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Reader zum neuen Programm des Eine-Welt-Mobils:
„Was hat der Regenwald in Ecuador mit uns zu tun?!“
Inhalt
1. Biodiversität
1.1. Was bedeutet Biodiversität
1
1.2. Warum brauchen wir biologische Vielfalt?
1
1.3. Wo gibt es biologische Vielfalt?
2
1.4. Warum oder wodurch ist die biologische Vielfalt bedroht?
5
2. Übereinkommen über die biologische Vielfalt (CBD)
2.1. Hauptziele der CBD
5
2.2. Aufbau und Gremien der CBD
7
2.3. Finanzierung der CBD
7
2.4. Arbeitsprogramme der CBD
7
2.5. Vertragsstaatenkonferenz der CBD vom 19. bis 30. Mai 2008 in Bonn
8
2.6. ABS – ein Schwerpunktthema der deutschen CBD-Präsidentschaft bis 2010
9
3. Wälder der Welt
3.1. Bedeutung der Wälder
10
3.2. Verbreitung der Wälder
10
3.3. Waldökosysteme
10
3.4. Einteilung der Waldgesellschaften nach Vegetationszonen
11
3.5. Globale Waldzerstörung
13
4. Lebenswelt Regenwald
4.1. Allgemeines
14
4.2. Kennzeichen des tropischen Regenwaldes
15
4.3. Ressourcenverbrauch und Regenwaldzerstörung
20
4.3.1. Brandrodung
21
4.3.2. Holzwirtschaft
22
1
4.3.3. Landwirtschaft
22
4.3.4. Gewinnung/Verarbeitung von Bodenschätzen
23
4.3.5. Biopiraterie
23
5. Ecuador: Biodiversität und indigene Gemeinden
5.1. Daten und Fakten zu Ecuador
24
5.2. Indigene Gemeinden in Ecuador
26
5.3. Indigenes Wissen und biologische Vielfalt
28
5.4. Menschenrechtsverletzungen an indigenen Gemeinden
29
6. Erdöl und Umwelt Ecuador
6.1. Amazonien, ein Erdöl-Land
30
6.2. Erschließung der Erdöllagerstätten
31
6.3. Umweltschäden durch Erdölförderung
32
6.4. Wasser- und Luftverschmutzung
33
6.5. Soziokulturelle Auswirkungen
34
6.6. Wirtschaftliche Daten
36
6.7. Die Gemeinde Sarayaku
36
6.8. Erdöl in unserem Alltag
38
7. Artenvielfalt und Naturschutz in Deutschland
39
8. „Der Regenwald in Ecuador und wir“ und das Curriculum
8.1. Wie kann das Thema „Was hat der Regenwald in Ecuador mit uns zu tun?“ in den
Lehrplan eingebunden werden?
47
8.2. Welche Bildungsmaterialien zu diesem Thema sind verhanden?
2
48
1. Biodiversität
1.1.
Was bedeutet Biodiversität?
‚Biodiversität‘ (‚Biodiversity‘) ist eine Kurzform von ‚Biological Diversity‘ (meist übersetzt als
‚Biologische Vielfalt‘).
In den 1980er Jahren wurde der Begriff ‚Biological Diversity‘ von dem amerikanischen
Soziobiologen Edward O Wilson geprägt und intensiv diskutiert. Seine Durchschlagskraft
erhielt das Thema nach der ‚United Nations Conference on Environment and Development‘
in Rio de Janeiro 1992, wo 159 Nationen eine internationale Konvention zum Erhalt der
Biodiversität unterzeichneten, die Ende 1993 in Kraft trat.
Biodiversität, die Vielfalt des Lebens auf unserer Erde, ist die Variabilität lebender
Organismen und der ökologischen Komplexe zu denen sie gehören.
Sie umfasst drei Ebenen:

die Vielfalt an Ökosystemen bzw. Lebensgemeinschaften, Lebensräumen und
Landschaften

die Artenvielfalt

die genetische Vielfalt innerhalb der verschiedenen Arten
Quelle: http://www.bfn.de/0304_biodiv.html (Stand 13.10.2009)
1.2.
Warum brauchen wir biologische Vielfalt?
Es gibt zahlreiche ökologische, ökonomische, soziale und auch ethische Gründe, biologische
Vielfalt zu erhalten und zu bewahren:

Wir sind ethisch dazu verpflichtet, die biologische Vielfalt zu schützen und aus Gründen
der sozialen und der Generationengerechtigkeit zu bewahren. Laut Grundgesetz schützt
der Staat "auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen
Lebensgrundlagen" (GG Art. 20 a).

Pflanzen und Tiere spielen bei der Ernährung des Menschen die entscheidende Rolle.
Ungefähr 7000 Pflanzenarten wurden bislang für die menschliche Ernährung weltweit
kultiviert – ein Prozess, der bereits vor 12.000 Jahren begann. Ferner erhalten wir
zahlreiche Rohstoffe (z. B. Holz als Baumaterial oder Energielieferant) aus der Natur.
3

Pflanzen und Tiere haben bereits zahlreiche "Vorlagen" für technische Erfindungen
geliefert (Bionik). Die Übernahme von erfolgreichen Anpassungen in der Natur kann zu
leichteren und trotzdem stabileren Bauten führen und so auch dabei helfen, Rohstoffe
und Energie einzusparen.

Zusätzlich können die Erbinformationen, die genetischen Ressourcen in der Ernährung
aber auch im medizinischen Bereich helfend eingesetzt werden. Diese Vielfalt gilt es
nutzbar zu machen (z. B. durch die Zucht besserer Nutztierrassen und Pflanzensorten).
Damit das gelingen kann, muss die biologische Vielfalt in ihrer ganzen Breite erhalten
werden.

Wie selbstverständlich nutzen wir täglich zahlreiche "Dienstleistungen" der Natur (und
somit der biologischen Vielfalt): frische und saubere Luft, sauberes Wasser, bestäubende
Insekten (z. B. Bienen), CO2 -Speicherung (in Wäldern, Mooren, Böden, Weltmeeren). Dieses sind alles unentgeltliche Ökosystemfunktionen - wir können es uns nicht leisten,
auf diese zu verzichten.

Dieses gilt beispielsweise auch für die Erholungsnutzung: Sei es der abendliche
Spaziergang durch den nahen Wald oder die Urlaubsreise ans Meer: Immer spielen die
"schöne" Landschaft und die Natur eine entscheidende Rolle, zu unserem Wohlbefinden
beizutragen.

Nicht zuletzt beim Klimawandel wird es wichtig sein, dass möglichst viele Arten und
intakte Ökosysteme erhalten bleiben, um deren Potenzial, sich an die verändernden
Verhältnisse anzupassen, auch nutzen zu können.
Quelle: http://www.bfn.de/0304_fakten.html (Stand 13.10.2009)
1.3.
Wo gibt es biologische Vielfalt?
Biologische Vielfalt findet sich überall auf der Erde: Schwerpunkte mit besonders hohen
Dichten an Arten, Ökosystemen und genetischer Vielfalt sind etwa Bereiche der Tropen,
Meere, Wälder, Inseln oder auch alte Kulturlandschaften. Das bedeutet, dass es in jeder
Region den jeweiligen Standorten und Klimaten angepasste Arten und Artengemeinschaften
gibt, die wertvoll sind und die es zu schützen gilt. Zu einem großen Teil sind diese der
Wissenschaft bislang sogar unbekannt.
Weltweit wurden bisher fünf Regionen ermittelt, welche die Spitzenstellung in der
Artenvielfalt einnehmen (>5.000 Arten/10.000 km²):

drei Zentren in Südamerika: Costa Rica, Atlantisches Brasilien, Tropische Ost-Anden
(Costa Rica, Panama, Kolumbien, Ecuador, Peru, Brasilien)
4

zwei Zentren im indonesischen Archipel: Borneo, Neuguinea (Indonesien, PapuaNeuguinea)
Wissenschaftler vermuten in diesen Regionen 70 Prozent aller weltweit vertretenen Tier- und
Pflanzenarten. Aufgrund dessen wird hierbei auch häufig von Megadiversität oder von
„Hotspots“ biologischer Vielfalt gesprochen (vgl. Abbildung 1; Karte zeigt Artenzentren in
Bezug auf das Pflanzenreich, die Artenzentren des Tierreiches sind ähnlich verteilt).
Weitere Länder mit hoher Artenvielfalt (3.000 - 5.000 Arten/10.000 km²):

Mexiko, Guatemala, Honduras, Nicaragua, Venezuela, die Guyanas, Kuba,
Kongobecken mit Anteilen in: Kamerun/den beiden Kongos/Gabun,

Ostafrikanisches Riftvalley mit Anteilen in:
Uganda/Tansania/Ruanda/Burundi/Malawi/Sambia,

Südafrika (Kap-Provinz), Madagaskar,

Indien (Ghats), Himalaya mit Anteilen in: Indien/Nepal/Bhutan/Myanmar,

Südliches China, Laos, Vietnam, Thailand, Kambodscha, Malaysia,

Indonesien (Sumatra, Borneo, Irian Jaya),

Philippinen, Randzonen Australiens
Diese artenreichsten Regionen liegen im feucht-heißen tropischen Gürtel, überwiegend in
den Regenwäldern des Tieflands (Panama/Darien, Amazonastiefland, Kongobecken), aber
auch in den Regenwäldern der Bergregionen (Costa Rica, Anden, Östliches Brasilianisches
Hochland, Nord-Borneo, Hochland von Neuguinea).
Quellen:

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) (Hrsg): Biologische
Vielfalt – Materialien für Schülerinnen und Schüler. Berlin: Zeitbild Verlag, 2008.

http://www.bfn.de/0304_fakten.html (Stand 13.10.2009)
5
Abbildung 1: Globale Biodiversität – Artenzahl von Gefäßpflanzen
Quelle: http://www.brazadv.de/images/biodiversity.bmp (Stand:13.10.2009)
6
1.4.
Warum und wodurch ist die biologische Vielfalt bedroht?
Die biologische Vielfalt ist auf vielfältige Art und Weise durch den Menschen bedroht. Zu den
wichtigsten Gefahren gehören:

Direkte Zerstörung von Lebensräumen (z. B. Bau von Siedlungen und Infrastrukturen,
Abholzung, Brandrodung, Tagebau, Entwässerung, bestimmte Fischereipraktiken,
industrielle Landwirtschaft)

Übernutzung und Degradation (z. B. Überweidung, Bodenerosion, Zerschneidung von
Lebensräumen, nicht-nachhaltige Brennholznutzung, Pestizideinsatz, Schadstoffeinträge,
Gewässerverschmutzung,
nicht-nachhaltiger
Tourismus/Fremdenverkehr,
nicht-
nachhaltige Landwirtschaft, nicht-nachhaltige Fischerei und Jagd)

Nutzungswandel: Die Aufgabe von extensiv genutzten Flächen (z. B. Beweidung)
einerseits oder die veränderte Nutzung (Intensivierung z. B. durch Umwandlung von
Grünlandnutzung in Ackerbau) andererseits wirken sich oft negativ auf die biologische
Vielfalt aus.

Gebietsfremde Arten: Das bewusste oder unbewusste Freisetzen von Arten außerhalb
ihrer natürlichen Verbreitung kann in den neuen Lebensräumen erhebliche Folgen haben
(z. B. Kaninchen in Australien, Riesen-Bärenklau oder Drüsiges Springkraut in
Deutschland)

Klimawandel: Für die Ökosysteme zu schnelle Veränderungen des Klimas, so dass diese
sich nicht anpassen können. Es kann zum Aussterben von isolierten Populationen oder
Arten kommen.
Quelle: http://www.bfn.de/0304_fakten.html (Stand 14.10.2009)
2. Übereinkommen über die biologische Vielfalt (CBD)
2.1.
Hauptziele der CBD
Das Übereinkommen über die biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity - CBD)
ist eines der drei völkerrechtlichen Abkommen, die bei der Konferenz der Vereinten Nationen
für Umwelt und Entwicklung (UNCED) in Rio de Janeiro 1992 zur Unterzeichnung auslagen.
Das Übereinkommen trat am 29.12.1993 völkerrechtlich in Kraft. Deutschland ist seit 1994
Vertragspartei.
7
Das Übereinkommen hat drei übergeordnete Ziele:

die Erhaltung biologischer Vielfalt,

eine nachhaltige Nutzung ihrer Bestandteile und

die gerechte Aufteilung der Vorteile aus der Nutzung genetischer Ressourcen
Im Strategischen Plan der Konvention wurde das Ziel festgelegt, bis 2010 die gegenwärtige
Rate des Verlustes an biologischer Vielfalt signifikant zu reduzieren. Dieses Ziel wurde im
Umsetzungsplan des Weltgipfels für nachhaltige Entwicklung (WSSD) 2002 in Johannesburg
bestätigt. Bisher sind dem Übereinkommen 190 Staaten und die Europäische Gemeinschaft
als Vertragsparteien beigetreten. Die USA haben das Übereinkommen gezeichnet, aber
nicht ratifiziert. Das Übereinkommen ist mit dieser hohen Anzahl der Vertragsstaaten eines
der größten völkerrechtlichen Übereinkommen. Diese hohe Akzeptanz lässt sich u. a. mit der
Verknüpfung der Schutzbemühungen zur Erhaltung der biologischen Vielfalt mit einer
naturschutzgerechten, nachhaltigen Nutzung dieser natürlichen Ressourcen erklären. Das
Übereinkommen geht mit diesem Ansatz in seiner Zielsetzung und Reichweite über die
Anliegen
"klassischer"
Naturschutzabkommen
hinaus.
Die
CBD
bekräftigt
das
völkerrechtliche Prinzip, dass die Staaten souveräne Rechte über ihre biologischen
Ressourcen besitzen, betont jedoch auch das gemeinsame Anliegen der Menschheit, diese
Ressourcen zu erhalten und nachhaltig zu nutzen.
Zur Erreichung der beiden ersten Ziele verpflichtet die CBD die Vertragsstaaten zur
Erhaltung aller Bestandteile der biologischen Vielfalt, sowohl in ihrem Lebensraum ("in situ")
als auch als unterstützende Maßnahme außerhalb des Lebensraumes ("ex situ"),
beispielsweise in Gen-Datenbanken, botanischen oder zoologischen Gärten. Bestehende
Nutzungen, z.B. Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei, sollen gemäß dem Prinzip der
Nachhaltigkeit ausgestaltet, und Forschung und Ausbildung sowie Öffentlichkeitsarbeit als
Instrumente zur Förderung des Übereinkommens eingesetzt werden. Zur Erreichung des
dritten Ziels – der gerechte Vorteilsausgleich bei der Nutzung genetischer Ressourcen sollen die Herkunftsländer für die Gewährung des Zugangs zu ihren genetischen
Ressourcen, z.B. für die Entwicklung von landwirtschaftlichen oder pharmazeutischen
Produkten, angemessen an den damit erzielten Gewinnen beteiligt werden (ABS – Access
and Benefit Sharing). Denn nicht nur Pflanzen, Tiere und ihre Produkte sind wirtschaftlich
nutzbar, sondern auch die genetischen Informationen einzelner Individuen, beispielsweise
als Ausgangsmaterial für pharmazeutische Forschungen.
8
2.2.
Aufbau und Gremien der CBD
Die CBD ist ein Rahmenabkommen, was bedeutet, dass die Bestimmungen, die in den
einzelnen Paragrafen und Artikeln festgelegt sind, relativ allgemein gehalten sind und in
einem Folgeprozess durch die Beschlüsse der Vertragsstaatenkonferenz konkretisiert
werden
müssen.
Die
Vertragstaatenkonferenz
ist
das
oberste
politische
Entscheidungsgremium der Konvention. Sie wird durch eine Reihe von Arbeitsgruppen und
Ausschüssen unterstützt, u. a. durch den wissenschaftlich-technischen Ausschuss
(Subsidiary Body on Scientific, Technical and Technological Advice - SBSTTA), die
Arbeitsgruppe zur Umsetzung der Konvention, Arbeitsgruppen zu ABS, Schutzgebieten und
zu Rechten indigener Bevölkerungsgruppen. Alle diese Zwischenorgane der CBD geben
Empfehlungen ab, die bei der jeweils nächsten Vertragsstaatenkonferenz verhandelt und
beschlossen werden.
2.3.
Finanzierung der CBD
Ein Finanzierungsmechanismus soll besonders den finanzschwächeren Ländern helfen, die
durch die Umsetzung der CBD entstehenden zusätzlichen Kosten zu tragen. Als vorläufiger
Finanzierungsmechanismus wurde der bei der Weltbank angesiedelte Globale Umweltfonds
(Global Environment Facility - GEF) bestimmt. Dieser 1991 gegründete, multilaterale Fonds
vergibt an Entwicklungs- und Transformationsländer Zuschüsse für Investitionen und
technische Beratung in den Bereichen biologische Vielfalt, Klimaschutz, Bekämpfung der
Wüstenbildung, langlebige organische Umweltgifte sowie Schutz internationaler Gewässer
und Schutz der Ozonschicht.
2.4.
Arbeitsprogramme der CBD
Es gibt eine Reihe von thematischen Arbeitsprogrammen der CBD, die die Hauptbioregionen
der Erde widerspiegeln, u.a.:

Biologische Vielfalt der Binnengewässer einschließlich der Feuchtgebiete

Biologische Vielfalt der Meere und Küsten

Biologische Vielfalt der Wälder

Agrobiodiversität

Biologische Vielfalt in Trockengebieten

Biologische Vielfalt der Berge

Biologische Vielfalt von Inseln
9
Darüber hinaus wurden zahlreiche themenübergreifende Arbeitsprogramme verabschiedet,
wie z.B. zu folgenden Querschnittsthemen:

Schutzgebiete

Zugang zu genetischen Ressourcen und gerechter Vorteilsausgleich (ABS)

Indigene Völker und lokale Gemeinschaften

Biologische Vielfalt und Klimawandel

Ökosystemarer Ansatz der Biodiversitätskonvention (Ecosystem approach)

Nachhaltige Nutzung biologischer Vielfalt

Technologietransfer

Nachhaltiger Tourismus in ökologisch sensiblen Gebieten

Invasive gebietsfremde Arten

Globale Strategie zur Erhaltung pflanzlicher Vielfalt (GSPC)

Globale Taxonomie Initiative (GTI)

Kommunikation, Umwelterziehung und Bewusstseinsbildung

Clearing-House Mechanismus (CHM)

Berichtswesen
Deutschland macht sich in besonderer Weise für das 2004 in Kuala Lumpur beschlossene
Arbeitsprogramm zu Schutzgebieten stark. Dieses Arbeitsprogramm hat das übergeordnete
Ziel, bis 2010 auf Land und 2012 auf See ein weltweites, repräsentatives Schutzgebietsnetz
zu errichten. Hierfür gibt das Arbeitsprogramm zahlreiche Schritte mit konkreten Fristen vor.
2.5.
Vertragsstaatenkonferenz der CBD vom 19. bis 30. Mai 2008 in Bonn
Die 9. Vertragsstaatenkonferenz der CBD fand vom 19. bis 30. Mai 2008 in Bonn statt.
Deutschland hat am ersten Konferenztag die Präsidentschaft der CBD bis zur 10. CBDVertragsstaatenkonferenz 2010 in Japan übernommen. Mehr als 6000 Teilnehmer haben in
Bonn unter deutschem Vorsitz zwei Wochen lang Maßnahmen beraten, um den weltweiten
Verlust an biologischer Vielfalt zu reduzieren und die notwendige Trendwende beim
anhaltenden Biodiversitätsverlust einzuleiten.
Es ist ein weltweiter Aufbruch zum Schutz der Natur gelungen. Bei den strittigsten Themen
konnte Einigkeit erzielt und der Stillstand der letzten Jahre überwunden werden.
10
2.6.
ABS – ein Schwerpunktthema der deutschen CBD-Präsidentschaft bis 2010
Der Zugang zu den genetischen Ressourcen eines Landes ist laut der CBD an die
Zustimmung des Ressourceninhabers sowie an einvernehmlich festgelegte Bedingungen
hinsichtlich
des
Vorteilsausgleichs
geknüpft.
Konkrete
Zugangs-
und
Vorteilsausgleichsbedingungen werden entsprechend den nationalen Gesetzen u. a. in so
genannten "Materialüberlassungsverträgen" ausgehandelt.
Auf der 6. Vertragsstaatenkonferenz der CBD im April 2002 wurden in den "Bonner Leitlinien
über den Zugang zu genetischen Ressourcen und die gerechte und ausgewogene
Beteiligung an den Vorteilen aus ihrer Nutzung" Mindeststandards festgelegt. Diese
international gültigen, freiwilligen Leitlinien gewährleisten mehr Rechtsklarheit, insbesondere
in den Ländern, die noch nicht über nationale Zugangsgesetzgebungen verfügen.
Aus der Sicht vieler Entwicklungsländer reichen die freiwilligen Bonner Leitlinien jedoch nicht
aus, um sicherzustellen, dass genetische Ressourcen nicht unrechtmäßig angeeignet
werden ("Biopiraterie"). Daher fordern sie seit Jahren die Schaffung internationaler
rechtsverbindlicher Regelungen.
Nach 16 Jahren ist es nun gelungen, einen gemeinsamen Weg einzuschlagen, der zu einer
international verbindlichen Vereinbarung zur gerechten Aufteilung der Vorteile aus der
Nutzung der genetischen Vielfalt führt. Bei der 9. Vertragsstaatenkonferenz der CBD in Bonn
wurde ein "Bonner Mandat" verabschiedet, das einen straffen Fahrplan bis zur
Verabschiedung
eines so
genannten
internationalen
"ABS-Regimes"
bei
der
10.
Vertragsstaatenkonferenz der CBD in 2010 beinhaltet. Die inhaltliche Ausgestaltung des
ABS-Regimes muss während der deutschen CBD-Präsidentschaft erfolgen, die große
Verantwortung dafür trägt, dass die Entscheidungen der Konferenz umfassend und
rechtzeitig umgesetzt werden. Das Thema ABS ist daher Bestandteil der "Bonn Agenda für
globale biologische Vielfalt", die während des Ministersegments der Konferenz beschlossen
wurde und die Themenkomplexe umfasst, auf deren Fortschritt während des deutschen
Vorsitzes besonderer Wert gelegt wird.
Quelle:http://www.bmu.de/naturschutz_biologische_vielfalt/internationaler_naturschutz/uebereinkomm
en_ueber_die_biologische_vielfalt/doc/36825.php (Stand: 12.10.2009)
11
3. Wälder der Welt
3.1.
Bedeutung der Wälder
Rund ein Drittel der Erdoberfläche ist mit Wäldern bedeckt. Wälder sind die artenreichsten
Lebensräume der Welt. Von den 1,3 Millionen beschriebenen Tier- und Pflanzenarten leben
etwa zwei Drittel im Wald. Zugleich sind Wälder Lebensraum und Lebensgrundlage für 1,8
Milliarden Menschen, darunter sind viele indigene Völker. Wälder bieten Schutz vor Erosion,
Lawinen und Überschwemmungen und regulieren als natürliche Wasserspeicher den
Wasserhaushalt.
Ein Drittel der weltgrössten Städte beziehen einen bedeutenden Teil ihres Trinkwassers aus
Waldschutzgebieten. Wälder speichern etwa die Hälfte des auf der Erde gebundenen
Kohlenstoffs. Sie enthalten 20 bis 50 Mal mehr Kohlenstoff in ihrer Vegetation als andere
Ökosysteme.
3.2.
Verbreitung der Wälder
Weltweit treten Wälder als Waldgesellschaften in Gebieten mit einer (je nach Temperatur)
bestimmten minimalen Niederschlagsmenge auf. Fällt weniger Niederschlag, geht der Wald
in eine Trocken-Savanne oder Steppe über. Für Hochlagen und kalte Klimate ist die Dauer
der Vegetationsperiode für den Erfolg der Vegetation entscheidend. Ab einer bestimmten
Höhe bzw. geografischen Breite gibt es eine Waldgrenze, jenseits derer kein Wald mehr
wachsen kann und nur vereinzelt (verkrüppelte) Bäume vorkommen. Ihr folgt die
Baumgrenze.
3.3.
Waldökosysteme
Wälder sind komplexe Ökosysteme. Mit optimaler Ressourcenausnutzung sind sie das
produktivste Landökosystem. Nach den Ozeanen sind sie die wichtigste Einflussgröße des
globalen Klimas. Sie stellen gegenüber anderen Nutzungsformen global die einzig wirksame
Kohlendioxidsenke dar und sind die wichtigsten Sauerstoffproduzenten. Sie wirken
ausgleichend auf den globalen Stoffhaushalt. Ihr Artenreichtum ist ein unschätzbarer
Genpool, dessen Bedeutung zunehmend auch in der Industrie erkannt wird.
Innerhalb der neun Ökozonen der Erde bilden sich mit Überlagerung der Orobiome
(Höhenstufe) verschiedene Waldformen aus. In den Grenzbereichen des Lebens, bei starker
Trockenheit oder Kälte, gehen die Wälder in Savannen, Tundren oder Wüsten über. Die
ausgedehntesten Waldgebiete der Erde sind die tropischen Regenwälder um den Äquator
12
und die borealen Wälder der kalten bis gemäßigten Gebiete der Nordhalbkugel (Finnland,
Sibirien, Kanada).
3.4.
Einteilung der Waldgesellschaften nach Vegetationszonen
Wälder der Tropen
Zwischen den Wendekreisen der Sonne, in tropischen Klimaten, bildet sich bei
entsprechender Feuchteversorgung durch Regen (1800–2000 mm/a) eine Vielfalt von
verschiedenartigen Regen- und Nebelwäldern aus. Ein regionsweise hoher Anteil kann dabei
im sog. „Kleinen Wasserkreislauf“ aus der Verdunstung des Waldes selbst entstammen,
soweit diese Waldflächen eine gewisse Größe nicht unterschreiten.
Ein ganzjähriges Wachstum haben tropische Regenwälder, die die artenreichsten
Landökosysteme der Erde sind. In Einflussbereichen des sauren und sauerstoffarmen
Schwarzwassers (zum Beispiel am Rio Negro) gedeihen Schwarzwasserwälder. Es gibt
Tiefland-Regenwälder und Regenwälder in mittleren Höhenlagen.
Mit zunehmender Höhe gehen in diesem Klimat die Regenwälder in Nebel- oder
Wolkenwälder über. In einem Wolkenwald wachsen zahlreiche Epiphyten. Dieser üppige
Bewuchs wird nur noch von echten Bergnebelwäldern übertroffen, die in den feucht heißen
Tropen ab 2000 m über dem Meer anzutreffen sind. Hier findet man vor allem Hautfarne.
Oberhalb der echten Bergnebelwälder gehen tropische Wälder ab 3100 m (in Afrika am
Kilimandscharo) oder ab 4000 m in den Anden in einen niederwaldartigen Bewuchs über. Mit
zunehmender Höhe beginnt der hochandine Bereich über der Baumgrenze, die Páramos.
In der Gezeitenzone tropischer Küsten wachsen Mangrovenwälder, die allerdings von einem
starken Rückgang betroffen sind. Die Flora der Mangrovenwälder beschränkt sich auf eine
verhältnismäßig kleine Anzahl von Mangrovenbaumarten mit speziellen Anpassungen an die
schwierigen
Lebensbedingungen
dieses
Lebensraums
(z.B.
Salinität,
periodische
Überflutung oder Brandung). Die höchste Diversität beobachtet man im indopazifischen
Raum;
Westafrika
und
Amerika
beherbergen
nur
eine
geringe
Anzahl
von
Mangrovenbaumarten. In Richtung auf die nördlichen oder südlichen Verbreitungsgrenzen
geht die Artenzahl weiter zurück, so kommt z.B. am Sinai (Ägypten) oder im nördlichen
Neuseeland nur eine Art der Gattung Avicennia (A. marina) vor. Trotz der Artenarmut der
Flora nutzt eine Vielzahl von Tieren die Mangrovenwälder.
13
Wälder der Subtropen
Als Übergänge zu den Regenwäldern bilden sich die Saisonregenwälder, die in mehr oder
weniger regelmäßigeren Abständen nicht durch Regen bewässert werden. Sie wachsen in
Gebieten, die noch meistens niederschlagsreich sind, aber schon eine kürzere Trockenzeit
aufweisen.
In den Subtropen bilden sich unter dem Einfluss von Jahreszeiten in der Nähe der
Wendekreise die Monsunwälder und Passatwälder, die von den mit den Namensgebenden
Winden herangetragenen Regengüssen bewässert werden. Diese Regenzeitwälder haben
keine typische Form, sind sehr variabel und prägen sich je nach Dauer der Trockenheit aus.
Sie werfen unter normalen Umständen nicht durch Trockenheit deutlich Laub ab.
Trockenkahle Wälder gedeihen in Gebieten mit länger anhaltenden jährlichen Trockenzeiten
und werfen in solchen vollständig ihr Laub ab. Sie grenzen an Passat- und Monsunwälder
einerseits und an Dornwälder andererseits. Sie werden häufig bewirtschaftet und sind durch
die Nachfrage an Teak und Mahagoni schon nicht mehr in ihrem natürlichen Zustand. Die
Afrikanische Variante der trockenkahlen Wälder heißt Miombo.
Bei länger anhaltenden Trockenzeiten können in Venezuela, Brasilien, Indien und Nepal und
Afrika nur noch Dornwälder gedeihen. Sie bestehen aus Schirmakazien, Mimosen- und
Caesalpinaceen-Arten. Die Trichterförmigen Kronen der Bäume stehen schütter und fangen
den geringen Sommerregen auf. Einige Dornwälder sind auch durch die menschliche
Nutzung aus trockenkahlen Wäldern entstanden
Bei
weiter
abnehmenden
Niederschlagsmengen
entstehen
Sukkulentenwälder
und
schließlich die Savanne. Neben der Beweidung, der Brandrodung und dem Holzfällen des
Menschen üben Termiten einen Einfluss auf die Wälder der Subtropen aus.
Wälder der warmtemperierten Zone
In dieser Zone finden sich sowohl Hartlaubwälder, als auch Laubwälder warm-feuchter
Klimate. Erstere sind geprägt durch Hartlaubvegetation, also immergrüne Pflanzen mit
Anpassungen an lange Phasen der Trockenheit im Sommer. Man findet diesen Bereich z.B.
am Mittelmeer.[2] Eine typische Baumart in solchen Wäldern ist die Steineiche.
Laubwälder warm-feuchter Klimate wachsen an der Ostseite der Kontinente mit kräftigen
Monsunregen im Sommer und hohen Temperaturen; außerdem bei sommertrocken-
14
winterfeuchtem Klima, wenn eine regelmäßige Wolkenbildung die Sommertrockenheit
abschwächt.
Wälder der nemoralen Zone
Die nemorale Zone, auch temperate Zone, feuchte Mittelbreiten oder feucht-gemäßigte Zone
genannt, kommt in mehreren Teilgebieten auf der Erde vor: Europa und nordwestliches
Asien, Ostasien, östliches Nordamerika, westliches Nordamerika; auf der Südhalbkugel (dort
australe Zone genannt) sehr kleine Teilgebiete in Chile und Neuseeland.

Erlenbruchwald in Polen

Auwald

winterkahler Laubwald und Mischwald der gemäßigten Zone

Bergwald

Bruchwald

Gemäßigter Regenwald
Boreale Wälder
Die boreale Nadelwaldzone umfasst einen Bereich von 1,4 Milliarden ha (14 Millionen km2)
bzw. etwa 1/3 der Gesamtwaldfläche der Erde. Etwa 150 Millionen Hektar davon sind
jedoch, bedingt durch Sturm oder Feuer, vorübergehend nicht bestockt. Die boreale
Klimazone schließt sich an den Süden der arktischen Tundra an und umfasst eine Nord-SüdAusdehnung von 700 km in Europa und Nordamerika, sowie bis zu 2000 km in Sibirien. Die
West-Ost-Ausdehnung umfasst das gesamte Eurasien von Norwegen bis Kamtschatka, bzw.
auch Kanada. Sie ist somit das ausgedehnteste geschlossene Waldgebiet der Erde. Boreale
Wälder existieren nur auf der Nordhalbkugel. Die Vegetation wird in der Baumschicht von
Koniferen dominiert, insbesondere Sibirische Lärche, Fichten, Zirbelkiefer und Gemeine
Kiefer.
3.5.
Globale Waldzerstörung
Die globale Waldfläche beträgt heute mit knapp 4 Milliarden Hektar nur noch 64% der
ursprünglichen Waldbedeckung vor 8000 Jahren (vgl. Abbildung 2).
Die drei Hauptursachen der Entwaldung sind die Expansion der Landwirtschaft und
Infrastruktur sowie die Holznutzung (siehe auch Kapitel 4.3.3.).
15
Abbildung 2
Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Wald (Stand 11.12.2009)

http://assets.wwf.ch/downloads/studie_waelder_der_welt___ein_zustandsbericht_2007.pdf
(Stand 13.12.2009)
4. Lebenswelt Regenwald
4.1.
Allgemeines
Als Regenwald bezeichnet man ein Wald-Ökosystem, das durch ein besonders feuchtes
Klima und eine ganzjährig aktive Waldvegetation gekennzeichnet ist. Es gibt gemäßigten
und tropischen Regenwald, wobei der tropische eine wesentliche höhere Verbreitung findet.
16
Der gemäßigte Regenwald ist außerhalb der Tropen an den Küsten zu finden, die ein hohes
Niederschlagsaufkommen haben, in Nordamerika (Oregon), Südamerika (Chile), Australien
und Neuseeland. Tropischer Regenwald findet sich innerhalb des Gürtels der Tropen,
zwischen dem nördlichen und südlichen Wendekreis.
Quelle:

Ökohaus e.V. Rostock (Hrsg.): Lebenswelt Regenwald – Ressourcenverbrauch und
nachhaltige Entwicklung. Materialien für die Projektarbeit. Rostock: Brunnenhof Copy, 2006.
4.2.
Kennzeichen des tropischen Regenwaldes
Klima

das Klima ist ganzjährig gleichförmig (25-27°C), wodurch keine Unterscheidung von
Jahreszeiten möglich ist

die
Jahresschwankungen
der
Temperatur
sind
deutlich
geringer
als
die
Tagesschwankungen, weshalb man von einem Tageszeitenklima spricht

die Jahressumme der Niederschläge entspricht 2.000 – 4.000 mm

25 – 30 % der Niederschläge bleiben im dichten Blätterdach

der Wasserdampfgehalt der Luft ist sehr hoch

es gibt 9 – 12 humide Monate im Jahr
Bodenbeschaffenheit und Nährstoffkreislauf

überwiegend Roterdeböden, die sogenannten Latosolen:
 bilden sich unter tropischen Klimabedingungen aus Silicatgesteinen, die in den
tropischen Regenwaldgebieten vorherrschen
 starke
Bodenverwitterung,
bedingt
durch
hohe
Temperaturen
und
große
Niederschlagsmengen
 Mineralstoffe aus den oberen Erdschichten werden ausgelaugt, d.h. im Regenwasser
gelöst und ins Grundwasser ausgewaschen
 insgesamt hohe Nährstoffarmut
 Quarz, Aluminium und Eisen in hohen, teilweise sogar giftigen, Konzentrationen
vorhanden

ein anderer häufig vorkommender Bodentyp ist der Podsol (Bleicherde):
 bildet sich über Quarzgestein, beinhaltet kaum Lehm, verfügt über einen mächtigen
Bleichhorizont unter der dünnen Humusschicht und über einen Unterboden, in dem
sich die ausgeschwemmten Humusstoffe ansammeln
17

Überwindung der Nährstoffknappheit durch einen geschlossenen Nährstoffkreislauf:
 hohe Temperaturen und große Niederschlagsmengen bedingen hohe biologische
Aktivität
 der Abbau organischen „Abfalls“ verläuft stark beschleunigt, durch die hohe Anzahl
an Pilzen, Kleintieren und Mikroorganismen
 Nährstoffe werden den Pflanzen wieder zur Verfügung gestellt, insbesondere durch
eine Vielzahl von Symbioseformen
 Symbiose zwischen Pilzen (Mykorrhiza) und Blütenpflanzen: Pilze sitzen an den
Wurzeln, liefern notwendige Nährstoffe, um im Gegenzug Energie in Form von
organischen Verbindungen aufzunehmen
Stockwerkbau

meist werden sechs Etagen beschrieben, die jedoch nicht strikt von einander getrennt
werden können, sondern ineinander übergehen (vgl. Abbildung 2: die Bodenschicht wird
hier nicht mit angezeigt):
 die Bodenschicht, bestehend aus dem Wurzelwerk der Pflanzen sowie aus einer
meist sehr dünnen Humusdecke sowie den darin siedelnden Kleinlebewesen,
Bakterien, Algen und Pilzen
 die Krautschicht,
zu der
beispielsweise
Moose,
Farnpflanzen
und andere
Bodendecker mit geringem Lichtbedarf gehören können (Herb Layer)
 die Strauchschicht bis zur Höhe von ca. 5m, zu der auch junge Bäume gehören
(Immature Layer)
 die Schicht der niedrigen Bäume/vereinzelte Bäume (Understory Layer)
 die Kronenschicht mit ihrem Hauptkronendach in ca. 40m Höhe (Canopy Layer)
 die als „Baumriesen“ bekannten, so genannten Überständer, die vereinzelt bis in ca.
80m Höhe über das Hauptkronendach hinaus ragen (Emergent Layer/Trees)
Die Ausprägung der verschiedenen Stockwerke hängt vom Standort des Waldes ab.
18
Abbildung 3: Stockwerkbau im tropischen
Regenwald
Quelle:
http://www.gohlkeweb.com/geo/wp-content/uploads/2009/03/192-vertical-strata-31.jpg
(Stand:
27.10.2009)
Biodiversität im Regenwald - Flora und Fauna
Der Tropische Regenwald zeichnet sich vor allem durch eine große Vielfalt an Pflanzen und
Tieren aus. Drei von vier der heute bekannten 1,85 Millionen Arten stammen aus den
Tropen. Aufgrund von Untersuchungen im Kronenraum der tropischen Wälder, Ende der
70er, hat sich ergeben, dass es dort sehr viel mehr Arten gibt, als angenommen.
Hochrechnungen auf dieser Grundlage lassen darauf schließen, dass es sogar 20 Millionen
Arten oder mehr auf der Erde geben könnte. Diese Artenvielfalt ist auch das Ergebnis der
Besetzung unzähliger ökologischer Nischen und komplizierter Wechselwirkungen zwischen
den Arten – und zugleich deren Ursache. Nur wer durch weitgehende Spezialisierung dem
Konkurrenzdruck ausweicht, gewinnt den Kampf ums Überleben.
Viele Tiere und Pflanzen (auch die Ureinwohner und der Mensch allgemein) leben im
tropischen Regenwald symbiotisch. Dass heißt, sie stehen miteinander in Beziehung, aber
nicht immer zum beiderseitigen Vorteil. Es gibt verschiedene Arten von Symbiosen:
 Mutualismus: beide Partner ziehen Vorteile aus der Beziehung (Bsp.: aufgrund spezieller
Struktur mancher Pflanzen als Behausung, siedeln sich dort ganz bestimmte
19
Ameisenarten an; im Gegenzug halten diese Schädlinge fern, säubern Blattoberflächen
und verhindern Pilzbefall)
 Kommensalismus: eine Art zieht einen Vorteil aus der Beziehung, die andere Art erleidet
jedoch keinen Nachteil (Bsp.: Aasfresser folgen Raubtieren und ernähren sich von den
Resten, die zurückgelassen werden)
 Parasitismus: eine Beziehung, bei der eine Art (Parasit) einen Vorteil genießt, während
der andere (Wirt) geschädigt oder getötet wird (Bsp.: Würgepflanzen, ursprünglich
Aufsitzer oder epiphytische Pflanzen, nutzen Bäume als Wachstumsgerüst, schränken
ihn somit stark im eigenen Dickenwachstum ein, sodass er abstirbt und die Würgepflanze
stattdessen eigenständig steht)
Die sogenannten „Hotspots“ sind Orte oder Gebiete mit besonders vielen endemischen
Arten. Das sind Arten, die nur an einem bestimmten Ort und nirgendwo sonst auf der Welt
vorkommen. Diese Gebiete beherbergen 3/4 aller Säugetiere, Vögel und Amphibien, 42%
der Landwirbeltiere und etwas die Hälfte der weltweiten Pflanzenarten auf nur 2,3% der
Erdoberfläche. Ungeachtet dieser enormen Artenfülle auf vergleichsweisen kleinen Raum ist
nur ungefähr 1/3 dieser „Hotspots“ unter Schutz gestellt.
Beispiele für Artenvielfalt:

Während in Europa in etwa 50 verschiedene Baumarten bekannt sind, haben
Wissenschaftler
auf
der
Fläche
von
einem
Hektar
im
Regenwald
des
Amazonastieflandes mehr als 500 verschiedene Baumarten gefunden.

Der Naturforscher Henry Bates war Mitte des 19. Jh. in Amazonien. Er untersuchte vor
allem Insekten. So soll er einmal in einem Umkreis von etwa einer Stunde Fußweg 700
Schmetterlinge eingefangen haben, von denen sich hinterher herausstellte, dass davon
keine zwei Schmetterlinge der gleichen Art angehörten.

In Ecuador leben beispielsweise in einem Gebiet, kaum größer als fünf Fußballfelder,
über 80 verschiedene Froscharten. Das sind weitaus mehr als aus ganz Europa bekannt
sind. In demselben Gebiet gibt es über 400 Gehölzarten, mit einzelnen Bäumen, auf
denen mehr Orchideenarten wachsen als in ganz Deutschland.

Auf nur einem einzigen Quadratmeter Wald in Panama wurden 41.000 Insektenarten
gezählt.

Im Blätterdach eines einzigen Urwaldbaumes wurden 1.200 verschiedene Käferarten
gezählt, von denen sich 163 Arten ausschließlich auf diesen Baum spezialisiert hatten.
Hierbei wird deutlich, warum Wissenschaftler heutzutage davon ausgehen, dass im
Regenwald, welcher heute nur noch 7% (von ehemals 15%) der Erdoberfläche bedeckt,
etwa 90 % aller auf der Erde vorkommenden Tier- und Pflanzenarten zu finden sind.
20
Die Tropischen Anden
Die Region der tropischen Anden gehört zu den „Hotspots“ der Erde. Über den Westen
Venezuelas nach Nord-Chile und Argentinien erstreckt sich die 1.542.644 km² große Fläche
dieser Region und umfasst große Teile von Kolumbien, Ecuador, Peru und Bolivien. Der
tropische Regenwald beschränkt sich nur noch auf 385.661 km².
Tabelle 1: „Vital Signs“ der tropischen Anden
„Hotspot“, Ursprünglicher Umfang (km²)
1.542.644
„Hotspot“, verbliebender Umfang (km²)
385.661
Endemische Pflanzenarten
15.000
Endemische, bedrohte Vögel
110
Endemische, bedrohte Säugetiere
14
Endemische, bedrohte Amphibien
363
Ausgestorbene Arten
2
Einwohnerdichte
37
Geschütztes Gebiet (km²)
246.871
In der Biologie
verwendet man die
Bezeichnung
Endemit
(Endemismen im
Plural) für Pflanzen
und Tiere, die nur in
einer bestimmten,
klar räumlich
abgegrenzten
Umgebung
vorkommen. Diese
sind in diesem Gebiet
endemisch.
Quelle: http://www.biodiversityhotspots.org/xp/hotspots/andes/Pages/default.aspx (Stand:28.10.2009)
Die Höhen und Tiefen der Anden, ihre schneebedeckten Gipfel, steile Hänge, tiefe
Schluchten und Täler, und auch der Titicacasee haben zur Entwicklung einer erstaunlichen
Vielfalt von Mikrohabitaten und Arten geführt.
In diesem Gebiet finden sich beispielsweise rund 1/6 aller Pflanzen weltweit in weniger als
1% der Erdoberfläche. Vor allem ist aber auch die Anzahl der Endemischen Arten sehr hoch
(vgl. Tabelle 2).
Tabelle 2: „Diversity and Endemism“
Gruppen
Art
Pflanzen
30.000
15.000
50,0
570
75
13,2
1.724
579
33,6
Reptilien
610
275
45,1
Amphibien
981
637
68,6
Süßwasserfische
380
131
34,5
Säugetiere
Vögel
Endemische Arten Prozent
Quelle: http://www.biodiversityhotspots.org/xp/hotspots/andes/Pages/biodiversity.aspx (Stand: 28.10.2009)
21
Quellen:

Alianz Umweltstiftung (Hrsg.): Information zum Thema Tropenwald. München: Pinsker Druck
und Medien GmbH, 2004.

Bundesamt für Naturschutz (BFN) (Hrsg.): Biologische Vielfalt – Das Netz des Lebens. Bonn:
2007.

Ökohaus e.V. Rostock (Hrsg.): Lebenswelt Regenwald – Ressourcenverbrauch und
nachhaltige Entwicklung. Materialien für die Projektarbeit. Rostock: Brunnenhof Copy, 2006.

http://de.wikipedia.org/wiki/Biodiversit%C3%A4t (Stand: 19./20.10.2009)

http://de.wikipedia.org/wiki/Tropischer_Regenwald (Stand: 19./20.10.2009)

http://www.scribd.com/doc/263805/Der-tropische-Regenwald (Stand 21.10.2009)

http://www.biodiversityhotspots.org (27./28.10.2009)
4.3.
Ressourcenverbrauch und Regenwaldzerstörung
Fakten

Im
Jahr
2000
betrug
Landwirtschaftsorganisation
die
globale
der
Waldfläche
Vereinten
laut
Nationen
der
Ernährungs-
(FAO)
38
und
Millionen
Quadratkilometer, das sind rund 30% der eisfreien Landfläche.

47% dieser Waldflächen sind bedeckt von tropischen Regenwäldern, 9% Prozent von
subtropischen, 11% von temperierten und von 33% borealen Wäldern.

29 Staaten der Erde besitzen nur noch weniger als 10 Prozent ihrer ursprünglichen
Wälder, 25 Staaten sind praktisch völlig entwaldet.

Im
Verlauf
der
Menschheitsgeschichte
ist
die
Waldfläche
von
60
Millionen
Quadratkilometern (vor 8000 Jahren) auf 38 Millionen Quadratkilometer zurück
gegangen.

In zehn Jahren, zwischen 1990 und 2000, ging die Waldfläche in den tropischen
Regionen weltweit um 1,2 Millionen Quadratkilometer zurück, das entspricht einem
mittleren jährlichen Rückgang von 120.300 Quadratkilometern!

Mit diesem Flächenverlusten sind immer auch enorme Artenverluste verbunden.

Geschätzter natürlicher Artenverlust: 3 bis 25 Arten pro Jahr

Geschätzter, durch den Menschen beeinflusster Artenverlust: 3 Arten pro Stunde, 70
Arten pro Tag, 27.000 Arten pro Jahr

Der menschliche Faktor beschleunigt das Artensterben um das 1.000- bis 10.000-fache!
22
Direkter und indirekter Einfluss des Menschen auf die Lebenswelt Regenwald:
Direkter Einfluss:

findet in den Ländern statt, in denen Regenwald vorkommt

vor allem die Landwirtschaft nimmt Einfluss auf Bestehen, Veränderung und Vernichtung
des Waldes

von weltweit ursprünglich 15% sind heute nur noch 7% Regenwald auf der
Landoberfläche übrig

Gründe liegen bei den Wirtschaftszweigen Landwirtschaft, Holzwirtschaft und der
Förderung von Bodenschätzen
Indirekter Einfluss:

Konsumverhalten der Menschen: hoher Bedarf an billigen Nahrungs- und Futtermitteln,
an tropischen Rohstoffen (Holz, Metallerze, Kautschuk, Baumwolle)
4.3.1. Brandrodung

Brandrodung für Plantagenwirtschaft

Brandrodung der Siedler/Indigene Bevölkerung
Bei der Brandrodung wird die gesamte Biomasse gefällt und anschließend verbrannt. Dabei
werden die Nährstoffe durch die Verbrennung an die Atmosphäre abgegeben und von
starken Regenfällen aus dem Boden gespült. Nach 2-3 Jahren ist der Boden ausgelaugt,
sodass ein Farmer beispielsweise ein neues Stück Wald roden muss, um weiter anbauen zu
können.
Die durch die Einheimischen bedingte Brandrodung hat politische und ökonomische Gründe:

Bevölkerungswachstum

Armut

ungerechte Landverteilung (durch den Anbau von Soja – für den Export nicht zur
Ernährung der eigenen Bevölkerung – werden die Menschen immer tiefer in den
Regenwald gedrängt) und mangelnde Landrechte

kaum vorhandene Finanzierungsmöglichkeiten nachhaltiger Landnutzungssysteme

Bürgerkriege (z.B. West- und Zentralafrika: kriegerische Auseinandersetzungen zwischen
verfeindeten ethnischen Gruppen zwingen die Menschen zur Flucht in die wenig
besiedelten Regenwald-Regionen)
Die Zerstörung der tropischen Regenwälder geht zu etwa 23% auf kleinbäuerliche Siedler
zurück.
23
4.3.2. Holzwirtschaft

Export von Tropenholz in Industrieländer, z.B. Japan/EU als Fertigungsholz z.B. für
Möbel, Türen, Fenster, Parkbänke, Verschalung, Einmalessstäbchen, Zahnstocher und
zur Papierherstellung
Beispiel Papierherrstellung (hauptsächlich Holz der borealen Wälder):
Der zur Papierproduktion verwendete Zellstoff wird zu 65% aus Holz von Bäumen gewonnen
und zu 4% aus Baumwolle und Stroh. Weltweit werden lediglich 30% der Zellulose aus
Altpapier gewonnen, das recycelt wird.
Das Fällen von 3-6 Bäumen pro Hektar zerstört 50-70% der umliegenden Vegetation, durch:

Lianenverwachsungen werden andere Bäume umgerissen

den Transport der Stämme mit schweren Maschinen
außerdem:

für den Abtransport werden Straßen in den Wald geschlagen

illegale Siedler strömen auf ihnen in den Wald und zerstören die restliche Vegetation

Wilderei nimmt drastisch zu
4.3.3. Landwirtschaft

Viehzucht

Plantagenanbau: Soja, Palmöl, Obst (z.B. Orangen, Bananen), Kaffee, Kakao, Tee,
Gewürze, Paranuss, Tabak, Kokain, Kautschuk, Sisal, Zuckerrohr
Eine Plantage ist ein forst- oder landwirtschaftlicher Großbetrieb, der sich auf die Erzeugung
eines Produktes (Monokultur) für den Weltmarkt spezialisiert hat.
Probleme der Plantagenwirtschaft:

Monokulturen: meist extrem anfällig für Pflanzenkrankheiten, weshalb ein massiver
Pestizid- und Insektizideinsatz nötig ist

Produktion für den Weltmarkt: ohne Verwendung im eigenen Land zu finden – trotz
Hungersnot

Vernichtung des Baumbestandes: riesige Flächen werden jährlich durch Plantagen
ersetzt

Vertreibung der indigenen Völker
24

Umsiedlungsprogramme
in
oft
noch
unberührte
Regenwaldgebiete:
weitere
Brandrodungen als Folge

Katastrophale
Arbeitsbedingungen:
Plantagenarbeiter
oft
ohne
Schutzkleidung
hochgiftigen Pestiziden ausgesetzt, haben weder Kranken- noch Altersversicherung und
dürfen sich nicht gewerkschaftlich organisieren

Zerstörung des Lebensraums vieler geschützter Arten
4.3.4. Gewinnung/Verarbeitung von Bodenschätzen

Export von Bodenschätzen in die Industrieländer (nur sehr wenig für die Eigennutzung),
wie z.B. Erdöl, Bauxit, Gold und Diamanten, Eisenerz, Zink, Zinn, Silber, Kupfer, Nickel,
Mangan (Beispiel Erdölförderung Kapitel 5)

Haupteinnahmequelle der meisten ärmeren Staaten, meist auf Kosten von Mensch und
Umwelt
Quellen:

Ökohaus e.V. Rostock (Hrsg.): Lebenswelt Regenwald – Ressourcenverbrauch und
nachhaltige Entwicklung. Materialien für die Projektarbeit. Rostock: Brunnenhof Copy, 2006.

http://www.faszination-regenwald.de/info-center/zerstoerung/ausmass.htm (2./3.11.2009)
4.3.5. Biopiraterie
Biopiraterie ist ein politischer Begriff, mit dem die Privatisierungs- und Aneignungsprozesse
von Leben in Form von Pflanzen oder Tieren und Teile dieses Lebens oder Genen sowie das
Wissen um die Nutzung dieser Lebensformen mittels des Rechts auf „geistiges Eigentum“
(englisch: Intellectual Property Rights, IPR). – wie z. B. Patente – kritisiert wird.
Die Biotechnologie ermöglicht die genaueste wissenschaftliche Erforschung von Nutz- und
Heilpflanzen. Sind einzelne Inhaltstoffe, Verwendungsmöglichkeiten oder Gene der Pflanzen
erkundet, können diese von privaten Konzernen, einzelnen Personen oder staatlichen
Institutionen patentiert werden.
Vor allem transnationale Konzerne aus dem Saatgut-, Pharma- oder Nahrungsmittelbereich
bedienen sich des Wissens über Pflanzen der indigenen Gemeinschaften in den südlichen
Ländern. Einmal als Patent angemeldet, besitzen die Firmen das alleinige Recht, über
Produkte, Namen oder ihre Verwendung, ohne die Gewinne, die daraus entstehen gerecht
aufzuteilen.
25
Beispiel: In einer Studie der Weltbank wurde festgestellt, dass 1990 weltweit 43 Milliarden
US-Dollar mit Arzneimitteln umgesetzt wurden, die von indigenen Völkern entdeckt worden
waren, ohne dass diese einen nennenswerten Anteil an den Gewinnen erhielten.
Quellen:

Ökohaus e.V. Rostock (Hrsg.): Lebenswelt Regenwald – Ressourcenverbrauch und
nachhaltige Entwicklung. Materialien für die Projektarbeit. Rostock: Brunnenhof Copy, 2006.

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) (Hrsg): Artenvielfalt
weltweit – Handreichung für Lehrkräfte.“ Berlin: Zeitbild Verlag, 2008.

http://de.wikipedia.org/wiki/Biopiraterie (2./3.11.2009)
5. Ecuador: Biodiversität und indigene Gemeinden
5.1.
Daten und Fakten zu Ecuador
Die Republik Ecuador liegt im Nordwesten Südamerikas und grenzt im Norden an
Kolumbien, im Süden und Osten an Peru und im Westen an den Pazifischen Ozean.

Ecuadors Fläche beträgt 272 000 km², der kleinste Andenstaat Südamerikas (zum
Vergleich: BRD 380 000 km²)

auf diesem relativ kleinen Gebiet sind alle Klimaarten vertreten, von den feucht heißen
Küstengebieten und Amazonasregionen über die gemäßigte Hochebene bis zu den
trockenen und warmen Galapagos Inseln

Küstenregion: aufgrund der klimatischen Bedingungen bestens geeignet, um Exportgüter
wie Kaffe, Kakao, Bananen etc. anzubauen

Amazonastiefland: von der Küste durch die Andenkette getrennt und verfügt über
Erdölvorräte

Staat Ecuador: 12,6 Mio. Einwohner, ist unterteilt in 21 Provinzen und die GalapagosInseln

Hauptstadt: Quito mit 1,6 Mio. Einwohnern (Stand: 2000)

sehr heterogene Bevölkerung

Indigenas und Mestizen: mit jeweils 40 % den größten Anteil der Bevölkerung

Weiße und Afro-Ecuadorianer: jeweils 10 % der Bevölkerung

Regierungsform: Präsidiale Demokratie mit einem Einkammer-Parlament

gültige Währung: seit der Dollarisierung im Jahr 2000 der US-Dollar
26

Auslandsverschuldung: seit Beginn der Erdölförderung immer weiter gestiegen, betrug im
Jahr 2000 ca. 13, 5 Mrd. Dollar, die Abbezahlung der Schulden nimmt jährlich allein über
50 % des gesamten Staatshaushaltes in Anspruch

Hauptexportgut: Erdöl, macht 50 % der gesamten Exporte des Landes aus

anderen Exportgüter: fast ausschließlich Nahrungsmittel, wie z.B. Bananen, Kaffee,
Kakao, etc.

(Öko-)Tourismus: eine immer wichtiger werdende Devisenquelle

Interessant und bezeichnend für die wirtschaftliche Lage Ecuadors ist, dass emigrierte
Ecuadorianer so viele Devisen an Verwandte oder Bekannte übersenden, dass dies
bereits die zweithöchste „Devisenquelle“ des Landes darstellt.

neoliberale Entwicklung: seit Anfang der 90er Jahre haben sich die sozialen Spannungen
und Ungleichheiten stark verschärft; Finanzmärkte wurden liberalisiert und es wurde mit
einem drastischen Sparkurs begonnen, der öffentliche Ausgaben des Staates stark
beschnitt;
durch
Privatisierungen
und
Arbeitsmarktflexibilisierungen
wurden
hunderttausende Menschen entlassen und die Privatisierungswelle führte u.a. dazu, dass
der Preis für Strom (um 550 %) und Gas (um 270 %) rapide in die Höhe schnellte. Der
Benzinpreis stieg um 25 %, die Preise des öffentlichen Nahverkehrs um 75 %.
 Das Ziel dieser Maßnahmen waren die Erfüllungen der Bedingungen des
Internationalen Währungsfonds (IWF), von dem sich die Regierung Ecuadors einen
Kredit von 2 Mrd. US-$ erhoffte.

eines der größten Probleme Ecuadors: die extrem ungleiche Verteilung des
gesellschaftlichen Reichtums; eine Entwicklung, die von der neoliberalen Politik
entscheidend mitgefördert wurde und wird

3 % der Bevölkerung besitzen 50 % des Volkseinkommens, wohingegen sich 50 % der
gesamten ecuadorianischen Bevölkerung 10 % des Volkeinkommens teilen müssen; 70
% der Bevölkerung lebt in Armut und hat weniger als 2 US-$ am Tag zum Überleben zur
Verfügung

sehr hohe Kindersterblichkeit (vor allem in den unteren gesellschaftlichen Schichten);
über 30 % aller Kindstode gehen auf Krankheiten zurück, die eigentlich längst
medizinisch behandelbar und heilbar wären, wenn eine medizinische Versorgung
stattfinden würde

schlechte Zustände am häufigsten bei den stark marginalisierten indigenen Völkern zu
beobachten, aber auch in den städtischen Armutsgebieten
Quelle: http://www.fairplanet.net/doc/regenwaldzerstoerung_graf.pdf (Stand 09.11.2009)
27
5.2.
Indigene Gemeinden in Ecuador
In Ecuador leben verschiedene indigene Gemeinschaften: u.a. die Quichua, Huaorani,
Shuar, Achuar und Zapara.
Die natürliche Vegetation in ihren Gebieten, der immergrüne tropische Regenwald, weist
aufgrund ihrer Lage an den Andenausläufern eine reiche Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten
auf. Durch ihre traditionelle Lebensweise haben die indigenen Völker diese biologische
Vielfalt bewahrt und gefördert. Aufgrund ihrer jahrhundertlangen Erfahrung in der Anpassung
an und in Wechselbeziehung mit ihrer Umwelt, ähneln sich die Kulturen der verschiedenen
indigenen Gemeinschaften in vielen Aspekten.
Trotz
des
langjährigen
Einflusses
von
Erdölunternehmen,
Siedlern,
Tourismus,
transnationalen pharmazeutischen Unternehmen und des Druckes der Makroökonomie
konnten sie bis heute wesentliche kulturelle Bestandteile ihrer Lebens- und Wirtschaftsweise
erhalten. Um ihre Interessen gegenüber dem Staat und der Gesellschaft zu verteidigen und
geltend zu machen, organisieren sich die indigenen Gemeinschaften in verschiedenen
Verbänden (z.B. OPIP-Organisation der indigenen Gemeinschaften von Pastaza, AIPSEUnabhängiger Verband der evangelischen Shuar).
Quichua:

größte indigene Gruppe im ecuadorianischem Amazonasgebiet, ca. 60.000 Quichua

Sprache: Quichua (auch Verständigungssprache anderer Völker), teilweise bilingual
(Spanisch)

keine einheitliche Herkunft (Hoch- und Tiefland-Quichua), begreifen sich jedoch als eine
Gemeinschaft

gefestigte kulturelle Identität erhalten: eigenes Weltbild, traditionelle Medizin, Traditionen
und eigene gemeinsame Sprache

leben nicht mehr autark, sind auf eine Vielzahl von Waren aus den Städten angewiesen

Land- und Ressourcenknappheit schränken traditionelle Arbeit ein

ihr Wissen umfasst eine große, über Generationen gesammelte Kenntnis über Umwelt
und
Pflanzen
(macht
sie
als
Informationsquelle
für
Ethnobotaniker
und
pharmazeutische Industrie besonders interessant)
Huaorani:

zwischen 1.500 und 2.000 Huaorani leben im ecuadorianischen Amazonasgebiet

können kulturgeschichtlich und sprachlich keiner Gruppe zugeordnet werden

leben traditionell als Bauern in temporären Ansiedlungen
28
die

teilweise Abhängigkeit von Missionsstationen

eigene Kultur fast aufgegeben, durch verschiedene Einflüsse: Eindringen von
Missionaren, Aktivitäten von Erdölkonzernen, Siedlern, Militär und Touristen
entscheidende Veränderungen

wenige Huaorani leben autark, nach Traditionen
Shuar:

ca. 40.000 Shuar leben in den Provinzen der östlichen Andenausläufern

Sprache: Shuar

Verschmelzung von traditionellen und westlichen Elementen, durch langen Kontakt mit
der nationalen Bevölkerung

aber: kulturelle Identität erhalten: eigenes Weltbild, eigene Sprache, reiche Mythologie,
detailliertes Wissen über ihre Umwelt

traditionelle Bauart ihrer Häuser; spiegelt wichtige Aspekte der Kultur wieder
Achuar:

ca. 500 Achuar leben im Amazonastiefland

Sprache: Shuar

teilen viele kulturelle Merkmal mit den Shuar
Zapara:

nur noch 170 Personen, der ehemals sehr großen Gemeinschaft der Zaparas, leben in
der Provinz Pastaza

leben traditionell

sehr reiches Wissen über Heilpflanzen: traditionelle Heiler und Schamanen kannten mehr
als 500 verschiedene Pflanzen und ihre unterschiedliche Verwendung – der letzte
Vertreter dieser Heiler ist vor wenigen Jahren verstorben, weshalb die Zaparas nach
Peru reiste, um sich mit einer dort ansässigen Gruppe von etwas 300 Zaparas
auszutauschen und das Wissen wiederzuerlangen
Quelle:
http://regenwaldmenschen.de/deutsch/download/indig_gemeinschaften.pdf
02.11.2009)
29
(Stand:
5.3.
Indigenes Wissen und biologische Vielfalt
Die traditionellen Wissenssysteme der indigenen Gemeinden sind außerordentlich komplex.
Das liegt daran, dass in jenen Weltregionen, die eine mannigfaltige Vielfalt an Arten und
Ökosystemen ausgebildet haben, auch eine große kulturelle Vielfalt zu verzeichnen ist. Vor
allem in den tropischen und subtropischen Regionen trifft dies zu, wo eine große biologische
Diversität und eine Vielfalt indigener Kulturen koexistieren. Ihr besonderes Geschick liegt im
alltäglichen Umgang mit einem empfindlichen Ökosystem.
Je komplexer ein Ökosystem, je ärmer die Böden, um so größer muss das Wissen sein, um
einen Eingriff in diese Ökosystem so zu gestalten, dass der Nährstoffkreislauf nicht
unterbrochen, die Regeneration der Flora und Fauna nicht unterhöhlt wird.

indianische Völker als „Hüter“ der biologischen Reichtümer auf ihren Territorien

Anpassung an die vorgefundene Umwelt oder gezielte Naturgestaltung zum Nutzen der
lokalen Biodiversität

durch die Anwendung traditionellen Wissens: harmonische Beziehung zwischen Mensch
und Natur

Förderung der biologischen Vielfalt durch bestimmte Eingriffe und Entnahmen von
Pflanzen und Tieren
Bedeutung weltweit: Beispiele:

Ca. 2/3 der Weltbevölkerung hängt von Nahrungsmitteln ab, die auf traditionelles Wissen
der indigenen Gemeinschaften zurückgehen: zum Beispiel Kartoffeln, Mais oder Tomate
 die Ureinwohner Mittelamerikas und des Andenhochlandes domestizierten diese
Nutzpflanzen, bevor sie in der ganzen Welt Verbreitung fanden; Muster dieser
Nutzpflanzen sind zwar mittlerweile in Genbanken eingelagert, doch muss die moderne
Züchtung auf diesen ursprünglich von indigenen und lokalen Gemeinschaften
geschaffenen
Genpool
zurückgreifen,
um
Sorten
weiterzuentwickeln
oder
Resistenzzüchtungen gegen Krankheiten und Schädigungsbefall vorzunehmen.

Ca. 50% der in Deutschland gebräuchlichen Arzneimittel gehen auf pflanzliche Wirkstoffe
zurück. Darunter finden sich einige, die Kenntnisse indigener Gemeinschaften verwerten.

aber: biologische Vielfalt (und damit indigenes Wissen) ist in Gefahr

das „Übereinkommen über die biologische Vielfalt“ hat zum Ziel die gegenwärtige Rate
des Verlustes von biologischer Vielfalt zu reduzieren, eine nachhaltige Nutzung ihrer
30
Bestandteile und die gerechte Aufteilung der Vorteile aus der Nutzung genetischer
Ressourcen zu fördern

für das Überleben des traditionellen Wissens ist es wichtig, das die kulturelle
Zusammenhänge erhalten bleiben: Erhalt von Sprache; Wissen ist immer an Sprache
gebunden, der Verlust der indigenen Sprachen stellt somit eine direkte Beeinträchtigung
für das traditionelle Wissen dar

Vorrausetzung für die Umsetzung der Ziele des Übereinkommens: Traditionelles Wissen
und die übrige Kultur der indigenen Völker sind als eine Einheit zu begreifen und zu
schützen!!
Quelle: http://regenwaldmenschen.de/deutsch/download/trad_wissen_lioba.pdf (Stand 03.11.2009)
5.4.
Menschenrechtsverletzungen an indigenen Gemeinden
Weltweit gibt es ca. 300 Mio. Indigene, die etwa 5.000 verschieden Völker bilden Sie leben in
über 70 Staaten und machen rund 4 Prozent der Weltbevölkerung aus. Diese Völker haben –
bei aller Unterschiedlichkeit – zahlreiche Gemeinsamkeiten und befinden sich oft in
Interessenkonflikten mit der übrigen Bevölkerung.

ideelle und spirituelle Beziehung zu ihrem angestammten Land  wird nicht als
individuelles Eigentum betrachtet, sondern steht der Gemeinschaft zur Verfügung

Lebensraumzerstörung: besonders im Rahmen der wirtschaftlichen Ausbeutung von
Ressourcen, aber auch aus militärischstragetischen Gründen  Ausbeutung der
Ressoucen führt häufig zu Umweltzerstörung, im Rahmen von Vertreibung und
Umsiedlung gibt es nicht selten auch Menschenrechtsverletzungen

Bedeutung des Verlusts ihres Landes: die Zerstörung nicht nur ihrer ökonomischen
Lebensgrundlage, sondern auch ihrer traditonellen gemeinschaftlichen Lebensweise und
ihrer Identität

kulturelle Andersartigkeit indigener Völker: eigene Sprache, Religion, traditionelle
Lebensform
und
eigenes
Rechtssystem
wird
vielfach
als
Bedrohung
der
nationalstaatlichen Integrität angesehen
Vor dem Hintergrund von Landkonflikten und kultureller Unterdrückung kommt es immer
wieder zu massiven Menschenrechtsverletzungen an Indigenen. Besonders diejenigen, die
Widerstand leisten, werden häufig Opfer von Diskriminierung, Folter, „Verschwindenlassen“
und politischem Mord. Seit den 70er Jahren hat das Interesse an indigenen Völkern
zugenommen, und sie selbst organisieren sich auf regionaler und nationaler Ebene. 1982
31
richtete die Unterkommission der Vereinten Nationen zur Verhütung von Diskriminierung und
für Minderheitenschutz, ein Organ der UN-Menschenrechtskommission, eine Arbeitsgruppe
für indigene Völker ein. Nach 11 Jahren verabschiedete dieses Gremium 1994 eine
Deklaration der Rechte indigener Völker, die nun die oberen UN-Gremien bis zur
Verabschiedung in der Generalversammlung durchlaufen muss.
Dieser Entwurf umfasst:

Landrechte

Schutz vor Vertreibung von ihrem Land

Verfügungsgewalt über bzw. Beteiligung an der Ausbeutung von Rohstoffen

faire Konsultationen und Abstimmungen in Konfliktfällen

Schutz vor unfreiwilliger Integration in die Gesellschaft

Entwicklung bzw. Aufrechterhaltung der eigenen Kultur und Lebensart

Selbstbestimmungsrecht
Quelle:
http://amnesty.21publish.de/pub/amnesty/IndigeneVoelker/Folder_MAI-2_0.pdf
(Stand
09.11.2009)
6. Erdöl und Umwelt in Ecuador
6.1.
Amazonien, ein Erdöl-Land
Das ecuadorianische Amazonasgebiet ist nicht nur das Gebiet des größten biologischen
Reichtums des Landes, dort befinden sich auch Lagerstätten des wichtigsten strategischen
Rohstoffes, dem Erdöl.

mehr
als 300 000 Barrel (47 691 000 Liter) Erdöl werden pro Tag aus über 300
Bohrlöchern im Regenwald gefördert

der Gesamtumfang der Konzessionsgebiete liegt bei 10 Millionen Hektar, wobei der
effektive Landverbrauch für die Erdölsuche und –förderung allerdings sehr viel geringer
ist und zwischen 600 000 und 1 Million Hektar liegt

der überwiegende Teil des ecuadorianischen Amazonas ist direkt oder indirekt von
Erdölaktivitäten betroffen
Folgen:

schwerwiegende ökologische Folgen
32

soziale Probleme
90% der Konzessionen beziehen sich auf indianisches Gebiet. In der Regel bedeutet das
Erscheinen
von
Erdölunternehmen
in
indianischen
Territorien
eine
unmittelbare
Konfrontation mit hochtechnisierter Industrialisierung und stellt für die Völker oft einen Bruch
mit ihren traditionellen Lebens- und Wirtschaftsweisen dar.
6.2.

Erschließung der Erdöllagerstätte
auf
der
Grundlage
Kenntnisse
geologischer
und
durch
Satellitenerkundungen,
Klassifizierung
von
Gebieten
mit
potentiellen Erdölvorkommen

geophysikalische
meist
Untersuchungen,
seismologische
Messungen,
liefern detaillierte Informationen über
die
geologische
Beschaffenheit,
erlauben Rückschlüsse auf die Größe
der Lagerstätte

für sichere Ergebnisse zu erzielen,
werden in regelmäßigen Abständen 5
– 10 m tiefe Löcher gebohrt, in denen
kleine Sprengstoffladungen gezündet
werden

entstehende seismische Wellen werden an den verschiedenen Gesteinsschichten
unterschiedlich reflektiert, erlauben Rückschlüsse auf die Geologie

bei erfolgversprechenden Ergebnissen: Probebohrungen; Bohrkerne werden gezogen,
die der Analyse der Gesteinsschichten dienen (Bestimmung von Öl-/Gasgehalt und
Qualität)

ergiebiges Vorkommen: Beginn der Produktion

in Abständen von 500 bis 2.000 Metern werden Förderbohrungen angesetzt

Entölung der Lagerstätten (je nach Beschaffenheit): durch Sonden, durch künstliche
Erzeugung von Druck (Einpressen von Wasser und Chemikalien oder Gas) oder durch
Pumpen
33

Erdölaufbereitung: Kombination von Sedimentationsverfahren und Wärmebehandlung; Öl
wird von Formationswasser, Erdgas und Sedimenten getrennt; anschließend wird das Öl
in die Raffinerie geleitet
Bei allen Arbeitsabschnitten der Erkundung und des Ausbaus von Erdöllagerstätten wird die
Umwelt in ökologisch wertvollen und empfindlichen Gebieten sehr stark belastet, falls nicht
strikte Sicherheitsvorkehrungen getroffen und saubere Techniken eingesetzt werden.
6.3.

Umweltschäden durch Erdölförderung
während der ersten Phase, die Lufterkundung durch niedrig fliegende Flugzeuge und
Hubschrauber: Lärmbelastungen für Menschen und Tiere

im Explorationsstadium ist die Umweltbelastung beträchtlich und nimmt in der
Produktionsphase weiter zu

Zerstörung des Waldes durch Rodung

Durchführung von Dynamitexplosionen

Schneisen werden geschlagen (im Schnitt 3 m breit), Camps aufgebaut und Landeplätze
für Hubschrauber eingerichtet
Beispiel: in der Provinz Pastaza waren Schneisen mit einer Gesamtlänge von 1.200 km
notwendig

Großflächige Entwaldung für Hubschrauberlandeplätze (ca. 1 ha), Plattformen der
Probebohrung, Bohrtürme (3 bis 20 ha) und Pipelines

der Flächenverbrauch für die unmittelbaren Vorrichtungen zur Erdölgewinnung ist relativ
gering (entwaldete Fläche: 1-2% des Konzessionsgebietes); dies geht weit über die
eigentlich beanspruchte Fläche hinaus, weil für die Installationen Holz eingeschlagen
wird und die Camps auf gelichtete Flächen gesetzt werden

die Fundación Natura (1996) schätzt die tatsächliche entwaldete Fläche auf über 600.000
ha im Nordosten

Abholzungen auch in Nationalparks
Beispiel: Teile des biologischen Reservats Cuyabeno und des Nationalparks Yasuní sind für
die Erdölförderung freigegeben; durch Vorgaben des Umweltministeriums konnte dies
teilweise gestoppt werden

Straßenbau: gesamte Versorgung, inklusive Transport von schweren Maschinen, für die
Erdölcamps wird über die Straßen abgewickelt
34

Auswirkungen: Strecken müssen entwaldet werden und darüber hinaus wird mehr Holz
für die Befestigung der Wege geschlagen; neue Siedler kommen über die Straßen nach,
die damit als indirekte Folge zur weiteren Zersiedlung des Waldes beitragen

Besiedlung und Holzeinschlag: wichtigsten Ursachen für die Entwaldung
Erdölindustrie als Motor dieser Entwicklung: Seit dem Beginn des Erdölbooms 1972 sind in
der Tieflandregion Ecuadors über 1 Million Hektar von Bauern, die ursprünglich aus dem
Hochland stammen, in Besitz genommen worden.
6.4.

Wasser- und Luftverschmutzung
bei der Förderung von Erdöl wird zusammen mit Öl und Gas Formationswasser (enthält
Schwermetalle, giftige Salze) gefördert

um umweltschonend entsorgt zu werden, müsste das Formationswasser zurück in das
Bohrloch gepumpt werden; teures Verfahren, deswegen Lagerung in Auffangbecken

bei Texaco war es üblich, das giftige Formationswasser ohne irgendeine Behandlung in
die Gewässer der Umgebung zu leiten; Folgen: Verschmutzung der Flüsse und des
Grundwassers
Beispiel: ‘Institute for economic and social rights’: hat bei Erhebungen festgestellt, dass in
der Nähe der Ölfelder, die früher von Texaco betrieben wurden und heute von der
staatlichen Gesellschaft Petroecuador weitergeführt werden, die betroffene Bevölkerung
einem großen Risiko ernsthafter und irreversibler Gesundheitsschäden ausgesetzt ist; die
Gefahr von Krebs und Schädigung von Nerven sowie von Beeinträchtigung von
Nachkommen ist erhöht (IESR 1994).

Schlämme und andere Abfallprodukte, die bei der Bohrung entstehen, tragen auch bei
unsachgemäßer Handhabung zur Boden- und Wasserverschmutzung bei

pro Bohrloch fallen ca. 4 200 m3 Schlamm, Spülwasser usw. an (genaue Daten über die
chemische Zusammensetzung dieser Bohrabfälle liegen für Ecuador nicht vor)

variiert von Bohrloch zu Bohrloch

toxische Verbindungen aus Aluminium, Antimon, Nickel, Zink, Benzol, Naphthalin,
Phenathren sowie Natrium- und Chlorsalze sind fast immer enthalten; Abfallprodukte, die
Auffangbecken zwischengelagert werden

Auffangbecken müssen wirksam vor Niederschlägen geschützt werden

bei Überlaufen der Becken: Verseuchung von Grund- und Oberflächenwasser und Böden

Formationswasser: ernsthaftes Risiko für die menschliche Gesundheit und für aquatische
Flora und Fauna
35

nicht kommerziell genutztes Erdgas wird meist an Ort und Stelle verbrannt
Beispiel: lediglich 12 bis 15% der anfallenden Gasmenge wird in der Pipeline von
Shushufindi nach Quito geleitet. Der Rest wird ohne Kontrolle der entstehenden Hitze und
der
Emissionen
verbrannt.
Bei
der
Verbrennung
werden
CO2,
Stickstoff-
und
Schwefelverbindungen sowie Schwermetalle, Kohlenwasserstoffe und Ruß freigesetzt. Nach
vorsichtigen Schätzungen werden Tag für Tag 2000000 m3 Gas verbrannt (Fundación
Natura 1996). Von Biologen wird immer wieder darauf hingewiesen, dass diese
Gasverbrennung außer der Verschmutzung der Luft und des Regenwassers die Vernichtung
von unzähligen Insekten zur Folge hat. Lecks an Tanks und den Pipelines führen zu
geschätzten Verlusten von 34 000 bis 42 000 Gallonen (128360 bis 159180 Liter) pro Monat.
 Pipelines: ungenügend kontrolliert und Lecks daher oft erst sehr spät erkannt
Aus dieser unvollständigen Auflistung der Belastungen geht hervor, dass die direkten
negativen Umweltauswirkungen bei unsachgemäßer Behandlung gravierend und meist
irreversibel sind. Nicht weiter berücksichtigt wurden dabei katastrophale Ereignisse, die im
Zusammenhang mit der Ölförderung stehen wie Explosionen und Feuer auf den
Erdölfeldern, Zerstörungen der Ölpipelines durch Erdbeben oder Havarien.
6.5.
Soziokulturelle Auswirkungen
Ungefähr 500000 Menschen leben im ecuadorianische Amazonasgebiet, der Heimat der
Shuar, Achuar, Cofanes, Quichua, Huaorani, Secoya, Shiwiar, Siona und Zaparas.
Im Gegensatz zu den Hochlandindianern leben die Völker im Tiefland relativ isoliert. Das
heißt nicht, dass Markt- und Geldwirtschaft unbekannt sind. Die Anbindung ist jedoch
geringer und die Subsistenzwirtschaft spielt eine sehr große Rolle.

Aufeinanderprallen unterschiedlicher Kulturen: industrialisierte und der indianische Welt
 schweren soziale und kulturelle Konflikte

durch die Erdölaktivitäten (wie auch durch andere Großprojekte) werden die indianischen
Wirtschaftsweisen durch die Marktökonomie überlagert, ohne das diese wirkliche
langfristige Alternativen bietet

sehr wenig Geld aus der Erdölwirtschaft fließt in die betroffenen Gebiete, um eine
langfristige Regionalentwicklung zu ermöglichen, die der veränderten Situation
angepasst ist und der dort lebenden indianischen Bevölkerung eine selbstbestimmte
Entwicklung gestattet

Konzerne sind zwar verpflichtet, mit der Bevölkerung in ihren Konzessionsgebieten über
die Nutzung des Landes zu verhandeln, leider geht dies über vereinzelte Geschenke und
Geldzahlungen nicht hinaus
36

gerade schwache Strukturen und Institutionen sind anfällig für Korruption

Tatsache ist, dass so ein Vorgehen, zum Beispiel von Texaco, zur Spaltung von
indianischen Gemeinschaften und deren Organisationen beigetragen hat!!!

weitere negative Folgen der Erdölförderung: Prostitution und Alkoholismus  zwei
Phänomene, die in indianischen Gesellschaften vorher nicht bekannt waren und durch
den Kontakt mit den Arbeitern in den Camps in die Dörfer getragen wurden

Aber:
Konzerne
haben
hier
mittlerweile
reagiert;
ihren
Arbeitern
strengste
Verhaltensregeln auferlegt, die u.a. den Kontakt zur indianischen Bevölkerung
ausschließen
Die Organisationen der indianischen Völker des Tieflandes haben sich in den letzten drei
Jahren verstärkt dem Problem der Erdölförderung auf indigenen Territorien angenommen.
Hier liegt das Hauptgewicht auf der rechtlichen Anerkennung der Territorien, da diese die
Basis für jede Verhandlung (oder Verweigerung von) über Nutzungsrechte ist. Außerdem
unterstützen die indianischen Organisationen die Klage einiger Siedler, Secoya und Quichua
vor dem Gericht von White Plains, New York, USA. Der Ausgang dieses Verfahrens kann
sehr große Auswirkungen auf die Vorgehensweise ausländischer, vor allem USamerikanischer Erdölkonzerne in ökologisch und sozial sensiblen Regionen der Welt haben.
Heute gibt es eine Reihe technischer Möglichkeiten, die Belastungen der Umwelt und der
Menschen durch Erdölaktivitäten zu vermindern:

Erdölförderung kann nach dem Prinzip der Offshore - Förderung (wie z. B. in der
Nordsee) durchgeführt werden, wobei nur eine zentrale Bohrplattform aufgebaut wird
statt einer Vielzahl kleinerer Bohrtürme. Die Versorgung der Plattform erfolgt durch die
Luft und nicht über Straßen, so dass keine Versorgungswege mehr gebaut werden
müssen.

Umweltverschmutzungen durch Formationswasser können durch moderne Techniken
verhindert werden, indem es in das Bohrloch zurückgeführt wird.

Das anfallende Erdgas muss nicht an Ort und Stelle verbrannt sondern kann genutzt
werden.

Herausforderung: soziale Schäden verringern  keine einfachen technischen Lösungen
Konzerne und staatliche Institutionen sollten gezwungen sein, sich auf indianische
Wertvorstellungen und Wirtschaftsweisen einzulassen und sie zu respektieren. Dadurch
könnten wirklich gleichberechtigte Verhandlungen ermöglicht werden.
37
6.6.
Wirtschaftliche Daten
Mit dem Erdölboom, der 1972 mit den ersten größeren Vorkommen begann, war Ecuador
nicht länger ein Land, welches vom Export unrentabler Produkte wie Bananen und Kakao
lebte, sondern sich voll in die Weltwirtschaft integrierte.

Förderung des Erdöls kurbelte die Wirtschaft des Landes an:
 Exporte: stiegen von 199 Millionen US $ 1971 auf 2 568 Millionen US $ 1981
 BIP: erhöhte sich im gleichem Zeitraum von 1 602 Mio. US $ auf 13 946 Mio. US $
 Struktur der internen Energieversorgung veränderte sich schlagartig: 1970 waren
Holz und andere Bioprodukte mit 74,5% die Hauptprimärenergieträger, 1980 waren
es nur noch 8%, und heute liegt er bei 11% (ACOSTA 2000)

durch Erdölförderung: Attraktivität von Ecuador für ausländische Investoren und Banken

immer wieder neue Konzessionsrunden: mittlerweile 90% des Tieflandes, zur Erdölsuche
und –förderung vergeben
ABER:

die Verschuldung Ecuadors ist von 1970 bis heute von 217 Mio. auf 18 Mrd. US $
angestiegen, wegen erhöhter Kreditwürdigkeit  dank der Öleinnahmen

drastischer Anstieg von Korruption; durch Aufstieg der Banken im Land, welche die
Exporterlöse zu Krediterweiterungen und Geldwäsche nutzen konnten  Ecuador gehört
2002 zu den 13 korruptesten Ländern von weltweit 91 untersuchten.

der Anteil der Menschen, die unter der Armutsgrenze leben müssen, hat dich von 1970
bis heute verdoppelt
Quelle: http://www.regenwaldmenschen.de/deutsch/download/erdoel.pdf
Bildquelle: http://www.regenwaldmenschen.de/bilder/umwelt/1entwicklung/oelkarte2.jpg
6.7.
Die Gemeinde Sarayaku
Die Gemeinde Sarayaku liegt inmitten des AmazonasTieflandes von Ecuador. Administrativ
gehört Sarayaku als Kirchspiel zum Kanton Pastaza der Provinz Pastaza. Bei der
Volkszählung 2001 wurden im gesamten Kirchspiel 2.195 Einwohner gezählt. Traditionell
lebt die Gemeinde vom Fischfang, Wanderfeldbau und Pflanzensammeln im Regenwald. Die
Gemeinde ist Mitglied der „Organisation indigener Völker von Pastaza“
38
Der ecuadorianische Staat hat den Regenwald in so genannte Erdölblöcke aufgeteilt und
versteigert diese an Erdölkonzerne. Das Gebiet der SarayakuIndianer befindet sich im
sogenannten „Block 23“, wo der argentinische Ölkonzern CGC (Compañia General de
Combustibles) und die ecuadorianische Regierung über die Köpfe der Quichua hinweg Öl
fördern wollen. Dagegen wehren sich die Menschen von Sarayaku – trotz hoher
Geldsummen, mit denen der Ölkonzern sie bestechen will und trotz Einschüchterungen und
Menschenrechtsverletzungen.
Obwohl indigene Gruppen die Hälfte der Bevölkerung bilden, müssen sie für gleiche Rechte
kämpfen!!
Aktuell: „Ein blühendes Projekt für den Regenwald“
Mit dem aktuellen Projekt „Lebens-Linie“ will die Quichua-Gemeinde mit Unterstützung von
OroVerde die traditionellen Grenzen von Sarayaku nach außen hin durch blühende Bäume
erkennbar machen. Die Grenze ihres Landes soll sowohl vom Boden aus, als auch aus der
Luft deutlich zu sehen sein. Die Grenze wird durch einen ein Meter breiten Pfad markiert, der
das Gebiet umrundet. Zusätzlich wollen die Quichua Setzlinge von blühenden und Früchte
tragenden Bäumen an bestimmten Punkten entlang der Linie anpflanzen. In der für dieses
Projekt angelegten Baumschule sind bereits 5.000 Setzlinge angezogen worden, die entlang
der Grenze gepflanzt werden. Die lebende Begrenzung des Gebietes ist ein symbolisches
Ausrufezeichen für das Recht der Indigenen auf ihr Land und den Erhalt des einzigartigen
Lebensraums Sarayaku. Das für einen Zeitraum von 10 Jahren vorgesehene Projekt verfolgt
vor allem das Ziel, die Aufmerksamkeit der nationalen und internationalen Öffentlichkeit auf
die
immer
schneller
fortschreitende
Zerstörung
des
tropischen
Regenwaldes
im
ecuadorianischen Amazonasgebiet zu lenken. Dabei soll die „Lebens-Linie“ als Schutzwall
für Sarayaku und sein historisches und kulturelles Erbe fungieren. Darüber hinaus soll mit
dem Projekt „Lebens-Linie“ auch die Kooperation der Indigenen Völker untereinander
gefördert werden.
Neben dem Projekt „Lebens-Linie“ unterstützt OroVerde auch die Stärkung der kulturellen
Identität der Bewohner von Sarayaku. Dadurch wird die Weitergabe traditionellen Wissens
gesichert und der Schutz der natürlichen Ressourcen sowie deren Erhalt gefördert.
Zum einen wurde ein Bildungszentrum errichtet, indem der Schulunterricht für die Kinder
stattfindet, der aber auch Raum für regelmäßige Versammlungen bietet.
Zum anderen steht die Förderung der traditionellen Medizin der Quichua im Vordergrund.
Dafür wurden die benötigten Heilpflanzen bereits ausgesät und angezogen, damit diese zur
späteren Behandlung von Krankheiten genutzt werden können. Ebenso wurde ein kleines
Gebäude errichtet, in dem Behandlungsräume für Kranke eingerichtet werden.
39
Durch den bis heute anhaltenden Widerstand wurde die Gemeinde bekannt. Die Einwohner
verfügen inzwischen über eine Satellitenschüssel und nutzen mit ihrer eigenen Website das
Internet für ihren Kampf. Eine Solaranlage sorgt mitten im Regenwald für Strom, der für den
Betrieb eines Internetcafes benötigt wird. Finanziert wurde die moderne Technik unter
anderem durch Spenden und den Verkauf eines Filmes von Eriberto Gualinga „Ich verteidige
den Regenwald“. Er dokumentierte den Widerstand seines Dorfes auf DVD.
Quellen:

Vamos e.V.: Erdölförderung im Regenwald - Bildungsmaterialien zu den Auswirkungen der
Erdölförderung auf den AmazonasRegenwald und die Ureinwohner in Ecuador, 2007.

http://www.oroverde.de/projekte/ecuador.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Sarayacu
6.8.
Erdöl in unserem Alltag
Ohne Erdöl leben – kein Problem? Von wegen! Das schwarze Gold ist in unserem zu Hause
allgegenwärtig – als Kunststoff. Die folgende Tabelle zeigt Alltagsgegenstände aus
Kunststoff, in denen Erdöl steckt:
Tabelle 3: Kunststoff-Erdöltabelle
Alltagsgegenstand
Erdöl in Liter
Fernbedienung
0,1
Fernseher
2,4
Kunststoffschale (800 g)
1
Couch
59
CD-Ständer (8 kg)
15
CDs, Rohlinge, Hüllen (8 kg)
16
Teppichboden (6 qm)
22,5
Zahnbürste und Becher
0,8
Tablettenröhrchen
0,1
Batterie
von
Kosmetika
+
Flaschen
1,1
(Shampooflaschen etc.)
Krawatte, Nylon
0,5
Hemd, Polyester
0,4
Schuhsohlen, Kunstleder
0,6
Computer-Monitor
2
40
Computer-Gehäuse + Tastatur
9
Uhr, Taschenrechner
0,5
Faxgerät
3,5
Kabelisolierungen (50 m Länge)
4
7. Artenvielfalt und Naturschutz in Deutschland
 28.000 Pflanzen- und Pilzarten
 48.000 Tierarten
 855 verschiedene Landschaftstypen
In Deutschland ist ursprüngliche, unveränderte Natur äußerst selten. Der Naturschutz muss
hierzulande meist menschengemachte Landschaften bewahren und entwickeln, auf die viele
Tiere und Pflanzen längst angewiesen sind, so etwa wie alte Steinbrüche, Almen oder
Schafweiden. Wer Kulturlandschaften natürlichem Wirken überließe, würde viele Tier- und
Pflanzenarten verdrängen.
Beispiel:
die wärmeliebende
Mauereidechse würde verdrängt
werden,
wenn alte
Weinbergmauern zuwuchern und kühler Wald die früheren Rebflächen überschattet.
In manchen Naturschutzgebieten sichern also regelmäßige Mahd oder Schafhaltung die
Lebensvielfalt – als Pflegemaßnahme gegen natürlichen Waldwuchs. Für wildes Wuchern
wiederum muss anderswo, etwa in Nationalparken, genügend Raum sein, damit sich
natürliche Auen oder Naturwälder ungestört entwickeln können. Nur so wird die
Bundesrepublik ihrer internationalen Pflicht gerecht, die hierzulande mögliche biologische
Vielfalt zu bewahren und den Artenschwund aufzuhalten.
Artenschwund in Deutschland:

Schädigung der Natur oft unbemerkt und schrittweise

nicht der einzelne Eingriff hat üble Folgen, sondern erst die Summe vieler Rodungen,
Bauprojekte oder Entnahmen von Grundwasser

auch der Klimawandel ist Ursache für den Artenschwund

kaum überwindbare Barrieren

in den letzten zehn Jahren sind zwischen 0,89 und 1,29 Quadratkilometer Boden
versiegelt worden, in den Jahren 2003-2006 im Durchschnitt 1,13 Quadratkilometer pro
Tag  versiegelter Boden zerstört Lebensräume, lässt Regenwasser nicht mehr
versickern und schmälert damit den Vorrat an Grundwasser
41

über zwei Drittel aller Biotop-Typen gelten in Deutschland als gefährdet – darunter
Flüsse, Moore oder Hochgebirgsrasen

nach der Roten Liste sind 38% der Säugetier-Arten in ihrem Bestand gefährdet oder
extrem selten (ausgestorbene Arten nicht mitgezählt); von den höheren Pflanzenarten
sind ca. 30% in Gefahr
Naturschutz per Gesetz:
Im Grundgesetz (Artikel 20a) hat sich der Staat zum Schutz der „natürlichen
Lebensgrundlagen“ verpflichtet. Demnach ist Naturschutz offizielles Staatsziel. Um den
Schutz, nicht nur bedrohter Tiere und Pflanzen zu gewährleisten und die Lebensvielfalt zu
erhalten, wurden überdies im Bundesnaturschutzgesetz mehrere Ziele fixiert. So soll es
sicherstellen, dass:
1. die Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts,
2. die Regenerationsfähigkeit und nachhaltige Nutzungsfähigkeit der Naturgüter,
3. die Tier- und Pflanzenwelt einschließlich ihrer Lebensstätten und Lebensräume sowie
4. die Vielfalt, Eigenart und Schönheit, der Erholungswert von Natur und Landschaft auf
Dauer gesichert sind.
Darüber hinaus hat der Gesetzgeber Vorkehrungen getroffen, um schädliche Einflüsse –
gleich durch wen – zu vermeiden, zu beseitigen oder zu mildern:

das Bundesraumordnungsgesetz (ROG) soll die natürlichen Lebensgrundlagen schützen
und entwickeln

das Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) bezweckt, „Menschen, Tiere und
Pflanzen, den Boden, das Wasser, die Atmosphäre“ vor schädlichen Einwirkungen zu
bewahren

die Bauleitpläne des Baugesetzbuches (BauGB) sollen „dazu beitragen, eine
menschenwürdige Umwelt zu sichern und die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen
und zu entwickeln“

um Lebensräume zu schützen, sind bestimmte Biotope gesetzlich geschützt und weisen
die Bundesländer geeignete Schutzgebiete aus, zum Beispiel Naturschutz- und
Landschaftsschutzgebiete sowie Nationalparke
42
Schutzgebiete in Deutschland:
Nationalparke (abgekürzt: NLP):

umfassen besonders schöne oder seltene großräumige Naturlandschaften

sollen in einem möglichst natürlichen, vom Menschen unbeeinflussten Zustand erhalten
bleiben oder aber, wie im dichtbesiedelten Deutschland notwendig – dahin entwickelt
werden

spätestens 30 Jahre nach seiner Gründung muss sich die Natur in einem Nationalpark
auf dem größten Teil seiner Fläche frei entwickeln dürfen

der überwiegende Teil eines NLP erfüllt die Kriterien eines Naturschutzgebietes

14 deutsche Nationalparke dienen dem Erhalt der natürlichen biologischen Vielfalt, aber
auch dem Naturerleben, der Forschung und der Umweltbildung
Beispiel:
Nationalpark Bayerischer Wald (Ausführungen Seite 44f)
Biosphärenreservate (BR):

sind für den Naturschutz wie aus historischer Sicht wertvolle Kulturlandschaften mit
jeweils eigentümlichem Gepräge – in der Rhön zum Beispiel oft unbewaldete, früher
meist von Schafen beweidete Hügelkuppen

sind groß- räumig und setzen sich zusammen aus Natur- und Landschaftsschutzgebieten

Konzepte für dauerhaft natur- und umweltgerechte Wirtschaftsweisen werden im BR
erprobt und umgesetzt  darunter die traditionelle Produktion regionaler Nahrungsmittel
(in der Rhön zum Beispiel das Fleisch des wieder vermehrt gehaltenen Rhönschafs) und
anderer Güter

weitere Ziele: Umweltbeobachtung und Bildungsarbeit zur nachhaltigen Entwicklung

innerhalb der 13 deutschen BR gibt es jeweils drei Schutzbereiche: die Kern-, Pflegeund Entwicklungszone

die Natur in der Kernzone ist am striktesten geschützt
Beispiel:
Biospährenreservat Rhön:

umfasst den gesamten Kernbereich der Rhön, eines Mittelgebirges in Hessen, Bayern
und Thüringen (siehe auch Ausführungen zum Rhönschaf Seite 44)
Naturparke (NRP):

umfassen ein Viertel der deutschen Landfläche

zeigen großräumig die ganze Vielfalt unserer Kulturlandschaften und sollen sie erhalten
helfen

als Landschaftsschutz gesichert, zu geringeren Anteilen als Naturschutzgebiete
43

dienen der Pflege kultureller Traditionen und Eigenarten sowie der Erholung

seit 2005 können die 94 deutschen Naturparke an einer vom BfN geförderten
„Qualitätsoffensive“ teilnehmen, um ihre Arbeit sowie ihre Angebote nach diversen
Kriterien genauer einschätzen und verbessern zu können

ein ausgezeichneter „Qualitätsnaturpark“ muss seit 2007 mindestens 250 von 500
möglichen Punkten erreichen, alle drei Jahre
Beispiel:
Teutoburger Wald/Eggegebirge:

umfasst die Gebirgszüge des südlichen Teutoburger Waldes und des Eggegebirges

wurde 1965 gegründet

mit 2711 km² der flächenmäßig größte Naturpark in NRW und der sechstgrößte in
Deutschland

60 % der Fläche des Naturparks sind bewaldet

als großes geschlossenes Waldgebiet erfüllt der Landschaftsraum eine ökologische
Ausgleichsfunktion

wesentliche
Bestandteile
des
landesweiten
Biotop-
Verbundsystems

85 % der Fläche sind als Landschaftsschutzgebiete, etwa 10 % als Naturschutzgebiete
und rund 14 % als FFH-Gebiete geschützt; darüber hinaus gibt es etwa 1000
eingetragene Naturdenkmale (z.B. Bäume, Felsen, Kleinbiotope)

Tourismus: 2000 km gekennzeichnete Wanderwege, thematische Erlebnispfade,
Naturparkführungen, Exkursionen, u.v.m.

Maskottchen des Naturparks: Die Europäische Wildkatze, deren regionales Vorkommen
als eines der ursprünglichen, bis heute bestehenden in Nordrhein-Westfalen gilt.
Naturschutzgebiete (NSG):

häufig kleinere, sehr schützenswerte Flächen

knapp 60% sind kleiner als 0,5 Quadratkilometer

Lebensräume und Lebensgemeinschaften bestimmter Tier- und Pflanzenarten sollen
wegen ihrer Seltenheit, Eigenart oder Schönheit bewahrt werden

dazu müssen manche NSG ab und an gemäht, andere von Schafen, Ziegen oder
Pferden geweidet werden: „Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen“
Beispiel:
Naturschutzgebiet Lüneburger Heide:

liegt im Norden des Gebietes das sich Lüneburger Heide nennt

1922 wurden 21.000 ha Naturschutzgebietsfläche ausgewiesen; 1993 wurde die Fläche
auf 23.440 ha erweitert
44

über 60 % Wald, 26 % Heide, 8,5 % Ackerland, 3 % Grünland, 2 % Moore und 1,5 %
Siedlungen, Gewässer usw.

5.100
ha
trockene
Sandheiden

die
größten
zusammenhängenden
Reste
binnenländischer Zwergstrauchheiden Mitteleuropas

großräumige
Nadelwälder,
vorwiegend
aus
Kiefernbeständen

gehen
auf
Heideaufforstungen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts zurück

herausragende Bedeutung für den Biotop- und Artenschutz: im September 2007 wurde in
der Nähe von Niederhaverbeck, Gemeinde Bispingen, erstmals wieder ein Wolf
gesichtet, der vermutlich aus dem Naturpark Südheide stammt und es ist das einzige frei
zugängliche Gebiet in Niedersachsen in dem noch Birkhühner vorkommen

zusätzlich
finden
sich
bronzezeitliche
Hügelgräber,
historische
Wege,
Grenzmarkierungen, Findlingsmauern, alte Schafställe und Treppenspeicher
Landschaftsschutzgebiete (LSG):

sollen die Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes (vor allem für nachhaltige Forst- und
Landwirtschaft) erhalten, die Vielfalt, Eigenart oder Schönheit einer Landschaft bewahren
und der Erholung dienen

deutlich mehr Nutzungen erlaubt als in Naturschutzgebieten

deshalb können fast 30% der deutschen Landfläche LSG-Status genießen

Beispiele: Moseltal in RLP, Kohlbruck in Bayern, Erzgebirgsweg in Sachsen u.v.m.
Naturdenkmale:

„Einzelschöpfungen der Natur“

Beispiele: mächtige, alte Bäume oder Höhlen, aber auch kleinere Lebensräume seltener
Tiere und Pflanzen wie Felsen und Quellen
Besonders geschützte Biotope:

aufgrund ihrer Artenausstattung oder ihres landschaftlichen Charakters, ökologisch oder
landschaftlich wertvolle Biotope wie das Watt, viele Küstenlebensräume, Moore, Sümpfe,
Feldraine, See-Ufer oder Quellen

sind pauschal geschützt (also ohne Verordnung) und dürfen von Gesetzes wegen weder
zerstört noch beeinträchtigt werden

Beispiel: Dünen
45
Beispiele für Naturschutz und Artenvielfalt in Deutschland:
Das Rhönschaf:

alte Nutztierrasse in der Rhön, lange weit verbreitet, war an die karge Gegend
angepasst, seine Haltung prägte die Kulturlandschaft (vor allem dort, wo andere Nutzung
nicht möglich war)

dort wo Schafe weiden (gilt auch für Ziegen) wachsen keine Sträucher und Bäume, die
Landschaft bleibt offen  Einsatz von Kunstdünger/Maschinen zur Nutzung der
Landflächen  Artenschwund Rhönschaf, zunehmend Importe von Lammfleisch aus
Australien und Neuseeland

mit dem Schaf verschwand auch die von ihm geprägte Landschaft in der Rhön

1988 starteten Naturschutzverbände das „Rhönschaf-Projekt“: Rhönschaf als regionale
Besonderheit wiederentdeckt

Schafbesitzer können durch hohe Qualität, kurze Lieferwege und frisches Bio-Fleisch
bessere Preise erzielen (obwohl es etwa ein Drittel weniger Fleisch als andere Rassen
liefert)

heute: ausreichende Rhönschafe, die Bergwiesen und Magerrasen beweiden und damit
den seltenen Pflanzen und Tieren helfen, die charakteristisch für die Rhön sind
 Ein fast ausgestorbenes Haustier schützt nun also weitere Arten vor dem
Aussterben!!!!
Neben diesem ökologischen Wert gibt es eine ganze Kette von Wirtschaftsbetrieben, vom
Schäfer über den Schlachthof bis zum Gastwirt, die durch die direkte Vermarktung vom
Rhönschaf profitieren und damit Arbeitsplätze sichern. Außerdem genießt das Rhönschaf
mittlerweile Kultstatus – eine ganze Region identifiziert sich mit „ihrem Schaf“. Heute ist das
Rhönschaf ein Aushängeschild für die Rhön und nützt so auch dem Tourismus.
Der Bayrische Wald:
Leistungen von Wald und Forstwirtschaft für Biodiversität und Artenvielfalt:

Waldfläche: nimmt seit 30 Jahren zu und stieg bis heute um 13.000 ha

Anteil der Laub– und Mischwälder: in den letzten 30 Jahren auf 32% gestiegen  in
diesem Zeitraum nahm die Fläche der Laubbaumarten um 136.000 ha zu; jeder zweite
Baum unter 20 Jahren ist inzwischen ein Laubbaum

auf 85% der Waldfläche sind mind. zwei verschiedene Baumarten zu finden

der Vorrat von Starkholz allein bei der Buche beträgt in Bayern 33 Mio. Festmeter, was
fast einem Drittel des Gesamtvorrats bei der Buche entspricht; bei der Fichte ist jeder
fünfte Baum dicker als 50 cm

Fläche der Altbestände (über 120 Jahre): hat sich seit 1971 mehr als verdoppelt
46

durchschnittlich befinden sich 13 Festmeter Totholz pro Hektar in den Wäldern Bayerns
 mit 8,2 Fm/ha bzw. gesamt rund 11,4 Mio. Fm weist der Privatwald erhebliche Vorräte
an Totholz auf und leistet somit einen unverzichtbaren Beitrag für den Erhalt von
zahlreichen Tieren, Pflanzen und Pilzen

154 Naturwaldreservate dienen dem Erhalt der an Totholz gebundenen Arten, da in
ihnen keine Nutzung mehr stattfindet

die Wälder enthalten auf 83% der Fläche zwei und mehr Baumschichten, durchschnittlich
9 morphologische Schichten aus Moosen, Flechten, Farnen, Gräsern und Sträuchern

in den bayerischen Wäldern sind 62 verschiedene Baumarten zu finden, darunter 18
seltene Arten wie Elsbeere, Eibe und Moorbirke

ein Großteil der Waldflächen unterliegt einem Schutzstatus:
 rund 945.000 ha Wald sind in Naturparken
 82.000 ha in Naturschutzgebieten
 487.000 ha in Landschaftsschutzgebieten
 6.600 ha in Naturwaldreservaten
 449.000 ha in Natura-2000-Schutzgebieten
 31.000 ha in Nationalparken
 150.000 ha in gesetzlich besonders geschützten ökologisch wertvollen Gebieten
wie Moor-, Bruch-, Sumpf- und Auwälder oder Schlucht-, Block- und
Hangschuttwälder
 hinzu kommen noch weitere Flächen, die aufgrund ihrer Lage im Gebirge, den
Kamm- oder Steillagen nicht genutzt werden

durch seine räumliche Verteilung erfüllt der Wald Brücken- und Verbindungsfunktion für
Pflanzen und Tiere

der Freistaat Bayern, die Kommunen und die Körperschaften bewirtschaften rund 5.000
ha Nieder- und Mittelwald; ca. 13.500 ha Moorwälder werden allein im Staatswald
erhalten

die biologische Vielfalt in Bayerns Wäldern wird auch durch die sehr kleinteilige
Besitzstruktur gewahrt  700.000 Waldbesitzer haben genauso viele verschiedene
Vorstellungen über die Bewirtschaftung ihres Waldes und stellen allein damit schon eine
Artenvielfalt sicher

je nach Waldgesellschaft sind geschätzt 7.000 bis 14.000 Tier- und 4.000 bis 6.000
Pflanzenarten einschließlich Moose, Farne und Pilze vorhanden

Artenschutzmaßnahmen im Wald, insbesondere im Hinblick auf Vogelarten sind sehr
erfolgreich!
47

der Freistaat Bayern sorgt mit dem Amt für forstliche Saat- und Pflanzenzucht für den
Erhalt und die ausreichende Versorgung der Waldbesitzer mit entsprechendem Saatund Pflanzenmaterial  rund 75.000 ha als Saatguterntebestände zugelassen

Amt für forstliche Saat- und Pflanzenzucht: lagert Saatgut seltener heimischer Herkünfte
(derzeit mehr als 2.000 kg aus mehr als 700 Erntepartien)

60 bayerische Samenplantagen dienen nicht nur der Erzeugung von Saatgut, sondern
auch dem Erhalt der genetischen Vielfalt (13 Laub-, 6 Nadelbaumarten, 2
Strauchsamengärten, 1 Klonsammlung, Pappeln- und Weidensorten sowie zahlreiche
Nebenbaumarten)

in den forstlichen Pflanzgärten werden Strauchbaumarten nachgezogen (ca. 40 Arten
von 50 Vorkommen).

Feldversuche: Gastbaumarten werden im Hinblick auf ihre Standortseignung unter
veränderten
Klimabedingungen
untersucht

eine
landesweite
forstliche
Standortserkundung in allen Waldbesitzarten stellt sicher, dass nur standortsgemäße
Baumarten gepflanzt werden

Programme für die Waldrandgestaltung: Schaffung zusätzlicher Lebensräume für Tiere
und Pflanzen geschaffen
Der Bayerische Waldbesitzerverband e.V. setzt sich für die nachhaltige Bewirtschaftung des
Waldes auf der gesamten Fläche ein!!!
Quellen:

Bundesamt für Naturschutz (BfN) (Hrsg): Lebensvielfalt für die Erde – Zukunft mit Natur.
Bonn: Offsetdruck Schönseifen, 2008.

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) (Hrsg): Biologische
Vielfalt – Materialien für Schülerinnen und Schüler. Berlin: Zeitbild Verlag, 2008.

http://www.bayer-waldbesitzerverband.de (Stand: 10.11.2009)

http://de.wikipedia.org/ (Stand: 16.12.2009)
48
8. „Der Regenwald in Ecuador und wir“ und das Curriculum
8.1.
Wie kann das Thema „Was hat der Regenwald in Ecuador mit uns zu tun?“ in
den Lehrplan eingebunden werden?
Das Thema „Biodiversität“ kann vielfach in den Lehrplan eingebettet werden:
Thema
Schulfach
Biodiversität allg.
Biologie
Artenvielfalt
Biologie, Erdkunde
Tropischer Regenwald
Biologie, Erdkunde
Ressourcen(-verbrauch)
Erdkunde
Indigene Völker
Erdkunde, Sozialkunde/Politik
Menschenrechte
Sozialkunde/Politik, Religion/Ethik
Biopiraterie
Sozialkunde/Politik, Religion/Ethik
Übereinkommen über die biologische Vielfalt
Sozialkunde/Politik, Religion/Ethik
(CBD)
Weitere Anknüpfungspunkte in den Lehrplänen:
Grundschule

Tiere und Pflanzen

Naturphänomene (z.B. Klima)

Natürliche und gestaltete Lebensräume

Umweltschutz (z.B. sparsamer Umgang mit Ressourcen)

Mensch und Gemeinschaft (z.B. Konsumverhalten und Ökologie)

Kulturen in einer Welt
Sekundarstufe I

Mensch und Naturhaushalt

Menschen im System

Ressourcennutzung und –verbrauch

Entwicklungspolitik und Fair Trade

Länderkunde

Ureinwohner/Indigene Völker
49
Die Homepage http://www.transfer-21.de/ bietet u.a. Orientierungshilfen für die Bildung
nachhaltiger Entwicklung in der Schule, Informationsmaterial zur Lehrerbildung und
unzählige Materialien für den Unterricht in der Grundschule, sowie auch in weiterführenden
Schulen.
8.2.
Welche Bildungsmaterialien zu diesem Thema sind verhanden?
Bildungsmaterialien für Grundschulen:
BMU:

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) (Hrsg):
Biologische Vielfalt: Materialien für Bildung und Information.
 Download unter
http://www.bmu.de/publikationen/bildungsservice/bildungsmaterialien_grundschule/le
hrer/doc/41458.php.
GTZ:

Deutsche Gesellschaft für
technische
Zusammenarbeit:
Projektwoche
„Tief
im
Regenwald“.
 Download unter http://www.conservation-development.net/index.php?L=1&ds=1.
Bildungsmaterialien, allgemein:
Allianz Umweltstiftung:

Allianz Umweltstiftung: Information zum Thema Tropenwald: Schatzkammer der Erde
und bedrohtes Paradies.
 Download unter http://www.allianzumweltstiftung.de/publikationen/wissen/tropenwald/index.html.
BMU:

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) (Hrsg):
Biologische Vielfalt – Materialien für Schülerinnen und Schüler.

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) (Hrsg):
Handreichungen für Lehrkräfte.
50
 Download unter
http://www.bmu.de/publikationen/bildungsservice/bildungsmaterialien/sekundarstufe/l
ehrer/doc/6773.php.
BpB:

Bundesministerium für politische Bildung (BpB). Bedrohte Vielfalt – Biodiversität.
 Download unter
http://www1.bpb.de/publikationen/J6KJZB,0,0,Bedrohte_Vielfalt_%96_Biodiversit%E4
t.html.
Germanwatch:

Die Bedrohung der tropischen Regenwälder und der interanationale Klimaschutz.
 Download unter
http://www.wwf.ch/de/newsundservice/service/publikationen/detail.cfm?uCatID=41&u
ArtID=361.
InWEnt:

InWent in Bayern: Biodiversität – Globale Perspektive für die Umweltbildung.
 Download unter http://www.bneportal.de/coremedia/generator/pm/de/Ausgabe__003/05__Literaturempfehlungen/Bio
diversit_C3_A4t._20Globale_20Perspektive_20f_C3_BCr_20die_20Umweltbildung.ht
ml.

Chat der Welten: Indigene Völker in Lateinamerika. Hintergründe – Fakten – Anregungen
für den Unterricht.
 Download unter
http://www.indigene.de/fileadmin/inhalte/Indigene%20News/indigene_o.G.B..pdf.
Transfer 21:

BLK-Programm
„21“,
Werkstattmaterialien
Bildung
für
nachhaltige
Entwicklung:
Tropischer Regenwald – Borealer Wald – Brandenburgischer Wald. Ein vergleichendes
und handlungsbezogenes Unterrichtsvorhaben zum Thema „Arme Welt – reiche Welt“

BLK-Programm
„21“,
Werkstattmaterialien
Bildung
für
nachhaltige
Entwicklung:
Nachhaltigkeit im Umgang mit der Ressource Wald.
 Download unter http://www.transfer-21.de/index.php?p=214.

Transfer 21: Lernangebot Nr.4: Vielfalt im ökologischen Bereich – Biodiversität.
 Download unter http://www.transfer-21.de/index.php?page=311.
51

Transfer 21: The Tamaki Foundation Project on Environmental Education: Biologische
Vielfalt – Gefährdungen und Schutz. Materialien für die Primarstufe.
 Download unter http://www.institutfutur.de/transfer21/daten/materialien/tamaki/t5_biodiversity.pdf.
Vamos:

Vamos e.V. Münster: Erdölförderung im Regenwald – Bildungsmaterialien zu den
Auswirkungen der Erdölförderung auf den Amazonas-Regenwald und die Ureinwohner in
Ecuador.
 Download unter http://www.vamosmuenster.de/vamos/html/mitmachen/schulen_und_vereine/regenwald/oel.php.
WWF:

WWF: Tropenöl. Ein Lehrmittel des WWF Schweiz zu Palmöl und Soja.
 Download unter
http://www.wwf.ch/de/newsundservice/service/publikationen/detail.cfm?uCatID=41&u
ArtID=361.
Sonstige:

Stiftung Wald in Not: Stichwort Nachhaltigkeit. Nachhaltige Entwicklung am Beispiel von
Waldbewirtschaftung und Holznutzung.
 Material zu bestellen unter folgender Adresse: Stiftung Wald in Not, Godesberger
Allee 142-148, 53175 Bonn

Welthaus Bielefeld: KlimaKids – …zu Teera nach Tuvalu
 Bestellen unter http://www.welthaus.de/publikationenshop/kategorie/produkte/klimakids-broschuere/.

Ökohaus e.V. Rostock (Hrsg.): Lebenswelt Regenwald – Ressourcenverbrauch und
nachhaltige Entwicklung. Materialien für die Projektarbeit.
 Download unter http://www.oekohaus-rostock.de/content/view/116/166/.

unzählige Materialien zum Bestellen und Arbeitsblätter zum Download unter:
 http://www.oroverde.de/lehrer.html
 http://www.vamosmuenster.de/vamos/html/mitmachen/schulen_und_vereine/regenwald/index.php
 http://www.transfer-21.de/index.php?p=40
52
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