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In der Krise zeigen Kurzarbeiter, was Solidarität ist - Kirson GmbH

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In der Krise zeigen
Kurzarbeiter, was
Solidarität ist
HILFE Kirson-Mitarbeiter
spenden 2000 Euro für Erdbebenopfer in Haiti. Sie verzichten auf Entgeltausgleiche ihrer Firma und spenden
die Beträge.
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VON JOCHEN DANNENBERG, MZ
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Wenn das kein Zeichen ist:
Bei Kirson wird kurzgearbeitet. Die
von Kurzarbeit betroffenen Mitarbeiter verzichten jedoch auf ihre Benzingutscheine und spenden das Geld Erdbebenopfern in Haiti.
Ins Rollen gebracht hatte diese
Spendenaktion der Leiter der Entwicklung und Qualitätswesen, Raimund
Lintl aus Altmannstein. Er hatte angesichts der katastrophalen Folgen des
Erdbebens auf Haiti spontan die Idee,
auf den einen oder anderen Benzingutschein, der ihm in Zukunft noch zustünde, zu verzichten und diesen stattdessen für die Erdbebenopfer in Haiti
zu spenden.
MAUERN.
RAIMUND LINTL
.....
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.....
„Gemeinsam kann man Großes erreichen.“
.....
„Ich hatte zunächst aus der Zeitung
von dem Erdbeben erfahren“, erläutert
Lintl. „Weil mich das Leid der Menschen berührte, wollte ich selbst spenden, fragte mich aber: Auf welche Weise?“ Dem Kirson-Mitarbeiter fielen die
Benzin-Gutscheine ein, die die Firma
im Rahmen der Kurzarbeit an ihre
Mitarbeiter verteilt.
Dahinter stand wiederum das Versprechen der Kirson-Geschäftsführung, die Nettoverdienstausfälle der
Mitarbeiter zu kompensieren. Hierfür
nutzt man die Ausgabe von Benzingutscheinen. „Pro Monat dürfen Arbeitgeber ihren Mitarbeitern einen Gutschein für Kraftstoffe, deren Wert 40
Euro nicht überschreiten darf, aushändigen“, stellt dazu Kirson-Geschäftsfüher Jörg Göhl klar. „Dieser ist dann
steuer- und abgabenfrei. Weil viele
Mitarbeiter durch die Kurzarbeit in
den meisten Monaten auf mehr als 40
Euro verzichten mussten und müssen,
gibt es für fast alle noch ein Guthabenpolster, welches in den kommenden
Monaten abgebaut werden muss.“
Beträge waren noch nicht verplant
Lintls Gedanke: Wenn es sich um ein
Guthabenpolster handelt, ist dieser
Teil des Einkommens noch nicht ausgegeben, in vielen Fällen wohl auch
noch nicht verplant. Außerdem, dachte der Mitarbeiter weiter, können die
Gutscheine nur in Benzin umgewandelt werden. Es handelt sich nicht um
Bargeld. Deshalb wandte er sich an die
Geschäftsführung. Die möge doch prüfen, ob man die Gutscheine als Spenden verwenden dürfe.
Als die Firmenleitung dies bejahte,
formulierte Lintl einen Aufruf und
schlug den Kollegen vor, seinem Beispiel zu folgen. Die Geschäftsleitung
von Kirson begrüßte die Initiative des
Abteilungsleiters und kündigte an, die
Spendensumme um 50 Prozent zu erhöhen.
Binnen zwei Wochen sammelten
die Mitarbeiter durch Verzichtserklärungen 1320 Euro, sodass mit der aufgerundeten Zulage durch den Arbeitgeber 2000 Euro zusammen gekommen sind. Geschäftsführer Jörg Göhl:
„Ich bin stolz, dass meine Mitarbeiter
sich in diesen Zeiten nicht nur untereinander solidarisch zeigen, sondern
auch einen freiwilligen Beitrag leisten,
um das Leid anderer, die ein weitaus
schwereres Schicksal zu tragen haben,
zu lindern.“ Um die mit viel Aufwand
qualifizierte Belegschaft aufgrund der
Wirtschaftskrise nicht abbauen zu
müssen, habe die Mauerner Kirson
GmbH sich zu Beginn des vergangenen Jahres für die Anmeldung von
Kurzarbeit entschieden. Aus Gründen
der Solidarität untereinander werde in
allen Bereichen der Firma kurzgearbeitet.
„Kurzarbeit hat aus Sicht der Betroffenen zwar den Vorteil, dass man
weniger Zeit am Arbeitsplatz verbringt und mehr Freizeit hat“, stellt
Göhl fest. „Von Nachteil ist jedoch,
dass sich das Nettoeinkommen spürbar reduzieren kann. Die Geschäftsleitung hatte der Belegschaft von Anfang
an versprochen, die Nettoverdienstausfälle durch Kurzarbeit zu ersetzen,
sofern die Ergebnisentwicklung dies
zulasse.“
Schwarzes Ergebnis
Göhl freut sich: „Weil Kirson in den
vergangenen Jahren kräftig investiert
hat, konnten die Ausgaben für technische Maßnahmen drastisch reduziert
werden, so dass trotz deutlich gesunkener Umsätze 2009 ein schwarzes Ergebnis möglich wurde.“
Und Raimund Lintl meint: „Ich
weiß, dass man Menschen zu einem
positiven Handeln anstoßen kann.“ Er
weiß auch, dass dies oft nicht einfach
ist. Gerade wenn es dabei um Geld
geht, fällt es Menschen oft schwer, Solidarität zu zeigen. Dennoch ist er
überzeugt, dass sich Hilfe für andere
lohnt. „Gemeinsam kann man Großes
erreichen.“
Schließlich weist Göhl noch auf ein
anderes Ereignis in der Kurzarbeitszeit
hin. Weil man bei Kirson immer wieder versucht, durch Neuerungen den
Markt-Herausforderungen zu begegnen, mussten Mitarbeiter des Unternehmens mit Lego-Bausteinen spielen.
Wobei, wie der Geschäftsführer einschränkt, das „Spielen“ nicht im kindlichen Sinne zu verstehen gewesen sei.
Tatsächlich mussten die Mitarbeiter
aus Lego-Steinen Schiffe bauen. Dabei
setzten sie sich mit Einspareffekten
u.a. in Produktion und Qualitätssicherung auseinander. Der Erkenntniswert
soll enorm gewesen sein.
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Bildung
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