDERER und
alle sollten froh sein, dass es uns
gibt. Wir haben VERHINDERT,
dass das Hintergebirge verbaut
wird, wir haben VERHINDERT,
dass Hainburg absäuft, wir haben – und spätestens jetzt sollten
wir doch alle einer Meinung seinVERHINDERT, dass Zwentendorf
Webtipp
Weitere Informationen und
die Möglichkeit, das Anliegen
online zu unterstützen auf
der Homepage: www.rettet
diefliessendeenns.org
in Betrieb geht.
Wo es so viele verrückte Projekte gibt, braucht es dringend
VERHINDERER. Nie wieder werde ich mich ärgern, wenn ich so
genannt werde, im Gegenteil. Wir
haben allen Grund stolz darauf zu
sein. Es gibt nur leider viele Menschen, die lange brauchen, um zu
begreifen, dass wir für sie und ihre
Kinder VERHINDERN.
Kurt Prack ist Obmann des Vereins
„Rettet die fließende Enns“
Schritt 3 – Energie sparen
und effizient nutzen
Schalten Sie Ihre elektronischen Geräte
nicht nur auf Stand-By, sondern ganz ab.
Das hilft Ihrer Geldbörse und der Umwelt.
Beim Neukauf von Elektrogräten unbedingt
auf deren Energieeffizienz und -verbrauch
achten.
Schritt 4 – Bewusst leben!
Eine atomstromfreie Stromerzeugung ist
nur dann möglich, wenn wir mit Energien und Ressourcen bewusst umgehen.
Tipp: Unter www.klimarettung.at sind
Energiespartipps zusammengefasst!
Forderungen:
1. Sofortige Abschaltung aller
Hochrisiko-Reaktoren in Europa!
2. Stopp für Laufzeitverlängerung
und Neubaupläne von AKW!
3. Abschaltplan für alle anderen
europäischen AKWs bis 2020!
4. Stopp der Milliarden-Subventionen
an die Atomindustrie!
5. Ökostrom statt Atomstrom –
Nachhaltige Investitionen in er­
neuerbare Energien und Effizienz!
Eine Initiative von der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 mit Unterstützung
der Grünen. www.atomausstieg.at
K o mmentar
Lokalaugenschein Westspange
B
ürgermeister Hackl ist mit
Landesrat Hiesl, einem
missionarischen Straßenbauer, handelseins: Steyr soll nach
2015 eine „Westspange“ bekommen. ÖVP und FPÖ sind begeistert. Die Grünen sind nicht
so leicht zu überzeugen und
haben am 7. Mai im Rahmen einer Wanderung den Grüngürtel
im Westen Steyrs, der diesem
Projekt geopfert werden soll,
in Augenschein genommen.
Beginnend beim neuen „reinraus BAUHAUS“ soll die Trasse
die Felder des Stadtteils Stein
durchschneiden und würde
das idyllische Quellgebiet des
Dorninger Bachs in Rohren und
Rückhaltebecken verschwinden
lassen. Der moderne Straßenbau
nimmt keinerlei Rücksicht auf topografische Gegebenheiten: Niederungen werden auf Dämmen
überquert, in Hänge wird tief
eingeschnitten. An Kreuzungen
treffen nicht bloß Straßen aufeinander, sondern sie bestehen
aus Unter-/Überführungen mit
raumgreifenden Auf- und Abfahrten. Die Anrainer/innen sind
naturgemäß nicht glücklich über
den drohenden Lärm und Anblick
der künftigen Umfahrungsstraße
in unmittelbarer Nähe, die bäuerlichen Grundbesitzer versuchen
angesichts der drohenden Enteignung wenigstens ökonomisch
das Beste heraus zu verhandeln.
Dass solche Straßenprojekte Probleme nicht lösen, zeigt die Nordspange: von der versprochenen
Entlastung des Taborknotens ist
nichts zu bemerken. Die derzeit
geschätzten Kosten von über 35
Mio Euro sollten daher in den Öffentlichen Verkehr, in ein sicheres
Radwegenetz und in attraktive
fußläufige Verbindungen (zB Aufstiegshilfen Tabor und Ennsleite)
investiert werden.
Reinhard Kaufmann ist Gemeinderat
der Grünen in Steyr
Fotos/MOntage: Die Grünen Steyr
Ein Kommentar von Reinhard Kaufmann
4
steyr.planet Politik
Juni 2011
Burschentag
kann uns mal!
Anlässlich des 50. Stif­
tungs­fests der c.P! Eysn
findet der Burschentag des
Österreichischen Pennäler
Rings (ÖPR) heuer in Steyr
statt. Definitiv kein Grund
zum Feiern!
Von Grün-Alternative Jugend
D
ie c.P! Eysn zählt als
Jugend- und Schülerverbindung, dem Vorbild traditioneller Burschenschaften folgend, zu einem
der zahlreichen Männerbünde in Österreich, welche
unter dem Leitspruch „Ehre,
Freiheit, Vaterland“ mit Käppchen, Schärpe und Säbel um
neue Bundesbrüder werben.
Burschenschaften
sind
Schwurgemeinschaften von
Männern, die durch feste
Rituale und Regeln
geprägt
sind. Zentrales
Merkmal ist der
Ausschluss von
Frauen und allen, die nicht
dem „heroischen und ehrenhaften“ Männlichkeitsbild
entsprechen — wie z.B. Juden
und Homosexuelle.
Von der angepriesenen
„idealen Männlichkeit“ haben die Burschenschaften
auch eine ziemlich klare
Vorstellung. So beschwören
sie beispielsweise in ihren
Liedern zentrale Merkmale
der von ihnen angestrebten,
kompromisslos patriarchalen Gemeinschaft. Ein Mann
muss demnach ehrhaft, treu,
leistungsbereit und diszipliniert sein. Als elementare
Ausdrucksformen dafür gelten ihnen u.a. das Fechten der
Mensur sowie übermäßiger
Alkoholkonsum.
Der ÖPR kann weiters als
deutsch-völkischer Dachverband eingestuft werden. Das
bedeutet, dass nur Männer,
die sich der deutschen Kultur-Nation zurechnen (bzw.
zugerechnet werden), bei-
treten können. Ziel ist es, die
kulturelle (deutsche) Identität
zu erhalten und gegen alles
„Fremde“ zu verteidigen.
Obgleich aller burschenschaftlichen Legenden stellt
der Antisemitismus seit der
Gründung der „Urburschenschaft“ 1815 ein konstantes
Element dar. Heute äußert
sich dieser zwar versteckter,
aber deswegen nicht weniger
drastisch. Etwa dann, wenn
von geheimen Machthabern,
die im Hintergrund die Fäden ziehen, die Rede ist, oder
Menschen andere, angeblich
jüdische Merkmale zugeschrieben werden.
Der traditionelle Nationalismus sowie teilweise
exzessiv ausgelebte Rechtsextremismus machen Burschenschafter zu idealen
FPÖ Kandidaten. Ein Naheverhältnis zur FPÖ und ihren
Vorfeldorganisationen besteht übrigens auch in Steyr.
Dass die „alten Herren“ ihren
Nachfolgern in der (partei-)
politischen Karriere, dann
auch gerne einmal unter die
Arme greifen versteht sich
von selbst. So hat sich mittlerweile bereits eine Vielzahl
von Burschenschaftern bis
ins Parlament gearbeitet.
Doch auch weniger weit
rechts stehende Verbindungen - wie die des katholischen Cartellverbandes
- fungieren als Seilschaften
in Politik und Wirtschaft.
Burschenschaften pflegen traditionelle Geschlechterbilder, welche Frauen in
den privaten Kinder-Küche
Bereich verbannen. Sie werden als das schwache, emotionale Geschlecht definiert,
unfähig zu reflektiertem
Denken und logischem Handeln.
Unser Protest richtet sich
nicht nur gegen sexistische
Burschenschaften, sondern
gegen die patriarchale Gesamtsch....
Das neue Buch von
Rudi Anschober:
Das grüne
Wirtschaftswunder
Wie die Energierevolution funktioniert und wie jeder davon profitiert
200 Seiten, € 19,95,
ISBN 978-3-8000-7505-8,
Verlag Ueberreuter.at
Das Buch „Das grüne Wirtschaftswunder“
von Rudi Anschober kostet € 19,95 (inkl.
Versandkosten).
€ 19,95
Abschalten jetzt!
D
ie Atom-Katastrophe
in Japan macht uns
alle betroffen. 25 Jahre nach Tschernobyl findet
wieder ein Super-Gau statt,
der uns abermals ganz klar
aufzeigt: Atomkraft ist nicht
sicher und wird es auch nie
sein! Es ist niemals auszuschließen, dass es durch
menschliches
Versagen,
durch
Sicherheitsmängel
oder Naturkatastrophen in
Europa zu schweren atomaren Unfällen kommen kann,
die unermessliches Leid für
hunderttausende Menschen
bedeuten.
Europa muss welt­
weiten Atomausstieg
vorantreiben!
Nach Fukushima hat sich
vieles verändert: viele Länder wie z.B. Deutschland
streben jetzt einen Atomaus-
stieg an, in der Schweiz und
Italien wird es ein Referendum geben, und Frankreich
will alle AKW überprüfen.
„Dieser Umdenkprozess ist
längst überfällig, an einem
weltweiten
Atomausstieg
führt kein Weg mehr vorbei.
Beginnen muss man hier
und jetzt in Europa!“, fordert
dabei Grün-Landesrat Rudi
Anschober.
Abschalten jetzt!
Oberösterreich ist in Europa
seit jeher Vorreiter im Kampf
gegen die Atomenergie. Im
April haben die Grünen OÖ
eine Allianz für einen europaweiten
Atomausstieg
gestartet: „Wir werden den
Umdenkprozess nutzen, und
uns mit neuen Partnern verstärkt für den Ausstieg aus
der Atomkraft einsetzen“, so
Anschober.
Die Zustellung erfolgt mit Erlagschein.
Der Reinerlös vom Online-Verkauf geht an
den Grünpreis – den von Rudi Anschober
gestifteten Preis für Engagement & Courage
in Oberösterreich.
(inkl. Versandkosten)
Die Grünen fordern die
umgehende Abschaltung aller Hochrisiko-Reaktoren in
Europa, und auch einen Stopp
für die Laufzeitverlängerung
und Neubaupläne von Atomkraftwerken. „Zudem setzen
wir uns für einen Abschaltplan für alle anderen euro­
päischen AKW bis 2020 ein.
„Ökostrom statt Atomstrom“
muss die Devise lauten. Das
wird nur gelingen, wenn wir
uns für nachhaltige Investitionen in erneuerbare Energien
und Effizienz stark machen“,
so Anschober.
Mitmachen und
unterstützen!
„Jetzt kann ein schrittweiser
europaweiter Atomausstieg
gelingen. Daher ist es be­
sonders wichtig, mitzumachen und aktiv zu werden“,
so Anschober.
Online-Bestellen unter:
www.ooe.gruene.at
Taxi: Handeln wie im Basar
Von Kurt Apfelthaler
I
n Ermangelung einer einheitlichen Tarifregelung
( Wels und Linz haben eine
Tarifordnung), muss der
Taxifahrgast in Steyr seinen Fuhrlohn jedes Mal vor
Antritt der Fahrt mit dem
Taxilenker verhandeln. Ist
dem Fahrgast der Beförderungspreis zu teuer, muss
er sich ein anderes Taxiunternehmen suchen und
dort
weiterverhandeln.
Weil das auf Dauer nicht
zumutbar ist und vor allem,
weil die Steyrer Taxipreise
durchschnittlich um 25%
bis 30% teurer sind als in
Wels und in Linz, werden
die Grünen noch vor dem
Sommer auf eine einheitliche Tarifordnung drängen.
ie anderen Fraktionen
haben schon Zustimmung signalisiert. Eine
einheitliche Tarifregelung
bringt jedem etwas. Besonders in Zeiten wo gespart werden muss und
die öffentliche Verwaltung
Buslinien reduziert.
D
Impressum:
Mitteilung gemäß § 25
Mediengesetz: Der steyr.planet
ist das Informationsmedium der
Grünen Steyr. Es informiert über
die Politik in und um Steyr und
ist den Grundsätzen der Grünen
verpflichtet.
Medieninhaber und
Heraus­geber: Die Grünen Steyr,
Grünmarkt 14, 4400 Steyr
Redaktionsadresse:
Die Grünen Steyr,
Grünmarkt 14, 4400 Steyr
Redaktion: Mag. Reinhard
Kaufmann (Chefredakteur),
Kurt Apfelthaler, Mag.a Elisabeth
Gruber, Maria Lindinger, MSc,
Mag. Kurt Prack
Produktion: Mag. Marco Vanek
Gestaltung: agentur g+, Linz
Druck: Wimmer Druck, Linz
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Seele and Geist
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