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Heute wissen, was morgen ist. - F.A.Z.-Institut

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was
morgen
ist.
Heute wissen,
ausgabe 5/2013
Datensammler
Immer online – wer sind wir und wenn ja,
wie viele?
Seite 10
Der gläserne Mensch
Sicherheit und Transparenz in einer
digitalen Welt
Cybercrime
Seite 4
Hack-Attack – wer sind die Bösen
im Internet?
Seite 19
Zukunftsmanager n Editorial
Ausgabe 5/2013
Liebe Zukunftsdenker,
zwei wichtige Fragen: Haben Sie heute schon die Kamera am Bildschirm abgeklebt? Oder das
Handy auf den Rücken gelegt? Nein, haben Sie nicht? Sollten Sie aber! Oder wissen Sie, wer
möglicherweise Zugriff auf Ihr Handy oder Ihren Bildschirm hat, so die Kamera aktivieren und
damit Zugriff auf Ihr ganzes Leben haben könnte?
Mag sein, dass das verschroben klingt. Mag sein, dass es völlig übertrieben ist. Aber: Wir wissen
es nun mal nicht. Und das macht irgendwie hilflos. Denn die Entwicklungen im Bereich der
­Informations- und Kommunikationstechnologien sind so rasant, so komplex, so speziell, dass
Otto Normalverbraucher nur hilflos danebenstehen und sich fragen kann, wie er sich und seine
Privatsphäre noch schützen kann.
Weil das so ist und diese Entwicklung unsere Zukunft mitbestimmen wird, widmen wir uns in
der aktuellen Ausgabe unseres Onlinemagazins den Fragen von Transparenz und Sicherheit.
Sind wir bereits gläserne Bürger, durchschaubar von Staat und übermächtigen Konzernen? Falls
ja: Was können wir tun? Und: Könnten die Bürger beim Thema Transparenz sogar mittelfristig
derart ans Ruder und in eine mächtige Position kommen, dass der Staat und dessen Organe
gläsern und transparent werden? Antworten auf diese Fragen suchen wir und finden Sie in der
vorliegenden Ausgabe.
Viel Spaß bei der Lektüre wünschen
Markus Garn
Daniel Schleidt
Leiter Innovationsprojekte
Leiter Redaktion Innovationsprojekte
F.A.Z.-InstitutF.A.Z.-Institut
2
Zukunftsmanager n Inhaltsverzeichnis
Ausgabe 5/2013
Titel: Totale Transparenz
Strategie & Kultur
Seite 4
Kurz notiert
Seite 24
Alles aus Glas
Freizeit und Nachhaltigkeitspolitik
Menschen zwischen
Sicherheit und Transparenz im virtuellen
Raum
Über Wunsch, Wirklichkeit und Nach­
haltigkeit in der Freizeitgestaltung
Seite 10
„Wir werden zu unmündigen Kindern“
Der Zukunftsautor Thomas R. Köhler
spricht über das Internet von heute und
morgen.
Seite 15
Big Data – Big Deal?
Wie geschäftsschädigend ist die aktuell
betriebene Datensammelwut?
Seite 19
Die unsichtbaren Verbrecher
Wie gestaltet sich die Zukunft der Krimi­
nalität und welche Gefahren gibt es?
3
Seite 28
Freizeit – das neue Statussymbol
Die wichtigsten Szenarien einer nachhal­
tigen Freizeitgestaltung
News
Seiten 33, 34, 35
Bücher
Seiten 33, 34
Veranstaltungen
Seiten 33, 34
15 Fragen an
Seiten 36
Impressum
Seiten 39
Zukunftsmanager n Die totale Transparenz
Ausgabe 5/2013
4
Alles aus Glas
Von Eva Rossner
Seit Prism in den Medien seine Kreise gezogen hat und die Bestrebungen
der US-Geheimdienste langsam ans Licht kommen, ist die gesellschaftliche
Stimmung umgeschwenkt: Das Internet gilt nicht mehr als Hort der Frei­
heit, den man sich gewünscht hatte. Stattdessen überwiegt das Gefühl,
ausgespäht und ausgeliefert zu sein. Ein Gefühl, das auch in Zukunft an­
halten wird? Werden wir zum gläsernen Bürger? Der Zukunftsmanager
blickt auf die Zukunft von Sicherheit und Transparenz.
>
Die Berechnung der Welt
– im digitalen Zeitalter
nehmen Algorithmen
den Menschen die Ent­
>
scheidungen ab.
Zukunftsmanager n Die totale Transparenz
Ist die digitale Welt eine
schöne neue oder eine
Parallelwelt, in der Men­
schen nichts weiter als
Datenprofile sind ?
Ausgabe 5/2013
Es ist halb acht Uhr morgens in Deutschland.
Google Glass hat beim Aufstehen vor einer
ungünstigen Wettersituation gewarnt und
die entsprechende Kleidung empfohlen. Die
Auswahl aus dem eigenen Kleiderschrank ist
gelungen und natürlich angepasst an den
heutigen Terminkalender. Kurz noch mal mit
Hilfe von Google die Verkehrslage geprüft,
als bereits das Sichtfeld der Datenbrille rot
aufleuchtet: Der angezeigte Restalkoholwert,
der sich dem gestrigen Abend verdankt, rät
von einer Autofahrt ab. Schade eigentlich,
denn die Brille sagt, dass es ausnahmsweise
mal keinen Stau auf der Fahrt zur Arbeit geben soll. Bedauerlich auch, dass die Krankenkasse schon über den gestrigen Alkoholkonsum informiert ist – ganz automatisch hat
die Datenbrille die Information weitergeleitet. Das dürfte sich negativ auf die Kosten
der Versicherung auswirken. Aber wenigstens kommen Bus und Bahn heute pünktlich
– zumindest prognostiziert das die Datenbrille. Kurz vor Verlassen des Hauses erinnert
das gute Stück auf meiner Nase daran, einen
Blick in die digitale Kantinenkarte zu werfen.
Das Ergebnis ist wie immer wenig erfreulich
– die Brille empfiehlt mir deshalb den Ökoladen um die Ecke und liefert die Wegbeschreibung gleich mit. Als der Bus kommt, meldet
Google Glass, die Fahrkarte sei abgelaufen:
„Okay, Google Glass“, sage ich, „Account aufladen und Karte verlängern.“
Das alles klingt nach Science-Fiction? Nicht
unbedingt. Denn die hier genannten Szenen
5
sind nicht aus der Luft gegriffen. Google
Glass wird derzeit an 2.000 ausgewählten
Personen in den USA getestet. Ein Augenzwinkern genügt, und die Brille schießt ein
Foto. Von dem Schnappschuss bekommen
die Menschen rundherum nichts mit. Die
Aufnahme wird automatisch in das soziale
Netzwerk Google Plus übertragen und kann
dort von den Mitgliedern eingesehen werden. Was die Brille besonders gut kann, ist,
verschiedene Technologien miteinander zu
» Ein Augenzwinkern genügt,
und die Brille schießt ein
Foto. Von dem Schnappschuss
bekommen die Menschen
rundherum nichts mit.«
verbinden: das mobile Internet, Cloud-Computing, Augmented Reality und das Internet
der Dinge. Mit Hilfe von Augmented Reality
können etwa einem Kamerabild virtuelle
Bildelemente hinzugefügt werden. Wer also
mit Google Glass in seinen Kleiderschrank
schaut, bekommt das zur Wetterlage passende Kleidungsstück virtuell angezeigt.
Spannend ist auch das Internet der Dinge.
Objekte aus dem Alltag – der Kühlschrank,
die Wasch- oder die Kaffeemaschine – teilen
sich der digitalen Welt mit und berichten, ob
die Milch sauer ist und wann neues Waschmittel gekauft werden muss. Kühlschrank
und Waschmaschinen, Ampeln und U- >
Zukunftsmanager n Die totale Transparenz
Mehr Informationen
Das Google-Wahlprogramm
Vor der deutschen Bundestagswahl
hat Google ein Wahlportal zur Verfügung gestellt. Die Plattform stellt
dem Wähler die 3.500 Kandidaten
für den Bundestag vor. Die Nutzung
kostet keinen Cent, die Anwender
bezahlen mit ihren Daten. Was Google mit dem gespeicherten Nutzerverhalten vorhat, wird verschwiegen. Was der Konzern aber bekanntgegeben hat: Das Portal soll ein digitaler Treffpunkt sein, über den man
sich informieren und über die Bundestagskandidaten diskutieren
kann. Ähnliche Angebote hatte Google bereits in diesem Jahr während
der Präsidentschaftswahlen in den
USA zur Verfügung gestellt.
Mehr zu den Erfahrungsberichten
aus den USA
ÆÆim Internet
Das Google-Wahlportal
ÆÆim Internet
Bahn-Waggons können heute schon mit Sensorchips ausgestattet und zu Webservern
umfunktioniert werden. Alle Objekte haben
somit eine eigene Website und eine eigene
IP-Adresse.
Zwischen 0 und 1
Das Problem: Die Daten werden nicht nur für
den Einzelfall verwendet. Denn das Internet
vergisst nicht. Fotos werden auf Servern von
Cloud-Anbietern gespeichert, möglicherweise in anderen Staaten mit anderen gesetzlichen Regelungen. Dienstleister wie Google
oder Amazon verarbeiten die bei der Vernetzung entstehenden Daten: die Vorlieben
beim Einkauf, die Menge der Wäsche, die des
Fernsehkonsums oder des Milchverbrauchs.
Das alles und noch mehr landet auf zahllosen riesigen Datenservern. Dadurch werden Menschen gläsern, verlieren die Kontrolle über ihre Daten und ebenfalls über ihre eigene Freiheit. Es entstehen riesige Datenmengen, die so vernetzt werden können,
dass sich dadurch präzise Persönlichkeitsprofile jedes einzelnen Menschen ergeben. Der
Fachbegriff für diese Datenmengen lautet:
Big Data.
Die Bedürfnisse jedes einzelnen Menschen
sind berechenbar, weil jeder Schritt im Leben
beobachtet und abgespeichert wird. Deshalb
müssen in einer digitalen Welt weder Staaten noch Unternehmen etwas dem Zufall
überlassen. Aus einer bestimmten Abfolge
von Nullen und Einsen können die Bausteine
Ausgabe 5/2013
des Alltags abgeleitet und das Verhalten von
Menschen mit Hilfe von Algorithmen berechnet werden – nicht nur im Internet, sondern
auch im realen Leben. Für die Wissenschaftlerin und Buchautorin Nora Stampfl steht
fest: „Das ist der Alltag einer Informationsökonomie“. Daten würden überall und jederzeit entstehen, so die Wissenschaftlerin, jede
Lebensäußerung ziehe heute eine Datenspur
nach sich. Vernetzung bedeutet Verschmelzung, die Frage ist nur, ob das in Zukunft
mehr Freiheit und Sicherheit hervorbringt –
oder keines von beiden, stattdessen aber einen bequemen Alltag. Für die Forscherin ist
zumindest eines sicher: Algorithmen machen
das Leben im digitalen Zeitalter bequemer.
„Wir haben im Netz doch stets eine helfende
Hand zur Seite, die genau weiß, was wir wollen und was wir brauchen.“ Natürlich würde
der Austausch von Informationen leichter, je
dichter das Informationsnetz gewoben sei.
Gleichzeitig öffne sich aber auch die Tür zur
Privatsphäre. Bequemlichkeit gebe eben
auch Raum für Bevormundung, so Stampfl,
denn die Herren über die Algorithmen
könnten nach Belieben die Richtung vorgeben und den Nutzer genau dorthin führen,
wo er etwas kaufen solle.
In Zukunft werden Bequemlichkeit und Bevormundung die Menschen in der digitalen
Welt dominieren. Die persönliche Freiheit
wurde aufgegeben, der Bürger ist gläsern.
Dieses Szenario ist für Karlheinz Steinmüller
durchaus vorstellbar. Der Zukunftsfor- >
6
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Gala zur Preisverleihung
am 25. Oktober 2013
im Kurhaus Wiesbaden
pr-preis.de/gala
Zukunftsmanager n Die totale Transparenz
scher glaubt zwar nicht, dass im Jahr 2050
die totale Transparenz das Leben der Menschen bestimmen wird. Aber jeder Einzelne
würde durchgehend beobachtet werden,
weil er eine Datenspur hinterlässt, die so
breit ist, dass jeder Atemzug nachverfolgt
werden kann. Für Steinmüller ist aber noch
» Ich bin verwundert darüber,
dass Menschen ihre Privatsphäre bedroht sehen, in so­
zialen Netzwerken aber alles
Mögliche ausplaudern.«
Wird die totale Technisie­
rung der Welt mehr Frei­
heit und mehr Sicherheit
bringen?
nicht in Stein gemeißelt, ob das Verhalten
der Menschen deshalb gleich völlig konform
sein wird. „So weit muss es nicht kommen“,
sagt er, „die Zukunft der digitalen Welt kann
auch ganz anders aussehen“. In Moskau, so
der Physiker und Zukunftsforscher, brächten
Bürger mittlerweile Kameras in ihren Autos
an, weil sie ihrer Polizei nicht trauten. Das sei
ein Beispiel dafür, dass das Szenario des gläsernen Bürgers nicht unbedingt eintreffen
müsse, sondern die Überwachung einfach
umgedreht werde. Betrachte man das Versagen der deutschen Geheimdienste in der
NSU-Affäre, laufe es genau darauf hinaus: die
Zone der Sicherheitsorgane stärker zu überwachen – egal durch welche Institution, so
Steinmüller. Wikileaks wäre in diesem Szenario nur der Beginn einer breiteren Entwick-
Ausgabe 5/2013
lung. Letztlich könne sich in Zukunft sogar
ein gesellschaftliches Klima entwickeln, das
Transparenz als Ausübung von Freiheit verstehe, so der Forscher. „Man kann sich das dann
ähnlich vorstellen wie bei der Umweltbewegung, die in den siebziger Jahren auch noch
kein großes Thema war“, erinnert er sich.
Doch als sich die Skandale gehäuft hätten
und die Ängste der Menschen gewachsen
seien, sei auch die Sensibilität für Umwelt
und Nachhaltigkeit gewachsen. So könne es
auch mit dem Thema Sicherheit sein, sagt
Steinmüller und fügt hinzu: „Als Zukunftsforscher denke ich gerne in Extremszenarien,
wohlwissend, dass diese sich in der Regel
nicht realisieren, sondern die Realität irgendwo in der graubunten Mitte liegt.“
Neue Ängste, alte Haltung
Nach einem mündigen Bürger, der aufbegehrt, sieht es aber im Moment noch nicht
aus. Mit den neuen Technologien hat zwar
auch die Angst der Menschen vor Datenmissbrauch zugenommen, doch die Bequemlichkeit scheint diese Ängste zu unterdrücken.
Das geht zumindest aus den Ergebnissen des
Sicherheitsreports 2013 hervor, der im Auftrag der Telekom durchgeführt wurde. Die
deutsche Bevölkerung habe nach den Snowden-Enthüllungen eine deutlich negativere
Einstellung zum Thema Big Data, heißt es
dort, und weitaus mehr Menschen empfänden die Technologieentwicklung nun als Bedrohung. Den Unternehmen begegnen die
Befragten mit besonders viel Argwohn. Drei
7
Viertel der Befragten fühlen sich als Kunden
nicht ausreichend darüber informiert, ob Unternehmen ihre Daten speichern und wozu
sie ihre Daten verwenden. Das Interessante:
Nur 22 Prozent der Befragten lesen jedes Mal
die Allgemeinen Geschäftsbedingungen
(AGB), sobald sie eine Anwendungssoftware
auf ihren mobilen Endgeräten installieren.
Und bei staatlichen Stellen ließen 75 Prozent
der Befragten gerne mal Fünfe gerade sein,
wenn die Überwachung der Internetdaten
und Telefongespräche der öffentlichen Sicherheit diene, so die Studienergebnisse.
Auch Thomas Tschersich ist sich nicht sicher,
ob aus der vorhandenen Angst der Bürger
auch ein höheres Sicherheitsbewusstsein resultiert: „Ich bin etwas verwundert darüber,
dass sich viele Menschen in ihrer Privatsphäre bedroht sehen, dann aber in ihren sozialen
Netzwerken alles Mögliche über ihr Leben
ausplaudern“. Tschersich leitet die IT-Sicherheit der Deutschen Telekom und kümmert
sich um die weltweite Sicherheit der IT-Infrastruktur des Konzerns. Sein Eindruck, dass
das Sicherheitsbedürfnis im Internet nicht
immer einhergehe mit einem auf Sicherheit
ausgerichteten Verhalten der Nutzer, bestätige sich immer wieder. So seien viele Menschen im Umgang mit ihrer Hardware recht
fahrlässig und schätzten die Risiken ungesicherter Netzwerke und Computer nicht realistisch ein. Dieses Verhalten beobachtet der
Experte nicht nur bei Privatpersonen, eine
recht laxe Sicherheitshaltung legten >
Zukunftsmanager n Die totale Transparenz
Mehr Informationen
Veränderte Nutzungsbedingungen
bei Facebook
Im August 2013 hat Facebook bekanntgegeben, dass die Nutzungsbedingungen angepasst werden.
Die Neuerungen in Kürze:
• D
er Nutzer gibt Facebook per
Nutzung des Dienstes nun eine
generelle Erlaubnis zum Werben
mit seinem Namen, Profilbild
und den im Profil vorhandenen
Informationen.
• I n Zukunft darf Facebook in
bestimmter Werbung oder „anderen kommerziellen Inhalten“
auch Informationen über Nutzer
verwenden.
• D
ie Möglichkeiten zum Einschränken dieser Werbung mit
der eigenen Identität per „Privatsphäre-Einstellungen“ erwähnen
die neuen Regeln nicht mehr
ausdrücklich.
Mehr zu den Facebook-Änderungen
ÆÆIm Internet
ÆÆIm Internet
auch viele Unternehmen an den Tag. Da könne er die Ängste der Bevölkerung wiederum
gut verstehen, so Tschersich. Zum Teil gingen
die Betriebe völlig sorglos mit den Daten ihrer Nutzer um. „Jede Haustür wird in
Deutschland ordentlich abgeschlossen, aber
mit ihren Servern nehmen es die meisten Unternehmen nicht so genau“.
Ein riskantes Spiel. Eigentlich täten Unternehmen gut daran, ihre Serverlandschaft wie
ihren Augapfel zu hüten. Denn Cyberkriminelle bewegen sich automatisiert durchs
Netz und prüfen, welche Sicherheitstür geschlossen und welche womöglich nur angelehnt ist – Tschersich und sein Team sehen
das über die Sensoren, die über den sogenannten Sicherheitstacho der Telekom die
Hackerattacken in Echtzeit darstellen. Industriespione, staatliche Spione, Vertreter der
organisierten Kriminalität und hin und wieder private Nutzer mit einem guten Zugang
zur Programmiersprache – sie alle kämen regelmäßig an den Sicherheitspforten vorbei
und versuchten ihr Glück. Für den IT-Experten
hat sich daher auch das Bedrohungsszenario
nicht großartig verändert. Die Nutzer seien
einfach nur schockiert, seit sie wüssten, was
man im Internet mit Daten alles anstellen
kann. Sofern sich dieser Schock in einem kritischen und verantwortungsvollen Umgang
mit IT-Systemen niederschlagen würde, wäre
aus Sicht von Tschersich schon viel getan,
denn: „Kein Mensch kauft ein Auto und denkt
dann erst darüber nach, ob er sich ir- >
Ausgabe 5/2013
8
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Zukunftsmanager n Die totale Transparenz
Die berechnete Welt
Leben unter dem
Einfluss von
Algorithmen
Das Buch möchte einen Blick unter
die Oberfläche der Technikwelt
­werfen und beleuchtet neben den
vielgepriesenen Vorzügen auch
die Schattenseite der digitalen Revolution.
Stampfl, Nora S., 115 Seiten,
14,95 Euro, Heise Verlag, 2013;
ISBN 978-3-944099-03-3
Ausgabe 5/2013
9
gendwann auch einen Airbag oder ein Paar
Bremsen besorgen sollte“, so der Sicherheitsexperte.
Ausgespäht und ausgeliefert?
Google, Facebook und der Staat: Hatte
George Orwell womöglich zu wenig Phantasie? Zwischen dem freiheitsliebenden Menschen und einem nach Allmacht strebenden
autoritären Staat gibt es in seinem für 1984
prognostizierten Szenario zumindest einen
Unterschied. Vernetzung bedeutet Verschmelzung, und die digitale Welt erweckt
dabei den Eindruck, als stünden an jeder
Ecke Doppelagenten, die Bücher, Freundschaften oder irgendeine bequeme Dienstleistung für den Alltag anbieten, um im Gegenzug jeden einzelnen Schritt festzuhalten, irgendwo abzuspeichern und dann weiterzumelden. Sofern Datenbanken also die
Goldminen der Zukunft sind, scheinen große
IT-Konzerne derzeit gut aufgestellt zu sein.
Zumindest in einigen Ländern floriert der
Handel mit Daten zwischen staatlichen und
wirtschaftlichen Akteuren. Doch Spähprogramme wie Prism haben nicht nur die Bevölkerung schockiert. Durch die aktuellen
Enthüllungsskandale ist für die Anbieter der
IT-Branche ebenfalls eine Bedrohung entstanden. Denn die Industrie steht derzeit
wegen der digitalen Abhörpraktiken fast aller westlichen Geheimdienste im Zentrum
der Kritik. Was passiert also, wenn die Nutzer den Verheißungen der neuen Technik
entsagen und neue Technologien nie-
Big Brother is watching
us – aber das scheint uns
nicht groß zu kümmern.
manden mehr hinter dem Ofen hervorlocken?
Es ist halb acht Uhr morgens in Deutschland.
Der Blick auf die Uhr verrät: Zeit, aufzustehen. Fünf Minuten länger liegenbleiben ist
heute nicht drin. Die Ladestation für das
Elektroauto spinnt im Moment, und es kann
gut sein, dass ich deshalb den Bus nehmen
muss. Der Blick in den Badezimmerspiegel
verrät viel, aber vor allem eines: Gestern
Abend wurde wieder lange diskutiert. Sei‘s
drum, jedes Wort war wichtig, weil es um
unsere Zukunft geht. Auch wenn es deshalb
bei der Besprechung in der Bürgerinitiative
spät wurde. Wir haben nämlich überlegt,
welche Software wir in unserem IT-Netzwerk zwischenschalten, um mit ein paar
Klicks unsere Privatsphäre wieder herzustellen. Beim Anziehen werfe ich noch kurz einen Blick auf den Nachttisch und bin mir sicher: Die Google-Brille bleibt in der Schublade liegen.<
e.rossner@zukunftsmanager-magazin.de
Zukunftsmanager n Die totale Transparenz
Ausgabe 5/2013
10
„Wir werden zu
unmündigen Kindern“
Der Zukunftsautor Thomas R. Köhler spricht über das
Internet von heute und morgen und kommt zu dem
Schluss: Es ist kein Ort des freien Meinungsaustauschs.
Dem Nutzer wird vielmehr vorgegaukelt, zu allem etwas
sagen zu können. Die Hauptrolle in diesem Theater
spielt das Smartphone. Hinter den Kulissen wird jede
Bewegung der Nutzer verfolgt und aufgezeichnet.
Wenn der Vorhang fällt, steht vor allem eine
schlecht da: die Privatsphäre.
Das Internet bedeutet
für den einen Freiheit, für
den anderen die totale
Überwachung.
>
Zukunftsmanager n Die totale Transparenz
Wir sind online – immer und überall, und das
seit Jahren schon. Ist das so schlimm, wie es
derzeit etwa in der Diskussion um Spähpro­
gramme wie Prism behauptet wird?
Das Internet besaß lange Zeit das Image des
„Wohnzimmers“, eines Raums, in dem man
sich unbeobachtet und frei austauschen
kann. Dort fühlten sich die Nutzer wohl.
Mittlerweile ist dieses Wohnzimmer ungemütlich geworden. Wir werden überwacht
und wissen das. Aber es stört uns nicht wirklich, das ist das Trügerische daran.
Thomas R. Köhler
ist Autor zahlreicher Bücher zu Internet- und Technologiethemen. Zuletzt von ihm erschienen sind „Der
programmierte Mensch“ und „Die
Internetfalle“ (beide Frankfurter Allgemeine Buch). Mit seinem Unternehmen CE21 berät er Unternehmen
und öffentliche Einrichtungen zur
Nutzung von Informations- und
Kommunikationstechnologien.
Überwachung ist kein Phänomen der digi­
talen Welt. Das Gerangel zwischen Freiheit
und Sicherheit gehört vielmehr zur parlamen­
tarischen Demokratie. Allerdings ist das
Gleichgewicht derzeit gestört. Renkt sich das
wieder ein?
Die kommerzielle Nutzung des Internets zerstört die positiven Errungenschaften der Anfangsjahre. Für die Zukunft bedeutet das:
Freie Kommunikation und Meinungsaustausch werden dort nicht mehr stattfinden.
Sicherheit im Sinne eines geschützten Raums
werden wir aber ebenso wenig erreichen.
Was wird sich ändern?
Der virtuelle Raum wird anders sein als das
vermeintliche Wohnzimmer, das wir kennengelernt haben. In Zukunft wird das Netz dominiert von kommerziellen Interessen – und
ebensolchen Regeln. Stellen Sie sich das Internet der Zukunft wie ein Einkaufszentrum
vor. Wir dürfen uns dort frei bewegen, >
Ausgabe 5/2013
11
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Horizont 2020 – Neues EU-Förderprogramm für Forschung & Innovation
18. Oktober 2013 in Starnberg
12. Dezember 2013 in Wiesbaden
Dr. André Schlochtermeier, Leiter EU-Büro des BMBF, Bonn
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4. Dezember 2013 in Wiesbaden
Dr. Lorenz Kaiser, Hauptabteilungsleiter Recht und Verträge,
Fraunhofer-Gesellschaft, München
Ausführliches Programm: www.management-forum.de/FuE-Vertraege2013
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3. Dezember 2013 in Wiesbaden
23. Januar 2013 in Starnberg
Dr. Michael Groß, Leiter der Lizenzabteilung der Fraunhofer-Gesellschaft, München
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14.08.13 09:37
Zukunftsmanager n Die totale Transparenz
­ llerdings unter Aufsicht. Es gilt eine Hausa
ordnung, die der Inhaber des Einkaufszentrums festlegt. Als Folge wird unser Verhalten dem unmündiger Kinder gleichen.
» Die Vertrauenskrise lässt
erahnen, wer mit den
Fingern im Marmeladen­
glas erwischt wurde: die
Konzerne und der Staat. «
Wer sind die Eltern?
Die derzeitige Vertrauenskrise lässt erahnen,
wer mit den Fingern im Marmeladenglas erwischt wurde: die Konzerne und der Staat,
und das nicht nur in den bei Prism und Co.
beschriebenen
Umfeldern.
Intelligente
Stromnetze liefern zum Beispiel nicht nur
Angaben über die Höhe des Stromverbrauchs, sondern ermöglichen ebenfalls Aussagen darüber, welches Fernsehprogramm
der Verbraucher gerade schaut. Ähnliches
gilt für große Online- und zunehmend auch
Offlinehändler. Wer die Daten über Einkäufe
und Suchanfragen auswertet, kann Rückschlüsse auf die Familienverhältnisse und
privaten Vorlieben der Kunden ziehen. Warum sollten solche Datenmengen in Zukunft
nur gespeichert und nicht ebenfalls ausgewertet und ausgetauscht werden? Oder in
Rechenzentren ausgelagert, auf die dann
auch staatliche Instanzen Zugriff haben? Das
mag nun paranoid klingen, aber ich gehe davon aus, dass Staaten und Konzerne in Zukunft genau dieses Verhalten an den Tag legen werden. Sie schließen sich zusammen,
um Daten zu sammeln, auszutauschen und
auszuwerten.
Also stelle ich mir das Internet der Zukunft als
eine Werbetafel vor, die mit kommerziellen In­
Ausgabe 5/2013
halten bespielt wird. Jeder, der einen Blick da­
rauf wirft, wird durchleuchtet – und Staaten
machen sich diese Informationen zunutze, um
Terroranschläge zu verhindern. So schlecht ist
das nun auch wieder nicht, oder?
Die Entwicklung zum gläsernen Bürger wird
von zwei Treibern dominiert. Erstens: Misst
man die großen Technologieanbieter an ihrer Vertrauenswürdigkeit, stellt man fest,
dass sie nicht im Sinne des Nutzers handeln.
Zweitens: Was den Schutz des Bürgers durch
den Staat angeht, so sind reale Bedrohungen
von außen wie zum Beispiel Terrorismus
nicht von der Hand zu weisen und werden
als Legitimationsgrundlage genutzt, um
staatliche Sicherheitsmaßnahmen auszuweiten. Allerdings liegen keine nachprüfbaren Ergebnisse darüber vor, inwiefern Art
und Umfang der staatlichen Überwachungsmaßnahmen tatsächlich für mehr Sicherheit
gesorgt haben. Dieser Erfolg ist nicht nachweisbar. Unterm Strich macht uns der in der
Bevölkerung vorhandene Wunsch nach mehr
Sicherheit zunehmend und quasi als Nebeneffekt gläsern.
Auf was müssen wir uns einstellen?
Totale Transparenz. Die Möglichkeit, im Internet alles bewerten und kommunizieren zu
können und auch zu wollen, mag den Eindruck von mehr Meinungsfreiheit erwecken.
Aber das ist ein Trugschluss. Es geht nicht um
mehr Freiheit, sondern darum, das Verhalten
von Menschen transparent und sichtbar zu
machen. Jede meiner Bewegungen wird be-
12
obachtet und abgespeichert – und die darüber gesammelten Daten werden für Konzerne und Staaten gleichermaßen zugänglich sein. Sie haben in Zukunft Einsicht in das
private und berufliche Leben sowie die Bedürfnissituation der Bürger und können dieses Wissen für ihre Zwecke nutzen. Sofern
wir nicht heute schon massiv gegensteuern,
gewinnen solche Datensammler unweigerlich an Macht. Für den Nutzer bleiben weder
Freiheit noch Sicherheit.
Warum gehen wir nicht einfach offline, wenn
es uns zu bunt wird?
Das Internet ist in Zukunft aus unserem Privat- und Arbeitsleben nicht mehr wegzudenken. Das bedeutet für uns: immer in Kontakt,
immer dabei, immer sichtbar, mit jedem
Schritt, den wir tun. Der Türöffner dieser digitalen Inklusion ist das Smartphone. Schon
heute erlauben Mobiltelefone die Überwachung ihrer Benutzer. Wir blicken freiwillig in
die Kamera unserer intelligenten Telefone,
und die Kamera schaut zurück. Die neueste
Version des Smartphonebetriebssystems Android etwa ist so ausgerüstet, dass die WLANFunktion nicht mehr auszuschalten ist. Die
Sensoren wissen, wo wir gerade sind und wo
wir bald sein werden, sie kennen unsere
Stimmung und unsere Bedürfnislage. Das
bedeutet für die Zukunft, dass Privatsphäre
online abläuft, der persönliche Gegenstand
wird öffentlich.
Das Smartphone ist die digitale Fußfessel?
>
Zukunftsmanager n Die totale Transparenz
Neue Technologien und vernetzte Lebensformen machen uns zum Gegenstand ständig ablaufender Bewertung. Das betrifft
nicht nur die Protokollierung und Überwachung unserer Onlineaktivitäten. Neue Technologien führen zur totalen Transparenz und
verändern darüber hinaus unsere privaten
Beziehungsmuster in Zukunft grundlegend.
Wir laden uns Apps herunter und spielen
Computerspiele, wir bewerten Profile und erschaffen nebenbei ein völlig transparentes
Profil unseres realen Lebens. Wir fühlen uns
frei und tragen doch eine digitale Fessel. Immer erreichbar, immer bestens informiert –
Letzteres nehmen wir zumindest an. Das Irritierende daran ist, dass uns das Smartphone
heute schon die Entscheidung darüber abgenommen hat, was morgen privat ist und was
nicht.
Internetdienstleister wie
Google wissen dank
Smartp
­ hone schon heu­
te, wo wir uns aufhalten.
Ausgabe 5/2013
Immer in Kontakt – die Menschheit wird eine
große digitale Familie sein. Ist das nicht schön?
Nein, das ist weder schön noch zutreffend.
Mittelfristig nimmt die digitale Kommunikation zwar zu, unsere Empfangsbereitschaft
hingegen macht uns wahllos. Das digitale
Kommunikationsverhalten erzeugt keine Nähe, sondern langfristig den Verlust emotionaler Momente in der Kommunikation. Die
Folge ist eine Anonymisierung der Beziehungsstrukturen. Zugespitzt formuliert,
könnte unser digitales Verhalten sogar dazu
führen, dass es keine dauerhaften Paarbeziehungen mehr geben wird, weil private Beziehungen und Sexualität transparent und
kommerziell werden.
Ich spiele mal den Facebook-Nutzer: Das ge­
fällt mir nicht mehr. Oder kann ich in Zukunft
13
keine Entscheidungen mehr über mein Privat­
leben treffen, weil ich meine Urteilsfähigkeit
abgegeben habe?
Werfen wir einen Blick auf die Datingindustrie. Die Kommerzialisierung des Netzraums
hat hier bereits zu einer Ökonomisierung des
Beziehungsverhaltens geführt. Die von einer
Onlinepartneragentur betriebene Plattform
hat – anders als suggeriert – nicht zum Ziel,
Beziehungen zu schaffen, die bis ans Lebensende Bestand haben. Der zahlende Kunde
soll ja immer wiederkommen. Deshalb offerieren Anbieter für Partnervermittlung zeitgleich Optionen, die eigene Marktposition zu
scannen und nebenbei Ausschau nach weiteren Partnerschaftsoptionen zu halten. Unsere Wahlmöglichkeiten werden so auf diejenigen Bedürfnisse zugeschnitten, die kommerziell genutzt werden können. Wir blicken >
Zukunftsmanager n Die totale Transparenz
Der programmierte
Mensch
Wie uns Internet
und Smartphone
manipulieren
Thomas R. Köhler erörtert Zusammenhänge zwischen neuen
Technologien und Anwendungen
im Internet . Dabei animiert er den
Leser zu einem bewussten Umgang
mit der digitalen Welt, um mögliche
Manipulation und Fremdsteuerung
durch Dritte besser erkennen und
sich davor schützen zu können.
Thomas R. Köhler: Der programmierte
Mensch – Wie uns Internet und
Smartphone manipulieren,
Frankfurter Allgemeine Buch 2012,
ISBN 9783899812992
nicht nach links oder rechts, sondern auf unser Smartphonedisplay. Und konsumieren,
was uns vorgesetzt wird.
Sind wir noch zu retten?
Ja, indem wir gegensteuern. Zum einen
durch einen bewussten Umgang mit digitalen Medien. Zum anderen sollte der Staat
in die Verantwortung genommen werden.
Die Shoppingcenterhausordnung gilt es aufzubrechen – in einer Stadt müssen übergeordnete Gesetze gelten. Darüber hinaus
braucht es Bürger, die mitdenken und aufbegehren. Sofern die kritische Debatte am Leben bleibt, wird eine Gegenbewegung in Erscheinung treten, ähnlich dem Trend zur Bioernährung. Im Zuge dessen wird die Technologieakzeptanz in bestimmten Bevölkerungsschichten massiv schwinden, die Begeisterung für Neues eingeschlossen. Diese
digitale Biobewegung wird sich für ethisch
saubere Angebote einsetzen und dazu passende Dienstleistungen entwickeln. Zu diesem Zeitpunkt entstehen neue Geschäftsfelder, deren Potential gehoben werden
kann. Es wird sich in Zukunft also lohnen,
ethisch einwandfreie Technologien im digitalen Raum anzubieten. <
Das Gespräch führte Eva Roßner.
e.rossner@zukunftsmanager-magazin.de
14
Ausgabe 5/2013
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Leitveranstaltung für Innovationsmanagement
2013
Trends & Strategien für ein
zukunftsfähiges Innovationsmanagement
Impulse. Inspiration. Mut. Methodik. Kreativität.
Hochkarätige Querdenker und Wegbereiter
zeigen Ihnen innovativ zu sein:
Jahrestagung:
Dr. David Soldani,
Huawei European Research Centre (ERC)
Workshops:
Cornelia Mast,
Pfaff Industriesysteme und Maschinen AG
5. + 6. November 2013
4. + 7. November 2013
in München
Dr. Branko Bjelajac, Landis+Gyr AG
Tathagat Varma, [24]7 Innovation Lab
Dr. Ruediger Bauer, Roche Diagnostics GmbH
Dr. Eberhard Veit, FESTO AG
Veranstalter:
www.innovation-tagung.de
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Le rakt ss-I atio
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Int C Inn
Zukunftsmanager n Die totale Transparenz
Ausgabe 5/2013
15
Die Idee, Daten zu sammeln, ist schon so alt wie der zu Zeiten des Buchdrucks
Freier Fall: Große Men­
gen an Daten können für
die Menschen schnell unübersichtlich werden.
erfundene Zettelkasten. Die Zusammenführung, Analyse und Nutzung von
Daten sind nicht neu, die Herausforderung steckt in dem Wort „Big“. Denn
durch die wachsende Digitalisierung aller Lebensbereiche ist die Menge an In­
formationen über Zielgruppen exponentiell angestiegen. Wie sinnvoll also ist
eine umfassende „Datensammelwut“? Und was passiert mit den Daten?
Big Data – Big Deal?
Von Andreas Helios
Big Data hat enormes wirtschaftliches Potential. Der Unternehmensberatung McKinsey zufolge können Unternehmen dadurch,
dass sie Daten aus unterschiedlichen Quellen
im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten
sammeln, zusammenführen, auswerten und,
basierend auf den Analyseergebnissen, mit
ihnen handeln, Umsatzzuwächse von bis zu
60 Prozent erzielen. Marketingfachleuten eröffnet Big Data neue Möglichkeiten, Segmente zu bilden und Zielgruppen mit relevanten Inhalten über den richtigen Kanal zur
richtigen Zeit zu adressieren. Und genau das
ist es, was der Kunde heute will, wie Studien
und Untersuchungen von Unternehmen zeigen, die Big Data erfolgreich nutzen. Er legt
Wert darauf, mit personalisierten und für ihn
interessanten Angeboten angesprochen zu
werden – und das allen skeptischen Vorbehalten zum Trotz, „Big Data“ sei mit „Big
Brother“ gleichzusetzen. Daher ist es wichtig,
das Thema differenziert zu betrachten und
den Nutzen, den der Konsument von Big Data haben kann, entsprechend hervorzuheben.
Digitales Marketing ist
allgegenwärtig – sogar am Urlaubsort
Für Unternehmen bedeuten die Möglichkeiten, die durch Big-Data-Technologien entstehen, dass sie gewohnte Marketingprozesse neu überdenken und den Servicegedanken noch stärker in den Vordergrund rücken müssen. Nur wenn sie Nutzer dazu bringen, im ersten Schritt Daten von sich preiszugeben, können sie diese Informationen im
zweiten Schritt für ein erfolgreiches Marketingangebot nutzen. Ein interessanter Trend
ist in diesem Zusammenhang „Brand-Utility“. Es bedeutet, dass Unternehmen kleine
kostenlose Dienstleistungen anbieten, um
die Kundenbindung zu erhöhen.
Ein aktuelles Beispiel dafür ist eine App des
Versicherungskonzerns Allianz: Die Versicherung bietet Reisenden zur Ferienzeit über eine App mehrere kostenlose Services an, wie
etwa einen Währungsrechner, einen kleinen
Dolmetscher und Karten, die der Nutzer sogar dann am Urlaubsort verwenden >
Zukunftsmanager n Die totale Transparenz
Was aussieht wie
Einsen und Nullen, kann
unser gesamtes Leben
enthalten.
kann, wenn er nicht mit dem Internet verbunden ist. Sobald der Reisende Deutschland
verlässt, wird er per Kurznachricht gefragt, ob
er einen Reiseschutz inklusive Auslandskrankenversicherung abschließen möchte. Im
Vordergrund für den Nutzer stehen die praktischen, kostenfreien Angebote. Was die App
aber auch – und das sehr erfolgreich – leistet,
ist, Reisekrankenversicherungen zu verkaufen. Hier bringt der Anbieter der App unterschiedliche Datenströme intelligent zusammen, um dem Urlauber in der passenden Situation ein zielgerichtetes, 100-prozentig relevantes Angebot zu machen, das zahlreichen
Reisenden tatsächlich einen Mehrwert bietet.
» Die Frage ist: Ist das Ge­
schäft mit den Kundendaten
lukrativer als stabile Kunden­
beziehungen?
Die technischen Voraussetzungen dafür sind
geschaffen. Was Unternehmen benötigen,
um Big Data erfolgreich für ihre Marketingund Werbemaßnahmen zu nutzen, ist ein
System, das intelligent genug ist, die Verwandlung eines Interessenten in einen Kunden (Konversion) zu erkennen, und zwar sogar dann, wenn sie offline geschieht. Dazu
muss prozesstechnisch sichergestellt sein,
Ausgabe 5/2013
dass unterschiedliche Datenströme zusammenfließen, um im Anschluss an den Kauf
etwa passende Zusatzangebote oder – wenn
das Retourengeschäft wichtig ist – ähnliche
oder gleiche Produkte noch einmal anzubieten.
Transparenz ist das A und O
Essentiell bei aller Datensammelwut und
-analyse ist Transparenz: Dem Konsumenten
muss offen mitgeteilt werden, welche Daten
das Unternehmen speichert und warum die
Erhebung der Daten wichtig ist. Im Idealfall
kann er sogar das Ausmaß der Datensammlung bestimmen. Dann ist Big Data ein fairer,
ausgeglichener Win-win-Prozess, von dem
sowohl das Unternehmen als auch der Kunde
profitiert.
Darüber hinaus sollten Unternehmen ihren
Kunden mitteilen, was mit den Daten passiert, vor allem, ob sie innerhalb des Unternehmens gespeichert oder ob sie an Dritte
weitergegeben werden. Bei der Entscheidung, Daten weiterzugeben, gilt es, sorgsam
den Wert der Monetisierung der Kundendaten gegen den Verlust des Vertrauens abzuwägen: Ist das Geschäft mit den Kundendaten lukrativer als stabile Kundenbeziehungen? Und wenn ja, wie lange? Dass es
Unternehmen gibt, die der Versuchung nachgeben und Kundendaten an Dritte weitergeben, haben all jene schon einmal erlebt, die
sich mit einer neuen E-Mail-Adresse auf einer Webplattform registriert und in den dar-
16
auffolgenden Wochen Post von Unternehmen erhalten haben, mit denen sie bislang
nichts zu tun hatten.
Interessant ist in diesem Zusammenhang
auch die jüngste Empfehlung des Bayerischen Landesamts für Datenschutzaufsicht
zum Thema Cookies, mit Hilfe derer Webserver Informationen auf dem PC von Anwendern hinterlegen können: Das Amt empfiehlt
E-Commerce-Anbietern, ihren Kunden die
Freiheit zu lassen, selbst wählen zu können,
ob und wie lange Cookies gespeichert werden sollen. Entscheidet sich ein Nutzer dagegen, muss er mit dem Nachteil umgehen,
wie ein anonymer Besucher behandelt zu
werden. Er kann die Speicherung von Cookies aber auch begrenzen, auf zwölf oder 24
Monate etwa, und wird dann innerhalb dieses Zeitraums mit personalisierten, relevanteren Angeboten angesprochen – wobei es
natürlich stets vom konkreten Einsatz dieser
Informationen abhängt, ob für den Konsumenten ein Mehrwert entsteht oder eher ein
Ärgernis. Denn oft erhalten Nutzer nach
dem Kauf eines Produkts eben keine Werbung für nützliche Zusatzangebote, sondern
für andere Varianten des bereits gekauften
Artikels. Das können die Anbieter ändern, indem sie alle Datenströme konsequent zusammenführen und beispielsweise Waschmaschinen nur noch bei jenen einblenden,
die ihre gekaufte wieder zurückgeschickt
haben. Diejenigen, die die Waschmaschine
behalten haben, werden dann eher >
Zukunftsmanager n Die totale Transparenz
Trockner und Waschmittel angeboten bekommen.
Mit Offenheit und im Dialog kann Big
Data ein Big Deal sein
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D I E Z U K U N F T S I N I T I AT I V E G E H T W E I T E R –
TERMINE ZUKUNFTSFOREN 2. HALBJAHR 2013
Moderne Softwarelösungen versetzen Unternehmen in die Lage, ihren Kunden offen
mitzuteilen, welche Daten warum weitergegeben werden. In der Regel honorieren Kunden diese Offenheit. Für Unternehmen verbindet sich damit die aktuell schwieriger
werdende Aufgabe, dafür Sorge zu tragen,
dass die Daten nicht missbraucht werden.
Partner/Mitveranstalter:
Gefährlich wird Big Data lediglich, wenn die
Segmentierung und die extreme Personalisierung relevanter Informationen dazu führen, dass der adressierte Konsument im Netz
nur noch findet, was er finden soll. Doch auch
in solchen Fällen zeigt die Praxis, dass Kunden über Social-Media-Plattformen Unternehmen, die ihren Einfluss auf diese Art und
Weise missbrauchen, ihre Grenzen aufzeigen.<
„Fachkräftesicherung im Mittelstand“
am 01. Oktober in Bielefeld
„Innovation und Globalisierung“
am 24. Oktober 2013 in Hanau
„Baustelle Gründung“
am 25. Oktober 2013 in Mainz
„Technologieakzeptanz“
am 07. November in Frankfurt am Main
Andreas Helios
ist Senior Group Manager
Digital Marketing Solutions
bei Adobe.
adobe@ffpr.de
17
Ausgabe 5/2013
Initiator
Anmeldung:
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Zukunftsmanager n Ausgabe 5/2013 18
Zukunftsmanager n Die totale Transparenz
Ausgabe 5/2013
19
Die unsichtbaren
Verbrecher
Von Isabel Werthmann
Was ein Trojaner auf einem Compu­
ter sucht, weiß heute jeder, der einen
Computer besitzt. Meistens stammt
Keine Fingerabdrücke: Im
diese Kenntnis aus eigener Erfahrung.
Internet hinterlassen Ver­
Denn wo Branchen zusammenwach­
brecher auf andere Weise
sen, findet auch die Kriminalität ih­
ihre Spuren.
ren Weg in neue Lebensbereiche und
erobert jetzt: das Internet. Wie ge­
staltet sich die Zukunft der Kriminali­
tät, und welche Gefahren gibt es, die
© Thinkstock
mit bloßem Auge nicht sichtbar sind?
Im vergangenen Jahr hat die Cyberkriminalität einen Spitzenwert erreicht: Von 2007 bis
2012 hat die Zahl von Fällen laut polizeilicher
Kriminalstatistik um 87 Prozent zugenommen. Noch nie wurden so viele Delikte erfasst wie heute. Keine dieser Straftaten hätte
man jedoch auf offener Straße beobachten
oder mit Hilfe eines Ladendetektivs verhin-
dern können. Denn die Cyberkriminalität
spielt sich im digitalen Raum ab. Bei den Fällen handelt es sich um beschädigte Computer, Schadsoftware, die Daten verändert, oder
bezahlte Bestellungen, die nicht geliefert
werden. Zu den härteren Fällen zählt beispielsweise die Verbreitung pornographischer Inhalte. Allen gemeinsam ist, dass sie
auf dem Internet und seiner Technik basieren
(Internetkriminalität) oder ein Computer
oder das Internet als Tatwaffe dient (Computerkriminalität).
Das Motiv hinter cyberkriminellen Angriffen
ist nicht immer auf den ersten Blick klar. Conrad Fragstein weiß das aus eigener Erfahrung. Der Kommissar vom Bundeskriminalamt (BKA) erinnert sich an eine Reihe von
Angriffen, die scheinbar keinen finanziellen
Mehrwert versprachen. Auf den ersten Blick
war lediglich zu erkennen, dass sich Hacker
Zugang zu E-Mail-Konten und Computern
verschafften, die Künstlern und Mitarbeitern
der Musikindustrie gehören. „Erst durch >
Zukunftsmanager n Die totale Transparenz
BMS_Baustelle_127x155_dt_Zukunftsmanager.qxd:127x155
Mehr Informationen
Welche Möglichkeiten gibt es, um
Wirtschaftsspionage, Diebstahl von
Kundendaten und digitalen Vandalismus einzudämmen? Was macht
Unternehmen auf IT-Basis erfolgreich? Wo liegen die Herausforderungen? Welche IKT-Lösungen werden eingesetzt? Die Beantwortung
dieser Fragen sowie viele weitere ITThemen stehen im Mittelpunkt der
Veranstaltungsreihe „Kompass“. Im
Rahmen der Veranstaltungen diskutieren Experten aus Wissenschaft
und Wirtschaft über Best-PracticeLösungen sowie neue und zukünftige IT-Trends und geben Ratschläge
zur optimalen Anwendung. Das ITTransfer-Programm ist eine Initiative des Hessischen Ministeriums für
Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung sowie des F.A.Z.-Instituts
und wird kofinanziert vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung.
ÆÆIm Internet
die Auswertung konnten wir dahinter gezielte Attacken zur Ausspähung neuer, unveröffentlichter Musik bekannter internationaler Künstler erkennen.“ Die Demotapes mit
neuen Musikstücken lagern heute nämlich
nicht mehr in den Tonstudios. Der Entwicklungsprozess findet im digitalen Raum statt,
wo die Künstler und Beteiligten ihre Ideen
über Festplatten und Clouds miteinander
austauschen, so dass jeder von unterschiedlichen Orten auf die Daten zugreifen kann.
Diese Digitalisierung haben die Cyberkriminellen sich zunutze gemacht. Indem sie die
Computer der Beteiligten gezielt infizierten,
bekamen sie Zugang zu den unveröffentlichten Stücken, die sie dann untereinander austauschten oder weiterverkauften. Erst hier
wird der finanzielle Mehrwert ersichtlich.
Neben der Musik erhielten die Hacker persönliche Informationen über die Künstler, die
sie als Druckmittel einsetzten. Der tatsächliche wirtschaftliche Schaden lässt sich laut
Fragstein in solchen Fällen schwer einschätzen, da sich der Erfolg eines Stückes erst nach
seiner Veröffentlichung entwickelt. Wo solche neuen, kriminellen Strategien entstehen,
müssen sich deshalb auch die Methoden der
Strafverfolgung entsprechend anpassen.
Fingerabrücke waren gestern
Denn wie bei allen Verbrechen sollen auch im
digitalen Raum die Täter nicht ungestraft davonkommen. Mit den Spuren, die sie hinterlassen, beschäftigt sich die sogenannte >
20
Ausgabe 5/2013
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Zukunftsmanager n Die totale Transparenz
stohlen: Die Motive für
Cybercrime liegen oft zu­
nächst im Verborgenen.
© Thinkstock
Gut getarnt ist halb ge­
IT-Forensik. „Wie bei allen Delikten müssen
auch IT-Forensiker Spuren von Tathergängen
finden und analysieren, nur eben in IT-Systemen“, erklärt Martin Steinebach, Head of
Media Security and IT Forensics am
Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT). Er weiß, dass die Hacker oft
mit Hilfe einer Schadsoftware in ein System
eindringen, bevor sie es angreifen oder kontrollieren können. Genau dabei hinterlassen
sie Spuren, die den Ermittlern wertvolle Hinweise liefern. Denn Computer und Server
protokollieren einen Großteil der ablaufenden Vorgänge. Wird die Schadsoftware
nicht gelöscht, oder werden die Protokolle
gezielt manipuliert, liefern sie Informationen
über Tatzeit, Abläufe, die IP-Adresse des Angreifers sowie die verwendeten Systeme.
Kriminalkommissar Fragstein spricht hier
von „digitalen Identitäten“. Um ihre kriminellen Dienstleistungen an den Nutzer zu
bringen, benötigen die Täter virtuelle Identitäten, wie ein E-Mail-Konto oder einen
­Account in einem sozialen Netzwerk. Mit ihnen lassen sich Informationen über die Täter
sammeln. Wenn sie zum Zeitpunkt der Aufklärung überhaupt noch vorhanden sind:
„Die Spuren im Cybercrime unterliegen einer hohen Flüchtigkeit“, erklärt Fragstein
den Unterschied zu herkömmlichem Beweismaterial, wie etwa Fingerabdrücken
oder Augenzeugen. „Je länger die Tat zurückliegt, des­
to schwieriger wird die Aufklärung.“
Ausgabe 5/2013
Doch selbst wenn die Ermittler zügig Beweise sammeln, bedeutet das nicht, dass die Täter auch zur Rechenschaft gezogen werden.
Fragstein erklärt die Herausforderung der Internationalität im virtuellen Raum: „Das Internet kennt keine Ländergrenzen“. Wenn
die Täter im Ausland sitzen, stoßen die Ermittler an die Grenzen ihres Handlungsspielraums, da deutsches Recht eben nur innerhalb deutscher Landesgrenzen gilt. Diesem
Problem begegnen sie jedoch auch, wenn die
Kriminellen innerhalb Deutschlands ausländische Infrastrukturen nutzen oder mit Partnern im Ausland zusammenarbeiten. Die Ermittler des BKA arbeiten deshalb eng mit internationalen Strafverfolgungsbehörden zusammen. Hier zeigt sich für Fragstein, dass
die internationale Vernetzung nicht nur Vorteile mit sich bringt: „Wie in der Wirtschaft
muss man sich gerade bei der Bekämpfung
von Cybercrime auf die globalisierte Welt
einstellen.“
Vorsicht statt Nachsicht
Dabei kann sich jeder gegen einen Großteil
der Eindringlinge schützen. Das Problem sei
vielmehr, so Steinbach, dass sich viele Nutzer
ohne ausreichenden Schutz auf unbekannte
Seiten begäben und dabei zum Ziel von Angriffen würden. „Skeptisch gegenüber dem
Netz bleiben“ lautet seine Devise. Dazu gehört neben einer aktuellen Sicherheitssoftware auch, niemals ausführbare Inhalte von
unbekannten Seiten zu akzeptieren, eine Sicherungskopie der eigenen Daten aktuell zu
21
halten und, wenn möglich, geschäftliche und
private Systeme zu trennen. Denn die Sicherheitssoftware hinkt der Kreativität der Cyberkriminellen in der Regel hinterher. Sie
können auf eine neue Gefahr erst dann reagieren, wenn diese schon mindestens einmal
Schaden angerichtet hat.
Fragstein hält deshalb Skepsis gegenüber
unbekannten Inhalten für eine der wichtigsten Schutzmaßnahmen. Gegen eine sogenannte Ransomware, die laut Fragstein
gerade zum „Massenphänomen“ avanciert,
hilft nur Vorsicht statt Nachsicht. Die Täter
sperren den Computer, häufig im Namen
eines angeblichen Strafverfahrens, und fordern den Nutzer auf, einen Geldbetrag zu
zahlen, um das Gerät wieder freigegeben zu
bekommen. Nur im Falle der Zahlung werde
die Strafverfolgung eingestellt. „Nutzer, die
eine solche Meldung erhalten, sollten niemals den geforderten Betrag zahlen“, warnt
er. Keine Strafverfolgungsbehörde verwende
solche Methoden.
Die Erpressermaschine
Ein positiver Blick in die Zukunft fällt Steinbach angesichts der technischen Möglichkeiten schwer: „Der kriminellen Kreativität
sind im Internet leider kaum Grenzen gesetzt.“ Das wird in seinen Augen das Niveau
der Angriffe in den kommenden Jahren deutlich steigern. Heute finden überwiegend direkte Angriffe auf einzelne Personen statt,
indem die Täter etwa den Computer >
Zukunftsmanager n Die totale Transparenz
22
Ausgabe 5/2013
sperren und für die Freigabe ein Lösegeld fordern. Steinbach hält es für möglich, dass sich
noch deutlich komplexere Cybererpressungen automatisieren und professionalisieren lassen, die vor allem auf persönliche Daten ausgerichtet sind. Dazu leistet jeder einen Beitrag, der in sozialen Netzwerken immer mehr private Informationen von sich
preisgibt.
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Mit Hilfe eines Algorithmus lassen sich diese
Daten in großem Rahmen sammeln und
speichern. Im Fall, dass die Daten sich ändern, also die Person beispielsweise den
­Arbeitsplatz wechselt, prüft das System, ob
sich die veränderte Information für eine Erpressung eignet. Einen solchen Algorithmus
hält Steinbach nicht einmal für besonders
kompliziert, denn die entsprechenden Daten
verbreiten die Nutzer oft leichtfertig selbst:
„Von der Idee der Anonymität im Internet
müssen wir uns verabschieden.“ Er vergleicht das World Wide Web mit einer
Dorfgemeinschaft, die nichts vergisst:
„Hat man erst einmal einen Ruf, ist
es schwer, den wieder loszuwerden.“<
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Zukunftsmanager n Strategie & Kultur
Ausgabe 5/2013
SERIE
24
NACHHALTIGKEIT Teil 2: Freizeit und Nachhaltigkeitspolitik
Die neue F eizeitgesellschaft
Von Ulrich Lorenz und Anja Dewitz
Ihre Freizeit ist vielen
Menschen heilig. Umso erstaun­
licher, dass die meisten Men­
schen nicht damit zufrieden
sind, wie sich der Ausgleich
zur Arbeitswelt gestaltet.
Wunsch und Wirklichkeit klaffen
hier oft auseinander. Das muss
Auswirkungen auf die Nachhaltig­
keitspolitik haben.
Bei dem Wort Freizeitgestaltung denken die
meisten Menschen an Sport, Reisen oder Kultur. Weniger offensichtlich ist die Assoziation
mit der Umwelt, dabei gibt es einen wesentlichen Zusammenhang: Freizeit und Urlaubsaktivitäten verursachen Verkehr mit entsprechenden Lärm-, Schadstoff- und Treibhausgasemissionen. Und sie setzen eine Infrastruktur voraus, damit die Menschen an Ort
und Stelle gelangen und dort versorgt werden können. Vor Ort wird dann schließlich
Naturraum in Anspruch genommen. Dies
sind einzelne wichtige Aspekte – die auch einer Lösung bedürfen –, sie entsprechen aber
noch nicht einem Gesamtbild von nachhaltiger Entwicklung im Allgemeinen und nach-
haltiger Freizeitgestaltung im Besonderen.
Hierfür müssen weitere Gesichtspunkte einbezogen werden.
„Freizeit“ ist die freie Zeit im Leben. Dahinter
steckt ein gesellschaftliches Paradigma, das
den Tag in „Arbeitszeit“ und „Erholungszeit“
– die freie Zeit – spaltet. Hierzu gehört auch
ein tiefverankertes Verständnis von Arbeitsteilung in der Gesellschaft. In der Erwerbsarbeitszeit wird Geld verdient, damit in der
Nichterwerbszeit Dinge des täglichen Lebens, Haushalt, Familie und eben auch Hobbys untergebracht bzw. finanziert werden
können. Ein solches Paradigma schließt auch
die Feststellung ein, dass Arbeitszeit >
Zukunftsmanager n Strategie & Kultur
Das Umweltbundesamt und das
Bundesumweltministerium haben
die ScMI AG beauftragt, „integrierte
Nachhaltigkeitsszenarien zur Erreichung der umweltbezogenen Ziele
der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie“ zu erarbeiten. In einer Serie
stellt der „Zukunftsmanager“ in dieser und den kommenden Ausgaben
jeweils die einzelnen nachhaltigen
Lösungsszenarien vor und diskutiert,
wie sich diese Lösungen in möglichen Kontexten entwickeln
könnten.
Die hier wiedergegebene Meinung muss
nicht zwingend mit der Meinung des
Umweltbundesamtes übereinstimmen.
Bisher im „Zukunftsmanager“
erschienene Beiträge der Serie:
Teil 1.1: Einleitung (Heft 4/2013)
Teil 1.2: Umfeldszenarien
Nachhaltigkeit (Heft 4/2013)
„nicht freie Zeit“ ist, eine Sichtweise, die auf
den Grad von Selbstbestimmung schließen
lässt. Diese Einteilung in zwei Tageszeiten erfordert eine strenge Rollenverteilung in der
Gesellschaft: Es bedarf Strukturen und Menschen, die beispielsweise die Kinderbetreuung übernehmen, unsere Versorgung mit
Konsumgütern und Nahrungsmitteln sicherstellen, Mobilität ermöglichen und nicht zuletzt Strom und Wärme bereitstellen. Dies
erzeugt Abhängigkeiten und ein Streben
nach maximaler – aber nicht zwingend nachhaltiger – Effizienz. Derartige Reflektionen
werfen unweigerlich Fragen auf: Inwieweit
beginnen Erwerbs- und „Freizeitarbeit“ sich
zu vermischen? Welche Rolle spielt sogenannte informelle Arbeit – das heißt Arbeit,
die gesellschaftlich Wert(e) schafft, ohne
durch Geld entlohnt zu werden? Ist beispielsweise „urbanes Gärtnern“ nur eine reine Freizeitbeschäftigung, oder steckt dahinter
mehr, beispielsweise ein Beitrag zur Selbstversorgung, Gemeinschaftsbildung oder zur
Werteorientierung oder auch Umweltentlas­
tung? Antworten haben das Umweltbundesamt und das Bundesumweltministerium gemeinsam mit der ScMI AG im Rahmen der
„integrierten Nachhaltigkeitsszenarien zur
Erreichung der umweltbezogenen Ziele der
nationalen Nachhaltigkeitsstrategie“ erarbeitet. Dafür wurden zunächst sogenannte
Schlüsselfaktoren (insgesamt 18) für die Szenarien diskutiert. Die daraus resultierenden
Szenarien lassen sich anhand von drei groben Dimensionen gruppieren:
>
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-gesellschaftliche Orientierung
(Ist die Orientierung eher materiell
oder eher ideell?);
-Anteil an freier Zeit im Alltag (Ist der
Anteil eher hoch oder gering?);
-Teilhabe an der Gesellschaft (Ist sie
intensiv oder niedrig?)
Die an dem Szenarioprozess teilnehmenden
Personen wurden nach der Erstellung der
Szenarios gebeten zu bewerten, welche der
Szenarien erwünscht und erwartet werden
und welche Szenarien am ehesten der heutigen Situation entsprechen. Das Ergebnis
der Befragung zeigt Erstaunliches: Die Szenarien, die eine Nähe zu heutigen Entwicklungen aufzeigen, sind durch einen geringen Freizeitanteil und eine geringe
Teilnahme am gesellschaftlichen Leben charakterisiert, sind aber keinesfalls erwünscht. Der Wunschraum ist dagegen klar durch
mehr Freizeit und eine hohe
gesellschaftliche Teilhabe gekennzeichnet.
Ausgabe 5/2013
26
Die Diskussion zeigt, dass das Dogma von Arbeitszeit und Freizeit langsam hinterfragt
wird beziehungsweise weiter hinterfragt
werden muss. Letztlich sind es beispielsweise
neue Arbeitszeitmodelle, Flexibilisierungen,
gesellschaftliche Anerkennung von nichtmonetären Werten und ein Bedürfnis gesellschaftlicher Beteiligung und Verbundenheit,
die in einer integrierten Nachhaltigkeitspolitik diskutiert werden müssen.
Welche der nachhaltigen Lösungen ist vor
dem Hintergrund eines sich wandelnden
Umfelds ein robuster Ansatz? Um sich dieser
Frage zu nähern, wurden nunmehr die zuvor
entwickelten Kontextszenarien und die Freizeitszenarien miteinander verglichen. Die
Kontextszenarien wurden ausführlicher in
dem ersten Teil der Serie beschrieben (siehe
Infokasten auf Seite 25). Es zeigt sich: Diejenigen Kontextszenarien, die eine Nähe zu heutigen Entwicklungen aufzeigen, sind durch
eine entsolidarisierte und eher fremdbestimmte Gesellschaft charakterisiert. Das
gleiche Phänomen ist bei Freizeitszenarien
zu erkennen. Die erwarteten und nah am
Heute liegenden Szenarien sind ebenfalls
durch geringe gesellschaftliche Teilhabe und
durch einen geringen Freizeitanteil insgesamt charakterisiert. Der gewünschte Kontext und die gewünschten Freizeitszenarien
weisen ebenfalls in die gleiche Richtung. Es
wird mehr Gemeinsinn, Selbstbestimmung
und Teilhabe gewünscht. Das lässt bereits eine erste wichtige Schlussfolgerung aus dem
» Die Szenarien, die eine
Nähe zu heutigen Entwick­
lungen aufzeigen, sind durch
eine eher fremdbestimmte
Gesellschaft charakterisiert. «
Projekt zu: Integrierte Nachhaltigkeitspolitk
aus Umweltperspektive bedeutet mehr, als
beispielsweise nur auf die direkten Emissionen aus der Freizeitmobilität zu schauen. Es
geht um eine grundsätzliche Wertediskussion, um Selbstbestimmung und Gemeinsinn
in der Gesellschaft sowie um ein Aufbrechen
der starren Muster zwischen Erwerbsarbeit
und Freizeit. Dies kann und muss vielfäl- >
Zukunftsmanager n Strategie & Kultur
Mehr Informationen
Nachhaltigkeit als Grundkonzept
bedeutet die Integration von Sozialem, Ökonomischem und Ökologischem, wobei sich das Prinzip
auch an den Bedürfnissen der Gesellschaft nach Sicherheit, Gemeinschaft, Freiheit orientiert. Die Methoden der Zukunftsforschung berücksichtigen zukunftsoffen alternative Lösungsansätze, Sichtweisen,
Lebens- sowie Wirtschaftsmodelle
und integrieren dabei die Dimensionen der Nachhaltigkeit. Dabei geht
es nicht allein darum, mit technischen Lösungen zu weniger Umweltbelastungen zu kommen, sondern gleichzeitig auch den Bedürfnissen der Menschen gerecht zu
werden.
tige Lösungsansätze hervorbringen, die auch
jeweils regional spezifisch sein können und
dabei auch zu einer Umweltentlastung führen sollten. Letztlich wird dabei offensichtlich: Nachhaltigkeit bedeutet eine Vielfalt
der Lösungen und Ansätze. Das bedeutet für
die Politik, stärker auf Bürgerbeteiligung zu
setzen, Experimente zuzulassen und zu ermöglichen sowie den Rahmen dafür zu
schaffen, dass die drei Dimensionen der
Nachhaltigkeit dabei eingehalten werden.<
Die Leitprinzipien der Nachhaltigkeit stellen sich somit wie folgt dar:
-Erhalt der wirtschaftlichen
Tragfähigkeit: Dies schließt eine
offene Diskussion des Wachstumsmodells ein).
-Ökologische Verträglichkeit:
Damit sind das Einhalten ökologischer Grenzen sowie Ressourcenschonung und Klimaschutz
gemeint.
-Soziale Gerechtigkeit: Darunter
sind die Grundprinzipien der
freiheitlichen Entfaltung der
Menschen, der uneingeschränkte Zugang zur Daseinsvorsorge
wie unter anderem Bildung, Infrastruktur etc. zu verstehen.
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Zukunftsmanager n Strategie & Kultur
SERIE
Ausgabe 5/2013
28
NACHHALTIGKEIT Teil 2: Lösungsraumszenarien Nachhaltigkeit
Das neue Statussymbol
Von Alexander Fink und Hanna Rammig
Erst Schule und Abitur, dann
Ausbildung oder Studium,
als Nächstes kommt der
Einstieg in die Arbeitswelt und
dann das Emporklettern der Karriere­
leiter: Unser Leben ist geprägt von
dem Streben nach beruflichem Er­
folg. Doch dabei kommt die Freizeit
aus Sicht von immer mehr Menschen
viel zu kurz. Freizeit wird verstärkt zu
einem neuen Gut. Der „Zukunfts­
manager“ präsentiert die wichtigsten
Richtungweisend: Sze­
narien zur nachhaltigen
Freizeitgestaltung liefern
spannende Prognosen.
Szenarien einer nachhaltigen Frei­
zeitgestaltung.
Das Zeitbudget der Menschen ist im westlichen Kulturraum stark durch die Trennung
von Arbeit und Freizeit geprägt. Die Grenzen
verschwimmen zwar immer mehr, dennoch
ist die Gestaltung der frei verfügbaren Zeit
von großer Bedeutung für den ökologischen
Fußabdruck einer Gesellschaft. Die Zeit, in
der man keiner Erwerbsarbeit nachgeht,
kann sehr unterschiedlich gestaltet werden.
In den hier beschriebenen Szenarien wird untersucht, wie Menschen diese Zeit nachhaltig
gestalten können. Hierunter fallen einerseits
klassische Freizeit- und Sportaktivitäten,
aber auch ehrenamtliches, kulturelles, nachbarschaftliches und genossenschaftliches
Engagement. Die „Lösungsraumszenarien“
sollen darüber hinaus alternative Formen der
Zukunft beschreiben, die in sich schlüssige
und in ihrer Gesamtwirkung nachhaltige Bilder zukünftiger Freizeitgestaltung aufzeigen.
Die sechs alternativen Zukunftsszenarien ba-
sieren auf einer konsistenten Kombination
von 18 Zukunftsaussagen.
Szenario 1:
Die Freizeitprofis – nachhaltige
technische Lösungen
und Effizienzsteigerung
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in
einer technisierten Welt führen zu einer hohen Arbeitsbelastung in einem flexibilisierten Arbeitsalltag. Die Grenzen werden fließend, und die geringer werdende Strukturierung des Tags führt zu individualisierten Alltagsrhythmen. Jeder geht in seiner Freizeit
seinen individuellen Vorlieben nach. Der aktive Sport verliert – auch durch den abnehmenden Stellenwert von Gemeinschaftlichkeit – an Bedeutung, während die kommerzielle Freizeitindustrie boomt und von dem
hohen Budget der Bürger für ihre Freizeitgestaltung profitiert. Partizipation spielt in >
Zukunftsmanager n Strategie & Kultur
Ausgabe 5/2013
Freizeitgestaltung:
Szenario-Bewertung
Freizeitgestaltung: Szenario-Bewertung
Die Freizeit-Bewussten –
Selbstverwirklichung
und nachhaltiger Konsum
prägen die Gesellschaft
F5
Die Freizeit-Profis –
Nachhaltige technische
Lösungen
und Effizienzsteigerung
F6
Die Freizeit-Kollektiven –
Gemeinschaftliche Werte
prägen die Gesellschaft
und fördern Nachhaltigkeit
F4
der politischen Entscheidungsfindung keine
entscheidende Rolle. Die fehlenden Integrationsbemühungen der Politik setzen sich in
der Gesellschaft fort, so dass Parallelwelten
entstehen.
F1
F2
Die Freizeit-Igel –
Wirtschaftliche
Rahmenbedingungen führen zu
nachhaltiger Freizeitgestaltung
Die Freizeit-Netzwerker –
Virtuelle Welten dominieren
die Freizeit und
reduzieren Mobilitätsbedarf
F3
Die Freizeit-Arbeiter –
Ideeller Wohlstand
ersetzt materielles Wachstum
Ob „Igel“, „Profi“ oder
­„Arbeiter“: Freie Zeit wird
für viele Menschen zum
neuen Gut.
» Nach Feierabend ist die
Freizeit frei gestaltbar und
wird nicht mehr vom Job
belastet. «
Szenario 2:
Die Freizeitigel – die wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen führen zu
nachhaltiger Freizeitgestaltung
Das Arbeitsleben verlangt den Menschen einiges ab – nicht nur durch eine hohe zeitliche
Belastung, sondern auch durch die steigende
Flexibilisierung, die zunehmend den Alltag
durchdringt. Die verbleibende Freizeit wird
vor allem zu Hause und gerne mit Medienunterhaltung verbracht. Nachdem die arbeitende Bevölkerung spät von der Arbeit kommt,
hat sie noch reichlich informelle Arbeit wie
zum Beispiel die Pflege Angehöriger zu erledigen. Für gemeinsame Freizeitaktivitäten
fehlt meist die Zeit. Sport spielt sowieso eine
untergeordnete Rolle, und viele Freizeitangebote sind durch hohe Kosten nicht für jedermann zugänglich. Der Staat gibt dominant
29
die politische Richtung vor und setzt diese
auch um. Partizipation spielt keine wesentliche Rolle, und die stark ins Arbeitsleben eingebundene Bevölkerung konzentriert sich
auf die individuelle Karriere.
Szenario 3:
Die Freizeitarbeiter –
ideeller Wohlstand ersetzt
materielles Wachstum
Nach dem anstrengenden Arbeitstag gibt es
eine gute Nachricht: Nach Feierabend ist die
Freizeit frei gestaltbar und wird nicht mehr
vom Job belastet. Auch informelle Arbeit
oder bürgerschaftliches Engagement spielen
keine große Rolle. Die freie Zeit wird individuell oder im Freundeskreis organisiert und
umfasst Aktivitäten zu Hause und im näheren Umfeld, je nach Geschmack mit mehr
oder weniger Mediennutzung und Sport. Bildungsangebote erfreuen sich hoher Beliebtheit. Gründe sind der
Wunsch nach Selbstentfaltung und die
Vorbereitung
auf die Herausforderungen des
weiteren Berufslebens. Integration
ist für die Gesellschaft ebenso wenig von Bedeutung wie die
Mitgestaltung der
>
Zukunftsmanager n Strategie & Kultur
politischen Agenda. Richtung und Umsetzung hängen einzig an der Politik.
prägen die Denkhaltung in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft.
Szenario 4:
Die Freizeitnetzwerker – virtuelle
Welten dominieren die Freizeit und
reduzieren Mobilitätsbedarf
Szenario 5:
Die Freizeitkollektiven – gemein­
schaftliche Werte prägen
die Gesellschaft und fördern
Nachhaltigkeit
Der hohe Freizeitanteil ist gut gefüllt: Einen
großen Teil nehmen informelle Arbeit und
bürgerschaftliches Engagement ein. Die Zeit,
die übrig bleibt, wird zu Hause interaktiv mit
anderen Menschen gestaltet. Das Wichtigste
für die Menschen sind die sozialen Kontakte
und die Entfaltung ihrer persönlichen Fähigkeiten in der Gemeinschaft. Dementsprechend spielt Bildung eine große Rolle –
die individuelle Weiterentwicklung hat in
der Gesellschaft einen hohen Stellenwert.
Auch für die Integration von gesellschaftlichen Gruppen fühlen sich die Menschen selbst verantwortlich. Die
Wirtschaft nimmt von dominanten Wachstumszielen Abstand
und entwickelt sich in Richtung
einer Postwachstumsökonomie. Der
Konsum wird eingeschränkt, und
Nachhaltigkeitsaspekte
erfahren eine hohe Wertschätzung.
Gemeinschaftlichkeit
und
Ressourcenschonung
30
Ausgabe 5/2013
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Die Menschen nutzen die verfügbare Freizeit
intensiv: Neben dem hohen bürgerschaftlichen Engagement sind sie stark von informeller Arbeit beansprucht. Zudem unternehmen sie viel gemeinsam. Da die Freizeitangebote frei zugänglich sind, können die Menschen aus vielfältigen Optionen wählen. Mobil sind die Menschen durch kollektive Individualverkehrslösungen, und sie nutzen die individuelle Mobilität umfangreich für Kurzreisen im Nahbereich. Die Menschen sehen sich
weitreichend in der Verantwortung und setzen die politische Agenda selbst. Die Politik
überlässt der aktiven Bürgergesellschaft in
vielen Dingen das Ruder. Auch aus den Bereichen Freizeitinfrastruktur und -angebote
zieht sie sich nicht zuletzt aufgrund knapper
Kassen zurück. Das Gemeinschafts- und das
Nachhaltigkeitsbewusstsein der Gesellschaft
prägen nicht nur die Freizeitgestaltung.
Szenario 6:
Die Freizeitbewussten – Selbstver­
wirklichung und nachhaltiger Konsum
prägen die Gesellschaft
Der hohe Freizeitanteil ist stark beansprucht:
Die persönlichen Freiräume sind sowohl >
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Zukunftsmanager n Strategie & Kultur
Lenkungsfaktor
12
Ausgabe 5/2013
Arbeitswelt
hoch
Arbeitswelt
Veränderung
Stabilität
gering
Nähe zur Gegenwart
12A
12B
12C
12D
Irrelevant
gering
31
12B
Hohe Belastung bei hoch flexibler
Arbeitswelt
12C
Geregelte Arbeitswelt mit geringer
Belastung und geringer Flexibilität
12D
Viele Menschen nutzen Flexibilisierung
zur eigenständigen Ausgestaltung der
Arbeitswelt
Erwartung: Auch in der Zukunft hohe
Belastung in der Arbeitswelt bei unsicherer
Entwicklung der flexiblen Ausgestaltung.
Veränderung
Nähe zum Erwartungsbild
12A
Hohe Belastung bei wenig flexibler
Arbeitswelt
hoch
Wunsch: Deutlich wird eine Flexibilisierung
der Arbeitswelt gewünscht – am wenigsten
die hohe Belastung bei geringer Flexibilität,
die jedoch die größte Nähe zur Gegenwart
darstellt.
Durchmesser entspricht Nähe zum Wunschbild
Wunsch und Wirklichkeit
driften in Bezug auf die
Balance zwischen Arbeit
und Freizeit auseinander.
vom Arbeitsleben stark geprägt als auch von
der Belastung durch informelle Arbeit und
das hohe bürgerschaftliche Engagement.
Freizeitaktivitäten spielen sich zumeist außer Haus und in der Gruppe ab. Die wichtigen
sozialen Kontakte finden oft auch im nachbarschaftlichen Umfeld statt. Kulturangebote werden vielfältig genutzt, und das Interesse an Weiterbildung in der Freizeit ist in
dieser Gesellschaft groß. Die Menschen fühlen sich mitverantwortlich und beteiligen
sich im Rahmen der gegebenen partizipativen Strukturen intensiv an politischen Entscheidungen. In der Postwachstumsökonomie haben sich die wirtschaftlichen Akteure
darauf eingestellt, dass sich der Konsum in
Richtung Nachhaltigkeit wandelt und insgesamt sinkt.
Die unterschiedlichen Szenarien laden dazu
ein, sie sowohl einzeln in ihren Details als
auch in ihrer Gesamtheit näher zu betrachten und zu bewerten. Bei der Gesamtbetrachtung des Zukunftsraums fällt auf, dass
die wesentlichen Unterschiede zwischen den
Szenarien in Freizeitanteil, Werteentwicklung und gesellschaftlicher Teilhabe zu finden sind. Bei der Bewertung durch das interdisziplinär besetzte Expertenteam wurde
deutlich, dass zwischen gewünschten und
erwarteten Entwicklungen eine große Lücke
klafft. Dies scheint vor allem an der erwarteten geringen gesellschaftlichen Teilhabe
und der heutigen, eher starren Zeitaufteilung zu liegen. Der große Einfluss der Ausge-
staltung von Arbeit auf die frei verfügbare
Zeit spiegelt sich in der Bewertung des
Schlüsselfaktors „Arbeitswelt“ wider. Die
Menschen wünschen sich mehr frei verfügbare Zeit und deutlich mehr Teilhabe. Die
Ausgestaltung der selbstbestimmten Zeit ist
auch darum von so großer Bedeutung, da
sehr viele Alltagstätigkeiten wie Ernährung
und Wohnen, aber auch Weiterbildung, Sport
und andere Aktivitäten sowie ein großer Teil
der Personenmobilität in ihr stattfindet. Die
Entwicklung und die gesellschaftliche Diskussion einer nachhaltigen Freizeitgestaltung in der Zukunft sind aus diesem Grund
von großer Bedeutung.<
Dr. Alexander Fink
ist Vorstand der
ScMI Scenario Management
International AG,
Paderborn.
E-Mai: fink@scmi.de
Hanna Rammig
ist Senior Manager bei der
ScMI Scenario Management
International AG,
Paderborn.
E-Mail: rammig@scmi.de
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Zukunftsmanager n Ausgabe 5/2013 32
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Zukunftsmanager n Kurz notiert
Survive.
So bleiben Manager
auch in Zukunft
erfolgreich
Ausgabe 5/2013
News
Veranstaltungen
Opel im Trend, VW in der Garage
Im Trend: Nicht nur
­wegen der knalligen
­Farben ist das Opel­
Das Buch vermittelt die Fähigkeiten
und besonderen Strategien, die
spätestens seit der Lehman-Pleite,
der Fukushima-Katastrophe und der
Eurokrise als Survival-Skills immer
mehr an Bedeutung gewinnen und
sich in einem Begriff zusammenfassen lassen: Zukunftskompetenz.
modell „Adam“ beliebt.
Welche Umbrüche und Verwerfungen kommen in der Arbeitswelt
auf uns zu? Sind wir zwangsläufig
die Verlierer in der Maschinenwelt,
oder haben wir die Chance, neue,
positive Lebensbedingungen zu gestalten? Das Buch gibt Antworten.
Constanze Kurz, Frank Rieger: Arbeitsfrei.
Eine Entdeckungsreise zu den Maschinen,
die uns ersetzen. Riemann 2013. ISBN: 9783-570-50155-9
13. September 2013
11. Hessischer Mobilitätskongress
Frankfurt am Main
Die Teilnehmer erfahren von neuen Trends in
Verkehr und Logistik, diskutieren über Strategien für intelligente Mobilität von morgen,
lernen aus Vorträgen für die eigene Praxis
und tauschen sich mit Experten aus.
ÆÆIm Internet
Heiko von der Gracht: Survive. So bleiben
Manager auch in Zukunft erfolgreich.
Redline Verlag 2013. ISBN: 978-3868815115
Arbeitsfrei.
Eine Entdeckungsreise
zu den Maschinen, die
uns ersetzen
33
Das sogenannte Trendauto der Zukunft – also
das Auto, dessen Bestandteile in der Beliebtheit am stärksten zugelegt haben – ist ein
Kleinwagen mit Dieselmotor und stammt
von der Marke Opel. Das besagt zumindest
die Aral-Studie „Trends beim Autokauf 2013“.
Allerdings ist das Opel-Modell Adam deshalb
nicht unbedingt das in Zukunft am meisten
gekaufte Auto. Das gilt vielmehr für das
„Wunschauto“. Denn dieses Fahrzeug wollen
die meisten Befragten kaufen, und hier liegt
Opel hinter Volkswagen. Beim Wunschauto
handelt es sich um einen schwarzen Kom-
bi der Marke VW mit Benzinmotor. Bei der
letzten Befragung vor zwei Jahren war das
Wunschauto noch eine VW-Limousine und
das Trendauto ein weißer Kombi der tschechischen VW-Marke Skoda. Die Vorliebe für VW
teilen Frauen und Männer, beide Gruppen
bevorzugen den Marktführer gleichermaßen.
Extreme Unterschiede zeigen sich dagegen
bei den Marken Opel, BMW und MercedesBenz sowie bei den französischen Automarken: Frauen bevorzugen Opel und französische Autos, Männer interessieren sich dagegen stärker für BMW und Mercedes-Benz.
23.–24. September 2013
Social Business Collaboration
Berlin
An zwei Tagen werden in mehr als 25 ­Sessions
aktuelle Fallstudien und Business-Cases gezeigt,
Best-Practice-Anwendungsbeispiele
für integrierte Kommunikation & Collaboration präsentiert und diverse Strategien diskutiert.
ÆÆIm Internet
21.–22. Oktober 2013
Internationale Konferenz Automotive
Technology & Patent Management
Bonn
Die Konferenz behandelt spezielle Fragen
und Herausforderungen der Automobilindus­
trie im Technologie- und Patentmanagement
und wird auf Englisch abgehalten.
ÆÆIm Internet
Zukunftsmanager n Kurz notiert
Die Generation Y.
Mitarbeiter der
Zukunft.
Für die Personalarbeit ist die Generation Y eine Herausforderung. Welche Auswirkungen sie auf Wirtschaft, Arbeitsleben und Talentmanagement hat, stellt dieses Buch
praxisgerecht dar.
Anders Parment: Die Generation Y. Mitar­
beiter der Zukunft. Herausforderung und
Erfolgsfaktor für das Personalmanage­
ment. Gabler Verlag, 2. Auflage 2013.
ISBN: 978-3834946218
Ausgabe 5/2013
News
Veranstaltungen
Das Krankenhauslabor
Trotz steigenden Kostendrucks und geringer
Personaldecke erhalten Patienten heutzutage im Krankenhaus immer komplexere
und anspruchsvollere Behandlungen. Das
erfordert nicht nur ausgefeilte medizinische
Technologie, sondern auch flexible Versorgungswege und optimal abgestimmte Arbeitsabläufe. Mit der Eröffnung des „Hospital
Engineering Labors“ im Fraunhofer-inHausZentrum in Duisburg gibt es jetzt eine Forschungs- und Kooperationsplattform, in der
erprobt wird, wie sich Kliniken aufstellen und
organisieren müssen – für ihre effiziente und
wettbewerbsfähige Zukunft. Auf rund 350
Quadratmetern bietet es eine moderne Entwicklungs- und Testumgebung mit Operationssaal, Patienten-, Schwestern- und Arztzimmer, Rehabereich mit Trainingsgeräten
sowie Lager- und Funktionsräumen. Im Modellkrankenhaus lassen sich vielfältige Klinikszenarien unter Alltagsbedingungen analysieren. Selbst neue Abläufe oder Verfahren
können mit Blick auf Patientensicherheit und
Kostenaufwand bewertet werden.
News
Ein Schritt zurück in
die Zukunft.
Was wir aus der Geschichte lernen können
Loel Zwecker begibt sich auf die Suche nach historischen Antworten
auf aktuelle Fragen. Dabei nimmt er
fünf große Themenkomplexe in den
Blick: Ehe und Partnerschaft, Arbeit,
Bildung und Erziehung, Sport und
die leidigen Steuern.
Loel Zwecker: Ein Schritt zurück in die
Zukunft. Was wir aus der Geschichte
lernen können. Pantheon 2013.
ISBN: 978-3-570-55181-3
Bahnhof der Zukunft
1,55 Millionen Euro fließen aus dem bundesweiten Förderprogramm „Schaufenster Elektromobilität“ in ein Ludwigsburger Projekt,
das einen „Bahnhof der Zukunft“ errichten
möchte. Das Projekt „Ludwigsburg Intermodal“ verhilft der Stadt unter anderem zu
einem Carsharingkonzept mit Elektroautos
einer E-Tankstelle und einer Pedelec-Flotte,
die von allen Bürgern ausgeliehen werden
kann. Zunächst kümmern sich die Projektbeteiligten um die Infrastruktur. Wo ist ein
guter Platz für E-Tankstellen und Pedelec-Ladestationen? Wie lässt sich vor Ort regenera-
34
tive Energie erzeugen? Soll der Strom für die
Ladestationen genutzt oder ins Stromnetz
eingespeist werden? Auf diese Fragen suchen
Wissenschaftler der Universität Stuttgart gemeinsam mit der Stadt Antworten. Denkbar
ist beispielsweise, eine Photovoltaik­
anlage
zu installieren oder mit Kleinwindrädern
vor Ort Strom zu erzeugen. Wenn die Infrastruktur geschaffen ist, können auch die
Leihfahrzeuge kommen. Die Experten tüfteln
außerdem an einer App für das Smartphone,
die das Umsteigen beispielsweise durch ein
Buchungssystem erleichtern soll.
24. Oktober 2013
Zukunftsforum „Innovation und
Globalisierung“
Heraeus, Hanau
Wie gelingt es der deutschen Industrie, ihre
Produktivität zu steigern, ihre Strukturen effizient zu gestalten und sich als Qualitätsund Innovationsführer zu behaupten? Diesen Fragen widmet sich das Zukunftsforum
„Innovation und Globalisierung“, das beim
Technologiekonzern Heraeus in Hanau stattfindet.
ÆÆIm Internet
24.–25. Oktober 2013
Werkstoffe für die Zukunft
Frankfurt am Main
Die Veranstaltung beleuchtet wesentliche
werkstoffliche Fragen, darunter: Welche Eigenschaften sind in Bezug auf Festigkeit, Serientauglichkeit und Kosten zu erwarten?
Welche Veränderungen hinsichtlich Verfügbarkeit, Regularien u.a. auf nationaler und
internationaler Ebene sind in den nächsten
Jahren zu erwarten? Welche Auswirkungen
haben Werkstoffinnovationen auf Flexibilität
sowie Aufbau- und Verbindungstechnik?
ÆÆIm Internet
Zukunftsmanager n Kurz notiert
News
Zukunftsmarkt „Stadt“
Das Fraunhofer IAO arbeitet an neuen Lösungen für die Mobilität und die Stadt der
Zukunft. Ein Team aus Wissenschaftlern
entwickelt und erprobt gemeinsam mit Industrie und Städten systemische Lösungen
bis zur Anwendungsreife. Folgende Schwerpunkte stehen im Fokus:
• E
lektromobile Systeme: Integration
elektromobiler Fuhrparkflotten, Entwicklung neuer Logistikkonzepte sowie
Erforschung intelligenter Lademanagementsysteme
• Urbane Mobilität: Entwicklung nachhaltiger Mobilitätskonzepte für den urbanen Raum
• Stadt: Gestaltung von CO2-neutralen,
energieeffizienten und klimaangepassten Städten, Umsetzung zukunftsfähiger Quartierskonzepte
• Energie: intelligente Verknüpfung unterschiedlicher Energiequellen mit Einbindung von E-Mobilen in „Micro Smart
Grids“, Integration von Speichern als
Puffer
• Sharing-Systems: Erarbeitung von technologischen und organisatorischen Lösungen für die gemeinschaftliche Nutzung von Gütern und Entwicklung von
gemeinschaftlich genutzten Produkten
35
Ausgabe 5/2013
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Veranstaltungen
Ab 1. November 2013
Zertifikatslehrgang
Innovationsmanager (IHK)
Frankfurt am Main
Themen des Lehrgangs sind unter anderem:
Gestaltung von Innovationsprozessen, Methodenauswahl und -einsatz, Instrumente
im Innovationsprozess sowie Innovationskultur im Unternehmen.
ÆÆIm Internet
5.–6. November 2013
innovation 2013
München
Folgende Themen stehen bei der „Innovation“ in diesem Jahr im Fokus: Business-Ecosystems, Technologiefrüherkennung, Chinas
Innovationskraft, Open Innovation, Trends
und Strategien, Blue Ocean Strategy sowie
smarte Ideenfindung in den Fachforen.
www.transatlantikkonferenz.de
T r a n s aT l a n T i C
Business Conference
The Transatlantic Marketplace:
Challenges and opportunities Beyond 2013
7. Transatlantische
Jahreswirtschaftskonferenz
Erfahrungsaustausch,
Strategien und Impulse für
die wirtschaftliche und
politische Partnerschaft
referenten/Moderatoren u.a. (in alphabetischer Reihenfolge):
Ferdinando
Beccalli-Falco
President & Chief
Executive Officer,
GE Europe; CEO,
GE Germany
Tim Bennett
Director-General,
Trans-Atlantic
Business Council
stephen Brobst
Chief Technology
Officer (CTO),
Teradata
Corporation
Viktor elbling
Abteilungsleiter
für Wirtschaft
und nachhaltige
Entwicklung,
Auswärtiges Amt
Ulrich Grillo
Präsident,
Bundesverband
der Deutschen
Industrie e.V.
(BDI)
lorraine Hariton
Special Representative for
Commercial and
Business Affairs,
US State
Department
dr. Jürgen
Heraeus
Vorsitzender des
Aufsichtsrates,
Heraeus Holding
GmbH
anne ruth
Herkes
Staatssekretärin,
Bundesministerium für Wirtschaft
und Technologie
andrew
Hotchkiss
President Europe,
Australia and
Canada, Eli Lilly
and Company
prof. dr.
Michael Hüther
Direktor und Mitglied des Präsidiums, Institut
der deutschen
Wirtschaft Köln
dr. Jörg Krämer
Chefvolkswirt,
Commerzbank
AG
Bernhard
Mattes
Vorsitzender der
Geschäftsführung,
Ford-Werke GmbH;
Präsident, AmCham Germany
rené obermann
Vorstandsvorsitzender, Deutsche
Telekom AG
Michael
reuther
Vorstandsmitglied,
Commerzbank AG
dr. Ulf M.
schneider
Vorsitzender
des Vorstands,
Fresenius SE &
Co. KGaA
Jörg
schönenborn
Fernsehjournalist
und WDRChefredakteur
rené schuster
CEO, Telefónica
Deutschland
Holding AG
peter Terium
Vorstandsvorsitzender,RWE AG
13./14. November 2013
Commerzbank Tower,
Frankfurt am Main
Hilton Frankfurt Airport,
Frankfurt am Main
ÆÆIm Internet
14.–15. November 2013
Innovationskongress 2013
Villach, Österreich
Unter den Vortragenden des Kongresses sind
Jørgen Randers (Club of Rome), Alternativnobelpreisträger Huang Ming, August Oetker
und Samy Liechti (Blacksocks) und viele mehr.
ÆÆIm Internet
VeransTalTer
in KooperaTion MiT
MiTVeransTalTer
Weitere informationen und anmeldung:
Karin Gangl, F.A.Z.-Institut, Frankenallee 68–72, 60327 Frankfurt/M.
parTner
MedienparTner
T +49 69 7591-2217, E k.gangl@faz-institut.de
Zukunftsmanager n 15 Fragen an
Ausgabe 5/2013
15 Fragen an
Wolfram Stichert, Gründer und CEO
Luke Skywalker – die Sache mit der Raumfahrt reizt schon ein wenig.
Wie möchten Sie im Jahr 2030 leben?
Gesund, glücklich, zufrieden und ohne das
Gefühl, dem eigenen Lebensraum zu viel zuzumuten.
Welcher Zukunftstrend ist Ihnen schon heute
ein Dorn im Auge?
Die Urbanisierung – die Konzentration der
Lebensräume auf städtische Umgebungen.
Wo möchten Sie 2030 leben?
In Heidelberg.
Welcher Trend bestimmt 2030 die Welt?
Der Trend der Individualisierung in vielen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereichen.
2013, 2150 oder 3210: Wann würden Sie wa­
rum am liebsten leben wollen?
2013 – wenn man (siehe Frage 6) davon ausgeht, dass der Warp-Antrieb nicht erfunden
werden wird, wird es 2150 und 3210 eng zugehen auf unserem Planeten.
Welcher Trend der kommenden zehn Jahre
wird in 30 Jahren schon wieder überholt sein?
Smartphones.
Womit beschäftigen Sie sich 2030 am lieb­
sten?
Mit meiner Familie.
Wer oder was würden Sie in 20 Jahren sein
wollen?
Der finale und letztlich erfolgreiche Projektleiter für den Bau des Flughafens Berlin.
Welche Reform wird 2030 von zentraler Be­
deutung sein?
Die Reform des Internets.
Worauf möchten Sie 2030 verzichten können?
Auf Stromrechnungen, Zahnarztbesuche,
Staumeldungen, W-LAN-Spot-Suche.
Worauf möchten Sie nie verzichten müssen?
Auf eine akzeptable Privatsphäre.
Was muss noch erfunden werden?
Ein Batteriematerial, welches eine Nutzung
im Automobil ermöglicht, ohne dass man
Einschränkungen bei der Mobilität hinnehmen muss.
Welche Erfindung würde Sie überraschen?
Die des Warp-Antriebs.
Ben Hur, Martin Luther, Nelson Mandela oder
Luke Skywalker: Mit wem würden Sie aus wel­
chen Gründen tauschen wollen?
Die nächste Ausgabe
erscheint am 13. November 2013.
Der Held im Jahr 2030: Was kennzeichnet ihn?
Auch 2030 werden wir uns gerne von den
größten Problemen ablenken, deshalb wird
der Held im Jahr 2030 aus dem Sportbereich
kommen.
Dr. Wolfram Stichert
ist Gründungsmitglied und CEO der
hte AG. Das Unternehmen zählt zu
den weltweit führenden Anbietern
von Technologielösungen und Dienstleistungen für Kunden im Energie-,
Raffinerie-, Chemie- und Umweltsektor. Durch das hte-Angebot wird
die Forschung und Entwicklung im
Bereich der heterogenen Katalyse
wesentlich schneller und produktiver. hte hat unter anderem den
STEP Award 2011 gewonnen, eine
Auszeichnung für innovative und
wachstumsstarke Unternehmen in
Deutschland, Österreich und der
Schweiz, und war für den Deutschen
Zukunftspreis 2010 nominiert.
36
Zukunftsmanager n Ausgabe 5/2013 37
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zur „Gründerwoche
Deutschland“ für Hessen
Gründen • Fördern • Wachsen
Impulsvorträge
18. November 2013
THE SQUAIRE
Frankfurt am Main
Diskussionsforen
 Grußwort durch
Florian Rentsch,
Hessischer Minister für
Wirtschaft, Verkehr und
Landesentwicklung
 Hochkarätige Impulsvorträge und Diskussionsforen zu aktuellen
Gründungsthemen
Gründermarktplatz
 Individuelle Gespräche mit
Experten im BeratungsCafé
 Gründermarktplatz mit
Ausstellung
BeratungsCafé
Netzwerk
 Netzwerken mit erfolgreichen
Jungunternehmern und
Akteuren der Gründerszene
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Herausgegeben von
Ausgabe 5/2013
38
Zukunftsmanager n Impressum | Kontakte
Ausgabe 5/2013
39
Impressum
Herausgegeben von:
F.A.Z.-Institut für Management-,
Markt- und Medieninformationen GmbH,
Innovationsprojekte
Markus Garn, Mitglied der Geschäftsleitung
Redaktion:
Ressortleitung Innovationspublikationen:
Saskia Feiber | s.feiber@faz-institut.de
Jennifer Maurer | j.maurer@faz-institut.de
Redaktionsleitung (V.i.S.d.P.):
Daniel Schleidt | d.schleidt@faz-institut.de
Clara Görtz | c.goertz@zukunftsmanager-magazin.de
Eva Roßner | e.rossner@zukunftsmanager-magazin.de
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wir mit unserer technologie und innovationspolitik.“
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unternehmen hat mit dazu beigetragen, dass
Deutschland der europäischen Wirtschaftskrise
trotzen konnte. Damit Deutschland weiterhin
zu den führenden ländern im internationalen
Wettbewerb gehört, haben die themen innovation
und forschung auch in Zukunft priorität für die Bundesregierung.
sie sind grundlage für Wohlstand und Wachstum in diesem land.“
Dr. pHilipp rösler, scHirmHerr
BunDesminister für WirtscHaft
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