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akupunktur - Prognos

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AKUPUNKTUR
Dr. med. Ernst Schrott
Test am Akupunkturpunkt:
Was messe ich wirklich?
Die Interpretation
der Messung am Akupunkturpunkt
Das Wissen von Vitalpunkten auf der Körperoberfläche ist in den ältesten überlieferten Medizinsystemen der Welt beheimatet. Die Traditionelle Chinesische Medizin hat sie ganz in den Mittelpunkt ihre Lehre gestellt und ein eigenes Behandlungskonzept, die Akupunktur, entwickelt.
Im Ayurveda, der Jahrtausende alten Heilkunst Indiens, werden diese besonderen
Punkte Marmas genannt. Sie gelten hier
als sehr potente subtile bioenergetische
Schaltstellen im Mikrokosmos Mensch, die
möglichst sanft und behutsam behandelt
werden sollten. Nicht nur weil ihre Behandlung unter Umständen einen mächtigen Einfluß auf den Funktions- und Energiezustand des Organismus ausübt, sondern weil hier ganz spezifische Informationen des Organismus, seiner Organe und
Organsysteme an die Körperoberfläche
treten.
Alters und Geschlechts verglichen, die aus
über zwölf Millionen Meßreihen gewonnen wurden.
Seit einigen Jahrzehnten versuchen Ärzte
und Forscher diese Körperpunkte mittels
moderner Technologie diagnostisch zu
nutzen.
Welche Informationen erhalte ich wirklich
über den Organismus, seine Organe, Organsysteme oder etwa die Psyche des
Untersuchten, und welchen praktischen
Nutzen hat das für den Patienten in der
Routine der täglichen Praxis?
Der elektrische Hautwiderstand am
Akupunkturpunkt ist bekanntlich
geringer als in seiner Umgebung und
die darunter liegenden
Gewebestrukturen weisen typische
morphologische Besonderheiten auf.
Ein neuartiges Meßverfahren liegt hier
dem Prognos-Meßgerät zugrunde. Es wurde von russischen Wissenschaftlern für die
Weltraummedizin entwickelt und unter
anderem am Kosmonauten und Arzt Poljakov während seines einjährigen Aufenthalts in der Weltraumstation MIR angewandt. Im Gegensatz zu ähnlichen Meßmethoden, die auch und vor allem in
Deutschland bereits seit mehreren Jahrzehnten angewendet werden (EAV nach
Voll, EAP-Messung nach Kramer und Jahnke etc.) verwendeten die russischen Forscher bei Prognos einen neuartigen Meßgriffel, der unter anderem bei jeder Messung einen exakt gleichen Druck ausübt,
für die Meßelektrode eine punktneutrale
Legierung verwendet und den Mittelwert
aus 400 Einzelmessungen in 200 msec registriert.
Der zu messende Akupunkturpunkt
wird mechanisch und elektrisch
praktisch nicht belastet.
Die Meßwerte der Anfangs- bzw. Endpunkte der zwölf Meridiane an Fingern
und Zehen werden außerdem graphisch
dargestellt und mit den statistisch ermittelten Werten von Gesunden gleichen
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Mit Prognos steht somit nach bisheriger
Beurteilung eine wissenschaftlich begründete Meßtechnik zur Verfügung, die es erlaubt, zuverlässig, ausreichend genau, gewebeschonend und reproduzierbar am
Akupunkturpunkt zu messen.
Dabei stellt sich allerdings eine sehr
grundsätzliche Frage:
Was messe ich am Punkt?
Um diese Fragen für mich selbst zu beantworten, unterzog ich mich der Mühe, über
mehrere Jahre die Daten von mehr als
6000 Patienten-Messungen zu analysieren, um so zu einer begründeten Interpretation der Testergebnisse von Prognos zu
gelangen.
Dabei galt es zwei wesentliche Grundsätze zu verfolgen:
Die Messungen sollten korrekt und erwartungsfrei durchgeführt werden, möglichst
bei exakter Diagnose mit einem Vergleich
vor und nach der Behandlung, und die
Interpretation der Meßergebnisse mußte
völlig vorurteilsfrei erfolgen und durch
vergleichbare Fälle abgesichert werden.
Standardisiertes und korrektes
Messen
Nach einem standardisierten Verfahren
(bequem sitzender Patient, konstante Umgebung, Meßzeit in der Regel vormittags,
von Prognos vorgegebene Meßreihenfolge
usw.) wurde deshalb fast ausschließlich
von meinen Helferinnen gemessen, die
selbst keine Erwartungen an irgendwelche
Ergebnisse haben und darin geübt sind.
Außerdem wurde grundsätzlich bei jedem
Patienten mehrmals hintereinander getestet, um die Konstanz oder Irrelevanz
von Normabweichungen zu erfassen.
D R.
MED.
ERNST SCHROTT
ist Arzt für Naturheilverfahren und Homöopathie in Regensburg. Eine umfassende Ausbildung in ayurvedischer Medizin erhielt er bei führenden AyurvedaÄrzten Indiens. Er ist im Vorstand der
Deutschen Gesellschaft für Ayurveda
und arbeitet seit Jahren intensiv an der
Verbreitung des Maharishi Ayur-Veda.
Hierzu hielt er zahlreiche Vorträge und
Seminare im In- und Ausland, war Gesprächspartner in Rundfunk- und Fernsehsendungen und hat zahlreiche Artikel
sowie mehrere erfolgreiche Bücher zum
Thema veröffentlicht.
Wie sich herausstellte, brachte diese
Vorgehensweise entscheidende
Hinweise auf den Funktionszustand
der Meridiane und spezifische
Gesundheitsstörungen des Patienten.
Der Meßvorgang selbst führt zu einer
sanften Stimulation des Meridiansystems.
Nach mehrmaligem Messen in Folge (im
Schnitt dreimal, Aufwand drei Minuten)
zeigt die Auswertungsgraphik anschaulich
die Art der Regulation einzelner Meridiane oder des gesamten Systems. Daraus lassen sich wertvolle, ja oft die wertvollsten
Erkenntnisse über körperliche und psychische Belastungen des Patienten und die
Art einer möglichen Gesundheitsstörung
aus energetischer und regulativer Sicht
gewinnen.
Entdeckung neuer
Meridianfunktionen
Bei kritischer Prüfung und Vergleich der
Meßergebnisse einer großen Zahl von Patienten, deren Diagnosen bekannt und belegt waren, ergaben sich bemerkenswerte
Gesetzmäßigkeiten, die einerseits die traditionellen Vorstellungen über die Bedeutung und Funktion der Meridiane bestätigen, diese aber in oft wesentlichen Bereichen erweitern und ergänzen und zum Teil
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völlig unerwartete Zusammenhänge aufdecken. Diese Erkenntnisse erweisen sich inzwischen als diagnostische und
therapeutische Bereicherung
der bekannten Vorstellungen.
Ich möchte im Folgenden die
Ergebnisse dieser mehrjährigen
und intensiven Arbeit an Beispielen vorstellen. Sie sind im
Interpreter von Prognos (Beispiel Abb. 1), einer Interpretations- und Analysesoftware,
niedergelegt und können von
dort zur Auswertung der Meßergebnisse aufgerufen werden.
Die vorgestellten Fallbeispiele
sind exemplarisch. Ähnliche
Bilder und Interpretationsergebnisse habe ich bei einer
Vielzahl an Patienten gewonnen. Sie geben darüber hinaus
nur einen kleinen Ausschnitt
der neu gewonnen Erkenntnisse an den zwölf Meridianen
wieder.
beiteten Schematas den Meridianen zuordnen, wobei diese
Zuordnung nicht immer exakt
zutrifft.
Verschiedene Krankheitsbilder
haben abweichend von traditionellen Vorstellungen unerwartete Meridianbeziehungen.
Störfaktoren im Verlauf eines
Meridians hemmen den Energiefluß und verschlechtern den
Hautwiderstand an seinem
End- bzw. Anfangspunkt. Häufige und typische Störfaktoren
sind z. B. Narben, Sehnenscheidenentzündungen, Arthrosen,
Arthritis, Fremdkörper, Ringe,
Piercing, Spirale etc.
Auch Medikamente können zum
Teil erhebliche Meßwertabweichungen einzelner Meridiane
bewirken, z. B. Betablocker
(Herz- und Kreislaufmeridian)
oder Sexualhormone (Meridian
Blase, Niere, Milz-Pankreas).
Abb 1: Übersicht aus dem Interpreter von Prognos. Sie zeigt für
den Milz-Pankreas-Meridian die empirisch gefundenen möglichen
Ursachen einer mit Prognos getesteten Störung. Rot gekennzeichnet sind die besonders häufigen und typischen Befunde.
Dabei ergaben sich diese für
die Interpretation wesentlichen Grundlagen und Voraussetzungen:
An den verwendeten Meßpunkten (sogenannter TsingPunkt) ist die gesamte Information des Meridians und seiner vernetzenden Querverbindungen enthalten.
Wirbelblockaden und Nasennebenhöhlen-Erkrankungen können spezifisch einem logischen
Schema folgend und empirisch
belegt bestimmten Meridianen
zugeordnet werden.
Zahnerkrankungen lassen sich
nach dem bekannten von Voll,
Gleditsch und anderen erarCO`MED
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Der besondere Punkt
An den End- bzw. Anfangspunkten der Meridiane, dem
Tsing-Punkt in der chinesischen Meridianlehre, erhalten
wir bei der Messung mit Prognos eine Information über
den gesamten Meridian, einschließlich der Organe, Gewebe, Strukturen und psychischen Qualitäten, mit denen
dieser Energie- und Informationskanal nach den Vorstellungen der TCM in Verbindung
steht (Abb. 1).
Die verschiedenen
Akupunkturpunkte auf
einem Meridian sind
offenbar wie Schaltstellen
zu betrachten, die
Abb. 2: Schematische Darstellung zweier gekoppelter Meridiane.
An den Tsing-Punkten gemessene Werte geben Aufschluss über
den Informationsgehalt des ganzen Meridians.
Querverbindungen zum
Beispiel zu inneren Organen
oder auch zu psychischen
Qualitäten herstellen.
Je peripherer die Punkte liegen,
um so mehr Informationen
scheinen sie über den proximalen Meridianabschnitt zu enthalten. Auf dem Tsing-Punkt,
dem entferntesten Punkt eines
Meridians vom Körperstamm
aus betrachtet, liegt offensichtlich die Summe aller Informationen, die der Meridian
über seine komplexe Vernetzung im Organismus erhält. Er
scheint außerdem am subtilsten auf Veränderungen im Organismus, auch auf feinstoffliche, zu reagieren. Der Einfluß
von Musik oder die Wirkung
von Medikamenten auf den
Körper die in den Bereich des
Energiefeldes des Körpers gebracht werden, bewirkt unter
Umständen ganz erhebliche
Veränderung des Hautwiderstandes an diesen deshalb von
Prognos bevorzugten Meßpunkten.
Der Tsing-Punkt findet sich
zudem an der
Übergangsstelle von einem
Meridian zum folgenden.
Hier ist eine räumliche Lücke,
die energetisch zu überbrücken
ist. Wie weiter unten gezeigt
wird, sind hier die Nasennebenhöhlen als Hohlorgane und die
verschiedenen Lymphorgane
zwischengeschaltet. Über den
Luo-Punkt wiederum findet ein
Informationsaustausch zum
Meridianpartner statt, was
häufig bei Messungen zu sehen
ist.
Segmente der Wirbelsäule
lassen sich exakt zuordnen:
Wirbelblockaden, akut, subakut oder chronisch eröffnen
eine hervorragende Möglichkeit, Wechselbeziehungen zu
einzelnen Meridianen unmittelbar mit Prognos festzustellen. Sie lassen sich mit einer
erstaunlichen Zuverlässigkeit
zuordnen, und sie haben zum
Teil einen extrem schwächenden Einfluss auf den betreffenden Meridian, häufig auch auf
das gesamte Meridiansystem.
Entlang der Brustwirbelsäule
folgen sie den Zustimmungspunkten des Blasenmeridians,
im Bereich der Halswirbelsäule
sind die Blockierungen von C1
und C2 energetisch am bedeutendsten
Dazu eines von zahlreichen
Beispielen, eine C1-Blockierung:
Eine 34jährige Lehrerin klagt
über Kopfschmerzen, die seit
einigen Tagen vom Nacken
zum linken Augen zogen. Im
Prognos-Meßprofil fällt die mit
jeder Messung zunehmende
isolierte Meridianschwäche bei
Bl 67 links auf. Sie ist bereits in
der ersten Messung, der sogenannten Ruhe- oder Hauptmessung (blau) deutlich vorhanden.
Diese erste Messung gibt
häufig einen noch
kompensierten
energetischen Zustand eines
Meridians wieder.
Das Gesundheitsproblem dieser
Patientin ist also nicht oder
nicht mehr kompensiert und
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Krankheiten gehören zu seinem Einflußbereich, wie in Abbildung 3 gezeigt. Hier weist
der auffallend schwache Wert
bei MP 1 rechts auf ein kleines,
gynäkologisch bestätigtes Uterusmyom (Abb. 4).
Wie geht man in der
Praxis vor?
Abb. 3: Nach erfolgreicher Chirotherapie von C1 hat sich der
Meßwert von Bl 67 links völlig normalisiert (rote Kurve)!
belastet permanent einen Meridian, hier Blase, repräsentiert
durch seinen Tsing-Punkt, Bl 67
links, der sich an der Außenseite der Kleinzehe befindet.
Alle Informationen an
einem Punkt
Wesentliche Erkenntnisse über
die Funktion eines Meridians
ergeben sich unter anderem
aus seinem Verlauf. Es zeigt
sich bei der Überprüfung und
Testung mit Prognos, daß die
Indikationen der verschiedenen
Punkte im Verlauf des Meridians, wie sie traditionell angegeben werden, nicht nur zutreffen, sondern auch am
Tsing-Punkt abgebildet sind.
dung Interpreter). Lokale Erkrankungen im Verlauf des Meridians, zum Beispiel eine Arthritis mit Schwellung am
Sprunggelenk,
ödematöse
Unterschenkelstauungen bei
varicöser Insuffizienz oder eine
Leistenhernie können den
Energiefluß des Meridians behindern und je nach Ausprägung und Lokalisation am MP 1
mit Prognos gemessen werden.
Als Beispiel:
Die therapeutischen Indikationen von MP 17 bis 21 am seitlichen Thorax schließen unter
anderem Lungenkongestionen
und asthmatische Beschwerden ein. Solche Krankheitsbilder sind daher ebenfalls am
Anfangspunkt des Meridians,
also bei MP 1, bei der Messung
zu erfassen.
Die Energiebahn des Yin-Meridians Milz-Pankreas beginnt
mit MP1 an der medialen Seite
der Großzehe, läuft an der
Innenseite des Beines über das
Kniegelenk und die Leistengegend erreicht die Schulter und
kehrt zurück in den elften
Intercostalraum (siehe Abbil-
Darüber hinaus ergeben sich
aus der Prognosmessung auch
neue Beziehungen. So kann eine Coxarthrose ebenfalls am
Milz-Pankreas erfaßt werden.
Das ist insofern nachvollziehbar, als der Meridian unmittelbar über Leiste und Hüftgelenk
zieht. Auch gynäkologische
Abb. 4: Kleines Uterusmyom rechts, dargestellt hier durch auffallend schwache Messwerte bei MP1 rechts.
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Aus der Fülle von Möglichkeiten, die theoretisch als Ursache
einer gemessenen Meridianstörung bei einem Patienten in
Frage kommen, scheiden in der
Regel die meisten aufgrund der
Krankengeschichte und des
körperlichen Befundes aus. Aus
der empirisch gewonnenen
Übersicht des Interpreters erhalte ich rasch die wesentlichen Hinweise, in welche
Richtung weiter gefragt oder
untersucht werden sollte.
Sinusitis maxillaris – bei
Milz-Pankreas unerwartet:
Der Milz-Pankresas-Meridian
ist im Vergleich zu anderen Meridianen auffallend oft energetisch schwach. Dabei ist eine
Dazu drei Fallbeispiele:
Eine 48jährige beruflich und privat
überforderte Lehrerin klagt über
Kreislaufschwäche, Müdigkeit und
Abdominalbeschwerden. Prognos
zeigt die ausgeprägte, konstant bei jeder Messung sich darstellende
Schwäche am Meridian Milz-Pankreas rechts. Auch KS9 rechts fällt auf,
ist aber bei der ersten Messung noch
kompensiert. Da die Beschwerden
nach einem grippalen Infekt auftraten, lag der Verdacht nahe, daß eine
persistierende Sinusitis eine wesent-
liche Ursache der Beschwerden der
Patientin war. Der Test mit der Nosode Sinusitis maxillaris D5, die die Patientin während der folgenden Messung in der Hand hielt, bestätigt diese Vermutung eindrucksvoll (rote
Kurve).
Ein 40jähriger Dozent ist „verschnupft“ und klagt über ein Druckgefühl im Bereich des linken Oberkiefers. Prognos zeigt bei mehrmaliger Messung eine auffallende ener-
getische Schwäche am linken MilzPankreas-Meridian. Die Kieferhöhle
ist hoch druckempfindlich. HNOärztlich wird eine Sinusitis maxillaris
links nachgewiesen.
Die Werte nahezu aller Meridiane verbessern sich dabei dramatisch und
die hauptbelasteten Meridiane normalisieren sich völlig.
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der häufigsten Ursachen die
Affektion der Kieferhöhle. Sie
ist ein zunächst unerwarteter,
aber in der Praxis geradezu typischer Befund am MP-Meridian! Vielleicht erklärt sich das
auch durch die allgemeine
Überforderung der Menschen
heute. Man hat sozusagen die
„Nase voll“, ist nervlich „am
Ende“, verliert die Freude am
Leben oder hat Existenzängste,
Angst vor der Zukunft, alles
psychische Qualitäten, die dem
Bild des Milz-Pankreas-Meridians entsprechen.
Sinusitis maxillaris und frontalis bei einer 38jährigen Lehrerein, die seit Jahren an rezidivierenden Sinusitieden leidet.
Prognos-Messprofil vor und nach erfolgreicher Therapie
(rote Kurve)
Eine 38jährige Lehrerin leidet seit
Jahren an rezidivierender Sinusitis
maxillaris und frontalis links. Sie
kommt mit akuter Erkrankung in die
Praxis. Die Diagnosen sind HNO-ärztlich bestätigt. Aktuell besteht zusätzlich ein Tubenkatharrh rechts.
Prognos zeigt das typische Kurvenbild:
Sehr auffallend ist der stark von der
Norm abweichende Wert von MP
eins rechts, der bereits bei der ersten
Messung, der sogenannten Hauptmessung, nahezu identisch gemessen wurde. Wie die Erfahrung zeigt,
sind körperliche oder psychische
Störungen im Meridiansystem energetisch ohne Belastung noch kompensiert. Sie werden daher erst bei
den nachfolgenden Messungen, die
einen Reiz auf das Meridiansystem
ausüben, manifest. Bei dieser Patientin ist die Störung aber bereits bei der
Basismessung sichtbar. Sie ist sogar
sehr deutlich akzentuiert, was darauf
hinweist, daß ein energetisch nicht
mehr kompensiertes und damit konkret faßbares körperliches Gesundheitsproblem vorliegt.
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Die Meßwerte bei Niere eins links
(hat Beziehung zur Stirnhöhle links)
werden dagegen erst bei mehrfacher
Messung zunehmend auffallend (rot
ist die letzte Messung). Dies entspricht der aktuellen Gesundheitssituation der Patientin, die zum Untersuchungszeitpunkt subjektiv kaum
Beschwerden im Bereich der Stirnhöhle hat, gegenüber früheren Erkrankungsphasen, wo hier mitunter
ihre Hauptbeschwerden lagen.
In der Messung fällt außerdem 3E 1
rechts auf, der in diesem Zusammenhang auf eine entzündliche Erkrankung im Bereich des rechten Ohres
hinweist (hier Tubenkatharrh).
MedPrevent
neu
Zwei Wochen später, nach erfolgreicher Therapie mit ayurvedischen
Kräuterpräparaten und einer einfachen Anpassung der Ernährung hat
sich das Meßprofil fast normalisiert
(siehe rote Kurve).
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Hautoberfläche ist bekanntlich
geringer als in seiner Umgebung und weist typische morphologische Besonderheiten
auf. Das „aktive Element“, das
die bioelektrischen Eigenschaften gewährleistet, liegt in
der Tiefe der Haut, in der Papillarschicht und im benachbarten Unterhautzellgewebe.
Es besteht aus einem komplexen Netz aus Nerven, Anhäufungen kleiner Gefäße, Kapillarknäulen und efferenten peripheren vegetativ-gesteuerten Strukturen.
Abb. 5
Erklärung
Wie lassen sich die Beziehungen zwischen den Nasennebenhöhlen, Lymphorganen und
Meridianen erklären?
Eine Entzündung der Kieferhöhle zeigt sich immer am MPMeridan, die der Stirnhöhle am
Meridian der Niere und die weiteren Nebenhöhlen ebenfalls
an den zugehörigen Ying-Meridianen. Diese Beziehungen erweisen sich als derart gesetzmäßig, daß ich als Erklärungsmodell, angeregt durch Erkenntnisse von Voll, ein Schema
erstellen konnte (Abbildung 5),
in dem die Nebenhöhlen (auch
die Lymphorgane, Odontone
und Wirbelsegmente) eingeschaltet sind. Unter der Vorstellung, daß die Lebensenergie
„Chi“ oder „Prana“, wie im
Ayurveda bezeichnet, durch die
zwölf Hauptmeridiane in definierter Reihenfolge fließt, wird
der Zusammenhang plausibel.
Wird nämlich, wie in dem
Schema angegeben, der
freie Fluß dieser Energie
durch die Affektion
zwischengeschalteter
Nebenhöhlen oder
Lymphorgane behindert,
kommt es zu einer
Mangelsituation in dem
folgenden Meridian.
Das heißt am Beispiel der Sinusitis maxillaris:
Durch die Entzündung der
Nebenhöhle wird nicht, wie
man wegen des anatomischen
Verlaufes annehmen könnte,
der Magenmeridian belastet,
sondern- und das ist typisch
und gesetzmäßig- der im Energiekreislauf folgende Meridian,
nämlich Milz-Pankreas. Analoges gilt für alle anderen Nebenhöhlen und Lymphorgane im
Kreislauf der Meridiane.
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Die Praxis zeigt darüber hinaus:
Der Yin-Partner der durch die
Nebenhöhlen in Beziehung gesetzten Meridianpaare repräsentiert zuverlässig die immunologische
Aktivität
der
Nebenhöhlen, also die Entzündungsvorgänge, während der
Yang-Partner die Füllung des
Hohlorgans, zum Beispiel mit
Schleim, wiedergibt.
Lokalisierung von
Wirbelblockaden
Im Gegensatz zu den Nebenhöhlen und Lymphorganen sind
die einzelnen Wirbelsegmente
nicht zwischen die Meridiane
geschaltet. Eine energetisch relevante Wirbelblockade zum
Beispiel wirkt direkt auf den im
Schema angegebenen Meridian. Typisch für eine Blockierung
ist die einseitige, sich in mehreren Messungen konstant darstellende deutliche energetische Schwäche. Sie ist meist gepaart mit einer Regulationsblockade im entsprechenden Meridian, das heißt, bei mehrfacher
Messung unmittelbar in Folge
verändert sich der Meßwert
praktisch nicht, während bei
ungestörter Regulation die
Meßwerte als Folge der Stimulation durch den Meßvorgang
leicht schwanken.
Wissenschaftlicher Nachweis
von Punkt und Meridian:
Fundierte wissenschaftliche
Untersuchungen bestätigen die
physikalische Realität dieses
den Organismus offensichtlich
energetisch und informativ
vernetzenden Systems aus sensiblen Schaltpunkten und Energiebahnen.
Der elektrische Hautwiderstand
am Akupunkturpunkt an der
Der Marma- oder
Akupunkturpunkt läßt sich
mit etwas Übung und
Feinfühligkeit tasten.
Heute ist allgemein bekannt,
daß die meisten Punkte eine
Größe von drei bis sieben Millimeter haben. Sie weisen einen
anderen Quellungszustand als
die Umgebung auf. Der Punkt
kann sich weicher oder fester
anfühlen, manche sind druckdolent, andere können bei der
untersuchten Person mit bestimmten psychischen Empfindungen wie Angst, Glück oder
diffuses seelisches Unwohlsein
assoziiert sein.
Die Vernetzung der
einzelnen Punkte über
Energiebahnen, die
Meridiane, läßt sich
experimentell nachweisen.
Wird rotes oder grünes Laserlicht auf einen Meridian eingestrahlt, so breitet es sich fast
ohne Energie- und Leistungsverlust entlang einer Linie aus,
die dem Meridian entspricht.
Auch für den Energiefluß in
der Reihenfolge des Umlaufs
der zwölf Meridiane, wie in allen gängigen Akupunkturatlanten angegeben, gibt es einen wissenschaftlichen Nachweis. So wurde der Energie
vom Anfangspunkt des ersten
bis zum Endpunkt des letzten
der zwölf Merdiane in der angegebenen Reihenfolge übertragen.
Bei Langzeitmessungen (über
24 Stunden) der bioelektrischen Aktivität von Akupunkturarealen der zwölf Meridiane
mit analogen Nadelelektroden
wurden Zweistundenrhythmen
in einer Ablauffolge gefunden,
die der sogenannten Meridianuhr entsprechen.
Ein holographisches Abbild
Porf. Sagriadski vertritt aufgrund seiner Forschungsergebnisse und der seiner Kollegen
die Auffassung, daß ein Akupunkturpunkt ein holographisches Abbild der mit ihm in Verbindung stehenden Organe,
Systeme und psychischen Qualitäten ist. Die mit Prognos gewonnenen Ergebnisse bestätigen dies zumindest für den
Tsing-Punkt, der als peripherster Punkt des Meridians vielleicht mit einem bioelektrischen Pol verglichen werden
kann, der die gesamte Reichweite und Informationsvernetzung seines Meridians repräsentiert. Mit Hilfe der hier gewonnenen Erkenntnisse und
Interpretation der Meßergebnisse lassen sich die herkömmlichen Vorstellungen der Bedeutung der Meridiane wesentlich erweitern und sinnvoll diagnostisch und therapeutisch
nutzen.
C
Anschrift des Autors:
Dr. med. Ernst Schrott
Arzt für Naturheilverfahren
und Homöopathie
Hans- Sachs-Str. 9a
D- 93049 Regensburg
Tel.: 0941-25040
Fax.: 0941-22294
email: Dr.Schrott@t-online.de
Literatur:
1. Doepp, M.: „Diagnostik mit einem neuen biophysikalischen
Meßverfahren.“, Erfahrungsheilkunde 10/821, 1998
2. Doepp, M.: „Treffen medizinischer
Entscheidungen mit SystemAnalyse“, Co´MED 10/1999
3. Gleditsch, J.M.: „Mundakupunktur. Ein Schlüssel zum Verständnis regulativer Funktionssysteme.“, WBV Biologisch-Medizinische Verlags GmbH
4. Ros, F.: „Geheimnisse ayurvedischer Akupunktur“, Windpferd
5. Sagrjadski, W.A., Sokolav, V., Rosanov, A., Bistrov, J.: „Computergestützte Elektroakupunkturdiagnostik“, Deutscher Abdruck erhältlich bei: Medprevent GmbH,
Industriepark 1, D-95697 Nagel
6. Schnorrenberger, C.C.: „Therapie
mit Akupunktur“, Band 1, Hippokrates
7. Schrecke, B.D., Wertsch, G.J.:
„Lehrbuch der modernen und
klassischen Akupunktur“, WBV
Biologisch Medizinische Verlagsgesellschaft
8. Schrott, E.: „Ayurveda für jeden
Tag“, Mosaik-Verlag
9. Voll, R.: „Die 850 EAV-Meßpunkte auf den Meridianen und Gefäßen einschließlich Sekundärgefäßen“, MLV Medizinisch Literarische Verlagsgesellschaft mbH
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