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Geschichte des Fremdsprachenunterrichts und Methodenvergleich
1
DIDAKTIK
Was bedeutet das Wort „Didaktik“?
Was bedeutet das Wort „Methodik“?
Worauf bezog sich das ursprüngliche Verständnis der Didaktik?
Nennen Sie einige wichtige fachdidaktische Themen.
Nennen Sie einige Bezugsdisziplinen des Fremdsprachendidaktik.
Formulieren Sie ein allgemeines Credo der aktuellen Fremdsprachendidaktik.
Geschichte des Fremdsprachenunterrichts und Methodenvergleich
2
GROßE KONZEPTE UND IHRE MAXIMEN
Geben Sie mit Hilfe der folgenden Stichwörter einen kurzen Überblick über die Einstellung der
Menschen zu Fremdsprachen.
-
Barbar, barbarisch
lingua franca – Griechisch – Latein – Französich – Englisch
Mittelalter – 18. Jahrhundert – Nationalsprachen – 30er Jahre des 20. Jh.s
GÜM – DM – ALM – KM – ID
Genauigkeit – Natürlichkeit – Automatisierung – Verständigung – Verstehen
Geschichte des Fremdsprachenunterrichts und Methodenvergleich
3
Charakterisieren Sie die einzelnen didaktischen Konzepte mit Hilfe von jeweils 3-5 Attributen:
A
Grammatische Übersetzungsmethode
B
Direkte Methode
C
Audiolinguale methode
D
Kommunikative Didaktik
E
Interkulturelle Didaktik
1. am Anfang stehen Regel und Deduktion als Anwendung der Regel auf den Einzelfall
2. Ausgangspunkt ist das Wort und seine richtige Flexion
3. Bestandteil des sprachlichen Handelns sind Situation, Sprecherrollen, außersprachliche und
parasprachliche Mittel
4. der Unterricht soll einsprachig und anschaulich sein
5. die Sprache ist ein Aspekt des menschlichen Handelns
6. die Übungsformen bestehen in der Bildung korrekter Sätze durch Regelanwendung,
Satzumformung nach Regeln und Übersetzung
7. Differenzierung und Individualisierung werden verlangt
8. Distribution von sozialen Arbeitsformen soll stattfinden
9. Einübung von Sprachmustern (patterns) erfolgt durch Imitation
10. es wird das Prinzip der Betroffenheit des Schülers durch die Sachen formuliert
11. es wird gefragt, wie Zweck, Wirkung und Struktur von Kommunikationsabläufen durch
Textsorten beeinflusst werden
12. es wird nach der Relevanz der Inhalte für den Schüler gefragt
13. Grundlage ist die Analyse gesprochener Sprache
14. Identitätsbildung und -aushandlung, Rollendistanz, Ambiguitätstoleranz, Empathie gehören
zu emotionellen Zielen des Unterrichts
15. Landeskunde setzt bei Erfahrungen, Kenntnissen und Einstellungen des Schülers an, die
erweitert und differenziert werden sollen
16. Lehrmaterialien werden möglichst flexibel gestaltet
17. Lernen bedeutet Übersetzen
18. praktisch verwertbares Alltagswissen und Bewältigung alltäglicher kommunikativer
Situationen werden angestrebt
19. richtige Reihenfolge der Fertigkeiten soll sein: HÖREN, SPRECHEN, LESEN, SCHREIBEN
20. Satztypen sollen automatisiert werden
21. Sprache ist ein logisches System
22. Sprache lernen bedeutet Regelwissen und grammatisches Bewusstsein gewinnen
23. Sprache ist verbales Verhalten; Sprachlernen soll über Konditionierung erfolgen
24. Strategien des globalen und selektiven Verstehens werden entwickelt
25. viele neue Übungstypen werden entwickelt und beschrieben: Wiederholung, Nachahmung,
pattern drill; bildgesteuerte Dialogübungen; Satzschalttafeln, Reproduktion, Nachspielen;
Substitution, Umformung; Ergänzung; Satzbildung aus Einzelelementen, Reduktion,
Expansion
Geschichte des Fremdsprachenunterrichts und Methodenvergleich
4
Die regel- und grammatikzentrierte lebensferne mittelalterliche Lateindidaktik wurde
jahrhundertelang heftiger Kritik aus unterschiedlichen Positionen unterzogen. Wofür haben sich
die Reformatoren der mittelalterlichen Sprachbildung eingesetzt?
Jan Ámos Komenský
Jean Joseph Jacotot
Martin Luther
Michel de Montaigne
Philipp Melanchton
Wilhelm Viëtor
Wolfgang Ratke
. . . . . . . . . . . . . . . (1483-1546) forderte die Befähigung eines jeden Bürgers, die Schrift in
seiner Muttersprache zu lesen.
. . . . . . . . . . . . . . . (1497-1560) setzte Rhetorik als Methode durch.
. . . . . . . . . . . . . . . (1533-1592) lehnte Buchwissen ab und verlangte Lernen als Umgang mit
Menschen und Reisen.
. . . . . . . . . . . . . . . (1571-1635) wollte den Sprachunterricht durch seine „natürliche
Unterrichtsmethode“ verbessern, deren Kernpunkt die Vorgängigkeit der Sache vor der Sprache
und der Muttersprache vor den Fremdsprachen ist.
. . . . . . . . . . . . . . . (1592-1670) gilt als erster großer Theoretiker einer systematischen und
umfassenden Fremdsprachendidaktik.
. . . . . . . . . . . . . . . (1770-1840) konzipierte seine „allein naturgemäße“, die sog. interlineare
Methode, nach der „alles in allem enthalten ist“ („tout est dans tout“). Wenn der Schüler ein
literarisches Werk lese und ausspreche, es grammatisch analysiere und zum Teil auswendig
lerne, könne er alle notwendigen Fertigkeiten erwerben.
. . . . . . . . . . . . . . . (1850-1918) verfasste im Jahre 1882 die Schrift „Der Sprachunterricht muss
umkehren“, deren Erscheinen als Beginn einer methodischen Wende gilt.
Geschichte des Fremdsprachenunterrichts und Methodenvergleich
5
Ordnen Sie die folgenden Unterrichtssequenzen den einzelnen methodisch-didaktischen
Konzepten zu:
Unterrichtssequenz 1
L (gestikuliert, lädt ein): Kommt her. Wir machen einen Kreis. Kommt zu mir, bitte. Wir
machen einen Kreis. Bitte, kommt . . .
L (führt vor, spricht; S machen nach und mit): Und jetzt laufen wir auf der Stelle.
Alle laufen mit.
Und jetzt schneller bitte.
Und jetzt langsamer.
Still stehen…
Unterrichtssequenz 2
Recht im Alltag – die Ware hat einen Fehler
1. Ware zurücknehmen;
Das Geschäft nimmt die Ware zurück
Geld bar zurückgeben.
und gibt das Geld zurück.
2. Preisnachlass (Rabatt) geben.
Der Kunde zahlt weniger.
3. Neue Ware geben.
Der Kunde bekommt eine neue Ware.
4. Produkt kostenlos reparieren.
Das Geschäft repariert die Ware.
Der Kunde bezahlt nichts.
Grammatische Übung
 Wenn-Sätze (Wenn die Ware einen Fehler hat, …);
 Wiederholung der Modalverben (muss, kann, sollte…) und des
Satzrahmens;
 Passivsätze (Die Ware wird zurückgenommen . . . ).
Kommunikatives Sprechen
 Rollenspiel.
Landeskunde
 Kennenlernen und Konfrontation von rechtlichen Bedingungen. Austausch über
eigene Erfahrung.
Unterrichtssequenz 3
Lesen Sie den folgenden Text. Tauschen Sie sich dann über Ihre bisherige Erfahrungen der
Andersheit aus.
In den meisten lateinischen Ländern ist es üblich, sich bei einem Gespräch nahe an seinen
Gesprächspartner heranzudrängen und ihn wiederholt an Armen und Schultern zu berühren.
Ein Nordeuropäer oder Nordamerikaner, dem dieser kommunikative Stil nicht vertraut ist,
empfindet das als unangenehme Intimität. Aus Unbehagen weicht er gewöhnlich von seinem
südländischen Gesprächspartner zurück, während dieser sogleich wieder nachrückt. Denn
nach seinen kulturellen Konventionen ist wiederum geringe Distanz für ein angenehmes
Gespräch notwendig. So ist es bekannt, dass in einem vornehmen Reitklub in São Paulo, in
dem viele Empfänge für neu angekommene Firmenvertreter stattfinden, die Brüstung der
Terasse verstärkt und erhöht werden musste, weil immer wieder Personen aus den
Vereinigten Staaten oder aus Nordeuropa rückwärts über das Geländer gefallen waren, als
sie von ihren brasilianischen Gesprächspartnern zurückwichen.
Unterrichtssequenz 4
Muster
(Aufgabe:) Ich esse Fisch. Was … du?
Übungsmaterial
Ich brate mir ein Kotelett. Was . . . du dir?
(Lösung:)
Ich esse Fisch. Was isst du?
Ich lese gern Krimis. Was . . . du gern? . . .
Unterrichtssequenz 5
Pronominaladverbien
Regel: Wenn sich die mit Hilfe einer Präposition auszudrückende Deixis auf bereits
genannte oder vorhandene Sachen, Begriffe oder Sachverhalte bezieht,
gebraucht man statt Präposition und Nomen bzw. Pronomen das
Pronominaladverb. Das besteht aus der Verbindung von da- mit der
entsprechenden Präposition. Treffen dabei zwei Vokale zusammen, werden
sie mit dem Konsonanten -r- verbunden.
Wenn sich die mit Hilfe einer Präposition auszudrückende Frage auf Sachen,
Begriffe oder Sachverhalte bezieht, gebraucht man statt Präposition und
Nomen bzw. Pronomen das Frageadverb. Das besteht aus der Verbindung von
wo- mit der entsprechenden Präposition. Treffen dabei zwei Vokale
zusammen, werden sie mit dem Konsonanten -r- verbunden.
Übung: Übersetzen Sie ins Deutsche:
1) Právě na to se ptám. 2) Ptal se na tebe. 3) Na co se vůbec můžeme
spolehnout? 4) Na koho se můžeme spolehnout? . . .
1) Gerade danach frage ich. 2) Er hat nach dir gefragt. 3) Worauf können
wir uns verlassen? 4) Auf wen können wir uns verlassen? . . .
Geschichte des Fremdsprachenunterrichts und Methodenvergleich
6
Werten Sie Komenskýs Prinzipien, die er seiner Fremdsprachendidaktik „Die neueste Methode
der Sprachen“ formulierte, im Hinblick auf ihre Aktualität aus. Mit welchen aktuellen
Forderungen korrespondieren diese Prinzipien?
NEJNOVĚJŠÍ METODA JAZYKŮ
(Metodus linguarum novissima)
In dieser Arbeit aus den Jahren 1644-46 entwirft Komenský u.a. folgende Prinzipien der Lehrund Lernverfahren im Fremdsprachenunterricht.











Der Geist, die Sprache und die Hand bilden eine Einheit.
Die Kenntnis der Sache ist die Voraussetzung für das Erlernen der Sprache.
Ein Beispiel geht vor, die Regel folgt.
Praxis ist die Grundlage für Denken und Sprechen.
Die Aufgabe der Grammatik ist es, zu synthetisieren.
Der Schüler soll sich den Stoff mit so vielen Sinnesorganen aneignen, wie nur möglich: mit
Sehen, Tasten, Geschmack. Einbeziehung der Sinnesorgane fördert das Gedächtnis.
Was gelernt wird, muss im Zusammenhang stehen.
Drei Fehler sind zu vermeiden: Abstraktion ohne Sachkenntnis, Form ohne Inhalt,
sprunghaftes Vorgehen ohne Abstufung.
Der Lehrer hat zu leiten, der Schüler hat zu arbeiten.
Eigenschaften der Schüler, ihre Fähigkeiten und Willensäußerungen sind zu
berücksichtigen.
Der Schüler soll sich damit beschäftigen, was für ihn verlockend ist und was ihm Nutzen
bringt.
 Das Lernen soll sich durch liebevolle Abwechslung auszeichnen und Wetteifern enthalten.
 Im Kindesalter sind Sinnesorgane, Bildhaftigkeit, Gedächtnis und Neugier am wichtigsten. Im
Jugendalter sind es Nachdenken und Erkennen.
 Kein Tag ohne Zeile, keine Unterrichtsstunde ohne neue Aufgabe, keine begonnene Sache
ohne Abschluss.
Geschichte des Fremdsprachenunterrichts und Methodenvergleich
7
Im folgenden Text beschreibt der phänomenale Fremdsprachenlerner Heinrich Schliemann
(1822-1890) seine Lernmethoden. Welche Konsequenzen können daraus gezogen werden – für
das individuelle Lernen, für das geläufige fremdsprachliche Unterrichtssystem?
„… So warf ich mich denn mit besonderem Fleiß auf das Studium des Englischen, und hierbei
ließ mich die Not einen Weg ausfindig machen, welcher die Erlernung jeder Sprache bedeutend
erleichtert. Dieser einfache Weg besteht darin, dass man sehr viel laut liest, keine
Übersetzungen macht, täglich eine Stunde nimmt, immer Ausarbeitungen über interessante
Dinge niederschreibt und sie unter Aufsicht des Lehrers verbessert, auswendig lernt und in der
nächsten Stunde aufsagt, was man am Tage verbessert hat. Mein Gedächtnis war, da ich es
seit meiner Kindheit nicht geübt hatte, schwach, doch benutzte ich jeden Augenblick und stahl
sogar Zeit zum Lernen. Um mir sobald als möglich eine gute Aussprache anzueignen, besuchte
ich regelmäßig zweimal den englischen Gottesdienst und sprach beim Anhören der Predigt
jedes Wort leise für mich nach. Bei allen meinen Botengängen trug ich, selbst wenn es regnete,
ein Buch in der Hand, aus dem ich irgendetwas auswendig lernte; auf dem Postamt wartete ich
nie, ohne zu lesen. So stärkte ich allmählich mein Gedächtnis und konnte schon nach drei
Monaten meinem Lehrer mit Leichtigkeit alle Tage in jeder Unterrichtsstunde zwanzig gedruckte
Seiten englischer Prosa wörtlich hersagen, wenn ich sie vorher dreimal aufmerksam
durchgelesen hatte. Vor übergroßer Aufregung schlief ich nur wenig, und alle wachen
Nachtstunden brachte ich damit zu, das am Abend Gelesene in Gedanken noch einmal zu
wiederholen. Da das Gedächtnis bei Nacht viel gesammelter ist als am Tage, fand ich auch
diese nächtlichen Wiederholungen von größtem Nutzen; ich empfehle dieses Verfahren
jedermann. So gelang es mir, in einem halben Jahre eine gründliche Kenntnis der englischen
Sprache mir anzueignen.“
Alternative Methoden
8
Das 20. Jahrhundert wird das Jahrhundert der Reformen genannt. Warum?
Welche neuen Tendenzen setzen sich in dieser Zeit durch?
Nennen Sie die drei größten Reformkonzepte des 20. Jh.s und charakterisieren Sie sie kurz.
Alternative Methoden
9
Welche Thesen der humanistischen Psychologie haben die Fremdsprachendidaktik wesentlich
beeinflusst?
Welche Forderungen sind für die alternativen Methoden der 70er Jahre bestimmend?
Erklären Sie die Prinzipien einiger der folgenden alternativen Konzepte:
CLL
Total Physical Response
Silent Way
Suggestopädie
NLP
Hypothesen zum Lernen und Erwerb der Fremdsprache
10
Was verstehen wir unter Lernen?
Was alles kann erwirbt man durch Lernen?
Welche Lernkonzepte können unterschieden werden?
Nennen Sie einige Prinzipien, nach denen das Lernen optimiert werden kann.
Hypothesen zum Lernen und Erwerb der Fremdsprache
11
Erklären Sie einige der folgenden speziellen Lerntheorien.
Zone der nächsten Entwicklung
Theorie der „Ustanowka“
Theorie der funktionalen Asymetrie des Gehirns
Prozedurales und deklaratives Lernen
Theorie der Behaltenswerte
Theorie der vielfachen (multiplen) Intelligenzen
Hypothesen zum Lernen und Erwerb der Fremdsprache
12
Wie verläuft das Erlernen einer fremden Sprache? Welche Faktoren beeinflussen diesen
Lernprozess?
Charakterisieren Sie mit Hilfe von folgenden Schlüsselwörtern einige Forschungs-Hypothesen
und -Perspektiven.
THEORIE
Die kontrastive Theorie
Die Identitätshypothese
Die Lerntheorie
Galperins
Die Monitor-Theorie
Die Input-Hypothese
Die Hypothese des
affektiven Filters
Die InterlanguageHypothese
Die Konkurrenz-Theorie
Die Ergänzungstheorie
Lehrwerkanalyse
PERSPEKTIVE
Muttersprache des Lerners
Reihenfolge der Sprachstrukturen
5 Phasen
Sprachwissen als Kontrollmechanismus
optimaler Input = Kompetenz + 1
positive Einstellung des Lerners
Lernersprache
Sprachverarbeitungsmechanismus und
Problemlösungsmechanismus
2 mentale Verarbeitungsmechanismen; Reihenfolge der
Lernschritte variiert
13
Seit wann wird Lehrwerkforschung betrieben? Welche wissenschaftlichen Bereiche stellen die
wichtigsten Bezugsdisziplinen der Lehrwerkanalyse dar?
Von welchen Disziplinen aus werden fogende Fragen formuliert
1. Analyse der Inhalte im Hinblick auf Fragen des Seins.
2. Ebenen, Faktoren und Aspekte des Curriculums, dem das Lehrwerk (LW) verpflichtet ist,
didaktische Ziele des Lehrwerks.
3. Implizierte Normenvorstellungen, Wertvorstellungen, Verhaltensweisen, Einstellungen,
Rollenzuweisungen.
4. Spektrum, Proportionen und Eigenschaften des Lern- und Übungsangebots; Vertretung von
Text, Grammatik, Übung, Wortschatz.
5. Linguistische Grundlagen.
6. Vertretung der Textstrukturen, -muster, -sorten und die entsprechende Textarbeit.
7. Vertretung des literarischen Textes; einschlägige Textarbeitverfahren.
8. Reflexion der Analyseebenen der Bezugsdisziplinen; Aktualität, Relevanz und Perspektivität
der Inhalte; Korrespondenz der Inhalte mit Bedürfnissen und Interessen des Schülers;
Struktur, Hierarchie und Fortschritt des sprachlichen Systems in Bezug auf die
phonologische, morphologische, syntaktische, textspezifische, sprachpragmatische Ebene;
Vertretung und Beschaffenheit von Grammatik-Präsentation, Übung, Text, Wortschatz;
Gliederung, Phasen, graphische Gestaltung der Lernstoffpräsentation; Proportionen der
Bestandteile; Proportion von Rezeption und Produktion, von Reproduktion, Rekonstruktion
und Konstruktion usw.
Lehrwerkanalyse
14
1. Welche Aspekte der Lehrwerkanalyse und -beurteilung erscheinen Ihnen am wichtigsten?
2. Welche Aspekte können beim Einkauf in der Buchhandlung beurteilt werden?
3. Welche Aspekte können am besten vom Lehrer auf Grund der Unterrichtserfahrung beurteilt
werden?
4. Welche Aspekte können am besten vom Schüler beurteilt werden?
5. Nennen Sie einige relevante Aspekte des Text-, Grammatik- und Übungsteils bzw. der
Wortschatzpräsentation.
Lehrwerkanalyse
15
Gestalten Sie mit Hilfe der folgenden Beispiele Ihre eigene kleine Hierachie der
Lehrwerkfunktionen und begründen Sie sie.
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
19.
20.
Applikation der entwickelten Fähigkeiten und der erworbenen Erkenntnisse und Fertigkeiten
didaktische Transformation des Stoffes
Einübung der Fertigkeiten
Erziehung
Hinführung zum selbständigen Studium
Integration von Bildungsquellen
Kontrolle und Autokontrolle
Koordination von funktionsgerechter Ausnutzung der Lernmittel
Modifizierung der Arbeitsverfahren, Fertigkeiten, sozialen Arbeitsformen
Motivation der Schüler
Planung und Distribution des Lernstoffes
Schaffung von Bedingungen für den Schüler als den lernenden Leser
Schaffung von Bedingungen für den Schüler als kognitives, affektives und soziokulturelles
Wesen
Schaffung von Bedingungen für die zentrale Stellung des Textes
Schaffung von Kontext für Intentionen und Interessen der Schüler als Sprecher und
Schreiber
Schaffung von Kontext für Übungen und Dialoge
Systematisierung des Stoffes
Vermittlung einer philosophischen Einstellung zum Weltverstehen, zu ethischen und
ästhetischen Werten
Vermittlung und Festigung des Wissens
Wiederholung
Ausspracheschulung
Nehmen Sie Stellung zu folgenden Thesen. Sind sie richtig?
16
JA
NEIN
MIT EINSCHRÄNKUNG
1. Aussprache lernen bedeutet Aussprache der Laute lernen.
2. Aussprache ist die Sache des ganzen Körpers.
3. Ausspracheschulung sollte den Schüler nicht demotivieren.
Sie sollte nicht zu oft durchgeführt werden und immer ergiebig sein.
Hilfreich sind: lockeres Arbeitsklima, gute Konzentration,
Bewegung, individuelles Training, Training zu Hause, Geduld.
4. Die Aussprache des Schülers soll der des Muttersprachlers gleichkommen.
5. Die korrekte Aussprache lernt man durch die Ausspracheschulung.
6. Ziel der Ausspracheschulung ist das Verstehen der Beziehungen zwischen Wortklang,
Aussprache und Bedeutung.
7. Zu relevanten Zielen der Ausspracheschulung gehört die Verständlichkeit der Aussage.
Ausspracheschulung
17
1. Erklären Sie den Begriff „pathologisches Ohr“.
2. Welche didaktischen Folgen ergeben sich aus dem folgenden Zusammenhang:
Je mehr Aufmerksamkeit auf die Mitteilung gerichtet ist, desto weniger Aufmerksamkeit
kommt der richtigen Artikulation zu.
Ausspracheschulung
18
Erklären Sie folgende Möglichkeiten der Vermittlung und Einübung der Aussprache:
1. Akustischer Vergleich
2. Optisch-akustisch-artikulatorischer Vergleich
3. Schematische Darstellung der Artkulationsorgane
4. Fachspezifische Beschreibung des Artikulationsvorgangs
5. Pragmatische Beschreibung des Artikulationsvorgangs
6. Erklärung der Phonem-Graphem-Beziehung
Ausspracheschulung
19
Beschreiben Sie mit Hilfe der fogenden Beispiele die größten Probleme und Schwierigkeiten
der tschechischen Schüler
1. Ton x Tonne, Weg x weg
2. Tier x dir
3. Peter, tausend, Kreide
4. Aussicht; stört dich das Licht?
5. geben; Vater
6. Der alte Löwe lag in seiner Höhle und schnarchte.
Der alte Löwe lag in seiner Höhle, die Löwenfrau aber lag draußen.
Der alte Löwe lag in seiner Höhle, der jüngere aber unter dem Baum.
Wortschatzerwerb
20
Eine Sprache besteht aus hunderttausenden Wörtern. Umfangreiche Wörterbücher enthalten
etwa 50 000 davon. Der Grundbestand einer Sprache beträgt etwa 2 500 Wörter. Mit ihnen
können bis 85% eines allgemeinen Textes verstanden werden. Wenn man sich also jeden Tag
15 Wörter einprägen würde, könnte man in kurzer Zeit den Grundwortschatz bewältigen.
Trotzdem wird das „Vokabelnlernen“ befürchtet. Warum?
Wort – vereinzelt x Zusammenhang – Vokabel – Menge – Wiederholung – Ebenen der Sprache
Wortschatzerwerb
21
Beschreiben Sie einige Wissenssysteme und Relationen, in denen das Wort steht und die seine
Mehrfachspeicherung unterstützen können?
prozedurales Wissen – deklaratives Wissen – enzyklopädisches Wissen – Alltagswissen –
paradigmatisches Wissen – narratives Wissen – begriffliche Relationen – Schemata – Scripts –
mentale Modelle
Wortschatzerwerb
22
Wie kann der Wortschatz am besten erklärt, geübt, gefestigt, wiederholt, angewendet, geprüft
werden? Was machen wir, wenn wir den Wortschatz bzw. das Wort:
 semantisieren
 kontextualisieren
 demonstrieren
 aus dem Kontext erschließen
 übersetzen
 eigenes Lernsystem gestalten
 eigene Strukturen bilden
 wiederholen
Wortschatzerwerb
23
Welche Komponenten des Wortes werden gelernt und welche Hilfen und Lernstrukturen
können dabei ausgenutzt werden?
1. Aussprache
2. Bedeutungswandel in Zusammenhängen
3. Bezug auf Wortbildungsregularitäten, Satzbau, Analogien
4. Fehlerstatistiken, Feinde des Tages, falsche Freunde
5. Flexion, Valenz, Rektion, Dependenz
6. Muttersprache, Fremdsprachen, Zielsprache, Fremdwörter
7. Orthographie
8. prototypische Bedeutung
9. Sachgruppen, Wortfelder, Wortfamilien
10. Text und Vokabeln; Thema und Vokabeln; Situation und Vokabeln; Weltwissen bzw.
Erfahrung und Vokabeln
11. unterschiedliche Ordnungen, Gruppierungen, Schemata, Strukturen, Kategorien,
Hierarchien
12. Vokabellisten, Texte, Lehrer, Mitschüler, Wörterbuch, Situation
13. Vokabelringbücher, -karteien, Kategorien, Assoziogramme
14. Wortverbindungen (Kollokationen), Synonyme, Antonyme, Wortarten
Wortschatzerwerb
Was soll der Schüler und was der Lehrer können?
 abwechslungsreiche Übungen integrieren
 das Alphabet beherrschen
24










das Wort phonetisch erschließen können
eigenes Erwerbs- und Wiederholungssystem aufbauen
einsprachiges Wörterbuch benutzen
Lern- und Erwerbsstrategien vermitteln
Lernaufgaben angemessen dosieren
potenzielle Sprachstrukturen bewusst machen
Probleme erfragen
Zeichen, Symbole, Abkürzungen kennen (z.B. r/ e/ s für der/ die/ das)
zweisprachiges Wörterbuch benutzen
zwischen Bedeutungen unterscheiden
Wortschatzerwerb
25
Beschreiben Sie einige Wortschatz-Lern-Aufgaben, -Spiele, -Strategien.
1)
2)
3)
4)
5)
6)
7)
8)
9)
10)
11)
12)
Vokabelgruppierungen
Schwierige Vokabeln
Vokabelnbingo
Der Koffer
Artikelbingo
Karteikarten
Kreuzworträtsel
Interaktive Gedächtnisbilder
Wörterbuchsuche
Synonyme/Antonyme
Oberbegriffe/Unterbegriffe
Wortfelder/Wortfamilien
Grammatikerwerb
26
Welche grammatikbezogenen Fragen sind linguistisch, welche didaktisch motiviert?
1) Auf welchen Prinzipien soll die Beschreibung des Regelsystems einer Sprache basieren?
2) Hat das grammatische Element eher produktive oder eher rezeptive Relevanz?
3) In welcher Abfolge, Dosierung und Progression sollen die grammatischen Elemente
dargestellt werden?
4) Wie frequentiert bzw. wie produktiv ist das grammatische Element?
5) Welche kommunikative Relevanz besitzt das grammatische Element?
6) Welche phonologischen,
morphologischen, syntaktischen
und textspezifischen
Regularitäten hat die Sprache?
7) Welche Zusammenhänge gibt es zwischen Struktur- und Bildungsregularität auf der einen
Seite und Bedeutung und Funktion auf der anderen Seite?
8) Wie kann das mentale Regelapparat, die sog. „Grammatik im Kopf“ erklärt werden?
9) Wie kann die grammatische Struktur am besten visualisiert werden?
10) Wie komplex ist die grammatische Übung?
11) Wie wird die grammatische Struktur in kommunikative Zusammenhänge und Inhalte
integriert?
12) Welches Verhältnis von grammatischem Wissen und grammatischer Übung ist optimal?
Grammatikerwerb
27
Auf welchen allgemeinen didaktischen Prinzipien sollte die Grammatik-Vermittlung basieren?
Gehen sie bei der Erklärung von folgenden Stichworten aus:
- Orientierung auf den Prozess x Orientierung auf das Produkt
- autonomes Lernen
- Lernwege
- Rolle der Phantasie und Kreativität
- kontrastives Vorgehen
Grammatikerwerb
28
Beschreiben Sie das 5-Phasen-Modell der Interiorisierung mentaler Handlungen und beurteilen
Sie die relevanz der einzelnen Phasen im Lernprozess.
1)
2)
3)
4)
5)
Orientierung
materielle Handlung
Metaebene der lauten Beschreibung
Metaebene der stillen (inneren) Beschreibung
automatisierte Rede
Grammatikerwerb
29
Erklären Sie das Prinzip der Synchronisierung des Lernfortschritts.
Prosodische Regeln
Phonologische Regeln
Morphosyntaktische Regeln
Semantische Regeln
Verständigungsregeln
Wortschatz
Lern- und Arbeitsstrategien
produktiv-kreativer Ausdruck
interkulturelle Aspekte der Kommunikation
Grammatikerwerb
30
Erklären Sie folgende Verfahren der Grammatikvermittlung:
- Induktiv x deduktiv.
- Digital x analog.
- Rezeptiv-reproduktiv x produktiv.
- Grammatik des Merksatzes.
- SOS-Grammatik.
- Autonome Grammatik (AUTONOM als Akrostichon).
Grammatikerwerb
31
Beschreiben Sie mit Hilfe der folgenden Stichworte relevante Wahrnehmungen und
Entscheidungen des Lehrers im Hinblick auf Grammatik-Präsentation und -Erwerb.
 Interiorisierungsprozess des Schülers
 Steigerung der Schwierigkeit
 Ziel – Verstehen, Rekonstruieren, konstruieren
 Drillübungen x kreative Übungen
 Wiederholungsrhythmus




Induktive x deduktive Vermittlung
Terminologie
Merksatz
Visualisierung
Grammatikerwerb
32
Bestimmen Sie die optimale Reihenfolge der Aufgaben im Hinblick auf Steigerung der
Schwierigkeit
- von der Imitation
- über die Bildung von Analogien
- zur differenzierten Verwendung des sprachlichen Materials.
Aufgabe (Antworten Sie im Perfekt):
Lösung
A
Hat er gearbeitet?
Nein, er hat nicht gearbeitet, er hat . . .
B
Was hat er gemacht?
Er hat ein Buch gelesen.
Er hat sich mit Freunden unterhalten.
C
Was hat er geschrieben? Einen Brief Er hat einen Brief geschrieben.
oder ein Telegramm?
D
Hast
du
den
geschrieben?
Brief
schon 




Geschrieben schon, aber noch nicht
abgeschickt.
Er ist sogar schon abgeschickt worden.
Es ist nicht notwendig, den Brief zu
schreiben.
Natürlich. Der Brief muss ja noch heute
abgeschickt werden.
Warum soll ich den Brief schreiben? Du hast
auch noch keinen Brief geschrieben.
E
Was hat er geschrieben?
Er hat … geschrieben.
F
Hat er geschrieben?
1) Ja, er hat geschrieben
Nein, er hat nicht geschrieben.
Grammatikerwerb
33
Wählen Sie zwei grammatische Spiele und vergleichen Sie sie im Hinblick auf folgende
Faktoren:
- Altersstufe der Schüler
- Stufe des grammatischen und lexikalischen Fortschritts
- Zeitaufwand
- Hilfen (Stifte, Papier, Tafel, Möbelaufstellung…)
- Rahmenbedingungen
- Gefahren
- Lerneffekt
1. Autowaschanlage (Ich bin ein weißer Mercedes. Ich muss/ kann/ will/ soll/ darf bewundert/
gewaschen, … werden.): Körpersprachliche Darstellung der Autowaschanlage. Grammatik:
Adjektivdeklination; Modalverb + Inf. Pass.
2. Ich sitze im Grünen: Stühle im Kreis, ein Platz ist leer. Ein Teilnehmer gibt die Richtung an,
alle wechseln nach ihm dreimal in gleicher Richtung ihren Platz und besetzen ihren Nebenstuhl.
Der „Anführer“ kommentiert den Umzug: (1) ich sitze, (2) im Grünen, (3) neben meinem Freund
... Der genannte Freund besetzt den frei gewordenen Stuhl. Die Richtung für den nächsten
Umzug wird angegeben durch die Besetzung seines frei gewordenen Platzes: von links oder
von rechts.
In der nächsten Spielrunde wird die Bezeichnung des Sitzplatzes („Im Grünen“) variiert.
Grammatik: adverbiale Bestimmung mit Dativ.
3. Schneeballschlacht (Wortballspiel): Mit dem Ball wird ein Wort zugeworfen und die Aufgabe,
sein Paradigma aufzusagen. Grammatik: Paradigmen.
4. Was hast du geputzt? Kärtchen mit Vorgaben werden verteilt oder ausgelost (geputzt: das
Fenster, den Spiegel, die Brille, die Schuhe, das Auto, die Badewanne), die Tätigkeit wird auf
Grund einer pantomimischen Vorführung erraten. Grammatik: Verb im Perfekt.
5. Der Gegenstand verändert sich: Alle sitzen im Kreis und reichen sich reihum einen
imaginären Gegenstand. Jeder Einzelne führt pantomimisch vor, was er hat. Nach 3-5
Veränderungen wird gemeinsam rekapituliert, wer was gehabt hat bzw. was er damit gemacht
hat. Grammatik: Akkusativ; Verb im Perfekt.
6. Das Chinesische Porträt: Jemand wird von einem TN porträtiert. Der TN wird gefragt: Was
wäre er/sie, wenn er/sie eine Blume (ein Baum, ein Tier, ein Geschirrstück, ein Kleidungsstück,
ein Möbelstück, ein Gebäude, eine Landschaft) wäre? Der Porträtierte soll erraten werden.
Grammatik: Konjunktiv-II-Form „wäre“.
7. Kreatives Schreiben nach literarischen Texten: Der LT wird verlesen, seine grammatische
Struktur isoliert. Ein Thema wird vorgeschlagen und die grammatische Struktur wird von jedem
TN im eigenen Text ausgenutzt. Grammatik: verschiedene grammatische Strukturen.
Hörverstehen
34
1) Erklären Sie bitte folgendes Verhältnis, das im Hinblick auf die Relevanz der Fertigkeit
Hörverstehen aufschlussreich ist:
8
:
7
:
4
:
2
2) Führen Sie folgende Motive aus:
- Die Hörverstehensaktivität ist rein mental.
- Die Hörverstehens-Aktivität unterscheidet sich wesentlich von der LeseverstehensAktivität.
- Hörübungen sollten kurz sein.
- Die Zahl der adäquat gehörten und richtig verstandenen Einheiten wird auf etwa 7
begrenzt.
- Das Anliegen, einen Hörtext Wort für Wort zu verstehen, besitzt keine kommunikative
Relevanz.
- Der Hörverstehenseffekt kann gezielt gesteigert werden.
- Einige Wörter stiften leicht Verwirrung.
Hörverstehen
35
Erklären Sie folgende Handlungen, durch die das Hörverstehen vorbereitet werden sollte:
 Aktivierung des Vorwissens
 Vorentlastung
 Vorstrukturierung
Erklären Sie folgende Kategorien der Hörverstehensaktivität:
 Das globale Hörverstehen
 Das detailierte Hörverstehen
 Das Grobverstehen
Hörverstehen
36
Wählen Sie mindestens zwei der folgenden 5 Impulse und reagieren Sie darauf.
1) Formulieren Sie einige einfache Fragen bzw. Hörverstehensaufgaben, die am Anfang der
Hörverstehensaktivität stehen können und leicht zu erfüllen sind.
2) Formulieren Sie einige Aufgaben für die Bearbeitung von Text als Hörtext und Lesetext
zugleich.
3) Beschreiben Sie die Arbeit mit Dictogloss.
4) Beschreiben Sie eine typische Hörverstehensaufgabe für Gruppenarbeit.
5) Beschreiben Sie eine andere interessante Hörverstehenssequenz.
Leseverstehen
37
Welche der folgenden Fragen, die im Kontext des Leseverstehenstrainigs gestellt werden,
halten Sie für wichtig? Erklären Sie, warum.
-
Wie sollten Leseverstehensaktivitäten im FSU organisiert und gewichtet werden?
Welchen Stellenwert haben die einzelnen Zielsetzungen: Lesen zum Spracherwerb,
Lesen als Aufnahme von Information, Lesen zum psychisch-ästhetischen Genuss,
Lesen für das Publikum?
Sollte der Schüler eher als lesender Lerner oder als lernender Leser angesehen
werden?
Welche Leseziele werden in den einzelnen Lehrwerken verfolgt?
Welche Leseübungen und Leseaufgaben sollten Bestandteil des fachdidaktischen
Repertoires des Lehrers sein?
Leseverstehen
38
Welche didaktischen Schlussfolgerungen ergeben sich aus den folgenden drei Prinzipien des
Leseverstehensprozesses?
1. Der Leser verarbeitet die gelesene Information auf zweierlei Art und Weise:
- vom Text ausgehend (data driven – bottom up – aufsteigend);
- von eigenen Kenntnissen ausgehend – conceptually driven – top down –
absteigend).
2. Der Leser scheidet die irrelevanten Merkmale des Textes aus und sucht die
informationstragenden bzw. distinktiven Merkmale.
3. Der Leser gestaltet und bündelt Zusammenhänge, konstruiert Bedeutung und Sinn:
Leseverstehen
39
Erklären Sie, worin folgende Arbeitsverfahren bestehen:
- Organisation des Leseverstehens
- Das voraussagende Lesen
- Das rekonstruierende Lesen
- Das strategische Lesen
- Das publikumsorientierte Lesen
- Das Lesen als Verstehen
Leseverstehen
40
Benutzen Sie folgende Bausteine und gestalten eine komplexe Leseverstehensaufgabe:
A)
B)
C)
D)
E)
F)
G)
H)
I)
J)
K)
L)
Anfertigung von Notizen
Bestimmung der Lesegeschwindigkeit
Bestimmung der Schwierigkeiten
Bildung eines eigenen Zeichensystems
Erste Eindrücke
Findung der Schlüsselbegriffe
Formulierung von Fragen an den Text
Gliederung des Textes
Nachschlagen im Wörterbuch
Rechenschaft über das Gelesene
Wiederholtes Lesen nach Bedarf
Zielbestimmung
Leseverstehen
41
Um welche Art des Leseverstehens geht es in den folgenden fünf Aufgaben?
1.
Beantworten Sie folgende Fragen.
- Wie gefällt Ihnen der Text?
- Welche Gefühle hat er in Ihnen hervorgerufen?
- Was Wissen Sie vom Autor, vom Text?
- Mögen Sie die literarische Gattung?
2.
Den Schülern werden zwei zerschnittene Texte zweier unterschiedlicher Textsorten vorgelegt.
Die Texte können sogar ein gemeinsames Thema haben. Die Aufgabe besteht in der Trennung
der beiden Texte voneinander und in der Rekonstruktion des Verlaufs eines jeden Textes.
3.
„Das Galgenspiel“
Wettbewerb zweier Gruppen (A und B). Die Anzahl der waagrechten Striche, die von einem
Mitglied der Gruppe (A) an die Tafel gezeichnet werden, entspricht den Buchstaben eines
bestimmten Wortes:
_ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _
L E S E V E R S T E H E N
Die Schüler der anderen Gruppe (B) sollen Buchstaben nennen und das Wort erraten. Der
richtig genannte Buchstabe wird eingesetzt. Für jeden Buchstaben, der im Wort nicht vorkommt,
wird ein Strich des Galgens gemalt. Das Ziel besteht darin, das Wort zu erraten, bevor der aus
zehn Teilen bestehende Galgen fertig ist.
4.
Der kanadische Ministerpräsident hat das Land besucht.
Aufgabe 1:
Lesen Sie einige Überschriften zum Thema in mehreren Zeitungen.
Aufgabe 2:
Stellen Sie fest, ob der diskutierte Vertrag unterschrieben wurde.
Aufgabe 3:
Finden Sie alle Angaben zu seinem Programm.
5.
Modifizieren Sie das Lesen nach der Vorstellung des Raums und des Adressaten.
- Der „Theatersouffleur“ liest leise für eine nicht sehr entfernte Person und artikuliert
sehr deutlich.
- Der „Schauspieler“ liest laut für den ganzen Zuschauerraum.
- Für ein gleichgültiges und müdes Publikum wird lebendig und energisch gelesen.
- Für ein ängstliches und nervöses Publikum wird ruhig und freundlich gelesen.
Sprechen
42
Für das Training des Sprechens sind zahlreiche strategische Hilfen notwendig. Ordnen Sie die
folgenden Hilfen der Einübung des „reproduktiven“, „rekonstruktiven“ oder „produktiven“
Sprechen zu.
1) ausgehend vom Lese- oder Hörverstehenstext – Anfertigung von optischen Hilfen,
Schemata, Flussdiagrammen
2) graphische Gliederung des Textes, Unterstreichung von Schlüsselwörtern
3) lexikalische und grammatische Variation des sprachlichen Materials, Umformen,
Paraphrasieren
4) mnemotechnisches Lokalisieren
5) Read-and-look-up-Lesen
6) Reduktion und Expansion des Textes
7) rhythmisch-intonatorisches dynamisches Mitlesen oder Mitsprechen
8) schriftliche Vorbereitung des Sprechkonzepts in Stichwörtern und Punkten
9) vorbereitetes freies Sprechen
10) Vorsprechen (L oder ein S) und Nachsprechen (S)
11) vorstrukturiertes halbgelenktes Sprechen
12) wiederholtes Hörverstehen des Textes und Anfertigung von Notizen
13) Wiederholung der Textsegmente im stillen und im lauten Monolog
14) Wiederholung des Textes in Segmenten vom Ende her beginnend; die Länge der
Segmente vergrößert sich Schritt für Schritt
Sprechen – Diskussionsführung
43
1. Für den erfolgreichen Verlauf einer Diskussion ist die Person des Diskussionsleiters von
Bedeutung. Was ist seine Aufgabe im Hinblick auf die Vorbereitung und Durchführung der
Diskussion?
2. Auf welche Weise kontrolliert der Diskussionsleiter sich selbst?
3. Nennen Sie einige sprachliche Handlungen aus dem Bereich der DiskussionsStrukturierung, zu denen spezifischer Wortschatz und Idiomatik gebraucht werden?
4. Nennen Sie einige Übungen, durch die sich die Teilnehmer auf die Diskussion vorbereiten
können.
Sprechen – TZI
44
Erklären Sie mit Hilfe der folgenden Stichwörter das Konzept der ThemenZentrierten Interaktion:
70er/80er Jahre – Ruth Cohn – Gleichgewicht zwischen sach- und personenbezogener
Interaktion – Erdkugel – ICH – WIR – ES – Autonomie – Interdependenz – eigener Vorsitzender
– Emotionen x Erkennen – Ich-Hier-Jetzt – Störungen – „er ist“ x „du bist“ x „auf mich wirkst du“
x „es bedeutet für mich“…
Schreiben
45
1) Worin besteht die sogenannte Zweigleisigkeit des Schreibens?
2) Auf welche spezifische Art und Weise kommen sinnliche und geistige Aktivitäten beim
Schreiben zur Geltung?
Sehen – Hören – Sprechmotorik – Motorik – Denken
3) Beschreiben Sie die Art, auf die wichtige Aspekte des Spracherwerbs im Schreiben unter
einen Hut gebracht werden.
Konzentration auf die Form – Autokontrolle – Adressatenbezug – strategisches Lernen –
Kreativität
Schreiben
46
Nennen Sie einige Teilprozesse, die in den einzelnen Modellen des Schreibens unterschiedlich
gewichtet werden.
- Schreiben als Problemlösen
- Schreiben als Reflektieren
- Schreiben als Handeln
- Schreiben als Lernen
Schreiben
47
In welchen Phasen des kommunikativen Unterrichtsaufbaus kommen die Funktionen der
Schreibaufgaben zur Geltung?
Funktionen:
- Befähigung zum kreativen Ausdruck
- Bewältigung der Alltagskommunikation
- Schaffung von Hilfen im Studium
- Spracherwerb
Phasen:
- Anwendung
- Aufbau
- Simulation
- Strukturierung
- Vorbereitung
Schreiben
48
Ein wichtiger Aspekt der Gestaltung von Schreibaufgaben ist der Grad der Lenkung des
Schreibprozesses. Welche der folgenden Aufgaben repräsentieren:
 das gelenkte Schreiben
 das halbgelenkte Schreiben
 das freie Schreiben
1) Abschreiben und Schreiben nach Diktat
2) Beschreibung eines schematischen Kontexts
3) die Form ist stark vorstrukturiert, der Inhalt ist relevant (Wertung, Kritik, Kommentar,
Vorwurf, Bitte, Plan, Überzeugung, Rat, Vorschlag, Auswahl, Begründung,
Verallgemeinerung, Beendung, Rätsel, Findung und Beschreibung von Details,
Einschätzung, Kontrolle)
4) die formale Vorgabe ist klein und einfach, der Inhalt ist relevant
5) Fehlerkorrektur
6) Formulierung von Fragen und Antworten
7) grammatische Formulation, Modifikation, Transformation, Ergänzung
8) Identifizierung und Diskriminierung von Fakten, Details, Beziehungen
9) Kombination von Teilsätzen und ganzen Sätzen
10) Nacherzählen
11) Paraphrasieren
12) S selbst bestimmt den Inhalt, dabei nutzt er formale kleine Vorgaben aus
13) Übersetzung
14) Worte, Wendungen, Sätze, Teiltexte, Texte werden nach Muster konzipiert
Schreiben
49
Welche Schreibtechniken können eingesetzt werden?
 Zur Förderung der formalen Korrektheit
 Zur Förderung der inhaltlichen Klarheit
 Zur Förderung des kreativen Ausdrucks
1) Anfertigung von Notizen zum Text bzw. zum Gedanken
2) Assoziieren der inneren Rede
3) Ausarbeitung des Layouts für Schülerhefte
4) Automatisches Schreiben
5) Bereitstellung von Nachschlagewerken
6) Führen von persönlichen Fehlerstatistiken
7) Gestaltung von aktuellen Fehlertypologien
8) Gliederungstechniken in Leseverstehensaufgaben
9) Kennenlernen von Nachschlagewerken
10) Nachahmung der Form im Text mit eigenem Inhalt
11) systematisches Korrekturlesen
12) Umformulieren und Umformen.
Schreiben
50
Gehen Sie vom folgenden Katalog der zweckwidrigen Verhaltensweisen aus. Formulieren Sie
einen Gegenkatalog und benennen Sie seine Prinzipien.
1) Bereite die Schreibaufgabe mit den Schülern nicht vor.
2) Kümmere dich nicht darum, ob die Schüler die Schreibaufgabe für eine interessante
Herausforderung halten.
3) Vermeide assoziatives Schreiben. Sorge dafür, dass die Arbeit am gesamten Text sofort
begonnen wird, ohne dass die Schüler ins Klare kommen, ob und was sie schreiben
wollen.
4) Sag den Schülern, dass sie keine Fehler machen dürfen.
5) Lass die Schüler nicht im Wörterbuch nachschlagen, keine grammatischen Tabellen
und Übersichten benutzen.
6) Verbessere die Fehler selbst, und zwar deutlich sichtbar ROT.
7) Zensiere die schriftlichen Arbeiten genau nach der Fehleranzahl. Diskutiere mit den
Schülern über ihre Fehler und über ihre Schreiberfahrung nicht.
8) Lass die Schüler ihre Texte nicht veröffentlichen: z.B. vorlesen oder aushängen. Es
handelt sich ja nur um Schülertexte.
Schreiben
51
1. Beschreiben Sie einige interessante Schreib-Aufgaben und –Projekte im Unterricht DaF.
 Wandzeitung
 Diktat
 Schreibspiele
 Arbeit mit literarischen Texten
 ?
Sehverstehen – Bild im Fremdsprachenunterricht
52
Charakterisieren Sie Rolle und Relevanz des Bildes im heutigen Unterricht DaF
Zeitalter des Bildermenschen – Wirksamkeit der visuellen Information – Gleichzeitigkeit der
Mitteilung – Neugier – Bereitschaft, den komplexen Reiz zu erforschen – Evozierung von
Erfahrungen und Emotionen
Sehverstehen – Bild im Fremdsprachenunterricht
53
Worin bestehen die didaktischen Funktionen des Bildes und was sind die typischen
Arbeitsvefahren?





















Aktivierung des Vorwissens zum Thema
Belohnung
Bildinterpretation
Bildung und Vergleich von Hypothesen
durchgehende Entlastung des Stoffes
Entwurf der Vorgeschichte des Bildes und seiner Fortsetzung
erste Motivation, Erwecken der Aufmerksamkeit
Erstellen eigener Bilder
gemeinsames Reden
Impuls zur Texterstellung
komplexer Sprechanlass
Leistungsmessung
Merkhilfe
Organisationshilfe
schrittweises Aufdecken des Bildes
Sprechen über das Bild und im Bild
Verbindung von Bild und Sprache
Vergleich der Fremdinterpretation und der Eigeninterpretation
Verständnishilfe
Verstehenskontrolle
Vorentlastung des Stoffes
Landeskunde
54
1) Was wird heute unter dem Begriff „Landeskunde“ verstanden?
soziokulturelle Gegebenheiten – Sprache im authentischen Kontext
2) Erklären Sie mit Hilfe der folgenden Stichwörter das Verständnis der Landeskunde im
kognitiven, kommunikativen und interkulturellen Unterrichtskonzept.
Ziel
Inhalt
Vermittlung und
Aneignung von Wissen
Vermittlung
und Aneignung
der kommunikativen
Kompetenz bzw.
Handlungsfähigkeit
Ausbau der Kompetenz
den „Fremden“ bzw. den
anderen und sich selbst
besser zu verstehen
Geschichte
Leistungen der „hohen“
Kultur …
Alltagskultur
in Bereichen der universalen
Lebenserfahrung
Reflexion des
„Fremden“ und des
„Eigenen“;
der Spezifik der
Daseinserfahrungen und
deren Einflusses auf
Traditionen, Normen,
Einstellungen,
Sorgen und Hoffnungen
Gesprächs- und
Interaktionsstrategien.
Strategien der
Verständigung
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