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1 Softfair LV-Unternehmensrating 1 Was ist für den Kunden bei

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Softfair LV-Unternehmensrating
Stand Okt. 2012
1
Was ist für den Kunden bei Abschluss einer Lebens-/Rentenversicherung
wichtig?
Es gibt mehrere Faktoren, die für einen Kunden im Moment der Entscheidung für oder gegen
ein bestimmtes Versicherungsprodukt wichtig sind. Dazu zählen u.a. die richtige
Produktfindung in Bezug auf seinen familiären und finanziellen Hintergrund, sowie die korrekte
Einstufung der individuellen Risikoneigung. Auf der anderen Seite möchte der Kunde auch
wissen, ob das Versicherungsunternehmen, mit dem er ein in der Regel sehr langfristiges
Vertragsverhältnis eingehen möchte, gesund ist und heute gegebene Leistungsversprechen
auch in der Zukunft halten können wird.
Um die Solidität eines Versicherungsunternehmens analysieren und beurteilen zu können
haben sich verschiedene Methoden etabliert. Softfair folgte bei der Entwicklung des Softfair LVUnternehmensratings einem modifizierten Finsinger[1]-Ansatz, der über die Bonität hinaus
auch die Finanzkraft des Unternehmens bewertet. Einfach ausgedrückt stellen wir die Fragen:
„Wie wirtschaftet das Unternehmen mit den Kundengeldern?“ und „Was haben die Kunden
davon?“
2
Die Grundlagen des Softfair LV-Unternehmensratings
Ziel des Ratings ist es, den Vermittlern und Versicherungsnehmern eine Beurteilung der
Leistungsfähigkeit der am Markt vertretenen Anbieter zu liefern. Dabei berücksichtigt das
Softfair LV-Unternehmensrating insbesondere die Leistungsfähigkeit aus Sicht des
Versicherungskunden und nicht des Aktionärs.
Grundsätzlich werden nur öffentlich zugängliche Daten aus den Geschäftsberichten verwendet.
Diese Beschränkung auf nachprüfbare Daten soll die möglichen Fehler vermeiden helfen, die
sich durch Selbstauskünfte der Versicherer einschleichen können. In Einzelfällen, kann es
trotzdem notwendig sein auf Auskunft des Versicherers zurück zu greifen, sofern es für die
Qualität der Bewertung notwendig ist. In solchen Fällen achten wir darauf, dass eine explizite
Definition der gewünschten Werte vorgegeben wird, damit keine Interpretationsmöglichkeit der
zu liefernden Daten offen bleibt.
[1]
Prof. Dr. Jörg Finsinger, Technische Universität Wien
Softfair Analyse GmbH, Fachbereich LV, Albert-Einstein-Ring 15, 22761 Hamburg
Weder der Hersteller dieses Programms noch der Überbringer (Vermittlungsfirma) dieser Seite übernehmen eine
Gewähr für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der berücksichtigten Unternehmensdaten.
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Softfair LV-Unternehmensrating
Stand Okt. 2012
3
Die Berechnungsmethodik des Softfair LV-Unternehmensratings
Deutsche Lebensversicherungsunternehmen unterliegen in Bezug auf Garantie-Sicherungen
und zeitnahe Zuweisung von Überschüssen (RfB, Direktgutschrift) strengen Vorschriften. In
Großbritannien beispielsweise werden die Erträge im wesentlich stärkeren Umfang am Ende
der Versicherungsdauer ausgeschüttet. Dadurch würden diese bei einer reinen
Bonitätsbetrachtung wesentlich besser abschneiden. Der Ansatz für das Softfair LVUnternehmensrating betrachtet daher folgenden Ansatz:
Wie hoch ist die mögliche prospektive Rendite unter
Berücksichtigung der Garantieverpflichtungen?
Wie hoch ist die mögliche Überschusskraft und daraus abgeleitet die
FinanzstärkeKennzahl?
Die Finanzstärkekennzahl bewertet die Unternehmen durch eine Verknüpfung einer
betrieblichen Erfolgskennziffer und der Ausschüttungsquote. Die betrieblichen
Erfolgskennziffern „prognostizierte Kapitalanlagenrendite“, „Verwaltungskostenquote“ und
„Abschlusskostenquote“ werden in Relation zu einem fiktiven, als Benchmark fungierenden
Unternehmen gesetzt.
3.1
Benchmarkgesellschaft
Es wird eine Benchmarkgesellschaft bestimmt, die aufgrund der Stabilität aus Mittelwerten von
Vergangenheitswerten ermittelt wurde. Die 100 %-Marke bezeichnet den Übergang von 3 auf
4 Eulenaugen. Unternehmen, welche eine höhere Kennzahl erreichen, können als relativ
leistungsstark bezeichnet werden.
3.2
Formeln
Prognostizierte Kapitalanlagenrendite (Prospektive Rendite p.a.)
Prosp.Rendite = (ErträgeBasis + ErträgefreiesRisikokapital) / KapAnlage
Wobei:
ErträgeBasis … entspricht dem Return unter Zugrundelegung eines „sicheren“ Basiszinssatzes.
ErträgefreiesRisikokapital … entspricht dem Return unter Zugrundelegung des frei verfügbaren und
anlegbaren Kapitals und eines entsprechenden Zins (siehe Absatz 3.3 „RoRac“).
freiesRisikokapital … besteht aus Eigenkapital, SÜAF, freie RfB, Anteil der BewReserven
abzüglich Garantieverpflichtungen.
Softfair Analyse GmbH, Fachbereich LV, Albert-Einstein-Ring 15, 22761 Hamburg
Weder der Hersteller dieses Programms noch der Überbringer (Vermittlungsfirma) dieser Seite übernehmen eine
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Softfair LV-Unternehmensrating
Stand Okt. 2012
Überschusskraft (bezüglich einer Benchmarkgesellschaft)
ÜberschusskraftBenchmarkgesellschaft = ÜKKapitalanlage + ÜKKosten
Wobei:
ÜKKapitalanlage … basiert auf der prognostizierten Kapitalanlagerendite und ergibt die Überschüsse
– also oberhalb der Garantiezusagen - aus der Kapitalanlage normiert auf eine
Benchmarkgesellschaft.
ÜKKosten … basiert auf den Abschluss- und Verwaltungskostenquoten und ergibt die
Kostenüberschüsse normiert auf eine Benchmarkgesellschaft.
Hinweis:
Die Normierung der Überschusskraft auf eine Benchmarkgesellschaft ist für die direkte
Vergleichbarkeit notwendig.
Ausschüttungsquote
Ausschüttungsquote = (ZuführungRfB + Direktgutschrift) / Rohüberschuss vor Steuern
Daraus errechnet sich dann die Vergleichskennzahl, die sogenannte
„FinanzstärkeKennzahl“
FinanzstärkeKennzahl = Ausschüttungsquote * ÜberschusskraftBenchmarkgesellschaft
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Softfair LV-Unternehmensrating
Stand Okt. 2012
3.3
Die prospektive Betrachtung unter Einbeziehung des RoRac 1
Da Lebensversicherungsverträge auf viele Jahre abgeschlossen werden, ist es für den Kunden
wichtig, einen Anhaltspunkt für eine Entwicklung der verschiedenen Gesellschaften in der
Zukunft zu haben. Der Ansatz des Softfair LV-Unternehmensratings ist daher ein prospektives.
D.h.: Es wird betrachtet, wie die „Kapitalanlagenpolster“ in der Zukunft aussehen.
Der Grundgedanke des Softfair LV-Unternehmensratings ist, dass Versicherungen nur einen
Teil ihrer Anlagen – das „freie Risikokapital“- in risikoreichere aber u.U. deutlich
ertragsstärkere Titel investieren. Das freie Risikokapital ist umso größer, je größer das
Kapitalpolster der jeweiligen Gesellschaft ist. Unter Zugrundelegung vernünftiger Szenarien
und statistischer Wahrscheinlichkeiten kann nun festgelegt werden, welches „Vielfaches“ des
freien Risikokapitals eine Gesellschaft mit höherem Risiko (und höherer Rendite) anlegen kann,
ohne die Solvenz des Unternehmens ernsthaft zu gefährden.
Mit dieser Summe kann nun eine höhere Rendite erwirtschaftet werden, als mit den weniger
volatilen Kapitalanlagen. Maßgeblich ist dafür die Überrendite. Die Überrendite charakterisiert
diejenige Rendite, welche mit volatileren sprich riskanteren Anlagen über die Rendite von
weniger volatilen Anlagen hinaus erwirtschaftet werden kann. Das Produkt aus Überrendite
und o.g „Vielfachen“ des freien Risikokapitals wird in der Literatur häufig als RORAC (return on
risk adjusted capital) bezeichnet. Im Softfair LV-Unternehmensrating wird der RORAC Ansatz
von Prof. Finsinger angewandt.
Der Dax hat durchaus große Schwankungen in der Volatilität zu verzeichnet. Es gilt aber auch
hier, dass Lebens- und Rentenversicherungen eine langfristige Kapitalanlage sind und
kurzfristig erhöhte Volatilitäten nicht ausschlaggebend sein dürfen.
1
Vgl. Finsinger J. und Diboky F., Verfahren zum Benchmarking von Lebensversicherungsunternehmen unter Berücksichtigung des
Return On Risk Adjusted Capital (RORAC), in: Handbuch Finanz- und Vermögensberatung, G. Moritz (Hrsg.), 2004, S 469 – 487, GWV
Fachverlage GmbH. Sowie Finsiner J., Diboky Franz und Ubl E., Die Finsinger-Kennzahl – Ein prospektives Rating von
Lebensversicherungs-unternehmen, in: Versicherungsrating, Ann-Kristin Achleitner/Oliver Everling (Hrsg.), 2005, S 101 – 114, GWV
Fachverlage GmbH. (zusammen mit F.Diboky, E.Ubl).
Softfair Analyse GmbH, Fachbereich LV, Albert-Einstein-Ring 15, 22761 Hamburg
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Softfair LV-Unternehmensrating
Stand Okt. 2012
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Bewertung in Eulenaugen©
von (≥)
Die Finanzstärkekennzahl wird
normiert, um eine bessere Vergleichbarkeit in % darzustellen. Die 100%
stellen die Schwelle von 3 zu 4
Eulenaugen dar.
Eulenaugen
125%
5
100%
4
67,67%
3
33,33%
2
unter 33,33%
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