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Maschinenkosten: Ansätze 2013 Was kosten Habitatbäume

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3/2013
Maschinenkosten:
Ansätze 2013
Was kosten
Habitatbäume?
Haftung des
Waldeigentümers
Gold Silber Bronze !
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I N H A LT
EDITORIAL
FORUM
4
EU-Holzhandelsverordnung
AKTUELL
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24
Binding Waldpreis 2013
geht ins Goms
Biodiversität im Wald
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Das Unternehmen Yarder AG
Zürcher Biberkonzept
WEITERE RUBRIKEN
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60
Die Seiten den WVS
Auslese
Aktuelles zum Thema Zecken
Der Aussenhandel
mit Rohholz 2012
Der Aussenhandel
aus regionaler Sicht
Aufruf zur Intensivierung
der Holzernte
WALD UND HOLZ
26
55
58
Der Wildapfel in der Philatelie
HOLZMARKT
20
AUS DEN REGIONEN
Habitatbäume
im Wirtschaftswald
Welche Kosten entstehen einem
Forstbetrieb durch den Erhalt von
Habitatbäumen im Wirtschaftswald?
REDAKTION,
ABONNEMENTE
032 625 88 00
Fax 032 625 88 99
Redaktion: tschannen@wvs.ch
Abonnemente: kaiser@wvs.ch
INSERATE
031 387 22 11
Fax 031 387 21 00
service.be@publimag.ch
Inserateschluss nächste
Ausgabe:
18. März 2013
Verjüngung von
Gebirgs-Fichtenwäldern
Schlitzförmige Bestandeslücken
bewähren sich
Wer war Hannß Carl
von Carlowitz?
Er gilt als Begründer des Nachhaltigkeitsprinzips in der Waldbewirtschaftung
«Bio-Hydraulikflüssigkeiten»
Stand des Wissens und Erfahrungen
Maschinenkosten
Die Tarife für 2013
Die Eiche im Klimawandel
2. Teil: Wie sich Jungeichen
an Trockenheit anpassen können
Haftung des Waldeigentümers
gegenüber Waldbesuchern
Kein grosses Problem, solange im
Wald keine «Werke» stehen
Titelbild
Forst-Spezialschlepper
im Einsatz bei Bottenwil
(Foto: Stephan Isler)
Liebe Leserin, lieber Leser
Der Skandal mit Pferdefleisch in Lasagneund anderen Hackfleischgerichten hat sich
ausgebreitet wie ein Ölfleck. Im Fernsehen habe ich eine Reportage über internationale «Fleischpanscherei» gesehen.
Ich kann und will hier nicht alle Details
wiedergeben. Nur so viel: Ich sass gerade
beim Frühstück, und der Appetit war
weg. Und: Für Fleischwaren gibt es offenbar keine funktionierende Chain of Custody, also keine Rückverfolgbarkeit der
Herkunft.
Später kam mir der zynische Gedanke:
Macht sich die Holzkette mit ihren Herkunftszeichen, Zertifizierungen und Handelsverordnungen das Leben nicht unnötig schwer? Der ökologische Fussabdruck
der Holzproduktion ist vielfach geringer
als derjenige der Fleischproduktion, und
mit Holz riskiert man weder Bauchkrämpfe
noch Rinderwahnsinn. Nur scheint die
Lobby der Technokraten und Umweltschützer mächtiger zu sein als die der
Holzkette – aber nicht mächtig genug, um
es mit der Fleischlobby aufzunehmen.
Und selbst wenn sich aufgrund des Fleischskandals etwas bewegen würde, wäre die
Wirkung begrenzt; denn es gibt genug
Leute, die bequeme Fertigmenüs vertilgen, ohne das Kleingedruckte auf der Packung zu lesen. Auch ich hatte kurz nach
der Fernsehreportage wieder Hunger, und
zwar nicht auf Tofu. Gewohn- und Gepflogenheiten lassen sich eben schwer ändern, und ich fürchte, das ist auch so bei
der Holzverwendung. Beim Holz muss zuerst der Preis stimmen, erst dann zählen
Umweltschutz und lokale Wertschöpfung.
Oder glauben Sie, ein Banker würde Ihnen
einen Kredit zu besonders günstigen Konditionen gewähren, nur weil Sie Ihr Haus
mit Holz bauen wollen, das eines der vielen Öko- und Herkunftslabel trägt?
Mit freundlichen Grüssen
Ferdinand Oberer
W A L D U N D H O L Z 3/13
3
FORUM
EU-Holzhandelsverordnung
Thema meines Editorials
Lasst die Sektkorken knallen!
In der Ausgabe 2/2013 von «WALD
und HOLZ» behandeln ein Artikel
von Ferdinand Oberer sowie der
Kommentar von Walter Tschannen
die neue EU-Holzhandelsverordnung,
die seit dem 3. März in Kraft ist.
Oberer konstatiert sachlich, dass die Verordnung der Schweiz grundsätzlich keine
Probleme bereitet und dass positive
Markteffekte zu erwarten sind. Tschannen dagegen beschwört ein bürokratisches Monster herauf. Er teilt einen polemischen Rundumschlag gegen jede Art
von Label aus, seien es Herkunfts-, Ökooder Legalitätslabel. Implizit drückt er
damit sein Missfallen gegenüber der Verordnung aus.
Man geht von einem Anteil an illegalem Holz global von etwa 20% aus. Dieses billige illegale Holz drückt den Holzpreis global im Durchschnitt um 20 bis
30%. Wenn ein so bedeutender Markt
wie die EU nun den Verkauf von illegalem
Holz verbietet, und in den USA gibt es ein
analoges Gesetz dazu (Lacey Act), dann
hat das Auswirkungen. Ein Label
«Schweizer Holz» ist ein reines Marketinginstrument. Dem Konsumenten
bleibt es unbenommen, ausländisches
Holz zu kaufen. Die EU-Verordnung dagegen ist geltendes Recht mit Strafandrohung. Das ist eine ganz andere Kategorie
bezüglich Wirksamkeit. Natürlich ist die
Verordnung unvollständig, da Umweltund Sozialstandards damit noch nicht ab-
gedeckt sind, aber sie ist ein Riesenschritt
vorwärts im Hinblick auf die globale
Nachhaltigkeit und im Hinblick auf «gleich
lange Spiesse» für heimisches Holz.
Und es braucht wachsame Umweltorganisationen, die darauf schauen, dass
die Verordnung auch richtig umgesetzt
wird. Die Verordnung entstand in einem
mehr als zehnjährigen politischen Prozess, in dem Forstleute und Umweltorganisationen ausnahmsweise mal am selben Strang gezogen haben. Die
Forstpartie hat gut daran getan, mit diesen mächtigen Playern zusammenzuspannen. Man sollte alte Feindbilder vielleicht gelegentlich überdenken.
Für die Forstbetriebe der EU wie auch
für die der Schweiz wird die Verordnung
direkte Folgen haben: Man erwartet tendenziell eine Erhöhung der Preise für legales Holz, insbesondere auch für das
Laubholz. Das ist ein echter Silberstreifen
am Horizont der darbenden Laubholzbetriebe.
Indem man an möglichen bürokratischen Prozeduren herumnörgelt, befasst
man sich mit einem eher unwichtigen Nebenaspekt. Es wäre vielmehr
angebracht gewesen, am Montag, dem
4. März, in allen Forstbetrieben die
Arbeit ruhen und die Sektkorken knallen
zu lassen. Das meine ich durchaus ernst,
denn das würde in etwa der Bedeutung
der EU-Verordnung auch für die Schweiz
gerecht werden.
Hubertus Schmidtke,
SILVACONSULT AG, 8402 Winterthur
war die ernüchternde Feststellung, dass
beim Holz immer mehr Deklarationen
verlangt werden (was das Holz tendenziell verteuert), während bei Konkurrenzprodukten wie Stahl oder Öl nach wie vor
kein Hahn danach kräht.
Betreffend den «unwichtigen Nebenaspekt der bürokratischen EUTR-Prozeduren» ist anzumerken, dass hier nach
wie vor viel Unklarheit herrscht. Die offizielle Anleitung für Inverkehrbringer und
Händler von Holz ist 27 Seiten stark, das
sieht nicht gerade unbürokratisch aus.
Ausserdem empfiehlt die EU den betroffenen Betrieben den Beizug von «Monitoring Organisationen», um die EUTR
korrekt umzusetzen. Diese Organisationen (Zertifizierer) können in der Tat schon
mal die Sektkorken knallen lassen, denn
da tut sich ihnen ein neues Geschäftsfeld
auf. Aber die Waldeigentümer und Holzverarbeiter? Warten wirs ab. Hoffen wir,
dass in den Entwicklungsländern Armut
und Korruption – die Triebfedern des illegalen Holzhandels – als Folge der EUTR
tatsächlich gebremst und nicht noch verschlimmert werden. Und hoffen wir, dass
die mächtigen Umweltorganisationen ihr
wachsames Auge auch ein wenig auf
jene Länder richten, wo wirklich grosse
Mengen an illegalem Holz hinfliessen.
Walter Tschannen
Holzschlag im Eggwald ob Eschenbach SG
Amoklauf
bei der Kronospan
Selbsternannte Experten
Den Medien war zu entnehmen, dass
sich Nachbarn wegen eines Holzschlags
in einem Privatwald im Eggwald ob
Eschenbach SG beschwert haben. Als
ehemaliger Waldrat und Vertreter des Privatwaldes in der Waldregion See stelle
ich einmal mehr fest, dass sich Privatpersonen berechtigt fühlen, die Sachkenntnis von Grundeigentümern sowie von
Revierförster Sepp Kuriger anzuzweifeln,
der ein langjähriges erfolgreiches Wirken
als Forstfachmann vorweisen kann.
Woher nehmen die selbsternannten
Experten sich dieses Recht? Ist diesen
Leuten eigentlich klar, dass es sich auch
beim Wald um Eigentum handelt, über
4
W A L D U N D H O L Z 3/13
welches der Eigentümer im Rahmen des
Waldgesetzes verfügen kann? Eigentümer von Privatwald haben jedes Jahr
Steuern und Abgaben zu entrichten und
müssen unter anderem auch Arbeiten
sowie Kosten für öffentlich begangene
Wege übernehmen. Die Erträge aus der
Holznutzung sind oftmals derart tief,
dass viele Eigentümer auf die Nutzung
ihres Waldes verzichten, was wiederum
«Waldliebhaber» veranlasst, nach mehr
«Ordnung» im Wald zu rufen. Diese arrogante Anspruchshaltung ist entschieden
zurückzuweisen.
Roman Ricklin, Benken SG
Am 27. Februar 2013 ereignete sich beim
Holzverarbeiter Kronospan AG im luzernischen Menznau eine folgenschwere
Schiesserei mit mehreren Todesfällen
und Verletzten. Waldwirtschaft Schweiz
und die Redaktion sind tief betroffen
und traurig. Wir entbieten den Mitarbeitenden der Kronospan und deren
Angehörigen unser herzlichstes Beileid;
mögen das Unternehmen und seine Mitarbeitenden rasch zu Kraft und Zuversicht zurückfinden.
Waldwirtschaft Schweiz
Redaktion und Verlag WALD und HOLZ
AKTUELL
■ Waldzustand verbessert
Der Zustand des Waldes in Deutschland
hat sich 2012 im Vergleich zum Vorjahr
verbessert. Der Anteil der Bäume mit
deutlichen Kronenverlichtungen ist von
28% im Jahr 2011 auf nun 25% gesunken. Erholt haben sich vor allem die Buchen. Der Kiefer geht es so gut wie noch
nie seit Beginn der Erhebungen im Jahr
1984. Eichen weisen hingegen schon
seit rund zehn Jahren einen schlechten
Kronenzustand auf; nur noch 17% der
Eichen weisen keine Schäden auf.
■ Um 1000 ha vergrössert
Das derzeit rund 2400 ha grosse Wildnisgebiet bei Dürrenstein in den nördlichen
Kalkalpen in Niederösterreich wird um
rund 1000 ha erweitert, die die Österreichischen Bundesforsten einbringen. Das
Gebiet gilt als grösster Fichten-TannenBuchen-Urwald Mitteleuropas. Die Erweiterungsflächen wurden bereits bisher
aufgrund ihrer topografischen Lage
(Talschlüsse, gebirgige Lage) nicht intensiv bewirtschaftet. Der Verzicht auf die
forstliche Nutzung sei mit Vertragsnaturschutz geregelt.
■ Mehr zertifiziertes Holz
Die finnische Forstindustrie will mehr zertifiziertes Holz aus den Tropen kaufen.
Ziel sei es, dass bis 2020 80% des Holzes
und der Fasern, die finnische Hersteller
aus tropischen Regionen verwenden, zertifiziert sind. Für die Aktivitäten finnischer
Zellstoffproduzenten in tropischen Ländern sollen zudem dieselben Regelungen
angewendet werden wie für die Betriebe
in Europa.
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Elmia-Leserreise
Für die «WALD und HOLZ»-Leserreise
an die Elmia Wood in Schweden (6. bis
9. Juni, siehe auch «WALD und HOLZ»
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Schutzwald in der Schweiz
Nach einheitlichen Kriterien ausgeschieden
Mit dem Projekt «SilvaProtect-CH» hat der Bund die kantonale Ausscheidung
von Schutzwäldern harmonisiert. Gleichzeitig ist ein neuer Verteilschlüssel für
die Bundessubventionen zur Schutzwaldpflege festgelegt worden.
Das Waldgesetz verpflichtet die Kantone,
Schutzwälder auszuscheiden. Die Funktionen und Kriterien, die ein Schutzwald
erfüllen muss, waren aber lange Zeit zu
wenig klar definiert – mit der Folge, dass
die Schutzwaldausscheidung von Kanton
zu Kanton sehr unterschiedlich erfolgte.
Mit dem Projekt «SilvaProtect-CH» ist
nun eine einheitliche Methode ausgearbeitet worden. Gemäss SilvaProtect-CH
ist ein «Schutzwald ein Wald, der ein anerkanntes Schadenpotenzial gegen eine
bestehende Naturgefahr schützen oder
die damit verbundenen Risiken reduzieren kann».
Die kantonale Schutzwaldausscheidung
gemäss harmonisierten, objektiven Kriterien des Bundes entspricht ca. 585 000 ha
Wald (49% der Gesamtwaldfläche). Die
Unterscheidung zwischen Schutzfunktion und besonderer Schutzfunktion ist
entfallen. Die Kantone müssen die überarbeiteten Schutzwaldperimeter in der
forstlichen Planung verankern. Naturgemäss ist der Anteil der Schutzwälder in
den Alpen besonders hoch: Im Wallis und
im Tessin beispielsweise haben knapp
90% der Wälder eine Schutzfunktion.
Aber auch städtisch geprägte Kantone
wie Zürich, Basel-Stadt oder Genf besitzen Schutzwälder. Ein Viertel aller
Schweizer Verkehrswege (Eisenbahnlinien und Strassen) sind potenziell Naturgefahren wie Rutschungen, Lawinen,
Felsstürzen oder Steinschlägen ausgesetzt. Der grösste Teil der Schutzwälder
dient dazu, Gebäude und Strassen vor
derartigen Ereignissen zu
bewahren.
Das Projekt SilvaProtect-CH legt den neuen
Verteilschlüssel für die
Bundessubventionen zur
Schutzwaldpflege fest.
Dieser Verteilschlüssel
kam bereits beim Abschluss von Programmvereinbarungen mit den
Kantonen im Rahmen
der Neugestaltung der
Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen NFA zur Anwendung. Von den Kosten
für den Unterhalt der Schutzwälder trägt
der Bund 40%, das sind knapp 60 Mio.
CHF pro Jahr. Der Rest soll von den Kantonen und den Nutzniesserinnen und
Nutzniessern des Schutzes (z.B. Gemeinden oder Betrieben des öffentlichen Verkehrs) übernommen werden. Leider werden zum Teil immer noch die Waldbesitzer
an den Kosten beteiligt.
Dem neuen Verteilschlüssel liegt eine
gleiche Gewichtung aller Prozesse zugrunde. Im alten Schlüssel waren die Prozesse noch verschieden gewichtet worden, je nach Güte der Modellierung bzw.
der Eingangsdaten. Daraus ergibt sich
eine leichte Umverteilung der Bundessubventionen zugunsten der FlachlandKantone und zulasten jener Kantone, wo
Gerinneprozesse vorwiegend von anderen
Prozessen wie z.B. Lawinen und Hangmuren überlagert werden, wie z.B. Graubünden und Wallis.
Für den Schutzwald wird im Waldgesetz eine minimale, nachhaltige Pflege
gefordert. Zur Qualitätssicherung orientiert sich das BAFU an der Wegleitung
«Nachhaltigkeit und Erfolgskontrolle im
Schutzwald NaiS» (Frehner et al., 2005).
NaiS gilt als Richtschnur für die Bewirtschaftung des gesamten ausgeschiedenen Schutzwaldes, unabhängig vom Anspruch auf Bundessubventionen.
red./Quelle: BAFU
Weitere Infos
www.bafu.admin.ch/silvaprotect
Foto: A. Douard
SCHLAGZEILEN
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5
AKTUELL
Der «andere» Blick auf den Baum des Jahres 2013
Der Wildapfel – die hölzige Rarität in der Philatelie
Der Wildapfel ist Baum des Jahres 2013. Ihm war eine Broschüre gewidmet, die der Ausgabe 12/2012 von WALD und
HOLZ beigelegt war. Was findet sich an Briefmarken-Sujets zu diesem Thema? Ein Blick in die Sammlung «Wald und
Forstwirtschaft» von Koni Häne, Förster, 8966 Oberwil-Lieli.
Links:
Blühender
Wildholzapfel
Rechts:
Stilisierter
Wildholzapfel
Die Ende April bis Mitte Mai blühenden, fast kreisrunden und
wohlriechenden Doldentrauben sind in der Anzahl eher spärlich. Die Blüten sind innen weiss und aussen hellrosa. Die im
Gegensatz zum Kulturapfel auf der Unterseite wenig bis gar
nicht behaarten, wechselständigen, oben zugespitzten Blätter
sind oval und 4–10 cm lang und bis 5 cm breit und am Rand
kerbig gesägt. Die 2–4 cm grossen, kurzstieligen, rundlichen
Scheinfrüchte (Äpfel) sind gelblich grün und auf der Sonnenseite leicht rotwangig. Links ein Prärie-Holzapfel.
Kulturgeschichte und Verwendung
Auf dem kurzen, häufig gekrümmten und
gewundenen Baumstamm wächst eine
schirmförmige, breite Krone mit sperrigen
und meist mit abstehenden Dornen versehenen Ästen. Oft wachsen sie auch
strauchförmig. Als Baum kann der Wildapfel 5–10 m hoch werden, und er wird
höchstens 100 Jahre alt. Seine in der Jugend hellrotbraune, später graubraune,
dünne Rinde ist rissig und aufgeschuppt.
Ökologische Bedeutung
Steinkauz auf Mausjagd
Fledermaus im Baumgeäst
Dachs auf Futtersuche
Klarheit zur Existenz des Apfels belegen Funde aus der Jungsteinzeit, wo in prähistorischen Siedlungen verkohlte Apfelreste ausgemacht werden konnten. Es wird angenommen, dass Siedler vor
etwa sechs Jahren mit der Kultivierung des Wildapfels begannen.
Allerdings konnte bis heute nicht mit Sicherheit belegt werden, dass
unser Kulturapfel vom europäischen Wildapfel abstammt. Genetische Untersuchungen deuten eher darauf hin, dass der Kulturapfel
ein Kreuzungsprodukt aus südwestasiatischen Wildäpfeln ist.
Unterirdische Mühlen, Col-des-Roches NE.
Das im Splint rötlichweisse, im Kern rotbraune, feinfaserige, jedoch meist drehwüchsige Holz fand wegen seiner Härte Verwendung bei Drechslern und Tischlern.
Diese kreierten daraus Zahnräder für Uhren,
Göpelwerke (Tretmühlen) sowie Schrauben.
6
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Besonders Höhlenbrüter
schätzen die relativ häufig
auftretenden Stammhöhlen und Stammlöcher als
Brutstätte, so beispielsweise der Steinkauz. Aus
dem gleichen Grund
schätzen sie auch Fledermäuse als Tagesquartier.
Die Früchte dienen zahlreichen Tieren als Nahrung. Den Jägern ist diese
Baumart als zusätzliches
Wildfutter willkommen.
AKTUELL
Der Name
«Apfel»
Branchenlösung Forst
Rezertifizierung beginnt
Die «Branchenlösung» ist in die Jahre gekommen. WVS (Waldwirtschaft
Schweiz) und FUS (Forstunternehmer Schweiz) als Trägerschaft sind von der
EKAS (Eidg. Koordinationskommission für Arbeitssicherheit) aufgefordert
worden, die Branchenlösung zu rezertifizieren.
Im Verlauf der Zeit wurde die althochdeutsche Bezeichnung für den Apfelbaum
von «aful», «afil» oder «afful» in «apholtra» oder «affaltra» abgeleitet. Letzteres
setzt sich aus dem keltischen «afal» (Apfel)
und «tra» (Baum) zusammen. Ortschaften
wie beispielsweise «Apfeldorf», «Apfelbach» und «Apolda» sowie Orts- als auch
Geschlechtsnamen wie «Affeltrangen»
und «Affeltranger» oder «Affoltern» und
«Affolter» zeugen von der engen Verbundenheit der Landsleute mit dem Apfelbaum.
Es gibt sie seit bald 16 Jahren, die Branchenlösung Sicherheit und Gesundheitsschutz der Schweizerischen Forstwirtschaft. Sie wurde im Juli 1997 von der
EKAS genehmigt. Über den WVS sind
inzwischen die meisten öffentlichen
schweizerischen und liechtensteinischen
Forstbetriebe dieser Lösung per Vereinbarung und Eintrittspreis beigetreten. Die
Forstunternehmungen vollzogen – und
vollziehen noch immer – auf die gleiche
Weise ihren Beitritt über das Sekretariat
der Forstunternehmer Schweiz.
Restrukturierungen der öffentlichen
Betriebe (Zusammenlegungen) führen
seit Jahren zu einer Abnahme der Zahl an
aktiven Branchenlösungsnehmern. Die
Zahl der Forstunternehmungen ist als
Folge von Betriebsaufgaben und Neugründungen schwankend. Insgesamt sind
heute über alles gesehen (öffentlich und
nicht öffentlich) etwas über tausend aktive Forstbetriebe der Branchenlösung
beigetreten.
Die Umsetzung der organisatorischen
und sicherheitstechnischen Massnahmen
innerhalb der angeschlossenen Betriebe
sowie das dauernde Aktualisieren des
Handbuches sind selbstverantwortliche
Aufgaben der Betriebsleiter. Einer Auflage der EKAS-Genehmigung entsprechend wurden von der Trägerschaft bei
10% aller beigetretenen Betriebe Audits
durch Spezialisten der Arbeitssicherheit
veranlasst.
2005 hat die Trägerschaft – einer Forderung der EKAS Folge leistend – das erwähnte Handbuch neu herausgegeben.
Nebst einer neuen Gliederung wurde
dabei auch ein grösserer Ordner verwendet. Die registrierten Betriebe erhielten
dieses Mittel kostenlos zugestellt.
Die Branchenlösung Forst ist ein nicht
mehr wegzudenkender Bestandteil der
forstlichen Betriebsführung geworden
und wird daher von den Mitarbeitern des
Vollzugsorgans (Forst: Suva) bei Betriebskontrollen geprüft. Auch machen verschiedene Auftraggeber von forstlichen
Arbeiten sowie Zertifizierungsorgane die
Teilnahme an der Branchenlösung zur Bedingung. Ohne gehts nicht mehr!
Einige Fakten …
• Die Verordnung über die Verhütung
von Unfällen und Berufskrankheiten
(VUV) bildet die Grundlage, auf welcher die EKAS-Richtlinie 6508 steht.
Diese wurde 2007 revidiert. Sie konkretisiert die Pflichten des Arbeitgebers
zum Beizug von Spezialisten der Arbeitssicherheit.
• Forstbetriebe sind Betriebe mit besonderen Gefährdungen. Der Arbeitgeber
hat Spezialisten der Arbeitssicherheit
beizuziehen.
• Der Arbeitgeber, in dessen Betrieb besondere Gefährdungen auftreten und
der weniger als zehn Mitarbeitende beschäftigt, weist die getroffenen Massnahmen mit einfachen Mitteln nach.
… und was sich daraus ergibt:
Im letzten Punkt wird ersichtlich, dass für
die meisten Forstbetriebe das «Nachweisen der getroffenen Massnahmen mit einfachen Mitteln» zutreffend sein wird.
Eine Aktualisierung des Handbuchs wird
nötig. Die anstehende Weiterentwicklung
bedingt eine Neuregelung des bisherigen Finanzierungsmodells. Es werden
verschieden Varianten geprüft. Die Betriebsleiter (in aller Regel) nehmen die
Funktion der KOPAS (Kontaktperson der
Arbeitssicherheit) wahr und müssen periodisch weitergebildet werden.
Was lange währt, wird nicht automatisch gut! Es gilt, so will es die EKAS, die
Branchenlösung zu rezertifizieren. Die
Trägerschaft ist sich bewusst, dass dieses
bewährte Mittel zugunsten des Arbeitnehmerschutzes reaktiviert und angepasst werden muss. Eine Arbeitsgruppe
mit Vertretern von WVS, FUS und VSF
(Verband Schweizer Forstpersonal) hat
sich darum unter Leitung eines externen
Spezialisten ans Werk gemacht. Mit dem
Ziel, die Rezertifizierung bei der EKAS
fristgerecht beantragen zu können. Die
Forstbetriebe werden über «WALD und
HOLZ» auf dem Laufenden gehalten
sowie zu gegebenem Zeitpunkt direkt
angeschrieben.
Stephan Isler, WVS
W A L D U N D H O L Z 3/13
7
Bereichsleiter Stamm- und
Bereichsleiter Stamm- und Industrieholzverkauf
Industrieholzverkauf 80–100%
80 – 100 %
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Basel
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W A L D U N D H O L Z 3/13
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FOTO DES MONATS
Das Foto des Monats stammt diesmal
von Florim Sabani, Vorstudienpraktikant
HAFL am Forstrevier Rohrschach SG.
Er schreibt dazu: «Wunderbar setzt sich
der Rauptrac mit dem Maschinisten
knapp unterhalb der Nebelgrenze im
‹Scheller› in Szene.»
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Sie uns dieses zu (Redaktion «WALD und HOLZ», Rosenweg 14, 4501 Solothurn, oder tschannen@wvs.ch). Den Einsendern, deren Aufnahme hier erscheint, winken
als Prämie wahlweise entweder Fr. 50.– oder aber sie bekommen «WALD und HOLZ» ein Jahr lang gratis (Normal-Abopreis Fr. 89.–).
AUS DEM BLÄTTERWALD
Holz aus dem Schutzwald
Waldvignette kommt an
Wegen 300 Franken
Die Nachfrage nach Brennholz steigt auch
im Oberwallis seit einigen Jahren stetig an.
Lange war sie umstritten, doch die freiwillige Waldvignette kommt gut an. Gemeinden unterstützen das Projekt.
Trotz Bauboom harzt das Geschäft bei einheimischen Produzenten und Sägereien gewaltig.
Inzwischen ist die Nachfrage nach «Restholz» von minderer Qualität so stark angestiegen, dass man in einzelnen Forstrevieren
des Oberwallis Engpässe bei der Versorgung der neuen zentralen Holzverbrennungsanlagen befürchtet. Laut Gerhard
Schmid, Präsident des Oberwalliser Waldwirtschaftsverbandes, liegt dies auch an der
gegenwärtig praktizierten Schutzwaldpflege. «Dort wird nur das Nötigste gemacht, statt in einer Mischrechnung eine
breitere Holzgewinnung zu betreiben». Gerade in Zeiten der Energiewende müsste
der Kanton laut Gerhard Schmid die gründlichere und darum nachhaltigere Nutzung
des Waldes mit einem Seilkranbeitrag fördern. «Wenn man Holz aus dem Wald
fliegt, dann ist man aus Kostengründen geneigt, nur das Nötigste zur Schutzwaldpflege zu machen. Bei einer Seilkraninstallation liesse sich neben dieser Pflegefunktion
gleichzeitig die Holznutzung intensivieren.»
Diese Strategie würde sich seiner Meinung
nach längerfristig sogar rechnen.
Die Einführung einer Waldvignette hatte
2012 zu hitzigen Diskussionen geführt. Regierungsrat Andreas Rickenbacher bezeichnete sie gar als «Schildbürgerstreich». Doch
die Charme-Offensive der Berner Waldbesitzer (BWB) zeigt nun Wirkung: «Wir
haben schon mehr als 100 Vignetten verkauft», so Initiant Stefan Flückiger, Geschäftsführer der BWB. Die Gemeinde Lauterbrunnen hat weitere 100 Vignetten
bestellt, weil es in Lauterbrunnen viel Wald
und viele Freizeittouristen gibt. Mit der freiwilligen Vignette können sich Erholungsuchende für 20 Franken im Wald erholen
und gleichzeitig die Waldbesitzer für die
Pflege des Forstes mit einem Beitrag entschädigen. Die Mehrheit der bisherigen
Käufer stammt aus Stadt und Agglomeration Bern. Darunter auch Biker wie Daniela
Camponovo: «Die Diskussion über das
Bikeverbot hat mir bewusst gemacht, dass
es für einen gesunden Wald aufwendige
Forstarbeiten braucht. Darum habe ich die
Vignette gekauft.»
Josef Wyss von den Säge- und Hobelwerken Josef Wyss AG in Büron kennt die angespannte Marktsituation aus eigener Erfahrung. «Derzeit ist der Rohstoff Holz für
uns sehr teuer, wir können den Lieferanten
keinen so hohen Preis bezahlen, wie sie dies
gern hätten.» Die Konsequenz: Es wird weniger geholzt, und die Sägereien, die schon
mit der ausländischen Konkurrenz zu
kämpfen haben, sind nicht einmal mehr
ausgelastet. «Manche Sägereien werden
das nicht überleben», prophezeit Wyss.
«Auch in die Produktionstechnik wurde zu
spät investiert, besonders im Holzleimbau»,
sagt Wyss weiter, der 2006 mehrere Millionen Franken in die Modernisierung seines
Sägewerks investierte, das zu den drei
grössten im Kanton Luzern gehört. Wyss
kritisiert das Verhalten mancher Zimmereien: «Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus, das rund 10 m3 Holz benötigt,
käme Schweizer Holz nur rund 300 Franken
teurer als ausländisches – das sollte man
sich doch leisten können.»
W A L D U N D H O L Z 3/13
9
AKTUELL
Foto: S. Magnani
Binding Waldpreis zum Thema Schutzwaldpflege
Forst Goms ausgezeichnet
Die Betriebsgemeinschaft Forst Goms
im Oberwallis erhält den mit 200 000
Franken dotierten Binding Waldpreis
Die drei Bereichsleiter von Forst Goms
(v.l.n.r.): Fredy Zuberbühler (Ökologie),
Tony Jentsch (Technik), Willy Werlen (Verwaltung, Geschäftsführer)
2013. Mit dem Preis wird die langjährige und pionierhafte Schutzwaldpflege im Goms ausgezeichnet.
Dauerhafter Schutzwald dank
gezielter Pflege
Ein gleichförmiger und ungepflegter Wald
ist als Schutzwald ungeeignet. Darum besteht eine zielorientierte Schutzwaldpflege darin, mit durchdachten forstlichen Eingriffen einen stufigen Bestand
mit kleinen Lücken und stabilen Baumgruppen zu schaffen. Im Goms sind diese
in besonders schöner Form zu sehen. Innerhalb der Gruppen (Rotten) wachsen
alte und junge Bäume nebeneinander.
Die Lücken lassen genügend Licht auf
den Waldboden, damit junge Bäume
nachwachsen können. Damit ihre Triebe
nicht zu stark abgefressen werden, drängt
sich eine Regulierung des Wildbestands
auf. Unter anderem wird auf die Winterfütterung verzichtet. Die natürliche Verjüngung, vorzugsweise im Totholz, ist
heute ohne Weiteres gewährleistet.
Vorbild für nationale Richtlinien
Weil die Wirksamkeit der getroffenen
Massnahmen hoch ist und die Kosten gering sind, ist die Waldpflege im Goms zusätzlich vorbildhaft. Rund zwanzig Mal
teurer wäre es, die Schutzwirkung des
10
W A L D U N D H O L Z 3/13
Foto: U. Wehrli
Die Medien erhielten Ende Februar Einblick
in die Schutzwaldpflege bei Reckingen.
Foto: W. Werlen
Seit mehr als einem Vierteljahrhundert
pflegen die Gommer Forstleute ihre
Schutzwälder vorausschauend und leisten
damit einen wichtigen Beitrag zum Schutz
der Bevölkerung vor Naturgefahren. Forst
Goms ist es gelungen, die alten Bannwälder, in denen jegliche Nutzung verboten
war, in moderne Schutzwälder umzuwandeln. Dank der gut dokumentierten Eingriffe sind heute Erfolgskontrollen und
differenzierte Pflegemassnahmen möglich – eine Pionierleistung. Die Waldbewirtschaftung ist darauf ausgerichtet,
einen dauerhaften und stabilen Schutzwald zu erhalten, die ökologischen Potenziale zu berücksichtigen und das geerntete Holz sinnvoll zu nutzen und zu
vermarkten. Dieses vorbildliche Handeln
von Forst Goms wird nun mit dem Binding Waldpreis ausgezeichnet.
Waldes durch Lawinenverbauungen zu
erreichen, statt die Wälder zu pflegen.
Abgesehen davon ist die regionale Wertschöpfung bei der Schutzwaldpflege viel
höher. Der Bannwald von Ritzingen
spielte und spielt darum als eines von
zwei Fallbeispielen in der Entwicklung der
nationalen Wegleitung für die Praxis
«Nachhaltigkeit und Erfolgskontrolle im
Schutzwald (NaiS)» eine wichtige Rolle.
Die Richtlinien sind heute landesweit
massgebend für die Vergabe von Bundesgeldern an die Forstdienste.
Zuberbühler (Ökologie) und Tony Jentsch
(Technik), sowie ihre Mitarbeitenden ihr
Fachwissen spezialisieren können. Die
Grösse des Betriebes und das vielfältige
Angebot erlauben es zudem, 14 qualifizierte Ganzjahres- und 14 Saisonstellen
anzubieten sowie Lehrlinge auszubilden.
Ein einheitlicher Auftritt und eine gute
Kommunikation erhöhen den Bekanntheitsgrad und die Verwurzelung in der
Region.
Quelle:
Sophie und Karl Binding Stiftung
Geeignete Betriebsstrukturen
Nur ein funktionstüchtiger Betrieb ermöglicht eine hervorragende Schutzwaldpflege. Dank der Bildung der Betriebsgemeinschaft Forst Goms im Jahr
2011 ist es möglich, dass die drei Revierförster und Bereichsleiter, Willy Werlen
(Verwaltung und Geschäftsführung), Fredy
Am Donnerstag, dem 6. Juni 2013, ab
14.30 Uhr wird Forst Goms in Basel (Merian Park, Botanischer Garten Brüglingen)
den 27. Binding Waldpreis offiziell entgegennehmen.
AKTUELL
18. SVS-Naturschutztagung
Biodiversität im Wald in der Praxis
Die Naturschutztagung des Schweizer Vogelschutzes SVS/BirdLife
Schweiz war dem Thema «Biodiversität im Wald – Umsetzung in die Praxis» gewidmet. Ein grosser Block behandelte das Thema Alt- und Totholz
im Wald.
Totholz ist für rund 5000 Arten, einen
Viertel aller Waldarten, ein unverzichtbarer Lebensraum. Christoph Monning aus
Freising erläuterte die mehrjährigen Untersuchungen zu Schwellenwerten in
Bergmischwäldern ab 600 m ü.M., welche in Zusammenarbeit des Nationalparks Bayrischer Wald mit der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft und
den Bayerischen Staatsforsten erarbeitet
wurden. Untersucht wurden die Auswirkungen der Beschaffenheit des Kronendaches, die Habitattradition, Menge, Dimension und Zersetzung des Totholzes,
die Präferenz von gewissen Baumarten
sowie der Einfluss von Höhlen auf Höhlenbrüter verschiedener Artengruppen.
Dabei konnten Schwellenwertbereiche
ermittelt werden, in denen sich der
stärkste Anstieg des Vorkommens der
Artengruppen manifestierte. Unter dem
Schwellenwert ist das Niveau für die
meisten Arten nicht nachhaltig. Es gibt
aber immer auch Spezialisten, die deutlich höhere Mengen brauchen als die
Schwellenwerte. Die fundierten Untersuchungen belegten, dass die meisten Totholzbewohner mindestens 30–60 m3 Totholz pro Hektare benötigen. Bei diesen
Mengen sind auch die Struktur- und die
Standortvielfalt des Totholzes wesentlich
grösser, was sofort für viel mehr Arten
Lebensraum bietet.
Auch bei den Baumhöhlen ist eine Verdoppelung von höhlenbrütenden Vogelarten zu verzeichnen ab mindestens fünf
Baumhöhlen pro Hektare. Ebenso konnte
nachgewiesen werden, dass in Wäldern
mit einer Habitattradition mehr Pilzarten
vorkommen als in Wäldern ohne.
Rund 5000 Arten sind im Wald auf stehendes und liegendes Totholz angewiesen.
verbunden mit Altholzinseln und Biotopbäumen basiert. Sie empfiehlt dabei, 2–3
Altholzinseln mit einer Mindestgrösse
von 1 ha/km2 zu schaffen und diese wiederum mit 5–10 Biotopbäumen pro Hektare zu vernetzen. Dieser Vernetzung
kommt entgegen, dass die Totholzwerte
in der Schweiz in den letzten Jahren
deutlich gestiegen sind. Doch vor allem
im Mittelland und im Jura reichen sie
noch nicht an die Schwellenwerte heran.
Daher gleist der Kanton Waadt ein Altund Totholzkonzept auf. Dies ist nicht
einfach, da vielfach Meinungen vorhanden sind, wie z.B. dass die Bevölkerung
nur gepflegte Wälder will, dass Totholz
primär ein Sicherheitsproblem sei, dass
Eigentümer sich nicht langfristig verpflichten möchten oder dass eine Umsetzung bei kleiner Parzellengrösse viel zu
kompliziert sei. Dem begegnet das kantonale Forstamt mit Unterlagen zu den
Themen Waldreservate, Altholzinseln
und Biotopbäume, mit einer Kartierung
zu den Hotspots der Biodiversität, mit finanziellen Anreizen und nicht zuletzt mit
Geduld und Ausdauer.
Alt- und Totholzkonzept
Aus Erfahrung lernen
In der Schweiz arbeitet Rita Bütler vom
Kantonsforstamt Waadt und von der Forschungsanstalt WSL seit Langem intensiv
am Thema Totholz. Sie präsentierte ein
Alt- und Totholzkonzept für die Schweiz,
das auf einem Netz von Waldreservaten,
Während in der Schweiz die Ideen zu Altund Totholzkonzepten erst am Gären
sind, werden diese in Deutschland seit
Längerem umgesetzt (siehe www.waldwissen.net). Hessen kann auf eine 30-jährige Tradition zurückblicken, in anderen
Bundesländern – so auch in Bayern und
Baden-Württemberg – wurde die Umsetzung solcher Konzepte in den letzten
10–15 Jahren forciert.
Ein konkretes Beispiel für die Umsetzung eines Totholz- und Biotopbaumkonzeptes seit 15 Jahren präsentierte Bernhard Rückert von der Städtischen
Forstverwaltung Lohr am Main. Seine Erfahrungen sind repräsentativ für die
meisten Umsetzungen von Alt- und Totholzkonzepten. Lohr am Main ist eine
Touristenstadt und liegt am Spessart,
einem sehr grossen Waldgebiet am Main.
Der 4000 ha grosse Stadtwald wird im
Dauerwaldsystem bewirtschaftet und ist
FSC-zertifiziert. Der Wald besteht aus
rund zwei Dritteln Laubwald mit Buche
und Eiche und einem Drittel Nadelholz.
Jährlich werden rund 30 000 m3 Holz geschlagen. Seit 1994 liefert der Betrieb
einen sich ständig erhöhenden Reinertrag in die Stadtkasse ab. Vor 15 Jahren
beschloss der Stadtrat, dass im Wald
Ökonomie und Ökologie gleich zu gewichten seien. Unter anderem erarbeitete das Forstamt dazu ein Alt- und Totholzkonzept, das zuerst völlig unpopulär
war, und zwar sowohl bei der Bevölkerung als auch beim Stadtrat sowie bei
den eigenen Mitarbeitenden im Betrieb.
Das Konzept sieht vor, dass ausgewählte
Flächen im Betrieb als wichtige Trittsteine
der Nutzung ganz oder teilweise entzogen werden. Diese werden über VerW A L D U N D H O L Z 3/13
11
AKTUELL
In Lohr am Main werden die zehn Biotopbäume pro Hektare mit einer grünen Wellenlinie gekennzeichnet.
tragsnaturschutzprogramme teilweise abgegolten. Auf der ganzen Fläche wird
Totholz über 20 cm Stammdurchmesser
und überirdisch angereichert, und es
werden Biotopbäume ausgeschieden.
Langfristig wird auf der ganzen Fläche
eine Mindestmenge von 20 m3/ha Totholz angestrebt.
Dauerhaft markieren
Die Biotopbäume werden mit einer grünen
Wellenlinie rund um den Baum gekenn-
zeichnet. Für eine dauerhafte Sicherung
nachkommender Biotopbäume werden
bereits in den jüngeren Waldbeständen
«Biotopbaumanwärter» markiert. Ein mittelfristiges Ziel sind mindestens zehn Biotopbäume pro Hektare. In nicht wenigen
grösseren Beständen sind heute schon
auch einmal über 20 Biotopbäume aller
Durchmesser zu finden. Ab sieben Biotopbäumen pro Hektare gibt es vom
Lande Bayern Fördergelder.
Wichtig sei, dass Biotopbäume gezeichnet sind. Alle schon gezeichneten
Bäume werden beim Auszeichnen eines
Hiebes (alle 3–5 Jahre) erneuert, manche
Bäume neu hinzugefügt. Die Erfahrung
lehrt, dass nicht gezeichnete Bäume
schnell «von der anderen Seite angegangen», als Biotopbaum übersehen und gefällt werden. Es empfiehlt sich, die Kennzeichnung im Betrieb (Zeichen und Farbe)
zu vereinheitlichen. Grundsätzlich würden Kollegen zuerst immer gegen die
Kennzeichnung sprechen: Der Wald würde
zu bunt. Dem sei zu entgegnen, dass oft
die buntesten Wälder die der Kollegen
ohne Biotopbäume sind, die Farbe dunkelgrün nicht weiter auffalle und bunte
Farbe bei sehr vielen tatsächlich nutzlosen Zeichen im Wald gespart werden
könne.
Um ein solches Konzept umsetzen zu
können, war zuerst einmal die Schulung
der eigenen Mitarbeiter nötig. Insbesondere ältere Mitarbeiter, welche jahrelang
daran gewöhnt waren, den Wald aufzuräumen, bekundeten mit der neuen Situation zuerst Mühe. In regelmässigen Kursen wurde der Umgang mit Totholz und
Biotopbäumen – aber auch deren Bedeutung als Lebensraum für die verschiedenen Artengruppen – aufgezeigt. Weil
Biotopbäume gekennzeichnet sind, ergeben sich eher weniger Unfälle beim Holzen. Man nähme potenzielle Gefahren
bewusster war. (Von über 1091 Unfällen
in Bayern und Hessen sind nur 4,8% auf
Totholz zurückzuführen.)
Da Lohr eine Touristenstadt ist, war ein
aufgeräumter Wald zuerst auch für den
Stadtrat wichtig. Öffentlichkeitsarbeit
war hier der Schlüssel zum Erfolg. Waldrundgänge mit dem Stadtrat, Rede und
Antwort stehen in Stadtratssitzungen,
regelmässige Artikel in den Lokalzeitungen, Führungen auch für Touristen und
Informationstafeln vor Ort sind nur ein
Teil der Palette an Massnahmen dazu.
Auch wurden mit Schulklassen und Kindergruppen Biotop- und Höhlenbäume
gesucht und gekennzeichnet. Heute
kommen Touristen, um den Naturwald zu
sehen und der Stadtrat stützt das Konzept. Ziel sei es, dass der Schutz der Natur
und Ökonomie möglich sind. Die Natur
sei ein Teil der Sozialpflichtigkeit des
Waldeigentums. Der Schutz natürlicher
Grundlagen sei aber auch Staatsaufgabe.
Der Verzicht auf Einnahmen durch die
Holznutzung müsse daher zumindest teilweise ausgeglichen werden. Deutlich war
spürbar, dass ein Alt- und Totholzkonzept
nicht von heute auf morgen umgesetzt
wird, dass aber nach den ersten schwierigeren Jahren heute eine deutliche Akzeptanz von allen Beteiligten da ist und die
Umsetzung letztendlich zum Selbstläufer
wird.
Referate und Zusammenfassungen der
Tagung sind auf der Website des Schweizer Vogelschutzes SVS unter www.birdlife.ch/wald zu finden.
Christa Glauser, SVS
IM RÜCKSPIEGEL
Die Wehranleihe war ein ausserordentlicher Kriegskredit über 235 Mio. Fr., den
die Eidgenossenschaft 1936 für zusätzliche
Rüstungsinvestitionen bewilligte und zu
3% verzinste. Hintergrund war die Kriegsgefahr, die vom nationalsozialistischen
Deutschland ausging.
Gesehen in «Der Holzmarkt» 2 vom
9. Oktober 1936.
Kurz zuvor war der Schweizer Franken
schlagartig um 30% abgewertet worden,
was die Wirtschaft (v.a. die Exporte) und
den Tourismus ankurbelte und damit die
Wirtschaftskrise beendete.
12
W A L D U N D H O L Z 3/13
Kanton St.Gallen
Volkswirtschaftsdepartement
Die Gemeinde Ferrera sucht per 1. Mai 2013
oder nach Vereinbarung einen einsatzfreudigen
Die Waldregion 5 Toggenburg sucht auf 1. Juli 2013 oder nach
Vereinbarung eine/n
FORSTWART
Revierförster/in
Wir erwarten:
– abgeschlossene Berufslehre als Forstwart
– Flexibilität und Teamfähigkeit
– Erfahrung im Seilkranbau sowie Umgang mit
Bau- und Kommunalmaschinen
– Einsatzbereitschaft in sämtlichen kommunalen
Bereichen
– Wohnsitznahme in der Gemeinde
– Bewerber mit Familie werden bevorzugt
Ihre Hauptaufgabe
Sie betreuen in einem Teilpensum den Privatwald im Forstrevier Mogelsberg. Dies umfasst eine Waldfläche von 960 ha
mit rund 650 Parzellen. Die durchschnittliche Holznutzung
liegt bei 8’100 fm. Zusätzlich übernehmen Sie Aufgaben und
Projekte im ganzen Gebiet und unterstützen verschiedene
andere Revierförster. Die Aktivierung des Privatwaldes und
die Förderung von gemeinsamen Holzschlägen ist ein Teil
Ihrer Tätigkeit. Im Jahr 2014 ist vorgesehen, dass Sie die
Betriebsleitung des Forstbetriebs Staatswald im Gebiet Mogelsberg (200 ha; Hiebsatz 1’200 fm) übernehmen.
Wir bieten:
– einen ganzjährigen Arbeitsplatz in jungem
Team
– zeitgemässe Anstellungsbedingungen
– modern eingerichteten Werkhof und Maschinenpark
– Miete einer Dienstwohnung in der Fraktion
Innerferrera
Bitte richten Sie Ihre schriftliche Bewerbung
mit den üblichen Unterlagen bis 15. März 2013
an die Gemeinde Ferrera
Gemeindekanzlei
7444 Ausserferrera
Weitere Informationen erhalten Sie unter
www.ferrera.ch oder bei Revierförster Thomas
Voneschen.
Telefon 081 667 12 16 – Natel 079 598 17 87
E-Mail: thvoneschen@bluewin.ch
(Pensum 100 Prozent)
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• Abschluss als eidgenössisch diplomierte Försterin HF/
diplomierter Förster HF oder eine gleichwertige Ausbildung
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selbständiger Arbeit
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sowie Verhandlungsgeschick
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• Anstellungsbedingungen nach dem kantonalen Personalrecht
Ihre Bewerbungsunterlagen senden Sie bitte bis 22. März
2013 an die Waldregion 5 Toggenburg, Hofstrasse 5, 9642
Ebnat-Kappel. Regionalförster Christof Gantner gibt Ihnen
gerne weitere Auskünfte unter Telefon 058 229 90 97. Ergänzende Informationen zur Waldregion 5 finden Sie auch
unter www.waldregion5.sg.ch.
Stellen beim Kanton St.Gallen: www.stellen.sg.ch
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der Limmat. Zusammen mit Zivildienstleistenden verwirklichen wir Projekte zur Aufwertung und Pflege von
Naturschutzgebieten. Zur Verstärkung unseres Teams
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Leitung von Projektwochen in der ganzen Schweiz
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Ausbildung als Landschaftsgärtner, Forstwart o.ä.
Führerausweis, Erfahrung im Umgang mit Maschinen
Bewerbungsfrist: 20. März 2013.
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13
AKTUELL
Bald ist wieder Hochsaison
Aktuelles zum Thema Zecken
Alle Jahre wieder kommen mit der Wärme auch die Zecken und damit die bekannten Gefahren. Nach wie vor sind die üblichen Schutzmassnahmen zu beachten wie etwa das Absuchen der Haut auf Zecken und die Impfung gegen
die FSME. Doch es wird auch nach neuen Mitteln geforscht.
So läuft in Deutschland und in Österreich
eine Studie mit einem antibiotischen Gel.
Dieses wird nach Entfernen der Zecke auf
die Stichstelle aufgetragen, um die beim
Stich übertragenen Borrelien zu bekämpfen und so zu verhindern, dass es zu einer
Erkrankung kommt. Resultate über die
Wirksamkeit sollen dieses Jahr veröffentlicht werden. Ob das Gel jemals auf den
Markt kommt, bleibt abzuwarten.
Schon längere Zeit auf dem Markt ist
hingegen der sogenannte Zeckenschnelltest. Findet man eine Zecke auf der Haut,
kann man sie auf Borrelien untersuchen
lassen. Die Untersuchung wird auch Zecken-, Borrelien- oder Borreliosetest genannt, wobei die letztgenannte Bezeichnung falsch ist: Ob ein Zeckenstich zu
einer Borreliose führt, also zu einer durch
Borrelien verursachten Krankheit, lässt
sich durch den Test nicht feststellen.
Was bringt ein Zeckenschnelltest?
Zur dieser Frage sind verschiedene Punkte
zu beachten:
Nur etwa 5–50% aller Zecken sind
überhaupt Träger von Borrelien, also
jener Bakterien, welche krank machen
können. Und auch befallene Zecken
übertragen Borrelien erst, wenn sie nach
dem Stich längere Zeit – wahrscheinlich
mehr als 24 Stunden – am Saugen waren.
In vielen Fällen ergibt also eine solche
Untersuchung von Zecken schon von
vornherein keinen Sinn. Für eine allfällige
antibiotische Therapie gilt zudem: Sie erfolgt erst dann, wenn sich Symptome zeigen.
Nicht zu vergessen ist auch: Selbst
wenn in einer Zecke keine Borrelien
nachgewiesen werden können, ist eine
Infektion durch einen anderen, nicht bemerkten Zeckenstich sehr wohl noch
möglich.
In diesem Sinn hat sich auch das Nationale Referenzzentrum für zeckenübertragene Krankheiten CNRT an der
Universität Neuenburg geäussert: Zeckenschnelltests werden nicht empfohlen.
14
W A L D U N D H O L Z 3/13
Imprägnierte Schutzkleidung
Eine in Schweizer Forstwirtschaft bereits
angewandte Schutzmassnahme stellt das
Tragen von Schutzkleidung dar, die mit
einem zeckenabweisenden Mittel imprägniert ist. Der Wirkstoff namens Permethrin wird seit Längerem in vielen Bereichen eingesetzt. Unter anderem ist er in
Insektensprays enthalten. Er kann durch
die Haut aufgenommen werden, eine
krebserzeugende Wirkung ist umstritten.
Es gilt also, die Schutzwirkung gegen
Zeckenstiche gegenüber einer Belastung
mit dem Wirkstoff abzuwägen.
Um den Nutzen und mögliche Risiken
im Zusammenhang mit der Verwendung
von imprägnierter Schutzbekleidung und
behandelten Schnittschutzhosen bei Forstarbeitern zu erfassen, wurde in Deutschland eine Untersuchung durchgeführt,
die 2012 Folgendes ergab:
Zur Wirksamkeit der Schutzkleidung (erfasst durch einen Fragebogen zum Zeckenbefall):
• Statistisch konnte bei den Trägern von
Schnittschutzhosen kein Schutzeffekt
nachgewiesen werden.
• Mit der Verwendung von permethrinbehandelten Outdoorhosen hingegen
wurde herstellerunabhängig im Vergleich zu herkömmlicher Bekleidung
eine Reduktion des Zeckenbefalls
nachgewiesen. (Die Outdoorhosen
wurden überwiegend von Revierleitern
getragen, die sich u.a. bezüglich Tätigkeitsprofil von den Trägern von Schnittschutzhosen unterscheiden.)
Zur Belastung (Bestimmung von Permethrinstoffwechselprodukten im Urin):
• Es muss damit gerechnet werden, dass
Permethrin aufgenommen wird, wenn
man behandelte Kleidung trägt.
• Das Ausmass der Aufnahme ist unterschiedlich je nach Marke der Bekleidung.
• Die aufgenommene Permethrinmenge
geht bei längerer Verwendung zurück.
• Eventuell geht bei wiederholtem Waschen oder durch Abnutzung der Permethringehalt der Kleider zurück.
Vorsicht, Zecken!
Die SUVA-Informationsbroschüre
«Vorsicht, Zecken!» mit der Bestellnummer
44051.d ist 2012 überarbeitet worden.
Sie kann bestellt und heruntergeladen
werden: www.suva.ch ➞ waswo
• Es ist unwahrscheinlich, dass der Grenzwert der Weltgesundheitsorganisation
WHO für die tägliche Aufnahme von
Permethrin unter den untersuchten,
praxisnahen Bedingungen überschritten wird.
• Eine Reduktion der Belastung ist aber
dennoch sinnvoll, da eine krebserzeugende Wirkung von Permethrin nicht
vollständig auszuschliessen ist.
Zusammenfassend ist der Einsatz von imprägnierter Bekleidung im Einzelfall abzuwägen; aus den Studienresultaten lassen sich keine generellen Empfehlungen
ableiten.
Für Interessierte, die mehr dazu wissen wollen: Die Studie ist im Internet zugänglich (googeln mit «Permethrinstudie
DGUV»).
Neue zeckenübertragene
Krankheit
Aber nicht nur bei den Schutzmassnahmen, sondern auch bei den zeckenübertragenen Krankheiten selber gibt es Bewegung. Kürzlich wurde in der Schweiz
auf die bisher nicht bekannte «Neoehrlichiose» aufmerksam gemacht. Sie äussert
sich in wiederkehrendem Fieber, Unwohlsein und Gewichtsverlust. Mit Antibiotika
ist die Krankheit gemäss heutigem Wissensstand gut behandelbar. Eine Untersuchung im Grossraum Zürich hat gezeigt,
dass einige Prozent der Zecken vom Erreger befallen sind. In Europa sind bis heute
AKTUELL
erst wenige Fälle dokumentiert; bei fast
allen Betroffenen handelte es sich um Personen mit einer Abwehrschwäche.
Von daher ist nicht damit zu rechnen,
dass zu den Borreliosefällen (nach Schätzungen des Bundesamtes für Gesundheit
BAG 7000–12 000 Fälle pro Jahr mit
Schwerpunkt in der Nordostschweiz) und
zu den FSME-Fällen (etwa 100–170 pro
Jahr) noch sehr viele weitere zeckenübertragene Krankheiten hinzukommen.
Und wie steht es mit der Klimaerwärmung, die sich in vielen Bereichen aus-
wirken wird? – Eine sichere Voraussage
wäre nicht seriös. Spezialisten der Universität Neuenburg haben sich entsprechend
vorsichtig ausgedrückt: Als Folge eines
Klimawandels ist in Betracht zu ziehen,
dass sich die Dichte der mit Borrelien infizierten Zecken in gewissen Regionen der
Schweiz erhöhen wird. Die Viren, welche
die FSME verursachen, könnten künftig
in tiefen Lagen weniger und in höheren
Lagen vermehrt anzutreffen sein.
Zeckenübertragene Krankheiten bleiben also weiterhin aktuell. Eine zukünf-
tige Verbesserung punkto Schutzmassnahmen ist möglich; sie werden aber
keinen vollständigen Schutz bieten. Die
simplen, aber halt etwas Selbstdisziplin
erfordernden Schutzmassnahmen wie
etwa die Hautkontrolle bleiben weiterhin
nötig.
Dr. med. Felix Ineichen,
Abt. Arbeitsmedizin der SUVA,
8401 Winterthur
CEN-Seilkrannorm
Im Dickicht der EU-Gesetze
Die CEN-Seilkrannorm für die Holzernte steht seit Anfang Februar in der Vernehmlassung. Bis im Juni werden die
EU-Mitgliedstaaten über ihre Annahme abstimmen. Die Norm soll die bestehende EU-Maschinenrichtlinie ergänzen
und sie an die Anforderungen forstlicher Seilanlagen anpassen.
Mitte Februar hat das Europäische Normierungskomitee in Paris (Comité Européen de Normalisation, CEN) den zehnten Entwurf der «CE-TC 144/WG8»
angenommen, der neuen Norm für Seilanlagen für die Holzbringung. Über zwei
Jahre lang arbeiteten Experten aus den
sieben Ländern Österreich, Italien, Slowenien, Finnland, Tschechien, Frankreich
und der Schweiz an der Norm.
Auslöser für die Schaffung der Norm
für forstliche Seilanlagen war die EU-Maschinenrichtlinie 2006/42/EG, die 2006 in
Kraft getreten war und seit 2010 angewendet wird (siehe Kasten auf S. 17).
Die Maschinenrichtlinie gilt für alle
Arten von Maschinen, die neu auf den
Markt kommen. Sie soll Sicherheitsstandards in Europa garantieren und
Der Forstunternehmer
Andreas Hitz aus Zizers
vertritt die Schweiz beim
CEN in Paris.
den freien Maschinenhandel sowie die
Freizügigkeit von Dienstleistern innerhalb
Europas gewährleisten. Einheitliche Bauvorschriften bringen nämlich Rechtssicherheit für Hersteller und Anwender,
aber auch für die Ausbildung, denn Maschinen werden heute länderübergreifend eingesetzt, und es müssen überall in
Europa die gleichen – schon erprobten –
Sicherheitsstandards gelten.
Hersteller und Nutzer forstlicher Seilanlagen sehen in der Richtlinie jedoch
eine Gefahr für die Holzernte mit dem
Seilkran, v.a. wegen des Abschnitts
4.1.2.4. der Richtlinie, in dem die sogenannten Betriebskoeffizienten für «Drahtseile und deren Endverbindungen» auf
den Wert fünf festgeschrieben sind. Für
forstliche Seilanlagen bedeutet das: Seile,
Andreas Hitz stellte Mitte Februar beim 11. Seminar für die
Holzindustrie und Forstwirtschaft in Biel die wichtigsten Inhalte der EU-Norm für «Mobile Seilanlagen für die Holzbringung» vor:
Sicherheitsfaktoren: Seilsicherheitsfaktor 3 statt 5 für Trag-,
Zug-, Rückhol-, Montage- und Hilfsseile. Sicherheitsfaktor 4
für Abspannmittel.
Spleissen: Das Spleissen von Seilen sollte ursprünglich in die
Norm aufgenommen werden. Da die Richtlinie 2006/42/EG
aber nur die Herstellung und die Nutzung neuer Maschinen
betrifft, spielt das Spleissen in dieser Norm keine Rolle und
wurde daher aus dem Normentwurf gestrichen.
Für Dyneema-Seile (Kunststofffaser-Seile) gilt der Passus:
«Der Hersteller hat dafür zu sorgen, dass Dyneema-Seile
den gleichen Anforderungen entsprechen wie Stahlseile.»
Trommeln, Rollen, Scheiben usw. müssen
dem Fünffachen ihrer höchsten Belastung standhalten können.
Bisher sind die meisten dieser Anlagen
auf den Sicherheitsfaktor drei ausgelegt.
Mit der Erhöhung auf den Wert fünf
würde bei neuen Anlagen auch das Gewicht des Materials zunehmen, und zwar
so, dass die Holzernte auf längeren Trassen mit mobilen Seilanlagen nicht mehr
wirtschaftlich möglich wäre – alleine
wegen des Transports des Equipments
auf der Strasse.
Österreich reagiert
Während Deutschland und die Schweiz
(wo die 2006/42/EG aufgrund bilateraler
Vereinbarungen mit der EU ebenfalls gilt)
die Richtlinie zunächst ohne Widerstand
in den nationalen Verordnungen umgesetzt hatten, reagierten in Österreich Seilbahnspezialisten mit einer Initiative für
eine Europäische Norm für «mobile Seilgeräte zur Holzbringung». Mit ihrer ersten Eingabe beim Europäischen Normierungskomitee scheiterten sie jedoch, weil
sie nicht genug Partner aus anderen europäischen Ländern mobilisieren konnten. Für eine Eingabe bei der CEN müssen
nämlich Arbeitsgruppen aus mindestens
fünf Mitgliedstaaten des CEN die Eingabe
mittragen.
Eine zweite Eingabe war schliesslich erfolgreich, nachdem sich genügend Länder daran beteiligt hatten, darunter auch
die Schweiz.
Damit die Schweiz aktives Mitglied bei
CE-TC 144/WG8 werden konnte, musste
W A L D U N D H O L Z 3/13
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Verband Schweizer Forstpersonal
Wir suchen per sofort oder nach Vereinbarung eine(n) motivierte(n) und engagierte(n)
Geschäftsleiterin/Geschäftsleiter
Arbeitsort: Offen
Arbeitsvolumen: ca. 500–600 Stunden/Jahr
Beschäftigungsform: Mandat
Stellenbeschreibung
Aufgaben: 1. – Führung der Geschäftsstelle, administrative Arbeiten für den Vorstand
– Erstellung und Umsetzung des Budgets und der Jahresziele
– Führen der Buchhaltung
– Gewinnung von Forstfachleuten für eine Mitgliedschaft im VSF
– Telefonische und schriftliche Betreuung der Mitglieder
– Mitwirkung an der erfolgreichen Zukunft, inklusive dem Weiterausbau des VSF
Aufgaben: 2. – Kontaktpflege zu anderen Verbänden und den Sektionen
– Vertretung des VSF an Sitzungen, Workshops, Konferenzen, usw.
– Lobbyarbeit
Wir wünschen
– Organisationstalent, innovativ und starke Kommunikationskompetenzen
– Betriebswirtschaftliches Wissen und kostenbewusstes Handeln
– Persönlichkeit, welche auch strategisch und konzeptionell denken und handeln kann
– Gute Sozialen-, Methoden- und Selbstkompetenzen
– Kenntnisse der Betriebswirtschaft und politischer Strukturen der Forstwirtschaft
– Gute Sprachkenntnisse (Deutsch mündlich und schriftlich, Französisch mündlich)
Der Auftraggeber bietet Ihnen eine nicht alltägliche Tätigkeit in einem interessanten und anspruchsvollen Umfeld mit
dem Anreiz an der zukünftigen Entwicklung der Forstwirtschaft aktiv und nachhaltig mitzuarbeiten.
Für weitere Informationen erkundigen Sie sich bei Herrn Gottfried Bossi, Präsident (079 414 59 70) oder bei Herrn
François Fahrni, Geschäftsführer (079 250 48 30).
Ihre Bewerbung mit vollständigen Unterlagen sowie ein Motivationsschreiben senden Sie bitte bis am 31 März 2013 an:
Verband Schweizer Forstpersonal, Hardernstrasse 20 in 3250 Lyss
Ausbildung zum
Baumpflegespezialist/In
mit eidg. Fachausweis
Wir bieten
• eine seriöse Ausbildung auf dem ganzen
Gebiet der modernen Baumpflege
• einen verbindlichen Arbeitsvertrag für
1 bis 3 Jahre
• optimale Anstellungsbedingungen gemäss
dem GAV des Bundes
• Schweizer Baumpflege (BSB)
Anforderungen
Abgeschlossene Lehre als Landsschaftsgärtner/in,
Forstwart/in oder Baumschulist/in
Beginn der Ausbildung
Sofort oder nach Übereinkunft
Klaus Woodtli Baumpflege AG
Alpenstrasse 6, 3072 Ostermundigen
031 931 53 75 oder 079 604 44 01
(Kaspar Flückiger, Geschäftsleiter)
Siehe auch unsere Homepage:
www.baumpflege.ch
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W A L D U N D H O L Z 3/13
Zweckverband Forstrevier oberes Diegtertal
4457 Diegten/BL
Wir suchen per 1. Oktober 2013 oder nach Vereinbarung einen/e
Forstwart/in 100%
Ihr Aufgabenbereich:
– Alle anfallenden Waldarbeiten in einem Mischwaldbetrieb
– Mithilfe bei der Lehrlingsausbildung
– Arbeit für Dritte
– Naturschutzarbeiten
– Stellvertreter des Försters
– Diverse Arbeiten im Kommunalbereich ( Winterdienst)
Unsere Anforderungen an den/die Forstwart/in
– Abgeschlossene Lehre als Forstwart/ in, eventuell mit abgeschlossenem
Lehrmeisterkurs
– Initiativ
– Durchsetzungsvermögen
– Selbstvertrauen und sicheres Auftreten mit guten Umgangsformen
gegenüber Dritten
– Bereit in einem kleinen Team zu arbeiten
– Uebernahme der Stellvertreterfunktionen des Försters
– Mithilfe bei der Lehrlingsausbildung
– Bereitschaft den Lehrmeisterkurs zu besuchen
– Führung von kleinem Forstteam als Vorarbeiter
– Anhängerprüfung für Auto
Als gut eingerichteter und aktiver Forstbetrieb bieten wir Ihnen eine
zeitgemässe Entlöhnung, gute Sozialleistungen und einen abwechslungsreichen Arbeitsplatz in einem Baselbieter Forstbetrieb.
Für persönliche Auskünfte steht Ihnen unser Revierförster Martin
Krähenbühl, Natel 079 645 22 21 oder Tel. 061 971 52 30 gerne zur
Verfügung. Mail: forst.boelchen@bluewin.ch
Haben wir Ihr Interesse geweckt dann senden Sie Ihre schriftliche
Bewerbung mit Foto und den üblichen Unterlagen bis 15. April 2013 an:
Zweckverband Forstrevier oberes Diegtertal
Werkhof Rotacher 8, 4457 Diegten
AKTUELL
der Verband Forstunternehmer Schweiz
(FUS) der Schweizerischen Normenvereinigung (SNV) beitreten. Zur Wahrung der
Schweizer Interessen wurde zudem eine
Expertenrunde aus Vertretern des BAFU,
des WVS, der Bildungszentren, der Maschinenhersteller und des FUS gebildet.
Repräsentant der Expertenrunde beim
CEN wurde der Forstunternehmer Andreas Hitz aus Zizers.
Nicht vertreten im CE-TC 144/WG8 ist
übrigens Deutschland, weil sich dort die
Normengruppe Landtechnik weigerte, die
Eingabe zu unterstützen. Deren Geschäfts-
führer, Norbert Alt, begründete dies: «Man
kann nicht für derart spezifische Produkte
wie forstliche Seilbahnanlagen, die nur in
wenigen Ländern produziert werden, eine
spezielle Norm für die 27 Mitgliedstaaten
der Europäischen Union schaffen.» Laut
Norbert Alt genüge es, wenn ein Hersteller
aufgrund seiner Erfahrungen und im eigenen Ermessen die Sicherheit seiner Geräte
belege. In der Tat lässt die 2006/42/EG
Herstellern mobiler Seilbahnanlagen einen
Auslegungsspielraum bei der Dimensionierung ihrer Bauteile, denn Maschinenkomponenten müssen die in der Richtlinie fest-
Ginge es nach der EU-Maschinenrichtlinie, müssten Seile neuer Maschinen um ein Vielfaches stärker sein. Damit würden sich auch die Seiltrommeln vergrössern.
Was bedeutet Richtlinie, was Norm?
Richtlinien wie die 2006/42/EG sind Gesetzgebungsakte der Europäischen Union, welche
die einzelnen Mitgliedstaaten in ihren nationalen Verordnungen übernehmen müssen.
Bei der 2006/42/EG müssen Maschinenhersteller durch eine Konformitätserklärung belegen, dass ihre Produktion die Bestimmungen der Richtlinie oder jene der entsprechenden nationalen Verordnung erfüllt. In der Schweiz, wo die meisten EU-Richtlinien aufgrund bilateraler Verträge gelten, übertrug das SECO 2008 die 2006/42/EG durch die
Maschinenverordnung MaschV, SR 819.4, in das Schweizer Recht.
EU-Richtlinien legen nur die wesentlichen Anforderungen fest. So definiert auch die
Maschinenrichtlinie 2006/42/EG lediglich die Eckpunkte des Schutz- und Sicherheitsniveaus und lässt damit Raum für Auslegungen. Die Norm «Mobile Seilanlagen für die
Holzbringung» soll nun den Auslegungsspielraum «füllen». Den Entwurf für die Norm
haben die sog. Technical Committees der CEN, Arbeitsgruppen aus Vertretern von sechs
Normengremien mit Herstellern, Unfallversicherern und Forschungsorganisationen ausgearbeitet, deren zehnte Fassung nun in der Vernehmlassung ist. Im Juni, nach Ablauf
der Vernehmlassungsfrist, können die 31 Mitglieder der CEN über die Annahme der
Seilkrannorm abstimmen, darunter auch die Schweiz. Tritt die Norm in Kraft, gilt die sog.
Vermutungswirkung. Sie besagt, dass Maschinen und Geräte, die der gültigen CENNorm entsprechen, automatisch mit der Richtlinie 2006/42/EN konform sind. Wichtig:
Die CEN-Seilkrannorm gilt nur für das Bringen/Seilen von «Bäumen, Holzstämmen und
Biomasse».
gelegten Betriebskoeffizienten lediglich «in
der Regel» erfüllen.
Normen schaffen Sicherheit
Mit den Argumenten der Normengruppe
Landtechnik wollten sich jedoch auch die
Seilkranspezialisten in Deutschland nicht
abfinden. So fragte sich Meinrad Adler,
Geschäftsführer des süddeutschen Seilkranherstellers Konrad Adler GmbH & Co.
KG: «Was ist, wenn mit einem meiner
Geräte ein Unfall passiert? Hält mein Eigengutachten dann einer gerichtlichen
Prüfung stand, wenn in der Maschinenrichtlinie höhere Sicherheitsfaktoren stehen?»
Johannes Loschek, der bis zu seiner Pensionierung Ende 2012 Abteilungsleiter
bei Mayr-Melnhof Forsttechnik war und
der die Eingabe bei der CEN initiierte,
sieht weitere Probleme in der breiten
Auslegung der Maschinenrichtlinie. Als er
mehr oder weniger zufällig von der
2006/42/EG erfuhr, läuteten bei ihm die
Alarmglocken. Bei ihm kamen Erinnerungen an die vorige EU-Richtlinie hoch,
gegen die Österreich in den 1990er-Jahren eine eigene Ö-Norm ausgearbeitet
hatte: «Hätten wir uns damals nur auf die
Richtlinie verlassen, hätte ein Seilkranbetreiber nach jeder Montage seine Linie
von einem externen Sicherheitsspezialisten begutachten lassen müssen.» Den
Holzernteunternehmen hätte dies zusätzliche Unkosten verursacht, und für
Unternehmen, die mehrere Seilkrananlagen gleichzeitig in Betrieb hatten, wäre
der Kontrollaufwand untragbar gewesen. «Dieser Gefahr sahen wir uns mit
der Richtlinie 2006/42/EG erneut ausgesetzt und reagierten deshalb mit der Eingabe beim Europäischen Normierungskomitee», erklärt Johannes Loschek.
Ferdinand Oberer
Gesucht
1 ForstwartMaschinist
mit Erfahrungen auf
Zangenschlepper
1 Forstwart
Region Schwarzbubenland-Laufental
Tel. 079 209 36 23
W A L D U N D H O L Z 3/13
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Projekt «FemTools»
Was sind die Ansprüche von Frauen
bei der Waldarbeit?
Wie könnten Hersteller von Motorsägen und persönlicher Schutzausrüstung (PSA) sowie Anbieter von
Motorsägekursen besser auf die Anforderungen von Kundinnen eingehen? In einem Workshop beim KWF
wurden Ergebnisse des Forschungsprojektes «FemTools» (geschlechtersensible Entwicklung von Motorsägen und Kursen) vorgestellt.
In der Diskussion mit dem KWF wurde
klar, dass es keine Nachfrage nach besonderen Geräten ausschliesslich für Frauen
gibt. In den durchgeführten Produkttests
thematisierten die Nutzerinnen aber
immer wieder wichtige Produktdetails
und Ausstattungsmerkmale. Häufig diskutierte Aspekte waren: Griffdimensionen, Spannsysteme oder Starterleichterungen. Dinge also, die möglicherweise
auch vielen männlichen Nutzern das Arbeiten erleichtern würden.
Besonderen Wert legten die Gesprächspartnerinnen aber auf die Kommunikation und den Vertrieb der Produkte. Sie
fühlten sich überwiegend nicht oder
nicht positiv angesprochen. Es würden
z. B. zu wenige Frauen gezeigt, die glaubwürdig mit der Motorsäge hantierten.
Für die Hersteller von PSA gab es wichtige Hinweise, die das Nutzen von Motorsägen für Frauen attraktiver machen können. Besonders häufig wurden dabei die
Aspekte Grössen und Tragekomfort genannt.
Auch zum Thema Motorsägenkurse
liefert das Forschungsprojekt wichtige
Hinweise. Das Interesse an Frauenkursen
und solchen mit gemischten Gruppen ist
gleich gross. Frauen legen aber besonderen Wert auf eine respektvolle Kursatmosphäre. Sie sollte auch einen guten Einstieg mit wenig Vorwissen ermöglichen.
Von grossem Interesse ist ausserdem didaktisches Material, das Frauen und
Männer gleichermassen anspricht und
unterschiedliche Zugänge beim Lernen
ermöglicht.
Quelle: KWF, Gross-Umstadt
Ausschreibung
Binding Waldpreis 2014: «Potenzial Privatwald»
Die Sophie und Karl Binding Stiftung vergibt jährlich den Binding Waldpreis an einen
Waldeigentümer, der seinen Wald beispielhaft nach den Grundsätzen der Nachhaltigkeit
bewirtschaftet. Bis am 30. März 2013 können der Binding Stiftung Kandidaten für den
28. Binding Waldpreis 2014 vorgeschlagen werden. Das Schwerpunktthema lautet «Potenzial Privatwald». Gesucht werden Beispiele, wie Privatwaldeigentümer in zweckmässiger Organisationsform ihre Wälder im Sinne des modernen Nachhaltigkeitsbegriffes bewirtschaften. Dabei gelingt es ihnen in nachahmenswerter Weise, im Dialog mit
der Gesellschaft eine langfristig orientierte, wirtschaftlich erfolgreiche Waldbewirtschaftungsstrategie umzusetzen. Sie entwickeln dabei die ökologischen Potenziale des Waldes weiter und berücksichtigen die gesellschaftlichen Bedürfnisse möglichst umfassend.
Vorschlagsberechtigt sind alle Kantonsforstämter, alle kantonalen Waldwirtschaftsverbände, die forstlichen Bildungszentren in Lyss, Maienfeld, Zollikofen und an der ETH
Zürich, die WSL, das BAFU, der SFV, der WWF Schweiz, Pro Natura und die Arbeitsgemeinschaft für den Wald.
Der Wortlaut der Ausschreibung findet sich unter
http://www.binding-stiftung.ch/de/ausschreibung-waldpreis-2014.php.
TV-Programmtipps
Im Tal der Giganten. Spielfilm, USA 1938. Der Holzbaron Howard Fallon hat es auf
den Baumbestand der kalifornischen Redwood-Wälder abgesehen.
Samstag, 9. März, rbb Fernsehen, 11.55 Uhr
Vom Baum zum Papier. Gleich hinter der hessischen Grenze, in der Papierfabrik Sappi
im bayerischen Stockstadt, wird in einem aufwendigen Prozess reines, weisses Papier in
allen Grössen hergestellt.
Dienstag, 12. März, hr fernsehen, 20.15 Uhr
Planet Wissen: Der Schwarzwald ist doch nicht Yellowstone! Artenschützer unterstützen die Idee, 2013 einen Nationalpark einzurichten. Vertreter der Holzwirtschaft
sind dagegen.
Donnerstag, 14. März, WDR Fernsehen, 15.00 Uhr
Gleiches Thema Mittwoch, 20. März, SWR Fernsehen, 20.15 Uhr
X:enius. Wie gehen wir mit Extremwetter um?
Freitag, 15. März, arte, 8.25 Uhr
Holzfäller extrem. Holzfäller-Veteran Bobby Goodson und seine Angestellten wagen
sich mit ihren tonnenschweren Maschinen in Gegenden, um die andere einen grossen
Bogen machen.
Samstag, 16. März, DMAX, 8.50 Uhr
Bei Anruf Entdeckung. Was haben die Verdunstungswolken über den riesigen Waldund Wasserflächen Amazoniens mit dem Klima zu tun?
Montag, 18. März, 3sat, 14.00 Uhr
Holzfäller extrem. Die Pelletiers leben und arbeiten seit über 50 Jahren in den abgeschiedenen Wäldern von Maine, unweit der kanadischen Grenze. Mit schwerem Gerät
und viel Herzblut ackern sich die sieben Pelletier-Brüder gemeinsam mit ihren Söhnen
durch die Höhen und Tiefen des Holzgeschäfts.
Freitag, 22. März, DMAX, 16.15 Uhr
Kurzfristige Programmänderungen sind möglich.
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W A L D U N D H O L Z 3/13
Foto: H. Blumer
AKTUELL
Die sechs neuen, siebenstöckigen Wohnhäuser an der Badenerstrasse 380 in Zürich besitzen eine Primärstruktur aus Holz. Und zwar kam – erstmals an so grossen Bauten – das
von Hermann Blumer entwickelte TopWall-System mit vertikal gefügten Holzbohlen zum
Einsatz, das auch auf diesem Foto zu sehen ist. Die Bohlen sind 10 cm dick und werden
mit Holzzapfen auf einen vorbereiteten Holzsockel gestellt. Das TopWall-System erwies
sich bei Belastungsversuchen an der Holzfachschule Biel als rund viermal stärker als eine
vergleichbare Mauer aus Backstein. Die Gebäude an der Badenerstrasse verfügen auch
über Holzdecken.
«Funk
bedeutet
Sicherheit.»
Rolf Lehmann,
Forstwart seit 13 Jahren
Textredaktor gesucht!
Der im Markt bestens eingeführte SCHWEIZERISCHE FORSTKALENDER benötigt eine/n Mitarbeiter/in für die jährliche Textredaktion. Die Arbeit im
Mandatsverhältnis umfasst die textliche Betreuung
des Schweizerischen Forstkalenders, insbesondere
die jährliche Aktualisierung des Adressteils sowie
der statistischen und fachlichen Beiträge.
Wir stellen uns einen Kollegen oder eine Kollegin
mit ausgewiesenen Fachkenntnissen in den Bereichen Forst- und Holzwirtschaft sowie Interessen an
Themen der Ökologie, des Waldes, der Natur, der
Jagd und Fischerei und an damit zusammenhängenden Fragen vor. Idealerweise bringen Sie ein
gutes Netzwerk in der Schweizerischen Forstwirtschaft mit.
Bewerbung bitte an folgende Adresse: Schweizerischer Forstkalender,
Orell Füssli Verlag AG (Verlag Huber), Dietzingerstrasse 3, Postfach, 8036 Zürich.
Für Detailfragen zu den Redaktionsaufgaben wenden Sie sich bitte an Herrn Gian Laube,
Tel. 044 466 72 57.
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W A Lindd
D U1N D H O L Z 3/13
HOLZMARKT
Aussenhandel 2012
Die Mengen schrumpfen weiter
Im Gegensatz zum gesamten Aussenhandel der Schweiz, der 2012 zulegen konnte, haben die Aussenhandelsmengen beim Rohholz abgenommen. Eine Zunahme verzeichnete die Aussenhandelsstatistik nur bei wenigen
Positionen, z.B. bei der Einfuhr von Nadel-Sägerundholz.
Die Entwicklung des Aussenhandels spiegelt die schwierige Wirtschaftslage in
den für die Schweiz wichtigen Abnehmerländern für Rohholz wider, vor allem
in Italien und in Frankreich. Die Zahlen
bilden aber auch die gesamteuropäische
Schwäche des Laubholzmarktes im Inund Ausland ab.
Plus beim Nadelholzimport –
Minus beim Laubholzimport
Gemessen am Inlandaufkommen sind die
Importmengen beim Fichten/Tannen-Sägerundholz (Zollposition Nr. 4403.2019)
gering. Doch die Importe haben 2012
deutlich zugenommen. Noch deutlicher
fiel die Zunahme beim anderen NadelSägerundholz (Zollposition Nr. 4403.2099)
aus.
Mögliche Ursachen könnten der tiefe
Eurokurs, aber auch auftragsbezogene
Rohholzeinkäufe im Ausland sein, die bei
den geringen Mengen rasch ins Gewicht
fallen.
Die Importe von Buchen-Sägerundholz
sind dagegen gegenüber 2011 regelrecht
eingebrochen (–58%). Bereits 2011 waren die Einfuhrmengen mit weniger als
25 000 Tonnen sehr gering. Die Zahlen
untermauern: Für Buchenholz sind die
Absatzmärkte im In- und Ausland so gut
wie nicht mehr vorhanden.
Die Einfuhren von Eichen- und anderem Laub-Sägerundholz gingen dagegen
kaum zurück.
Rohholzexporte rückläufig
Grundsätzlich dämpfte der tiefe, aber
stabile Eurokurs 2012 die Exporte von
Rohholz. Die Ausfuhr von Fichten/TannenSägerundholz (Zollposition Nr. 4403.2091)
nach Österreich hat aber 2012 erneut
zugenommen, allerdings nur leicht. Österreich war damit 2012 wieder wichtigstes Abnehmerland, vor Italien. Der Export
nach Italien ist dagegen eingebrochen.
Darin spiegelt sich offensichtlich die
Schwäche der italienischen Wirtschaft
allgemein und der Holzindustrie im Besonderen wider.
Dass beim Fichten/Tannen-Sägerundholz – und noch mehr bei den anderen
Nadelhölzern – die Einfuhr zugenommen
hat und gleichzeitig die Ausfuhr zurückgegangen ist, könnte mit der gedrosselten
in 1000 t
175
in 1000 t
175
150
150
125
125
100
100
75
75
50
50
25
25
0
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0
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Aussenhandel der Schweiz mit Holz: Rohholz, Jan.–Dez. 2011 und 2012
Bezeichnung
Sägerundholz
– Nadelholz
– Fichte/Tanne
– and. Nadelholz
– Total Nadelholz
– Laubholz
– Eiche
– Buche
– anderes Laubholz
– Total Laubholz
– Tropenholz
Der Import von Industrieholz hat sich
2012 halbiert. Über die Ursachen kann
man nur mutmassen. Teilweise könnten
die währungsbedingten Schwierigkeiten
der Schweizer Spanplatten- und Papierindustrie auf den Märkten in den Ländern
der Eurozone für den Importrückgang
verantwortlich sein. Zudem könnte ein
Teil des schwachen Sägerundholzes je
nach Qualität in die Märkte für Schleifbzw. Spanplattenholz geflossen sein.
Der Import von Brennholz spielt nur
eine untergeordnete Rolle. Er hat 2012 bei
der geringen Menge Nadelbrennholz stark
abgenommen, während der Import von
Laubbrennholz leicht zugenommen hat.
– Total Tropenholz
Total Sägerundholz
W A L D U N D H O L Z 3/13
Fichte/Tanne (4403.2091)
and. Nadelholz (4403.2099)
Buche (4403.9200)
Eiche (4403.9100)
and. Laubholz (4403.9999)
Quelle: Eidg. Oberzolldirektion, Aussenhandelsstatistik; Grafik: W+H.
Weniger Industrieholzimporte
20
Aussenhandel der Schweiz:
Einfuhr von Nadel- und LaubSägerundholz 2001 bis 2011
Zollt.- Einfuhr
pos.- 2011
Nr.
t
Total Rohholz
2012
t
Veränd.
11/12
%
4403.
2091
2099
35 840
5 427
41 267
37 982
6 214
44 196
+ 6,0
+ 14,5
+ 7,1
529 192
23 587
552 779
483 224
18 557
501 781
– 8,7
– 21,3
– 9,2
9100
9200
9999
8 676
23 865
10 169
42 710
8 135
10 031
9 243
27 409
– 6,2
– 58,0
– 9,1
– 35,8
10 965
144 391
28 631
183 087
9 514
93 523
25 558
128 595
–
–
–
–
4900
9910
1 334
162
1 496
85 473
388
124
512
72 117
–
–
–
–
70,9
23,5
65,8
15,6
1
0
1
736 767
123
81
204
630 580
–
–
–
– 14,5
136 090
221
136 311
68 862
269
69 131
– 49,4
+ 33,9
– 49,3
55 653
42 215
97 868
52 197
38 475
90 672
–
–
–
2 828
9 811
12639
1 690
10 330
12 020
– 40,2
+ 5,3
– 4,9
727
15 624
16 351
1 135
12 402
13 537
+ 56,1
– 20,6
– 17,2
234 423
153 268
– 34,6
850 986
734 789
– 13,7
Waldindust.-holz (in
kurz. u. lang. Form): 4403.
– Nadelholz
2010
– Laubholz
9991
Total Waldindust.-h.
Brennholz (Stückh.,
wie Rugel, Spälten):
– Nadelholz
– Laubholz
Total Brennholz
Veränd. Ausfuhr
11/12
2011
%
t
2012
t
4401.
1010
1020
226222222
13,2
35,2
10,7
29,8
6,2
8,9
7,4
Quelle: Eidg. Oberzolldirektion, Aussenhandelsstatistik, www.swiss-impex.admin.ch, definitive Ergebnisse für das Jahr
2011 bzw. provisorische Ergebnisse vom Feb. 2012 für das Jahr 2012; Auswertung: W+H.
HOLZMARKT
Aussenhandel der Schweiz:
Ausfuhr von Nadel- und LaubSägerundholz 2001 bis 2012
in 1000t
1900
Aussenhandel der Schweiz: Anteile
der wichtigsten Abnehmerländer an
der Ausfuhr von Buchen-Sägerundholz (4403.9200) 2011 und 2012
2011
1800
1700
Italien 64,3%
Deutschland 30,9%
1600
1500
Fichte/Tanne
(4403.2091)
1400
and. Nadelholz
(4403.2099)
1300
1200
2012
1100
Eiche
(4403.9100)
1000
900
and. Laubholz
(4403.9999)
800
700
2011
übr. Länder 0,3%
Deutschland 1,2%
Italien 61,5%
Deutschland 31,0%
Italien 35,9%
2012
übr. Länder 0,1%
Deutschland 1,9%
500
400
in 1 000 t
400
300
300
200
200
100
100
0
0
1*2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2
2
123456789012
Quelle: Eidg. Oberzolldirektion, Aussenhandelsstatistik, *2001 noch
stark erhöhte Ausfuhr als Folge des Orkans «Lothar»; Grafik: W+H.
Inlandnutzung trotz vergleichsweise guter
Inlandnachfrage zusammenhängen. Ob
dies tatsächlich der Fall ist, lässt sich erst
feststellen, wenn die Ergebnisse der Eidgenössischen Forststatistik 2012 vorliegen.
Um rund 35% ist im letzten Jahr der Export von Buchen-Sägerundholz zurückgegangen (Zollposition Nr. 4403.9200). Be-
Österreich 41,5%
Frankreich 24,2%
übr. Länder 3,1%
Frankreich 2,5%
China 1,9%
Quelle: Eidg. Oberzolldirektion, Aussenhandelsstatistik; Grafik: W+H.
600
Österreich 37,1%
Frankreich 25,5%
übr. Länder 2,0 %
China 1,4 %
Frankreich 1,4%
Buche
(4403.9200)
Aussenhandel der Schweiz: Anteile
der wichtigsten Abnehmerländer an
der Ausfuhr von Fichten/TannenSägerundholz (4403.2091) 2011 und
2012
Italien 32,3%
Quelle: Eidg. Oberzolldirektion, Aussenhandelsstatistik; Grafik: W+H.
sonders stark eingebrochen sind dabei
die Exporte nach Italien. Im Jahr 2000
wurde dorthin eine Höchstmenge von
239 771 Tonnen exportiert, im Jahr 2012
waren es nur noch 57 506 Tonnen.
Dass auch die Ausfuhr nach Deutschland 2012 einen Rückschlag erlitten hat,
zeigt, dass es sich bei der Schwäche des
Buchenmarktes nicht um ein spezifisch
italienisches Problem handelt. Nicht nur
das Exportvolumen ist bei der Buche eingebrochen, sondern auch der handelsstatistische Mittelwert. Dieser lag 1999 noch
bei 190 CHF/t, 2012 waren es noch
91 CHF/t, und dies bei deutlich gestiegenen Qualitätsansprüchen.
Nach China gingen vergangenes Jahr
1791 Tonnen Buchen-Sägerundholz. Ge-
genüber Deutschland und Frankreich ist
die Schweiz als Binnenland durch die
fehlenden Seehäfen und die teureren
Landtransporte bis zu den Verschiffungsmöglichkeiten im Nachteil.
Ebenfalls leicht zurückgegangen ist
die Ausfuhr von Waldindustrieholz. Dies
könnte beim Nadelindustrieholz auch mit
der Schliessung der grenznahen Papierfabrik Albbruck zusammenhängen.
Auch beim Brennholz ist 2012 ein Rückgang festzustellen. Hier ist der milde
Winter 2011/2012 eine mögliche Ursache für das geschrumpfte Exportvolumen.
Eduard J. Belser
Aussenhandel 2012
Der Aussenhandel aus regionaler Sicht
Die Statistik der Eidgenössischen Oberzolldirektion gibt die Situation des Aussenhandels mit Rohholz zeitverzögert als grobe Momentaufnahme wieder. Den Puls des Marktes spüren Holzhändler bei ihrer täglichen Arbeit. Die
Geschäftsführer drei grosser Bündelungsorganisationen und ein Händler geben ihre Sicht und Einschätzung wieder.
Aus der Sicht von Heinz Engler, Geschäftsführer der Holzmarkt Ostschweiz AG, war
2012 in Bezug auf den Rohholzexport
besser als das Vorjahr 2011. Die Exportpreise seien 2012 wieder etwas gestiegen. Trotz schlechter Rahmenbedingungen
konnte wieder mehr exportiert werden.
Von den 92 000 Fm umgesetzten Holzes gingen gut 35% in den Export. Ex-
Heinz Engler
portiert wurde vor allem Fichten/TannenSägerundholz.
Wichtigstes Abnehmerland war auch
2012 Österreich. Ins benachbarte Vorarlberg gingen 10 000 bis 15 000 Fm, vor
allem Starkholzträmel, aber auch Tanne.
Nach Deutschland wurden etwas Fichten/Tannen-Schleifholz und Buchen-Zellstoffholz abgesetzt. «Nach Italien ging
W A L D U N D H O L Z 3/13
21
HOLZMARKT
kaum noch Holz, eigentlich nur noch
etwas Brennholz», bedauert Engler.
Die Entwicklung für 2013 kann er
noch kaum einschätzen. Noch Mitte Februar 2013 behinderte der Schnee die
Holzernte, und laut Heinz Engler herrsche deshalb eine starke Nachfrage aus
Österreich. Mit dem geringen verfügbaren Holzangebot müssten aber zuerst
die einheimischen Abnehmer versorgt
werden.
Zum Währungsproblem meint Heinz
Engler: «Für 2013 bin ich zuversichtlich,
dass der Euro wieder etwas stärker wird
und der Export anzieht. Schon kleine Verbesserungen des Eurokurses bringen mit
zwei bis drei und mehr Franken pro Festmeter bessere Preise.»
Die Holzmarkt Ostschweiz wird 2013
die Schwerpunkte beim Export auf das
Fichten/Tannen-Starkholz legen. Ausserdem will man sich auf Sortimente und
Abnehmer konzentrieren, bei denen man
attraktive Preise erzielen kann.
Die ZürichHolz AG hat laut Geschäftsführer Beat Riget 2012 selbst gar kein
Holz exportiert. Die Zürcher Waldbesitzer,
insbesondere die privaten, haben ihre
Nutzung deutlich reduziert, und die ZürichHolz AG hat sich auf die Versorgung
der inländischen Abnehmer konzentriert.
Die Holzenergie hat im Kanton Zürich
stark an Bedeutung gewonnen. Mittlerweile hat der Anteil des Energieholzes
über 50% der Nutzung erreicht. Neben
dem Holzheizwerk Aubrugg sind eine
ganze Reihe kleinerer Holzheizzentralen
in Betrieb, die Holz minderer Qualität
aufnehmen können.
Die Nordschweizer Sicht
Auch für die nordwestschweizerische
Raurica Holzvermarktung AG war 2012,
laut dem Geschäftsführer Markus Wagner, mengen- und preismässig ein schwieriges Jahr für den Holzexport.
Die Exporte von Tannen-Starkholz nach
Frankreich brachen auf noch einen Drittel
der Vorjahresmenge ein, und die Preise
württembergischen Neuenburg am Rhein
hat auch gegen Ende 2012 den eigenen
Einschnitt eingestellt und kauft die gesägten Rohschwellen zu.
Was Italien betrifft, gingen nur noch
geringe Mengen Buchen-Schwellen über
den Handel. Nach China konnten 2012
noch um die 1000 Fm Buchen-Rundholz
geliefert werden. Dies waren 20% weniger als 2011. Zudem lagen die Preise 5
bis 8% unter denen des Vorjahres.
1000 bis 1300 Fm Buchen-Sägerundholz fanden noch zu konstanten Preisen
Abnehmer im süddeutschen Raum. Nach
Deutschland konnte mehr Buchen-Zellstoffholz geliefert werden als 2011,
allerdings zu niedrigen Preisen. Nach
Österreich wurde 2012 noch etwas Spanplattenholz exportiert.
Aufgrund der geografischen Nähe und
der guten Kontakte ins Elsass und in den
Schwarzwald importiert die Raurica Holzvermarktung AG zur Versorgung des
Holzkraftwerks Basel auch Landschaftspflegeholz.
2013 hat für den Export schlecht begonnen, die Preise stehen unter Druck.
Der Tannen-Export nach Frankreich wird
auch dieses Jahr schwierig bleiben. Die
deutschen Buchen-Holzsägewerke sind
noch reichlich mit Rundholz eingedeckt.
Die Raurica Holzvermarktung AG wird
sich auch im Exportgeschäft 2013 auf die
Kunden- und Kontaktpflege konzentrieren, um im Gespräch zu sein, wenn sich
das Geschäft wieder belebt. 2012/2013
wurde deutlich weniger Holz eingeschlagen. Wie sich der Nachholbedarf bei den
Rundholznachfragern entwickelt, werden die kommenden Monate zeigen.
Die Westschweizer Sicht
Didier Wuarchoz, Geschäftsführer von
La Forestière, Société coopérative de propriétaires et exploitants, forestiers, hält
Didier Wuarchoz
Markus Wagner
fielen um 5%. Buchen-Schwellen hat die
Raurica Holzvermarktung AG seit 2011
nicht mehr nach Deutschland geliefert. Das
Schwellenwerk Karl Richtberg im baden-
22
W A L D U N D H O L Z 3/13
fest, dass sich die Holzpreise in Frankreich in den ersten Monaten des Jahres
2012 halten konnten. «Sie waren nicht
gut, aber manchmal besser als auf den
alternativen Märkten in der Schweiz»,
präzisiert er.
Nach dem September 2012 stellte La
Forestière einen Rückgang fest, der Markt
IN KÜRZE
■ Deutschland exportiert weniger
Der deutsche Nadelschnittholz-Export
(einschl. Hobelware) war von Januar bis
November 2012 gegenüber der Vorperiode um 10% zurückgegangen
(3,08 Mio. m3 gegenüber 3,47 Mio. m3).
Gesunken waren die Exporte v.a. nach
Frankreich (–156 000 m3), Osterreich
(–128 000 m3) und Italien (–110 000 m3).
■ Pelletpreise erneut gestiegen
In Deutschland sind die Preise für Pellets
im Februar gegenüber dem Vormonat
um 2,8% gestiegen. Nach dem DEPVPreisindex kosten Pellets derzeit
EUR 269,25/t. Für Süddeutschland liegt
der Indexpreis sogar bei EUR 270,75/t.
Als Ursache für den Preisanstieg nennt
der Deutsche Energieholz- und PelletVerband (DEPV) die schlechte Rohholzversorgung der Sägewerke.
■ Mangel an Säge-Rundholz
Bei den ersten öffentlichen Holzversteigerungen in der Franche-Comté, Mitte
Februar in Froideconche, klagten die
Säger der Region über Probleme bei der
Rohholzbeschaffung. Schuld daran sei
die nasskalte Witterung, meldet die örtliche Landwirtschaftskammer (Chambre
d'Agriculture du Doubs).
■ Defizit gestiegen
Zwischen 2009 und 2011 ist das Aussenhandelsdefizit der elsässischen Holzwirtschaft (ohne Möbelherstellung) um
48% auf 105 Millionen EUR gestiegen.
Positiv ist dagegen die Bilanz beim Rohholz-Aussenhandel (+13 Mio. EUR).
stabilisiert sich aber wieder. Die Geschäftstätigkeit der Bauholzsägereien in
den grenznahen Regionen Savoyen und
Jura ist konstant, obwohl der Baumarkt
in Frankreich zurzeit schwächelt. Das Exportvolumen nach Italien hat ebenfalls
abgenommen. Zu La Forestiére kommen
auch Italiener mit Bargeld, um Holz zu
kaufen. Dieses Geschäft wird jedoch
durch strengere Gesetze für Bargeldexporte zunehmend eingeschränkt.
«Nach Deutschland haben wir nichts
exportiert, das ist nicht unser Markt», bemerkt Wuarchoz. La Forestière expor-
Foto: Fritz Aegeter AG
HOLZMARKT
Verlad von Buchenstämmen in ISO-Container. Die Stämme werden in Basel aufs Schiff
verladen und von dort aus nach China geliefert. Der Transport per LKW von Bern nach
Basel kostet ebenso viel wie der Schiffstransport von Basel nach China.
tierte 2012 dafür nach Frankreich Fichten/Tannen-Sägerundholz und etwas
Rotholz – die selben Sortimente, die auch
in der Schweiz vermarktet werden. Nach
Italien ging Rotholz sowie etwas Buchenund Pappel-Sägerundholz. In Österreich
konnte etwas Fichten/Tannen-Sägerundholz im Tirol bei Binder Holz abgesetzt
werden. «Für 2013 denken wir, dass das
Exportvolumen leicht abnimmt, dass aber
die Preise nicht noch tiefer fallen können», schätzt Wuarchoz die Marktaussichten ein.
Zum Einfluss des Eurokurses bemerkt
er: «Es ist klar: Der Kurs des Euro hat sich
2012 nicht verändert, es ist der Markt,
der zurückgegangen ist. Speziell in Frankreich und Italien.»
La Forestière legt 2013 das Gewicht im
Export auf Frankreich und beliefert ihre
langjährigen Kunden mit Fichten/TannenHolz. Die Genossenschaft versucht aber
auch neue Absatzkanäle zu erschliessen.
In Italien wird der Schwerpunkt 2013
auf dem Rotholz, aber auch auf Buchen
und auf der Pappel liegen.
Die Sicht eines Händlers
Fritz Aegerter von der Fritz Aegeter AG,
einem traditionellen Italienexporteur, erlebte 2012 als schwieriges Jahr für den
Rohholzexport. Die italienischen Abnehmer waren sehr zurückhaltend. Die Verarbeiter, die in Italien aus dem importierten Holz minderer Qualität anspruchslose
Produkte herstellen, geraten immer mehr
unter Druck. Die Qualitätsansprüche der
Italiener an das Holz – auch an das Fichten/Tannen-Holz – sind gestiegen. Billiges, importiertes Leimbinderholz drängt
Ihr kompetenter Partner
auch in Italien auf den Markt und setzt
die traditionellen einheimischen Bauholzsägereien unter Druck. Es wird zu
weiteren Strukturbereinigungen kommen. Eine Entwicklung, die auch in der
Schweiz zu beobachten ist und die den
Schweizer Sägereien das Leben schwer
macht.
Die Fritz Aegeter AG hat 2012 mit dem
Export von Buchen-Rohholz nach China
begonnen. Das Geschäft ist aber schwierig. In der Vergangenheit wurde bei Chinaexporten auch «gesündigt», und das
Vertrauen der Chinesen muss nun wieder
aufgebaut werden. Die Logistik für den
Export nach China ist eine Herausforderung. «Die Transportkosten über die hundert Kilometer von Bern zum Rheinhafen
Basel kosten gleich viel wie die restlichen
12 000 Kilometer auf dem Wasserweg
nach Schanghai,» illustriert Aegeter das
Problem.
Aegerter erwartet, dass sich der Rohholzexport 2013 auf tiefem Niveau konsolidieren wird und dass die Nachfrage
sich noch spezifischer auf kundengerechte Lieferungen konzentrieren wird.
Die kleinen Kursverbesserungen des Euro
sind nur ein Tropfen auf den heissen
Stein. Die politischen Entwicklungen in
Italien sind ein Unsicherheitsfaktor für
den Italienexport. Die Fritz Aegeter AG
wird sich 2013 auf die Laubhölzer Buche,
Eiche, Esche und besondere Sortimente
sowie auf den Buchen-Export nach China
konzentrieren.
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23
HOLZMARKT
Aufruf zur Holzernte
Rundholzmangel
Holzindustrie Schweiz ruft die Waldeigentümer auf, mehr Rundholz auf
den Markt zu bringen. In der Holzverarbeitung drohen Abstellmassnahmen wegen Rundholzmangel –
das habe es so noch nie gegeben.
Der im letzten Herbst witterungsbedingt
eingetretene Ernterückstand wurde nicht
genügend aufgeholt – v.a. im Privatwald
nicht. Einige Sägewerke haben bereits
die Produktion gedrosselt oder werden es
demnächst tun.
Beispiel Kronospan
Auch bei der Kronospan Schweiz AG
musste die Produktion gedrosselt werden, trotz guter Auftragslage. Kronospan
Schweiz AG verwendet über 80%
Schweizer Rund- sowie Restholz; diesen
Grundwert verankert Kronospan mit
Stolz in ihrer Firmenphilosophie. CEO
Mauro Capozzo äussert sich wie folgt zur
aktuellen Situation: «Wir sind nach wie
vor vom Produktionsstandort Schweiz
überzeugt. Schweizer Produktionsfertigkeit und Schweizer Holz verleihen den
Kronoswiss-Produkten ein international
anerkanntes Qualitätslabel. Deshalb sind
wir auf eine intakte, nachhaltig funktionierende Holzversorgung angewiesen.
Die gesamte Schweizer Holzwirtschaft ist
auf dem Prüfstand und muss sich dem
internationalen Wettbewerb stellen. Nur
gemeinsam werden wir auch künftig erfolgreich sein. Kronospan Schweiz AG
tritt den Holzlieferanten jederzeit und
kontinuierlich als solventer Partner und
Abnahmegarant gegenüber. Wir setzen
in dieser aktuellen Lage auf eine aktive
Unterstützung seitens unserer Partner.»
Kronospan Schweiz AG und die gesamte Holzindustrie rufen die Waldwirtschaft dazu auf, die Holzernte zu forcieren, damit die Schweizer Holzverarbeiter
ihre Produktion auch während der nächsten Monate sicherstellen und ihre Marktanteile verteidigen können.
Quelle: Holzindustrie Schweiz/Kronospan
Der Aufruf kommt wohl zu spät
Waldwirtschaft Schweiz unterstützt den Aufruf zu vermehrter Holznutzung.
Es wird allerdings schwierig sein, nachdem die Haupteinschlagszeit schon vorbei ist, eine
noch ausreichende Mehrnutzung zu erzielen. Nutzungsentscheidungen werden in der
Regel im Herbst gefällt. Im schweizerischen Rundholzmarkt sind die Preise seit 2010
stetig gesunken, deshalb waren und sind die Waldbesitzer – insbesondere die privaten – wenig motiviert, Holzschläge auszuführen. Vor diesem Hintergrund müssten den
Waldbesitzern jeweils schon im Sommer und Frühherbst entsprechende Signale zukommen und auch in die Verhandlungen der Holzmarktkommission einfliessen. An den letzten beiden Sitzungen der HMK war davon nichts zu spüren.
Hans Gerber, WVS
Der Fachstab Wald des Amts für Wald
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Foto: M. Mordini
WALD UND HOLZ
Dicke Eiche mit Höhle
Naturschutz und Holznutzung
Habitatbäume
im Wirtschaftswald
Welche Kosten entstehen einem Forstbetrieb durch den Erhalt von Habitatbäumen im Wirtschaftswald? Und sind in bewirtschafteten Wäldern derzeit überhaupt genügend geeignete Habitatbäume vorhanden? Diesen Fragen wurde in einer
Masterarbeit an der ETH Zürich am Beispiel des Forstbetriebs
Baden (Kanton Aargau) nachgegangen.
Von Sarah Niedermann-Meier, Manuela Mordini, Rita Bütler Sauvain und Peter Rotach.
Strukturelemente wie tote Äste, Höhlen,
Rindenverletzungen, Risse, Spalten, borkige Rinde, Rindentaschen, Faulstellen,
Zwiesel, Moos- und Flechtenbewuchs
und andere Sondermerkmale sind wichtige Lebensräume und ökologische Nischen für viele Lebewesen. Insbesondere
von Totholz abhängigen Arten bieten
diese Strukturen überlebenswichtige Habitate. In bewirtschafteten Wäldern werden die Bäume in der Regel in der Phase
26
W A L D U N D H O L Z 3/13
ihres wirtschaftlichen Optimums genutzt,
das heisst, bevor sie im Verlauf des Alterungsprozesses diese ökologisch wichtigen Strukturen ausbilden können. Deshalb besteht in Wirtschaftswäldern
oftmals ein Mangel an alten, dicken Bäumen mit Alterungsmerkmalen und ausgeprägten Strukturelementen. Von verschiedenen Seiten wird deswegen der
Erhalt einer bestimmten Anzahl Habitatbäume empfohlen, um sicherzustellen,
dass ökologisch wertvolle Bäume im
Wirtschaftswald langfristig erhalten wer-
den und damit sie den Lebenszyklus über
die Alterung hinaus bis zu ihrem Absterben durchlaufen können. Die empfohlenen Mindestmengen liegen zwischen
drei und zehn Bäumen pro Hektare.
Ob jedoch genügend geeignete Habitatbäume im Wirtschaftswald zur Verfügung stehen und welche Kosten bei
ihrem Erhalt entstehen können, wurde
am Beispiel des Forstbetriebs Baden untersucht. Auf 390 ha Wirtschaftswald
wurden im Rahmen der Untersuchung
insgesamt 461 Bäume ökologisch und
ökonomisch bewertet. Der ökologische
Wert wurde anhand von vorhandenen
Strukturen sowie des Durchmessers und
der Baumart erfasst. Ein Baum erhielt für
diese Merkmale eine Punkteanzahl. Je
höher dabei die Punkteanzahl, desto
höher war sein ökologischer Wert. Der
ökonomische Wert entspricht dem erntekostenfreien Erlös, also dem Holzerlös
abzüglich der Erntekosten. Nicht in die
Berechnung eingegangen ist der Wertzuwachs noch nicht hiebsreifer Bäume,
weshalb die errechneten ökonomischen
Werte als minimale Kosten anzusehen
sind.
Ist die Anzahl ökologisch
wertvoller Bäume beschränkt?
Habitatbäume sollten hohe ökologische
Werte aufweisen, damit sie ihre Funktion
optimal erfüllen können. Die Ergebnisse
für den Forstbetrieb Baden zeigen, dass
der ökologische Wert der untersuchten
Bäume mit zunehmendem Durchmesser
ansteigt. Dabei können bereits Bäume
mit einem Durchmesser ab 40 cm hohe
ökologische Werte erreichen. Bäume mit
kleineren Durchmessern hingegen weisen vergleichsweise geringere ökologische Werte auf. Die Tabelle auf Seite 27
zeigt zudem die ökologischen Grenzwerte, die mittleren erntekostenfreien
Erlöse pro Baum und die entstehenden
Gesamtkosten für den Forstbetrieb Baden,
ausgedrückt als Summe der erntekostenfreien Erlöse, die beim Belassen einer bestimmten Anzahl an Habitatbäumen pro
Hektare entstehen. Der ökologische
Grenzwert stellt dabei den niedrigsten
ökologischen Wert dar, der akzeptiert
werden muss, um eine bestimmte Menge
an Bäumen pro Hektare zu erhalten.
Aus den Resultaten wird ersichtlich,
dass sich mit zunehmender Anzahl an
ausgewählten Habitatbäumen pro Hektare ihr ökologischer Wert verringert. Bei
drei Habitatbäumen pro Hektare beispielsweise können Bäume mit einem
ökologischen Wert von 157 und mehr
Punkten ausgewählt werden, was unge-
Anzahl Bäume
pro Hektare
Ökologischer
Grenzwert
Erntekostenfreier
Erlös pro Baum (CHF)
Totaler erntekostenfreier Erlös (CHF)
10
67
142.–
553 800.–
9
74
145.–
512 300.–
8
81
145.–
454 300.–
7
91
151.–
417 800.–
6
108
160.–
378 700.–
5
117
172.–
338 300.–
4
132
172.–
263 000.–
3
157
179.–
208 800.–
2
180
164.–
131 200.–
1
232
149.–
59 600.–
0,1
313
43.–
1400.–
Ökologische Grenzwerte, mittlere erntekostenfreie Erlöse je Baum und totaler erntekostenfreier Erlös für die Wirtschaftswaldfläche des Forstbetriebes Baden (390 ha; Werte gerundet auf 100 Franken) für verschiedene Dichten von Habitatbäumen je Hektare. Der
ökologische Grenzwert entspricht dem niedrigsten Wert, der akzeptiert werden muss, um
eine bestimmte Anzahl Habitatbäume pro Hektare auszuwählen.
Welche Bäume zu welchen
Kosten?
Bei der Auswahl von Habitatbäumen
spielen auch die Kosten eine Rolle. Damit
diese Kosten für einen Forstbetrieb möglichst gering ausfallen und weniger Konflikte zwischen der Holzproduktion und
dem Naturschutz entstehen, würden
idealerweise ökologisch wertvolle und
gleichzeitig ökonomisch uninteressante
Bäume als Habitatbäume belassen. Die
Ergebnisse für den Forstbetrieb Baden
zeigen aber, dass dies in der Praxis nicht
einfach ist, denn die Anzahl solcher
Bäume ist beschränkt. Oftmals weisen
Bäume mit hohen ökologischen Werten
gleichzeitig auch einen hohen ökonomischen Wert auf. Dies führt dazu, dass der
Erhalt einer grossen Anzahl Habitatbäume auch finanziell stark ins Gewicht
fallen kann. Aus der Tabelle wird ersichtlich, dass sich die Kosten – hochgerechnet auf die gesamte Wirtschaftswaldfläche des Forstbetriebs – beim Erhalt von
drei Habitatbäumen pro Hektare auf ungefähr 209 000 Franken belaufen würden. Auf diese Einnahmen müsste der
Forstbetrieb folglich verzichten. Bei einer
Dichte von zehn Bäumen pro Hektare
entstünden bereits Kosten in Höhe von
ungefähr 554 000 Franken. Wie vorgän-
Mittelwaldeiche mit ökologisch wertvollen
Höhlen, Spalten und abgebrochenem Ast
gig beschrieben, müssten dabei auch
Bäume mit ökologisch tiefen Werten erhalten werden.
Flexible Konzepte zugunsten
der Ökologie und Ökonomie
Habitatbäume sind Bestandteil eines
multifunktionalen Wirtschaftswaldes. Die
Untersuchungen im Forstbetrieb Baden
zeigen jedoch, dass es aufgrund des gegenwärtigen Mangels an geeigneten
ökologisch wertvollen Bäumen schwierig
sein kann, eine Forderung nach einer bestimmten Anzahl an Habitatbäumen
auch wirklich zu erfüllen. Der Erhalt von
Habitatbäumen kann mit beachtlichen
Kosten für den Betrieb verbunden sein,
insbesondere wenn ein Baum gleichzeitig
Foto: B. Meier
fähr 50% des Maximalwertes entspricht.
Bei einer Dichte von zehn Habitatbäumen
pro Hektare müssen hingegen bereits
Bäume mit einem ökologischen Wert von
67 Punkten akzeptiert werden.
Dies zeigt, dass auf der Wirtschaftswaldfläche gegenwärtig zu wenige geeignete Habitatbäume mit hohen ökologischen Werten vorhanden sind. Ein
Grund liegt vermutlich darin, dass Bäume
mit einem grossen ökologischen Potenzial im Verlauf von Pflege und Durchforstung zugunsten von ökonomisch interessanteren Bäumen entfernt werden.
Zudem stammen viele der gegenwärtig
ökologisch sehr wertvollen Bäume noch
aus der Zeit der Mittelwaldbewirtschaftung. In den heutigen Hochwäldern können solche Bäume vermutlich gar nicht
mehr entstehen, wodurch die Menge an
geeigneten Habitatbäumen künftig zusätzlich abnehmen wird.
Foto: P. Rotach
WALD UND HOLZ
Mittelwaldeiche
in Basadingen mit
zwei Höhlen
W A L D U N D H O L Z 3/13
27
WALD UND HOLZ
einen hohen ökologischen und ökonomischen Wert aufweist. Deshalb sollten gerade ökologisch wertvolle Bäume mit
einem geringen ökonomischen Wert unbedingt erhalten werden. Diese kommen
aber nur in beschränkter Anzahl vor.
Beim Erhalt einer fixen Mindestmenge
an Habitatbäumen pro Hektare besteht
das Risiko, dass gegebenenfalls auch
ökologisch weniger wertvolle Bäume und
Bäume mit hohen ökonomischen Werten
ausgewählt werden müssen. Flexible
Konzepte, bei welchen der Fokus auf
ökologisch sehr wertvollen Bäumen mit
Höhlen, toten Ästen und weiteren Strukturmerkmalen liegt, scheinen der Praxis
besser gerecht zu werden. Auch sollte
bereits bei der Pflege ökologisch wertvollen Bäumen mit geringen Durchmessern
Beachtung geschenkt werden. Werden
diese im Verlauf der Waldbewirtschaftung nicht entfernt, können sie sich
langfristig zu geeigneten Habitatbäumen entwickeln. Die Ergebnisse zeigen
auch, dass nicht erwartet werden kann,
dass die Kosten für den Erhalt und die
langfristige Sicherstellung von Habitatbäumen allein durch den Forstbetrieb getragen werden.
Sarah Niedermann-Meier
Inhaberin und Geschäftsführerin der Firma
ecolinnea GmbH, Master of Science ETH
in Umweltnaturwissenschaften mit Vertiefung
in Wald- und Landschaftsmanagement.
Kontakt: s.niedermann@ecolinnea.ch
Literatur
Meier, S. (2009): Beurteilung des ökologischen
und ökonomischen Werts von Habitatbäumen in
Wirtschaftswäldern am Beispiel des Forstbetriebs
Baden. Zürich: ETH Zürich, Masterarbeit. 109 S.
Niedermann, S.; Mordini, M.; Bütler, R.; Rotach,
P. (2010). Habitatbäume im Wirtschaftswald:
ökologisches Potenzial und finanzielle Folgen für
den Betrieb. SZF 161 (10): 391–400.
Manuela Mordini
Inhaberin und Geschäftsführerin der Firma
ecolinnea GmbH, Master of Science ETH
in Umweltnaturwissenschaften mit Vertiefung
in Wald- und Landschaftsmanagement.
Kontakt: m.mordini@ecolinnea.ch
Dr. Rita Bütler Sauvain
Wissenschaftliche Mitarbeiterin, WSL Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft
und Verantwortliche für Waldbiodiversität des
Kantons Waadt, SFFN Service des forêts,
de la faune et de la nature.
Kontakt: rita.buetler@wsl.ch
Dr. Peter Rotach
Dipl. Forstingenieur ETH, Leiter der Gruppe
Waldmanagement–Waldbau am Institut für
Terrestrische Ökosysteme an der ETH Zürich.
Kontakt: peter.rotach@env.ethz.ch
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Foto: Jan Wunder
WALD UND HOLZ
Vermessung der Transekte in einem Verjüngungsschlitz
Verjüngung von Gebirgs-Fichtenwäldern
10 Jahre Erfolgskontrolle
in schlitzförmigen Lücken
Laut den Ergebnissen des dritten Landesforstinventars (LFI3) ist die Verjüngung in 36% aller
Schweizer Schutzwälder kritisch bis ungenügend. Ausreichende Verjüngung ist aber eine Voraussetzung für die langfristige Schutzwirkung. Dabei helfen schlitzförmige Bestandeslücken.
Von Eva Hirsiger, Pascal Gmür, Ueli Wasem,
Jan Wunder und Peter Brang.
Zu wenig Verjüngung ist hauptsächlich in
Wäldern mit verminderter Bestandesstabilität ein Problem (Duc et al. 2010), weil
diese flächig zusammenbrechen können,
ohne dass die Verjüngung die Schutzwirkung rasch übernimmt. Diese Gefahr besteht besonders in Gebirgs-Fichtenwäldern, da diese oft grossflächig dicht,
einförmig, alt und arm an Verjüngung
sind.
Beobachtung in Seilschneisen
Im Jahr 1955 stellte der Bündner Forstadjunkt Trepp fest, dass sich die Fichtenverjüngung in schmalen Seilschneisen oft
gut einstellt. Später entwickelte sich dar-
aus die Idee, den Nachwuchs mit «Verjüngungsschlitzen» zu fördern. Zwischen
1992 und 1996 wurden im Forstkreis
Ilanz im Bündner Vorderrheintal über 50
solche Schlitze in Schutzwäldern geschlagen. In diesem Beitrag berichten wir über
wiederholte Erfolgskontrollen in diesen
Verjüngungsschlitzen.
Zunahme grosser Fichten-Jungpflanzen
Die Verjüngung in den Schlitzen bestand
2011 zu 72% aus Fichten und zu einem
deutlich kleineren Teil aus Vogelbeeren
(28%). Tannenverjüngung fehlte vollständig. Diese Baumartenzusammensetzung
entspricht etwa der natürlichen Zusammensetzung von Nadelwäldern der subal-
pinen Stufe und von fichtendominierten
Wäldern der hochmontanen Stufe.
Im Mittel kamen in den Schlitzen im
Jahr 2001, also 5 bis 9 Jahre nach dem
waldbaulichen Eingriff, 8350 FichtenJungpflanzen pro ha vor (dies entspricht
0,83 Fichten pro m2, Abb. 2). Die Stammzahl blieb bis 2006 etwa gleich (nicht signifikante Zunahme auf 9970 Fichten pro
ha) und sank danach bis ins Jahr 2011
stark und signifikant auf 5030 Pflanzen
pro ha. Dabei zeigten sich Unterschiede
zwischen grossen und kleinen Verjüngungspflanzen: Die Stammzahl der mindestens 10 cm grossen Pflanzen nahm
von 2001 bis 2006 von 1050 pro ha auf
2840 pro ha deutlich zu, um danach bis
2011 stabil zu bleiben. Die Zahl der FichW A L D U N D H O L Z 3/13
29
WALD UND HOLZ
Methodisches Vorgehen
Diese Studie widmet sich der Frage, wie
erfolgreich schlitzförmige Bestandesöffnungen zur Einleitung der Verjüngung in
Gebirgs-Fichtenwäldern sind. Dazu wurde
die Verjüngung innerhalb und ausserhalb
von Schlitzen mehrmals erfasst. Eine Erstinventur wurde 2001 durchgeführt; deren Wiederholung in den Jahren 2006
(Zimmermann et al. 2011) und 2011
(Gmür 2012) erlaubt es, die zeitliche Entwicklung der Fichtenverjüngung (Stammzahl und Grössenklassen) darzustellen.
Insgesamt 36 Schlitze wurden in allen drei
Erhebungen erfasst. 15 der ursprünglich
51 erhobenen Schlitze fielen aufgrund
von Borkenkäferbefall und Hangrutschungen bis 2011 weg. Die Schlitze liegen an
nord- und südexponierten Hängen im
Vorderrheintal und wurden in drei Höhenstufen gruppiert:
hochmontan: 1300–1599 m ü. M.
subalpin: 1600–1729 m ü. M.
obersubalpin: 1730–1830 m ü. M.
Schlitz
1
Wald
2
3
o
2
3
4
2
3
m
u
5m
Abbildung 1: Schema einer schlitzförmigen Bestandesöffnung mit der räumlichen Anordnung der Transekte. Die drei
Transekte (o = oben, m = Mitte und
u = unten) enthalten je zwei Transektabschnitte (2 und 3). Der mittlere Transekt
enthält zusätzlich zwei Transekte (1 und
4) im angrenzenden Waldbestand.
Die Schlitze sind durchschnittlich 55 m
lang (Bereich von 21 bis 114 m) und 16 m
breit (7 bis 28 m). Die Erhebungen wurden
in drei parallelen Transekten senkrecht zur
Längsachse jedes Schlitzes durchgeführt
(Abb. 1). Der obere (o) und der untere
Transekt (u) sind in zwei Teilabschnitte unterteilt, der mittlere Transekt (m) in vier Abschnitte, wobei zwei davon im angrenzenden Waldbestand liegen.
Auf den Transekten wurde sämtliche Verjüngung, ausgenommen einjährige Keimlinge,
nach Baumart und Grössenklasse erfasst. Ebenfalls erfasst wurden Schäden wie Verbiss
und Schwarzer Schneeschimmel (Herpotrichia juniperi).
ü
≥
<
Abbildung 2: Entwicklung der Stammzahl der Fichtenverjüngung total und
nach Grössenklassen
(Pflanzen <10 cm
und Pflanzen ≥ 10 cm
Höhe bis 11,9 cm
Brusthöhendurchmesser). Die Fehlerbalken
bezeichnen den einfachen Standardfehler
des Mittelwertes.
30
W A L D U N D H O L Z 3/13
ten unter 10 cm Höhe blieb hingegen
von 2001 bis 2006 mit Werten um 7000
pro ha stabil, nahm dann aber bis 2011
auf 2420 pro ha deutlich ab. Als Folge
dieser Entwicklung waren die FichtenJungpflanzen bei den ersten beiden Erhebungen mehrheitlich kleiner als 10 cm;
im Jahr 2011 hingegen waren grosse und
kleine Fichten-Jungpflanzen gleich häufig
(Abb. 2).
Hohe Mortalität
Die starke Abnahme der unter 10 cm grossen Verjüngung von 2006 bis 2011 kann
nur mit einer hohen Mortalität erklärt
werden. Eine zusätzliche Erhebung an
284 individuell beobachteten FichtenJungpflanzen bestätigte dies: von 2001
bis 2011 starben 85% dieser Pflanzen.
Die Anzahl der kleinen Fichten in den
Transekten hätte also auch um etwa 85%
abnehmen müssen, ja sogar um mehr, da
ja auch viele der anfänglich unter 10 cm
grossen Pflanzen bis 2006 und 2011 die
Höhe von 10 cm überwuchsen. Dass die
Stammzahl der kleinen Fichten von 2001
bis 2006 stabil blieb und sich danach bis
2011 nicht im ähnlichen Ausmass wie bei
den individuell beobachteten Pflanzen reduzierte, sondern sich «nur» gut halbierte, bedeutet daher, dass sich viele
Fichten neu ansamten. Zwar konnte
diese Ansamung die Mortalität nicht
kompensieren, es wird jedoch deutlich,
dass die Dynamik von Ansamen und Sterben erstaunlich hoch ist.
Die deutliche Abnahme der kleinen
Pflanzen kann nicht durch grosse Fichtenpflanzen erklärt werden, welche die
Ansamung weiterer Fichten behindern.
Eine plausible Erklärung ist hingegen die
abnehmende Verjüngungsgunst, denn
der Waldboden, der nach dem Schlagen
der Schlitze fleckenweise vegetationsfrei
war, ist inzwischen dicht von Kräutern,
Gräsern, Hochstauden und Kleinsträuchern bewachsen.
Dass die Stammzahl der grösseren Jungpflanzen von 2006 bis 2011 nicht wie in
den fünf Jahren zuvor zunahm, überrascht
etwas. Wir erwarteten eine kontinuierliche Zunahme von Erhebung zu Erhebung. Anscheinend sterben so viele der
über 10 cm grossen Pflanzen, dass der
Einwuchs kleinerer Pflanzen diese Mortalität nur gerade kompensiert.
Die Stammzahlunterschiede zwischen
den Schlitzen sind sehr gross; 2011 betrugen die minimalen und maximalen
Dichtewerte pro Schlitz bei den kleinen
Pflanzen (unter 10 cm hoch) zwischen
0 und 173 000 Fichten-Jungpflanzen pro
ha, bei den grossen Pflanzen (mindestens
WALD UND HOLZ
Ott et al. (1997) sowie Bühler (2005)
haben Sollstammzahlen für mindestens
10 cm grosse Fichten-Jungpflanzen in
Fichten-Gebirgswäldern entwickelt. Sie
liegen bei 4000 Stück pro ha für hochmontane Wälder und bei 1800 pro ha für
subalpine und obersubalpine Wälder.
Rund 15 bis 20 Jahre nach dem Holzschlag sind diese Sollstammzahlen im
Durchschnitt der Schlitze in der subalpinen Stufe deutlich und in der obersubalpinen Stufe knapp erreicht, in der hochmontanen Stufe aber verfehlt (Abb. 4).
Wenn man die Sollstammzahl auf jeden
Schlitz anwendet, ergibt sich folgendes
Bild: In der hochmontanen Stufe erreichen 4 von 11 Schlitzen, in der subalpinen Stufe 7 von 10 und in der obersubalpinen Stufe 6 von 15 Schlitzen
die Sollstammzahl. Die Sollstammzahlen
werden also insgesamt in 17 von 36 Fällen erreicht.
ü
Abbildung 3: Entwicklung der Stammzahl
der Fichtenverjüngung
(10 cm Höhe bis
11,9 cm Brusthöhendurchmesser) in verschiedenen Höhenstufen. Die gestrichelten
Linien stellen die Sollstammzahlen nach
Bühler (2005) und Ott
et al. (1997) dar.
Fotos: Peter Brang
Sollstammzahlen erst teilweise
erreicht
≥
10 cm hoch) zwischen 0 und 40 000
Stück pro ha. Dies relativiert verallgemeinernde Aussagen zum Erfolg der Schlitze.
Die Dichten der mindestens 10 cm
grossen Fichten-Jungpflanzen unterschieden sich zwischen den Höhenstufen stark
(Abb. 3). Sie waren in Schlitzen der hochmontanen und subalpinen Stufe etwa
doppelt so gross wie in solchen der obersubalpinen Stufe.
adfasdfasdfasdfas
Wildverbiss setzt der
Verjüngung zu
Die Fichten sind in Schlitzen am Nordhang signifikant häufiger verbissen als in
solchen am Südhang. Der im Jahr 2011
am Nordhang festgestellte Anteil von
15% Pflanzen, die während des Jahres
vor der Erhebung verbissen wurden, ist
zwar wegen methodischer Unterschiede
nicht direkt mit einer Verbissintensität
von 15% gleichzusetzen, liegt aber doch
über dem kritischen Wert von 12%. Vor
allem die 10 bis 39 cm hohen Pflanzen
waren im Jahr 2011 mit 21% verbissenen
Pflanzen stark betroffen. Am Südhang ist
Schneeschimmel die häufigste Schadensursache. Der Verbiss dürfte dazu beitragen, dass die Stammzahl der mindestens
10 cm grossen Fichtenpflanzen nicht stärker ansteigt, sondern stagniert (Abb. 2).
Verjüngung in Schlitzen
zahlreicher
Einen klaren Einfluss auf die Dichte der
Fichtenverjüngung hat die Beschirmung.
Unter Schirm, also im Altbestand, der an
den Schlitz angrenzt, wuchsen mit 4200
Dichte Ansamung
von Fichten, die
bereits grösser als
10 cm sind.
Die Bodenvegetation
kann in einer Öffnung zur Konkurrenz
für die Verjüngung
werden.
W A L D U N D H O L Z 3/13
31
WALD UND HOLZ
Eva Hirsiger
ist Umweltnaturwissenschafterin mit Vertiefung
in Wald- und Landschaftsmanagement und hat
diesen Aufsatz im Rahmen eines Praktikums an
der WSL verfasst.
Pascal Gmür
ist Forstingenieur HAFL und derzeit beim Kantonsforstamt des Kantons St. Gallen tätig. Seine
Bachelorarbeit war die Grundlage für diesen
Beitrag.
Ueli Wasem
Forstwart in der Forschungsgruppe Störungsökologie an der WSL.
Dr. Jan Wunder
Geoökologe, Oberassistent der Professur Waldökologie an der ETH Zürich.
Dr. Peter Brang
Leiter der Forschungsgruppe Bestandesdynamik
und Waldbau sowie des Forschungsprogramms
Wald und Klimawandel an der WSL.
Dank
Wir danken dem Bundesamt für Umwelt (BAFU)
für die finanzielle Unterstützung.
Literatur
Bühler, U. (2005). Jungwaldentwicklung als Eingangsgrösse in die Jagdplanung: Erfahrungen
aus dem Kanton Graubünden. Eidg. Forschungsanstalt WSL, Birmensdorf. Forum für Wissen
2005: 59–65.
Fichten-Aufwuchs in einer kleinen Lücke
Pflanzen pro ha signifikant weniger Jungpflanzen als im Schlitz mit 6800 Stück
pro ha. Das Schlagen der Schlitze förderte also die Verjüngung stark. Hingegen beeinflussen die Schlitzbreite und die
Schlitzrichtung die Stammzahl der Verjüngung zwar teilweise signifikant, aber
nur geringfügig. Unsere Daten belegen
also nicht, dass die Schlitze unbedingt
eine bestimmte Ausrichtung, zum Beispiel an nordexponierten Hängen zur
Abendsonne, haben sollten. Man kann
daher die Ausrichtung der Schlitze aufgrund der Anforderungen der Holzerntetechnik festlegen.
Dabei ist aber sehr sorgfältig auf stabile Schlitzränder zu achten. In dieser
Studie hatten sich insgesamt 30% der
Schlitze nach zehn Jahren infolge Borkenkäferbefall und Windwurf erweitert
oder mit benachbarten Schlitzen verbunden; am Südhang waren es sogar fast
60%. Diese Entwicklung ist unerwünscht,
denn wenn sich die Lücken vergrössern,
kann sich die Konkurrenzvegetation stark
entwickeln. Zudem ist die Borkenkäferbekämpfung teuer. Teilweise waren die
erweiterten Lücken so gross, dass die
Schutzwirkung gefährdet ist.
Schlussfolgerungen
Schlitzförmige Bestandesöffnungen sind
geeignet, um die Verjüngung der Fichte
in höheren Lagen einzuleiten. Die Ver-
32
W A L D U N D H O L Z 3/13
jüngungsdichten in den 36 untersuchten
Schlitzen sind 15 bis 20 Jahre nach dem
Aushauen der Schlitze deutlich grösser
als im angrenzenden Altbestand. Die
Stammzahl der über 10 cm grossen
Jungpflanzen nahm jedoch wider Erwarten in den letzten fünf Jahren nicht
mehr zu und die der kleineren sogar ab.
Die Ansamung weiterer Jungpflanzen
scheint zurückgegangen zu sein, wahrscheinlich weil Konkurrenzvegetation
die verjüngungsgünstigen Kleinstandorte besetzt hat. Den etablierten Pflanzen setzen Wildverbiss und Schneeschimmel zu. Die Sollstammzahlen für
Fichten-Jungpflanzen waren nach 15 bis
20 Jahren erst in knapp der Hälfte der
Schlitze erreicht.
Auf stabile Bestandesränder ist beim
Anzeichnen der Schlitze sehr sorgfältig
zu achten, sollen Zwangsnutzungen minimal bleiben. Die wiederholten Erhebungen zeigen, dass die Dynamik von
Ansamung und Mortalität in den Verjüngungen gross ist; man darf daher den Erfolg der Verjüngung nicht zu früh als gesichert oder als gescheitert betrachten.
Im Fall der 1992 bis 1996 angelegten
Schlitze in der Surselva ist auch nach
15 bis 20 Jahren noch keine abschliessende Beurteilung des Verjüngungserfolgs möglich. Daher dürften sich weitere Wiederholungen der Erfolgskontrolle
lohnen.
Duc, P., Abegg, M., Brändli, U.-B. (2010).
Schutzwald. In: Brändli, U.-B. (Red.) Schweizerisches Landesforstinventar. Ergebnisse der dritten
Erhebung 2004–2006. Birmensdorf, Bern, Eidg.
Forschungsanstalt WSL, Bundesamt für Umwelt
BAFU: 231–251.
Gmür, P. A. (2011). Naturverjüngung in schlitzförmigen Bestandesöffnungen. Erfolgskontrolle
in hochmontanen und subalpinen Schutzwäldern des Vorderrheintales, Graubünden,
Schweiz. 3. Aufnahme. Bachelorarbeit in Forstwirtschaft. Schweizerische Hochschule für Landwirtschaft SHL, Zollikofen.
Ott, E., Frehner, M., Frey, H.-U., Lüscher, P.
(1997). Gebirgsnadelwälder: ein praxisorientierter Leitfaden für eine standortgerechte Waldbehandlung. Bern, Haupt Verlag.
Zimmermann, S., Wunder, J., Brang, P. (2011).
Erfolgskontrolle in Verjüngungsschlitzen. Bündnerwald 64(2): 46–49.
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W A L D U N D H O L Z 3/13
33
WALD UND HOLZ
Foto: Bergbau Akademie Freiberg
Von Eduard J. Belser.
Dass dem Wald nicht mehr Holz entnommen werden darf, als dauernd nachwächst – dieses Nachhaltigkeitsprinzip ist
auch in der Schweiz seit der zweiten
Hälfte des 19. Jahrhunderts das eiserne
Grundprinzip der Forstwirtschaft. Das
Postulat, von den Zinsen zu leben und
das Kapital nicht anzugreifen, ist langfristig auch ökonomisch gesehen sinnvoll.
Heute ist es angesichts der Übernutzung
der Ressourcen dieser Erde durch die
Menschheit aktueller den je und entsprechend präsent in den Medien. Auch die
angestrebte und aktuell heftig diskutierte
Energiewende hin zu den erneuerbaren
Energiequellen beruht letztlich auf dem
Nachhaltigkeitsprinzip.
Holznot im Bergbaurevier
Erzgebirge
Titelblatt der
«Sylvicultura oeconomica» in einer Auflage
von 1732
300 Jahre Nachhaltigkeit im Wald
Wer war Hannß
Carl von Carlowitz?
Der internationale Tag des Waldes vom 21. März 2013 steht
unter dem Motto «300 Jahre Nachhaltigkeit im Wald». Der
Grund: 1713 veröffentlichte Hannß Carl von Carlowitz sein
forstliches Lehrbuch «Sylvicultura oeconomica, oder haußwirthliche Nachricht und Naturmäßige Anweisung zur wilden
Baum-Zucht». Es verlieh Carlowitz den Ruf als Begründer des
Nachhaltigkeitsprinzips in der Waldbewirtschaftung.
34
W A L D U N D H O L Z 3/13
Das Erzgebirge, ein Grenzgebirge zwischen Sachsen und Böhmen, war eines
der ältesten und bis weit in das 20. Jahrhundert hinein eines der grössten und
bedeutendsten Bergbaureviere Europas.
Bereits im 12. Jahrhundert wurden hier
Silbererzvorkommen entdeckt und bergmännisch abgebaut. Mit der zunehmenden Besiedelung des Erzgebirges wurden
vor allem im Gebiet von Freiberg, Schneeberg, Annaberg-Buchholz und dem böhmischen Sankt Joachimstal (heute die
tschechische Stadt Jáchymov) weitere reiche Erzlagerstätten entdeckt. Zahlreiche
Bergwerke entstanden, in denen vor
allem Silber, Zinn, Eisen, Kupfer, Blei und
Zink abgebaut und in Hüttenwerken weiterverarbeitet wurden.
Das Sichern der Schächte und Stollen
der Bergwerke mit hölzernen Einbauten,
das damals verbreitete Sprengen des Gesteins durch Feuereinwirkung, das Verhütten der Erze zu den Metallen, die
Köhlerei und zahlreiche weitere energieintensive Gewerbe wie die Glasherstellung, das Seifensieden, aber auch der
Hausbrand zum Kochen und Heizen verschlangen gewaltige Mengen Holz. Bereits im Mittelalter führte dieser grosse
Holzbedarf – zusammen mit Waldschäden durch das Beweiden mit Ziegen
und Grossvieh und andere Nebennutzungen – regional zur Holzverknappung
oder Holznot. Holz war bis zum Beginn
des industriellen Kohlenabbaus Ende des
18. Jahrhunderts und dem Aufkommen
der Eisenbahn ab etwa 1830 als leistungsfähiges Kohle-Transportmittel der
zentrale Energieträger. Durch den wirtschaftlichen Aufschwung, den Sachsen
unter Kurfürst August II. nach dem Dreissigjährigen Krieg erlebte, wurde die Holz-
WALD UND HOLZ
Bild: Wikimedie commons
not besonders in den Bergbaugebieten
des sächsischen Erzgebirges zu einem
sich schnell dramatisch verschärfenden
Problem.
Hannß Carl von Carlowitz
Hanß Carl von Carlowitz wurde als zweitältester Sohn von 16 Kindern des kursächsischen Oberforstmeisters Georg Carl
von Carlowitz 1645 auf dem Familiensitz,
der Burg Rabenstein bei Chemnitz, geboren. Er besuchte das vom Geist des Humanismus geprägte Lutherische Stadtgymnasium in Halle an der Saale,
studierte in Jena Rechts- und Staatswissenschaften, lernte Fremdsprachen und
betrieb naturwissenschaftliche und bergbaukundliche Studien.
Die «Kavalierstour» – die damals übliche Bildungsreise des Adels und der reichen Oberschicht – führte den jungen
Carlowitz zwischen 1665 und 1669 nach
England, Frankreich, in die Niederlande,
nach Dänemark, Schweden, Italien und
Malta. Er erkannte, dass der Rohstoff und
Energieträger Holz im vorindustriellen Europa ein knappes Gut war und dass es an
einer geregelten Bewirtschaftung der
Wälder fehlte. Die vorhandenen Kenntnisse in der Waldbewirtschaftung waren
zudem in den Wirren des Dreissigjährigen
Krieges (1618–1648) teilweise verloren
gegangen. Weite Teile Europas waren
entwaldet und verödet.
Nach seiner Rückkehr wurde der 24jährige Carlowitz vom sächsischen Herzog
Johannes Georg II. zum Kammerjunker
ernannt. 1672 trat er in den Dienst als
Adjunkt seines Vater in Wolkenstein und
wurde später selber Amtshauptmann zu
Wolken- und Lauterstein. In diesem Amt
war er, wie bereits sein Vater, auch für die
Waldungen zuständig. 1677 wurde er
zum Vize-Berg-Hauptmann und 1711
zum sächsischen Ober-Berg-Hauptmann
berufen. Damit war er auch für die Holzversorgung der sächsischen Berg- und
Hüttenwerke zuständig.
Der ökonomisch und naturwissenschaftlich gebildete Carlowitz erkannte,
dass das Problem der übernutzten,
schlecht bewirtschafteten Wälder auch
darin liegt, dass wer einen Baum pflanzt,
diesen nicht zu seinen Lebzeiten ernten
kann. Weshalb die Bewirtschaftung des
Waldes zwingend nach einem Denken
und vorausschauenden Handeln über
mehrere Generationen verlangt; eine Erfordernis, die beim damaligen harten
Kampf ums tägliche Überleben bei weiten Bevölkerungskreisen nicht im Vordergrund stand. Das Phänomen ist auch
heute noch in vielen Ländern der Dritten
Mittlere Altartafel von der Rückseite des 1521 geweihten, dem Maler Hans Hesse zugeschriebenen Annaberger Bergaltars mit einer vielgestaltigen Bergbaulandschaft mit allen
Aspekten der damaligen Silbergewinnung. Zu erkennen ist der vielfältige Einsatz von Holz
im Stollenbau, beim Bau von andere Bergwerkseinrichtungen, bei der Holzkohlegewinnung usw.
Welt bei der täglichen Jagd der armen
Bevölkerung nach Brennholz zu beobachten. Der wirtschaftlich gut gestellte
Adel hingegen vererbte seine Reichtümer, auch die Wälder, an die nachfolgenden Generationen und hatte deshalb ein
Interesse, diese in gutem Zustand zu hinterlassen.
«Nachhaltende Nutzung»
Dies dürfte Carlowitz auch bewogen
haben, 1713 sein Buch «Sylvicultura
oeconomica, oder haußwirthliche Nachricht und Naturmäßige Anweisung zur
wilden Baum-Zucht» zu verfassen. Zwar
hatte der englische Autor, Architekt und
Gartenbauer John Evelyn bereits 1644
sein Werk «Sylva, or Discourse on Forest
Trees» [«Sylva oder Abhandlung über
Waldbäume»] veröffentlicht, und König
Ludwig XIV. von Frankreich 1669 ein fortschrittliches Waldgesetz erlassen; aber
Carlowitz kommt das Verdienst zu, das
erste umfassende, in sich geschlossene
Lehrbuch der Forstwirtschaft verfasst und
darin den Begriff der «Nachhaltigkeit»
eingeführt zu haben. Carlowitz beschreibt in der «Sylvicultura oeconomica»
das Prinzip der Nachhaltigkeit so: «Wird
derhalben die größte Kunst/Wissenschaft/Fleiß und Einrichtung hiesiger
Lande darinnen beruhen / wie eine sothane Conservation und Anbau des Holtzes anzustellen / daß es eine continuierliche beständige und nachhaltende
Nutzung gebe / weiln es eine unentberliche Sache ist / ohne welche das Land in
seinem Esse [Wesen, Dasein] nicht bleiW A L D U N D H O L Z 3/13
35
ben mag.» Carlowitz hat damit die Nachhaltigkeit als forstliche Handlungsweise
nicht erfunden, aber er hat mit seinem
Werk das Wort «nachhaltend» geprägt
und der Nachhaltigkeit ihre grundlegende Bedeutung in der Bewirtschaftung
des Waldes zugewiesen.
Das 432-seitige Werk mit 24 Registerseiten enthält Ausführungen zu den
Waldfunktionen, zur standortgerechten
Baumartenwahl, zur Streunutzung, zur
Bodendüngung, zur Bodenverdichtung
durch das Befahren, zum Anbau einheimischer und fremdländischer Baumarten,
Waldbausysteme, zur räumlichen Ordnung im Wald, zur natürlichen und
künstlichen Verjüngung des Waldes, zur
Jungwald- und Bestandespflege, zur
Holzernte und anderen forstlichen Themen. Da das Werk in erster Linie aus den
Bedürfnissen einer sicheren, nachhaltigen Holzversorgung entstand, fehlt das
Thema Jagd darin.
Carlowitz verstarb am 3. März 1714 mit
69 Jahren in Freiberg. Drei Dinge halten
sein geistiges Erbe wach: ein Denkmal
an der Burg Rabenstein, die Sächsische
Hans-Carl-von-Carlowitz Gesellschaft zur
Förderung der Nachhaltigkeit und der
seit 2003 alljährlich für herausragende
Leistungen im Bereich der Umweltforschung an der Technischen UniversitätBergakademie Freiberg verliehene HansCarl-von-Carlowitz-Preis.
Eduard J. Belser
Freier Journalist, Egerkingen
Weitere Infos zu Carlowitz und seinem
Werk im Internet unter:
Reprint der «Sylvicultura oeconomica» mit
einem einführenden Kapitel von Jürgen Huss
und Friederike von Gadow: www.forstbuch.de
Digitalisierte «Sylvicultura oeconomica» zum
Herunterladen für den privaten Gebrauch:
www.bsb-muenchen-digital.de/~web/web1021/
bsb10214444/images/index.html?digID=bsb102
14444&pimage=9&v=pdf&nav=0&l=de
Sächsische Hans-Carl-von-Carlowitz-Gesellschaft
zur Förderung der Nachhaltigkeit (Jubiläumsaktivitäten 2013): www.carlowitz-gesellschaft.de
Hans-Carl-von-Carlowitz-Preis: tu-freiberg.de/
oez/praxispartner/carlowitz.html
Lexikon der Nachhaltigkeit:
www.nachhaltigkeit.info
Vorlesungsskript zur Schweizer Forstgeschichte
in der Sammlung der ETH Zürich:
http://e-collection.library.ethz.ch/eserv/
eth:28539/eth-28539-01.pdf
Jeremias Gotthelf «Die Wassernot im Emmental»: http://gutenberg.spiegel.de/buch/2499/1
36
W A L D U N D H O L Z 3/13
Bild: Bergbau Akademie Freiberg, Universitätsbibliothek «Georgius Agricola»
WALD UND HOLZ
Vorsatzblatt
Titelblatt der
«Sylvicultura
oeconomica»
mit Darstellungen verschiedener
Waldarbeiten
Das Eidgenössisches Forstgesetz von 1876
Die Holzknappheit war auch in der Schweiz bereits ab dem Mittelalter in gewissen Gegenden ein Problem, das mit Forstreglementen und anderen Massnahmen angegangen
wurde. Der Brennholzbedarf der wachsenden Bevölkerung und des Gewerbes (Bergbau,
Glashütten usw.) führte in der vorindustriellen Schweiz des 17. und 18. Jahrhunderts zu
einem starken Nutzungsdruck auf die Wälder und zu deren Übernutzung. Hinzu kamen
Schäden durch das Beweiden und andere Nebennutzungen sowie Holzexporte z.B. für
den Schiffsbau bis nach Holland oder für die erzbischöflich-salzburgischen Salinen aus
dem Engadin. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren die Folgen dieser Übernutzung und Plünderung der Wälder nicht mehr zu übersehen. 1834 kam es in den
Kantonen Graubünden, Tessin, Wallis und Uri, 1837 vor allem im Emmental und 1839
in den Tälern der Reuss, des Rheins, der Rhone und in den Südtälern zu verheerenden
Überschwemmungen. Diesen Überschwemmungen setzte der Dichterpfarrer Jeremias
Gotthelf mit seiner 1838 geschriebenen und 1852 erstmals gedruckten Erzählung «Die
Wassernot im Emmental» ein literarisches Denkmal. 1842 veröffentliche Charles Lardy
(1780 bis 1858), Inspektor der Minen und Wälder des Kantons Waadt, seine «Denkschrift über die Zerstörung der Wälder in den Hochalpen, die Folgen davon für diese
selbst und die angrenzenden Landestheile, und die Mittel diesen Schaden abzuwenden». 1843 wurde der Schweizerische Forstverein gegründet, der sich 1849 mit der
Frage befasste: «Kann den waldbesitzenden Privaten und Korporationen die Ausreutung und Urbarisierung der Wälder unbedingt nach ihren Gutdünken überlassen werden?» 1862 beauftragte der Bundesrat die Professoren Elias Landolt, Arnold Escher von
der Linth und Culmann sowie den St. Galler Oberingenieur Hartmann mit einer Expertise
zum Zustand der Schweizer Wälder. Das Ergebnis, der schon als forstliches Gesamtkonzept bezeichnete Landolt-Bericht, wurde 1862 veröffentlicht. 1874 wurde die neue Bundesverfassung angenommen, die in Artikel 22 bzw. später Artikel 24 den Schutz der
Gebirgswälder festschrieb. 1876 verabschiedete die Bundesversammlung das «Bundesgesetz betreffend die Oberaufsicht des Bundes über die Forstpolizei im Hochgebirge»,
dessen Grundgedanke auf dem Nachhaltigkeitsprinzip beruht.
WALD UND HOLZ
Gleichzeitig wurde vom VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V.) ein erster Standard entwickelt, der realistische Anforderungen an
biologisch schnell abbaubare Hydraulikflüssigkeiten formulierte und ihre weitere
Entwicklung kanalisierte. Dieser Standard
ist inzwischen in die «ISO 15380» eingeflossen und bildet weiterhin die Basis für
die Beschreibung der Anforderungen an
Bio-Hydrauliköle.
Überhitzung vermeiden
Probenahme der Hydraulikflüssigkeit an
einem Harvester im
Rahmen der KWF-Gebrauchswertprüfung
«Bio-Hydraulikflüssigkeiten»
Stand des Wissens
und Erfahrungen
Erste biologisch schnell abbaubare Hydrauliköle tauchten in
den 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts auf. Inzwischen
kann wohl von einer flächendeckenden Verwendung im Forst
ausgegangen werden. Die Erfahrungen in der Praxis sind recht
gut. Wenn sie richtig beobachtet und gewartet werden, können die Bioöle auch von den Kosten her mithalten. In die Umwelt sollten sie aber ebenso wenig geraten wie konventionelle
Hydraulikflüssigkeiten.
Von Günther Weise.
In den ersten Jahren wurde Rapsöl eingesetzt, das bei sorgfältiger Wartung zwar
funktionierte, aber nur eine geringe Standzeit erreichte und stark verharzte. Versuche mit Hydraulikflüssigkeiten auf der
Basis von Polyglykolen folgten. Aufgrund
ihrer Wasserlöslichkeit und weil sie Lacke
sowie Papierfilter angriffen, erwiesen sich
aber auch diese Produkte als ungeeignet
für die Mobilhydraulik. Ab 1990 waren
erste Druckflüssigkeiten auf der Basis
synthetischer Ester verfügbar, die jedoch
noch nicht allen Anforderungen gerecht
wurden. Den Durchbruch schafften die
Bio-Hydraulikflüssigkeiten aber schliesslich ab etwa 1996 mit den gesättigten
synthetischen Estern, welche praktisch
alle Anforderungen der Mobilhydraulik
erfüllen.
Die guten Eigenschaften der gesättigten
Ester sollten durch geeignete Auslegung
der Hydraulikanlage unterstützt werden.
Als besonders wichtig erweisen sich
ausreichende Strömungsquerschnitte, die
konsequente Verwendung von LoadSensing-Systemen und, wenn möglich,
der Einsatz von geschlossenen Kreisläufen. Besonderes Augenmerk ist auf die
Öltemperatur zu richten, um Überhitzungen zu vermeiden. Aufgrund des günstigeren Temperatur-Viskositäts-Verhaltens
von Produkten auf Basis gesättigter Ester
können unter Umständen auch dünnflüssigere Öle (geringere Viskosität) verwendet werden, welche die Energieverluste
im Hydrauliksystem vermindern.
Im Jahr 2009 hat das Kuratorium für
Waldarbeit und Forsttechnik (KWF) eine
Umfrage bei über 600 Betreibern von
Forstmaschinen durchgeführt, um den
Stand der Verwendung und die Erfahrungen mit Bio-Hydraulikflüssigkeiten in der
Praxis abzufragen. Dabei bestätigten
über 80% der befragten Unternehmer,
dass sich Bio-Hydraulikflüssigkeiten aus
technischer Sicht für den Forstbereich
eignen. Immerhin gab es aber auch Hinweise auf Schäden, von denen einige
jedoch noch in den frühen Jahren der
Entwicklung biologischer Hydraulikflüssigkeiten aufgetreten sein dürften. Am
häufigsten wurden Undichtigkeiten bei
Schläuchen und Schlauchverbindungen
aufgeführt. Tatsächlich werden Elastomere unter Umständen von den Flüssigkeiten angegriffen. Verwendet man jedoch das richtige Schlauchmaterial und
geht korrekt mit den Bio-Hydraulikölen
um, sollten grundsätzlich keine solchen
Probleme mehr auftauchen – es sei denn,
dass verschiedene Öle gemischt wurden;
dies ist zu vermeiden.
In diesem Zusammenhang sei darauf
hingewiesen, dass Schlauchleitungen der
Mobilhydraulik in der Regel alle sechs
Jahre zu wechseln sind, um das Risiko
von Schlauchbrüchen zu minimieren.
Früher häufig, heute deutlich seltener
berichten Maschinenbetreiber ausserdem
W A L D U N D H O L Z 3/13
37
WALD UND HOLZ
90
Betriebe mit Bio-Druckflüssigkeiten
80
70
60
Die Bio-Hydrauliköle haben eine
steile Karriere hinter sich, hier gemessen an ihrer
Einführung in den
vom KWF befragten Betrieben.
50
Anforderungen definiert in:
VDMA 24568: 1994
ISO 15380: 2002
40
30
20
10
0
1981
1984
1987
1990
1993
1996
1999
2002
2008
Gründe für den Umstieg
auf Bioöl
5
Ein besonders
wichtiges Motiv,
Bio-Hydraulikflüssigkeiten einzusetzen, stellt die
Zertifizierung der
jeweiligen Forstunternehmer dar.
2005
3
9
3
Dichtungen und Schläuche
Pumpen und Motoren
Verharzungen
Temperaturprobleme
Sonstige
5
von Hautproblemen beim (unvorsichtigen?) Umgang mit Bio-Hydraulikölen.
Teurer? Oder gar billiger?
Ein verbreiteter Kritikpunkt im Zusammenhang mit den derzeit angebotenen
Bio-Hydraulikflüssigkeiten auf Basis synthetischer Ester ist ihr hoher Preis. Berücksichtigt man aber die lange mögliche
Standzeit, so relativiert sich dieser Einwand erheblich. Bei der Umfrage gaben
die meisten Maschinenbetreiber an, dass
sich die Ölwechselintervalle ihrer Maschinen im Vergleich zu Mineralöl vergrössert
hätten oder dass sie sogar gänzlich auf
einen Ölwechsel verzichten. Nur wenige
Nutzer mussten die Ölwechselintervalle
verkürzen.
Sehr lange Standzeiten der Hydraulikflüssigkeiten auf der Basis gesättigter
Ester sind nur erreichbar, wenn man diese
regelmässig wartet. Denn beim Gebrauch
werden sie mit Fremdkörpern und Wasser verschmutzt, etwa durch einfahrende
Hydraulikzylinder oder Abrieb im System.
Wasser kann HEES-Flüssigkeiten richtiggehend zersetzen. Es ist daher ratsam,
die Druckflüssigkeit regelmässig analysieren zu lassen und Verunreinigungen und
Wasser mittels einer Feinstfiltration zu
entfernen.
38
W A L D U N D H O L Z 3/13
Prüfkoffer von ARGO-HYTOS für den
Schnelltest von Bioölen
Was ist zu tun bei einer Havarie?
Wenn Öl ausgetreten ist, sind die zuständigen Behörden zu unterrichten und unverzüglich die erforderlichen Vermeidungsmassnahmen zu ergreifen. Das gilt
auch, wenn es sich um schnell abbaubare
Hydraulikflüssigkeiten handelt. In das
Erdreich eingedrungenes Bioöl breitet
sich ebenso aus wie normales Mineralöl.
Es kann zum Beispiel über Wurzellöcher,
Grabgänge von Tieren sowie über den
Porenraum des Erdreiches in Richtung
Grundwasser wandern. Generell werden
aufgrund des raschen Abbaus Abflüsse
von 1–2 l ins Erdreich als ungefährlich angesehen. Treten jedoch mehrere Dutzend
Liter aus, sind Massnahmen zur Gefahrenabwehr erforderlich. Diese umfassen
normalerweise das Ausheben oder Ausbaggern des belasteten Erdreichs und
dessen Entsorgung. Die anschliessend im
Erdreich nachweisbare Restkonzentration
der Verunreinigung (Sanierungsgrenzwert) darf bei biologisch schnell abbaubaren Ölen allerdings um den Faktor 2 bis
5 höher angesetzt werden als bei Mineralölprodukten.
In Gewässern können auch Bioöle die
Kiemen und Atmungsöffnungen von Fischen und Insektenlarven verkleben, was
zu deren Erstickungstod führt. Aus diesem Grund werden die Produkte in
Deutschland regelmässig in die Wassergefährdungsklasse 1 eingestuft. Da sie keine
regenbogenfarbenen Schlieren auf der
Wasseroberfläche bilden, sind Wasserverschmutzungen schwerer zu erkennen als
bei Mineralöl. Aus diesem Grund ist es im
Havariefall vordringlich, das Eindringen
der Flüssigkeiten in Gewässer durch Ölsperren und andere geeignete Massnahmen zu verhindern. Schwimmt das Bioöl
bereits auf dem Wasser, so sollte man versuchen, die Ausbreitung rasch einzudämmen. Hierbei sind Ölsperren sowie grundsätzlich alle auch für Mineralölprodukte
zugelassenen Ölbindemittel einsetzbar,
notfalls auch Sägespäne, Holzwolle oder
trockener Rindenmulch bzw. Torf.
Auf Verkehrsflächen ausgetretene biologische Druckflüssigkeiten sind zunächst
durch Abstreuen mit Ölbindemitteln an
der weiteren Ausbreitung zu hindern.
Danach muss die Verkehrsfläche gereinigt werden, da die Produkte rutschige
Filme bilden. Bei offenporigem Asphalt
kann das schwierig sein und möglicherweise ein Abfräsen der Oberfläche erforderlich machen.
Aus diesen Gründen verlangt die Gebrauchswertprüfung des KWF, dass in
geprüften Maschinen Bio-Hydraulikflüssigkeiten verwendet werden, die die
Anforderungen eines anerkannten Umweltlabels erfüllen (z.B. Blauer Engel oder
Euro-Margerite), da der Anwender nur so
sicher sein kann, ein Produkt zu verwenden, das als umweltschonend und biologisch schnell abbaubar angesehen werden kann. Zudem muss ein Ölunfallset
auf der Maschine verfügbar sein. Weiterhin wird eine Probe aus der Maschine
einem Schnelltest auf Bioöleigenschaft
unterzogen.
WALD UND HOLZ
Umweltzeichen «Blauer Engel» und «Europäisches Umweltzeichen» (oft Euro-Margerite oder Euro-Blume genannt)
Fazit
Als Summe der Erfahrungen beim Einsatz
von biologisch schnell abbaubaren Druckflüssigkeiten in der Forstwirtschaft zeigten sich vier wesentliche Punkte:
• Grundsätzlich eignen sich entsprechende Bio-Druckflüssigkeiten für den Einsatz in Forstmaschinen. Wichtig ist aber,
308265_BASF_Forst_AZ_CHF-DE_Pheroprax_210x142_RZ.indd 1
dass der Anwender das Potenzial der
Druckflüssigkeiten auszunützen weiss.
Insbesondere müssen diese gut beobachtet (Monitoring) und gewartet werden. Aufmerksamkeit sollte eventuell
bestehenden Hautunverträglichkeiten
geschenkt werden.
• Optimal eingesetzt sind Bio-Hydraulikflüssigkeiten den herkömmlichen Hydraulikflüssigkeiten unter Umständen in
Wirkungsgrad und Betriebsverhalten
sogar überlegen.
• Im Havariefall bieten Bioöle dem Maschinenbetreiber hinsichtlich der Umwelthaftung Vorteile. So ist das Eindringen geringer Mengen (bis ca. 10 l)
ins Erdreich in der Regel nicht bedenklich. Treten grössere Mengen aus, ist
eine Sanierung erforderlich. Dabei können jedoch erhöhte Sanierungsgrenzwerte zugelassen werden. Von Verkehrsflächen müssen die Produkte aus
Sicherheitsgründen möglichst rasch
entfernt werden.
• Das Eindringen der Produkte in Gewässer muss, wie bei Mineralölen, mit
allen Mitteln verhindert werden. Eingedrungene Produkte müssen so schnell
wie möglich wieder aus Gewässern
entfernt werden.
• Die Umweltverträglichkeit von Bio-Hydraulikölen wird derzeit an den Anforderungen der anerkannten Umweltzeichen «Blauer Engel» und «Europäisches
Umweltzeichen» gemessen.
Dr. Günther Weise
leitet das Fachressort «Forstmaschinen und
-zubehör» beim Kuratorium für Waldarbeit und
Forsttechnik KWF, DE-64823 Gross-Umstadt
Literatur
Nimz, R.; Weise, G.: Einsatz von Bioölen in Forstmaschinen. FTI 63 (2011) 3+4, S. 19–22
Hartmann, R.; Gelembotzki, B, Kaps, Th.: Bioöle:
Umgang, Beförderung und Gefahrenabwehrmassnahmen bei Unfällen. FTI 63 (2011) 7+8,
S. 7–10
01.02.13 11:05
W A L D U N D H O L Z 3/13
39
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W A L D U N D H O L Z 3/13
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WALD UND HOLZ
Foto: St. Isler
Die Ansätze für Motorsägen und andere handgeführte Geräte sind auch mit
Aspen-Kraftstoff berechnet.
Der Maschinenführeransatz von Fr. 49.–
gilt nur betriebsintern. Gegenüber Dritten ist der Verrechnungspreis von Fr. 86.–
zu wählen (analog Forstunternehmer
Schweiz, vgl. auch www.fus-efs.ch/startseite/infos/tarife ➞ Regielohn-Tarif).
Ansätze und Preise 2012
Lohnkosten
Maschinenführer
49.–/h
Betriebsstoffe
Diesel
1.80/l
Benzin
1.80/l
Benzin-Öl-Gemisch
1.80/l
Aspen
Was kostet die
Maschine pro Betriebsstunde? Die Tabellenwerte geben einen
guten Anhaltspunkt.
4.–/l
Motorenöl
6.50/l
2-Takt-Mischöl
6.90/l
Bio-Kettenöl
5.20/l
Gebäudekosten
in Abhängigkeit
Praktisch unverändert
des Anschaffungspreises
Maschinenkosten
für das Jahr 2013
Gebühren und Versicherungen
Zinsfuss
6%
In diesem Jahr bleiben die Selbstkostenansätze für Forst-
Liquidationswert
5%
maschinen gegenüber 2012 praktisch unverändert. Einzelne
Gewinn- und Risikozuschlag
2%
Gebühren
100.–/J.
Haftpflichtversicherung
290.–/J.
Feuervers. v. Anschaffungspreis
0,2%
Vollkasko v. Anschaffungspreis
2,8%
20%
Maschinen sind etwas teurer geworden, der Diesel eher
etwas billiger, und die allgemeine Teuerung war letztes Jahr
Selber rechnen
sogar negativ.
Wer seine eigenen Sätze berechnen
möchte, der kann ein Maschinenkalkulationsprogramm von der WVS-Website
(www.wvs.ch ➞ Forstpraxis ➞ Maschinenkosten) herunterladen. Mit diesem
Programm können Selbstkosten und
Verrechnungssätze von Forstmaschinen
schnell und genau berechnet, gespeichert und im nächsten Jahr wieder aktualisiert werden.
Die übrigen Kostenelemente inklusive
Schmierstoffpreise haben sich kaum verändert.
Die allgemeine Teuerung lag 2012 bei
minus 0,7%, d.h., der Konsumenten-Warenkorb ist letztes Jahr billiger geworden.
Die in der Tabelle enthaltenen Kostenelemente sind Durchschnittswerte, welche auf Erhebungen und Erfahrungswerten beruhen. Sie entsprechen den
Selbstkosten bei betriebsinterner Verrechnung und dienen als Richtgrössen,
von denen bei der Maschinenentschädigung für Forstbetriebe und für Landwirte
ausgegangen werden kann.
Die angegebenen Daten sind rechtlich
unverbindlich. Sie sind geeignet:
– als Kostenvergleich bei der Beschaffung einer Maschine;
– für die Vorkalkulation von Arbeiten
im eigenen Betrieb;
– als Grundlage zur Berechnung
eines individuellen Entschädigungsoder Verrechnungsansatzes.
Weitere Auskünfte:
Robert Schickmüller, WVS
032 625 88 00
W A L D U N D H O L Z 3/13
41
WALD UND HOLZ
Bezeichnung der Maschine
Neupreis
1. Handgeführte Kleingeräte
1.1 Motorsägen (Öko-Öl)
– leicht
– mittel
– schwer
1 100.–
1 700.–
2 200.–
1.2 Freischneidegeräte
– leicht
– mittel
– schwer
Leistung
in kW
Nutzungsdauer
in Jahren
Nutzungsdauer
nach Std.
Rep.Faktor
Selbstkosten in
Abhängigkeit von der
jährlichen Auslastung
Fr./l bei 300 h/J.
11.75/13.95–1
10.05/12.251
9.05/11.251
3
3
3
1 200
1 200
1 200
1,2
1,0,2
0,9
1 100.–
1 500.–
2 050.–
4
4
4
1 200
1 200
1 200
0,6
0,6
0,6
Fr./l bei 200 h/J.
8.90/11.101
8.10/10.301
7.75/10.–1
1.3 Winde mit MS-Motor
– mittel
3 800.–
5
1 200
1,0
Fr./l bei 100 h/J.
13.45/15.701
1.4 Pflanzlochbohrer
– leicht
– schwer
900.–
2 600.–
6
6
1 200
1 200
0,6
0,8
Fr./l bei 100 h/J.
9.10/11.301
10.–/12.201
1.5 Entrindungsgeräte
– Eder
– Biber
2 000.–
3 200.–
5
5
1 200
1 200
0,9
0,9
Fr./l bei 100 h/J.
9.35/11.601
11.95/14.151
2. Rückeschlepper und Ausrüstung
2.1 Forsttransporter
(Ausrüstung ohne Pos. 2.4/2.5)
– mittel
– schwer
2.2 Forsttraktoren
(Ausrüstung ohne Pos. 2.4/2.5)
– mittel
– schwer
2.3 Spezialrückeschlepper
(Ausrüstung ohne Pos. 2.4/2.5)
– leicht
– mittel
– schwer
2 bis 3
3 bis 4
>4
Fr./h bei 600 h/J.
59 000.–
78 000.–
30
40
7
7
7 000
7 000
1,1
1,1
41.25
53.60
Fr./h bei 600 h/J.
100 000.–
110 000.–
50
60
10
10
10 000
10 000
1,0,6
1,0,6
55.05
61.44
Fr./h bei 600 h/J.
106 000.–
127 500.–
153 000.–
45
60
75
10
10
10
10 000
10 000
10 000
0,9
0,9
0,9
56.70
68.10
81.45
2.4 Rückeausrüstung
– Eintrommelwinde, 6 t
– Doppeltrommelwinde, 6 t
– Eintrommelwinde, 7 t
– Doppeltrommelwinde, 7 t
– Frontpolterschild
– Klemmbank
23 000.–
44 000.–
29 000.–
49 000.–
26 000.–
19 000.–
10
10
10
10
10
10
10 000
10 000
10 000
10 000
10 000
10 000
0,8
0,8
0,8
0,8
0,5
0,5
Fr./h bei 600 h/J.
11.15
19.10
13.40
21.––
11.50
9.05
2.5 Funkausrüstung
– für Eintrommelwinde
– für Doppeltrommelwinde
10 000.–
13 000.–
10
10
10 000
10 000
0,7
0,7
Fr./h bei 600 h/J.
6.15
7.25
2.6 Rückekräne
– Rückekran 4 mt
– Rückekran 6 mt
75 000.–
95 000.–
10
10
10 000
10 000
0,8
0,8
Fr./h bei 600 h/J.
30.85
38.40
1
42
Mit Sonderkraftstoff
W A L D U N D H O L Z 3/13
WALD UND HOLZ
Bezeichnung der Maschine
3. Landwirtschaftstraktoren
3.1 Ohne Allradantrieb
– leicht
– mittel
– schwer
3.2 Mit Allradantrieb
– mittel
– schwer
4. Dreipunktanbaugeräte
4.1 Anbauwinden
– Eintrommelwinde, 4 t
– Doppeltrommelwinde, 6 t
Neupreis
Leistung
in kW
Nutzungsdauer
in Jahren
Nutzungsdauer
nach Std.
Rep.Faktor
Selbstkosten in
Abhängigkeit von der
jährlichen Auslastung
Fr./h bei 600 h/J.
44 000.–
61 000.–
87 000.–
33
50
70
7
7
10
7 000
7 000
10 000
1,1
1,1
1,1
73 500.–
111 000.–
60
85
10
10
10 000
10 000
1,1
1,1
34.20
47.15
55.60
Fr./h bei 600 h/J.
47.40
69.–
Fr./h bei 300 h/J.
9 000.–
16 000.–
7
7
3 000
3 000
1,0,0
1,0,0
5 300.–
7 700.–
7
7
3 000
3 000
1,0,0
1,0,0
Fr./h bei 200 h/J.
9.35
12.50
4.3 Übrige Anbaugeräte
– Anbaukran
– Laubräumgerät
– Anbauspritze
24 500.–
7 500.–
8 700.–
7
7
10
3 000
2 000
2 000
0,8
0,8
1,0,0
Fr./h bei 200 h/J.
34.––
12.70
13.45
5. Anhänger
– Krananhänger
– Transportanhänger
69 000.–
7 700.–
8
8
3 000
3 000
1,0,0
0,8
Fr./h bei 350 h/J.
61.60
8.40
4.2 Spaltmaschinen
– klein
– gross
6. Seilkrananlagen
6.1 Konventionelle Anlagen
– mittel
135 000.–
30
7
7 000
0,7
6.2 Mobilseilkräne (Anhängerversion)
– bis 300 m Tragseillänge
– bis 600 m Tragseillänge
225 000.–
295 000.–
70
100
7
7
7 000
7 000
0,7
0,7
7. Übrige Forstmaschinen
7.1 Funkgesteuerte Schlittenwinde
– klein
– gross
7.2 Holzsägen mit Elektroantrieb
– Kreissägen
– Bandsägen
7.3 Holzhacker
– klein (Zapfwellenantrieb)
– mittel (Elektroantrieb)
7.4 Hochdruckreiniger
– mittel
8. Personen- und
Materialtransportfahrzeuge
8.1 Personenwagen
Fr./h bei 600 h/J.
28 500.–
46 000.–
7
7
3 000
3 000
1,0,0
1,0,0
2 700.–
3 600.–
10
10
3 000
4 000
1,0,0
1,2
14 000.–
25 000.–
20
7
7
3 000
4 000
1,0,0
1,0,0
6 000.–
4
7
1 500
1,0,0
Fr./h bei 600 h/J.
113.60
148.90
20
30
36.–
55.30
Fr./h bei 250 h/J.
5.––
5.75
Fr./h bei 350 h/J.
14.90
22.55
Fr./h bei 200 h/J.
12.30
30 000.–
Fr./km bei
15 000 km/J.
0.90
40 000.–
45 000.–
Fr./km bei
15 000 km/J.
1.10
1.20
6 000.–
8 000.–
Fr./km bei
10 000 km/J.
0.15
0.30
8.3 Anhänger
– mit Auflaufbremse bis 2 t
– mit Luftdruckbremse bis 4 t
73.15
Fr./h bei 350 h/J.
8.2 Geländefahrzeuge
– bis 4 Personen, 4 × 4
– bis 6 Personen, 4 × 4
11.30
18.10
Gebühren und Versicherungen
Feuerversicherung ist enthalten in den Maschinengruppen 1.1–1.5, 4.1–5, 7.2–7.4.
Vollkaskoversicherung ist enthalten in den Maschinengruppen 2.4–2.5.
Haftpflicht- und Vollkaskoversicherung sind enthalten in der Maschinengruppe 6.1.
Gebühren, Haftpflicht- und Vollkaskoversicherung sind enthalten in den Maschinengruppen 2.1–2.3, 3.1–3.2, 6.2–7.1.
Die Berechnungsgrundlagen für Personen- und Materialtransportfahrzeuge sind nicht identisch mit denjenigen für die übrigen Maschinen.
W A L D U N D H O L Z 3/13
43
für Profis
tmaschinen
Fors
von Profis
Camox Rückeschlepper
Chippo mobile Trommelhacker
Komatsu Harvester und Forwarder
W.Mahler
MahlerAG
AGl lForsttechnik,
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Foto: Pierre Vollenweider, WSL
WALD UND HOLZ
Flaumeiche im QUERCOExperiment – Schädigung
durch Trockenheit
Die Eiche im Klimawandel, Teil 2: Trockenheit und Anpassung
Die Eiche reagiert plastisch
Die Eidg. Forschungsanstalt WSL hat von 2006 bis 2012 in ihrem QUERCO-Experiment das
Verhalten von jungen Eichen unter veränderten Umweltbedingungen erforscht. Ziel dieses
breit angelegten Experimentes war es, die Auswirkungen von Trockenheit und erhöhter Lufttemperatur auf Mikroklima, Boden und Bäume zu untersuchen. Rund 770 Jungeichen wurden
in Modellökosystemen während dreier Jahre beobachtet und vermessen. Die Resultate dieses
Forschungsvorhabens werden nun der Forstpraxis in einer dreiteiligen Artikelfolge vorgestellt.
Dieser zweite Artikel ist speziell der Trockenheit und den Anpassungsprozessen bei den Jungeichen gewidmet. Die Forschungsresultate werden im Hinblick auf ihre Bedeutung für die
Forstpraxis diskutiert und kommentiert.
Von Patrick Bonfils, Thomas Kuster, Patrick
Fonti, Matthias Arend, Pierre Vollenweider,
Pascal Junod, Madeleine S. Günthardt-Goerg.
Zweijährige Jungeichen von je vier einheimischen Provenienzen der Stiel-, Trauben- und Flaumeiche (eine Herkunft aus
Italien) wurden von 2006 bis 2009 in der
Modellökosystemanlage der Eidg. Forschungsanstalt WSL in Birmensdorf (ZH)
vier verschiedenen Klimabehandlungen
ausgesetzt: Lufterwärmung, Trockenheit,
eine Kombination aus diesen beiden Behandlungen und eine Kontrolle ohne Klimamodifikation. In der ersten Folge dieser Artikelserie wurden die Auswirkungen
der Klimabehandlungen auf das Wachstum der Jungeichen dargestellt. Dabei
zeigte sich, dass weniger die erhöhte
Temperatur als vielmehr die Trockenheit
ein Problem für die Pflanzen darstellte. In
diesem zweiten Artikel werden deshalb
die Auswirkungen der Trockenheit näher
betrachtet. Neben dem Boden als Wuchssubstrat und Wasserspeicher werden Resultate von Untersuchungen über Biomasseleistung, Wasserleitfunktion des
Holzes, Blattmorphologie und Blattschäden vorgestellt.
Bodenwassergehalt ist entscheidend
Die pflanzenverfügbaren Wasserreserven
im Boden bestimmen das Verhalten der
Bäume während einer Trockenperiode.
Die Modellökosystemanlage der WSL in
Birmensdorf ist dafür eingerichtet, diese
Problematik zu untersuchen. Neben dem
3 m hohen, offenen «Glashaus» besteht
das Fundament einer sechseckigen Kammer nämlich aus einem 1,5 m tiefen
Betonkompartiment, das in zwei unten
verschlossene Halbschalen unterteilt ist
(s. Abb. 1 rechts). Mithilfe verschiedener
Messapparaturen wird in diesen sogenannten Lysimetern der Bodenwasserhaushalt ermittelt. Bevor die Jungeichen
gepflanzt werden konnten, wurden im
Jahre 2005 zwei Originalböden aus
schweizerischen Eichenmischbeständen
in jede Kammer der Modellökosystemanlage eingebracht: ein kalkreicher Boden
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WALD UND HOLZ
Abb. 1: Bodenwassergehalt im sauren Boden (pH 7) aus Eiken (AG) in 62 cm Tiefe.
Rötlich hinterlegt die simulierten Trockenperioden (Grafik aus AREND et al. [1]). In Funktion von
Niederschlagsmenge, Verdunstung und Pflanzenwachstum schwankt der Bodenwasserhaushalt. Rechts: Modell einer Kammer (Glaswände offen für Kontrolle und Trockenheit oder teilweise geschlossen für Lufterwärmung) mit unterirdischem Lysimeter.
aus Brugg (pH 7) und ein saurer Boden
aus Eiken (pH 4).
Sehr starke Trockenheit
Während den Vegetationsperioden 2007
bis 2009 wurden die Pflanzen aus Sprinkleranlagen bewässert. Bei natürlichem Regenfall wurden die Glasdächer über den
Kammern automatisch geschlossen, sodass die Niederschlagsmenge für alle Behandlungen genau kontrolliert werden
konnte. In den Behandlungen Kontrolle
und Lufterwärmung entsprach die künstliche Beregnung dem langjährigen Mittel
der Niederschlagsmenge am Standort
Birmensdorf (728 mm von April bis Oktober). Bei den Trockenbehandlungen
wurde die Niederschlagsmenge im Jahre
2007 um 60% verringert. In den Jahren
2008 und 2009 betrug das Niederschlagsdefizit 43%. Um die Fähigkeit der
Pflanzen zur Regeneration zu testen,
wurden aufeinanderfolgende Trockenperioden unterschiedlicher Länge (Intensität) simuliert. Dauer und Zeitpunkt der
Trockenperioden wurden von Jahr zu Jahr
modifiziert (s. dazu auch Abb. 1). Im Gegensatz zu dem eher moderaten Anstieg
der Lufttemperatur (tagsüber während
der Vegetationszeit 1 bis 2 °C.) erwiesen
sich die künstlich herbeigeführten Trockenperioden als sehr stark. Sie liegen im
oberen Bereich der Klimaszenarien, welche für 2085 einen Rückgang der Niederschlagsmenge um 21–28% vorhersagen [2]. Ein deutlicher Rückgang der
Biomassebildung bei Trieben, Blattmasse
und Wurzeln, wie er im ersten Beitrag
dieser Artikelserie beschrieben wurde, erstaunt daher nicht.
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W A L D U N D H O L Z 3/13
Schnell erholt nach Trockenheit
Das Querco-Experiment zeigt aber auch,
dass sich die Eichen nach den Trockenperioden relativ schnell erholen. Als Messgrösse diente die Evapotranspiration, das
heisst die Wassermenge, welche über
den Boden, aber vor allem über die Vegetation verdunstet. Im Juli und August
2008 wurde die Beregnung in den Trockenbehandlungen für mehrere Wochen
eingestellt, was dazu führte, dass die Evapotranspiration auf nahezu null zurückging. Nach dem Abschluss der Trockenperiode stieg diese innerhalb von elf Tagen
wieder auf das Niveau der normal bewässerten Pflanzen (Abb. 2). Eine identische
Entwicklung konnte im Sommer 2009
beobachtet werden. Auch die Tatsache,
dass während des drei Jahre dauernden
Experimentes keine einzige Pflanze eingegangen ist, kann als Indiz für die ausgeprägte Trockentoleranz der Eichen gelten.
Blätter bleiben funktionsfähig
Das gute «Funktionieren» der Blätter ist
für zahlreiche biologische Prozesse in der
Pflanze unerlässlich: Photosynthese, Kohlenstofffixierung, Nährstoff- und Wasser-
transport sind einige Beispiel dafür. Das
Aufrechterhalten dieser Vitalfunktionen
ist gerade bei Klima- und Umweltänderungen wesentlich für das Überleben des
Baumes. Zur Beurteilung der Blattentwicklung wurden während dreier Jahre
zahlreiche morphologische Merkmale erhoben [5]: Blattlänge, Blattbreite, Blattstiellänge, Blattmasse, Buchtennerven und
Blattlappen sowie die Behaarung auf der
Blattunterseite. Bei allen Arten konnte
bei erhöhter Temperatur zumindest als
Trend eine Zunahme der Blattlänge, des
Verhältnisses von Länge zu Breite, der Stiellänge, aber auch der Anzahl Lappen
und Buchtennerven festgestellt werden.
Die Trockenbehandlung führte hingegen
zu einer Abnahme der genannten Merkmale. Bei der kombinierten Behandlung
(erhöhte Temperatur und Trockenheit)
kompensierten sich die beobachteten
Veränderungen. Die Variabilität in der
Ausprägung von Merkmalen wird mit
dem Begriff der Plastizität umschrieben
(s. Kasten). Die Resultate der Blattuntersuchungen zeigen, dass diese bei der
Eiche besonders gross ist; ein weiterer
Hinweis auf ein gutes Anpassungspoten-
Abb. 2: Evapotranspiration 2008 und 2009 (für alle Eichen). Die Blauen Sektoren bezeichnen die Zeiten, in denen alle Kammern (auch diejenigen mit simulierter Trockenheit) bewässert wurden (Grafik aus KUSTER et al. [4]). Die Eichen in den Trockenbehandlungen
(braun) erholen sich bei wieder einsetzender Wasserversorgung relativ schnell und erreichen in kurzer Zeit das Niveau der normal bewässerten Pflanzen (rote Pfeile).
Fotos: M. Günthardt-Goerg, WSL
WALD UND HOLZ
Abb. 3: Beispiele von Blattschäden aus dem Jahre 2009, welche auf grosse Trockenheit zurückzuführen sind. Am stärksten betroffen
war die Stieleiche (oben links), gefolgt von der Flaumeiche (Titelbild) und der Traubeneiche (rechts, mit Blattrandnekrosen).
zial an Trockenheit. Dies gilt ganz besonders wegen der hohen Plastizität bei physiologisch wichtigen Merkmalen wie z.B.
der Anzahl Buchtennerven (Wasserversorgung des Blattes) oder auch der Blattgrösse. Die gemessene Plastizität war bei
den verschiedenen Klimabehandlungen
immer grösser als bei der Kontrolle. Dieser Unterschied war bei allen Individuen,
Provenienzen, Arten und auch auf Gattungsebene feststellbar.
Trockenschäden an Blättern (Verfärbungen und Nekrosen) wurden erstmals
Ende August 2008 an 14 Jungbäumen
der Stiel- und Traubeneiche entdeckt. Im
2009 entwickelten sich die Blattschäden
dann schon Ende Juni, fortschreitend bis
Anfang Juli, selbst nach dem Wiedereinschalten der Bewässerung. Die Schäden
bestanden zu dieser Zeit bei 2% der trockengestressten Bäume aus Chlorosen
(gelbliche Blattverfärbung als Zeichen
einer verfrühten Blattalterung) und bei
12% aus Blattrandnekrosen (abgestorbene Blattbereiche). Die Blattnerven
waren nicht betroffen. Die Konzentration
der Schäden auf den Blattrand zeigt eine
schlechte Wasserversorgung im marginalen Bereich des Blattes an und ist ein klarer Hinweis auf die allgemeine Wasserknappheit. Während der zweiten Trockenperiode im August (Abb. 2) schnellte
der Anteil der Bäume mit Blattschäden
dann schlagartig in die Höhe (57% der
trockengestressten Bäume). Gewisse Triebe
verdorrten jetzt als Ganzes.
Anpassungsfähige Wasserleitung
Das Holz hat neben der Statik des Baumes auch den Nährstoff- und Wassertransport sicherzustellen. 2009 wurden
deshalb bei drei willkürlich ausgewählten
Herkünften der Stiel-, Trauben- und Flaumeiche von 36 Bäumen Holzproben entnommen und mikroskopisch analysiert [3].
Wie in Abb. 4 dargestellt, vermindert Trockenheit die Holzproduktion stark. Dies
zeigte sich bei der Jahrringbreite, welche
sowohl bei Trockenheit als auch bei der
Kombination aus Trockenheit und erhöhter Lufttemperatur deutlich reduziert war.
Dabei fiel die Reduktion bei der Stieleiche
(66%) etwas stärker aus als bei Traubenund Flaumeiche (61% resp. 60%). Auch
die alleinige Lufterwärmung führte zu
einem leicht veränderten Wuchsverhalten. Während die Stiel- und Traubeneiche
ein Plus von 19% bzw. 1% aufwiesen,
ging das Dickenwachstum der Flaumeiche um 10% zurück. Richtig spannend
erwies sich aber die Auswirkung der Trockenheit auf die Bildung der verschiedenen Zelltypen. Grösse und Anzahl der
wasserleitenden Gefässzellen war im Vergleich zur Kontrollbehandlung nämlich
deutlich reduziert. Weiter wurden kleinere Faserzellen gebildet und die Anzahl
stärkehaltiger Holzzellen (Parenchymgewebe) erhöht. Diese Veränderungen entsprechen sehr genau den Erwartungen
der Pflanzenphysiologen in Bezug auf das
Verhalten bei Trockenheit. Trockenresistente Pflanzen und insbesondere Bäume
verfügen nämlich über ein widerstandsfähiges Wasserleitgewebe, das auch bei
grossem Saugdruck – wie er bei Trockenheit entsteht – nicht kollabiert und damit
ein Abreissen der Wassersäule im Baum
Was ist Plastizität?
Das Überleben von standortsgebundenen, langlebigen Organismen wie Bäumen hängt
weitgehend davon ab, ob es diesen gelingt, sich an die ständigen Umweltveränderungen anzupassen. Dabei gibt es grundsätzlich zwei mögliche Strategien: die Anpassung
genetischer Strukturen von einer Baumgeneration zur andern; in diesem Fall spricht man
von Evolution. Oder die direkte Anpassung von physiologischen Reaktionen und/oder
des Erscheinungsbildes; hier spricht man dann von phänotypischer Plastizität. Verfügt
eine Pflanze, eine Provenienz oder eine Art über eine hohe
Plastizität, bedeutet dies, dass viele verschiedene Reaktionen
möglich sind und damit ein grosses Anpassungspotenzial
vorhanden ist. Dieses Potenzial kann relativ schnell ausgenutzt werden.
Abb. 4: Jahrringbildung. Die untersuchten Stammquerschnitte bei Stieleiche zeigen, dass die unterschiedlichen
Behandlungen zu einer Anpassung der verschiedenen Zelltypen in Bezug auf Grösse und Vorkommen führen. Damit
stellt die Eiche auch bei Trockenheit das Funktionieren des
Wasserleitsystems sicher [3].
1 = Kontrolle; 2 = Lufterwärmung, 3 = Trockenheit,
4 = Lufterwärmung und Trockenheit
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WALD UND HOLZ
fizieren. In der Tab. 1 sind die wichtigsten
Feststellungen in Bezug auf Boden und
Wachstum zusammengefasst.
Folgerungen
Abb. 5: Evapotranspiration und Trockengewicht der gebildeten Biomasse (ober- und unterirdisch!) in den Jahren 2008 und 2009. Bei normaler Bewässerung produzieren die
Eichen (alle Arten) auf dem sauren Boden deutlich mehr Biomasse. Bei Trockenheit konnte
kein Unterschied mehr festgestellt werden (Abb. abgeändert aus [ 4 ]).
verhindert (Kavitation). Unter anderem
spielt dabei die Grösse der Gefässe eine
Rolle: je kleiner, desto besser. Sollte die
Wassersäule trotzdem einmal reissen,
wird dank den Stärkeeinlagerungen im
Parenchymgewebe die nötige Energie
zu deren Wiederherstellung freigesetzt.
Interessanterweise wurden die grossen
Wasserleitgefässe im Frühjahr (Frühholz)
angelegt, also noch bevor sich die Trockenheit 2009 bemerkbar machen konnte.
Die Anpassung ihrer Grösse ist vermutlich
auf eine reduzierte Verfügbarkeit von Assimilaten nach den Trockenperioden im
Vorjahr und einer veränderten Ausschüttung von Wuchshormonen durch die
Knospen zurückzuführen.
Die Stieleiche wies im Querco-Experiment bei normaler Wasserversorgung
breitere und zahlreichere Leitgefässe
auf als die beiden anderen Eichenarten.
Dieses leistungsfähige Wasserleitsystem
erlaubte bei guter Wasserversorgung
ein vergleichsweise stärkeres Wachstum
(siehe auch Artikel 1, Tab. 2. Laub- und
Holzmassenbildung, in WALD und HOLZ
2/2013). Bei Trockenheit vermochte die
Stieleiche die Dimension ihrer Gefässe auf
das Niveau von Trauben- und Flaumeiche
zu reduzieren. Diese hohe Plastizität mag
das Vorkommen der Stieleiche an verschiedenartigen Standorten erklären. Auf
trockenen Standorten bzw. bei grosser
Trockenheit verfügt die Stieleiche aber
über eine geringere Photosyntheseleistung (Näheres im dritten Artikel der Serie),
sodass sie früher als Trauben- und Flaumeiche an ihre physiologische Grenze
kommt [3]. Diese Resultate und Interpretationen bestätigen praktische Erfahrungen über die ökologischen Eigenschaften
der drei Eichenarten im Erwachsenenalter.
Bodentyp prägt Wachstum
Pflanzen brauchen für die Photosynthese
und die Biomassebildung Wasser. Bei normaler Bewässerung konnte im QuercoExperiment auf dem sauren Boden aus
Eiken (AG) aufgrund besserer Nährstoffversorgung ein ungleich grösseres Wachstum beobachtet werden als auf dem
kalkreichen Boden (Abb. 5). Bei Trockenheit näherten sich die Werte an. Letzteres
ist allerdings mit der extremen Trockenbehandlung zu erklären, bei der die biologische Aktivität der Eichen – unabhängig
vom jeweiligen Bodentyp – fast vollständig zum Erliegen kam (s. Abb. 2).
Während also der Bodentyp bei normaler Bewässerung die Wuchsreaktion
der Jungeichen mitbestimmt, scheinen
Temperatur und Trockenheit die bodenspezifische Reaktion nur wenig zu modiKalkreicher Boden
aus Brugg, AG (pH 7)
Alle untersuchten Eichenarten und Herkünfte haben die starken Trockenperioden relativ gut überstanden (keine Ausfälle) und zeigten eine erstaunliche
Regenerationsfähigkeit. Die grosse Plastizität erlaubte eine schnelle Anpassung
an die veränderten Umweltbedingungen, was sich etwa in der Ausprägung
der blattmorphologische Merkmale oder
des Wasserleitgewebes des Holzes zeigte.
Die Resultate des Querco-Experiments
bestätigen einige der bekannten ökologischen Eigenschaften der drei untersuchten Eichenarten. Die Stieleiche scheint
dabei generell weniger trockentolerant
zu sein als Trauben- und Flaumeiche. Als
wuchskräftige Eiche reagiert sie aber sehr
flexibel auf Umweltänderungen und ist
daher in der Lage, verschiedenste Standorte zu besiedeln.
Patrick Bonfils
Bonfils-Naturavali. www.naturavali.com
Dr. Thomas Kuster, Dr. Patrick Fonti,
Dr. Matthias Arend und
Dr. Pierre Vollenweider
Eidg. Forschungsanstalt WSL. www.wsl.ch
Pascal Junod
Leiter Forstkreis Boudry/NE und Fachstelle Waldbau am BZW Lyss. www.bzwlyss.ch
Dr. Madeleine S. Günthardt-Goerg
Eidg. Forschungsanstalt WSL. www.wsl.ch
versus
Saurer Boden
aus Eiken, AG (pH 4)
Bodenerwärmung
Die Erhöhung der Lufttemperatur liess sich in beiden Böden nachweisen, wobei diese in kalkreichen Boden ganz leicht höher ausfiel als im
sauren Boden. Dieser Effekt nahm mit zunehmender Tiefe ab.
Bodenwassergehalt
Die Niederschläge (Bewässerung) und das Baumwachstum (Verbrauch)
bestimmen den Bodenwassergehalt. Letzteres wird vom Bodentyp
stark beeinflusst (s. unten). Die unterschiedlichen pH-Werte haben
aber keinen direkten Einfluss auf das verfügbare Bodenwasser.
Wachstum Holz- und Blattmasse
Normale Bewässerung
Die Holz- und Blattmasse auf dem sauren Boden waren deutlich
grösser als auf dem kalkreichen Boden. Dieser Unterschied war bei der
Lufterwärmung besonders gross.
Bei Trockenheit
Wachstum Wurzel
Normale Bewässerung
Bei Trockenheit
Nur geringe Unterschiede bei Trockenheit und der Kombination aus
Lufterwärmung und Trockenheit.
Das Wurzelwachstum war auf dem sauren Boden grösser, wobei der
Unterschied zwischen den beiden Böden geringer ausfiel, als bei der
oberirdischen Biomasse (s. oben).
Bei Trockenheit wurde auf beiden Böden ein vermindertes, aber
identisches Wachstum festgestellt.
Tab. 1: Einfluss des Bodens auf das Wachstum der Jungeichen (aus KUSTER et al. [4].
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WALD UND HOLZ
Im Gespräch mit der Praxis
Pascal Junod (PJ) ist Leiter der Fachstelle Waldbau am Bildungszentrum Lyss und bewirtschaftet als Kreisförster im Kanton Neuenburg
zahlreiche Eichenwälder. Über das Querco-Experiment hat Patrick Bonfils (PB) mit ihm diskutiert (Fortsetzung des Gesprächs aus dem
ersten Artikel der Serie).
PB: Viele der Resultate aus dem Querco-Experiment zeichnen für die Eiche das Bild einer sehr plastischen Baumart. Kannst du diesen
Befund aus Deiner Erfahrung heraus bestätigen? Hast du Beispiele dafür?
PJ: Das Querco-Experiment gestattet «geheime» Einblicke in das Funktionieren der jungen Eichen. Diese Informationen erlauben dem
Praktiker tatsächlich ein besseres Verständnis seiner tagtäglichen Beobachtungen im Wald. Die Eichen, und dabei spreche ich von allen
in der Schweiz heimischen Eichenarten, zeichnen sich im weitesten Sinne durch eine erstaunliche Flexibilität aus. So habe ich gesehen,
wie 2 m hohe Eichendickungen, welche vom Nassschnee vollständig umgedrückt worden waren, sich wieder erholt haben. Obwohl die
Bäume mehrere Tage flach auf dem Boden lagen, haben sie sich wieder aufgerichtet und schliesslich zu einem normalen vertikalen
Wachstum zurückgefunden. Im Frühling kann ein anderes Beispiel recht häufig beobachtet werden: Jungeichen, welche von Raupen
beinahe kahlgefressen wurden, erholen sich und sind in der Lage innerhalb weniger Wochen neues Laub zu bilden.
PB: Die Fähigkeit der Jungeichen zur Regeneration nach einer Trockenperiode hat die WSL-Forscher verblüfft. Kannst du dieses Resultat
aus Deiner praktischen Erfahrung heraus nachvollziehen bzw. bestätigen?
PJ: Die Fähigkeit der jungen Eichen, Trockenperioden zu überstehen, ist beeindruckend und kann durch Beobachtungen in der Praxis
nur bestätigt werden. Insbesondere während des Sommers 2003 konnte dies auf verschiedensten Standorten, und dabei selbst auf den
trockensten, beobachtet werden.
PB: Der Sommer 2003 ist als Hitzesommer in die Geschichte eingegangen. Hast du eine Erinnerung an das Verhalten der Eichen in
dieser Zeit und den darauf folgenden Jahren (Jungbestände bis Baumholz)?
PJ: Der Hitzesommer 2003 war tatsächlich aussergewöhnlich und hat sehr selektiv auf die forstliche Vegetation gewirkt. Verglichen mit
anderen Baumarten haben sich die Eichen aber sehr gut gehalten. Auch wenn einige Individuen eingegangen sind, hat es in meinem
Forstkreis keine grösseren sichtbaren Schäden gegeben. Die Selektion hat einzelne, auf der ganzen Fläche verteilte Individuen getroffen.
Auch zeitlich gesehen hat sich das Absterben der schwächsten Bäume über mehrere Jahre hingezogen; auch noch 5–6 Jahre nach dem
Sommer 2003. Bei den jungen Beständen (Verjüngung, Dickung, Stangenholz) konnte ich keine Auswirkungen feststellen. Wie beim
Querco-Projekt, wo während der dreijährigen Dauer des Experimentes kein einziges Individuum abgestorben ist, bestätigt sich damit die
faszinierende Stressresistenz von Jungeichen gegenüber
Foto: D. Horisberger
Trockenheit und Hitze.
PJ: Welchen Einfluss hatten die beiden Bodentypen im
Querco-Experiment (sauer versus kalkreich)? Spielen sie
bei der Trockenresistenz eine Rolle?
PB: Es gibt je nach Boden grosse Unterschiede im Wuchsverhalten. Dabei sind im Querco-Experiment alle Eichenarten auf dem sauren Boden wüchsiger als auf dem kalkreichen. Insbesondere die Stieleiche vermag hier bei guter
Bewässerung ihr Wuchspotenzial auszunützen. Das grosse
Wachstum (Evapotranspiration) sorgt dann allerdings bei
Trockenheit (und erhöhten Temperaturen) recht schnell
für Wassermangel, sodass die Wachstumseinbussen und
der Trockenstress für die Eichen entsprechend hoch ausfallen. Die Frage der Wasserversorgung scheint aber generell wichtiger zu sein als die Frage des pH (Extremfälle
ausgenommen!). Diesbezüglich spielen dann Bodeneigenschaften wie etwa die Tiefgründigkeit und der Untergrund (Wasserabfluss) schon eine Rolle.
[Die Fortsetzung dieses Gesprächs wird in einer der folgenden Nummern von W+H publiziert.]
Quellen
1 AREND, M., KUSTER, T., GÜNTHARDT-GOERG,
M.S., DOBBERTIN, M. (2011): Provenancespecific growth responses to drought and air
warming in three European oak species
(Quercus robur, Q. petraea, Q. pubescens).
Tree Physiology 31: 287–297
2 CH2011 (2011): Swiss Climate Change Scenarios CH2011, published by C2SM, MeteoSwiss, ETH, NCCR Climate, and OcCC, Zürich,
Switzerland: 88
Abb. 6: Die Eichen haben den Hitzesommer 2003 recht gut überstanden,
im Gegensatz zu anderen Baumarten, welche starke Blattverluste zeigten.
3 FONTI, P., HELLER, O., CHERUBINI, P., RIGLING, A., and AREND, M. (2012): Wood anatomical responses of oak saplings exposed to
air warming and soil drought. Plant Biology 15:
210–219
4 KUSTER, T.M., AREND, M., BLEULER, P.,
GÜNTHARDT-GOERG, M.S., and SCHULIN, R.
(2013): Water regime and growth of young
oak stands subjected to air-warming and
drought on two different forest soils in a
model ecosystem experiment. Plant Biology
15, suppl. 1: 138–147
5 GÜNTHARDT-GOERG, M.S.; KUSTER, T.M.;
AREND, M.; VOLLENWEIDER, P., 2013: Foliage
response of young central European oaks
to air warming, drought and soil type. Plant
Biol. 15, Suppl. 1: 185–197.
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WALD UND HOLZ
Haftungsrechtlich kein
Problem für den Waldeigentümer (der Veranstalter haftet).
Aber wie weit geht das
Betretungsrecht?
Haftung des Waldeigentümers gegenüber Waldbesuchern
Ohne «Werke» kein
unüberwindliches Problem
Die Bevölkerung hat – gesetzlich garantiert – freien Zutritt zum Wald. Was das genau heisst,
nachdem sich die Ansprüche der Bevölkerung an den Wald derart gewandelt haben, ist umstritten. Aber welche Haftungsrisiken ergeben sich für den Waldeigentümer aus diesem Betretungsrecht? Keine allzu grossen, soweit der Wald keine Wege, Gebäude, Erholungseinrichtungen usw. – kurz: keine «Werke» – aufweist.*
Von Ueli Meier.
Das freie Zutrittsrecht zum Wald ist im
ZGB Artikel 699 garantiert. Dieser Artikel
ist mehr als 100 Jahre alt und wurde seinerzeit unter völlig anderen Voraussetzungen formuliert, als wir sie heute kennen. Sein Wortlaut ist seither nie geändert
worden! Verändert hat sich aber die Interpretation, was unter dem Begriff «in
ortsüblichem Umfang» zu verstehen sei.
* Wie sich die haftungsrechtliche Situation für
den Waldeigentümer präsentiert, wenn im Wald
solche «Werke» stehen, erläutern wir in einer der
kommenden Ausgaben von WALD und HOLZ.
Art. 699 ZGB im Wortlaut
1 Das Betreten von Wald und Weide und die
Aneignung wildwachsender Beeren, Pilze u.
dgl. sind in ortsüblichem Umfange jedermann
gestattet, soweit nicht im Interesse der Kulturen seitens der zuständigen Behörde einzelne
bestimmt umgrenzte Verbote erlassen werden.
2 Über das Betreten fremden Eigentums zur Ausübung von Jagd und Fischerei kann das kantonale recht nähere Vorschriften aufstellen.
Auf diese Interpretation haben die Waldeigentümer wenig Einfluss – sie entspringt einer gesellschaftlichen Haltung.
Fakt ist: der Waldeigentümer hat den Zutritt der Bevölkerung zu dulden, soweit
dieser nicht behördlich beschränkt wird,
z. B. gestützt auf das Waldgesetz.
Das Aussehen unserer Wälder und ihre
Nutzung haben sich in den letzten 100 Jahren stark verändert: Der Trend weg von
der Holznutzung hin zur Freizeitnutzung
scheint ungebrochen. Gleichzeitig hat
sich die Anspruchshaltung der Waldbesucher, aber auch ihr persönliches Verhalten im Wald geändert. Das Waldareal ist
beispielsweise zur Basis neuer privatwirtschaftlicher Geschäftsmodelle geworden
(Bikekarten, Adventurecamps, DownhilIstrecken, private und öffentliche Waldkindergärten usw.); ausserdem beobachten
W A L D U N D H O L Z 3/13
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WALD UND HOLZ
wir auch gewerblich organisiertes Nutzen
des gesetzlich zugestandenen «Aneignens», z.B. wenn ganze Sammeltrupps
nach Beeren suchen oder die zunehmende Trüffelsuche mit Hunden. Grundsätzlich müssten die Waldeigentümer sich
dies bewusst machen und entscheiden,
ob sie diese Entwicklung weiterhin dulden wollen oder ob sie sich gezielt dagegen zur Wehr setzen. An den hier zu
behandelnden Haftungsfragen als Grundeigentümer würde sich dadurch jedoch
zunächst nichts ändern.
Sobald Wege beschildert sind, ändert sich
die Haftungssituation. Die Haftungsfrage
ist abzuklären, ebenso der eventuell erhöhte Unterhalt.
Urwald – Kulturwald
Strassen, Wege, Trampelpfade
Unser Schweizer Wald ist – von wenigen
Ausnahmen einmal abgesehen – direkt
vom Menschen beeinflusst; er wird seit
2000 Jahren bewirtschaftet und ist somit
weniger als Urwald denn als Kulturobjekt
oder -fläche zu bezeichnen (immerhin
naturnah). Das Schweizer Waldgesetz
kennt jedoch keine Bewirtschaftungspflicht. Das entlastet den Waldeigentümer erheblich. Denn dadurch beschränken sich Haftungsfragen generell – wie
auch im Bereich der Freizeitaktivitäten –
in erster Linie auf jene Bereiche, in denen
die WaldeigentümerInnen aktiv werden
und Einrichtungen zur Nutzung erstellen
(Wege, Ruhebänke, Bikeparcours), Angebote zur Waldbenützung machen (eigene
Exkursionen) oder Vereinbarungen eingehen (Waldnaturschutz, Waldrandpflege).
Nur zur Erinnerung: Der Schutz vor Naturgefahren ist keine Verpflichtung der
Eigentümer, sondern von Bund und Kantonen!
Auch Trampelpfade, die sich vor allem
aus früheren Gewohnheiten ergeben
haben, stellen für Waldeigentümer kein
haftungsrechtliches Risiko dar. Die Situation kann sich aber ändern, wenn solche
Trampelpfade (in guten Treuen als Dienst
an der Allgemeinheit) ausgebaut werden;
sehr rasch kann dann die Haftung aus
Werkeigentum zum Tragen kommen (die
im nächsten Artikel behandelt wird)! Der
Einbau von Stufen beispielsweise ist aus
dieser Sicht kritisch zu hinterfragen,
ebenso wie die Ausschilderung zu mehr
oder weniger offiziellen Wanderwegen.
In solchen Fällen ist nicht nur die Haftungsfrage mit der Organisation zu klären, die ausschildert, sondern auch die
Frage, wer für den erhöhten Unterhalt
aufkommt.
Fazit: WaldeigentümerInnen sollten
Zurückhaltung üben beim «freiwilligen»
Engagement für eine «gute Sache»! Sie
müssen auch nicht alles dulden! Im Übrigen ist die Unterhaltspflicht für die offiziellen Fuss- und Wanderwege (kantonal)
geregelt und trifft in den wenigsten Fällen den Grundeigentümer.
Waldbesucher
und Veranstaltungen
Bewegen sich Menschen auf Waldwegen
(Strassen, Mergelwege oder Trampelpfade), tun sie dies vorab mit einem grossen Mass an Eigenverantwortung. Für
Veranstaltungen Dritter haftet nicht der
Waldeigentümer, sondern der Organisator, z.B. die Versicherungsgesellschaft,
die ein Geocaching für ihre Versicherten
anbietet, oder die Pfadigruppe, die ein
Pfingstlager durchführt. Bietet allerdings
eine Bürgergemeinde selber Exkursionen
an oder organisiert sie eine Veranstaltung
(Waldtag), schlüpft sie in die Rolle der Organisatorin und haftet dann als solche
(und nicht als Grundeigentümerin).
Fazit: Aus dem gewöhnlichen Betreten
des Waldes ergeben sich kaum haftungsrechtliche Probleme für die Grundeigentümer. Dass solche geltend gemacht werden, ist eine andere Sache.
Waldbewirtschaftung,
Holznutzung
Werden Waldeigentümer (bzw. ihre
Forstequipe oder auch ein engagierter
Unternehmer) im Wald aktiv, haften sie
ge genüber den Waldbesuchern. Die
Sorgfaltspflicht steigt. Die Ansprüche
Dritter ergeben sich aus der Gefährdungshaftung: Wer handelt, der haftet!
Die Sorgfaltspflicht ist sowohl räumlich
(Absperren der Zugangswege zum Holzschlag) als auch in Bezug auf die einzelne
Aktivität zu beachten. So muss der Forstwart u.a. wegen des freien Betretungsrechts auch ausserhalb von Wegen mit
Waldbesuchern rechnen, und die Sorgfaltspflicht ist nicht auf den Zeitraum der
Aktivität beschränkt; hängende Äste
oder gestossene Bäume als Folge von
Holzereiarbeiten beispielsweise sind haftungsrechtlich problematisch! Gefährliche Situationen lassen sich längerfristig
mit dem Entfernen ganzer Bäume besser entschärfen; über die zu treffenden
Massnahmen entscheidet letztlich der
Grundeigentümer.
Nicht alles dulden
Es gibt keine Bewilligungspflicht für das
Veröffentlichen von OL-Karten, Singletrail-Maps oder anderen Routenempfehlungen. Aber eine irgendwo eingetragene oder veröffentlichte «Route», die
vermehrt benützt wird, verändert die
Haftungssituation, weil die Anforderun-
Wer im Wald aktiv wird, der haftet gegenüber den Waldbesuchern – auch für die Gefahrenquellen, die durch seine Tätigkeit entstanden sind!
52
W A L D U N D H O L Z 3/13
WALD UND HOLZ
gen aus der Sorgfaltspflicht – insbesondere bei Holzereiarbeiten – steigen.
Gegen solche Karten oder Empfehlungen
können die Waldeigentümer nicht viel
tun; aber fremde Einrichtungen müssen
sie auf dem eigenen Grund nicht tolerieren. Empfehlung: Wehren Sie sich, entfernen Sie Einrichtungen, zu denen Sie
keine Einwilligung erteilt haben!
Zumutbarkeit
und Eigenverantwortung
Das Kantonsgericht Baselland hat im Zusammenhang mit einem Unfall auf einem Rastplatz tendenziell wegweisende
Punkte festgehalten:
• Es gehört zum normalen Lebensrisiko
(Eigenverantwortung), dass man in
einem Wald von einem herunterfallenden Ast getroffen werden kann.
• Für den Waldeigentümer ist es auch in
der Umgebung von Rastplätzen (im
Wald) nicht zumutbar, dass er für die
Kontrolle der Baumsicherheit Leitern
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oder Hebebühnen einsetzen muss; die
visuelle Kontrolle vom Boden aus ist
genügend.
• Ein Waldbaum bei einem Rastplatz ist
nicht als Bestandteil des Werks «Rastplatz» zu betrachten, solange nicht
z.B. aufgrund von heruntergeschnittenen Ästen klare Gestaltungsmerkmale
am Baum erkennbar sind und der
Baum dadurch zum Werk wird.
Folgerung: Es gilt im Wald ein hohes Mass
an Eigenverantwortung. Aus Sicht des
Waldeigentümers ist weniger manchmal
mehr; lieber keinen «Unterhalt» an den
Bäumen betreiben, sie im Zweifelsfall
besser gleich fällen statt stutzen. Und auf
den gesunden Menschenverstand abstellen. Denn die Haftung aus dem Grundeigentum ist im Gegensatz zur Haftung aus
dem Werk eher gering.
Fazit
Das Haftungsrecht ist für werkungebundene Freizeitaktivitäten keine unermessli-
Holzhandel &
Forstbetrieb
che Hürde. Aber der Waldeigentümer
muss «Vereinbarungen» wie auch die
Duldung kritisch hinterfragen. Legen Sie
als GrundeigentümerIn eine positive
Grundhaltung und ein gesundes Mass an
Selbstbewusstsein an den Tag und pochen Sie auf Ihr Recht! Angst ist möglicherweise ein schlechter Ratgeber – die
«Gewitterwolke» Haftung ist nicht ganz
so mächtig, wie sie auf den ersten Blick
erscheint!
Ueli Meier
Leiter Amt für Wald beider Basel, Kantonsforstingenieur. Der Artikel basiert auf einem Vortrag,
gehalten an der Generalversammlung 2012 des
Schweiz. Verbandes der Bürgergemeinden und
Korporationen.
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Keller P. M., Bernasconi A., 2005: Juristische Aspekte von Freizeit und Erholung im Wald. Umwelt-Materialien Nr. 196, Buwal Bern, 64 Seiten,
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REGIONEN
Kanton Zürich – das Unternehmen Yarder AG
Alles auf einer Maschine
Der Name des Unternehmens kündigt es an: Die Yarder AG arbeitet mit einer in der Schweiz bislang seltenen
Kurze Umsetzzeiten
Das Umsetzen im Gelände und auf der
Strasse (die Raupen sind mit Gummiplatten versehen) ist eigenständig problemlos
möglich. Für grössere Distanzen ist ein
Tieflader vorhanden.
Mit seinem hohen Eigengewicht ist die
Standfestigkeit für die Seilbahnarbeiten
ohne Abspannung gegeben. Die Tragseiltrommel kann bis zu 500 Laufmeter Seil
aufnehmen, wobei die wirtschaftliche
Seildistanz zwischen 100 und 350 m liegt.
Ist das Gefälle zu klein oder muss bergab gerückt werden, kann eine Umlaufseilbahn eingerichtet werden. Wird kein
Fahrsattel benötigt und ist ein Baum
als Endanker vorhanden, ist die Seillinie
etwa in einer Stunde nach dem Transport
Der Yarder funktioniert wie ein Kurzstrecken-Seilkran mit Prozessor auf einem Baggerfahrzeug.
eingerichtet, da nur der Endbaum abgespannt werden muss.
Seillinienwechsel am Einsatzort sind nach
dem erstmaligen Einrichten in 15 Minuten möglich.
Kräftig, einfach und genügsam
Die Zugkraft der Winde beträgt rund fünf
Tonnen, was je nach Steilheit des Tragseils
und dem Reibwiderstand der Last ein
durchschnittliches Lastvolumen von etwa
drei Tonnen ermöglicht. Mit einem Dieselverbrauch von rund 70 Litern pro Tag (Seilen und Prozessorarbeiten) gehört der
Yarder zu den sparsameren Maschinen im
Forst.
Grundsätzlich sind alle Arbeitsverfahren mit Seilbringung möglich. Idealerweise wird aber das Baum- oder Stammverfahren kombiniert eingesetzt. Weil
das Tragseil jederzeit abgesenkt werden
kann, ist das Zufällen über die Seillinie
möglich. Ein Trennschnitt im Bereich des
Tragseils (daneben, nicht darüber!) und
schon kann das Tragseil wieder angehoben werden. Die Wartezeit füllt der
Yarderfahrer mit Prozessorarbeiten am
bereits zugeseilten Holz aus, das er vorsortiert beidseitig der Maschine ablegen
kann. Ist die Zufahrt gewährleistet, kann
bereits aufgerüstetes Holz laufend mit
dem Forwarder, evtl. sogar mit dem Lastwagen abtransportiert werden. Im Idealfall ist also eine geschlossene Arbeitskette
bis zum Lagerplatz/Bahnverlad/Strassentransport möglich.
Die unzähligen eher kurzen Steilhänge
im Mittelland und in der Hügelzone, aber
auch Nassstandorte bilden das Haupteinsatzgebiet des Yarders. Sind keine oder
nur schwach befestigte Wege vorhanden, oder fällt nur wenig Holzmasse pro
Seillinie an, ist der Yarder in Betracht zu
ziehen. Die Kombination zwischen bodenschonender Bringung und mechanisiertem Aufrüsten am Absenkplatz ist
konkurrenzlos.
Ruedi Weilenmann, Dättnau
Infos
www.yarder-ag.ch
Foto: Yarder AG
Oberstes Ziel bei der Waldbewirtschaftung ist die Schonung von Boden und Bestand. Da die Physik aber ab Baumholzernte eine immer grössere Rolle spielt,
muss die Lösung über die Arbeitstechnik
gefunden werden. Weil wir, anders als die
Nordländer, nicht mit gefrorenem Boden
rechnen können, kommt der Maschinentechnik die grösste Bedeutung zu.
Diese Erkenntnis, gepaart mit Unternehmergeist und Innovation, hat Remo
Schatt nach seiner Zweitlehre zum Forstwart bewogen, sich mit der Idee eines
Yarders auseinanderzusetzen. Daraus hervorgegangen ist seine Firma «Yarder AG
Forst- und Baumarbeiten» mit einem
Yarder-Seilkran Liebherr 924C als Kernstück des Maschinenparks. Yarder gibt es
in der Schweiz heute nur wenige.
Dafür ist die Yardertechnik im Westen
Nordamerikas seit Anfang des 20. Jahrhunderts etabliert. Der Yarder ist eine
multifunktionale Forstmaschine, eine
Kombination aus Raupenbagger, Kippmastseilkran und Harvester. Der Yarder
kann als Raupenfahrzeug auf wenig tragfähigen Böden fahren.
Die voll ausgerüstete Maschine bringt
32 Tonnen auf die Waage. Bei einer
ständigen Bodenauflage von 3,6 m2
beträgt der Bodendruck knapp 8 t/m2
(ein Forstwart statisch mit Ausrüstung
1,4 t/m2, ein Pferd statisch ca. 6 t/m2 und
dynamisch beim Zug auf den Hinterbeinen ca. 10t/m2).
Fotos: RoMü
Maschine – einem Yarder. Diese Maschine eignet sich besonders gut für die Holzernte an kurzen Steilhängen.
Der Baggerhauptarm trägt den Seilkranmasten und am Wipparm ist der Prozessorkopf und die Abstützung angebracht.
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55
REGIONEN
nige Werk auf einem Wettbewerbstalon
notierten, das sie am meisten beeindruckte. Die Publikumsbewertung zusammen mit der Wertung einer Fachjury
entschied, welches die beste Lehrlingsarbeit ist.
Nach der Bewertung durch die Fachjury und das Publikum durfte jeder Lernende für seine Arbeit einen Naturalpreis
in Empfang nehmen. Die Preise wurden
von verschiedenen Sponsoren im Umfeld
des BBZ Herisau sowie von forstlichen Firmen und Institutionen gestiftet.
Speziell ausgezeichnet wurden die fünf
besten Herbarien:
1. Rang: Andrin Zweifel, Reichenburg;
2. Rang: Ueli Neff, Appenzell;
3. Rang: Samuel Bruderer, Oberurnen;
4. Rang: Simon Timmy, Weissbad;
5. Rang: Pascal Eberle, Sargans.
Ein Teil der Arbeiten wird anlässlich
der Freizeitarbeit-Ausstellung vom 5. bis
7. April in der Mehrzweckanlage Lutzenberg zusammen mit ca. 200 weiteren Arbeiten aus über 40 Berufen ausgestellt.
Kanton St. Gallen
Tüchtiger Berufsnachwuchs
Anlässlich der 18. Vernissage haben zehn St. Galler und Appenzeller Forstwartlehrlinge im BBZ Herisau ihre Herbarien präsentiert.
Für die Arbeiten hatte jeder Lernende
zwischen 120 und 160 Pflanzenteile gesammelt, präpariert, übersichtlich dargestellt und sauber beschriftet. 16 Monate
lang hatten sie daran gearbeitet.
Gerry Ziegler, der zuständige Fachlehrer, gab mit Freude einen Notendurchschnitt von 5,9 bekannt und betonte,
dass die Arbeiten von Jahr zu Jahr immer
durchdachter und perfekter werden.
Jeder Lernende zeigte seine Arbeit mit
einer kurzen Präsentation den Vertretern
der Lehrbetriebe, Familienmitgliedern,
Lehrern und Sponsoren. Damit üben sich
die Lernenden in der Präsentationstechnik
und machen gleichzeitig publikumsnahe
Öffentlichkeitsarbeit für den Forstberuf.
Rund 100 Gäste beteiligten sich am
Publikumswettbewerb, indem sie dasje-
Sinn fürs Praktische: Markus Schwitt aus
Bad Ragaz hat mit seinem Herbarium eine
Bar gebaut.
Gerry Ziegler, Fachlehrer Forstwart
Scheiter, wo
andere scheitern:
Brennholzaufbereitung
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...und die Nachahmer bleiben stehen
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REGIONEN
Kanton Graubünden – Olympische Winterspiele 2022
Prototyp aus heimischem Holz
Eine schlüsselfertige Zimmereinheit aus heimischem Holz – das sogenannte
«Olympia Bündner Zimmer» – reiste im Februar auf einer «Roadshow» durch
den Kanton Graubünden.
In der ersten Februarhälfte konnten Interessierte den Prototyp des «Olympia
Bündner Zimmers» in fünf Bündner Gemeinden besichtigen: in Disentis, St. Moritz, Scuol, Davos und in Chur.
Das Zimmer ist Teil der Bewerbungsstrategie Graubündens für die Olympischen Winterspiele 2022. Die nachhaltig
ausgerichtete Konzeption von Graubünden 2022 setzt auf temporäre Bauten für
Olympia und die anschliessende Weiternutzung für unterschiedlichste Verwendungen wie Seniorenresidenzen, Mitarbeiterunterkünfte, einen Campus u.a.
Der Baustoff Holz ist dabei erste Wahl.
Eine hohe Wertschöpfung mit lokalen
Unternehmern und der Einsatz von heimischen Materialien sichern Arbeitsplätze in der Randregion der Schweiz.
Kurze Transportwege und eine sinnvolle
Wiederverwendung
der
modularen
Wohneinheiten unterstützen die positive
Energiebilanz. All dies vereint das «Olympia Bündner Zimmer». Es soll anhand dieser Vorteile zeigen, welche Chancen eine
Kandidatur für Olympische Winterspiele
für Graubünden mit sich bringt.
Das «Olympia Bündner Zimmer» wurde
von den Mitarbeitern der Bündner Unternehmungen Fanzun AG und Uffer AG
Besucher begutachten den ausschliesslich
aus Holz und heimischen Materialien
erstellten Prototyp des «Olympia Bündner
Zimmers».
unter dem Patronat von Graubünden
Holz realisiert, wobei zahlreiche Sponsoren das Projekt unterstützten.
Quelle: Graubünden Holz
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Der St. Galler Forstverein traf sich am 7. Februar 2013 zu seiner 114. Generalversammlung in Uznach. Nach acht Jahren als Präsident und insgesamt zwanzig Jahren im Vorstand übergab Ernst Vetsch sein Amt an Bruno Cozzio.
Der Vorstand (v.l.n.r.): Thomas Abderhalden, Max Schnyder, Ernst Vetsch, Bruno Cozzio,
Urban Kühne, Pascal Gmür, Sepp Kuriger, Sascha Kobler
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O L Z 3/13 57
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REGIONEN
Zürcher Biberkonzept und Landwirtschaft
Der «Knatsch» ist vorprogrammiert
Im Anhang des kantonalen Biberkonzepts ist ein Massnahmenkatalog zur Verminderung von Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen aufgeführt. Diese beinhalten Zündstoff, welcher für Konflikte mit der Landwirtschaft sorgen
könnte.
Um Störungen zu vermeiden oder zu
Bis anhin war der Umgang mit dem Biber der Planung von Strassen und Wegen
zwischen den Landwirten und den Amts- entlang von Gewässern das Thema verhindern, sind Lenkungsmassnahmen
stellen von einer grossen Toleranz ge- «Biber» einzubeziehen. Dazu muss man von Freizeitaktivitäten vorgesehen, verprägt. Trotzdem nehmen die Bauern, Strassen und Wege in genügendem Ab- bunden mit einem Betretungs- und Fahrverbot. In stark exponierten
welche Land entlang von BiBiberrevieren soll eine Leinenberrevieren oder möglichen bipflicht für Hunde gelten und
bertauglichen Gewässern beexponierte Bauten sind durch
wirtschaften, mit Sorge zu
dornenreiche Hecken und
Kenntnis, dass ihnen immer
Sträucher zu sichern.
mehr Auflagen gemacht und
Zugleich soll man sog. Wandem Biber alle Rechte zugederhindernisse überwindbar
standen werden.
machen, indem man biberBitter stösst dabei auf, dass
taugliche Fischtreppen, Biberdie Bauern bei Entscheidungen
rampen, Röhren oder Umgezum neuen Biberkonzept wehungsgewässer realisiert.
nig mitreden konnten: Der Zürcher Bauernverband konnte
Einbindung der Landnur in beratender Funktion in
wirtschaft
der Arbeitsgruppe Biber anaAuch soll die Bewirtschaftung
log zum WWF oder zu Pro Navon Anbauflächen direkt in die
tura Einsitz nehmen.
umfassenden SchutzmassnahDies könnte sich jetzt rämen eingebunden werden. Im
chen, wenn es um die Umsetzung der empfohlenen Mass- Mit einem Verzicht auf den Anbau von Zuckerrüben und Mais ent- Rahmen der Umsetzung der
Öko-Qualitätsmassnahmen im
nahmen geht; zumal sich die lang von bibertauglichen Gewässern im Abstand von bis zu 100 m
Zusammenhang mit VernetLandwirtschaft mit zahlreichen sollen Frassschäden an Zuckerrüben (Bild) verhindert werden.
zungsprojekten wird eine Exneuen Auflagen konfrontiert
sieht. Die Landwirte befürchten, dass stand zum Gewässer bauen, d.h. im si- tensivierung der Nutzung von ufernahen
man das Biberkonzept auch als Vorwand cheren Abstand von unterirdischen Biber- Bereichen ausserhalb des Gewässerabstandes empfohlen. Entlang von biberfür eine konsequente Umsetzung der Re- gängen im Uferbereich.
Als weitere Massnahme wird empfoh- tauglichen Gewässern soll beidseitig eine
vitalisierungen von Fliessgewässern nutzen will. Ein Indiz dafür sei, dass in der len, harte Uferverbauungen zu entfernen Erweiterung des Gewässerpuffers auf
Arbeitsgruppe sowohl das AWEL (Amt und dadurch Gewässerabschnitte zu re- mindestens 10 bis 15 Meter geschaffen
für Abfall, Wasser, Energie und Luft) als naturieren. Zudem sind verlandete Sei- werden. Damit soll der Gefahr des Einauch die Fachstelle Umweltschutz mass- tenarme von Flüssen auszubaggern. Die brechens von Fahrzeugen, Maschinen,
geblich an der Meinungsfindung und Er- Autoren des Konzeptes empfehlen au- Vieh und Menschen vorgebeugt werden.
Mit Nahrungsmittelalternativen wie
arbeitung des Konzeptes beteiligt waren. sserdem, von Bibern gefällte oder umgestürzte Bäume liegen zu lassen oder zu zum Beispiel dem Anpflanzen von WeiFlächenstilllegung durch die
verankern und gleichzeitig Waldreservate den soll eine Ablenkfütterung ermöglicht
Hintertür
werden. Auf freiwilliger Basis soll zudem
zu schaffen.
Foto: Ch. Angst
Um den Lebensraum zu fördern, soll eine
auf den Anbau von konfliktträchtigen
natürliche Uferbestockung mit je einer
landwirtschaftlichen Kulturen wie Mais
idealen Breite pro Uferseite von 10 bis
oder Zuckerrüben in der Nähe von biber15 Metern geschaffen werden. Zugleich
tauglichen Gewässerabschnitten im Absind standorttypische einheimische Gestand von 100 m zum Gewässer verzichhölze zu pflanzen und weitere 10 bis
tet werden. Zugleich sollen Landwirte auf
15 Meter Uferpuffer sind entweder als
die Lagerung von geernteten Feldfrüchextensiv oder nicht mehr landwirtschaftten entlang eines bibertauglichen Gelich genutzte Flächen anzulegen.
wässers verzichten.
Gleichzeitig sollen nach dem BiberkonRoMü
zept entlang von solchen Gewässern
ökologische Ausgleichsflächen angelegt Der Biber bereichert nicht nur die Ökowerden, um den Lebensraum des Bibers systeme von Gewässern, er verursacht auch
Infos
www.zh.ch
zu erweitern. Weiter wird empfohlen, bei Schäden.
58
W A L D U N D H O L Z 3/13
DIE SEITEN DES WVS
Herkunftszeichen Schweizer Holz
Jetzt Flagge zeigen für Schweizer Holz!
Lignum unterstützt Betriebe, die mit dem Herkunftszeichen Schweizer Holz (HSH) Vollgas für unseren einheimischen
Rohstoff geben wollen, bis Ende April mit einem kostenlosen Frühlings-Marketingpaket. Jetzt mitmachen und profitieren!
Die Holzkorporation Küsnacht am rechten Zürichseeufer macht es vor: Sie wirbt
als Musterbetrieb für die Anwendung des
Herkunftszeichens Schweizer Holz auf
jeder verfügbaren Fläche mit dem Lignum-Label für hiesiges Holz, vgl. die
Fotos. Bei der Standortgemeinde Küsnacht ist die Botschaft der Holzkorporation angekommen: Sie will für den Bau
ihres neuen Alters- und Gesundheitszentrums «Tägerhalde» weitgehend Holz
aus dem Küsnachter Wald verwenden.
Vor Weihnachten 2012 wurde dafür die
erste von rund 80 benötigten Lärchen gefällt, die insgesamt etwa 130 m3 hochwertiges und dauerhaftes Holz für die
Fassade liefern.
Für den Küsnachter Förster Manuel
Peterhans ist es eine Selbstverständlichkeit, dass für dieses Projekt so viel lokales
Holz wie nur möglich eingesetzt wird:
«Es ist ein Muss, dass bei einem von
der Allgemeinheit getragenen Projekt
Schweizer Holz verarbeitet wird. Unser
Forstbetrieb trägt die Kampagne der Lignum für Schweizer Holz aus Überzeugung mit.»
Corporate Identity: Swissness
Und das bleibt im Küsnachter Wald kein
Lippenbekenntnis. Jedes Fahrzeug, jeder
Holzpolter, jedes Brennholzbündel zeigt,
wofür sich der Forstbetrieb Tag für Tag
einsetzt und wodurch die Mitarbeitenden
Arbeit und Verdienst haben: hiesiges Holz.
Das Herkunftszeichen Schweizer Holz der
Lignum ist überall präsent.
«Die Holzkorporation Küsnacht verdient für ihr umfassendes Marketing ein
grosses Lob», sagt Evelyn Pöhler, Projektleiterin des Herkunftszeichens Schweizer
Holz bei Lignum. «Wir hoffen, dass das
gute Küsnachter Beispiel jetzt, wo das
Label im ganzen Schweizer Wald Fuss gefasst hat, Schule macht! Wir unterstützen aktiv Forstbetriebe, um ebenso professionell aufzutreten.»
Genauso sieht man es bei Waldwirtschaft Schweiz, dem nationalen Dachverband der Waldeigentümer und Forstbetriebe: «Die Bauern machen es uns
vor, welche Wirkung mit der dezentralen Vor-Ort-Werbung für die Qualitäts-
Von den Fahrzeugen bis zu den
Produkten ist die
Botschaft im
HSH-Musterforstbetrieb in Küsnacht
eindeutig:
Schweizer Holz!
und Herkunftszeichen erzielt werden
kann», meint WVS-Kommunikationsleiter Urs Wehrli. Er ist überzeugt, dass die
Konsumentinnen und Konsumenten,
welche auf die Umwelt und Schweizer
Werte setzen, rasch sensibilisiert werden
können. Was für die Promotion von
Schweizer Fleisch oder Skiern funktioniert, sollte sich auch für Holzprodukte
bewähren.
Gratis-Marketingpaket bis
Ende April
Lignum bietet allen Forstbetrieben, die das
Herkunftszeichen Schweizer Holz (HSH)
umfassend als Marketinginstrument nutzen wollen, ein kostenloses Einsteigerpaket für die publikumswirksame HSH-Nutzung an. Das Paket umfasst folgende
Elemente in deutscher oder französischer
Sprache:
• 1 HSH-Zinkblechschablone
(42 ϫ 32 cm) zum Aufbringen des
Labels auf stehenden Stämmen im
Wald, auf Holzpoltern, auf transportfertig geladenem Holz usw.
• 2 wetterfeste HSH-Blachen
(150 ϫ 90 cm) zum Aufhängen vor
dem Forsthaus oder an Holzpoltern im
Wald sowie für Anlässe mit Publikum
• 2 HSH-Plakate für den Innenraum
(594 ϫ 840 mm), um die Aufmerksamkeit vo§n Besuchern und Gästen
zu wecken
• 500 HSH-Holzetiketten zur Beschriftung von Brennholzsäcken, Christbäumen und anderen Produkten im
Direktverkauf
• 2 grosse HSH-Aufkleber für Fahrzeuge
(ca. 30 cm) für Türen, Motorhaube
oder Heck
• 100 handliche HSH-Werbeflyer
«Natürlich Schweizer Holz» zur Abgabe an die Kundschaft, als Beilage
zu Offerten und Rechnungen usw.
Zu bestellen ist das kostenlose Frühjahrs-Marketingpaket zum Herkunftszeichen Schweizer Holz ausschliesslich per
E-Mail an hsh@lignum.ch. Erhältlich ist es
kostenlos bei Bestellung bis spätestens
30. April 2013. Bedingung für eine Bestellung ist die Mitgliedschaft bei einem
kantonalen Waldwirtschaftsverband.
Quelle: Lignum/WVS
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AUSLESE
FIRMENNACHRICHTEN
Der Mann hinter dem Vollernter
Lars Lamekssons Unternehmen LL Skogsmaskiner gelang es mehrmals, Produkte
bis zur Serienreife zu entwickeln. Lars Lamekssons bekannteste Erfindung ist der
Vollernter mit nivellierbaren
Radaufhängungen. 1986
hatte er diese Entwicklung Lars Lameksson erfand den Vollernter
mit nivellierbaren Radaufhängungen.
unter dem Namen «Die
Spinne» zum ersten Mal
lichkeit bekomme, meine eigenen
verkauft. Die Radaufhängung wird
Ideen in einer Maschine zu verheute immer noch gebaut und inwirklichen.»
zwischen von EcoLog vertrieben.
In einem Video auf der Website
Das Unternehmen LL Skogsmaskider ElmiaWood spricht Lars Laner leiten inzwischen die Söhne
meksson über die Anforderungen
des Konstrukteurs, aber Lars Lader modernen Holzernte, über
meksson ist immer noch aktiv.
seine Konstruktionen, über sein
«Was mich antreibt, ist mein
Wunsch, Probleme zu lösen – nicht, Unternehmen und über sein
Leben. Das Video ist auf Schweeine Fabrik zu besitzen», sagt er.
Obwohl er auf dem Papier Rentner disch mit englischen Untertiteln
abrufbar unter:
ist, denkt er nicht ans Aufhören
und will sich noch einen Traum erwww.elmia.se/en/wood/
füllen: «Wir haben immer die Probleme der Kunden gelöst. Ich hoffe For-Visitors/Innovations-fortomorrows-forestry/
aber, dass ich auch noch die Mög-
John Deere rückt mit Zulieferern zusammen
In unmittelbarer Nähe zum Werk
von John Deere Forestry Oy in
Joensuu, Finnland, erwächst ein
umfangreicher Zuliefererpark. Die
auf Blechkonstruktionen spezialisierte Suomen Levyprofiili Oy, die
John Deere u.a. mit sämtlichen
Motorhauben für Forstmaschinen
beliefert, verlegt seine Produktion
als erstes Unternehmen an den
neuen Standort auf dem Industriegelände Penttilä. Weitere Lieferanten von John Deere werden sich
künftig im Zuliefererpark niederlassen. Der Zuliefererpark trägt
seinen Teil zum Entwicklungsvorhaben des Forstmaschinenherstellers bei. Dazu sollen Bestell- und
Lieferprozess, Ankauf, Qualitätskontrolle weiterentwickelt und das
in Joensuu gelegene Werk ausgebaut werden.
Im Jahre 2012 investierte John
Deere etwa 8 Mio. Euro in das
Werk Joensuu. Insbesondere wur-
60
W A L D U N D H O L Z 3/13
den Investitionen für Produktivität,
Erhöhung der Produktionskapazität und Verbesserung der Qualität
getätigt. Die Qualität der Tätigkeiten wurde in enger Zusammenarbeit mit den Zulieferern verbessert.
Der Gesamtwert der Ankäufe von
John Deere bei finnischen Zulieferern beläuft sich auf ca. 100 Mio.
Euro jährlich, etwa 40 Mio. Euro
davon kommen ostfinnischen Firmen in der Region Joensuu zugute.
«Als Nächstes wollen wir die Montage auf Vordermann bringen, und
zu diesem Zweck dient auch der
neue Zuliefererpark. Wenn sich
wichtige Kooperationspartner in
unserer unmittelbaren Nähe befinden, haben wir optimale Voraussetzungen, Fertigung und Logistik
in neue Höhen zu treiben», sagt
der Operationsmanager von John
Deere Forestry Oy, Jussi Malmi.
«Es ist von Belang, dass Zulieferer
an unseren Produktionsfluss näher
herankommen. Auch unsere Kun-
AGENDA
5. März 2013, DE-Freiburg
FVA-Kolloquium – Esskastanienrindenkrebs, Läuse an Tanne,
Quarantäneschädlinge, Douglasienprovenienzen, Baumcharakteristika und Rundholzmerkmale der Douglasie
www.fva-bw.de
7./8. März 2013,
DE-Rheinland-Pfalz
Studienreise Windenergie aus
dem Wald und «Best Practice»
in Rheinland-Pfalz
www.fowala.ch
7. März 2013, DE-Freising/
Weihenstephan
17. Forstlicher Unternehmertag
www.forst.wzw.tum.de
11. März 2013, Bern
Podiumsveranstaltung Projekt
«Waldstadt Bremer»
www.media.maurerpartner.com/
MM_Podium_Waldstadt.pdf
14. März 2013, DE-Freising/Weihenstephan
Management waldartiger
Bestände im urbanen Bereich
www.forstzentrum.de
14./15. März 2013,
DE-Denzlingen
4. Denzlinger Wildtierforum
www.fva-bw.de
15.–17. März 2013, Balmberg
Projektmanagement in der
Umweltbildung
www.silviva.ch
18./19. März 2013, Biel
Weiterbildungskurs Sägereiund Holzindustrie – Holztrocknung
www.ahb.bfh.ch
22. März 2013, DE-Freising/
Weihenstephan
«Leben in den Grenzen unseres Planeten: Zum 300. Jahrestag des Begriffes Nachhaltigkeit»
www.forstzentrum.de
den werden von den konkreten
Vorteilen profitieren, und zwar
durch sinkende Logistikkosten,
geringeres Lagerkapital und verbesserten Informationsaustausch»,
bestätigt Janne Haapasalo, der
Werksleiter von John Deere in
Joensuu.
26./27. März 2013, BernLiebefeld
Umweltschutzrecht für
Nichtjuristen
www.management-durable.ch
11. April 2013, Olten
Forum «Waldplanung und
-management» – Waldentwicklungsplan: die nächste Generation
www.fowala.ch
12.–14. April 2013, DE-Offenburg
Forst live
www.forstlive.de
15./16. April 2013, DE-Seesen
REFA-Seminar «Arbeitssystemgestaltung in der Holzernte» – Optimieren von
Arbeitsverfahren der motormanuellen Holzernte hin zum
Bestverfahren
www.kwf-online.de
25./26. April 2013, F-Beaune
Forum Bois Construction (FCB)
www.forum-holzbau.com
6.–10. Mai 2013, DE-Hannover
LIGNA Hannover
www.ligna.de
7. Mai 2013, Biel
Holzbautag Biel
www.ahb.bfh.ch
14. Mai 2013, DE-Freiburg
FVA-Kolloquium – Bodenzustandserhebung 2, Wasserhaushalt der Fichte, Grünes
Besenmoos, Wald und Gesellschaft
www.fva-bw.de
16. Mai 2013 (Ort noch offen)
Mitgliederversammlung
Holzindustrie Schweiz
www.holz-bois.ch
23. Mai 2013, AT-Salzburg
Erster Österreichischer PelletKongress
www.energieweb.at/
pelletkongress
Kontakt (auf Englisch)
John Deere Forestry Oy
Jussi Malmi
Operationsmanager,
CTL-Forstmaschinenprodukte
+ 358 40 51 61 925
www.deere.com
AUSLESE
FIRMENNACHRICHTEN
IMPRESSUM
WALD
HOLZ
Holzvergaser-Blockheizkraftwerk
Die Oelmühle Möriken GmbH vertreiben das Burkhardt Holzvergaser-Blockheizkraftwerk, welches
bei 7500 Betriebsstunden/Jahr
rund 1,3 Mio. KWh Strom (für
mehr als 300 Haushalte) bzw.
gegen 2 Mio. KWh Wärme erzeugt; dies bei einem Wirkungsgrad von um die 80%.
Burkhardt kann heute auf über
70 installierte Anlagen mit insgesamt über 500 000 Betriebsstunden zurückschauen.
Die Anlagen werden mit Vollgarantie von bis zu zehn Jahren angeboten; dies verbunden mit einer
Leistungsgarantie auf mindestens
7500 h/Jahr.
Die Anlagen lassen sich fast so
einfach betreiben wie eine Ölfeuerungsanlage. Sie eignen sich be-
UND
Damit sollen künftig rund 45 Mio.
KWh Strom plus >60 Mio. KWh
Wärme/Kälte erzeugt werden.
Am 8. und 9. März 2013 veranstaltet die Oelmühle Möriken
einen Tag der offenen Tür in ihrer
Anlage St. Peter im Schwarzwald.
sonders gut für Wärmeverbunde
mit existierendem Wärmenetz oder
für Ausbauten von Wärmenetzen.
Ebenso eignen sie sich für ganzjährige Bereitstellung von Prozessenergie (Bandenergie).
Die grösste «Burkhardt-Anlage»
wird aktuell auf dem Gebiet des
Flughafens Münster-Osnabrück
von 12 auf 32 Vergasereinheiten
erweitert.
Infos bei:
Beat Buetler
Repräsentant
Oelmühle Möriken GmbH
Schädruetihalde 14
6006 Luzern
Tel. 041 371 24 40
Mob. 079 431 95 94
belb@gmx.ch
www.oelmuehle-moeriken.ch
Die Zaugg Transporte GmbH hat investiert
Für den Transport von Rund- und
Bauholz setzt die Zaugg Transporte GmbH, Schwanden i.E., insgesamt drei schwere Nutzfahrzeuge ein. Kürzlich wurde ein
älteres Fahrzeug durch einen Scania G480 CB 6ϫ 4-Schlepper mit
umweltfreundlichem Euro-6-Motor
ersetzt.
Die Scania-Zugmaschine mit Frontkran hinter dem Fahrerhaus ist
das erste «Euro-6-Fahrzeug» im
Emmental. Für die harten Einsätze
abseits von befestigten Strassen
ist das Fahrzeug besonders robust
konfiguriert worden.
So hat die Zaugg Transporte GmbH
auf eine Luftfederung verzichtet
und vertraut auf eine blattgefederte Achsaufhängung an allen
drei Achsen. Bei der Vorderachse
wählte man eine Achstraglast von
9 t, was beim harten Einsatz des
Fahrzeuges von grossem Vorteil
ist. Das Transportunternehmen
wählte zudem Scheibenbremsen
an allen drei Achsen und dem
kräftig zupackenden Scania-Retarder als Option.
Der Euro-6-Motor leistet dank
seiner 480 PS und eines Drehmo-
94. Jahrgang
ISSN 1423-2456
WALD und HOLZ –
Zeitschrift für Wald, Waldwirtschaft,
Holzmarkt und Holzverwendung.
Erscheint 12-mal im Jahr
Auflage: 6995 Exemplare
(WEMF-beglaubigt 2012)
WALD und HOLZ trägt
das Gütesiegel der Fachund Spezialpresse. Diese
Auszeichnung vergibt
der Verband SCHWEIZER PRESSE.
Herausgeber
Waldwirtschaft Schweiz
Max Binder, Präsident
Urs Amstutz, Direktor
Verlag und Redaktion
WALD und HOLZ
Rosenweg 14
4501 Solothurn
Telefon 032 625 88 00
Fax 032 625 88 99
info@wvs.ch
www.waldundholz.ch
Urs Wehrli (uw),
Verlagsleiter
Walter Tschannen (wt),
Redaktionsleiter
Ferdinand Oberer (fo),
Redaktor
Annemarie Tuma (at)
Eduard J. Belser (EJB),
freier Mitarbeiter Holzmarkt
Der Scania G480 CB 6x4 29 m/t Epsilon-Kran
ments von 2500 Nm bei 1000 bis
1300/Min. genügend Leistung, um
die schwere Ladung auch abseits
der asphaltierten Strassen sicher
zu bewegen.
Das Kerngeschäft der Zaugg Transporte GmbH ist heute der Transport von Rundholz aus dem ganzen Emmental in die verschiedenen
Weiterverarbeitungsbetriebe im
Kanton Bern und in der Zentralschweiz. Aber auch Bauholz
oder die bei der Verarbeitung anfallenden Holzschwarten werden
zur Weiterverarbeitung oder -verwertung transportiert. Neben Aushilfen werden insgesamt drei festangestellte Mitarbeiter beschäftigt,
die für alle Aufgaben eingesetzt
werden können.
Abdruck oder anderweitige Verbreitung
des Inhaltes (z.B. über Internet) nach
Genehmigung durch die Redaktion
unter Quellenangabe gestattet. Belegexemplare erwünscht. Für unverlangt
eingegangene Beiträge wird jede
Haftung abgelehnt.
Anzeigenmarketing
Publicitas Publimag AG
WALD und HOLZ
Seilerstrasse 8, 3001 Bern
Telefon 031 387 22 11
Fax 031 387 21 00
service@publimag.ch
Abonnementspreise
Scania Schweiz AG
Steinackerstrasse 57
8302 Kloten
044 800 13 64
tobias schoenenberger@
scania.ch
www. scania.ch
Jahresabonnement
(12 Ausgaben):
Fr. 98.–
Ausland:
Fr. 130.–/EUR 105,–
Lehrlinge, Studenten
und AHV-Rentner: Fr. 68.–
(nur gegen gültige Bescheinigung)
Einzelnummer:
Fr. 10.–
Druck: Stämpfli Publikationen AG, Bern
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AUSLESE
NEUERSCHEINUNGEN
Waren sicher transportieren
Jeder Lkw-Fahrer muss wissen,
wie er seine Ladung zu sichern
hat. Beim Verladen und Sichern
von Waren sind aber meist mehrere beteiligt: Absender, Verlader,
Fahrzeughalter und Fahrer. Sie
müssen einander zuarbeiten und
sich aufeinander verlassen können, ganz besonders bei der Sicherung. Fehler bei der Ladungssicherung können folgenschwer
sein.
Die 60-seitige neu aufgelegte Broschüre «Ladungssicherung – Praxis
der Verkehrs- und Arbeitssicherheit» bietet dazu praxistaugliche
Informationen. Alle, die mit LkwTransporten zu tun haben, finden
darin eine eingängige Darstellung
der rechtlichen Grundlagen und
Verantwortlichkeiten sowie der
physikalischen Grundlagen der Ladungssicherung und ihrer Auswirkungen auf das Beladen von Fahrzeugen: der wirkenden Kräfte, der
Bedeutung der Reibung, des
Schwerpunkts und der Standsicherheit. Auf diesen Grundlagen
Mit der Natur
Die QD-Strategie (QD für Qualifizieren-Dimensionieren) ist eine naturnahe Waldbaustrategie, bei der
man in einem multifunktionalen
Wald mit möglichst geringen Eingriffen möglichst wertvolles Holz
erzeugt. Sie funktioniert nach dem
Pareto-Prinzip: 20% der Gesamtwuchsleistung eines Waldes entfallen auf astfreie Mäntel der Bäume
und erzeugt damit 80% der Reinerlöse aus dem Holzverkauf.
Das neue Buch der beiden Forstspezialisten Georg Josef Wilhelm
und Helmut Rieger legt mit vielen
Beispielen und Illustrationen dar,
wie sich die QD-Strategie in der
Praxis umsetzen lässt.
Im Mittelpunkt steht dabei der
Mensch. Der Mensch muss mit sei-
beschreibt die Broschüre die verschiedenen Fahrzeugaufbauten
und die daran angepassten Ladeund Zurrtechniken. Eine Checkliste
für den Fahrer rundet die Broschüre ab.
Verlag Dr. Ingo Resch GmbH
Maria-Eich-Strasse 77
D-82166 Gräfelfing
+49 89 854 65 0
www.resch-verlag.com
Natur arbeitet, sondern indem er
die Natur für sich arbeiten lässt.
So bestimmt z.B. die richtige Wahl
von Auslesebäumen am richtigen
Platz den Erfolg der Erziehung von
Wertholz.
nem Wirtschaften das Gefüge der
natürlichen Umwelt bewahren,
denn die natürliche Umwelt ist
seine Existenzgrundlage. Dies
schafft er nicht, wenn er gegen die
Die Autoren beschränken sich jedoch nicht auf waldbauliche Details, sondern bringen dem Leser
regelmässig den Blick fürs Ganze
in Erinnerung, indem sie die verschiedenen Disziplinen der Waldwirtschaft miteinander verbinden:
die Auslese von Zukunftsbäumen
und die Feinerschliessung, die Erziehung in der Altersphase und
die Biotopvielfalt, wirtschaftliche
Aspekte des Waldbaus …
Im letzten Kapitel des Buches bewerten die Autoren die QD-Strategie, beschreiben deren Vorzüge
und zeigen deren Grenzen auf.
Die QD-Strategie soll kein enges
und starres Regelwerk sein, sie
weist dem Anwender Handlungsbeschränkungen auf und macht
ihn auf Risiken aufmerksam.
Gleichzeitig eröffnet sie ihm aber
Spielräume bei der Umsetzung.
Eine der wichtigsten Botschaften
des Buches lautet: den Wald gebrauchen, ohne sein «Netzwerk
des Lebens» zu beschädigen.
ISBN 978-3-8001-7858-2
VERANSTALTUNGEN
Management waldartiger Bestände im urbanen Bereich
Am 14. 3. 2013 findet das Bayerische Baumforum zu diesem aktuellen Thema am Zentrum WaldForst-Holz Weihenstephan statt.
Die breite Themenpalette der Fachvorträge umfasst das Erkennen naturschutzrelevanter Merkmale an
Baumbeständen, die Baumpflege,
die Baumkontrolle, die Baumschädlinge Mistel und Phytoph-
62
W A L D U N D H O L Z 3/13
thora-Pilz sowie die aktuelle
Rechtsprechung bezüglich der
Verkehrssicherungspflicht.
In der angegliederten Fachausstellung zeigen fünfzehn Aussteller
neue Produkte zur Baumpflege
und Baumkontrolle.
Datum: 14. 3. 2013
8.00–16.15 Uhr
Ort: Zentrum Wald-Forst-Holz
Weihenstephan, Hörsaal 15,
Zentrales Hörsaalgebäude
Maximus-von-Imhof-Forum 6,
85354 Freising
Anmeldeschluss: 11. 3. 2013
kostenlose Veranstaltung
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