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INFORMATIONEN ÜBER PHTHALAT-WEICHMACHER Was ist ein

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INFORMATIONEN ÜBER PHTHALAT-WEICHMACHER
Was ist ein Weichmacher?
► Seit der Antike werden Weichmacher eingesetzt, um Materialien flexibler zu machen: zum Beispiel Wasser, um Ton formbar
zu machen; oder Öl, das unter Bitumen gemischt wird, damit dieses besser für die Abdichtung von Booten genutzt werden
kann.
► Moderne Weichmacher funktionieren nach dem gleichen Prinzip. In Verbindung mit PVC (oder einem anderen Polymer)
erhält dieses einzigartige physikalische und technische Eigenschaften. Weich-PVC wird in einer Vielzahl von Artikeln und
Produkten als integraler Bestandteil unseres täglichen Lebens eingesetzt.
► Heute werden weltweit jährlich fast 6 Mio. Tonnen Weichmacher benutzt, davon 1 Mio. in Europa. 80% davon sind Phthalate.
Nicht alle Phthalate sind gleich
Phthalate sind Weichmacher, die durch die Reaktion von Phthalsäureanhydrid Säureisomeren mit Alkohol
gewonnen werden. Sie gehören zu einer vielfältigen Familie von chemischen Substanzen und lassen sich in zwei
Untergruppen einteilen. Diese unterscheiden sich auf Grund ihrer Eigenschaften und Wirkungen.

Hochmolekulare Phthalate wie DINP, DIDP und DPHP enthalten 7-13 Kohlenstoffmoleküle in ihrer
Hauptkette und verfügen somit über eine höhere Haltbarkeit und Härte. Sie stellen mit über 80% die
größte Gruppe der in Europa eingesetzten Phthalate dar. Diese Stoffe sind unter der europäischen
Verordnung für Chemikalien (REACH) registriert und nicht als gesundheits- und umweltgefährlich
klassifiziert.

Niedermolekulare Phthalate wie DBP, BBP, DIBP und DEHP verfügen nur über 3-6
Kohlenstoffmoleküle in ihrer chemischen Hauptkette. Sie sind in der EU-Verordnung für Chemikalien
(REACH) als „besonders besorgniserregende Stoffe“ (SVHC) deklariert. Hauptgrund sind
fruchtbarkeitsschädigende Auswirkungen, die in Tierversuchen beobachtet wurden.
Zahlreiche Anwendungen
Phthalate kommen überwiegend in Industrieanwendungen als Additive für Polyvinylchlorid (PVC) zum
Einsatz. Dadurch wird PVC weich und es erhält die gewünschte Elastizität für unterschiedlichste Anwendungen.
Insbesondere im Bauwesen (Ummantelung für Stromkabel, Dachfolien, Boden- und Wandbeläge), in der
Automobilindustrie (Armaturen, Kabel, Unterbodenschutz), in Möbelfolien und Kunstlederwaren finden Phthalate
Verwendung.
Erkannte Gefahren und ihre Beherrschung

Die europäischen Behörden haben die am häufigsten verwendeten hochmolekularen Phthlate
(DINP, DIDP) ausführlich bewertet, mit dem Ergebnis, dass keine Klassifizierung erforderlich ist weder hinsichtlich gesundheitlicher noch umweltschädigender Auswirkungen. Zusätzliche
Maßnahmen
sind daher nicht notwendig. Es wird jedoch darauf verwiesen, , dass hochmolekulare
Phthalate (DINP, DIDP) nicht für Materialien verwendet werden dürfen, aus denen Spielzeuge oder
Artikel für Säuglinge hergestellt werden, die in den Mund genommen werden können.

Die Risikobeurteilungen der europäischen Behörden haben zu einer Klassifizierung von
niedermolekularen Phthalaten als fortpflanzungsgefährdend der Kategorie 1B geführt. Aus diesem
1
Grund und auf Grundlage des Vorsorgeprinzips, dürfen sie nicht in Spielzeug, Babyartikeln und
2
3
kosmetischen
Anwendungen verwendet werden. In Lebensmittelverpackungen , in der
Lebensmittelverarbeitung, sowie in Kunststoffverpackungen ist ihr Einsatz ebenfalls stark eingeschränkt.
Unter der REACH-Verordnung sind niedermolekulare Phthalate autorisierungspflichtig. Dies bedeutet,
dass sie nach dem 21. Februar 2015 nur dann produziert und vermarktet werden dürfen, wenn eine
entsprechende Zulassung für diese Anwendung und/oder die Verwendung in der Wertschöpfungskette
erteilt wurde.
1
Europäische Richtlinie 2005/84/EC
Europäische Richtlinie 2004/93/EC
3
Verordnung der Europäischen Kommission 10/2001
2
Avenue E Van Nieuwenhuyse 4, Box 2,
B-1160 Brussels, Belgium
Tel: +32 2 676 72 60 Fax: +32 2 676 73 92 e-mail: info@ecpi.org
VAT 412.849.915
3 häufig gestellte Fragen
► Was ist mit medizinischen Geräten, die Phthalate enthalten? Europäische Richtlinien über medizinische Produkte sehen
strenge und umfassende Tests an allen Materialien und deren Verwendung vor. Zahlreiche medizinische Geräte enthalten das
niedermolekulare Phthalat DEHP. Dieses ist zwar zur Zeit noch vom Europäischen Arzneibuch als Weichmacher für
medizinische Geräte gelistet, soll aber durch andere Weichmacher ersetzt werden. Die Verwendung von DEHP in
medizinischen Verpackungen, medizinischen Geräten (einschließlich Blutbeuteln) und in unmittelbaren medizinischen
Verpackungen ist von der Autorisierungspflicht ausgenommen.
► Sind Phthalate flüchtig? Hochmolekulare Phthalate haben eine sehr geringe Flüchtigkeit.. Es handelt sich um viskose
Flüssigkeiten, die in PVC-Artikeln fest gebunden werden und bei normalem Gebrauch minimale Migration aufweisen. Sogar in
Abtriebpartikeln, die in Form von Staub gesammelt werden können, ist dies der Fall.
► Was weiß man über Risiken in Verbindung mit einer kombinierten Wirkung (manchmal fälschlicherweise als
„Cocktails“ oder „kumulativer Effekt“ bezeichnet)? Dieser Forschungsbereich ist auf EU- und Mitgliedsstaatenebene in
einer sehr frühen Phase. In einer Studie die dem Europäischen Umweltrat 2012 vorgelegt wurde, ist die Kommission zu dem
Schluss gekommen, dass die derzeitige Gesetzgebung eine umfangreiche Bewertung nicht zulässt. Abgesehen davon gibt es
keine Übereinkunft, welche Methodiken und Prioritäten angewendet werden sollen. Technische Leitfäden zur Förderung eines
einheitlichen Ansatzes zu Prioritäten-Mischungen werden im Juni 2014 veröffentlicht.
Laufende Forschungen der Chemieindustrie
Weichmacher-Herstellern und der gesamten Wertschöpfungskette ist die Notwendigkeit bewusst,
Alternativen für die als „besonders besorgniserregend definierten Stoffe“ zu finden. Das Prinzip der
Vorsicht unter REACH gebietet jedoch, sich die notwendige Zeit für die Beurteilung der Risiken dieser neuen
Moleküle zu nehmen. Dies gilt sowohl für Gesundheits- und Umweltaspekte, als auch für die Prüfung der
technischen und wirtschaftlichen Umsetzbarkeit, bevor es in industriellen Anwendungen umgesetzt wird.
Neuste Zahlen
►Phthalate haben auf dem weltweiten Markt für Weichmacher einen Anteil von 87%.
►96% der Weichmacher werden für die Herstellung von Weich-PVC für Dauergüter (Kabel, Folie, Dachbedeckungen, Bodenund Wandbeläge usw.) eingesetzt.
►Nur 4 % kommen in so genannten sensitiven Anwendungen (medizinische Geräte, Nahrungsmittelverpackungen, Spielzeug
usw.) zum Einsatz. Diese Anwendungen sind durch spezifische europäische Gesetzgebungen abgedeckt, um eine optimale
Verbraucher-und Umweltsicherheit zu gewährleisten.
►Hochmolekulare Phthalate haben auf dem europäischen Phthalat-Markt einen Anteil von 85%.
►Der Anteil niedermolekularer Phthalate liegt in Europa unter 11%, wobei diese Zahl seit über 10 Jahren beständig sinkt.
Zu ECPI
Der Europäische Verband für Weichmacher und Zwischenprodukte (ECPI) ist ein Wirtschaftsverband mit Sitz
in Brüssel, der die gemeinsamen Interessen der europäischen Hersteller von Weichmachern, Alkoholen und
Zwischenprodukten vertritt. Die Mitgliedsunternehmen sind Arkema, BASF, DEZA, Evonik, ExxonMobil, OXEA,
Perstorp und ZAK. ECPI ist eine Arbeitsgruppe des CEFIC, des Verbandes der europäischen chemischen
Industrie.
Kontakt
Maggie Saykali ECPI-Geschäftsführerin
info@ecpi.org
www.plasticisers.org
Avenue E Van Nieuwenhuyse 4, Box 2,
B-1160 Brussels, Belgium
Tel: +32 2 676 72 60 Fax: +32 2 676 73 92 e-mail: info@ecpi.org
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Anhang: Zusammenfassende Tabelle
NIEDERMOLEKULARE
PHTHALATE
HOCHMOLEKULARE
PHTHALATE
SONSTIGE
WEICHMACHER
Moleküle
Niedermolekular
(Rückrat 3 bis 6
Kohlenstoffatome):
DEHP, BBP, DBP, DIBP
Hochmolekular
(Rückrat 7 bis 13
Kohlenstoffatome):
DINP, DIDP, DPHP, DIUP,
DTDP
Anwendungsbereiche
• Medizinische Produkte
(DEHP)
• Kleber (DIBP)
• Allgemeine Anwendungen
(DEHP)
• PVC-Kabel und Draht
• PVC-Wand-und Bodenbelag
• PVC-Folie
• PVC-Kunstleder
• PVC-beschichtetes Gewebe
• Automobilindustrie
• Drähte und Kabel aus PVC
• Wand- und Bodenbeläge
aus PVC
• Filme und Folien aus PVC
• PVC-Kunstleder
• imprägnierte PVC-Gewebe
• Automobilindustrie
•
•
•
•
•
•
• Keine Klassifizierung
• Keine Klassifizierung
Eigenschaften
• Als reproduktionstoxisch der
Kategorie 1B eingestuft Stoffe werden aufgrund klarer
Beweise aus Tierversuchen
so behandelt, als ob sie
Auswirkungen auf Menschen
haben.
Trimellitate, Adipate, Citrate,
Cyclohexanoate (DINCH®),
Polymerweichmacher, usw.
Spielzeug
Nahrungsmittelverpackungen
Dichtstoffe
medizinische Geräte
Nischenanwendungen
allgemeine Anwendungen
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