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Da ist was im Wasser - Stadt Aachen

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Da ist was im Wasser
Einzelhandel Aachen
Viele potenzielle Mieter und Investoren
warten die Eröffnung des Centers Aquis Plaza ab, bevor sie sich für neue
Standorte in der Aachener City entscheiden.
Foto: ece
Von Bianca Diehl
Blick in die Zukunft: das neue Shoppingcenter Aquis Plaza im Stande der Vollendung.
D
ie Aachener Innenstadt lockt mit
Geschichte und Charme – nicht
nur Einheimische, sondern auch Besucher aus den angrenzenden Staaten des
Drei-Länder-Ecks. Das macht den Standort besonders attraktiv für Investoren.
„Mit seiner großen Anziehungskraft wird
das Aquis Plaza Aachens Position als
Einkaufsmetropole in der Drei-LänderRegion nachhaltig stärken“, formulierte
Alexander Otto, Vorsitzender der ECEGeschäftsführung, seine Erwartungen
beim ersten Spatenstich.
Das war im Mai vergangenen Jahres.
Das neue Shoppingcenter soll 29.200
Quadratmeter Fläche umfassen. Partner
bei dem 290-Millionen-Euro-Projekt
sind ECE und Strabag Real Estate. Geplant sind rund 130 Fachgeschäfte auf
drei Ebenen sowie ein Food-Court im
zweiten Obergeschoss. Das langfristige
Management des Aquis Plaza liegt in den
Händen der ECE. Endinvestor für das
Großprojekt ist die KG Farmsen, eine Beteiligungsgesellschaft der Familie Otto
sowie weiterer institutioneller und privater Investoren. Die Eröffnung des Cen-
ters ist für Herbst 2015/Frühjahr 2016
vorgesehen.
Darüber hinaus gibt es seit längerem
Planungen zum Bau eines Wohn- und
Geschäftshauses mit rund 2.000 Quadratmetern Verkaufsfläche zwischen den
A-Lagen Krämerstraße und Holz- beziehungsweise Dahmengraben am ehemaligen Standort des Parkhauses am Büchel.
Dass die derzeitigen Veränderungen in
der City teilweise zu Verunsicherung
führen, beschreibt Thomas Heckh, Leiter
Einzelhandelsinvestment Köln bei Jones
Lang LaSalle: „Das entstehende Aquis
Plaza wird nach wie vor kontrovers diskutiert. Auch bei dem in die Jahre gekommenen Parkhaus am Büchel, der geplanten Bel Etage, zeichnet sich keine
konfliktfreie Erschließung des GewerbeEnsembles ab. Nachdem die ursprüngliche Planung eines Hotels ad acta gelegt
wurde, ist nun neben Einzelhandel eine
wohnungswirtschaftliche Nutzung vorgesehen. Hinzu kommt, dass die Aachen
Arkaden nach wie vor nicht den erhofften Zuspruch der Bürger finden. Im
Gegenteil belegt das Center im jüngsten
Shoppingcenter Performance Bericht
2013 den letzten Platz unter bundesweit
245 untersuchten Centern.“
Bel Etage ist ebenfalls ein Projekt der
Strabag. Der Hintergrund, warum jetzt
hier statt eines Hotels Wohnungen entstehen sollen, ist eine Vereinbarung zwischen Stadt und ECE sowie Strabag für
das Projekt Aquis Plaza. Strabag und ECE
müssen als Ausgleich für den Abriss von
Wohngebäuden für das Center an anderer
Stelle neuen Wohnraum erstellen. Auch
wenn Strabag-Projektmanager Rainer M.
Schäfer offiziell erklärte: „Wir möchten
den historischen Stadtkern Aachens weiter beleben. Deswegen verfolgen wir nun
eine Kombination von Einzelhandelsflächen und Wohnbebauung.“
Das neue Center liegt am östlichen
Rand der Innenstadt; daher prognostizieren die Marktbeobachter eine Verschiebung des Fußgängerstroms mit
Auswirkungen auf die heutigen Top-Lagen wie Holz- und Dahmengraben.
Vor allem letzterer befindet sich derzeit etwas in der Krise. „Die aktuellen
Diskussionen über den vermeintlichen
Niedergang des Dahmengraben kommen nicht von ungefähr. In der Tat sind
die derzeitigen Leerstände nicht erfreulich. Zudem wird die Entwicklung des
Aquis Plaza sicherlich keine Entlastung
schaffen“, meint Heckh.
Die abwartende Haltung auf dem
Markt führt zu einer zunächst konstanten Entwicklung der Höchstmiete, die
zurzeit in der Adalbertstraße laut
BNPPRE bei 115 Euro pro Quadratmeter
liegt, die Kollegen von Comfort errechnen 108 Euro pro Quadratmeter. In der
Lage Holzgraben werden maximal 75
Euro pro Quadratmeter erzielt.
Auf dem Investmentmarkt wurden, abgesehen von kleineren Investments durch
regionale Käufer, in den letzten Jahren im
Vergleich zu ähnlichen Städten nur sehr
wenige Transaktionen getätigt. Zu den
realisierten Deals hat JLL Folgendes notiert: „In den 1A-Lagen und am Markt erreichen Einzelhandelsimmobilien derzeit
je nach Lage, Zuschnitt und Zustand der
Immobilie Kaufpreise bis zum 18,25-Fachen der Jahresnettomiete. Zwischen 2003
und 2006 lagen die entsprechenden Vergleichswerte noch beim 15,5-Fachen. Die
entsprechenden Nettoanfangsrenditen
liegen bei 4,7 beziehungsweise 5,6 Prozent.
Diese hohe Wertsteigerung spiegelt das
derzeit sehr geringe Angebot an guten Immobilien und die Zinssituation wider.“
immobilienmanager · 1/2 - 2014
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