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Essen, Wohnen, Sprit: Was die Preise treibt - Arbeiterkammer

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Mitgliederzeitschrift der AK Wien / Oktober 2013
wien.arbeiterkammer.at
Mehr tun für
Gerechtigkeit
Die AK-Kampagne läuft weiter
Jetzt will ich
lesen lernen
Erwachsene brauchen
eine zweite Chance
„Warum ist
das so teuer?“
Essen, Wohnen, Sprit: Was die Preise treibt
´
Döner Ünlü mit Sohn Tolga am Viktor Adler Markt
JEDE MENGE
FÜR SIE: Leiharbeit, Raumluft, Zusatzstoffe im Essen
im Heft
Wolfgang
Mitterlehner
CHeFRedAKTeUR
Wer zahlen
muss…
Es gibt ihn noch immer, den ÖsterreichAufschlag auf die Lebensmittelpreise
– das bestreitet niemand mehr. Aber inzwischen werden immer wieder Argumente
vorgebracht, warum das angeblich so sein
muss: Die hohen Berge, die hohen Löhne, die
hohe Qualität. Ist das wirklich so? Gibt es
nicht ganz andere Ursachen? Um diese Fragen geht es diesmal in unserem Titelthema.
Und wir haben uns nicht nur angeschaut,
warum die Lebensmittelpreise so hoch sind.
Auch bei den Spritpreisen und beim Wohnen
zahlen die ArbeitnehmerInnen drauf, und auch
das liegt nicht einfach an der Schönheit unseres Landes. Lesen Sie mehr ab Seite 11.
Arian liebt das handy-Spiel „Subway Surfers“. Die darin eingebaute Werbung findet er aber
„nervig“. Welche Werbefallen für Kids in Apps und Co. lauern: ab Seite 28
Mehr tun für Gerechtigkeit
.................................................................................
4
Von Lohnsteuer bis Preise: Was für die ArbeitnehmerInnen wichtig ist
Wiener Wies’n: Abgezockt is!
.............................................................................
7
Wie ein Kellner abkassiert werden sollte
TITELTHEMA: Hohe Preise: „Auf unsere Kosten“. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
Wer profitiert von hohen Preisen bei Essen, Wohnen, Energie?
AK INITIATIV: Neue Chancen für Junge . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
Für die ArbeitnehmerInnen ist wichtig,
dass Leben und Wohnen leistbar sind.
Ebenso wichtig sind weniger Steuern auf
Arbeit, mehr auf Vermögen – und gleiche
Bildungschancen für alle. Um diese Themen
geht es jetzt in der AK-Kampagne für mehr
Verteilungsgerechtigkeit. Sie wissen: die
Kampagne mit dem großen, roten schweren
Würfel. Wir schildern Ihnen die Hintergründe. Ab Seite 4.
Jetzt will ich lesen lernen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14
Viele Berufstätige haben nie ausreichend lesen gelernt
Rechte für Leiharbeiter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
AK LEISTUNG: Mehr Sicherheit am Bau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
Die Kinder beherrschen die Smartphones heutzutage oft besser als ihre
Eltern. Das wissen auch jene, die über
Facebook und Spiele-Apps Werbung machen. Wie Sie Ihre Kinder davor schützen:
Darüber schreiben wir ab Seite 28.
Achtung, Falle: Abzocke mit Tieren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
Zäher Kampf ums gute Recht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20
Viel Spaß beim Lesen!
Wo die Werbefallen für Kinder bei Apps und Co. lauern
2
AK FÜR SIE 10/2013
Pflanzen für gute Luft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24
Teure Klicks im Spielrausch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28
Fotos: Erwin Schuh, Mischa Nawrata
ToLgA hAT vIEL zu ErzähLEn: „hattest
du heute in der Schule
redeverbot?“, fragt Döner
Ünlü ihren Sohn Tolga
verwundert. Denn der
Erstklässler hat heute
besonders viel zu erzählen.
vor allem über die Kampftaktik der „Angry Birds“, der
wütenden vögel aus seinem
Lieblings-Computerspiel.
Faire Entschädigung bei Verspätungen gibt’s nicht automatisch
Rubriken 3 am Prüfstand: Flexible Arbeit, „unbare“ Geschäfte, Kinderarbeit 13 Mein neues Leben: „Ich mag
Zahlen“ 19 Dürfen die das? 23 Alltag in Zahlen: Traum-Beruf dringend gesucht 26 Produkttest: Was Reifen können 27 Freizeit: In den Herbst 30 Rätsel & Was ist hier die Frage? 31 Leserbriefe 31 Umfrage:
Motivation nach dem Urlaub?
Impressum Herausgeber & Medieninhaber: Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien, 1040 Wien, Prinz-eugen-Straße 20-22 Mit den verlegerischen
Agenden beauftragt: Leykam druck, 8020 Graz, eggenberger Str 7 Chefredakteur: Wolfgang Mitterlehner Verantwortliche RedakteurInnen: Ute Bösinger,
Peter Mitterhuber, 1040 Wien, Prinz-eugen-Str 20-22 Redaktionssekretariat: Alexandra Konnerth Konzept & Gestaltung: B.A.C.K. Grafik- & Multimedia GmbH,
1070 Wien, Neubaugasse 8/2/4 Coverfoto: Mischa Nawrata Mitarbeiter: Thomas Angerer, Jürgen Bischof, Martin Cmund, Sonja Fercher, Susannika Glötzl,
Ulrike Gollonitsch-Gehmacher, Jelena Gucanin, Irene Holzbauer, Michaela Hubweber, Petra Innreiter, Thomas Lehmann, Michaela Lexa-Frank, Agnes Meszaros,
Carla Müller, Katharina Nagele, phoenixen, Martina Rammer-Gmeiner, Jutta Repl, Benedikta Rupprecht, erwin Schuh, Lisi Specht, doris Strecker, Ulrike Weiss
Offenlegung gemaß Mediengesetz §25: siehe wien.arbeiterkammer.at/impressum
ISSN 1028-463X
Redaktionsschluss: 8. Oktober 2013
die nächste AK FÜR SIe erscheint am 5. November 2013
ARBEIT, WIRTSCHAFT UND GESELLSCHAFT
am Prüfstand
Flexible Arbeit
ganz normal
Vier von fünf Beschäftigten in Österreich (78
Prozent) leisten Überstunden, ein Viertel sogar
häufig. Das ergibt eine Ifes-Befragung. Und ein
Fünftel der ArbeiterInnen und der Angestellten
hat einen All-In-Vertrag, bei dem Mehrarbeit
pauschal abgegolten wird. Die AK meint: Die
Unternehmen sollen pro Überstunde einen
Euro für Gesundheits- und Arbeitsmarktmaßnahmen zahlen. Bei All-In-Verträgen
muss klar sein, was Grundlohn und was
Bezahlung für Überstunden ist.
Immer weniger
wird bar bezahlt
Ob mit Karte oder Überweisung: Immer mehr
Zahlungen weltweit werden nicht mehr bar
abgewickelt. Die „unbare“ Zahlungssumme beträgt laut Boston Consulting Group bereits
280.000 Milliarden Euro, das Fünffache der
weltweiten Wirtschaftsleistung. Die AK meint:
Unbares Zahlen hat seine Vorteile. Es
muss aber genau geschaut werden, dass
die KonsumentInnen bei den Spesen nicht
draufzahlen.
Magere Monate
Frauen in Vollzeitjobs verdienen um so viel weniger als
Männer, dass sie seit 8. Oktober gratis arbeiten.
I
m Durchschnitt verdienen Vollzeit
arbeitende Frauen in Österreich
2013 um 23 Prozent weniger als
Männer. Das heißt: Frauen arbeiten de
facto 85 Tage im Jahr gratis. Darauf
macht der Equal Pay Day, also der Tag
für gleiche Bezahlung, aufmerksam, der
in diesem Jahr auf den 8. Oktober fiel.
Als Instrument zum Schließen dieser
Einkommensschere gibt es das sogenannte Einkommenstransparenz-Gesetz:
demnach müssen Betriebe die durchschnittlichen Gehälter von Frauen und
Männern in vergleichbaren Positionen im
Betrieb in Einkommensberichten intern
offen legen. Damit werden Gehaltsunterschiede sichtbar. Aber auch schon in
Stelleninseraten soll das mindestens zu
erwartende Gehalt angegeben werden.
Aber: „Transparenz alleine reicht nicht
kleinteile
aus. Es geht darum, aktiv Einkommensunterschiede zu bekämpfen“, fordert
AK Präsident Rudi Kaske. Er fordert:
„Die Einkommensberichte der Betriebe
und davon abgeleitete Maßnahmen zur
Verringerung der Einkommensschere
sollten auch mit Auftragsvergaben und
Unternehmensförderungen verknüpft
werden.“
Auch bei den Gehaltsangaben in
Stelleninseraten gibt es noch Verbesserungsbedarf. So soll die verpflichtende Gehaltsangabe für alle Beschäftigten – auch für die offenen Stellen der
Länder und für freie DienstnehmerInnen – gelten. Und: „Statt nur das Mindestentgelt laut Kollektivvertrag anzugeben, soll das tatsächlich zu
erwartende Einkommen im Inserat stehen“, so Kaske. ■ K.N.
www.kleinteile.at
Noch immer zu viel
Kinderarbeit
Im Bergwerk, in der Fabrik oder in der
Landwirtschaft: Weltweit müssen nach
Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation 178 Millionen Kinder im Alter zwischen
fünf und 17 Jahren arbeiten. Ein Lichtblick: Die
Kinderarbeit hat abgenommen. Immer mehr
Staaten bekennen sich zum Schutz der Kinder.
Die AK meint: Der Rückgang der Kinderarbeit ist positiv, geht aber nicht schnell
genug. Kinder gehören in die Schule.
Noch Fragen? wien.arbeiterkammer.at
AK FÜR SIE 10/2013
3
AK-Kampagne
Mehr tun für
Gerechtigkeit
Weniger Steuern auf Arbeit
Steuerstrukturreform budgetneutral umsetzen zu können, schlägt die AK eine Vermögensteuer auf große Privatvermögen
über einer Million Euro vor. Denn es gibt
eine enorme Schieflage bei der Vermögensverteilung: Das reichste eine Prozent
aller privaten Haushalte in Österreich besitzt 37 Prozent des Gesamtvermögens.
Die „unteren“ 50 Prozent besitzen zwei
Prozent des Gesamtvermögens. Für die
AK ist klar: Eine Besteuerung großer Privatvermögen ist schlichtweg eine Frage
der Gerechtigkeit (mehr dazu rechts).
Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
tragen einen immer größeren Teil zum Steuerkuchen bei. Es braucht daher weniger
Steuern auf Arbeit, mehr auf Vermögen.
Für die AK ist eine spürbare Entlastung
niedriger und mittlerer Einkommen wichtig.
Bereits ab 1.200 Euro brutto im Monat fallen 36,5 Prozent Lohnsteuer an. Eine Senkung dieses Eingangssteuersatzes wäre
deshalb ein wichtiger Schritt. Dafür sprechen auch wirtschaftliche Argumente: ArbeitnehmerInnen mit niedrigen Einkommen
verwenden ihr Geld überwiegend für den
Konsum. Ihre Kaufkraft wird durch eine
Steuerentlastung erhöht. Das wiederum
erhöht die Konsumnachfrage und kurbelt
Wirtschaft und Beschäftigung an.
Im Gegensatz zu Arbeit wird Vermögen
in Österreich kaum besteuert. Um eine
Foto: Christian Fischer
Arbeit, nicht bloß Jobs
Die Arbeiterkammer schlägt Investitionen in
gute Arbeitsplätze vor – das bringt dem
Staat letztlich wieder Einnahmen
4
AK FÜR SIE 10/2013
Jede/r Arbeit Suchende ist eine/r zu viel,
auch wenn die Arbeitslosigkeit im EU-Vergleich niedrig ist. Besonders stark gestiegen
ist die Arbeitslosigkeit bei den über 50-Jährigen. Die heimischen Unternehmen beschäftigen zu wenige Ältere, das muss sich ändern. Es braucht wirksame Anreize für die
Unternehmen, mehr Älteren die Chance auf
Arbeit und Einkommen zu geben.
Die AK will ein Bonus-Malus-System,
das Unternehmen belohnt, die Ältere beschäftigen, und die zur Kasse bittet, die
keine oder zu wenig ältere ArbeitnehmerInnen haben. Denn von den 22.500 Betrieben mit mehr als 20 ArbeitnehmerInnen in
Österreich beschäftigen mehr als 4.000
Betriebe keine Älteren auf Dauer.
Wichtig ist gute Arbeit statt Jobs. Mehr
Geld für gute Kinderbetreuung vom Kindergarten bis zur Schule am Nachmittag, mehr
Geld für gute Pflegeangebote wie Heimhilfe oder Tagesbetreuung – damit können
Fotos: Erwin Schuh
Von Lohnsteuer bis Preise: Mit einer Kampagne
macht die AK jetzt wieder darauf aufmerksam,
was für die ArbeitnehmerInnen wichtig ist.
„Ich würde ruhiger schlafen“:
Hotelangestellte Dragica
Darakanovic´ (links) hätte gern
weniger Steuer auf Arbeit. Kollegin
Swapna Mitra (rechts) findet
Steuern auf große Vermögen
„gerecht“
„Nicht die g
Auf Besuch bei den Arbeit­
nehmerInnen in den Betrieben:
Was sie bei der Steuer für
gerecht halten.
M
ir bleibt am Ende des Monats
nichts mehr im Börsel.“ Dragica
Darakanovic´ ist eine von vielen,
die jeden Cent zweimal umdrehen müssen. Die 44-Jährige arbeitet seit
15 Jahren in der Wäscherei eines VierSterne-Hotels. Der Hotelbetrieb ist hektisch, ihr bleibt kaum eine freie Minute.
Doch: „Ich kann mir nichts gönnen“, seufzt
die Alleinverdienerin. Von ihrem Bruttolohn
von etwa 1.400 Euro werden 360 Euro für
Steuer und Sozialversicherung abgezogen.
Mehr zum Ausgeben
„Die Steuern sind zu hoch“, sagt Dragica
Darakanovic´. Ihre Kollegin Swapna Mitra
meint: „Man muss immer tiefer in die Tasche greifen.“ Denn die Preise für Essen
MAN-Arbeiter Buda Daniel: Steuerentlastung bringt „mehr Geld für die Familie“
Kfz-Elektriker Stefan Honkisz: „Reiche
sollen einen größeren Beitrag leisten“
e ganze Last tragen“
n:
und Wohnen steigen nach wie vor.
Helfen würde den beiden eine gerechtere Steuerstruktur: Die Arbeiterkammer
setzt sich für weniger Steuern auf Arbeit
ein – und mehr auf Vermögen. Das würde
auch Konsum und Wirtschaft ankurbeln.
Was sie mit dem zusätzlichen Geld machen würden, wissen die Mitarbeiter bei
MAN genau. „Ich hätte mehr Geld, um mit
meiner Familie wegzufahren“, sagt etwa KfzMechaniker Buda Danil. Der 56-Jährige
sagt: „Vom Lohn bleibt wenig übrig. Man
kann sich nichts zur Seite legen.“ Sein Kollege, Kfz-Elektriker Stefan Honkisz, meint:
„Wenn es einen Notfall gibt, wie jetzt mit
meiner Gastherme, wird es eng.“ Er ärgert
sich: „Alles wird auf die Arbeiter abgewälzt.
Die Reichen sollen auch einen größeren
Beitrag leisten.“
Tatsächlich zeigt eine Studie der Uni
Linz: fast 500 Milliarden Euro und somit 37
Prozent des Gesamtvermögens sind in
der Hand von nur einem Prozent. Und nur
Noch Fragen? wien.arbeiterkammer.at
die obersten fünf Prozent freuen sich über
mehr als eine Million Euro Vermögen.
„Ruhiger schlafen“
Freilich stammen nur 1,3 Prozent des
Steueraufkommens hierzulande aus ver-
mögensbezogenen Steuern. Die AK will
daher eine Vermögensteuer auf große Privatvermögen über einer Million Euro.
„Es wäre gerecht, wenn die, die mehr
haben, mehr zahlen“, sagt Swapna Mitra
im Hotel. „Wir dürfen nicht die ganze Last
tragen“, sagt Kollegin Dragica Darakanovic´. Bei 800 Euro Fixkosten bleibt ihr wenig übrig. Was sie machen würde, wenn
sie weniger Steuern zahlen müsste? „Ich
würde ruhiger schlafen.“ n JELENA GUCANIN
12
Nur wenig Steuer auf Vermögen
10
Österreich steht im Europavergleich ganz hinten, wenn es um Steuern
auf Vermögen geht. Die Grafik zeigt: Es gibt Spielraum für
weniger Steuern auf Arbeit und mehr auf Vermögen.
8
Vermögenssteuern im Europa-Vergleich
Anteil am Steueraufkommen
in Prozent
6
4
2
0
GB
FRA
SUI
LUX
BEL
SPA
IRL
ITA
DÄN
POL
POR
UNG
FIN
SWE
BRD
SLK
TCH
AUT
Quelle: OECD 2012; Datenbasis: 2010
AK FÜR SIE 10/2013
5
Über 3 Millionen
Stimmen ...
So geht jetzt die AK-Kampagne für
Verteilungsgerechtigkeit weiter.
Foto: Christian Fischer
D
Gute Kinderbetreuung macht Beruf und Familie leichter vereinbar – und hilft den Kindern:
Sie werden spielerisch gefördert. Die AK will ein zweites Gratis-Kindergartenjahr
hochqualifizierte Arbeitsplätze geschaffen
werden. Und: Durch die zusätzlich Beschäftigten fließen über Steuern, Sozialversicherung und Lohnabgaben beträchtliche
Mittel in die öffentlichen Töpfe zurück.
Chance auf Bildung
Bildung und Ausbildung für die Kinder, die
Chancen bringen: Dieser Wunsch steht bei
den ArbeitnehmerInnen ganz oben. Auch
mehr als die Hälfte der Eltern, die selber bereits nach neun Jahren Schule ins Berufsleben eingestiegen sind, wünschen sich mindestens die Matura für ihre Kinder. Das
zeigen Umfragen.
Mittlerweile wird in Österreich einiges
getan, um durch Bildung und Ausbildung
alle Talente zu heben – letztlich brauchen
wir beste Bildung für unsere jungen Leute,
um weiterhin zu den wohlhabendsten Ländern zu gehören. Zum Beispiel werden die
ganztägigen Schulen ausgebaut, wird mit
Bildungstests geprüft, wo die SchülerInnen stehen, wird mit der Ausbildungsgarantie ausgeglichen, dass die Unternehmen zu wenige Lehrstellen bieten.
Auf diesem Weg soll es weitergehen.
Für bestmögliche Förderung unserer Kinder schlägt die Arbeiterkammer ein zweites
Gratis-Kindergartenjahr vor. Die Schulen
sollen individuell mehr Förderung anbieten
können, damit die Eltern keine Nachhilfe
zahlen und nicht selbst mit den Kindern lernen müssen. Dafür will die AK die Zuteilung
der Mittel an die Schulen nach sozialen Kriterien. Und in der Lehrausbildung sind Maß6
AK FÜR SIE 10/2013
nahmen nötig, um die Ausbildungsqualität
zu sichern und zu steigern.
Leben leistbar machen
Essen, Wohnen, Heizen, Fahren: Das sind
genau die Kosten, denen niemand ausweichen kann. Fakt ist: Österreich ist ein teures Pflaster. Laut Eurostat lagen die österreichischen Preise für Essen und Trinken
im Jahr 2012 um 12,7 Prozent über jenen
der Eurozone. Auch die Mieten, vor allem
im privaten Altbau, sind in elf Jahren geradezu explodiert. Und bei den Spritpreisen
geht’s ebenfalls meist schnell hinauf, zögerlich oder gar nicht hinunter.
Durch die verhängten Bußgelder des
Kartellgerichts gegen Rewe und Berglandmilch wurde die AK in ihrer Kritik an
dem Österreich-Aufschlag bestätigt. Wo
kein Schadenersatz eingeklagt werden
kann, muss der Kartellgewinn der Unternehmen abgeschöpft und dem Konsumentenschutz zweckgewidmet werden.
Wichtig wäre eine Beweislastumkehr
auf Märkten, auf denen nur einige den
Markt beherrschen. Nicht KonsumentInnen müssten dann beweisen, dass etwas
faul ist, sondern die Anbieter müssen beweisen, dass alles passt.
Um die MieterInnen zu entlasten, braucht
es faire Mieten durch klare gesetzliche
Obergrenzen sowie mehr sozialen Wohnbau. Zusätzlich müssen die Wohnbauförderung und deren Rückflüsse wieder zweckgebunden und an die Teuerung angepasst
werden (mehr zum Thema ab Seite 8). n
er große, rote schwere Würfel ist wieder
im Einsatz. Diesmal kommt er im
Fernsehspot von oben. „Es gibt noch
immer viel zu tun“, sagt der Sprecher. Der
Würfel landet, wirbelt Staub auf. Zu lesen ist:
„Weniger Steuern auf Arbeit.“ Der Würfel kippt
nach vorn: „Gleiche Chancen auf Bildung.“ Der
Würfel kippt wieder: „Leben und Wohnen
müssen leistbar sein.“ Und noch einmal kippt
der Würfel: „Wir sind über drei Millionen
Stimmen für Verteilungsgerechtigkeit.“ Ins Bild
kommen Arbeiter, Büroangestellte, Lehrlinge...
– „Gerechtigkeit muss sein.“ Damit bringt die
Arbeiterkammer seit Anfang Oktober wieder
auf den Punkt, wie
Wir Sind über 3 Millionen StiMMen
die Stimmung unter
Für Mehr VerteilungSgerechtigkeit.
den ArbeitnehmerIn- Wir Wollen:
nen ist.
Der Spot für
mehr Verteilungsgerechtigkeit läuft
im Fernsehen und im
Internet, eine „stille“
Version können Sie
auf den Infoscreens
in der U-Bahn sehen.
Die Kampagne soll helfen, die Vorschläge der
Arbeiterkammer im Interesse der ArbeitnehmerInnen bekannt zu machen. Die Steuern und
die hohen Preise für Leben und Wohnen sind
bereits länger Themen der AK-Kampagne mit
dem Würfel. Neu dazu gekommen ist das
Thema Bildung. Denn den ArbeitnehmerInnen ist
nicht egal, welche Chancen ihre Kinder und sie
selbst auf Bildung haben.
n
Mehr über unsere Forderungen finden Sie auf www.arbeiterkammer.at
n Auch die Themen Steuer und hohe
Preise sollen weiter diskutiert werden. Bei der
Steuer geht es schlicht darum, dass Arbeit zu
hoch besteuert ist, Vermögen kaum. Bei den
Preisen geht es nach wie vor darum, dass die
ArbeitnehmerInnen fürs Leben und fürs
Wohnen zu viel zahlen müssen. Hier tritt die
AK für eine strenge Prüfung der Preisbildung
bei Lebensmitteln und Sprit ein. Beim Wohnen
setzt sie sich unter anderem für klare Grenzen
für die Richtwertmieten ein.
im Blick
Bei den laufenden Metaller-Lohnverhandlungen ist ein fairer Abschluss zur Stärkung der
Kaufkraft möglich und nötig, ergibt die
Analyse der AK ExpertInnen. Der Rückgang
des Wirtschaftswachstums ist vorbei, zeigt
sich EU-weit – die Kaufkraft der ArbeitnehmerInnen steigt aber nur schwach. Sie sollte
durch einen guten Abschluss gestärkt
werden. Das kann sich die Metallindustrie
auch leisten: Der Gesamtwert der erzeugten
Produkte war 2012 mit 59 Milliarden höher
als 2007, im letzten Jahr vor der Krise. Und
mehr als die Hälfte der Gewinne geht an die
Aktionäre und die Muttergesellschaften.
Foto: Picturedesk.Com / Action Press / Xinhua
Steuer auf Spekulation
Die Finanzlobby und ihre Helfer versuchen
mit allen Mitteln, eine Finanztransaktionssteuer zu verhindern, auf die sich elf
EU-Länder geeinigt haben. Zuletzt stützte
sie sich auf eine Gutachten des EU-Rechtsdiensts, wonach die Steuer rechtswidrig
wäre, weil sie auch auf Finanzumsätze in
EU-Ländern eingehoben werden soll, die
sich nicht beteiligen. Doch das ist durchaus
zulässig, urteilte der EU-Gerichtshof bereits
in einem ähnlichen Fall.
Geschäfte an der Börse: Die Finanzlobby will keine Transaktionssteuer
Reichtum auf einen Klick
Immer wieder haben AK und Gewerkschaften eine Steuer auf große Vermögen ab
einer Million Euro eingefordert. Diese Steuer
trifft nur diejenigen, die sehr viel haben. Das
sind in Österreich erstaunlich wenige. Wo
Sie persönlich in der Reichtumsskala stehen,
zeigt jetzt die Website www.binichreich.at
auf einen Klick: Die meisten werden sich
wundern, dass sie weit unterhalb der Mitte
angesiedelt sind. Dann können Sie selbst
durchrechnen lassen, ob und wie viel
Vermögenssteuer Sie zahlen müssten.
Zum Reichtumsrechner geht es einfach
unter www.binichreich.at
Noch Fragen? wien.arbeiterkammer.at
Foto: picturedesk.com / Andreas Lepsi
Lohnverhandlungen
Die einen feiern, die anderen arbeiten – oft mit windigen Verträgen
Abgezockt is!
Ein Kellner, der auf der Wiener Wies’n arbeiten wollte, hätte
1.000 Euro Kaution zahlen sollen.
E
in kühles Blondes und eine saftige
Stelze: für viele das pure Vergnügen.
Oktoberfeste wie die Wiener Wies’n
stehen für Spaß und Gemütlichkeit. Einem
Arbeitnehmer, der auf der Wiener Wies’n
im Service arbeiten wollte, verging angesichts des ihm angebotenen Arbeitsvertrages allerdings das Lachen gründlich. Denn
dieser enthielt haarsträubende Punkte.
Eines der „Schmankerl“ des Vertrages
– übrigens von einem Unternehmen aus
Niederösterreich: Der Arbeitnehmer hätte
vor Arbeitsantritt eine Kaution in Höhe von
1.000 Euro hinterlegen sollen – in bar
oder zum Abbuchen. „Eine derartige Klausel hat in einem Arbeitsvertrag absolut
nichts verloren. Von Seriosität kann hier
keine Rede sein“, kommentiert Irene Holzbauer, Leiterin der Abteilung Arbeitsrecht
in der AK Wien, das Vertragskonstrukt.
Unseriöse Entlohnung
Die verlangte Kaution über 1.000 Euro
war aber nicht die einzige „Sonderheit“.
Laut dem Vertrag hätten die Kellnerinnen
und Kellner zudem zuerst die Speisen und
Getränke beim Dienstgeber einkaufen
und danach an die Gäste dieses Oktoberfestes weiterverkaufen sollen! Die Differenz zwischen Einkauf und Verkauf wäre
dann der Nettolohn der Servicekräfte gewesen. „Durch diese Konstruktion werden
Kellnerinnen und Kellner zu Zwischenhändlern oder Subunternehmern. Das hat
mit einem seriösen Arbeitsvertrag nichts
mehr zu tun“, kritisiert Holzbauer. Fazit der
AK Arbeitsrechtsexpertin: den Arbeitsvertrag auf keinen Fall unterschreiben.
Angesichts derartiger Fälle ist es kein
Wunder, dass die Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Tourismus
sinkt. Eine vom Institut für Empirische Sozialforschung (IFES) für die AK Wien
durchgeführte Umfrage zeigt, dass der
entsprechende Index für die Beschäftigten im Tourismus bei 102 Punkten liegt –
um sechs Zähler unter dem Wert der Beschäftigten der sonstigen Branchen. ■ M.L.
So wehren Sie sich
Was Sie tun können, wenn
Ihnen ein Vertrag unfair vorkommt.
■ Unterschreiben Sie den Vertrag
nicht, wenn Sie Zweifel an der Rechtmäßigkeit haben.
■ Rausverhandeln: Als ArbeitnehmerIn
haben Sie das Recht, Details Ihres
Vertrages selbst auszuhandeln. Versuchen
Sie, ungünstige Regelungen zu streichen.
■ Hilfe vom Betriebsrat holen: In
Unternehmen mit Betriebsrat sind
ArbeitnehmerInnnen seltener von
Unrechtmäßigkeiten betroffen.
■ Wenn es keinen Betriebsrat gibt:
Wenden Sie sich an die Arbeiterkammer.
Unsere Arbeitsrecht-Experten stehen
Ihnen mit Rat und Tat zur Seite.
AK FÜR SIE 10/2013
7
Teurer Alltag
Hohe Preise:
„Auf unsere
Kosten“
Essen, Wohnen, Energie: Das tägliche Leben
wird immer teurer. Wer profitiert hier auf Kosten
der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer?
H
ast du deine Jause aufgegessen?“, fragt Döner Ünlü ihren
Sohn Tolga. Brav nickt der Erstklässler, skeptisch hakt Ünlü
nach: „Die Nüsse auch?“ Die
junge Mutter arbeitet als Verkäuferin in einer Anker-Bäckerei auf der Favoritenstraße. Lebensmittel wegzuwerfen
ist ihr zuwider. Sie weiß, was das tägliche
Brot wert ist. Trotzdem ist es ihr zu teuer.
„Die Dinge kosten immer mehr, der
Lohn bleibt fast gleich“, so Ünlü. Der Umstieg ihres sechsjährigen Sohnes vom Kindergarten in die Volksschule macht der
Familie auch finanziell zu schaffen: „Einerseits sind da die Kosten zu Schulbeginn.
Andererseits kann ich nur mehr Teilzeit arbeiten, weil er in der Schule keine Ganztagsbetreuung mehr hat, zumindest nicht
in der Nähe.“
8
AK FÜR SIE 10/2013
Die Verkaufskraft hat nichts davon
Auf die Lohnkosten reden sich auch die
großen Handelsketten aus, wenn sie durch
die AK Preisvergleiche wieder ins Visier ge-
Fotos: Thomas Lehmann
Bei Lebensmitteln Hochpreisland
Essen, Wohnen, Energie: Es sind die Güter
des täglichen Lebens, die teurer werden
oder bleiben. Die Lebensmittelpreise zogen
mit 4,4 Prozent doppelt so stark an wie die
Teuerung insgesamt. Österreich ist in der
Eurozone das Land mit dem höchsten
Preisniveau bei Lebensmitteln, so das EUStatistikamt Eurostat.
Frau Ünlü versucht, den hohen Preisen
ein Schnippchen zu schlagen und geht auf
den Viktor-Adler-Markt einkaufen: „Hier ist
es günstiger. Für sechs Freilandeier zahle
ich hier 2 Euro, im Supermarkt sind es 3
Euro. Und die Ware ist viel frischer.“ Wie ist
das möglich, fragen wir Marktfahrerin Margit
Thüringer. „Bei mir macht es die Menge.
Außerdem habe ich keine Angestellten.“
Döner Ünlüs Sohn Tolga geht in die erste
Klasse. Der Schulbeginn war teuer. Ünlü
muss jetzt noch mehr aufs Geld schauen
„Wien braucht
mehr Wohnungen“
Die Mieten werden immer teurer. AK
Präsident Kaske fordert ein größeres
Angebot und strengere Regeln für Vermieter.
„Wohnen muss billiger werden, dafür braucht
es mehr geförderte Mietwohnungen und eine
Senkung der Wohnkosten“, sagt AK Präsident
Rudi Kaske. Wo staatlich der Fokus auf dem
Eigentumserwerb von Immobilien liegt – wie in
Großbritannien, den USA oder Spanien –, ist die
Gefahr einer Immobilienblase und der Überschuldung vieler privater Haushalte groß. „Allein in
Wien müssen in den nächsten Jahren jährlich
10.000 Wohnungen neu gebaut werden, davon
8.000 geförderte.“ Zweites Problem: Die Preissteigerungen bei den privaten Mieten liegen weit über
der Inflation. Eine AK Studie zeigt: In elf Jahren
sind die Mieten, vor allem in privaten Altbauwohnungen, deutlich stärker gestiegen als die
allgemeine Teuerung.
Konkret verlangt die AK:
1. Mietrecht reformieren: Nötig sind klare
gesetzliche Mietzins-Obergrenzen bei den privaten
Mieten, weniger Zuschläge zur Miete und weniger
Befristungen. Grundsteuer, Verwaltungs- und
Versicherungskosten sollen nicht mehr zu den
Betriebskosten gerechnet werden dürfen.
2. Maklerprovisionen nur vom Vermieter:
Makler arbeiten für und zum Vorteil der
Vermieter, kassieren aber von den Mietern. Im
Maklergesetz soll geregelt werden, dass nur der
Erstauftraggeber – das ist eben in der Regel der
Vermieter – gegenüber dem Makler provisionspflichtig ist.
3. Wohnbauförderung und Rückflüsse
wieder zweckwidmen: Die Bundesländer
müssen verpflichtet werden, die Wohnbauförderung und Rückflüsse der Fördermittel wieder
zweckzubinden, um den sozialen Wohnbau
anzukurbeln.
Noch Fragen? wien.arbeiterkammer.at
AK FÜR SIE 10/2013
9
Mutter mit Kind: Begeistert malt Tolga seine „Angry Birds“ (zu Deutsch: wütende Vögel),
Figuren aus einem Computerspiel. Ünlü: „Die Ansprüche der Kinder werden nicht weniger“
raten. „Das ist billig und respektlos gegenüber den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern“, sagt AK Präsident Rudi Kaske.
Und es ist sachlich unrichtig: Der Anteil
der Arbeitskosten am Umsatz ist in Österreich nur um drei Prozentpunkte höher als
in Deutschland, die Preise
aber um durchschnittlich 15
Prozent.
Für Ünlü ist klar: „Das sind einfach Geschäftsleute, die wollen vor allem Gewinn
machen. Das machen sie auf unsere Kosten, Familien wie uns trifft das besonders.“
Da ist es eine schlechte Nachricht, dass
laut AK Treibstoffpreismonitor auch hier die
Preise im vergangenen
Quartal wieder angestiegen
sind: um 2,3 Cent pro Liter
bei Eurosuper und um 4,7
Cent bei Diesel.
„Das sind einfach
Geschäftsleute.
Die wollen vor allem
Gewinn machen“
Familien trifft es
Die Ursachen müssen also
Spritpreis: EU ermittelt
anderswo liegen. Für AK Döner Ünlü, Verkäuferin
„Es tut schon weh, wenn bei
Wettbewerbsexpertin Ulrike Ginner ist klar: „Die Marktkonzentration einer Tankfüllung gleich 60 bis 70 Euro
im Lebensmittelbereich ist in Österreich zu weg sind“, sagt auch Silvio Hinteregger.
hoch. Außerdem zahlen die Konsumentin- Der Büroangestellte pendelt von Stockernen und Konsumenten seit Jahren durch au nach Wien. „Ich verdiene ganz gut, dadie Preisabsprachen, die in der jüngsten rum kann ich die Spritpreise noch verkraften. Aber wenn jemand von 1.400 Euro im
Zeit bekannt wurden, saftig drauf.“
Das Haushaltsbudget im Griff
Wissen Sie wirklich genau, wofür
Sie Ihr Geld monatlich ausgeben? Tipps:
■ Schriftliche Aufzeichnungen: Führen
Sie ein Haushaltsbuch.
■ Fixkosten und Einkommen: Tragen Sie
diese am Monatsanfang ein.
■ Verträge prüfen: Oft finden Sie schon bei
den Fixkosten Einsparungsmöglichkeiten.
■ Sparen: Planen Sie auch eine monatliche
Summe ein, die Sie für ungeplante Ausgaben,
wie Reparaturen, zur Seite legen.
■ Einmal pro Woche sollten Sie Ihre
übrigen Ausgaben ins Haushaltsbuch übertra10
AK FÜR SIE 10/2013
gen. Sind Sie über Ihrem Rahmen, können Sie
dies in der Folgewoche ausgleichen.
■ Bargeld: Beheben Sie wöchentlich den
Betrag, den Sie ausgeben wollen, und zahlen
Sie nur mehr bar statt mit Karte.
■ Kurse zum Haushaltsbudget bieten
die Wr. Volkshochschulen. Extra für Frauen
und mit einem konsumkritischen Ansatz ist
das Angebot von www.robust-haushalten.at.
Die „Budgetberatung Österreich“ bietet
Einzelberatung.
Schaffen Sie sich Überblick unter
haushaltsbudget.arbeiterkammer.at
Silvio Hinteregger pendelt von Stockerau nach
Wien: „Es tut schon weh, wenn bei einer
Tankfüllung gleich 60 bis 70 Euro weg sind“
Monat lebt, wird es schwierig.“ Spekulationen auf den Rohstoffmärkten sind sicher
einer der Preistreiber. Aber nicht der einzige. Die AK hat die EU-Kommission bereits
im Jahr 2004 schriftlich auf die Probleme
des europäischen Mineralölmarkts hingewiesen und eine entsprechende Untersuchung eingefordert.
Im Frühjahr wurde die EU-Behörde tätig. Auch österreichische VerbraucherInnen wären von möglichen Preisabsprachen betroffen. Hinteregger: „Der Einzelne
ist machtlos angesichts dieser Kartelle.“
Österreich-Aufschlag bei Strom
Noch stärker stellt sich das Problem der
hohen Energiepreise beim Heizen: denn
mit diesen Preissteigerungen hält keine
Lohnerhöhung Schritt. Frau Ünlü heizt mit
Strom: „Das ist sehr teuer.“ Im EU-Vergleich zahlen die privaten Haushalte saftig
drauf, die Industrie hingegen zahlt weniger
als im Durchschnitt der 27 EU-Staaten
(siehe Grafik).
Ist die Wende hin zu umweltfreundlicher Energie daran schuld? Die staatliche
So sparen Sie bei
Wärme und Strom
Was Sie selbst gegen zu
hohe Energiepreise tun können.
Fotos: Thomas Lehmann
D
Regulierungsbehörde E-Control sieht die
Ursache eher in den Gewinnen der Energielieferanten. Und auch der AK-Energiepreismonitor zeigt: sinkende Großhandelspreise werden kaum an die KonsumentInnen weitergegeben.
Nachdem die AK die Energielieferanten jahrelang unter Druck gesetzt hat, gibt
es jetzt erstmals Preissenkungen. Kaske:
„Um die Schieflage aber nachhaltig zu beseitigen, fordern wir weiter die Einführung
der Beweislastumkehr.“
Strompreise für
Haushalte teurer
14
Nicht nur der AK Energiepreismonitor zeigt, dass Strom für
private Haushalte verhältnismäßig
teuer ist. Auch die Daten der
EU-Statistikbehörde Eurostat
zeigen, dass die KonsumentInnen
mehr für Haushaltsstrom zahlen
als im EU-Durchschnittt.
Für die Industrie hingegen ist
der Strom in Österreich billiger
als im EU-Durchschnitt.
10
13
12
11
9
8
Nicht immer Nein sagen müssen
In einem Bereich hat Frau Ünlü Glück: „Ich
habe von meinen Eltern die Eigentumswohnung, ich habe nur Betriebskosten. „Aber“,
sagt Ünlü mit sorgenvollem Blick auf Tolga,
der neben ihr hingebungsvoll „Angry Birds“
malt, Figuren aus einem Computerspiel,
„das Haus wird nicht gut instandgehalten.
Wenn ich umziehen will, wird das schwierig“. Die Gegend hier werde immer teurer.
„Und die Ansprüche der Kinder werden mit
dem Alter auch nicht weniger.“ ■ K. NAGELE
Angaben in Cent
pro Kilowattstunde
14,1
13,8
■ Österreich
■ EU-27
8,9
9,7
7
6
5
4
öner Ünlü hat sich getraut: Sie hat den
Stromanbieter gewechselt: „Es war ganz
einfach, der neue Lieferant hat
eigentlich alles erledigt.“ So können auch Sie
Energiekosten sparen:
■ Richtig heizen. Das Heizen verbraucht
mit 50 bis 80 Prozent die meiste Energie. Mit
Heizkörperventilen und Co. können Sie eine
kühlere Temperatur in Räumen einstellen, wo
Sie sich weniger aufhalten.
■ Nicht abdrehen, nur drosseln. Drehen
Sie die Heizung nachts oder wenn Sie außer
Haus gehen nur um 3 Grad zurück. Auf keinen
Fall völlig abdrehen, denn jedes Wiederaufheizen kostet sehr viel Energie. Trotzdem sind
Einsparungen bis zu 20 Prozent während der
Nachtzeit möglich.
■ Fugen abdichten, Heizkörper freihalten. Dichten Sie Fugen und Ritzen an
Fenstern und Türen ab. Verwenden Sie
Heizkörper nicht als Wäschetrockner, dadurch
gehen bis zu 40 Prozent Energie verloren.
■ Der Standby-Betrieb verursacht für
einen österreichischen Haushalt im Schnitt
Stromkosten von rund 50 Euro im Jahr oder
mehr. Besser ganz abschalten oder abstecken.
■ Energielieferant wechseln: Bei Strom
lassen sich für einen Wiener Durchschnittshaushalt laut E-Control 212 Euro im Jahr einsparen.
Auch ein Wechsel bei Gas kann lohnen.
AK-RECHNER
Stromund
Gaspreisrechner
Suchen Sie den für Sie günstigsten Energieanbieter unter
www.arbeiterkammer.at/rechner
3
2
1
0
Strompreise Industrie
Strompreise Haushalte
Eine Kooperation mit E-Control und WKÖ.
Quelle: Eurostat, erstes Halbjahr 2012
Noch Fragen? wien.arbeiterkammer.at
AK FÜR SIE 10/2013
11
initiativ
^
AK Erfolg I
Haben ein Konzept für die Jungen. Von links nach rechts: WKÖ-Präsident Leitl, ÖGB-Vizepräsidentin Oberhauser, LKÖ-Präsident Wlodkowski, AK-Präsident Kaske
Neue Chancen für Junge
Vom Kindergarten bis zur ersten Wohnung: Die Sozialpartner machen
Vorschläge, um den Jugendlichen Perspektiven zu geben.
B
ildungschancen, die noch allzu oft von
der Brieftasche der Eltern abhängen,
unterschiedliche Qualität in der Lehrausbildung – oder Mieten, die sich junge
Leute auf der Suche nach der ersten eigenen Wohnung einfach nicht leisten können:
Das sind nur drei Punkte, in denen die
Sozialpartner Arbeiterkammer, ÖGB, Wirtschaftskammer und Landwirtschaftskammer
Verbesserungen für unsere jungen Leute
vorschlagen. Im September legten sie auf
ihrem Bad Ischler Dialog ein gemeinsames
Konzept für die Jungen vor.
Vom Kindergarten...
Unter dem Titel „Perspektiven für die Jugend“ schlagen sie bereits in der frühkindlichen Bildung Verbesserungen vor. Sie
wollen ein zweites Gratis-Kindergartenjahr,
um die Kinder vor Schuleintritt bestens zu
fördern – spielerisch. In der Schule wollen
sie die Zuteilung der Mittel nach sozialen
Kriterien.
So sollen die Schulen individuell mehr
Förderung anbieten können, damit die Eltern
keine Nachhilfe zahlen und nicht selbst mit
12
AK FÜR SIE 10/2013
den Kindern lernen müssen. Insgesamt
haben die Sozialpartner das Ziel, dass alle
Jugendlichen nach neun Jahren in der
Schule die festgelegten Bildungsstandards
erreichen können.
...bis zum Berufseinstieg
Einig sind die Sozialpartner auch über
Maßnahmen, damit nicht weiter ein Fünftel
der Lehrlinge beim ersten Antritt zur Lehrabschlussprüfung durchfällt. Die LandesBerufsausbildungsbeiräte sollen die Abschlussdaten nach Branchen und Betrieben
prüfen – und dann in Zusammenarbeit mit
den Betrieben Maßnahmen setzen.
Schwierig ist es für junge Menschen
heute, nach Abschluss ihrer Ausbildung in
eine eigene Wohnung zu ziehen. SingleWohnungen kosten auf dem privaten
Wohnungsmarkt 500 bis 600 Euro, nicht
zuletzt deshalb leben noch zwei von fünf
20- bis 29-Jährigen bei den Eltern. Die
Sozialpartner schlagen vor, die Wohnbauförderung wieder zweckzuwidmen. Und
sie wollen eine Präzisierung der Richtwertmieten im Gesetz. ■ P.M.
Das Arbeits- und Sozialgericht hat einer
Verkäuferin Recht gegeben, die mit
Unterstützung der AK gegen ihre Kündigung
geklagt hat. Das zeigt musterhaft für
tausende ähnliche Fälle, dass Beschäftigte
nicht allein deshalb gekündigt werden
dürfen, weil sie wegen Krankheit ihre Arbeit
nicht verrichten können. Die Verkäuferin
hatte sich in der Arbeit den Fuß schwer
verletzt. Wegen eines Personalengpasses
arbeitete sie gegen den Rat ihres Arztes
noch einige Tage unter großen Schmerzen
weiter und meldete sich erst krank, als eine
andere Kollegin aus dem Urlaub zurück war.
Dennoch folgte prompt eine Kündigung. Es
ist kein Einzelfall, dass Beschäftigte
gekündigt werden, weil sie krank sind.
Deshalb ist dieses Urteil sehr wichtig.
AK Erfolg II
Mehr Rechte für
Flüssiggas-Kunden
Auf KonsumentInnen kommen künftig keine
Kosten für Instandhaltung und Wartung ihres
gepachteten Flüssiggastanks mehr zu. Die
Überwälzung der Kosten auf den Kunden ist
unzulässig, das stellte der Oberste Gerichtshof (OGH) in einem AK Verfahren gegen
Propangas klar. Bezahlte Kosten können
zurückgefordert werden. Auch Klauseln zur
Kaution sind intransparent. Entgegen der
Bedeutung des Begriffs Kaution sah die
Regelung nur bei einer Nutzungsdauer von
sechs bis zwölf Jahren die Rückerstattung
der bezahlten Kaution vor.
Heizen mit Propangas: Arbeiterkammer
setzte Entlastung für Kunden durch
Foto: picturedesk.com / PhotoAlto / Laurence Mouton
Foto: WKÖ/Blauensteiner
Musterurteil zum
Krankenstand erwirkt
BERUF, RECHT UND KARRIERE
Mein neues Leben
„Ich mag Zahlen“
Antonio Ortiz Trinidad war gerne Koch. Wegen einer Hautkrankheit musste er aufgeben. Jetzt ist er Buchhalter.
Die Info-Nummern
der AK Wien
Telefon-Info Mo bis Fr, 8.00–15.45 für die
kurze Auskunft über Recht, Geld, Schutz bei
der Arbeit
aufgezeichnet von Michaela Hubweber
Foto: Thomas Lehmann
Wählen Sie 01 / 501 65 -
Ich bin in Barcelona geboren und
in Granada aufgewachsen und
habe dort eine Fachschule für Hoteltourismus besucht. Im letzten Jahr meiner
Ausbildung habe ich den Sommer über
in Wien als Kellner und Koch gearbeitet.
So habe ich meine Frau kennen gelernt
und bin der Liebe wegen in Österreich
geblieben. Hier war ich viele Jahre lang
Chef de Partie in einem großen Hotel
und verschiedenen Restaurants. Kochen
ist meine große Leidenschaft.
Leider habe ich eine Hautkrankheit
bekommen und starke allergische Reaktionen bei Wasserkontakt. Das war sehr
schlimm für mich, ich habe eine Kortisontherapie gemacht und Bestrahlungen,
doch es hat mir nicht so geholfen, dass
ich weiterhin in meinem Beruf hätte arInfos zur beruflichen Weiterbildung nach
Krankheit unter www.bbrz.at
Noch Fragen? wien.arbeiterkammer.at
beiten können. Das AMS und die Unfallversicherung haben mich an das BBRZ
(Berufliches Bildungs- und Rehabilitationszentrum, Anm.) weitervermittelt, damit
ich eine Umschulung machen konnte. Ich
habe mich für den Lehrabschluss als
Buchhalter entschieden. Ich mag Zahlen,
sie sind für mich wie eine Sprache.
Schon während meiner Ausbildung
habe ich ein Praktikum bei einer großen
Handelskette gemacht. Und obwohl es
zuerst hieß, dass keine Praktikanten
übernommen werden, hat mir die Leiterin der Abteilung nach nur vier Wochen
einen Job als Buchhalter angeboten.
Ich fühle mich sehr wohl an meinem
neuen Arbeitsplatz, die Atmosphäre ist
sehr freundlich, fast wie in einer Familie.
Und ich weiß jetzt: Auch wenn ich meinen
alten Beruf nicht mehr ausüben
kann – ich habe eine Zukunft.
zum Arbeitsrecht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 201
zur Elternkarenz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 201
zum Lehrlings- und
Jugendschutz. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 201
zur Steuer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 207
zur Pensions-, Kranken-,
Unfallversicherung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 204
für Konsumenten (8–12 Uhr) . . . . . . . . . . . . . . . . . 209
Sicherheit, Gesundheit
und Arbeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 208
Insolvenzen (Mo–Do 8–14 Uhr) . . . . . . . . . . . . . . 342
Brauchen Sie persönliche Beratung?
Terminvereinbarung Mo bis Fr, 8–14 Uhr
wenn Ihre Ansprüche nachgerechnet werden
müssen oder Sie mehr Infos brauchen.
Wählen Sie 01 / 501 65 für Arbeitsrecht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 341
für Elternkarenz. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 341
für Lehrlings- und
Jugendschutz. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 341
für Steuer. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 341
für Pensions-, Kranken-,
Unfallversicherung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 341
Sicherheit, Gesundheit
und Arbeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 208
Insolvenzen (Mo–Do 8–14 Uhr) . . . . . . . . . . . . . . 342
AK FÜR SIE 10/2013
13
Basisbildung
Jetzt will ich
lesen lernen
Fast eine Million Erwachsene in Österreich hat
nie richtig lesen gelernt. Ein Handikap im Job,
das sie loswerden müssen.
G
anze 37 Jahre konnte Katharina
es ihrem Mann verheimlichen.
Ihre Taktik war geschickt, und
sie wusste genau, was zu tun
war, damit er keinen Verdacht
schöpfte. Dann gestand sie ihm: „Ich kann
weder lesen noch schreiben.“ Katharina
ist, oder besser gesagt: war eine unter vielen, die das österreichische Bildungssystem durchlief und trotzdem aus der Schule
kam, ohne lesen und schreiben zu können.
Nur Hilfsjobs
Im Fachjargon heißt es „mangelnde Schriftsprachkompetenz“, wenn jemand nicht
richtig lesen und schreiben kann. Fast eine
Million 16- bis 64-Jährige in Österreich
wird mit den Buchstaben im Alphabet nicht
fertig und kann kaum oder nur schlecht lesen, ergab jetzt der sogenannte PIAACTest (mehr dazu im Kasten rechts). Es ver-
steht sich von selbst, dass jemand mit
mangelnder Schriftsprachkompetenz im
Job meistens nur für Hilfstätigkeiten eingesetzt wird. So war das auch bei Katharina.
Katharina ist eines von elf Kindern gewesen und „immer von der Schule zu Hause gelassen worden, wenn die Mutter jemanden zum Putzen gebraucht hat“. In der
zweiten Klasse Hauptschule ist die heute
53-Jährige dann endgültig aus der Schule
ausgetreten. „Die Mutter wollte, dass ich
zu Hause mitanpacke, aber mein Vater war
dagegen und meldete mich als Fabriksarbeiterin im nächsten Ort an.“
Inzwischen hat Katharina lesen und
schreiben gelernt. Sie arbeitet in der Großküche eines Konzerns und besuchte an
der Volkshochschule Floridsdorf einen
Kurs in Basisbildung. Diese Kurse sind für
die TeilnehmerInnen kostenlos (dafür hat
sich die AK mit Erfolg eingesetzt). Kathari-
So holen Sie Basisbildung nach
Wer sich beim Lesen und Schreiben schwer tut, sollte sich dafür nicht schämen.
Niemand kann nichts, lautet das Motto kostenloser Basisbildungskurse.
■ Das Lernen läuft in den Kursen für Erwachsene anders als in der Schule. In den Kursgruppen sind
höchstens zehn TeilnehmerInnen. Alle bringen ähnliche Erfahrungen mit. Jede/r bestimmt das Lerntempo
selbst. Es gibt keine Prüfungen.
■ Gelernt wird je nach Fertigkeiten und Kenntnissen. Beispiele für Inhalte: Formulare ausfüllen,
Straßenbezeichnungen wahrnehmen, Rechnungen und Verträge prüfen. Das Angebot reicht bis zum
speziellen Erarbeiten der richtigen Rechtschreibung und Grammatik. Außerdem: Vorbereitung auf das
Lernen für den Führerschein.
■ Der Kurs kann Selbstvertrauen und Selbstsicherheit bringen – und den Zugang zu Wissen, das
sich die TeilnehmerInnen dann selbst erlesen können.
Kostenlose Kursangebote an den Volkshochschulen, Tel 01/893 00 83, über das Alfatelefon Österreich
0810 20 0810 oder die MA 17, Abteilung Integration und Diversität, Tel 01/4000 81510
14
AK FÜR SIE 10/2013
na schaut, wie sie sich beruflich verbessern kann. Als nächstes will sie den Hauptschulabschluss nachholen: „Ich denke,
dass ich beruflich noch mal eine totale
Neuorientierung in Angriff nehmen kann.“
Wie es dazu kommt, dass Erwachsene
nie richtig lesen und schreiben lernen, hat
Manfred Krenn von der Forschungs- und
Beratungsstelle Arbeitswelt untersucht.
Oft gab es Probleme im Elternhaus – und
dann, so Krenn, trägt das Schulsystem einen hohen Anteil der Verantwortung für
Bildungsbenachteiligung, weil es die
Schule nicht schafft, Benachteiligungen
auszugleichen.
Keine Hilfe in der Schule
Das Schulsystem entließ auch den 47-jährigen Fritz, ohne ihm richtig lesen und
schreiben beizubringen. „Es hat immer geheißen, das stumme H, das lernst du später, und das Umlaut A ebenfalls – nur später
kam nie“, erzählt Fritz. „Als ich aus der
Schule raus kam, konnte ich das ABC nicht
Lesen oje,
Rechnen ok
ÖsterreicherInnen können schlecht
lesen, mittelmäßig rechnen.
D
Fotos: Lisi Specht
Foto: Willy Haslinger
er Erwachsenen-Bildungstest PIAAC in
24 Ländern zeigt: Beim Lesen liegt
Österreich zwar mit Platz 17 klar unter
dem Durchschnitt, beim Rechnen (Alltagsmathematik) aber auf Platz 10 und beim
Problemlösen auf Platz 7 im Durchschnitt. Gut
hingegen schneiden Länder wie Finnland ab,
beim Lesen top ist Japan. Die AK fordert:
■ Engagement der Betriebe: „Viele, die
nur schlecht lesen können, sind erwerbstätig“,
sagt AK Präsident Rudi Kaske: „Das heißt, die
Betriebe sind gefordert. Es
braucht neue, zusätzliche
Finanzierungen für die
Weiterbildung, zum Beispiel
Fondsmodelle.“
■ Initiative Erwachsenenbildung: Damit können
Erwachsene grundlegende
Kompetenzen wie Lesen und
Schreiben nach Schulabschluss kostenlos erwerben.
Kaske: „Die Initiative soll ab
2015 für fünf Jahre
AK Präsident Rudi
verlängert werden. Der
Kaske: fordert
Bedarf ist sichtlich größer als weiterhin kostenlose
das Angebot, daher brauchen Lese-Kurse für
Erwachsene
wir auch einen Ausbau.“
■ Hauptschulabschluss: „Neue Kurse als
Übergang zwischen Basisbildung und
Nachholen des Hauptschulabschlusses müssen
entwickelt und in die Initiative aufgenommen
werden“, so Kaske.
■ Kindergarten und Volksschule: Kaske:
„28 Prozent der Schülerinnen und Schüler
gehören beim Lesen zur Risikogruppe. Daher
braucht es Verbesserungen schon im
Kindergarten.“ Die AK fordert: einheitliche
Vorgaben zu Gruppengröße, Betreuungsschlüssel und Ausstattung, Hochschul-Ausbildung
und angemessene Bezahlung der BetreuerInnen und die Verlängerung des verpflichtenden
Kindergartenbesuchs. In den Volksschulen
braucht es: zwei LehrerInnen pro Klasse in
Deutsch und Rechnen, Lehrer-Fortbildung im
Bereich Leseförderung und den Ausbau des
schulpsychologischen Dienstes. ■ K.N.
zusammenbringen. Lesen war unmöglich.“
Fritz wurde Maschinenschlosser: „Im Job
wusste keiner, dass ich nicht lesen kann
– man geniert sich ja so sehr.“ Jetzt hat er
wie Katharina den Kurs in Basisbildung
gemacht: „Ich muss dem Lesen nicht mehr
ausweichen, kann selbst Post its schreiben und möchte gerne bei meinem Arbeitgeber, einer großen Schlosserei, neue Be-
Nach Förderung in der Schule Spaß am Lesen:
Esa (r. außen) borgt sich schon Bücher aus
Noch Fragen? wien.arbeiterkammer.at
Erwachsene lernen im Basisbildungskurs
lesen. „Man geniert sich so“, erklärt Fitz,
warum keine/r der Kursteilnehmer sich von
vorne sehen lassen wollte
reiche erobern. Den Führerschein zu
machen, ist mein großes Ziel.“
Neue Leseförderung
In den Wiener Schulen wird inzwischen
mit Lesetests und gezielter Förderung genau darauf geschaut, dass alle Kinder richtig lesen und schreiben lernen. Zum Beispiel im Gymnasium Geblergasse im 17.
Bezirk. Es bietet gezielte Leseförderkurse
an. „Unsere Erfolgsquote ist wirklich hoch“,
sagt Lehrerin Elisabeth Heiss.
Die zwölfjährige Mika hasste Lesen.
„Es war so schwierig für mich, aber durch
den Kurs bin ich gut geworden, und jetzt
muss ich sagen: Ich liebe lesen.“ Oder
Esa: Er konnte durch den Kurs an der
Schule sein Lesetempo steigern. „Jetzt
borge ich mir schon Bücher aus der Bücherei aus!“ ■ MARTINA RAMMER-GMEINER
AK FÜR SIE 10/2013
15
jobtipps
Rat und Tipps
bei Diskriminierung
Viele Beschäftigte klagen über Ungleichbehandlungen in der Firma: Weil sie Frauen sind, weil
sie aus dem Ausland stammen, weil sie zu jung
sind oder zu alt, wegen einer Behinderung oder
weil sonst etwas nicht passt. Das Gleichbehandlungsgesetz und das Behinderteneinstellungsgesetz verbieten nicht nur eine Diskriminierung
auf Grund des Geschlechts sondern auch auf
Grund der Herkunft, der Religion oder Weltanschauung, des Alters, der sexuellen Orientierung
oder einer Behinderung. Hilfe und Rat finden Sie
im Internet unter www.gleichbehandlungsanwaltschaft.at, unter www.frauen.bka.gv.at unter
www.behindertenanwalt.gv.at und unter www.
bundessozialamt.gv.at.
Gleicher Lohn muss sein
Frauen verdienen immer noch im Schnitt um
ein Viertel weniger pro Stunde als Männer. Die
Gründe: In Branchen, in denen viele Frauen arbeiten, wird häufig weniger bezahlt. Frauen arbeiten häufiger Teilzeit und haben dadurch auch
weniger Karriere- und Verdienstchancen. Oft
aber bezahlen Firmen Frauen, die die gleiche
Arbeit wie ihre männlichen Kollegen machen,
einfach schlechter. Wer bei einer Gehaltsverhandlung punkten will, sollte wissen, ob er
oder sie entsprechend seines Könnens richtig
bezahlt wird. Infos und eine Gehaltsrechner sind
unter www.gehaltsrechner.gv.at.
Arbeitsrecht
griffbereit
Wichtige
AK-RATGEBER
Bestimm
und sozialrech ungen aus dem arBeitst
Arbeitsrecht
griffbereit
Bestelltelefon:
ArbeitsrechtGrif
fbereitUmschlag
.indd 1
e-mail: bestellservice@akwien.at
und geben Sie Ihre Mitgliedsnummer an.
Sie finden Sie auf der Heftrückseite (neben
Ihrem Namen) und auf ihrer AktivKarte.
16
LeiharbeiterInnen werden oft in die „Einvernehmliche“ gedrängt
Rechte für Leiharbeiter
Ü
Leiharbeiter: „Einvernehmliche“ Lösungen nicht akzeptieren.
ber 20 Jahre lang hatte Hannes S.
als Maler gearbeitet. Als seine Firma
geschlossen wurde, musste er sich
mit 48 einen neuen Job suchen. Um nicht
arbeitslos zu sein, ließ er sich auf einen Vertrag mit einer Leiharbeitsfirma ein. Nach
drei Monaten wurde Herr S. ernsthaft krank.
Sein Arzt riet ihm, drei Wochen das Bett zu
hüten. Die Leihfirma schlug daraufhin vor,
den Arbeitsvertrag einvernehmlich aufzulösen und versprach, ihn wieder zu beschäftigten, wenn er wieder gesund ist. „Soll ich
darauf eingehen?“ fragte Herr S.
„Nein“, rät AK Arbeitsrechtsexpertin
Agnes Meszaros. „Wenn Herr S. erkrankt,
muss sein Arbeitgeber, die Leiharbeitsfir-
AK FÜR SIE 10/2013
4/3/2012 2:15:37
PM
ma, sein Entgelt im Krankheitsfall weiterzahlen, wie bei jedem anderen Arbeitsverhältnis auch.“ Drängt die Firma auf eine
einvernehmliche Auflösung, wälzt sie die
Kosten auf die Krankenkassen ab. Und
Herr S. zahlt auch drauf: Er erhält Krankengeld. Das ist aber deutlich geringer als die
Entgeltfortzahlung.
Die Leiharbeitsfirma kann Herrn S. zwar
auch im Krankenstand kündigen, wenn er
auf die „Einvernehmliche“ nicht einsteigt.
Aber in der Kündigungsfrist erhält Herr S.
weiterhin seinen vollen Lohn. Außerdem laufen Sonderzahlungen (Urlaubs- und Weihnachtsgeld) und auch die Anrechnung der
Urlaubstage weiter.
Das gilt bei „Überlassung“
Tipp von Agnes Meszaros,
GerechtiGkeit
muss sein
310 00 10 426
Foto: picturedesk.com / vario images / Rainer Unkel
kurznotiert
AK ARBEITSRECHTSEXPERTIN
Vor jeder neuen Überlassung muss den ArbeitnehmerInnen eine schriftliche Überlassungsmitteilung übergeben werden. Darin wird über den Beschäftiger, die Art der Tätigkeit, die
Arbeitszeit, das Entgelts und die Dauer der Überlassung informiert.
■ Bezahlt werden muss mindestens nach dem Kollektivvertragslohn des Beschäftigerbetriebes.
■ Wenn eine Überlassung endet und der Arbeitgeber keine neue Arbeit für den Leiharbeiter
oder die Leiharbeiterin hat, kann es zu sogenannten „Stehzeiten“ kommen. In dieser Zeit haben
die ArbeitnehmerInnen Anspruch auf das vereinbarte Entgelt. Einer einvernehmlichen Auflösung
des Arbeitsverhältnisses aufgrund von Stehzeiten sollten LeiharbeiterInnen daher nicht zustimmen.
■ Wohlfahrtseinrichtungen des Beschäftigerbetriebes, wie etwa der Zugang zu
Betriebskindergärten, müssen auch den Leiharbeitskräften gewährt werden.
auch zu den geltenden Kollektivverträgen unter www.Leiharbeiter.at
Ihr Arbeitszeitspeicher
unter zeitspeicher.arbeiterkammer.at – QR-Code fürs Smartphone rechts
Kranke Zustände
D
er Fall machte Schlagzeilen und bewegte die Gemüter: Ein Arbeitnehmer im Krankenstand machte mit seiner Familie Urlaub in Italien. Publik wurde
die Reise, weil er sich via Facebook in die
Ferien verabschiedet hatte. Die Wirtschaftskammer ortete sofort einen Sozialmissbrauchsfall, der sich allerdings sehr
schnell in Luft auflöste. Denn der Auslandsaufenthalt des betroffenen Arbeitnehmers
erfolgte mit Bewilligung des behandelnden
Facharztes und des Chefarztes der Gebietskrankenkasse. Der Kranke hielt alle
vorgesehenen Meldepflichten ein. Und übrigens: Das Arbeitsverhältnis war schon vor
Antritt der Reise gelöst worden.
„Hier wird bewusst Stimmung gegen
Kranke gemacht, dabei sind Schikanen im
Krankenstand in der Arbeitswelt trauriger
Alltag“, sagt Irene Holzbauer, Leiterin der
Abteilung Arbeitsrecht in der AK Wien.
Das zeigt eine aktuelle Online-Befragung,
die die AK Wien in Zusammenarbeit mit
den anderen Länderkammern und Fachgewerkschaften durchgeführt hat.
So sind etwa neun von zehn Personen
bereits einmal krank zur Arbeit gegangen.
„Als Gründe werden vor allem Angst um
den Job, wichtige Termine und die
KollegInnen nicht im Stich lassen angeführt“, resümiert Holzbauer. Zudem wurde
Kranke Beschäftigte sind zunehmend
Schikanen ausgesetzt
fast jeder zehnte Befragte im Zusammenhang mit einem Krankenstand zu einer einvernehmlichen Lösung oder Selbstkündigung gedrängt, immerhin elf Prozent
gaben an, im Krankenstand bereits einmal
gekündigt worden zu sein.
„Probleme gibt es immer wieder auch
mit der korrekten Bezahlung der Ansprüche“, sagt AK Expertin Holzbauer. So wiesen in der Befragung fünf Prozent darauf
hin, schon einmal Probleme mit der Bezahlung ihrer Ansprüche während des Krankenstandes gehabt zu haben. „Dieses Bild
ist besorgniserregend. Kranke Menschen
müssen sich auskurieren, sie noch zusätzlich unter Druck zu setzen, ist der Gesundung sicher abträglich“, so Holzbauer.
Kosten für Medikamente
Was Sie in Bezug auf die Rezeptgebühren wissen müssen.
■ Die Rezeptgebühren sind gedeckelt. Heißt: Niemand muss mehr als zwei Prozent seines
Jahresnettoeinkommens für Rezeptgebühren ausgeben.
■ Jeder Patient bezahlt 5,30 Euro pro Rezept.
■ Ausnahmen: Alleinstehende mit weniger als 837,63 und Ehepaare mit weniger als 1.255,89
Euro netto pro Monat sind von der Rezeptgebühr befreit. Diese Grenzen verschieben sich mit
jedem mitversicherten Kind um 129,25 Euro netto nach oben. Bei überdurchschnittlichen
Ausgaben in Folge von Leiden oder Gebrechen gelten höhere Grenzen: 963,27 für Alleinstehende,
1.444,27 Euro für Ehepaare.
■ Sie müssen nicht selbst ausrechnen, ob Sie die Deckelung erreicht haben. Dies wird beim
Stecken der E-Card angezeigt und die Befreiung der Rezeptgebühr auf dem Rezept vermerkt.
■ Bei der Feststellung der Obergrenze kann es zeitliche Verzögerungen geben. Zu viel
gezahlte Rezeptgebühren werden im kommenden Jahr als Gutschrift berücksichtigt.
Noch Fragen? wien.arbeiterkammer.at
AK ARBEITSRECHTEXPERTIN
Foto: picturedesk.com / United Archives / foto-begsteiger.com
Bald hat die Grippe wieder Hochsaison. Doch immer
häufiger wird Stimmung gegen Kranke gemacht.
Tipp Irene Holzbauer
Was tun bei
Krankheit?
W
So verhalten Sie sich richtig.
er erkrankt, hat viele Fragen.
Beschäftigte haben folgende
Pflichten und Rechte:
■ Der/die ArbeitnehmerIn muss den
Arbeitgeber unverzüglich über die Arbeitsverhinderung informieren. Dies erfolgt meist
telefonisch. Suchen Sie Ihren Hausarzt auf
und lassen Sie sich krankschreiben.
■ Der Arbeitgeber hat das Recht, eine
Krankenstandsbestätigung zu verlangen. In
dieser müssen Beginn, voraussichtliche
Dauer und Ursache der Arbeitsverhinderung
angeführt werden. Achtung: Mit Ursache ist
nicht die Diagnose gemeint, sondern ob
Krankheit oder Unfall vorliegt.
■ Auch für einen eintägigen Krankenstand muss auf Verlangen des Arbeitgebers
eine Bestätigung gebracht werden. In manchen Firmen ist für die ersten drei Krankenstandstage keine Bestätigung erforderlich.
Wissen Sie nicht, welche Regelung in Ihrem
Unternehmen gilt, suchen Sie auch bei
kurzen Krankenständen Ihren Arzt auf.
■ Wer den Melde- und Nachweispflichten nicht nachkommt, verliert für
die Dauer der Säumnis seinen Anspruch auf
Entgelt. Der Arbeitgeber muss das Entgelt
für die Dauer der Versäumnis nicht zahlen.
Er darf jedoch deshalb das Arbeitsverhältnis
nicht durch fristlose Entlassung beenden.
■ ArbeitnehmerInnen sind während
eines Krankenstandes nicht vor Kündigung geschützt. Es sind die geltenden
Kündigungsfristen und -termine einzuhalten.
■ Achtung: Da der Arbeitgeber bei Kündigung im Krankenstand diesen bezahlen
muss, werden den ArbeitnehmerInnen in der
Praxis oft einvernehmliche Lösungen per
sofort angeboten, da mit Ende des
Dienstverhältnisses die Zahlungspflicht des
Arbeitgebers für den Krankenstand endet.
Sie erhalten in diesem Fall zwar sofort
Krankengeld von der Krankenkasse, dieses
ist jedoch kein voller Lohnersatz.
AK FÜR SIE 10/2013 17
t
Termine
Elternkarenz
24. und 31. Oktober sowie 7. November.
Gerne informieren wir Sie über Karenzurlaub
und die Varianten des Kinderbetreuungsgeldes. Die nächsten Info-Veranstaltungen
finden am 24. und 31. Oktober sowie am 7.
November ab 14 Uhr in der AK Wien,
Prinz-Eugen-Str. 20-22, 1040 Wien, statt.
Die Info-Nachmittage sind kostenlos. Bitte
melden Sie sich an unter Tel. 01 50165-341,
Mo bis Fr. 8.00 bis 14.00 Uhr.
Jeder fünfte Arbeitsunfall ereignet sich am Bau. AK Experte Harald Bruckner will das ändern.
Erster Schritt: die neue Sicherheitscharta gemeinsam mit Sozialpartnern und Baufirmen
Mehr Sicherheit am Bau
Die AK, die Gewerkschaft Bau Holz und die AUVA starten eine
Sicherheitscharta für 250.000 Beschäftigte.
I
n den Baufirmen in Österreich arbeiten
fast 250.000 Menschen. Aber die Arbeit am Bau ist gefährlich: Etwa jeder
fünfte Arbeitsunfall ereignet sich auf
einer Baustelle. „Es ist höchste Zeit, dass
mehr Wert auf Sicherheit und Gesundheitsvorsorge gelegt wird“, meint Harald Bruckner von der AK Abteilung Sicherheit, Gesundheit und Arbeit. Deshalb hat die AK
gemeinsam mit der Gewerkschaft Bau Holz
und der AUVA eine „Sicherheitscharta“
entworfen: Die Sozialpartner und die Baufirmen verpflichten sich darin, mehr für die
Sicherheit und den Schutz der Gesundheit
der Beschäftigten zu tun. Acht Regeln von
der Sicherung von Absturzkanten bis zum
Tragen der Schutzhelme wurden ausgearbeitet. Dazu werden Kontroll- und Aufsichtspersonen am Bau aufgefordert, Sicherheitsmängel schnell zu beheben. Auch
Beschäftigten und Sicherheitsvertrauenspersonen solle es leichter möglich werden,
Sicherheitsmängel zügig zu melden „Wir
haben eigentlich ein gutes Sicherheitsregelwerk. Es mangelt oft an der konkreten
Anwendung. Das muss sich ändern“, sagt
Bruckner.
Denn auf den Baustellen macht sich der
steigende Kosten- und Termindruck tagtäglich auch in Sicherheit bemerkbar: Immer
mehr Subunternehmerfirmen führen oft
unkoordiniert Arbeiten aus, achten aber immer weniger auf Sicherheit und Gesundheit
ihrer ArbeitnehmerInnen. „Die Sicherheitscharta, ein wichtiges Signal für die Beschäftigten am Bau. Entscheidend ist, dass auch
die Unternehmen das wirklich umsetzen“,
sagt Bruckner. Er plädiert außerdem für mehr
Kontrollen, um die Einhaltung der Regeln zu
überwachen. „Sicherheit kostet zunächst
Geld, aber langfristig zahlt sie sich aus. Wenn
die Unternehmen mit mehr Kontrollen rechnen müssen, werden sich auch mehr daran
halten“, meint Bruckner. ■ U.B.
Radio-Tipp: Ganz auf Ihrer Seite
18
AK FÜR SIE 10/2013
6. Oktober u. 20. November. Als Elternnetzwerk BBB (Beruf, Baby, Bildung)
organisiert die AK einen kostenlosen, offenen
Erfahrungsaustausch unter Eltern. Angeleitet
von der erfahrenen bfi-Trainerin Irina
Scharinger können Eltern alles rund um
Karenz und den beruflichen Wiedereinstieg
besprechen. Vor Ort gibt es eine kostenlose
Kinderbetreuung. Die nächsten Treffen finden
am 16. Oktober und am 20. November von
9.30 Uhr bis 11.00 Uhr in der Technisch-Gewerblichen Abendschule des bfi, 1040 Wien,
Plößlgasse 13, statt. Anmeldung zu Netzwerk
und Kinderbetreuung: 01 811 78 10 100 oder
per e-mail: anmeldung@bfi-wien.at.
Jan Philipp Reemtsma
7. November 2013. Er ist ein Literaturwissenschaftler und Vorstand des Hamburger Instituts
für Sozialforschung, ein Förderer für Schriftsteller und Kulturschaffende: Der Hamburger Jan
Philipp Reemtsma gibt der gesellschaftlichen
Debatte in Deutschland und Europa immer
wieder wichtige Impulse. Er diskutiert mit Peter
Huemer zum Thema „Aufklärung
und Menschenrechte – Wie
barbarisch ist der zivilisierte
Mensch?“ beim Wiener
Stadtgespräch in der AK am
Donnerstag, den 7. November um
19 Uhr. AK Bildungszentrum,
Theresianumgasse 16–18, 1040
Wien. Infos und Anmeldung unter
www.wienerstadtgespraech.at
AK Expertinnen und Experten geben Rat auf Radio Wien
Jeden Donnerstag 10–11 Uhr / auf den Frequenzen 89,9 und 95,3
Foto: Bryan Reinhart
Foto: Christian Fischer
Eltern treffen Eltern
ALLTAG, GELD UND KONSUMENTENSCHUTZ
Mahnung trotz rechtzeitiger Überweisung
Dürfen die das?
Achtung, Falle!
Abzocke mit Tieren
Kätzchen und Welpen über das Internet kaufen. Aber: Statt
eines Haustieres haben KonsumentInnen nur Kosten.
F
So sicher nicht!
Benedikta Rupprecht,
AK Konsumentenschützerin
F
rau H. dürfen die Verzugsspesen nicht
verrechnet werden. Verzugskosten können
nur dann verlangt werden, wenn ein Zahlungsverzug vorliegt. Das war bei Frau H. nicht der
Fall. Denn: Wenn KonsumentInnen Geldbeträge
zu zahlen haben, dann reicht es aus, wenn der
Überweisungsauftrag am Tag der Fälligkeit erteilt
wird. Das ist gesetzlich klar festgelegt. Frau H.
hat den Überweisungsauftrag sehr wohl rechtzeitig am Fälligkeitstag aufgegeben, obwohl sie
den Zahlschein nur im Foyer der Bank eingeworfen hat und die Durchführung der Überweisung
– wegen des Wochenendes und 1. Mai – länger
als üblich gedauert hat. Mit Unterstützung der AK
Konsumentenberatung verzichtete das Unternehmen auf die Verzugsspesen.
Noch Fragen? wien.arbeiterkammer.at
S
Foto: picturedesk.com / PhotoAlto / Eric Planchard
rau H. musste im April einen privaten
Krankentransport in Anspruch nehmen. Auf
der Rechnung stand, dass der Betrag für den
Transport am 30. April 2013 fällig sei. Als sie
am 30. April zur Bank ging, war der Schalter
für Einzahlungen bereits geschlossen. So warf
Frau H. den Zahlschein in die Überweisungsbox
im Bankfoyer ein. Einige Tage später erhielt sie
überraschend ein Mahnschreiben von der
Krankentransport-Firma. 15 Euro wurden
zusätzlich in Rechnung gestellt. Als Frau H.
beim Krankentransporteur nachfragte, meinte
dieser, der Geldbetrag sei erst eine Woche
nach Fälligkeit am Konto gewesen. Daher
erfolgte – seiner Meinung nach – die kostenpflichtige Mahnung aufgrund der verspäteten
Einzahlung zu Recht. Frau H. war mehr als
verwundert. „Dürfen die das?“, fragt Frau H.
ie suchen ein Zuhause – die süßen
Katzenbabys und Welpen. Nicht
nur die Fotos im Internet sind verlockend, sondern auch der moderate
Preis, zu dem die Haustiere angeboten werden. Welcher Tierfreund kann
da schon nein sagen? „Wer sein Herz
für eines der entzückenden Tierbabys
entdeckt hat und sich zum Internetkauf
entschließt, kann schon einmal unvorsichtig werden“, warnt AK Konsumentenschützerin Jutta Repl. Denn letztlich
bleibt es nicht bei dem „günstigen“
Preis, denn die Kosten häufen sich:
So ist – freilich völlig unvorhersehbar
– eine Versicherung erforderlich. Oder:
Das Katzenbaby wird angeblich versehentlich an die falsche Adresse
verschickt, und eine Spedition
erhebt Anspruch auf Mehrkosten von den KonsumentInnen.
Oder: Der Transport spießt sich, weil
scheinbar eine wichtige Impfung beim
Katzenbaby fehlt.
Die Gauner sind um Ausreden nicht
verlegen. Wenn alle Überredungskünste versagen, wird den KonsumentInnen
auch gedroht. „Spätestens zu dem
Zeitpunkt ist den Konsumenten klar,
einem Internetbetrug aufgesessen zu
sein“, sagt Repl. Der Kaufpreis und
andere überwiesene Geldbeträge sind
weg. Und es bleibt nur noch der Weg
zur Polizei, um eine Anzeige zu machen. ■ D.S.
Internet-Tiere: Finger weg
Das Internet bietet beste Voraussetzungen zur Abzocke. Prüfen Sie
daher Angebote im Netz kritisch. Und: Seien Sie nicht zu gutgläubig.
■ Überweisen Sie kein Geld, wenn es mit Western Union oder anderen Geldtransferdienstleistern übermittelt werden soll.
■ Kaufen Sie Haustiere nur, wenn Sie sie vor dem Kauf und der Bezahlung selbst in
Augenschein nehmen können. Schauen Sie auch eventuell in einem Tierschutzhaus vorbei!
■ Unseriöse Anbieter treiben vor allem im Internet ihr Unwesen. Die AK hat
häufige Praktiken von Internetbetrug unter wien.arbeiterkammer.at (> Beratung > Konsumentenschutz > Handy und Internet) zusammengestellt. Das Gesundheitsministerium
bietet Infos zum Tierschutz: http://bmg.gv.at/home/Schwerpunkte/Tiergesundheit/
Tierschutz/Publikationen
AK FÜR SIE 10/2013
19
Konsumenten
Zäher Kampf
ums gute Recht
Ob per Flugzeug oder Bahn: Die Klagen über
Verspätungen und andere Probleme häufen sich.
Und um eine faire Entschädigung müssen
Konsumenten schwer kämpfen.
D
as schöne Wochenende in Amsterdam endete ärgerlich für Ingrid
Schlögl. Ihr Rückflug wurde kurzerhand gestrichen. Die Angestellte musste eine Nacht auf eigene Kosten in Amsterdam verbringen und
verlor einen halben Arbeitstag. Noch ärgerlicher aber wurde es, als sie versuchte, eine
angemessene Entschädigung zu bekommen. Per Telefon ging gar nichts. Auf EMails reagierte die Fluglinie erst, als sie mit
ihrem Anwalt drohte. Schließlich wurden
ihr 250 Euro angeboten.
Fotos: Christian Fischer
2.700 Beschwerden bei Flügen
Bei den Arbeiterkammern gingen allein im
Vorjahr über 2.700 Beschwerden von Fluggästen ein. Die EU-Kommission plant derzeit eine neue Fluggastrechte-Verordnung.
„Aber statt die Rechte der Fluggäste zu
stärken, geht die neue Verordnung vor allem bei Verspätungen auf Kosten der Flug-
Bahnpendler Rosenberger kämpfte monatelang um 8 Euro Entschädigung wegen Unpünktlichkeit, weil er ein Signal setzen wollte
20
AK FÜR SIE 10/2013
gäste“, kritisiert AK Reiserechtsexpertin Jutta Repl. Demnach sollen Fluggäste erst ab
fünf, neun oder zwölf Stunden Verspätung
je nach Länge der Flugstrecke eine Entschädigung bekommen. Bisher gab es
schon nach drei Stunden Anspruch auf
Entschädigung. Die AK setzt sich deshalb
dafür ein, dass die EU-Verordnung so nicht
kommt. „Wenn Verspätungen die Fluglinien
nichts kosten, werden von den Fluglinien
keine Maßnahmen für mehr Pünktlichkeit
gesetzt werden“, fürchtet die AK Expertin.
Da sind die Bahnreisenden, zumindest
was die Rechtslage angeht, besser gestellt:
Fernbahnreisende haben bei Verspätungen
ab einer Stunden ein Recht auf Rückerstattung von 25 Prozent des Preises, selbst
wenn diese auf höhere Gewalt wie etwa
Wetterkatastrophen zurückgehen. Bei Verspätungen von zwei Stunden und mehr gibt
es sogar die Hälfte des Ticketpreises zurück.
Zähes Ringen mit der Bahn
Auch wer mit der Bahn täglich zur Arbeit
fährt, hat ein Recht auf Entschädigung bei
unpünktlichen Zügen. „Wir sind froh, dass
Ingrid Schlögl musste wegen Flugverspätung eine Nacht länger als geplant bleiben.
Die Entschädigung gab es erst, als sie mit
dem Anwalt drohte
es diese Rechte gibt“, sagt AK Verkehrsexperte Thomas Hader. Aber viele BahnpendlerInnen finden keine Ansprechpartner bei Nachfragen, ihre Anfragen werden
oft monatelang oder gar nicht beantwortet.
Bahn-Pendler Markus Rosenberger
fährt täglich aus Stockerau zur Arbeit nach
Wien-Simmering. „Es gibt immer wieder
Verspätungen. Die Züge sind zu den
Hauptverkehrszeiten hoffnungslos überfüllt“, sagt er. „Irgendwann wollte ich ein
Zeichen setzen und entschädigt werden.“
Zunächst vergingen einige Wochen, bis er
von den ÖBB eine Bestätigung bekam,
dass er überhaupt am Entschädigungsverfahren teilnehmen könne. Dann geschah
lange nichts. Rosenberger bekam auf wiederholte Anfragen bei den ÖBB keine klare Anwort. Er fühlte sich hingehalten,
schaltete die Schienencontrol und die AK
ein. Nach neun Monaten schließlich bekam er acht Euro. „Mir ging es nicht ums
Fahrgastrechte
für Bahnreisende
Foto: picturedesk.com / AFP / Adrian Dennis
Seit 1. Juli gibt es neue,
bessere Fahrgastrechte für BahnfahrerInnen.
Geld, ich wollte als Kunde ernst genommen werden“, sagt Rosenberger. „Dafür
dauerte das aber viel zu lange.“
Die ÖBB erklärte auf die Frage, warum
viele BahnpendlerInnen so mühsam um ihr
Recht kämpfen müssen: „Die ÖBB kümmern sich intensiv um schnelle und unkomplizierte Lösungen zur Refundierung
bei Verspätungen. Gerade für Pendler,
die üblicherweise über eine Jahres-, Wo-
chen- oder Monatskarte verfügen, ist es
einfach, zu ihren ,Rechten‘ zu kommen.“
Ganz so einfach kann es nicht sein:
Laut Schienencontrol haben 85.000
Nahverkehrskunden in Österreich einen
Anspruch darauf, am Entschädigungsverfahren teilzunehmen. Aber nur wenige
tausend scheinen im System auf, und nur
1.400 haben bisher tatsächlich eine Entschädigung bekommen. ■ UTE BÖSINGER
Wer hilft bei Verspätung
Bei einer langwierigen Verspätung: Wenn die Fluglinie ihrer Betreuungspflicht
nicht nachkommt und Sie selbst für Bewirtung oder eine Hotelübernachtung aufkommen
müssen, bewahren Sie die Quittungen gut auf, um später Ansprüche geltend machen zu können.
■ Die AK hilft bei Fragen zu Ihren Rechten als Fluggast: konsumentenpolitik@akwien.at,
01/501 65 209
■ Bei grenzüberschreitenden Streitigkeiten innerhalb der EU unterstützt Sie das
Europäische Verbraucherzentrum Österreich: info@europakonsument.at, 0810 810 225
■ Die Schienencontrol ist eine staatliche Schlichtungsstelle für Bahnreisende. Infos und ein
Beschwerdeformular finden Sie unter www.schienencontrol.gv.at
■ BahnpendlerInnen können sich an die AK wenden, unter arbeitswege@akwien.at
Noch Fragen? wien.arbeiterkammer.at
■ Bisher gab es nur Entschädigungen
für JahreskartenkundInnen. Jetzt gibt es
diese auch für Monats- und WochenkartenbesitzerInnen.
■ Pünktlichkeitsziele: Bisher durften die
Bahnunternehmen die Pünktlichkeitsziele
selbst festlegen. Jetzt gilt einheitlich für
alle: 95 Prozent pünktliche Züge pro Monat
müssen für JahreskartenbesitzerInnen sein.
Wird das nicht eingehalten gibt es für das
betreffende Monat eine Entschädigung von
10 Prozent. Bei Monats- und WochenkartenbesitzerInnen dürfen die Bahnen Entschädigungen selbst festlegen.
■ Spätestens ab 1. Jänner 2014 müssen
die BahnkundInnen per Internet vom
Bahnunternehmen informiert werden, ob der
Pünktlichkeitsgrad erreicht wurde.
■ Die Bahn-Unternehmen und seit 1. Juli
auch die Verkehrsverbünde und Stellen, die
die Jahreskarten verwalten, müssen die
Fahrgäste über ihre Entschädigungsansprüche informieren und für eine kundenfreundliche Abwicklung sorgen.
■ Die Schienencontrol als Wächterin der
Fahrgastrechte bekommt mehr Kompetenzen: Ihr müssen die Bahnunternehmen
künftig Entschädigungs- und Beförderungsbedingungen vorlegen. Die Schienencontrol
kann diese rechtlich prüfen.
AK-RATGEBER
Gut informiert
ÖffentLiCHen veim
rKeHr
Ihre
rechte als Fahr
gast
Gut informiert
im öffentlichen
Verkehr
Bestelltelefon:
310 00 10 451
WIEN
GERECHTIGKEIT
e-mail: bestellservice@akwien.at
akwien.at
und geben Sie Ihre Mitgliedsnummer an.
Sie finden Sie auf der Heftrückseite (neben
Ihrem Namen) und auf ihrer AktivKarte.
AK FÜR SIE 10/2013
21
MUSS SEIN
„Die Westbahn muss den Pendleraufschlag
sofort zurückehmen“, fordert AK Präsident
Rudi Kaske. Seit 9. September kassiert die
Westbahn von jeder ZeitkartenbesitzerIn drei
Euro zusätzlich für jede Fahrt. Das kostet bei
einer täglichen Fahrt zur Arbeit allein 30
Euro pro Woche mehr oder mit einer
Aufpreismonatskarte 69 Euro pro Monat. Im
Jahr sind das über 800 Euro Mehrkosten.
„So darf man mit PendlerInnen nicht
umgehen“, sagt Kaske. Für den AK Präsidenten ist dieses kundenfeindliche Verhalten der
Westbahn ein Grund mehr dafür, dass die
Bahn in die öffentliche Hand gehört.
Essen
Putenfleisch
mit Keimen
Foto: picturedesk.com / Minden Pictures / Donald M. Jones
So manchen könnte der Appetit auf
Putenfleisch vergehen. Denn: Die AK fand
verdorbene Puten. So waren am Ablauftag
zwei der 13 verpackten Proben verdorben,
am Einkaufstag schon zwei der sieben frisch
eingekauften Proben. Von den insgesamt 20
Puten hatten neun Campylobacter-Keime
und zwei Salmonellen. Eingekauft wurde das
Fleisch in 20 Wiener Supermärkten und
Fachgeschäften. „Nachmessungen zeigten,
dass die Puten auch teilweise zu warm
gelagert werden“, sagt AK Konsumentenschützer Heinz Schöffl. Die AK verlangt
bessere Kontrollen – die Kühlkette muss
lückenlos eingehalten werden – sowie
kürzere Ablaufdaten.
Puten: lebend hübsch, beim Fleisch ist
Vorsicht geboten
22
AK FÜR SIE 10/2013
Abheben per Bankomat ist günstiger als am Bankschalter
Achtung, Bankspesen
Spesen rund um das Konto und im Zahlungsverkehr können
teuer kommen. Die AK hat drei Spesensätze geprüft.
I
hre Bank führt einen monatlichen Abbuchungsauftrag nicht durch, weil das
Konto im Minus ist? Dann können die
Spesen für die Rückleitung happig sein –
bis zu fast acht Euro. Sie können sich sogar zweimal zu Buche schlagen. Zum einen
durch die Hausbank des Konsumenten.
Zum anderen kann das Unternehmen, etwa
Mobilfunkanbieter, Spesen ihrer eigenen
Hausbank den Konsumenten anlasten.
Die AK hat sich drei Spesenpositionen
im Zahlungsverkehr angesehen. Wer einen Erlagschein am Schalter auf ein bankfremdes Konto einzahlt, muss mit drei bis
sieben Euro rechnen. Unternehmen ver-
rechnen gerne Spesen, wenn die Rechnung mittels Zahlschein eingezahlt wird.
„Nach unserer Ansicht sind die von den
Unternehmen verlangten Zahlscheinspesen gesetzwidrig. Das wird derzeit gerichtlich geprüft“, sagt Gabriele Zgubic, Leiterin
der AK Konsumentenpolitik.
Und: Wer am Schalter Geld vom Konto oder an der Kassa abhebt, muss mit
Spesen bis zu zwei Euro rechnen. Die AK
verlangt faire Spesen, etwa keine doppelte
Verrechnung von Rückleitungsspesen,
wenn das Konto im Minus ist. Zudem sollen Bareinzahlungen und Barauszahlungen am Schalter kostenlos sein. ■ D.S.
Telefonieren im Ausland
AK fordert Entgeltsenkung nicht auf Kosten der Inlandstarife
M
it dem Verordnungsentwurf der EUKommission zu einem europäischen
Binnenmarkt für Telekom-Dienste
drohen Konsumenteninteressen ins Hintertreffen zu geraten, warnt die AK. Der Entwurf
verspricht zwar mehr Wahlfreiheit für Verbraucher und bessere Qualität beim Angebot. Aber die AK warnt: Ob und welche national strengeren Verbraucherschutzregeln
neben der EU-Verordnung bestehen bleiben, ist ungewiss. Auch bei der angekündigten weiteren Senkung der Roamingentgelte
ist die AK skeptisch: Die AK begrüßt, dass
Telefonieren im Ausland günstiger werden
soll. Gleichzeitig braucht es einen Schutz
vor höheren Inlandspreisen. Sonst profitie-
Im Ausland könnte Telefonieren laut
EU-Kommission künftig billiger werden
ren statt Durchschnittsverbrauchern vorrangig Geschäftskunden. Denn: Telekomanbieter drohen bereits, den Einnahmeentfall
durch Anhebung von Grundgebühren ausgleichen zu wollen. ■ S.G.
Foto: picturedesk.com / Action Press / Krüger, Marcus
Weg mit dem
Pendler-Aufschlag
Foto: picturedesk.com / Action Press / Baumann Manfred
Bahnfahren
Traum-Beruf dringend gesucht
Wer einen Beruf erlernen will, muss viel zu oft die Lehrstelle nehmen, die
angeboten wird. Die Unternehmen klagen gerne über Fachkräftemangel.
Aber sie bilden selbst viel zu wenig aus.
Wunsch und Angebot passen nicht zusammen
Offene Lehrstellen
Nur im Tourismus
werden mehr
Lehrstellen angeboten als gesucht
Lehrstellensuchende
1900
1600
1600
690
520
560
400
220
Handel
Metall/Elektro
Bauberufe
Tourismus
Es gibt 270 Lehrberufe in Österreich. Aber die Hälfte aller Burschen wird in nur
6 Berufen, die Hälfte aller Mädchen in nur 3 Berufen ausgebildet.
Die Hälfte aller Burschen
(rund 51 Prozent)
lernt insgesamt 6 Berufe
Die Hälfte aller Mädchen
(rund 47 Prozent)
lernt insgesamt 3 Berufe
Einzelhandel
Quellen: Lehrstellenstatistik WKÖ 2012, AMS-Lehrstellenstatistik, Stand Aug. 2013, Zahlen gerundet
53
%
Bürokauffrau
12
10
Friseurin,
Perückenmacherin
andere
Lehrberufe
Immer weniger
Betriebe bilden aus
Lehrlinge im 1. Lehrjahr
36.400
31.900
Aug. 2008
Aug. 2013
Noch Fragen? wien.arbeiterkammer.at
270 Lehrberufe
Metalltechnik
Elektrotechnik
Kfz-Technik
Installations- und
Gebäudetechniker
Einzelhandel
Tischler
14
11
10
6
%
49
6 4
andere
Lehrberufe
Mehr und besser ausbilden
Wer heute seine Traumlehre sucht, braucht viel Glück. Denn die Zahl der Lehrstellen in den
Betrieben geht seit Jahren zurück. Weil der Staat aber jedem Jugendlichen eine Ausbildungsmöglichkeit garantiert, springen die überbetrieblichen Ausbildungsstätten ein und bilden rund 10.000 Jugendliche aus. „Aber die Betriebe müssen mehr und besser ausbilden und nicht nur immer über Fachkräftemangel klagen“, fordert die AK. Über 20 Prozent der Lehrlinge fallen bei der Abschlussprüfung durch
oder treten gar nicht erst an. Die AK will deshalb auch Verbesserungen bei der Ausbildung in den
Betrieben. AusbildnerInnen sollen künftig besser aus- und weitergebildet werden. Mit rund 120 Millionen
Euro im Jahr fördert der Staat Betriebe, die Lehrlinge ausbilden. Dieses Geld soll es im letzten Lehrjahr
nur geben, wenn die Lehrlinge auch zur Abschlussprüfung antreten.
AK FÜR SIE 10/2013 23
Infografik: Martin Cmund
25
So schauen Sie
auf Ihr Geld
Girokonto für alle. 150.000 Menschen in
Österreich haben kein Girokonto. Viele werden
wegen Überschuldung von der Bank als
Kunden abgelehnt. Einige Institute bieten aber
Girokonten auf Guthabenbasis, also ohne
Überziehungsrahmen: Für das „Neue ChanceKonto“ der BAWAG-PSK gibt es keine
Zugangskriterien wie z. B. eine Empfehlung
oder ein Schuldenregulierungsverfahren. Das
Bank-Austria-Habenkonto bietet außer der
Überziehungsmöglichkeit alle wesentlichen
Funktionen, wie Buchungen, Bankomatkarte,
Online-Banking. Ebenso das Konto light der
HYPO NOE Landesbank. Für ein Guthabenkonto bei „Die Zweite Sparcasse“ ist ein
Empfehlungsschreiben erforderlich.
unter : www.arbeiterkammer.at/
beratung/konsument/Geld/Konto
Achtung bei „Aktionszinsen“! Die Zinsen für
jederzeit abhebbares Geld auf den Sparbüchern
sind im Keller. Direktbanken bieten etwas mehr
– im Schnitt 1,3 Prozent. Die Zinsen betragen
für täglich fällige Spareinlagen 0,25 (Allianz
Investmentbank, Allianz Top Cash) bis 2,1
Prozent (direktanlage.at, Online TopZins Konto,
„Aktionszinssatz“ für Neukunden, Mindesteinlage
5.000 Euro). Konsumenten sollen drauf schauen,
ob es Aktionszinsen sind. Sie gelten nur kurz
und/oder sind an Bedingungen geknüpft, etwa
an Mindesteinlagen.
unter der Bankenrechner der AK auf www.
ak-bankenrechner.at
AK-RATGEBER
Wohnrecht für
GenossenschaftMieter von
sWohnunGen
Wohnrecht für
Mieter von
Genossenschaftswohnungen
Bestelltelefon:
GerechtiGkeit
muss sein
e-mail: bestellservice@akwien.at
und geben Sie Ihre Mitgliedsnummer an. Sie
finden Sie auf der Heftrückseite (neben Ihrem
Namen) und auf ihrer AktivKarte.
AK FÜR SIE 10/2013
Orchideen sind schlafzimmertauglich, denn sie geben auch nachts Sauerstoff ab
Pflanzen für gute Luft
Es wird wieder geheizt. Gegen trockene Luft und Atemwegsprobleme helfen Zimmerpflanzen.
A
uf bis zu 25 bis 30 Prozent kann die
Luftfeuchtigkeit in beheizten Innenräumen absinken. Die Folge: die
Schleimhäute trocknen aus, man wird anfällig für Verkühlungen. Und trotz Heizen
hat man bei trockener Luft das Gefühl, es
wird einfach nicht richtig warm. Zimmerpflanzen sind die grüne und energiesparende Alternative zu elektrischen Luftbefeuchtern. Außerdem binden sie Staub
und andere Schadstoffe aus der Luft. Die
Plattform www.umweltberatung.at empfiehlt:
■ Drei bis sechs große Pflanzen für einen
Raum mit 30m2 erhöhen die Luftfeuchtigkeit auf angenehme 45 bis 50 Prozent.
■ Für Büros, wo auch die Schadstoffbelastung durch die Atemluft vieler Menschen und Möbel mit hohem Kunststoffanteil hoch ist, sind große, robuste Pflanzen
geeignet, wie der Drachenbaum, Schefflera und Baumfreund (Philodendron).
■ Für Schlafräume: Die meisten Pflanzen
geben nachts ohne Licht keinen Sauerstoff ab, sondern sogar Kohlenmonoxid.
Ausnahmen und daher für’s Schlafzimmer
geeignet sind: Orchideen, Bogenhanf,
Echte Aloe und Bromelien.
■ Allergiker sollten die beliebte Birkenfeige („Ficus benjamina“) meiden sowie jede
blühende Pflanze.
Steuertipps zum Wohnen
Tipp von Petra Innreiter,
AK-STEUEREXPERTIN
Schaffung und Sanierung von
Wohnraum sind, egal ob aus Eigenmitteln
oder einem Darlehen finanziert, als Sonderausgaben absetzbar. Darunter fallen:
■ Die Zahlung des Genossenschaftsbeitrages und
■ der Hausbau sind ebenso absetzbar.
■ Bei der Wohnraumsanierung müssen
die Arbeiten allerdings von befugten
Unternehmern durchgeführt worden sein.
Materialrechnungen allein genügen nicht.
■
310 00 10 355
24
Foto: picturedesk.com / vario images / W. Baumann
lebentipps
Bis zu 2.920 Euro jährlich können Sie
geltend machen. 5.840 Euro sind es für
AlleinverdienerInnen oder AlleinerzieherInnen.
■ 1.460 Euro zusätzlich sind absetzbar,
falls Sie für mindestens drei Kinder unterhaltspflichtig sind.
■ Umzugskosten sind als Werbungskosten
absetzbar, wenn der Umzug beruflich
veranlasst war.
■
Steuertipps auf www.arbeiterkammer.
at/beratung/steuerundeinkommen
Ihr Brutto-Netto-Rechner
unter wien.arbeiterkammer.at – QR-Code fürs Smartphone rechts
Zusatzstoffe im Essen
Tipp Ulrike Gollonitsch
F
Berufswahl: So
können Sie Ihren
Kindern helfen
AK-BILDUNGSEXPERTIN
arbstoffe,
Haltbarkeitsmittel,
Geschmacksverstärker, Süßstoffe – die
Liste der Zusatzstoffe in modernen Lebensmitteln kann lang sein. Viele sind
unbedenklich, einige davon notwendig, um
Lebensmittel haltbar zu machen, sodass
Krankheitserreger wie Schimmel oder Bakterien nicht ins Essen kommen. Viele Zusatzstoffe sind aber unnötig und dienen z. B. nur
der besseren Optik. Einige können sogar
gesundheitliche Probleme verursachen, am
häufigsten sind allergische Reaktionen:
■ Farbstoffe verstecken sich hinter Zutaten mit den E-Nummern 100 bis 180, so
etwa E 110 (gelborange), die in Marillenmarmelade oder Fertigsuppen vorkommen.
■ Haltbarkeitsmittel werden mit den Nummern E 200 bis E 297 gekennzeichnet.
■ Zuckeraustauschstoffe stecken hinter
E 950 bis E 999 und E 420, E 421.
■ Beim Einkauf: Den Überblick über die
verschiedenen Stoffe zu behalten, ist eigentlich unmöglich. Achten Sie einfach auf
eine möglichst kurze Zutatenliste.
■ Alternativen. Selber kochen? Geht nicht
immer. Aber auch bei Fertig- und Tiefkühlkost gibt es viele Produkte ohne Zusatzstoffe. Ersetzen Sie z. B. Limonade durch
Fruchtsaft.
■ Feinkost. Nur weil Wurst und Käse unverpackt in der Feinkostvitrine lagert, heißt das
Foto: picturedesk.com / Foltin Jindrich
Lebensmittel-Zusatzstoffe sind oft unbedenklich. Einige
können aber richtig gesundheitliche Probleme verursachen.
Fertigsuppen und Co. enthalten oft schädliche Zusatzstoffe
nicht, dass es hier besonders naturbelassen
zugeht. Auch der Bäcker ums Eck verwendet meist eine fertige Brotbackmischung.
■ Süßes. 80 Prozent der eingesetzten
Farbstoffe befinden sich laut dem deutschen Internet-Portal Gesundheitswissen
in Süßwaren.
■ Diät- und Wellness-Produkte. Aber:
Gerade Diät- und Wellness-Produkte weisen oft eine lange Liste an Zutaten auf.
Schließlich muss der Geschmack, den
normalerweise Zucker und Fett bringen,
anders hergestellt werden.
unter www.arbeiterkammer.at/service/
broschueren/Konsument/Lebensmittel_Zusatzstoffe
AK-Infoabend für Eltern, was ihre
14-Jährigen weiter lernen können.
F
ür die Viertklässler in den Hauptschulen, Neuen Mittelschulen und
Gymnasien ist der Herbst Bildungsund Berufswahlzeit. Am 18. Oktober
informieren wir von der AK Eltern darüber.
Hier einige Tipps im Voraus.
■ Interessen abklären: Am besten gehen
Eltern mit ihren Kindern zu Beratungseinrichtungen wie den Berufsinformationszentren
des Arbeitsmarktservice. Adressen unter
www.ams.at > Berufsinfo & Weiterbildung.
■ Wer weiter in die Schule gehen will,
kann sich zwischen Gymnasium, berufsbildender mittlerer oder berufsbildender
höherer Schule entscheiden. Es gibt auch
die Polytechnische Schule zur Vorbereitung
auf die Lehre. Adressen der Wiener Schulen
finden Sie unter www.schulfuehrer.at
■ Eine Lehre können Jugendliche nach
neun Jahren in der Schule machen. Wichtig
ist, rechtzeitig mit der Lehrstellensuche zu
beginnen und sich bereits jetzt beim
Arbeitsmarktservice vormerken zu lassen.
Infos unter www.ams.at
Ihr Recht auf Gewährleistung
Wohin mit 14?
Das neue Handy gibt schon nach ein paar Tagen den Geist auf. Oder die neue Zentralheizung „spinnt“. Sie haben ein Recht auf Gewährleistung! Alles muss vollkommen in Ordnung sein.
Andernfalls muss auf Kosten des Anbieters repariert oder ausgetauscht werden.
■ Gewährleistung oder Garantie? Die Garantie ist nur ein freiwilliges Zuckerl des Herstellers oder des Händlers. Die gesetzliche Gewährleistung kann dadurch nicht ersetzt oder
eingeschränkt werden.
■ Innerhalb von 6 Monaten ab Übergabe sagt das Gesetz: tritt ein Mangel auf, steckte
der Wurm vermutlich schon vorher drinnen, so das Gesetz.
■ Zwei Jahre ab Übergabe können Sie Ihr Recht (gerichtlich) bei Mängeln an beweglichen
Dingen einfordern, z.B. bei Büchern, Geräten, Autos.
■ Vorsicht bei Verträgen mit Privatpersonen! Hier kann die Gewährleistung ausgeschlossen
werden.
ExpertInnen beantworten Ihre Fragen:
■ Welche Ausbildungsmöglichkeiten gibt
es für mein Kind nach der 8./9. Schulstufe?
■ Welche weiterführende Schule ist die
richtige?
■ Wo liegen die Interessen und
Fähigkeiten meines Kindes?
■ Tipps zur Lehrstellensuche
■ Welche Trends gibt es am Arbeitsmarkt?
18. Oktober 2013, 17 Uhr, AK Bildungszentrum, Theresianumgasse 16-18, 1040 Wien;
bitte um Anmeldung bei verena.hoermann@
akwien.at, 01/501 65 3142
unter www.arbeiterkammer.at/beratung/konsument/EinkaufundRecht
Noch Fragen? wien.arbeiterkammer.at
AK Elterninfoabend am 18. 10. 2013.
AK FÜR SIE 10/2013 25
produkttest
Was Reifen können
Wer im Winter auf die richtigen Reifen setzt, achtet
auf Qualität, Verschleiß und Spritverbrauch.
D
er Winter steht vor der Tür. In der
September-Ausgabe des Verbrauchermagazins „Konsument“ wurden
deshalb unter anderem Winterreifen
für Kleinwagen und Kompakte (185/60 R 15)
getestet. Die gute Nachricht für KonsumentInnen: Auf den Großteil der getesteten Reifen
kann man sich im Winter verlassen. Die Überraschung: Nicht die Wintereigenschaften machen die
Qualität der Reifen aus. Auf
Eis und Schnee schneiden
selbst die schlechten Marken noch ganz passabel ab.
Der Schlüssel zum Test-Erfolg für den guten Winterreifen ist der Grip auf
nasser Fahrbahn. Auch Verschleiß und Spritverbrauch
variieren zwischen den Angeboten.
Klarer Testsieger ist der Continental ContiWinterContact TS 850: Bester auf Nässe,
Schnee und Eis in Verbindung mit geringem
Spritverbrauch und Verschleiß. Die hohe
Qualität macht ihn trotz höherem Preis wirtschaftlich attraktiv.
„Gut“ schneiden auch einige andere Reifen
ab: Zum Beispiel Dunlop Winterresponse 2,
der die Bestnote im Verbrauch schafft. Beim
Verbrauch liegen im Vergleich mit dem im Test
schlechtesten und „nicht zufriedenstellenden“
Reifen Marangoni 4 Winter E+ 0,4 Liter auf
100 km dazwischen. Beim Verschleiß kommt
ein Auto mit „guten“ Michelin-Reifen doppelt
so weit wie mit „durchschnittlichen“ FalkenReifen, die im Testmittelfeld
liegen. Ebenso im Mittelfeld
sind etwa Vredestein
Snowtrac 3 und Pirelli
Snowcontrol Serie 3 Winter190. Sie verfehlen ein
„gutes“ Resultat wegen
leichten Schwächen auf
nasser Fahrbahn.
Schlusslicht und beim
Test durchgefallen sind der
Marangoni 4 Winter E+
und der Kormoran Snowpro
b2, die nur auf trockener Fahrbahn mit der
Konkurrenz mithalten können.
Den kompletten Test finden Sie in der
September-Ausgabe des Magazins „Konsument“, erhältlich in der Trafik oder unter der Nummer 01/588
774. Darin sind zusätzlich Testergebnisse für die größeren
Dimensionen bei Winterreifen für Minivans und Limousinen
225/45 R 17 enthalten.
Winterreifen im Test
Illustration: Carla Müller
Marke / Typ
Continental
ContiWinterContact TS 850
Dunlop Winterresponse 2
Michelin Alpin A4
Vredestein Snowtrac 3
Pirelli Snowcontrol
Serie 3 Winter190
Falken Eurowinter HS-449
Kormoran Snowpro b2
Marangoni 4Winter E+
Mittlerer Preis
in Euro
auf nasser Fahrbahn /
Spritverbrauch /
Verschleiß
68 €
68 €
74 €
69 €
+/+/++
+/++/+
+/+/++
o/+/+
gut (71)
gut (69)
gut (69)
durchschnittlich (59)
68 €
52 €
53 €
55 €
o/+/+
o/+/o
--/+/+
--/o/++
durchschnittlich (51)
durchschnittlich (40)
nicht zufriedenstellend (6)
nicht zufriedenstellend (0)
sehr gut (+ +), gut (+), durchschnittlich (o), weniger zufriedenstellend (–), nicht zufriedenstellend (– –)
26
AK FÜR SIE 10/2013
Testurteil
Nachhaltiger
Konsum
Bewusst kaufen und sinnvoll nutzen
als Alternativen zum Wegwerfen:
Das empfiehlt die Journalistin und
Autorin Susanne Wolf in dem
Ratgeber „Nachhaltig Leben“. Die
Broschüre bietet viele Tipps für
einen verantwortungsvollen Einkauf
und gibt Anregungen für all jene, die
einen Beitrag für die Umwelt und für
faire Arbeitsbedingungen in den
Herstellerländern leisten wollen.
Denn: Die Macht der KonsumentInnen ist größer als viele glauben.
Durch gezielten Kauf kann man
Einfluss auf den Markt nehmen. Vor
jedem Einkauf kann man sich etwa
die Frage stellen: „Brauche ich das
wirklich?“
Der Ratgeber ist ab Ende
Oktober um 14,90 Euro beim
VKI erhältlich, www.konsument.at
Kreditrechner
nicht korrekt
Die Arbeiterkammer hat 15 Rechentools für Kredite sowie für
KFZ-Leasing auf 8 Bankenwebsites
getestet. Ziel der Erhebung:
Wurden gesetzliche Informationspflichten eingehalten und Kostentransparenz gewährleistet? Das
Ergebnis ist ernüchternd: Die
gesetzlichen Pflichtangaben waren
in keinem der untersuchten Fälle
vollständig oder auffällig genug
platziert. Keine der geprüften
Bankhomepages führt bei den
Rechenwerkzeugen ein repräsentatives Beispiel an, das alle gesetzlichen Anforderungen erfüllt. Bei den
wenigen vorhandenen Kreditbeispielen gab es noch dazu Fehler in der
Berechnung. Die Arbeiterkammer
fordert mehr Kostentransparenz und
ein Verbot, wichtige Angaben zur
Kreditwerbung im Kleingedruckten
zu verstecken.
Noch Fragen? wien.arbeiterkammer.at
freizeit
In den Herbst
Lassen Sie sich vom Herbstwetter nicht die gute Laune
verderben! Hier gibt’s Tipps für drinnen und draußen.
Kunst und Bühne
Designfluss &
Kunststrom
Bis 20.12. / Mo-Fr 14:00-18:00, Sa-So
11:00-18:00 / Alte Schieberkammer
15.; Meiselstr. 20 (U3 Johnstr.)
www.kreativwerkstattxv.at / Eintritt frei!
Jede Menge für Kinder.
DIE DREI RÄUBER. Ein großartiges, gruseliges,
schön schaurig trauriges Theaterstück für Kinder
ab 5 Jahren! Die rührende Geschichte von
Tiffany, dem tapferen kleinen Waisenmädchen,
und ihren außergewöhnlichen Freunden, den drei
Räubern!!! Im Oktober und November zahlen Sie
mit AktivKarte nur 9 Euro statt 11 Euro auch am
Veranstaltungstag. Infos+Karten: 01/408 44 92,
www.niedermair.at
Jede Menge Sport.
ERSTE BANK OPEN. Mit einer
hervorragenden Besetzung
können die Erste Bank Open
vom 12. bis 20. Oktober 2013
in der Erste Bank Wiener
Stadthalle aufwarten. Mit Ihrer
AktivKarte erhalten Sie 10
Prozent Ermäßigung auf
Vollpreiskarten ab Kategorie B,
nur an den Kassen der Wiener
Stadthalle. Erhältlich solange
der Vorrat reicht!
Info: www.erstebank-open.com
Wolf Bachofner, Bela Koreny / 28.10.,
22.11., jw 19:30 / Theater Akzent, 4.,
Argentinierstr. 37 / Karten: 01 501 65
3306 Preise: 28,-/24,-/20,-/16,- Euro
www.akzent.at
Wolf Bachofner spielt einen Ober in
einem Kaffeehaus, der sich eine
Pause verdient hat und in sich
geht: Das Leben hat versagt, weil
es nicht bieten konnte, was man
sich redlich verdient hätte. Ein
Spagat zwischen wehmütiger
Rückschau und düsterer Prognose.
Kongenial an der Tastatur Bela
Koreny, dem es wieder gelingt,
vermeintliche Tragik mit gelassener
Heiterkeit zu beschenken.
Wien eRleBen
Die Arbeitslosen
von Marienthal
Sonderausstellung im „Waschsalon – Das
rote Wien“ / Öffnungszeiten Do 13:00-18:00
und So 12:00-16:00 / Führung: 22.10., 1.12.,
13:00 / Karl-Marx-Hof / 19.; Halteraug. 7, U4
Heiligenstadt / Anmeldung: info@dasrote
wien-waschsalon.at / http://dasrotewienwaschsalon.at / Eintritt +Führung: 5 Euro
Das Museum „Das rote Wien Waschsalon Nr. 2“ zeigt bis Mai 2014
in einer Sonderausstellung die Auswirkungen von Massenarbeitslosigkeit
anhand der Textilfabrik „Marienthal“.
Fress-, Sauf- und
Luderhäuser
Stadtführung Wien / 18.+25.10, 15.+22.11.,
jw 18:30 / Treffpunkt 1., Kärntnerstraße,
Ecke Mahlerstraße / Infos und Termine:
www.wienguide.at – aktuelle Führungen –
Sittengeschichte / Preis: 15 Euro p.P., 13
Euro mit WienKarte, 8 Euro bis 14 Jahre
Bei der etwas anderen Stadtführung
lernt man Wien von einer anderen
Seite kennen: Schwungvoll und mit
Augenzwinkern erzählt Stadtführerin
Katalin John-Borszki nicht ganz
alltägliche Sittengeschichten aus 2
Jahrtausenden – über Fress-, Saufund Luderhäuser.
Aufforstungsaktion
Von 5 bis 13 Jahre / 19.10., 10:00-16:00
22., Seefeldergasse (gegenüber
Rosalia-Chladek-Gasse) / Info: 4000 84 400
www.kinderaktivcard.at / Teilnahme gratis!
„Wald der jungen WienerInnen“ –
Kinder pflanzen Bäume und
Sträucher und helfen mit, einen
neuen Wald für Wien zu schaffen.
Spaten und Setzerde sind vorbereitet.
Mitarbeiter des Forstamtes stehen mit
Rat und Tat zur Seite. Dazu gibt’s
Mitmach- und Kreativ-Aktionen.
Regentage mit KindeRn
Jede Menge SpaSS.
PK_P
MODELLBAU-MESSE 24. bis 27. Oktober
2013. Österreichs wichtigste und größte Messe
für eingefleischte Modellbau-Profis, Sammler,
Bastler und ganze Familien mit garantiertem
Fun-Faktor. Parallel findet auch wieder die
Ideenwelt statt, das Publikumsevent zum
kreativen Gestalten, Basteln, Malen, Aufmöbeln
und Dekorieren. Ihre Eintrittskarte gilt für beide
Veranstaltungen. Gegen Vorlage dieses Inserates
und Ihrer AktivKarte zahlen Sie statt 11 Euro nur
8,50 Euro. Ermäßigung gilt für max. 2 Pers. pro
Inserat. Infos: www.modell-bau.at
Wenn ich gleiche Chancen will,
chalte ich sie ein.
Die Kreativwerkstatt XV präsentiert Ausgefallenes, Edles und Schönes, Design
und Kunst, Mode und Kleinmöbel von
mehr als 20 österreichischen Kreativen.
Highlight: Gezeigt werden auch die
ausgezeichneten Modelle des
diesjährigen Wien Couture Awards.
Lasst’s mi ang’lahnt
Sensationsreporter
Haus der Musik
Kinder von 6 bis 12 Jahren in Begleitung
Erwachsener / 17.+24.10., jw 15:00, Dauer
45 min / 1., Josefsplatz 1 / Prunksaal der
Ö-Nationalbibliothek / Anmeldung: 534 10
-464 oder -261 / Kinder mit kinderaktivcard:
Gratis, Erwachsene mit kinderaktivcard:
€ 4,- / www.onb.ac.at
Kinderführungen 6 bis 12 Jahre / Sa
14:00, So 10:00 und 14:00, Dauer 1,5h
1. Seilerstätte 30 / Treffpunkt: Kassa
Anmeldung: 01 513 48 50 / Erwachsene:
12,- / Kinder: 5,50 / mit kinderaktivcard:
Erwachsene: 6,– / Kinder: 2,75 / www.hdm.at
Sensationsmeldungen, Hofberichterstattung und Skandale – als rasende
ReporterInnen begeben sich die
Kinder auf eine Reise quer durch die
Schlagzeilen Österreichs der letzten
Jahrhunderte, bis zurück in eine Zeit,
als die Zeitung noch Flugschrift hieß.
Jedes Wochenende gibt es für Kinder eine spezielle Führung durch
das Haus der Musik. Bei der musikalischen Erlebnisreise geht es mit
spannenden und lustigen Stationen
zum Mitmachen, Hören und selber
Musizieren in die Welt der Klänge
und Musik.
Noch Fragen? wien.arbeiterkammer.at
spielebox
ab 4 Jahren + ganze Familie / 8.11.,
13:00-18:00 / 8., Albertgasse
www.spielebox.at / Eintritt frei!
Wiens größter Brettspielverleih
erweitert seinen Standort mit einem
neuen Verleih- und Spielraum. Zur
Eröffnung gibt es einen Spielenachmittag für Familien. Mehr als 5.500
verschiedene Brett- und Gesellschaftsspiele können in der spielebox wieder
gratis ausprobiert und für Zuhause
günstig ausgeborgt werden.
AK FÜR SIE 10/2013
27
Wissen
Teure Klicks
im Spielrausch
F
ür den elfjährigen Arian ist das Handy-Spiel „Subway Surfers“ ein Hit.
Er schlüpft in die Rolle des GraffitiSprayers in der U-Bahn, flüchtet
vor der Polizei, muss dabei über
Hürden springen oder unter ihnen durch, er
muss Zügen ausweichen – und virtuelle
Schlüssel einsammeln. Wird er erwischt,
kann er sich freikaufen. Vorausgesetzt, er
hat genug Schlüssel. Wenn nicht, kann er
virtuelle Schlüssel um echtes Geld dazukaufen. 4,49 Euro kosten 25 solcher
Schlüssel. Wenn Arian nicht kauft, muss er
zurück an den Start.
Gratis-App mit Kostenfalle
Arian ist sich trotzdem sicher, dass er damit umgehen kann. „Werbung ist einfach
nur nervig, weil sie das Spiel verzögert. Ich
finde immer einen Weg, das zu umgehen“,
meint er. „Das sagen alle“, meint Barbara
Buchegger, Internetexpertin und Beraterin
beim Internet-Ombudsmann. Aber nicht
immer kann man Werbung auch auf Anhieb als solche erkennen. So kann etwa
schon beim ersten Aufmachen ein Banner
über den Touchscreen laufen.
Weniger offensichtlich und gerade
deshalb oft am Ende mit hohen Kosten für
die Eltern verbunden sind Werbungen, die
wie bei Arians „Subway Surfers“ in die
meisten Gratis-Spiele eingebaut sind. Sie
sollen zu sogenannten In-App-Käufen animieren, wie die Schlüssel oder Powerups
in Arians Spiel. Selbst Erwachsene erliegen dann im Spielrausch schnell einem
Kaufangebot, bei Kindern wirkt dieser Mechanismus noch stärker.
Teure Upgrades
Arian macht die Spiele-App „Vector Free“
auf seinem Smartphone auf: Auch das ist
ein zunächst kostenfreies Laufspiel. Am
Ziel wartet eine Werbung für eine „bessere“ Version des Spiels. Wie viel ein solches „Upgrade“ kostet, wird erst verraten,
Was Eltern tun können
Passwort geheimhalten: Viele Smartphones sind so eingestellt, dass Sie es einmal
eingeben und dann für einige Zeit nicht mehr
wiederholen müssen. Dann kann ein Kind ein
Spiel herunterladen, ohne erneut nach dem
Passwort gefragt zu werden. Besser ist es,
Passwörter und Zugangscodes nicht zu verraten.
■ In-App-Käufe verbieten: Auch das noch
so harmlos wirkende Spiel kann In-App-Werbungen enthalten, die innerhalb des Spiels dazu
animieren, echte Euro einzusetzen, etwa um
schneller voranzukommen. Sie können das aus■
28
AK FÜR SIE 10/2013
schalten oder einen PIN oder ein ein Passwort
dafür einrichten: Bei Android: Ply Store > Einstellungen > Nutzersteuerung > Passwort > Passwort
zur Beschränkung von Käufen verwenden >
Hakerl setzen. Bei iPhone, iPad: Einstellungen >
Allgemein > Einschränkungen > Einschränkungen
aktivieren > Zahlencode eingeben > In-App-Käufe.
■ Gratis kann teuer kommen: Viele der
Gratis-Spiele sind mit Werbung finanziert oder
laden zu kostenpflichtigen Angeboten ein. Oft ist
es sinnvoller, wenige Euro für ein Spiel auszugeben und dafür eine werbefreie Version zu haben.
Fotos: Erwin Schuh
Über Facebook und Spiele-Apps werden unsere
Kinder mit Werbung regelrecht bombardiert. Was
Eltern und Kinder wissen sollten.
wenn Arian das Passwort eingegeben hat.
„Das klickt man einfach weg“, meint Arian.
„Aber bei einem leidenschaftlichen
Spieler kann das anders gehen. Da läppert
sich schnell einiges an Kosten zusammen“,
sagt AK Konsumentenschützerin Daniela
Zimmer. Gemeinsam mit dem InternetOmbudsmann hat die AK in einer Studie
Kinder-Apps untersucht. Gerade bei den
In-App-Käufen kommt dann nicht immer
die Frage, ob die Eltern jedes neue Upgrade erlauben. Wenn einmal ein Upgrade
gekauft wurde und die Kreditkartennummer bekannt ist, können weitere Upgrades
leicht per Fingertipp ausgelöst werden.
Nur eine gezielte Sperre verhindert das
(siehe Kasten).
Alterssperren oder Filterprogramme
können nur die Jüngsten bremsen. Minna
ist mit elf Jahren eigentlich noch ein bisschen zu jung für Facebook. Aber viele von
Minnas Freundinnen haben längst eine
Facebook-Registrierung. Wenn die Kinder
es so sehr wollen, hilft ein striktes Verbot
nicht. Besser ist es dann, gezielt immer
Arian spielt „Vector Free“. Schon am Ende
der ersten Runde kommt eine Werbung
für ein Upgrade. Was das kostet, wird
nicht deutlich
Minna spielt gerne „Temple-Run“. Man kann
Punkte mit echten Euros kaufen. Minna greift
„wenn ich keine Geduld habe“, immer wieder
mal in die Taschengeld-Börse
wieder mit den Kindern über mögliche
Probleme bei Facebook, etwa die Werbung, zu reden und sie fit zu machen für
den Umgang damit, sagt Internetexpertin
Buchegger. „Man muss klare Regeln vereinbaren. Und das darf nicht nur einmal
stattfinden, denn die Werbetricks ändern
sich laufend“, rät Buchegger.
Sie müssen ihre Kinder auf Werbung vorbereiten, die in der virtuellen Welt hinter
jedem Klick verborgen sein kann“, sagt
auch Zimmer. ■ SONJA FERCHER/UB
Regeln statt Verbot
Minna etwa ist in der Fangruppe ihrer Lieblingsband. Auch bei Facebook sind bis zu
24 Werbeformate und mehr eingebaut,
die lichtgrauen Hinweise „Gesponsert“
werden leicht übersehen. Werbung und
Firmeneinträge sehen den Beiträgen der
Facebook-FreundInnen sehr ähnlich.
Klickt etwa ein Nutzer „Gefällt mir“ auf der
Seite eines Unternehmens, kann dieses
mit dieser „Empfehlung“ im FreundInnenNetzwerk werben: „Freund A und Freund
Noch Fragen? wien.arbeiterkammer.at
B gefällt das Unternehmen XY“ steht dann etwa direkt
unter der Werbeanzeige. Die NutzerInnen
herheitstipps
wissen oft nichtssicvon
dieserfürsWerbehilfe.
handy
„Ich fand, da gibt es ganz schön viel Werbung“, meint Minna. „Auch meinen Freundinnen geht das auf die Nerven.“
„Mit Werbung in Spiele-Apps oder auf
Facebook werden Kinder systematisch
manipuliert und in Kauflaune gebracht“,
warnt AK Expertin Zimmer. Die AK setzt
sich deshalb für Regeln ein, die Kinder
besser schützen: Online-Webung muss
eindeutig auch für Kinder als Werbung erkennbar sein. Apps müssen viel deutlicher
auf Kosten hinweisen. Weil das OnlineGeschäft keine Landesgrenzen kennt,
braucht es stärkere europäische Regeln.
„Bis es so weit ist, sind die Eltern gefragt:
PIN-Code-S
icherung aktivi
eren: Das Handy
kann nur mit
PIN-Code einge
schalten werde
n.
Passwortsic
herung bzw.
Entsperrmu
ster verwenden.
PIN- und PUKCode sowie
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am Handy speich
Sicherheits-App
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(z. B. „Mobile
Lies dazu die
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Bewertungen
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auf
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• App-Bewert
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• Apps nur aus
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lesen.
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hops herunterlad
en.
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Zugrif f auf das
enlampen-App
Adressbuch
oder den aktue
braucht z. B.
llen Standort.
keinen
• In-App-Käufe
deaktivieren
oder einen PIN
einrichten.
• Apps lösche
n, die du nicht
mehr verwendest
.
• App-Berech
Handy_Jugendfol
der.indd 1
Ziehharmonik
Bei Verlust oder
im Internet unter www.ombudsmann.at
oder www.saferinternet.at
afalz
dieBstahl
Handy sofort
bei Mobilfunka
nbieter sperr
wissen.
en lassen. Dafür
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Wenn das Handy
Kundenkenn
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15-stellige IMEI-N
: Anzeige bei
ummer deine
der Polizei mach
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Market.
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GERECHTIGKEIT
MUSS SEIN
Hol das Beste für
310 00 10 584
e-mail: bestellservice@akwien.at
@akwien.at
und geben Sie Ihre Mitgliedsnummer an. Sie
finden Sie auf der Heftrückseite (neben Ihrem
Namen) und auf ihrer AktivKarte.
AK FÜR SIE 10/2013 29
Dich raus.
01.10.13 11:50
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5
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6
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8
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9
7
6
3
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Senkrecht
1 Nach der ungesunden Bekanntgabe nimmst du statt am
Arbeitsplatz im Wartezimmer Platz 2 Im Betrieb viel
beschäftigt: Das ganze Team gehört zur Personal-Union
3 Welche Farben sind kein leuchtendes Beispiel für solche
Tische, die tuchtig vollgestellt wurden? 4 Alles, nur nicht
Österreich: Wer dorthin reist, macht Grenzerfahrungen
6 Als kindgerechtes Einkommen gelten Münzen im
Hosensack? 7 Peinlich: Nach getanen Taten sind
Verschämte hier zu raten 12 In den Walrossbreiten führt
sie ein Seehundeleben 13 Kalt-warmer Tipp am
Ostseestrand: Der Wettergott hat eine Macke, / drum trag
zur Badehose –!
13
1
14
15
2
16
17
Waagrecht
5 Im Anfang war der Nahe Osten: Als Kompasswort ist sie
richtungweisend für die Berufswahl 8 Nachgeordnete
Jobs? Willst du wem vorwerfen, sich gegen den Regen zu
überdachen? 9 Kurzmeldung der UEFA zum THEMA Kontinental-Kick-Konkurrenz 10 Gezielte Gemeinheit auf dem
schwierigen Streckenstück für Formel-1-FahrerInnen (Mz)
11 Ein solcher Blick samt Händeringen sucht jemanden,
der helfen kann 13 Hättest du mal gedacht, dass es in
JEDLESEE irgendwann was umso-nst gibt? 14 RestaurantKritik: Der Mozzarella nicht vom Büffel? / Da kriegt der
Kellner einen –! 15 Lust auf Kultur mit Ute? Da muss er
Schaf nachdenken! 16 Anglo-Alterserscheinung in allen
LEBENSLAGEN 17 Da dreien trotz Auf-plus-tern die
Lösung nicht einfiel, mussten wir selbst zusammenzählen
5
Kreuzworträtsel-Lösung aus Heft 09/13
Die Buchstaben in den unterlegten Feldern ergeben ein ortswechselhaftes Lösungswort.
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11
W: 1 ABLAUF 3 EKEL 7 SCHLAUCHEND 8 MITBESTIMMEN 11 BLEISTIFT
12 FC 14 ENTER 15 HAKERL 18 GEN 19 LEIHARBEIT
S: 1 ANSPIELUNGEN 2 ALLEE 4 KLEMME 5 LADENSCHLUSS 6 SCHIEFLAGE
9 BEIDE 10 SATT 13 GENT 16 KEIL 17 ART 20 HA
LW: BETRIEBSRAT
Schreiben Sie das Lösungswort auf eine Postkarte an AK Wien, Postfach 535, 1040 Wien
oder per E-Mail unter akfuersie@akwien.at. Einsendeschluss: Dienstag, 22. Oktober 2013
DIE GEWINNERiNNEN des Rätsels aus Heft 09/2013
Margit Effenberger, 1200 Wien, Friedrich Doleschan, 1020 Wien, Elisabeth Koller,
1230 Wien
Kreuzworträtsel lösen und gewinnen:
Büchergutscheine im Wert von Euro 20:
Harald Pils, 1020 Wien, Anita Pöppel, 1150 Wien, Ernestine Orzel, 1020 Wien,
Peter Michael Braunwarth, 1070 Wien, Eva Bieber, 1200 Wien, Birgit Brater, 1090
Wien, Gerald Strobl, 2232 Deutsch Wagram, Ursula Deschmann, 1230 Wien,
Gerlinde Grabner, 2700 Wiener Neustadt, Monika Wiegele, 1050 Wien
3 Hauptpreise. Die GewinnerInnen können wählen zwischen 1 Canon Digital-Kamera,
1 LCD-TV, 1 Apple iPod Shuffle. 10 trostpreise: je ein Büchergutschein im Wert von 20 €
Die Ziehung erfolgt unter Ausschluss des Rechtsweges. Funktionärinnen, Funktionäre und Angestellte der Kammer für Arbeiter und Angestellte können an der Verlosung nicht teilnehmen. Die GewinnerInnen werden schriftlich verständigt und in der nächsten Ausgabe von AK für Sie veröffentlicht.
1. Jetzt heißt’s zwei
und zwei
zusammenzählen.
Üblicherweise gilt es bei Rätseln Fragen
zu beantworten, doch hier stellen wir die
LöserInnen vor eine noch viel kniffligere
Aufgabe: Die Antwort ist bekannt, doch
was ist hier die Frage? Von den drei
Möglichkeiten stimmt jeweils eine am
ehesten (Lösungen siehe unten).
A. Was tun, wenn du in einem
Alptraum wieder die Schulbank
drücken musst?
B. Was sollten rechenfeste KonsumentInnen angesichts von Angeboten wie
„im Doppelpack billiger!“ machen?
C. Zu welchem Schluss kommen wir
nach dem Vieraugenprinzip?
2. Ja, es ist fünf vor
zwölf.
A. Geht es sich noch aus, einen
Last-Minute-Urlaub zu buchen?
B. Ist jetzt der richtige
Zeitpunkt, ernsthafte Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen?
C. Kann ich vor dem Ö1-Mittagsjournal noch schnell ein
Telefonat erledigen?
3. Über 30.
A. Wie viele Tage haben die
Monate Mai, Oktober und Jänner?
B. Wie schnell dürfen auch
Einsatzfahrzeuge in verkehrsberuhigten Zonen nicht fahren?
C. In welcher Altersgruppe wird
von der Trauung von AltachtundsechzigerInnen abgeraten?
1. b, 2. am ehesten c, 3. a
www.phoenixen.at
7
4
11
© phoenixen
4
3
2
30
AK FÜR SIE 10/2013
*) Die GewinnerInnen können wählen zwischen
1 Canon Digital-Kamera, 1 LCD-TV, 1 Apple iPod
1
der AK Wien
Mitgliederzeitschrift
/ September 2013
kammer.at
umfrage
wien.arbeiter
So steht
Österreich da
Die Bilanz zur Wahl
Reicher
als reich
Vermögen: Wer wie viel hat
„Wir
hackeln
genug“
´
s Beschäftigte leisten
Wa
Schnell, gut, flexibel:
JED E MEN GE
Aufzugsmonteure
Dietmar Pils (vl)
Robert Berger,
ihilfe
t in die Lehre, Schulbe
FÜR SIE: Gleitzeit, Star
Motivation nach
dem Urlaub?
Sommer und Urlaub sind für die meisten vorbei. Haben Sie
Motivationstipps für Arbeitsalltag und Herbstwetter?
leserbriefe
H E FT 9/2013
Im Beitrag „Alles klar am Krankenbett?“ weisen sie
für Rat und Hilfe auf Selbsthilfegruppen hin – leider nur auf Stellen, welche die Dachorganisationen
von großen Gruppen wie Diabetes, Herz oder Krebs
vertritt. Kleine Selbsthilfegruppen wie z.B. für
Schlafapnoe (Atempausen im Schlaf) werden dort
nicht gefunden, leisten aber auch einen wichtigen
Beitrag. Schlafapnoe betrifft 400.000 Österreicher,
ist aber weitgehend unbekannt und schwer zu
diagnostizieren. Symptome wie Tagesmüdigkeit und
Sekundenschlaf sind zwar bekannt, werden aber
nicht immer mit Schlafapnoe in Verbindung
gebracht. Mehr Infos: www.schlafapnoe-shg.at
Josef Hoza, per E-Mail
Fotos: Erwin Schuh
Selbsthilfegruppen
Die ersten zwei Tage sind manchmal nicht
so einfach. Ich muss mich aber nicht
besonders für meine Arbeit motivieren.
Mein Job macht mir meistens Spaß.
Man arbeitet ja auch, um Geld zu verdienen. Das ist Motivation genug. Dazu
kommt die Vorfreude auf den nächsten
Urlaub.
Nach dem Urlaub freue ich mich auf die
Arbeit. Nichts gegen die Urlaubszeit! Aber
in der Arbeit treffe ich meine Kollegen,
und ich kann das machen, was mir Spaß
macht. Ivelina Kamburowa, Klavierlehrerin
Ich freue mich jedes Jahr auf meinen
Urlaub. Nach dem Urlaub freue ich mich
auf die Arbeit. Ich brauche mich nicht
extra zu motivieren. Ich mag meine Arbeit.
Nico Pintar, Bankmitarbeiter
Jarek Nowak, Elektrotechniker
H E FT 9/2013
Kinderbetreuung
Ausbau der Kinderbetreuung: Schnelle Wirklichkeit
ist ja schön und gut. Aber bitte nicht schneller, als
dass genug ausgebildetes Personal zur Verfügung
steht. In Wien wurde der Gratiskindergarten und
das verpflichtende Vorschuljahr eingeführt, ohne
dass es genug ausgebildete Kindergartenpädagoginnen/Pädagogen gäbe.
Heidi Braun, per E-Mail
Stimmt. Die AK setzt sich daher sowohl für den
Ausbau der Kinderbetreuung also auch für eine
hohe Qualität ein. Parallel zum Ausbau der Plätze
braucht es z.B. einen Ausbau der Ausbildungsmöglichkeiten für MaturantInnen, einen Ausbau der
AMS-Förderungen zum Umstieg in dieses Berufsfeld,
attraktive Arbeitsbedingungen wie etwa ein höheres
Lohnniveau und ein besseres Betreuungsverhältnis
von Fachkräften und Kindern in Krippen.
Schreiben Sie uns Ihre Meinung
Bitte haben Sie Verständnis, wenn wir
lange Leserbriefe nur gekürzt abdrucken.
Leserbriefe an akfuersie@akwien.at
Noch Fragen? wien.arbeiterkammer.at
Marina Stadlbauer, Kindergruppenleiterin
Die Antworten im Internet: Eine schöne heiße Tasse Zitronentee mit Ingwer. Das bringt den Kreislauf
ordentlich in Schwung. Das hilft sogar bei einem Morgenmuffel wie mir. Mario / Besonders schöne Bilder aus dem
letzten Urlaub motivieren mich für meinen Berufsalltag und fördern die Vorfreude auf den kommenden Urlaub. Jasmin
Schlögl / Laufen gehen, raus aus den 4 Wänden, Wandern gehen, das motiviert. Birgit / Ich motiviere mich mit einer
Runde im Fitnesscenter :-) Robert
Posten Sie Ihr Statement fürs nächste Heft:
Alt und Jung: Funktioniert die Mischung am Arbeitsplatz?
Ihre Antwort unter wien.arbeiterkammer.at/umfrage – oder per QR-Code rechts
AK FÜR SIE 10/2013
31
über 3 Millionen
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Für mehr Verteilungsgerechtigkeit: wien.arbeiterkammer.at
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Seele and Geist
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