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Alles Öko ODER WAS? - Studierendenvertretung - Universität

EinbettenHerunterladen
Januar 2011
Politiker
Programmkino
Platzangst
Wissenschaftsminister Heubisch schreibt Briefe zu Studiengebühren mehr auf Seite 5
Endlich hat unsere Stadt wieder
eins, das ‚Central‘ im Interview.
Ein Kommentar zum ungewollten Kuschelkurs beim
Busfahren mehr auf Seite 28
mehr auf Seite 26
Alles Öko
oder was?
M
anche Wege sind unergründlich.
So auch – exemplarisch – mein
Weg zur „Nachhaltigkeit“. Ursprünglich wollte ich einfach Geld sparen.
Als chronisch unterfinanzierte Studentin
war mir mein Stromanbieter viel zu teuer,
ich wollte also wechseln. Bei meinen Recherchen kam ich darauf, dass Ökostrom
teilweise sogar billiger ist. Ja, teilweise.
Aber es war mitten in dieser seltsamen
„Diskussion“ um die Laufzeitverlängerung
der Atomkraftwerke. Mal ehrlich, Ergebnisoffen ist was anderes! Und Lobbypolitik
will ich nun wirklich nicht unterstützen.
So habe ich also zu Ökostrom gewechselt,
zahle jetzt trotzdem 30€ (!) weniger im
Monat und habe dabei auch noch ein gutes Gefühl. Und dieses gute Gefühl muss
sich doch ausbauen lassen, oder? Wenn
man mal drüber nachdenkt stellt man fest,
dass man ja schon vieles ganz automatisch
macht. Mülltrennung beispielweise. Wurde
mir anerzogen. Ebenso das obligatorische
„Licht ausmachen, wenn man einen Raum
verlässt“. Als Schmierzettel die Rückseiten
von gebrauchtem Papier verwenden. Nur
selten Baden, eher Duschen. Akkus aus den
Steckdosen ziehen. Keinen Müll in die Natur werfen sondern brav zu einem Mülleimer gehen. So weit so gut.
Und im Studium? Das ist ja dann die Frage, die sich uns Studierenden stellt. Für vieles
fehlt den meisten einfach noch das Geld, zum
Beispiel um ausschließlich Bio-Produkte zu
kaufen. Oder nur noch fair gehandelten Kaffee. Oder Fleisch von glücklichen Kühen aus
der Region. Aber vieles geht auch nebenher
und ohne großen finanziellen Mehraufwand.
Es gibt so viele engagierte Gruppen in unserer Stadt und vor allem an unserer Uni, die
sich mit genau diesem Thema beschäftigen.
Und siehe da: Nachhaltig studieren geht sehr
wohl. Man muss nur wissen wie. Tipps und
Informationen gibt euch diese Ausgabe.
Anna Merhart
Seite 1
Christoph Schmitt
Impressum
Studierendenvertretung
2.0
STUV-WÜ AUF Sendung
SPRACHROHR Januar 2011
Impressum
Herausgeber
Studierendenvertretung
der Universität Würzburg
Redaktionsleitung
Anna Merhart
Redaktion
Anna Cvetkov
Christian Steinberger
Dome Schenk
Fabian Konrad
Franziska Schweiger
Hannah Klein
Jan Storz
Maximilian Fries
Mirijam Geßler
Philipp Fröhlich
Rahel Brückner
Sabine Graff
Sarah Zimmermann
Till Steinbring
Layout
Alexander Axmann
Titelfoto
jasohill / flickr.com
Druck
Dresdner Verlagshaus Druck GmbH
Meinholdstraße 2
01129 Dresden
Auflage
5.000 Stück
Kontakt
Mensagebäude am Hubland, Zimmer 111
97074 Würzburg
Telefon: +49 (0) 931 31-85819
Fax: +49 (0) 931 31-84612
D
u willst immer über die neuesten Aktivitäten deiner Studierendenvertretung
informiert sein? Du willst eine direkte
Möglichkeit mit dem Sprecher- und Sprecherinnenrat in Kontakt zu treten? Du willst alle
unsere Termine mitbekommen? Oder uns nur
schnell etwas mitteilen?
Dann werde unser Freund im StudiVZ
(SprecherInnenrat Uni Würzburg oder auf Facebook (Sprecher- und Sprecherinnenrat) oder
abonniere die SSR-Montagsmail auf
www.stuv.uni-wuerzburg.de/montagsmail/
Kabinenkunst
Seite 2
E-Mail: sprecherrat@uni-wuerzburg.de
Internet: http://stuv.uni-wuerzburg.de
Januar 2011 SPRACHROHR
Editorial/Inhalt
Studierendenvertretung
INHALTSVERZEICHNIS
4Kürzungen vom Tisch – Ein Weihnachtswunder?
Mehr statt weniger: Ministerium überrascht Bayerns studierende
EditoriaL
6Studentische Mitbestimmung
Was hat eigentlich der Studentische Konvent dieses Semester gemacht?
Hitzige Debatten und Erbarmungslose
Disskussionen?
Ein Rückblick auf eine (hoffentlich) einzigartige Vollversammlung
Von einem Lager ins nächste
Roma in Europa 2010: Die AI-HSG
informiert
24 Ich bin dann mal weg
Ratgeber für ein Semester in Australien
25 Die Post-Mauer Generation
Wie die junge Generation Deutschlands
Rolle in der Welt sieht
7 1. Würzburger Science Slam
Eignen sich deine Dozenten als Entertainer?
Eine neue Perspektive
Selbsterfahrungstag des AK Barrierefrei
S
o läuft das manchmal wenn man eine Zeitung plant... Man denkt sich: „Hach, gemütlich, ein interessantes Thema, viele aktive
(Hochschul-)Gruppen in diesem Feld mit jeder Menge Ideen und Artikeln. Das wird sicher entspannt.“
Nur erstens kommt es anders - und zweitens als man denkt.
Da kommt furchtbar überraschend die
Vorweihnachtszeit, macht ja nichts, man ist
bei dieser Ausgabe ja entspannt, E-N-T-S-PA-N-N-T, das ist gar kein Problem. Die engagierten Nachhaltigkeits-Gruppen werden das
schon machen... Und es kam auch tatsächlich
so: Zum Titelthema war pünktlich alles da.
Großartig! Und so entspannend!
Aber das ist ja dann nicht alles.
Weil noch etwas passiert ist in der Vorweihnachtszeit außer dem furchtbar ungelegen kommenden Redaktionsschluss. Am
21.12.2010 war die spannende Kabinettssitzung. Entscheidend für die ganze bayerische Hochschullandschaft und für die Frage:
Haben unsere Proteste gegen die geplanten
Kürzungen im Hochschuletat etwas gebracht?
Nach der Ergebnisverkündung verfielen wir in
verhaltenen (!) Jubel. Es hatte was gebracht!
Aber Oha, da muss ja noch ein Artikel zu
geschrieben werden. Und Vollversammlung
war ja auch. Und die Arbeitskreise sind schon
wieder so fleißig. Wohin mit all den Infos?
Flugs die Ausgabe auf 32 Seiten erweitert und
da liegt sie nun vor euch: Die entspannte Ausgabe des Sprachrohrs. E-N-T-S-P-A-N-N-T!
Viel Vergnügen dabei, auf dass ihr es gespanntentspannt genießen könnt.
23 Arbeiterkinder auf dem Weg zum
Studium unterstützen
Neue Arbeiterkind.de Gruppe in
Würzburg
5 Ausgeben um jeden Preis!
Wissenschaftsminister sieht Unterstützung für Studiengebühren bröckeln
Kneipencheck Unicafé
Der Kneipencheck „Barrierefrei“
Anna Merhart
für die Sprachrohr-Redaktion
und den Sprecher- und
Sprecherinnenrat
(Uni-)Leben
26Kein Popcornkino
Endlich wieder Filme abseits des Mainstream
27 Ausgepleicht
Der PleicherHof - eine schöne Erinnerung
8 Öko oder Nachhaltig: Wen schert‘s?
Überlegungen zum Thema Nachhaltigkeit
9 Thema: Nachhaltigkeit
Vorstellung von AKs zum Thema
Theater auf der Werkstattbühne
Shakespeares „Die lustigen Weiber von
Windsor“
Ansichten
28Kolumnen
10 Cola- Eine Bescherung mit Beigeschmack
Unter
Aussichten
11 Wie kann ich selbst nachhaltig sein?
Der AK Öko wagt eine Antwort
inkl. Saisonalem Gemüseführer
12 Von Eintöpfen, Kinderarbeit und Globalisierung
Weltladen-Hochschulgruppe
13 Jetzt gibt es Karotten
Erfolgreicher Carrotmob im Buchladen
neuer Weg
14Ein Tag mit... Dr. Dieter Mahsberg
Mensaplan
15 Für die Zeit vom 17.01. bis zum 18.02.
Nachgefragt
10 Nachhaltig studieren
Geht das?
30 Was geht ab?
Biofete und Theater in der KHG
Infoveranstaltung Studentischer Konvent
31 Termine
Rückseite: Science Slam!
Eure Studierendenvertretung
präsentiert den
1.
SCIENCE
S L A M
Würzburg
27. Januar 2011 . 20:00 Uhr
im Audimax, Neue Uni Sanderring
Eintritt
frei!
Infos unter: stuv.uni-wuerzburg.de
Seite 3
Studierendenvertretung
SPRACHROHR Januar 2011
Kürzungen vom Tisch – Ein Weihnachtswunder?
Mehr statt weniger: Ministerium überrascht Bayerns studierende
Z
u Weihnachten gibt es sie ja zu Hauf:
Wunder. Nachdem am 28. September 2010 das Kabinett der Bayerischen
Staatsregierung nachträglich Kürzungen für
den Doppelhaushalt 09/10 inklusive Wiederbesetzungssperren und Stopps von Planungen in
allen Hochschulbau-Verfahren beschlossen und
weitere massive Kürzungen im Doppelhaushalt
11/12 in Aussicht gestellt hatte, war klar, dass
wir auf so ein Wunder nicht warten konnten.
Es musste etwas unternommen werden. Und
„etwas unternehmen“, genau das ist das Spezialgebiet des AK Aktion.
Es begann mit einer kurzfristig anberaumten Demo am 23. Oktober 2010 inklusive eines
Marsches zum CSU-Regionalparteitag, wo wir
gemeinsam mit der Hochschulleitung und rund
1000 anderen Menschen unsere Meinung lautstark kundgetan haben. Nach der Kabinettsklausur in St. Quirin, bei der die gesammelten
bayerischen Studierendenvertretungen einen offenen Brief an den Ministerpräsidenten Seehofer
übergaben, waren für 2011/2012 nur noch von
Kürzungen im Hochschulbereich in Höhe von
1 % - 2 % die Rede. Wegen des doppelten Abiturjahrgangs, der Aussetzung der Wehrpflicht
und den jetzt schon maßlos überfüllten Seminaren und Vorlesungen würde dieses Geld niemals reichen. Also haben wir am bayernweiten
Aktionstag am 17. November 2010 eine lautstarke Demo mit rund 3500 Menschen durch
die Innenstadt auf die Beine gestellt. Das war
ein starkes Zeichen nach München. Aber nichts
bewegte sich, nichts war amtlich und die Sofortmaßnahmen blieben weiterhin in Kraft.
Dann folgte die entscheidende Kabinettsklausur am 21. Dezember 2010. Und
siehe da, aus den angedrohten Kürzungen im September wurde jetzt ein Plus im
Hochschuletat. 5,8 % (306 Mio. €) im
Jahre 2011 und nochmal 4,6 % (240 Mio.
€) 2012. Für die Uni Würzburg gibt es ein
Plus von 5,6 % (11,7 Mio. €) in 2011 und
nur 1,1 % (2,49 Mio. €) in 2012. Aber
Achtung, in diesen scheinbar großen Steigerungen findet sich auch „altes“, also schon
lange zugesagtes Geld, etwa im Rahmen des
Ausbauprogramms für den doppelten Abiturjahrgang und weitere Sonderprogramme. Die Infos (s. Quellen unten), die man
zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses
Ende Dezember aus München bekommen
konnte, waren so dürftig, dass eine genaue
Aussage über Höhe der Steigerungen und
damit einhergehenden Kürzungen in anderen Bereichen nicht eindeutig möglich ist.
Sicher ist aber, dass die durch die Sofortmaßnahmen im September erhöhten
Wiederbesetzungssperren wieder von 9 auf
6 Monate gesenkt werden. Eine kleine, aber
spürbare Erleichterung.
Ausgeklammert werden aber explizit die
Mittel für den Hochschulbau. Ob unsere
Hubland-Mensa, die nach Aussage des Studentenwerks so baufällig ist, dass sie jederzeit geschlossen werden könnte, in nächster
Zeit saniert wird, ist genauso ungewiss wie
alle anderen Bauprojekte. Das ist die eigentlich Hiobs-Botschaft für die Hochschulen
dieses Haushaltsentwurfes.
Auffällig ist auch, dass die Fachhochschulen wie die FH Würzburg-Schweinfurt ein Plus
von ca. 20 % verzeichnen kann. Ob das damit zusammenhängt, dass sich die Präsidenten
der FHs mehrheitlich an die interne Order des
Wissenschaftsministers gehalten haben, und
sich nicht an den Demonstrationen ihrer Studierenden beteiligt haben, sei mal dahingestellt.
Zuzutrauen wäre es den Herren Heubisch und
Seehofer aber.
Was bleibt?
Vor allem die Unsicherheit, wie sich diese
„Erhöhungen“ wirklich gestalten, und wenn
dann die Kürzungen treffen. Die BeamtInnen
scheinen nach Aussage des Finanzministers
aber schon als Ziel ausgemacht.
Egal wie es ausgeht: Die vergangenen Monate haben gezeigt, dass Demo sehr wohl etwas
verändern können. Wir im AK Aktion und der
Studierendenvertretung sind sich sicher: Wenn
wir in Würzburg nicht auf die Straße gegangen wären, wäre es bei Kürzungen geblieben.
Kämpfen lohnt sich!
Quellen:
PM Bericht aus der Kabinettssitzung vom
21.10.2010:
http://bayern.de/Pressemitteilungen-.
1255.10335682/index.htm
PM STMWFK vom 21.10.2010
http://www.stmwfk.bayern.de/Presse/
PressemeldungenDetail.aspx?NewsID=2303
Fabian Konrad, Maximilian Fries
Häufig demonstriert:
Studentenproteste erfolgreich?
Seite 4
Studierendenvertretung
Januar 2011 SPRACHROHR
Ausgeben um jeden Preis!
Wissenschaftsminister sieht Unterstützung für Studiengebühren bröckeln.
W
ikileaks ist zur Zeit ja in aller Munde. Jeder Studi in Bayern würde
doch sicherlich auch gerne mal
wissen, was so in unserem Wissenschaftsministerium vor sich geht. Zum Glück gibt es www.
bayernleaks.de. Dieses Internetportal, das von
den Sprechern der bayerischen Studierendenvertretungen ins Leben gerufen wurde, hat
ein überaus interessantes Schreiben von Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch in die
Hände bekommen, welches an alle Hochschulleitungen in Bayern ging.
Hierin erinnert er zunächst an ein Schreiben vom 13. April 2010, wonach „größere
Restmittel aus eingenommenen Studienbeiträgen früherer Erhebungszeiträume zeitnah
bedarfsgerecht“ ausgegeben werden sollten.
Schließlich beliefen sich die nicht ausgegebenen Mittel auf 106 Mio. Euro. Die Ursachen
für diese Rückstände sieht unser Musterdemokrat Staatsminister Dr. Heubisch natürlich bei
den Studierenden: „Die Schwierigkeiten in Zusammenhang mit einer zügigen und zweckentsprechenden Verwendung der Studienbeiträge
zur Verbesserung der Studienbedingungen sind
mir sehr wohl bewusst. Vor allem das komplexe
Verfahren unter paritätischer Studierendenbeteiligung muss daher in Rechnung gestellt wer-
den.“ Da bleibt doch jedem Studierenden die
Spucke weg. Es ist also UNSER Verschulden,
dass die Mittel nicht schnell ausgegeben werden? Die Mittel, die wir doch GAR NICHT
ZAHLEN WOLLEN???
Scheinbar vernimmt auch Wissenschafts-
Wolfgang Heubisch und die Studiengebühren
minister Heubisch den Druck gegen die Studiengebühren in Bayern. So sollten nämlich
die Mittel zeitnah ausgegeben werden, „um
die politische Unterstützung in Bayern nicht
zu gefährden.“ Wir halten fest: Pro Semester
müssen Studierende in Bayern bis zu 500 Euro
pro Semester berappen, um studieren zu dürfen. Zugleich wird aber das Geld nicht ausgegeben und der Wissenschaftsminister fordert,
das Geld solle möglichst zügig ausgegeben werden. Mit einer gestärkten und bedarfsorientierten Steigerung der Grundfinanzierung aus
Landesmitteln, gäbe es das Problem nicht und
Wissenschaftsminister Heubisch müsste "nicht
von einem weiteren Ansteigen der Restmittel
berichten." Es geht doch nichts über Außenwirkung.
Studiengebühren sind nachgewiesenermaßen sozial selektiv, ihre Erhebung mit zusätzlichem administrativen Aufwand verbunden
und die Vergabe in paritätischen Gremien und
durch die sinnvolle Beschränkung auf Verbesserung der Studienbedingungen sehr aufwendig.
Also, was spricht noch für Studiengebühren? Heubisch gibt selbst die Antwort: "Die
bayerische Staatsregierung hat sich eindeutig
für eine Beibehaltung der Studienbeiträge (...)
ausgesprochen." Studiengebühren sind politisch von der Staatsregierung gewünscht. Das
muss als Argument wohl reichen.
Die Staatsregierung handelt bewusst nicht
sozial verantwortlich, sondern klientel-orientiert, obwohl das Geld für die Bildung da wäre.
Landesbank-Debakel und Steuersenkungsdiskussionen zeigen dies.
Fabian Konrad, Maximilian Fries
Kneipencheck Unicafé
Kneipen auf dem Prüfstand - der „Kneipencheck Barrierefrei“
W
ie barrierefrei ist Würzburg? Und
vor allem wie barrierefrei sind
Würzburgs Bars und Cafés?
Das testen wir, der AK Barrierefrei, auch
dieses Mal wieder. Das „UniCafé“ ist dieses
Mal auf dem Prüfstand gewesen.
Zugänglichkeit
Es führen 2 Stufen ohne Geländer zur Eingangstüre des Unicafés, sodass es schwer zugänglich für Menschen im Rollstuhl sowie
gehbehinderte Personen ist. Auch behindert
ein schwerer Vorhang an der Tür das problemlose eintreten in das Café.
Gänge und Sitzmöglichkeiten
Der Innenraum ist auf zwei Etagen verteilt.
Generell geht es im Unicafé ziemlich beengt
zu, die Durchgänge sind schmal, die Treppe
ins erste OG ist sehr steil.
Akustik
Durch die Enge des Cafés ist es ziemlich laut
dort. Hinzu kommt relativ laute Musik, die
sich mit dem Stimmengewirr vermischt. Es
ist schwierig sich gegenseitig zu verstehen,
man wird quasi zum schreien gezwungen.
Lichtverhältnisse
Die Gestaltung des „Unicafés“ ist an sich
nicht sehr kontrastreich gehalten, Boden,
Bilder, Möbel sind sehr dunkel, die Wände
dagegen sind hell. Im Erdgeschoss hat es
große Fenster, durch die tagsüber viel Licht
hereinfällt, sobald es dunkel wird, sind - genau wie den ganzen Tag schon im Obergeschoss - Kontraste nur schwer zu erkennen.
Das schwache Licht sorgt für eine ziemlich
schummrige Atmosphäre, die es sehbeeinträchtigten Menschen schwer macht, Dinge
zu erkennen.
Toiletten
Leider sind auch die Toiletten im ersten
Obergeschoss und, wie das gesamte Café,
sehr eng. Das macht es für Menschen mit
Gehbehinderung schwer. Dafür sind sie sehr
hell, kontrastreich und klar strukturiert.
Personal
Das Personal war sehr freundlich und aufmerksam. Schon bei der Reservierung fragten
sie nach, ob für den AK Barrierefrei (darauf
reservierten wir) ein Tisch im ersten Obergeschoss in Ordnung sei. Es war auch kein
Problem, den Blindenhund mit ins Unicafé
zu nehmen, dort wurde auch sofort ein Stuhl
für den Hund zur Seite gestellt. Ein großer
Pluspunkt für das Café!

Unicafé
Zugänglichkeit
••
Gänge
••
Sitzmöglichkeiten
•••
Toiletten
••
Akustik
••
Lichtverhältnisse
••
Personal
•••••
Seite 5
Studierendenvertretung
SPRACHROHR Januar 2011
Studentische Mitbestimmungerleben und mitgestalten
Was hat eigentlich der Studentische Konvent dieses Semester gemacht?
I
n der Sitzung am 16.11.2010 hat der Studentische Konvent beschlossen, dass er einen Ausschuss für „Studentische Mitbestimmung“ gründet. Ziel ist es, ein Konzept bis Mai
2011 zu erarbeiten, mit dem die Hochschulleitung überzeugt werden soll, anhand der Experimentierklausel im Bayerischen Hochschulgesetz
die Mitbestimmung der Studierenden in Würzburg zu stärken (beispielsweise mit einem zweiten Sitz für die Studierenden im Senat, …). Der
Ausschuss wurde bei der Konvents-Sitzung am
7.12. mit folgenden Personen besetzt: Amelie
Otto, Maximilian Fries, Hannah Klein, Anna
Merhart, Wolfgang Bauer, Daniel Janke, Kathrin Nikolaus und Frank Alig. Wenn du Lust
hast, an diesem Thema mitzuarbeiten, bist du
herzlich zu den öffentlichen Sitzungen eingeladen (aktuelle Treffen findest du hier: www.stuv.
uni-wuerzburg.de). Des Weiteren hat Universitätspräsident Prof. Dr. Alfred Forchel an diesem
Tag dem Konvent das Leitbild der Universität
vorgestellt
(http://www.uni-wuerzburg.de/
ueber/universitaet_wuerzburg/leitbild/)
und
ermuntert, jederzeit Verbesserungsvorschläge
und Wünsche einzureichen. Außerdem nahm
auch Sandra Ohlenforst an dem Treffen teil,
die Leiterin von KIS (Kontakt- und Informationsstelle für Studierende mit Behinderung
und chronischer Erkrankung http://www.behindertenbeauftragter.uni-wuerzburg.de/kis/),
um Ihre Arbeit vorzustellen. Sie bedankte sich
bei den Studierenden für die Bereitstellung der
Gelder aus den Studienbeitragsmitteln und betonte, wie gut dieses Beratungsangebot von den
Studierenden angenommen wurde und wie
einzigartig das Projekt in der deutschlandweiten Hochschullandschaft ist. Ein anderes Treffen gab es mit Frau Ihls, der Leiterin vom ZiLS
(Zentrum für innovatives Lehren und Studieren
(http://www.zils.uni-wuerzburg.de/startseite/)),
in dem die Arbeitsgrundlage der neuen Evaluationsordnung unserer Universität besprochen
und weitere Veränderungen von unserer Seite
eingebracht wurden. Durch die gute und konstruktive Zusammenarbeit wurde beschlossen,
dass weitere Treffen in den kommenden Semestern anberaumt werden, um studentische Belange zur Sprache zu bringen. Nachdem der Antrag
„Begehung des Neuen Hubland-Campus-Nord
(Leightons)“ vom 20.10.2010 von der Hochschulleitung bearbeitet worden ist, dürfen wir
nun als studentischer Konvent am 22.12.2010
und am 19.1.2011, hinter die großen grauen
Mauern, die neuen Örtlichkeiten des Lehrens
und des Lernens erblicken und einen ersten
Eindruck gewinnen. Einen Bericht von der Begehung und viele weitere Neuigkeiten wird es
in der Infoveranstaltung des Konvents am Mi
19.1.2011 um 19 Uhr im Festsaal über der Burse geben. Du bist herzlich eingeladen vorbeizuschauen!
Daniel Serfas (Stellvertretender Vorsitzender
des Studentischen Konvents)
Hitzige Debatten und erbarmungslose Diskussionen?
Ein Rückblick auf eine (hoffentlich) einzigartige Vollversammlung
S
tudentische Vollversammlung – das
ist die Plattform für alle Studierenden der Uni Würzburg ihre Probleme und Sorgen rund um Studium und
Universität dort anzubringen, wo sie gehört und aufgenommen werden. Zudem
erfährt man hier, an was der Sprecherund Sprecherinnenrat momentan so für
die breite Studierendenschaft arbeitet.
Und wann hat man schon die Gelegenheit den Präsidenten der Uni, Prof.
Forchel, direkt seine Fragen zu stellen?
Wohin fließen meine Studiengebühren?
Wird der neue Campus Hubland Nord
rechtzeitig zum Sommersemester fertig? Kein Interesse? Lichte Reihen im Audimax der Sanderuni
Warum sind meine Seminare grundsätzlich in zu kleinen Räumen?
Haben wir uns also getäuscht? Sind jene 100
Diese und ähnliche Fragen könnte so ziem- Menschen, die trotz Kälte und Schneechaos
lich jeder Student und jede Studentin in Würz- draußen zum Sanderring gekommen sind, die
burg an Herrn Forchel stellen. Erstaunlich ist einzigen unzufriedenen Köpfe unserer Uni? Was
dann aber, dass statt 22.000 Menschen gerade haben dann die knapp 3.400 anderen Demonseinmal 100 Leute am 15. Dezember den Weg trantInnen Mitte November im Demozug geins Audimax gefunden haben. Die allermeisten gen Kürzungen gesucht?
davon sind ohnehin in Fachschaften und poliDabei gab es doch einiges an positiven Enttischen Hochschulgruppen aktiv. Da wundert wicklungen zu berichten: Im Vorfeld machten
es dann nicht, wenn die Mainpost hämisch von von Minister Heubisch angefachte Gerüchte
einer „gemütlichen Plauderrunde“ spricht und die Runde, dass die angedrohten Kürzungen im
sich über die offenbar uninteressierte Studieren- Wissenschaftsetat vom Tisch seien, wie es dann
denschaft lustig macht.
glücklicherweise letzten Endes auch gekommen
Seite 6
ist. Außerdem konnte Prof. Forchel die
baulichen Fortschritte auf den Leightons
dokumentieren und versprach, dass die
Gebäude bis April, also pünktlich zum
kommenden Semester mit den ersten
Studierenden des doppelten Abiturjahrgangs, bezugsfertig sein werden. Die
Finanzierung dabei überlaste – seiner
Aussage nach - die Etats der Fakultäten
keineswegs und für eine Grundausstattung sei gesorgt. Von den anwesenden
VertreterInnen der Fakultäten wurde
diese Ansicht nicht geteilt.
Auch beim Thema Mitbestimmung
zeigte er sich offen für studierendenfreundliche Veränderungen. Er wolle
sich für ein ständiges studentisches Mitglied in
der erweiterten Hochschulleitung (EHL) stark
machen und ließ auch bei weiteren Vorschlägen
seitens der Studierenden Gesprächsbereitschaft
durchblicken. Das Versprechen, mehr studentische Mitbestimmung zuzulassen wirkt allerdings geradezu ironisch im Angesicht der gerade
mal 100 Studis....
Vielleicht erwächst daraus ja ein Vorsatz für
das neue Jahr: „Was an meiner Uni passiert ist
mir nicht gleichgültig.“ Wünschenswert wäre es
auf jeden Fall.
Dome Schenk
Januar 2011 SPRACHROHR
Studierendenvertretung
1. Würzburger Science-Slam
Eignen sich deine Dozenten als Entertainer?
E
in Science-Slam? Was ist das eigentlich?
Angelehnt an den Poetry-Slam treten
auch hier Leute auf der Bühne gegen einander an. Allerdings geht es hier nicht darum,
eigene Lyrik stilgerecht vorzubringen. Beim
Science-Slam treten WissenschaftlerInnen aller
Altersstufen gegeneinander an, um etwas aus
ihrem Forschungsgebiet zum Besten zu geben.
Egal ob DiplomandInnen, DoktorandInnen,
PrivatdozentInnen oder ProfessorInnen.
Ein Prof. Dr. Dr. Valium, der etwas staub
trockenes über sein Steckenpferd erzählt ist
hier jedoch nicht erwünscht. Stattdessen soll
beispielsweise der Physiker für Laien verständlich und vor allem auf witzige Weise erzählen,
woran er gerade im Bereich der Quantenmechanik forscht. Oder wie beispielsweise beim
1. Science-Slam in Köln geschehen, wo der
Sieger den Inhalt seiner Diplomarbeit dem
Publikum mit dem „Hodenknackerfisch“
näher gebracht hat. Hierbei sind natürlich
Lacher vorprogrammiert, wenn ein komplexes Thema mit Charme auf zehn Minuten
runtergebrochen wird. Nachdem ScienceSlams in vielen größeren Uni-Städten ein
riesen Erfolg sind, wird auch der AK Kultur
am 27. Januar den ersten Würzburger ScienceSlam veranstalten. Wenn du Studi bist und die
„Lehrenden“ mal etwas anders erleben möchtest, lass dir das nicht entgehen. Natürlich sind
auch alle Dozierenden und MitarbeiterInnen
der Universität herzlich eingeladen, ihre Kolleginnen und Kollegen beim Slammen zu unterstützen.
Beginn ist um
20 Uhr im Audimax der Neuen
Universität am Sanderring. Bei Fragen schreib
einfach eine E-Mail an
Fabian (fabian.konrad@uni-wuerzburg.
de) oder Johanna
(johanna.uekermann@uni-wuerzburg.de) vom
AK Kultur. Aktuelle Informationen über unseren Science-Slam findest du unter http://stuv.
uni-wuerzburg.de/arbeitskreise/ak_kultur/.
Wenn du dich allgemein für Science-Slams informieren möchtest, kannst du auch mal hier
vorbei schauen: http://www.scienceslam.de/ .

Eine neue Perspektive
Selbsterfahrungstag des AK Barriefrei
J
eder kennt das. Man läuft durch die Stadt
und sieht einen Rollstuhlfahrer - und
schaut - und schaut weg. Oder eine blinde Frau, die gerade die Straße überquert - der
erste Gedanke: „dass die sich das alleine traut.
Echt mutig!“
Jeder kennt das. Man will nicht gaffen.
Und trotzdem schaut man. Und gafft. Jeder
kennt das. Man redet automatisch anders mit
diesen Personen, umgeht das Wort „Behinderung“, ist freundlicher als normal, redet eher
mit der Begleitperson des Rollstuhlfahrers als
mit ihm selbst. Doch wie ist es, wenn man auf
der anderen Seite ist? Wie ist das, wenn man
angestarrt wird, man behandelt wird, als wäre
man nicht ganz zurechnungsfähig? Wie ist das,
wenn man alleine über die Straße muss und
die Straße nicht sieht? Das wollten wir selbst
ausprobieren und veranstalteten den Aktions Selbsterfahrungstag des AK Barrierefrei.
Dazu trafen wir uns Ende November und
starteten eine „Stadtrallye“ durch Würzburg.
Wir teilten uns in Kleingruppen auf, pro
Gruppe waren jeweils eine Person im Rollstuhl und eine „blinde Person“, sowie jeweils
noch ein „Zivi“ pro Behinderung, der helfen
sollte. Diese Rollen wurden an diesem Nachmittag durchgewechselt, sodass alle austesten
konnten, wie es ist, blind zu sein, nicht laufen zu können, oder aber auch, für eine Person
Verantwortung zu übernehmen ohne diese zu
bevormunden. Nach dieser Aufteilung mussten wir in die Stadt. Das war gar nicht einfach,
denn das hieß Bus fahren. Das ist im Rollstuhl
eine echte Herausforderung. Und schon fielen
uns erste Blicke auf, geholfen mit dem Rolli in
den Bus zu kommen hat niemand.
In der Stadt die nächsten Herausforderungen - wie finde ich mich zurecht, wenn ich
nichts sehe? Wo ist die Ampel? Wer hilft mir
über die Straße? Wer redet gerade? Wie komme
ich über das Kopfsteinplaster? Woher weiß ich,
welche Schokolade ich gerade aus dem Regal
ziehe? Wer hilft mir dabei, das Richtige im Supermarkt zu finden? Warum bin ich gerade in
die Leute reingelaufen? Die waren doch gerade
noch nicht da? Wie komme ich im Rollstuhl
Freitag Nachmittag in die Jura Bib? Warum
kann ich den Aufzug jetzt nicht benutzen? Wie
gehe ich mit komischen Blicken um? Was mache ich, wenn blöde Fragen kommen? Warum
passt der Pulli, den ich gerade anprobiere, laut
Verkäuferin perfekt zu meiner Jacke? Nur weil
ich nichts sehe? Warum sagt sie mir, dass mir
das nicht steht, obwohl ich sie nicht um ihre
Meinung gefragt habe? Warum redet die Verkäuferin nicht mit mir im Rollstuhl, sondern
nur mit der Person, die mich gerade schiebt?
Mehr als Antworten fanden wir immer neue
Fragen. Doch genau das war unser Ziel, einmal
selbst ausprobieren, wie es ist, nichts zu sehen
und sich trotzdem zurecht zu finden. Gebracht
hat uns der Aktionstag viel, wir werden Menschen mit Behinderung jetzt ein bisschen anders
gegenüber treten, uns anders verhalten. Und
eins ist Konsens - so einen Tag machen wir im
Sommer wieder!
Hannah Klein
Studentinnen entdecken die Welt mal
anders
Seite 7
SPRACHROHR Januar 2011
Diogo Martins/Flickr.com
Studierendenvertretung
Öko oder nachhaltig:
Wen schert‘s?
Überlegungen zum Thema Nachhaltigkeit
an der Uni und darüber hinaus
E
s gibt eine Gattung von Begriffen,
die jeder benutzt, aber kaum jemand
genau erklären kann. Dazu gehört
auch die „Nachhaltigkeit“. Im einfachsten
Fall heißt „nachhaltig“ dauerhaft, im Sinne
der Generationengerechtigkeit wird dann
die Definition schon komplexer. Deswegen
haben sich im Jahre 1987 Experten der Vereinten Nationen zusammengesetzt und im
so genannten Brundtland-Report, der Initialzündung für das Engagement für eine
nachhaltige Entwicklung, eine Definition
versucht:
"Nachhaltige Entwicklung ist eine
Entwicklung, die die Bedürfnisse der
Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren,
dass künftige Generationen ihre eigenen
Bedürfnisse nicht befriedigen können."
Oder kürzer und frei nach Kant eine Art
„kategorischen Imperativ“ der Nachhaltigkeit:
„Handle so, dass dein Handeln die
Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen
nicht gefährdet.“
Befeuert durch die spür- und messbaren rapiden Veränderungen des Klimas, gelangte
die„Nachhaltigkeit“ in den gesellschaftli-
Seite 8
chen Fokus und wurde weiterentwickelt:
Heute spricht man oft von den „3 Säulen“
nachhaltiger Entwicklung: ökologische,
ökonomische und soziale Nachhaltigkeit.
Diese Aufteilung ist aber aus einigen Gründen sehr umstritten.
Man könnte sich frage, warum ich das eigentlich erzähle. Um zu zeigen, dass es keinen Sinn macht sich an Begrifflichkeiten zu
klammern. Handelt jemand, der Ökostrom
bezieht jetzt nachhaltig oder ökologisch?
Soll man jetzt eigentlich von „Nachhaltigkeit“ oder „nachhaltiger Entwicklung“ sprechen? Sollte der Titel dieser Ausgabe nicht
lieber „Alles nachhaltig, oder was?“ lauten?
Das spielt keine Rolle. Es kommt darauf
an, was man konkret tut. Zugespitzt könnte
man das auch als „Handeln statt Reden“ zusammenfassen.
Das umgekehrte assoziiert man meistens
mit Politik. Schaut man sich die mageren
Ergebnisse der Klima- und Biodiversitätskonferenzen an, trifft das leider als zu oft zu.
Und wenn sie handelt, werden die Atomlaufzeiten verlängert. Um mit dem Bild des
„ökologischen Fußabdrucks“ zu sprechen:
Man trampelt auf der Zukunft herum. Viele
Menschen schließen daraus, dass eine wirkliche Veränderung hin zu einer nachhaltigen
Entwicklung nur von unten, nur aus der
Gesellschaft heraus möglich ist.
Aus dieser Überzeugung heraus haben
sich auch in Würzburg viele Gruppen gebildet, die genau das wollen. Eine Veränderung
von unten, durch jeden einzelnen.
Dabei geht es nicht um den berüchtigten
„erhobenen Zeigefinger“. Eine Veränderung
durch Zwang ist wenig sinnvoll. Neben der
Einsicht, dass eine Veränderung nötig ist, ist
das Aufzeigen von konkreten Lösungen der
Schlüssel.
Bei der Lösungsfindung haben Hochschulen schon immer eine wichtige Rolle
gespielt, sowohl durch die Entwicklung neuer Lösungen als auch durch ihre starke Vorbildfunktion in der Gesellschaft. Einer der
bekanntesten „Nachhaltigkeits-Forscher“ in
Deutschland, Uwe Schneidewind, schreibt
aber zu Recht, dass „die Wissenschaft ihre
gesellschaftliche Vorreiterrolle verloren hat“.
Wir als Studierendenvertretung sind davon
überzeugt: Das muss sich wieder ändern. Um
einen Teil zu diesem Prozess beizutragen,
wurde diese Sprachrohr-Ausgabe geplant:
Einige - aber sicher nicht alle - Initiativen
zur Nachhaltigkeit von Würzburger Studierenden stellen sich im Folgenden kurz vor
und steuern dann selbst einzelne Beiträge
u.a. zu den Themen Kaffee, Coca-Cola und
nachhaltigem Studieren an sich bei.
Maximilian Fries
Januar 2011 SPRACHROHR
Studierendenvertretung
Thema: Nachhaltigkeit
Arbeitskreise der Uni Würzburg
Der
AK Ökologie ist eine Initiative der Studierendenvertretung, de-
ren Mitglieder gemeinsam für eine nachhaltige Entwicklung der Uni
arbeiten und dafür von der UNESCO als offizielles Projekt der „UNDekade für Bildung in nachhaltiger Entwicklung“ ausgezeichnet
wurden. Dazu wurde z.B. der „Leitfaden für nachhaltiges Leben und Studieren“ entwickelt (s. Folgeseiten). Der AK plant
bei seinen Treffen Aktionen zum Thema „ökologischer Fußabdruck“ und die Bio-&-Fair-Messe. Die nächsten Projekte sind
eine nachhaltigere Mensa, eine Alternative zu Coca-Cola-Produkten
und das Engagement gegen den hohen Pappbecher-Verbrauch.
Im Internet: www.stuv.uni-wuerzburg.de/arbeitskreise/ak_oekologie/

Würzburger Carrotmob
Der erste
ist gerade einen Monat her.
Das neunköpfige Team dahinter gründete sich speziell hierzu vor knapp drei Monaten. Trotz der
kurzen Vorbereitungszeit und gegen alle unvorhergesehenen Widerstände (wie eine Buchpreisbindung) ist die Aktion mit eurer Hilfe ein voller Erfolg geworden. Am Nikolaustag konnte der
Umsatz der Buchhandlung Neuer Weg um 75% gesteigert werden. Mit ungefähr 2400€ wird
dort nun ein nachAnzeige 
haltiges Projekt verwirklicht. Es zeigt wie machtvoll
der Konsument tatsächlich ist, wenn er über den
Sinn seines Konsums nachdenkt.
www.facebook.com/carrotmob.wuerzburg

Die
–
Weltladen-HSG
Gemeinsam für mehr fairen Handel.
Uns eint die Überzeugung, dass unsere heutige, globalisierte Welt
uns als privilegierten Verbrauchern nicht nur mehr Wahlmöglichkeiten beschert, sondern
auch Verantwortung von uns
verlangt. Doch weil Politik
und Ökonomie immer komplexer werden, ist kritische
Aufklärungs- und Bildungsarbeit wichtiger denn je. Deshalb ist
es unser Ziel, den Fair-Trade Gedanken insbesondere
den Studenten näher zu bringen, aber auch grundsätzlich in der Region zu verbreiten. 
Konsumkritische
Stadtführung
Wir organisieren Entdeckungsreisen durch den globalisierten
Marken- und Produktdschungel der Innenstadt. Bei unseren
Stadtführungen geht es um Globalisierung und Konsum. Du
erfährst wie dein Einkaufsverhalten mit ökologischen und sozialen Missständen in anderen Erdteilen zusammenhängt. Dabei wollen wir Informationen interaktiv mit euch erarbeiten
und Alternativen aufzeigen.

Seite 9
Studierendenvertretung
SPRACHROHR Januar 2011
Cola - Eine Bescherung mit Beigeschmack
Kein Wonderful Dream
N
icht wenigen Kindern
und auch Erwachsenen
kommt Coca Cola in
den Sinn, wenn sie an den Weihnachtsmann denken. Dafür sorgen
die massiven Werbekampagnen des
Konzerns, welcher Weihnachtstrucks durch das schneebedeckte
Land schickt, sowohl in der Realität, als auch zur Prime Time im
Fernsehen. Einige werden sich an
den letztjährigen Werbespot erinnern, in welchem ein colatrinkender Weihnachtsmann auf magische
Weise das Gute in den Bewohnern
seiner Weihnachtskugel entfacht,
Familien inklusive Hund zusammenschweißt und dafür sorgt, dass
einsame Menschen zueinander finden.
In der Realität scheint Magie lediglich dann im Spiel zu sein, wenn
Gewerkschaftsführer in Lateinamerika über Nacht verschwinden, weil
sich diese zu sehr für humane Arbeitsbedingungen eingesetzt haben,
so auch in Tochterunternehmen
von Coca Cola. Hierfür kommt
wohl weniger der Weihnachtsmann sondern vielmehr die von
Coca Cola geduldeten Paramilitärs
in Frage.
In Indien verbreitet Coca Cola
seit geraumer Zeit ebenfalls wenig
weihnachtliche Stimmung, da der
Konzern mit seinen Fabriken vielerorts bedenkenlos das Grundwasser abzapft. Darüber hinaus
sind Colaprodukte in Indien so
pestizidbelastet, dass manche Einheimische Cola angeblich sogar als
Insektenvernichtungsmittel nutzen.
Einen weiteren Beigeschmack
bekommt die Brause auf den Plantagen der Coca-Cola-Zulieferer in
El Salvador. Regelmäßig werden
hier Kinder eingesetzt um mit Macheten das Zuckerrohr zu ernten.
Um es im Wortlaut des oft
in Colawerbungen eingespielten
Lieds „Wonderful Dream“ auszudrücken: Liebe und Frieden für
jedermann ist ein wundervoller
Traum - und wird leider für viele
einer bleiben, weil Konzerne wie
die Coca Cola Company ihrer Verantwortung als Global Player nicht
nachkommen, sondern Menschenrechtsverletzungen zumindest dulden und davon profitieren.
Anzeige 
Jan Storz (Weltladen Hochschulgruppe) und Andreas Weber (AK
Ökologie)
Bestandsaufnahme




eines Global Players
Für die Produktion von 1 Liter Cola
werden 2,4 Liter Wasser benötigt.
Jährlich verbraucht Coca-Cola ca.
300 Mrd. Liter Wasser und 30 Mio.
Tonnen Zucker.
Coca-Cola hat einen Jahresumsatz
von 24 Mrd. US-Dollar. Nicht einmal
eine Promille davon wendet der
Konzern jährlich für Umwelt- und
Wasserprojekte auf.
Etwa 400 Marken werden durch
die Coca-Cola Company vertrieben,
darunter auch heimische Marken
wie Sodenthaler und Urbacher.
In mehreren indischen Bundesstaatenwurde insbesondere an Schulen
der Verkauf von Coca-Cola aufgrund
von Pestizidbelastung verboten.
Seite 10


Was ist zu tun?
Für die Zerstörung der Umwelt
durch Industrieabfälle wurde Coca-Cola bereits verurteilt, so geschehen zu einer Geldstrafe von
300,000 US-Dollar für die Entsorgung von Farbstoffen in die Bucht
von Panama durch Subunternehmen.
Die Entführungen von Gewerkschaftsführern in Guatemala und
Kolumbien durch Paramilitärs
führten 2004 zur Anklage von Coca-Cola auf Verletzung von Menschenrechten. Gerichtliche Untersuchungen konnten jedoch keine
direkten Verbindungen zu CocaCola nachweisen.



Die weltweite Protestwelle muss
sich nun in Würzburg fortsetzen. In
Deutschland vorgemacht haben es
Coca-Cola-Boykotte von Unis und
Studentenwerken u.a. in Köln, Dortmund, Duisburg, Berlin, vom Bund
der Deutschen Katholischen Jugend
(BDKJ) und der Gewerkschaft ver.di.
Sich informieren, mit den Broschüren des BDKJ „Happiness in a bottle?“ und „Make it real, now!“ auf
www.bdkj.de/kritischerkonsum oder
auf killercoke.org.
Das Studentenwerk der Uni Würzburg nimmt sich künftig der Problematik an und arbeitet mit der Weltladen Hochschulgruppe und dem
AK Ökologie an der Einführung einer
alternativen Cola zum kommenden
Sommersemester.
Januar 2011 SPRACHROHR
Studierendenvertretung
Wie kann ich selbst nachhaltig sein?
Der AK Ökologie der StuV wagt eine Antwort
T
reibhausgase  Erderwärmung 
Schmelzende Polkappen  Klimawandel. Mittlerweile ist diese Ereigniskette ins Allgemeinwissen übergegangen.
Was sich in vergangenen Zeiten innerhalb von
mehreren Zehntausend Jahren vollzogen hat,
geschieht nun bedingt durch uns Menschen
innerhalb weniger 100 Jahre. Kurz und nicht
so gut: Es muss sich etwas ändern.
Was aber viel weniger bekannt ist als das
Problem sind mögliche Lösungen, insbesondere diese, die eben nicht große Investitionen
erfordern, wie der Kauf eines Elektro-Autos.
Lösungen also, die für Menschen mit geringem
Geldbeutel, zu denen bekanntlich auch Studierende gehören, geeignet sind.
Genau aus diesem Grund haben wir als AK
Ökologie den „Leitfaden für nachhaltiges Leben und Studieren“ nach dem Vorbild der KollegInnen aus Lüneburg entwickelt, der dem/
der regelmäßigen Sprachrohr-LeserIn auch
schon in früheren Ausgaben begegnet ist.
Uns war besonders wichtig, nicht mit dem
berühmt-berüchtigten erhobenen Zeigefinger,
der bei diesem Thema gerne verwendet wird,
vorzugehen, sondern einen wertvollen täglichen Ratgeber an die Seite zu geben. Für den
Küchentisch, als Klo-Lektüre oder die WGPinnwand.
Ihr erfahrt, dass wir, wenn alle Menschen
auf der Erde so leben würden wie wir Deutschen, zwei Planeten Erde bräuchten, um die
knapp 7 Mrd. Menschen zu versorgen. Jede/r
Einzelne/r kann bewusst und informiert, oder
„kritisch“ konsumieren, um den eigenen ökologischen Fußabdruck zu verkleinern. „Regional“, „saisonal“, „fair“ und „bio“. Wir zeigen,
dass das nicht immer teurer sein muss, welcher
Fisch auf jeden Fall aus überfischten Beständen
kommt und wann welches Obst und Gemüse
Saison hat. Diese sehr hilfreiche Tabelle findet
ihr auch auf dieser Seite. Wir erklären Begriffe
wie „virtuelles Wasser“ und machen für euch
den Test, wie lange man als RadlerIn zwischen
den Uni-Standorten braucht.
Und noch sehr viel mehr gibt es auf den
52 bunten Seiten zu entdecken: Also, hol dir
deinen eigenen Leitfaden kostenlos in unserem
Büro im Mensa-Gebäude am Hubland oder bei
unseren Info-Tischen im Januar. Wo wir wann
Saisonaler Gemüseführer
sind, erfährst du auf unserer Homepage. Mit
dabei sind auch wieder ein paar Laptops, an
denen du in wenigen Minuten deinen eigenen
ökologischen Fußabdruck bestimmen kannst.
Daneben tun wir im AK Öko noch viele
andere Dinge: Wir engagieren uns für mehr
regionale, saisonale und vegetarische Speisen
in den Mensen und Cafeterien. Dazu gehören auch faire Alternativen für Produkte der
Coca-Cola-Company, die wir gemeinsam mit
der Weltladen Hochschulgruppe und dem
Studentenwerk einführen werden. Alternativen wollen wir auch für die Pappbecher einführen, die die Mülleimer der Cafeterien füllen
und ein ökologischer Wahnsinn sind. Kleine,
aber spürbare Schritte für eine nachhaltigere
Uni. Das geht aber nicht alleine: Also, macht
mit! Holt euch den Leitfaden, gebt ihn weiter
und kommt zu den Info-Tischen und den AKTreffen. Je mehr wir sind, desto mehr Projekte
können wir angehen.
Alle Infos dazu findet ihr auf:
www.stuv.uni-wuerzburg.de/arbeitskreise/ak_
oekologie/
Maximilian Fries für den AK Ökologie
Der AK Ökologie der Studierendenvertretung
der Universität Würzburg präsentiert:
Welches Gemüse ist zu welcher Jahreszeit ökologisch sinnvoll?
Leitfaden für nachhaltiges
Leben und Studieren
Zu Hause, an der Uni, unterwegs
Zum Selbermachen: Wertvolle Tipps im Leitfaden
des AK Öko, zu bekommen im StuV-Büro
Seite 11
Studierendenvertretung
SPRACHROHR Januar 2011
Von Eintöpfen, Kinderarbeit und Globalisierung
„Vor lauter Globalisierung und
Computerisierung dürfen die schönen
Dinge des Lebens wie Kartoffeln
oder Eintopf kochen nicht zu kurz
kommen."
(Angela Merkel, Rede auf dem Hessentag
in Heppenheim vor 4000 Landfrauen)
A
Würzburgs, oder einfach bei einem unserer
Mitstreiter zuhause.
Neben einem gewissen Maß an Organisation und Struktur, versuchen wir dennoch
durch eine unbürokratische Arbeitsweise
möglichst viel Flexibilität zu wahren. Der
Weltladen in Würzburg ist selbstverständlich
unser wichtigster Partner und Unterstützer.
Auch wenn wir nicht formal an ihn gebunden sind, stellt uns der Weltladen jederzeit
Räumlichkeiten und Material zur Verfügung
und steht uns bereitwillig zur Seite. So sind
schon viele gute gemeinsame Aktionen entstanden. Zu unseren erfolgreichsten gehören
mit Sicherheit die faire Weinprobe im Frühjahr 2009, diverse Infoarbeiten und Vorträge
rund um Globalisierung und fairen Handel
(z.B. Verhältnis zwischen China und Tibet,
Coca Cola in Indien u.a.) und natürlich die
Einführung von fair gehandeltem Kaffee in
den Mensen und Cafeterien.
Die Idee, fair gehandelten Kaffee an der
Uni einzuführen, ist nicht neu. Bereits 1994
gab es eine erste Initiative von Seiten des
Weltladens. Diese führte aber nicht zu einem
befriedigenden Ergebnis. 2007 starteten wir
als Hochschulgruppe einen neuen Versuch.
Diesmal wollten wir möglichst viele zur Verfügung stehende Mittel nutzen, um endgültig Erfolg zu haben. Das wichtigste war natürlich die Mobilisierung der Studierenden.
Hierfür sammelten wir 4000 Unterschriften
und sicherten uns die Unterstützung möglichst vieler anderer studentischer Gruppen.
Nach einigen Verhandlungen ließ sich das
Studentenwerk von unserer Idee überzeugen, sodass wir heute in den Mensen und
Cafeterien ausschließlich fair gehandelten
Kaffee trinken. Es handelt sich hierbei um
uch wenn sich sicherlich trefflich
darüber streiten lässt, ob Kartoffeln
oder Eintopf kochen wirklich für
jeden Deutschen eine Erfüllung ist, so wird
durch dieses Zitat ein durchaus verbreiteter
Irrglaube deutlich: Dass nämlich Globalisierung nur von den Mächtigen dieser Welt
entschieden wird. Aber Globalisierung endet
eben nicht an der Haustür und entscheidet
sich mit Nichten nur auf der weltpolitischen Bühne! In unserer modernen, so intensiv vernetzten Welt müssen wir uns klar
machen, dass ein Großteil unserer Konsumentscheidungen eine Vielzahl von Menschen
rund um den Globus direkt beeinflusst. Und
wenn wir eine gerechte Welt wollen, dann
müssen wir zu allererst an unserem eigenen
Konsumverhalten etwas ändern. Genau dort
setzt der faire Handel an.
Unser Anspruch als Hochschulgruppe
Weltladen ist es, den Studenten den fairtrade Gedanken näher zu bringen. Wir sind
eine bunt gemischte Gruppe aus elf aktiven
Mitgliedern, die sich auf vier verschiedene
Fakultäten auf. Selbst wenn die Sozialwissenschaften überwiegen, haben auch einige
Naturwissenschaftler zu uns gefunden. Aus
dieser Vielfältigkeit entstehen immer wieder
neue Denkansätze, Ideen und Vorschläge.
Manchmal führt dies aber auch zu kontrovers geführten Diskussionen. Doch die
gemeinsame
Sache
bringt uns schlussendlich immer wieder zusammen. So
sind wir in der Regel
mehr als eine Handvoll Leute, wenn wir
uns dienstags alle
zwei Wochen treffen.
In Ermangelung eines
Vereinslokals variiert
der Ort je nach Gemütslage: Im Weltladen in der Plattnerstraße, in einer
der diversen Kneipen Die Weltladen-Hochschulgruppe
Seite 12
den Würzburger Partnerkaffee, der aus Tansania stammt und durch einen eigens dafür
gegründeten gemeinnützigen Verein vertrieben wird. Da sehr enge Verbindungen –
auch durch die kirchliche Arbeit – zwischen
Würzburg und den Partnergemeinden in
Tansania bestehen, können menschenwürdige Arbeitsbedingungen in der Kaffeeherstellung garantiert werden. Und wir erhalten
einen qualitativ hochwertigen und ethisch
einwandfreien Kaffee.
Durch diesen Erfolg angespornt haben
wir uns für die nächste Zeit vorgenommen
auch andere ethisch fragwürdige Produkte
anzugehen. Eines unserer Ziele ist es, eine
Alternative zu Coca Cola an der Uni anzubieten (siehe Infokasten). Des Weiteren
wollen wir uns mit den Arbeitsbedingungen
auf den Kakaoplantagen, insbesondere in
der Elfenbeinküste, auseinandersetzen, weil
sich hier schon lange Indizien mehren, es
werde massiv auf Arbeit von verschleppten
Kindern zurückgegriffen. Ein Aufklärungsabend zum Thema Kakao und Schokolade ist
für kommendes Jahr angedacht. Das ganze
steckt aber noch in den Kinderschuhen. In
den kommenden Monaten werden wir uns
intensiver mit dieser Problematik auseinander setzen.
Wer sich hierzu berufen oder sich auch
sonst von unserer Arbeit angesprochen fühlt,
der ist in unserer Truppe jederzeit herzlich
willkommen. Warum auch immer Du dich
für den fairen Handel einzusetzen willst, sei
es aus persönlichem Mitgefühl, aus christlicher Nächstenliebe oder aus politisch-ökonomischer Überzeugung, gute Gründe gibt
es genug! 
Januar 2011 SPRACHROHR
Studentenwerk
Jetzt gibt es Karotten
erfolgreicher Carrotmob im Buchladen Neuer Weg
D
ass die Karotte zu mehr fähig ist, als
bloß ein supergesunder Vitamin-CSpender zu sein, wissen wir spätestens
seit in der letzten Ausgabe des Sprachrohrs
über das Thema Carrotmob berichtet wurde.
Denn hier darf das Rübenwunder sinnbildlich als Anreiz dienen um dem Einzelhandel
zu zeigen, dass sich umweltbewusstes Handeln
positiv auf den Umsatz auswirken kann.
Doch lässt sich dieses Adam Smith'sche
Prinzip der Anreize so leicht biegen? Und
reicht dafür etwas Öffentlichkeitsarbeit gepaart mit ein paar gelben Rüben?
Eine kleine Gruppe von neun Leuten hatte es sich zum Ziel gesetzt, am 6.12.2010 den
ersten Carrotmob Würzburgs auszurichten.
Von Flashmobs, bei denen sich Leute spontan
zusammenfinden, um alle zugleich mehr oder
weniger großen Blödsinn zu treiben, haben
bestimmt einige von euch schon gehört. Ein
Carrotmob jedoch hat nur die Menschenmasse mit einem Flashmob gemeinsam. Das Ziel
dieser Art von Mob ist es, einem zuvor festgelegten Geschäft einen überdurchschnittlichen
Umsatz zu bescheren, von dem wiederum
der Ladenbesitzer einen Großteil in klimage-
Bücher, Glühwein und ein gutes Gewissen: 40
Prozent der Tagesumsätze wurden für nachhaltige Projekte investiert
Eine geglückte Veranstaltung, Gruppenbild
aller Beteiligten
rechte Sanierungen investiert. Welcher der 40
kontaktierten Läden sich im beschaulichen
Unterfranken auf ein solches Experiment einlassen würde, war im Vorfeld noch nicht klar.
Schließlich muss man seinen Kunden dafür ein
gewisses Gespür für Nachhaltigkeit zutrauen.
Nach einer spannenden Bieterunde gewann die Buchhandlung Neuer Weg in der
Sanderstraße mit dem Höchstgebot von 40%
des Tagesumsatzes,
die in ein nachhaltiges Projekt innerhalb seines Ladens
investiert
werden
sollten. Da viele der
im Laden verkauften
Bücher der Buchpreisbindung unterliegen (d.h. man darf
keinerlei Nachlässe
geben), mussten wir
leider alle preisgebundenen
Artikel
aus unserer Aktion
ausschließen, da die
Investition laut eines
beratenden Juristen
als „Nachlass“ gelten
kann.
A la Obama wurde im StudiVZ und
bei Facebook getwittert, in der Mainpost,
in vielen Würzburger
Bars und nicht zuletzt
auch im Sprachrohr
geworben. Am Nikolaustag war es dann
soweit! Ab 17 Uhr
füllte sich der Laden
zusehends, wohl auch
angelockt durch die
am Eingang schwe-
bende übergroße Karotte und eine ordentliche
Portion Carotin in Form von Rüeblikuchen,
Möhrensuppe und Karottenmuffins. Auch
wenn sich nicht ganz die Flashmobtypische
Raumnot einstellte, hofften wir auf die entsprechende Klasse der Erschienenen und warteten dann gespannt auf den Kassensturz. Das
Ergebnis kann sich sehen lassen. Im Vergleich
zum entsprechenden Vorjahrestag wurde der
Umsatz um 75% gesteigert! Der Umsatz der
nicht Buchpreis-gebundenen Artikel stieg auf
2100€. Zusätzlich zu den versprochenen 40%
hat sich der Neue Weg dazu bereit erklärt,
aufgrund der erfolgreichen Aktion erheblich
mehr Geld zu investieren (mindestens doppelt), um dadurch umfangreichere Maßnahmen im Laden verwirklichen zu können.Wo
genau diese am nützlichsten wären, wird ein
Energieberater der Energieagentur Unterfranken jetzt zusammen mit dem Eigentümer des
Neuen Wegs (und uns) bis Ende Januar herausarbeiten. Danach erfolgt die Umsetzung
durch den Neuen Weg und sicherlich ein weiterer Carrotmob.

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Seite 13
Studierendenvertretung
Ein Tag
mit...
SPRACHROHR Januar 2011
DR. Dieter Mahsberg
(Biozentrum, Lehrstuhl für Tierökologie und Tropenbiologie)
7.00
Uhr Aufstehen, frühstücken,
einmal schnell die Mainpost
durchgeblättert. Kurze Kontrolle des Hausgetiers (noch alles da?).
8.30 Auf zum Biozentrum am Hubland –
über die A3, die B8 oder doch über Reichenberg? Entscheide mich für letzteres, da ich im
Guttenberger Wald noch Brombeerlaub für
die Stabschrecken schneiden kann.
9.00 Im Mailposteingang warten zwei Dutzend Nachrichten auf mich. Für die immer
wieder gleichen Fragen („Muss ich mich für
die Ökologie-Klausur irgendwo anmelden?“)
greife ich auf den Entwurf-Ordner zurück.
Sonst bemühe ich mich, den Mailverkehr vormittags abzuschließen, was leider selten gelingt.
Schnell noch die Kontrolle, ob auf meinem
Notebook ja auch die aktuelle Vorlesungsversion gespeichert ist, denn ich muss gleich rüber in
den „Max Scheer“.
10.15 Vor mir sitzen 300 Erstis und warten
gespannt darauf, was ich über Plattwürmer im
Allgemeinen und über Bandwürmer im Speziellen zu berichten habe. Wenn manche Zuhörer
danach auf die Mensa verzichten, kann ich nur
sagen: da müssen zukünftige Biologen durch!
Nach der Vorlesung heißt es, die Übungsfragen
in WueCampus online zu schalten. Und die für
morgen müssen noch formuliert werden. Dazu
der obligatorische Vormittagsapfel.
11.45 Übermorgen sind im „Schnippelkurs“
Wasserflöhe dran. Ich fahre mit einem TA zum
Teich im Ringpark und hoffe, dort genügend
dieser Krebschen anzutreffen. - Glück gehabt,
der Kurs kann stattfinden!
13.00 Bewegung muss sein, drum laufe ich
zwecks Nahrungsbeschaffung flott zum tegut. Mittagspause mache ich selten in meinem
Zimmer, um mich einmal kurz „ausklinken“ zu
können.
13.30 Drei Lehramtsstudierende kommen zur
Besprechung ihrer geplanten Zulassungsarbeiten. Eine kurze Einführung in die online-Recherche dauert dann doch eine Stunde.
14.30 Am Wochenende ist Anfängerexkursion.
Wo sind denn die Sammelgefäße und Fangnetze? Ach ja, der Dienstreiseantrag muss auch
unbedingt raus. Hoffentlich ist es diesmal das
richtige Formular…
15.00 Zwei mal eine halbe Stunde Diplomprüfung, Nebenfach. Ich finde, dass mündliche Prüfungen im Studium zu kurz kommen.
Außerdem lerne ich dabei immer wieder Neues dazu.
16.15 Mit einem Pack ausgedruckter Tischvorlagen geht es in die Studienplankommissionssitzung. Obwohl es nur fünf TOP sind,
komme ich erst nach 18 Uhr wieder in mein
Zimmer. Es waren doch wieder wichtige Dinge zu besprechen.
18.15 Ich suche in der zoologischen Sammlung geeignete Objekte für das morgige Seminar zusammen. Vier Vorträge der Studierenden
bedeuten, noch mal nach aktuellen Publikationen zu vier Themen zu suchen. Zum Glück gibt
es das Internet!
19.15 Ich gehe in die Klimakammer und kontrolliere, ob für den Insektenkurs genügend Schaben da sind. Sie reichen für mehrere Kurse.
19.30 Letzter Blick in die Mailbox. Eine Behörde fragt an, ob ich bei der Bestimmung beschlagnahmter Schlangen helfen kann. Kann
ich, nur aufnehmen kann ich die Tiere nicht
auch noch. Die Sprachrohr-Redaktion möchte von mir einen Uni-Tag beschrieben haben.
Kann ich auch, nur nicht sofort. Ich ziehe die
Anfrage auf meinen Stick und nehme ihn mit
nach Hause. Inspiriert vom „Tatort“ wird mir
schon was einfallen. Vorher bin ich sowieso selten zu Hause.

11 Fragen an Herrn Mahsberg
1. Ihr verrücktestes Uni-Erlebnis bisher?
Eines unter vielen: als mich einmal die Polizei
am Biozentrum abholte und mich um Amtshilfe beim Einfangen einer Riesenspinne in einem
Mietshauskeller bat. Das Monster war - aus
Gummi...
2. Stellen Sie sich vor, Sie dürfen 1 Mio Euro
für die Uni ausgeben. Wofür wäre das?
Ich würde eine Stiftung für Studierende gründen, um originelle oder innovative Projekte zu
fördern, die bei den herkömmlichen Geldgebern eher unberücksichtigt blieben.
3. In welchem Gebäude würden Sie gerne mal übernachten?
Im Obergeschoss des neuen Vorlesungsgebäudes am Hubland – der Blick auf die abendliche
Stadt muss fantastisch sein!
4. ... und in welchem überhaupt nicht?
In der alten Augenklinik am Röntgenring – da
würde ich mich die ganze Nacht nur ärgern,
Seite 14
wie sehr dieses schöne Gebäude heruntergekommen ist.
5. Was ist denn Ihr Lieblingsort an der
Uni?
Die alten Streuobstflächen hinter dem Biozentrum. Wäre ich bei den Pflanzenwissenschaftlern am Dallenberg, wäre es sicher der Botanische Garten.
6. Und wo haben Sie sich schon mal gnadenlos verlaufen?
Bei uns im Biozentrum – zum Glück bin ich
im Erdgeschoss.
7. Was war früher Ihr Traumjob?
Feuerwehrmann. Ab sechs Jahren hat sich dann
die Biologie durchzusetzen begonnen.
8. ... und warum sind Sie jetzt doch das
geworden?
Weil es mir früher beim Autofahren immer
schlecht wurde, was für Feuerwehrmänner
doch eher nachteilig ist.
9. Wen würden Sie gerne in Handschellen sehen?
Jeden Verbrecher wider die Menschlichkeit.
10. Drei Adjektive zur Hubland-Mensa:
Tut mir leid – ich war vor 20 Jahren das
letzte Mal in der Mensa. Von außen gefällt
sie mir gut - sieht wie ein überdimensionales Asia-Restaurant aus.
11. Ihre Vision: Die Uni Würzburg im
Jahre 2060?
Der Staat finanziert Bildung nicht auf Kosten der Studierenden. Die Uni hat sich
nicht von Drittmittelgebern abhängig gemacht. Dank ausreichend vieler Dozenten
ist ein Studium in Kleingruppen möglich.
Forschung und Lehre werden gleich hoch
geschätzt. Und ich darf mich immer noch
um die zoologische Sammlung kümmern…

Mensaplan
Christoph Schmitt
Januar 2011 SPRACHROHR
mensaplan
Für die Stadtmensa und die Mensa am Hubland
vom 17. Januar bis 18. Februar 2011
Seite 15
Mensaplan
SPRACHROHR Januar 2011
Mensaplan
Für die Stadtmensa und die MEnsa Am Hubland
Montag
Mo
29
17.01.2011
Geflügelhacksteak mit Champignonsoße
Schweinegeschnetzeltes in Madeirasoße
Gemüsestäbchen mit Soße Tatar
DI
Dienstag
(3)
(4)
(1,2,11)
30
18.01.2011
Cordon bleu vom Schwein
Hähnchenbrustfilet an Wokgemüse
BIO Hacksteak an Bratenjus mit Püree
Gnocchi Spinatpfanne mit Parmesan
MI
Mittwoch
(1,2,3)
(2,4)
01
19.01.2011
Spaghetti Bolognese
Hähnchenpiccata auf Tomatenrahmsoße
Countrykartoffeln mit Tsatsiki
DO
Donnerstag
(3)
(4,11)
02
20.01.2011
Bratwürste 1 Paar mit Soße
Rinderzwiebelbraten
BIO Nudelgemüseauflauf
Sojaragout „Mexiko“
FR
Freitag
(4)
(4)
(3)
03
21.01.2011
Fish ´n Chips mit mexikanischem Dip
Fleischbällchen „Toskana“
Quarkstrudel mit Vanillesoße
(1,11)
(1,4,11)
(1)
Alle Bio-Gerichte:
DE-006-Öko-Kontrollstelle
Cannelloni „Napoli“
Geflügelcurry
Pilzragout
DI
Dienstag
06
24.01.2011
(4,11)
(1,3,4,9,11)
(1,3,4,11)
07
25.01.2011
Hähnchenbrustschnitzel paniert mit Zitrone
Schweinelendchen an spanischem Grillgemüse
BIO Rindergeschnetzeltes mit Champignons und Spätzle
Hirtenkäse paniert an griechischem Salat
MI
Mittwoch
Schweinerückensteak „Würzburger Art“
Pizzarösti „Italia“
Calamaris mit Tsatsiki
DO
Donnerstag
(4)
08
26.01.2011
(2,3,4,9)
(3)
(1,3)
09
27.01.2011
Putensteak an Avocado-Chilidip
(11)
Dänische Geröste
(2,3,4,8,9)
BIO Polenta-Käse-Knusperschnitte auf Blattspinat
Tortellini in bunter Paprikarahmsoße und Reibekäse
(4)
FR
Freitag
Fischstäbchen mit Mayonnaise
Kalbsgulasch in Rahm
Gemüsereis „Balkan Aart“
10
28.01.2011
(11)
(4)
Wir sind bemüht, den Einsatz von Lebensmitteln mit Zusatzstoffen auf ein Mindestmaß zu beschränken.
Gerne sind wir bereit weitere Auskünfte zu erteilen, um unseren Gästen bei besonderen Ernährungsanforderungen behilflich zu sein.
Bitte wenden Sie sich bei Rückfragen an unseren Küchenleiter.
Rauf Gulyev
Kennzeichnung Wichtiger Zusatzstoffe in Lebensmitteln
Wir kennzeichnen Speisen und Getränke entsprechend den lebensmittelrechtlichen, Anforderungen. Die zugelassenen, kennzeichnungspflichtigen Zusatzstoffe
sind auf unseren Informationskarten in Form von Fußnoten wie nebenstehend
kenntlich gemacht.
Montag
Mo
Seite 16
Januar 2011 SPRACHROHR
Mensaplan
Diesen Mensaplan findet Ihr auch zum Download unter:
www.stuv.uni-wuerzburg.de/sprachrohr
Mo
Montag
13
31.01.2011
Hähnchen Cordon bleu
Schweinegeschnetzeltes in Kräuterrahm
Nudelgemüseauflauf
(1,2,4,11)
(3,4,11)
DI
Dienstag
14
01.02.2011
XXL-Schweineschnitzel paniert mit Zitrone
Geflügelspieß auf Thaigemüse
BIO Sellerieschnitzel mit Püree und Soße
Spinatmedaillon
MI
Mittwoch
(1,2,4,11)
15
02.02.2011
Sauerbraten „Fränkisch“
Schweinerückensteak „Yucatan“
(1,3,4,9,11)
(4,11)
Riesenrösti mit Tomate und Mozzarella überbacken
DO
Donnerstag
(3)
16
03.02.2011
Gnocchi in Broccoli-Sahnesoße mit Schinkenstreifen (2,3,4,8)
Hähnchenbrust „Mailänder Art“
(4,11)
BIO Spaghetti del Napoli
Germknödel (Sauerkirschfüllung) mit Vanillesoße
(1)
FR
Freitag
17
04.02.2011
Zanderfilet an Weißweinsoße
Chili con Carne
Blumenkohlröschen gebacken
mit Farbstoff
konserviert
mit Antioxidationsmittel
mit Geschmacksverstärker
geschwefelt
  6
  7
  8
  9
10
Geschwärzt
gewachst
mit Phosphat
mit Süßungsmittel
mit Süßungsmitteln
Fischnuggets „China-Art“
Feuerspieß
Schupfnudelpfanne
DI
Dienstag
Schweinebraten
Putengeschnetzeltes in Pilzrahm
BIO Maccaroni mit Sojaragout
Thai-Gemüsecurry auf Basmatireis
MI
Mittwoch
Siebenschwabenplatte
Hähnchenbrustfilet „Saltimbocca-Art“
Twisters mit Mayonnaise
DO
Donnerstag
Gyros mit Tsatsiki
Rinderroulade „Hausfrauen-Art“
BIO Käsespätzle „Allgäuer Art“
Apfelstrudel „Tiroler Art“ mit Vanillesoße
FR
Freitag
Seelachsfilet „Ratatouille“
Tortelloi alla Panna
Blumenkohlkäsemedaillon
20
07.02.2011
(1,2,3,4,9,11)
(2,4,9)
(3)
21
08.02.2011
(4)
(3)
22
09.02.2011
(2,3,49,11)
(2,3,4,9)
(8,11)
23
10.02.2011
(4)
(4)
(1)
24
11.02.2011
(3,4)
(3,4)
(1,4,11,12)
11 mit einer Zuckerart und Süßungsmittel
12 enthält eine Phenylalaninquelle
13 kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken
Alle Angaben ohne Gewähr.
Rauf Gulyev
  1
  2
  3
  4
  5
(3)
(4,11)
(1,4,8)
Mo
Montag
Seite 17
Mensaplan
SPRACHROHR Januar 2011
Diesen Mensaplan findet Ihr auch zum Download unter:
Mo
Montag
10
14.02.2011
Geflügelspieß „Southern Georgia“
Fleischkäse mit Ei
Dreifarbige Nudeln mit Balkankäse
DI
Dienstag
Mensa
am Hubland
Am Hubland,
Montag bis Freitag,
11:00 bis 14:00 Uhr
11
15.02.2011
Lachsnudeln mit Lauchstreifen in Sahnesoße
Putensteak mit Lemonpeppersoße
Ofenkartoffeln mit Kräuterjoghurt-Dip
MI
Mittwoch
(3,4)
(2,3)
Frankenstube
Am Hubl and,
Montag bis Freitag,
11:00 bis 14:00 Uhr
12
16.02.2011
Bratwurst „Thüringer Art“
Rinderbraten „Esterhazy“
Spaghetti „Pesto“
DO
Donnerstag
(3,4,8)
(4)
Stadtmensa
13
17.02.2011
Schweinegeschnetzeltes „Schweizer Art“
Halbes Grillhähnchen mit würzigem Dip
Kartoffelgemüseauflauf
FR
Freitag
(3)
14
Mensa
Augenklinik
Röntgenring 12,
Montag bis Freitag,
11:45 bis 14:00 Uhr
Mensa JosefSchneider-StraSSe
Josef-Schneider-StraSSe,
Montag bis Freitag,
11:30 bis 14:00 Uhr
Am Studentenhaus,
Montag bis Freitag,
11:00 bis 14:00 Uhr
(4)
18.02.2011
Scholle gebacken mit Remouladensoße
Hacksteak „Mittelmeer“ an Pepperonatasoße
Milchreis mit Kompott
Seite 18
(4,11)
(2,3,4,8)
Fotos: Christoph Schmitt
www.stuv.uni-wuerzburg.de/sprachrohr
(2,3,4,9,11)
(1,4,11)
(1,3,9,11)
Burse
Am Studentenhaus,
Montag bis Freitag,
11:00 bis 14:00 Uhr
Januar 2011 SPRACHROHR
Studentenwerk
Seite 19
Nachgefragt
SPRACHROHR Januar 2011
Nachhaltig
studieren
-geht das?
Verantwortlich für die Inhalte sind
die jeweiligen Hochschulgruppen
Fotos: Ken Colwell, Salim Virji, Scarleth White, Spirit of MDMA
-flickr.com
Nachgefragt
W
er von
euch
kennt
nicht das Dilemma?
Man steht an der Mensaausgabe und hat die
Wahl zwischen dem normalen Essen und dem BioEssen, was jedoch zwei Euro
mehr kostet. Geb ich lieber
mehr aus, um sicher zu stellen, dass mein Mittagessen aus ökologischem Anbau und das Tier aus
keiner Massentierhaltung stammt oder pfeif ich drauf und spare Geld? Diese Frage stellen sich
nicht nur die Studis, wenn sie in die Mensa gehen, sondern auch Unternehmen, der Staat sowie
Institutionen wie unsere Uni. Hierbei mag das Augenmerk vielleicht nicht auf Mensaspeisen
liegen, sondern auf Umweltpapier, Solarstrom oder Biosprit für den Fuhrpark. Dazu stellen wir
unseren Hochschulgruppen diese Frage: Nachhaltigkeit und die Uni - wie (und wo) passt das für
euch zusammen?
JUSO
Juso HOchschulgruppe
Von der JUSO-Hsg lag zum Redaktionsschluss leider kein Beitrag vor.
Seite 20
Januar 2011 SPRACHROHR
Nachgefragt
LHG
Liberale Hochschulgruppe
D
er Begriff der Nachhaltigkeit darf aus
Sicht der Liberalen Hochschulgruppe
nicht zum alleinigen Zweckargument
werden. Grundsätzlich ist Nachhaltigkeit auch
im Sinne unserer wirtschaftlichen Zukunft,
also unserer Wettbewerbsfähigkeit auf dem internationalen Markt.
Doch im Bereich der Universität muss aus
unserer Sicht das auch immer von zwei Seiten
gedacht werden, da es gerade auch uns Studenten betrifft: Wer will was sparen und wen
betreffen auf welche Weise diese Einsparungen, für die Nachhaltigkeit als Grund angeführt wird.
Diese ist aber kein Argument für billige,
kurzfristigen Lösungen – die dann langfristig wieder teurer kommen. So sind sparsame
Kühlanlagen alleine schon deswegen langfristig rentabel, indem sie effizient und damit ressourcenschonend arbeiten. Ähnliches gilt für
Solaranlagen, die unter Umständen das Bud-
get der Universität entlasten.
Zudem sehen wir ein deutliches Forschungspotential im Bereich der Nachhaltigkeit, was auch der Schärfung des Uni-Profils
dienen würde. Daher unterstützen wir Förderungen in diesem Bereich.
Ebenso erwarten wir, dass die Kosten
transparenter gemacht werden. Die Studenten sollten wissen, was das Material kostet,
das ihnen die Hochschule zur Verfügung stellt
(z.B. destilliertes Wasser). Im übrigen wirken
sich auch Neuanschaffungen wie Kopierer,
die Blätter auch zweiseitig kopieren, positiv
auf die Nachhaltigkeitsbilanz aus. Dazu gehören dann auch eBooks sowie herunterladbare
Skripte
Im Vordergrund hat im Sinne der Nachhaltigkeit auch immer die Individualität zu
stehen: Jeder muss selbst entscheiden können,
ob er das Öko-Menü oder das Öko-Papier
nehmen, das Buch oder das eBook nutzen
möchte. Die absolute Beschränkung auf ÖkoProdukte oder gar Zwangsgelder auf „NichtÖko“-Produkte lehnen wir ab, solange hier
eindeutige Preisunterschiede bestehen. Sowieso lernen die einen mit Büchern und ausgedruckten Skripten besser als mit eBooks.
Zu einer Universitätsstadt gehört in diesem
Kontext im übrigen dann auch ein gut ausgebauter ÖPNV, der sich nicht nur auf die Stadt
beschränkt, sondern auch die Vororte mit anbindet. Gleiches gilt für sichere Radwege und
mehr Stellplätze für Räder. Beides bewirkt einen deutlich niedrigeren Pkw-Gebrauch.
So wichtig Nachhaltigkeit auch für die Zukunft unseres Landes auch sein mag, um eine
sinnvolle Abwägung kommt man auch hier
nicht herum. Wer Studiengebühren zahlt, darf
nicht in den Ferien, kurz vor der Prüfungszeit,
vor verschlossenen Bibliothekstüren stehen,
nur weil Heizkosten gespart werden sollen.

tisch zu überlegen, ob dieser Kauf wirklich notwendig ist, und ob es bessere Alternativen gibt.
Zu wissen, was „besser“ ist, ist oftmals nicht
so einfach, wie bei der Entscheidung, „nehme
ich nun die Äpfel aus Neuseeland oder die aus
Deutschland?“. Wie viele Tonnen Treibhausgase
man einsparen könnte, wenn es einen fleischfreien Tag in den Mensen gäbe, wissen die Wenigstens. Und dass der Bezug von „Ökostrom“
oftmals billiger ist, als der herkömmliche Strommix von den Würzburger Stadtwerken. Kaum
jemand weiß zudem, dass der Uran-Abbau
Kernenergie zu einem ähnlich großen Klimakiller wie Braunkohlekraftwerke macht. Oder
dass die Coca-Cola-Company alles andere als
ein lupenrein sauberes Unternehmen ist. Und
hier kommen wir als Uni ins Spiel. Vorbild sein,
die Menschen informieren und gesellschaftlichen Entwicklungen vorangehen. Wir als GHG
informieren, treten dafür ein und setzen erfolgreich um: beispielsweise bei Veranstaltungen
zum Thema Vegetarismus, kritischer Konsum
oder im Januar 2011 zum Thema „Klimaschutz“
mit dem Film HOME (20.01.2010, 20:00
Uhr, Grünes Büro). Bei Initiativen im Konvent
zur UNESCO-Nachhaltigkeits-Charta und kritischem Konsum. In universitären Gremien, in
denen unsere VertreterInnen für eine nachhaltige Uni arbeiten.
Manches muss dabei aber von „Oben“, also
durch die Organe der Universität verändert werden: Wir setzen uns für eine Verpflichtung auf
eine nachhaltige Entwicklung in der Grundordnung der Uni ein, für die Schaffung einer Nachhaltigkeitsbeauftragten, und fordern eine Energieeffizienz-Berechnung für alle Uni-Gebäude.
Aber auch die Stärkung der Geisteswissenschaften eine „nachhaltige“ Initiative.
Uni und Nachhaltigkeit geht gut zusammen.
Wenn wir Menschen jetzt nicht unseren Lebensstil verändern, kommt es uns teurer, als nun in
einen Wandel zu investieren. 
GHG
Grüne Hochschulgruppe
U
nd wie das zusammenpasst! Nachhaltige Entwicklung, also eine Lebensweise, mit der wir die Lebensgrundlagen
schonen und für die nachfolgenden Generationen erhalten, sollte das Fundament allen
Handelns sein. Es geht darum Nachhaltigkeit
zu leben, nicht bloß darüber zu reden. Der Uni
kommt dabei in der Gesellschaft eine Schlüsselrolle zu, um Ideen zu entwickeln, umzusetzen und den notwendigen gesellschaftlichen
Wandel entscheidend mitzutragen und dabei
eine Vorbildfunktion auszuüben.
Man kann dazu zwei Ebenen unterscheiden:
Einmal die Dinge, die man als Mitglied der Uni
selbst tun kann, und auf der anderen Seite die
Dinge, die Veränderungen im System der Uni
erfordern.
Beginnen wir mit den Dingen, die man
selbst tun kann:
Hier ist der „kritische Konsum“ entscheidend, also sich vor der Kaufentscheidung kri-
Seite 21
Nachgefragt
SPRACHROHR Januar 2011
UHG
Unabhängige Hochschulgruppe gegen Studiengebühren
N
achhaltigkeit bedeutet, daß Menschen sich so verhalten, daß etwas
nicht zerstört wird sondern auch in
Zukunft noch erhalten bleibt. Meistens geht es
dabei um die Umwelt, die für zukünftige Generationen erhalten bleiben soll. Wenn wir also
z. B. heute so viele Treibhausgase verursachen,
daß in einigen Jahrzehnten das Klima so stark
verändert ist, daß kein Bauer mehr Ackerbau
betreiben kann, dann ist das nicht nachhaltig.
Kommen wir nun zum Bio-Essen in der
Mensa. Zunächst ist “Bio” ein Kurzwort, das
leider häufig falsch verwendet oder verwechselt
wird. Hier geht es um die biologische Herstellung von Lebensmitteln. Diese tragen dann das
offizielle Bio-Siegel, wie man es manchmal in
der Mensa sieht und für das es klare Richtlinien gibt. In Supermärkten sieht man oft unterschiedliche Symbole mit der Aufschrift Bio,
die nur eines gemeinsam haben, nämlich grü-
Anzeige 
Seite 22
ne Farbe. Mit biologischer Herstellung haben
die aber nichts zu tun sondern sollen sich nur
besser verkaufen. In der Mensa sieht man zum
Glück nur das offizielle Bio-Siegel. Da kann
man sicher sein, daß es sich um biologische
Herstellung handelt.
Aber was hat das mit Nachhaltigkeit zu
tun? Bei biologischer Herstellung handelt es
sich zunächst nur um Produktionsstandards.
Es gibt dabei Richtlinien, daß eine bestimmte
Anzahl an Tieren auf einer bestimmten Mindestfläche gehalten werden muß, bestimmte
Stoffe nicht zur Düngung auf Felder kommen
usw., ganz wichtig ist dabei, daß die Standards
für die gesamte Produktionskette eingehalten
werden. Bio-Fleisch muß also nicht nur aus
biologischer Tierhaltung kommen, sondern
auch das Futter, das die Tiere bekommen muß
biologisch hergestellt worden sein. Man entscheidet sich also in der Mensa mit dem Bio-
Essen für bestimmte Produktionsstandards,
bessere Tierhaltung usw., ob das auch nachhaltiger ist ist eine andere Frage, die man in einem
solchen Artikel nicht beantworten kann. Es ist
auf jeden Fall ein Trugschluß, zu denken, Bio
sei gleich nachhaltig. Sicher ist nur, daß die
Produktion aufwendiger ist, deshalb kostet das
Essen ja auch mehr und es müsste genauer untersucht werden, ob die aufwendigere Produktion nicht auch mehr Energie verbraucht und
damit klimaschädlich sein könnte.
Man sollte nun aber nicht das Essen nach
dem Kriterium Klima auswählen, solange das
nicht untersucht ist. Vielmehr sollte man sowohl als Student als auch als Uni im Alltag mit
Kleinigkeiten anfangen, und z. B. nicht unnötig Licht brennen lassen wenn niemand da ist
oder es taghell ist oder einfach darauf achten
daß nicht bei Eiseskälte Türen offen stehen,
wie z. B. tagtäglich am Mensagebäude. 
Januar 2011 SPRACHROHR
(Uni-)Leben
Arbeiterkinder auf dem Weg zum Studium unterstützen
Neue ArbeiterKind.de Gruppe in Würzburg gegründet
D
ie Initiative ArbeiterKind.de ermutigt Schülerinnen und Schüler nichtakademischer Herkunft zum Studium
und unterstützt Sie auf ihrem Weg zum erfolgreichen Studienabschluss. In Deutschland ist
die Wahrscheinlichkeit für die Aufnahme eines
Studiums leider immer noch vom Bildungsstand der Eltern abhängig. Wer als Kind einer
nicht-akademischen Familie den Schritt wagt
und studiert weiß, dass eine der größten Benachteiligungen die fehlende Information ist.
Die seit Mai 2008 bestehende Initiative
ArbeiterKind.de zielt darauf ab, dieses Informationsdefizit zu beheben und Schüler aus
nicht-akademischen Herkunftsfamilien zur
Aufnahme eines Hochschulstudiums zu ermutigen. Wie finde ich ein Fach das zu mir
passt? Was ist Bachelor/Master? Wie finanziere ich mein Studium? Wie arbeite ich wissenschaftlich? Wie komme ich in der Universität/
Fachhochschule zurecht? Antworten zu diesen
und anderen Fragen finden interessierte Schülerinnen und Schüler im Internetportal der
seit Mai 2008 bestehenden Initiative, die eben
jenes Informationsdefizit beheben und Schülerinnen und Schüler aus nicht-akademischen
Herkunftsfamilien zur Aufnahme eines Hochschulstudiums ermutigen und sie auch im Studium begleiten möchte. Darüber hinaus gibt es
bereits ein großes Netz von über 70 Ortsgruppen, die lokaler Ansprechpartner sind und an
Schulen Vorträge und Informationsabende veranstalten, um Interessierte junge Erwachsene
zu beraten und zu informieren. Eine solche hat
sich nun auch in Würzburg gegründet. Studierende, Promovierende und bereits im Berufsleben Stehende möchten auch in Würzburg vor
Ort Angebote schaffen um gegen die Benachteiligung im deutschen Bildungssystem vorzugehen. Herzstück und Motor der Initiative
sind die Mentorinnen und Mentoren, die mit
Rat und Tat zur Seite stehen und den Einstieg
in Studium, Promotion und Beruf erleichtern
wollen.
Die Würzburger „Arbeiterkinder“ suchen
deshalb Personen, die sich ebenfalls als Mentoren und Mentorinnen engagieren, die Gruppe unterstützen und gemeinsam Erfahrungen
weitergeben möchten. Der Stammtisch findet
jeden ersten Montag im Monat um 20.00 Uhr
im Cafè Klug (Peterstraße 12) statt – Interessierte und vor allem auch Ratsuchende sind
immer Willkommen.
ArbeiterKind.de wurde bereits mit dem „Engagementpreis 2008“ des Vereins der ehemaligen Stipendiaten der Friedrich-Ebert-Stiftung
und als „Ausgewählter Ort 2009“ im Rahmen
des Wettbewerbs „Deutschland – Land der Ideen“ unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler sowie im Wettbewerb
„startsocial2008“ unter der Schirmherrschaft
von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel als eines der besten 25 Projekte ausgezeichnet.
Kontakt:
wuerzburg@arbeiterkind.de oder
www.arbeiterkind.de

Von einem Lager ins nächste
Roma in Europa 2010, Die AI-Hochschulgruppe informiert
H
and aufs Herz – was wissen
im ständigen Provisorium. Und gerade
wir eigentlich über die Roma
diese Bedingungen sind es, die vorhanin Europa? Über ihre Lebensdene Vorurteile noch verstärken. Doch
bedingungen? Über die Geschichte von
die meisten Roma entsprechen längst
Europas größter Minderheit?
nicht mehr dem "Nomaden-Klischee".
Gut, von der Verfolgung im NatiSie sind sesshaft geworden. Oder wären
onalsozialismus hat man gehört. Ein
es gerne. Für die Italienische Regierung
wages Bild haben die meisten auch im
waren die Roma-Siedlungen 2008/2009
Kopf – vom fahrenden Volk und den
Anlass, Notstandsgesetze in fünf RegiWandermusikanten. Und dann, ganz
onen des Landes auszurufen. Im Zuge
aktuell, ist da noch die Idee, dass in
des "Nomanden-Notstands" ist es
Frankreich 2010 irgendwie etwas schief
bis heute legitim, Zwangsräumungen
gelaufen ist. Denn 13.000 erzwungene
durchzuführen und willkürlich neue
und gekaufte Auswanderungen innerSiedlungsgelände festzulegen. Eines der
halb eines Jahres - das kommt uns und Amnesty International: Öffentlichkeitsarbeit in Würzburg
größten Romalager Europas – das Caden Medien dann doch nicht ganz kosilinio 900 – wurde Anfang 2010 von
scher vor. EU-Bürger, die innerhalb der EU Roma seit den 1960ern auch zahlreiche Roma Polizei und Militär zwangsgeräumt. Der neue
ausgewiesen werden? Die EU-Kommission aus dem ehemaligen Jugoslawien. In den letz- Wohnraum der Betroffenen: Ein Containerprotestiert zwar, sieht Mitte Oktober 2010 ten zehn Jahren kamen dazu Einwanderer aus lager an der römischen Stadtgrenze, mit Blick
aber von Sanktionen ab. Das Hauptproblem den neuen EU-Mitgliedsländern – die meisten auf einen meterhohen Stahlzaun. Eine Inteist wohl, das die Betroffenen kaum irgendwo von ihnen aus Rumänien. Kein Wunder – ob- gration scheint da nicht vorgesehen. Seit gein Europa eine Lobby haben. Die EU-Mit- wohl Roma dort fast 10% der Gesamtbevöl- raumer Zeit hat "Amnesty International" das
gliedschaft macht es ihnen seit einigen Jahren kerung ausmachen, zwingt die Regierung sie Problem auf dem Radar, auch die Würzburger
möglich, den prekären Lebensbedingungen zum Schattendasein. Der "Zigeuner-Begriff" Hochschulgruppe hat eine Unterschriftenihrer Heimatländer den Rücken zu kehren, ist Gang und Gebe, in Grundschulen wird sammlung gestartet. Weitere Informationen
um in Italien, Deutschland oder anderswo – trotz offizieller Gleichberechtigung – eth- und Möglichkeiten zur Mithilfe auf
neu anzufangen. Nach drei Monaten können nisch getrennter Unterricht gehalten. Aber ob www.amnesty-wuerzburg-studenten.de und
sie dort aber wieder abgeschoben werden.
Italien da besser ist? Vor der Hauptstadt sind www.amnesty.de .
Sarah Zimmermann
In Italien leben neben 3.000 italienischen viele Roma in Slums untergebracht, sie leben
Seite 23
(Uni-)leben
SPRACHROHR Januar 2011
Ich bin dann mal weg…
Ratgeber für ein Australien-Semester
W
arum ein Auslandssemster?
Durch die Globalisierung wächst die
Welt immer mehr zusammen. Deshalb
ist es wichtig, ein interkulturelles Verständnis für globale Zusammenhänge zu entwickeln. Durch diese interkulturelle Erfahrung erlebt man Neues; beispielsweise lernt
man eine neue Sprache und eine andere Lebensweise kennen. Ein Auslandssemester ist
auch ein Pluspunkt im Lebenslauf. Es zeigt
auch, dass man bereit ist, seinen Horizont zu
erweitern und sich in einem anderen Land
zurecht finden und auf eigenen Füßen stehen
kann.
Warum Australien?
Wenn es um Auslandssemester geht, ist Australien wohl eher ein Exot. Down Under hat
jedoch einiges zu bieten, z.B. ein reichhaltiges Kulturangebot, exzellente Hochschulen,
wunderschöne Landschaften, etc. Auch die
„No worries, mate“ –Mentalität unterscheidet
sich deutlich von der europäischen.
Für einen Auslandsaufenthalt gibt es
verschiedene Möglichkeiten:
Variante 1: Study Abroad Semester/Jahr
Dies ist die wohl gängigste Variante. Das australische Studienjahr ist in 2 Semester unterteilt, die Ende Februar/Anfang März beginnen
oder Ende Juli/Anfang August. Ein Semester
umfasst normalerweise 14 Unterrichtswochen.
Eine Woche vor dem offiziellen Vorlesungsbeginn werden Orientierungsveranstaltungen
(„orientation week“) für die australischen Erstis und internationale Studenten angeboten.
In dieser Zeit erfolgt auch die Einschreibung
in die einzelnen Kurse. Im Juli – also im australischen „Winter“- sind dann drei bis vier
Wochen Semesterferien („mid-year recess“),
die man auch für Rundreisen nutzen kann.
Dieses Programm kann auch dazu genutzt
werden, Einblicke in einen anderen Fachbereich zu gewinnen, da jeder fächerübergreifend studieren kann. Man kann z.B. Kurse
belegen, die is in Deutschland nicht gibt,
beispielsweise Aboriginal Studies, Meeresbiologie oder Outdoor Education.
Seite 24
Variante 2: Studium/Praktikum Kombi
Einige Universitäten bieten auch die Möglichkeit, Studium und Praktikum zu
kombinieren. Die Fachrichtungen unterscheiden
sich je nach Hochschule. Die
Macquarie University Sydney bietet
z.B. Praktika in allen Fachrichtungen an, die
University of New South Wales nur in ausgewählten Bereichen. Das Praktikum hat meist
einen Umfang von 10-20 Stunden pro Woche und wird als Äquivalent für einen oder
zwei Kurse angerechnet. Das Praktikum ist
unbezahlt. Während des Praktikums wird ein
spezielles Projekt behandelt, an dem der Praktikant aktiv mitarbeitet und sich einbringt
und dadurch einen Einblick in die australische Arbeits- und Geschäftswelt erhält und
wertvolle Praxiserfahrungen sammeln kann.
Voraussetzungen für dieses Programm sind
meist gute Englischkenntnisse und gute Studienleistungen.
Uni/Stadt aussuchen:
In Australien gibt es ca. 40
Universitäten.
Ratsam
ist es, sich vorher mit
dem „Berater“ zu unterhalten und zu
schauen, welche
Universität
am besten
zu der Fächerkombination
passt. Natürlich
kann man auch das
Hochschul-Ranking
der australischen Unis zu
Rate ziehen. Auch sollte man
sich vor Auswahl der Uni darüber im Klaren sein, dass Australien
unterschiedliche Klimazonen hat. Der
Norden ist tropisch, dann folgt das
subtropische Gebiet und im Süden ist
das Klima gemäßigt.
(Australische Unis zeichen sich dadurch aus, dass Vorlesungen und Kurse recht überschaubar sind, sog. “small
classes“ )
Wohnmöglichkeiten:
Üblicherweise kümmert man sich um eine
Wohnmöglichkeit, wenn man bereits in Australien angekommen ist. Das bedeutet, dass
man nach seiner Ankunft für einige Tage in
einer „temporary accomodation“ bleibt und
sich in dieser Zeit eine richtige Wohnmöglichkeit organisiert.
Um eine kurzfristige Unterkunft („temporary accomodation“) sollte man sich auf jeden Fall noch in Deutschland kümmern. An
den Universitäten hängen am Schwarzen Brett
Wohnungsangebote; meistens Mietangebote
über Wohngemeinschaften oder Angebote für
Einzelappartments. In der Nähe vieler Universitäten gibt es auch Wohnkomplexe, in denen
man ein Zimmer mieten kann. Das sind dann
die sog. „off campus“ Wohnmöglichkeiten.
Man kann aber auch „on campus“ in einem
Wohnheim leben. Man sollte sich vielleicht
vorher schon überlegen, ob man lieber on oder
off campus wohnen möchte. Viele Studenten
bevorzugen off campus, da in den Wohnheimen oftmals strenge Regeln gelten, z.B. darf
in vielen Wohnheimen kein Alkohol
konsumiert werden. Auch das Kochen ist teilweise untersagt und
man muss Esspakete kaufen.
Australische Kultur
Aussie Aussie Aussie,
Oi Oi Oi: Sport ist
ein wichtiger Teil
der
australischen
Kultur, gefördert durch
ein Klima, das OutdoorAktivitäten begünstigt. Zu
den beliebtesten Mannschaftssportarten Australiens zählen Rugby
und Australian Football („Aussie Footy“). Daneben sind die Australier auch
erfolgreich im Cricket, Netball, Rad- und
Schwimmsport sowie im Tennis. Seit 1905
findet eins der vier Tennis-Grand-Slam-Turniere in Australien statt: die Australian Open
in Melbourne.
Feiertage:
Der Nationalfeiertag ist der 26. Januar (Australia Day), basierend auf dem 26. Januar 1788,
der Ankunft Captain Arthur Phillips und der
Januar 2011 SPRACHROHR
„First Fleet“. Die Besiedlung Australiens durch
die Europäer begann mit der Deportierung
britischer Strafgefangener.
Ein weiterer wichtiger Feiertag ist der ANZAC Day am 25. April. Er ist der Jahrestag
der ersten Militäraktion von australischen und
neuseeländischen Truppen im Ersten Weltkrieg, der Landung auf Gallipoli 1915.
Auch ist der Melbourne Cup Day bei der
Bevölkerung sehr beliebt. Er findet am ersten
Dienstag im November statt und ist im Bundesstaat Victoria ein offizieller Feiertag. Das
Pferderennen wurde vom Victoria Turf Club
das erste Mal 1861 ausgetragen.
Australische Küche:
Das wohl bekannteste typische australische Lebensmittel ist Vegemite, ein Hefeextrakt, der
meist als Brotaufstrich verwendet wird. Sein
Geschmack ähnelt dem eines Suppenwürfels
und ist etwas gewöhnungsbedürftig. Die Australier grillen auch sehr gerne und das Barbecue
ist auch weit verbreitet. Auch Meeresfrüchte
stellen einen wichtigen Teil der Nahrung dar.
(Uni-)leben
5 Dinge, die man in Australien gemacht/gesehen haben sollte:
che Schlachtruf der Australier lautet übrigens:
Aussie Aussie Aussie, Oi Oi Oi.
Tauchen am Great Barrier Reef:
Die Unterwasserwelt erkunden und einen
Tauch- oder Surfschein machen.
Sydney Harbour Bridge:
Eins der Wahrzeichen von Sydney. Die Brücke
stellt die Hauptverbindung zwischen Sydneys
Nord- und Südküste über den Hafen von Sydney dar.
Opera House:
Das Wahrzeichen von Sydney sollte man unbedingt besichtigt haben und –falls man kulturell interessiert ist – kann man sich auch
eine Oper ansehen.
In den „Busch“ reisen:
Auch das australische Outback sollte man unbedingt erkunden und ein paar Tage durch
den „Busch“ reisen.
Aussie Pub besuchen:
In diesem sportbegeisterten Land kommt man
eigentlich gar nicht drum herum, kein Sportereignis in einem Pub zu schauen. Der sportli-
Bewerbung
Die Bewerbung sollte man frühzeitig losschicken. Prinzipiell empfiehlt es sich, die Bewerbung mindestens 3 Monate vor dem Semesterstart in dem gewünschten Land abzuschicken.
An manchen Universitäten kann man sich
sogar noch bis zu 3 Wochen (?) vor Beginn
anmelden. institut oder so suchen, stipendium. Neben den üblichen Unterlagen (Abitur,
Sachen von Uni) wird meist auch ein TOEFL
oder IELTS Englischtest verlangt.
Ansprechpartner
Es gibt verschiedene Organisationen, die ein
Auslandssemester in Australien ermöglichen
können. Beispielsweise Gostralia, die offizielle Vertretung australischer Hochschulen in
Deutschland (www.gostralia.de) oder auch das
Institut Ranke-Heinemann (www.ranke-heinemann.de)
Franziska Schweiger
Die Post-Mauer-Generation
Wie die junge Generation Deutschlands Rolle in der Welt sieht
D
ie Post-Mauer-Generation aus
Ost und West ist geprägt von gemeinsamen Erlebnissen: dem patriotischen Freudentaumel des Sommermärchens der Fußball-Weltmeisterschaft
2006 im eigenen Lande, der gegenwärtigen Wirtschaftskrise und den miserablen
Bedingungen an deutschen Staatsuniversitäten. Sie teilt neue Ängste und denkt in
europäischen Lösungen.
Sie versucht die Welt zu verstehen, sie
schlüssig zu begreifen und begreifbar für
ihre Generation zu machen. Manchmal
wirken die Arbeiten der jungen Autoren
nüchtern, ausgereift und klug, manchmal auch naiv, weltverbesserisch und ...
weiterlesen »politisch inkorrekt. Aber das
ist auch gut so. Denn sie sind frisch und
unkonventionell. Sie geben Mut, dass die
Post-Mauer-Generation eine Generation
ist, die mehr über sich selbst und die Ver-
gangenheit ihres Landes wissen möchte,
und darüber hinaus bereit ist, auch Verantwortung für ihre eigene Zukunft zu
übernehmen – wenn man sie lässt und ihnenVertrauen schenkt!
Das Buch, welches von Würzburger Studenten in Herausgeberschaft von Herrn Dr.
Cieslik im Rahmen eines Hauptseminars
geschrieben veröffentlicht wurde , beginnt
nach einem Vorwort des Herausgebers mit
einer Studie unter Würzburger Studenten ( Achtung, FREMDSCHÄMEN kann
vorkommen!) über einen Aufsatz über die
allgemeinen Bildungsmängel der PMG.
Gefolgt wird das ganze von mehreren Aufsätzen mit klarer Bezugnahme zu Deutschland und der Rolle in der Welt, welche den
Ost-Westkonflikt immer im Fokus hält.
Als letzten großen Teilbereich werden
etwaige Demokratiedefizite in den neuen
Bundesländern untersucht, aber auch das
Fehlen einer so genannten „Entsozifizierung“ nach dem Fall der Mauer und die
gedankenlose Übernahme der Machtelite
der ehemaligen „DDR“ werden thematisiert.
Als Epilog wird eine provokante These untermauert- ist uns [der Post-MauerGeneration, Anm. d. Red.] der Frieden zu
Kopf gestiegen?
Dies alles wird auf 108 Seiten eingehend untersucht, bearbeitet und wurde
nicht zuletzt schon auf dem Symposium
zum 20-jährigen Mauerfall im Sommer
2009 in Berlin referiert.
Fazit: Für alle die sich in den Semesterferien auch mit ernsthaften Themen
auseinandersetzen wollen ist dieses Buch
eine klare Kaufempfehlung. Erhältlich für
14,90 € bei Amazon
( ISBN 3869315547 )
Philipp Fröhlich
Seite 25
Kultur
SPRACHROHR Januar 2011
Kein Popcornkino
ENDLICH WIEDER FILME ABSEITS DES MAINSTREAM
F
ür alle Würzburger, die Hollywood-Schnulzen, immer gleich ablaufende Blockbuster satt haben und dem Corso nachtrauern, gibt es endlich eine
Lösung: Das Central-Programmkino, das im November 2010 in der Maxstraße seine Eröffnung feierte. Um genaueres über das Kino zu erfahren, wie
es aufgebaut wurde, wer dahinter steckt und wie es sich vom Corso unterscheidet, haben wir bei dem Vorstandsmitglied des Kinos, Gisela Pfannes,
nachgefragt:
Sprachrohr: Frau Pfannes, für viele Leute
scheint das Central-Programmkino nahezu
aus dem Boden geschossen zu sein, dabei war
es ein langer Weg zur Begründung des Kinos.
Wie sah dieser aus?
Gisela Pfannes: Ja, das war er. Nachdem im
Juli 2009 kurzfristig verkündet wurde, dass
das Corso geschlossen wird, gab es eine Unterschriftensammlung für die Begründung
eines Programmkinos mit 2700 Leuten, die
unterschrieben haben. Die Liste wurde dann
der Stadt übergeben. So wurde der Kulturreferent Al Ghusain auf diese Initiative aufmerksam und hat sie unterstützt. Es hat sich eine
Gruppe gebildet, die es sich zum Ziel gemacht
hat, ein Programmkino in Würzburg aufzubauen. Sie bestand aus Leuten verschiedener
Berufsgruppen: Architekten, Hochschullehrer, Kinoverleiher, Rechtsanwalt u.s.w.. Diesen September wurde dann die Genossenschaft „CENTRAL-Programmkino Würzburg
eG“ mit einem arbeitsfähigen Vorstand und
Aufsichtsrat gegründet. Wir haben uns dann
auch bei der Stadt dafür eingesetzt, dass wir
den Saal des Mozartgymnasiums zum festen
Sitz des Programmkinos machen können. Das
war nicht leicht, denn es hat ein Stadtratsbeschluss zum Verkauf des Geländes seit 2007
bestanden. Trotzdem konnten wir erfolgreich
die Vertragsverhandlungen abschließen und
das Kino am 4.11.2010 eröffnen.
Sprachrohr: Seit wann sind Sie persönlich
dabei und was hat sie dazu bewegt an diesem
Projekt beteiligt zu sein?
Gisela Pfannes: Ich bin seit der ersten Sitzung im November dabei, da ich selber filmbegeistert bin und zudem finde, dass Würzburg
als Kultur- und Unistadt mehr braucht als ein
Multiplex, welches überwiegend Popcornkino
zeigt.
Seite 26
Gisela Pfannes, „Central“Programmkino
Sprachrohr: Letztes Semester interviewte das
Sprachrohr Herrn Bürgermeister Rosenthal
und er hat dieses Projekt erwähnt und seine
Unterstützung zugesichert. Gab es diese auch
wirklich beim Aufbau eines festen Kinos oder
sind auch Probleme aufgetreten?
Gisela Pfannes: Wir bekamen von Anfang
an viel Unterstützung von unserem Kulturreferenten Hern Al-Ghusain und seinem Mitarbeiter Ole Kruse, der in den ersten Monaten
uns viel organisatorische Arbeiten abnahm, die
wir uns zu diesem Zeitpunkt gar nicht leisten
konnten. So organisierten die Mitarbeiter des
Kulturamtes z.B. die Treffen, luden ein und
stellten uns Räume zur Verfügung. Dies nur
als ein Beispiel von vielen anderen...
Sprachrohr: Wieso glauben Sie, musste das
Corso geschlossen werden? Liegt es an zu
wenig Interesse der Würzburger an kulturell
wertvollen Filmen?
Gisela Pfannes: Das ist schwer zu beurteilen.
Das könnten Ihnen wahrscheinlich die Corsobetreiber besser beantworten. Ein Grund
könnte m.E. sein, dass der Spielplan nicht nur
auf Arthaus-Filme ausgerichtet war, sondern
auch Blockbuster zeigte. Das stand in Konkurrenz zu den Multiplexen, deren Zielpublikum aber die technisch besser ausgerüsteten
Kinos bevorzugten. Dazu kommt noch die
Größe des Kinos, immerhin drei Säle... Aber
dies sind meine Vermutungen....
Sprachrohr: Könnte das gleiche Problem Ihrer Meinung nach beim Central-Programmkino auftreten?
Gisela Pfannes: Nein, ich glaube nicht, dass
das gleiche Problem bei uns auftreten könnte.
Wir sind schon mal viel kleiner und haben die
"Riesen" nicht als Konkurrenz. Wir spielen
überwiegend Arthausfilme, Schwerpunkt europäisches Kino und sprechen ein eher cineastisch interessiertes Publikum an. Und dass das
Programmkino in unserer Stadt sein Publikum
hat, zeigte ja bereits das fast schon legendäre
"City"-Kino, dessen Schließung eine große
Lücke in der Würzburger Kinolandschaft (die
es damals noch gab) hinterließ - und diese Lücke füllt das "Central" wieder.
Sprachrohr: Sie sind also mit der Resonanz
bisher zufrieden?
Gisela Pfannes: Zufrieden ist untertrieben.
Wir sind immer noch alle ganz begeistert!
Nicht nur, was die Besucherzahlen betrifft,
sondern vor allem auch über die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter, die sich für "ihr" Kino
engagieren und ihre Freizeit einbringen. Mittlerweile hat das "Central" ca. 350 Besitzer!
Und Mitbesitzer kann jeder werden, der einen
Genossenschaftsanteil (100€) erwirbt. Wir
freuen uns natürlich auch über jede(n), der
sich ehrenamtlich bei uns einbringen möchte!
Sprachrohr: Abschließend wäre es interessant
zu erfahren, welches der zur Zeit im CentralProgrammkino laufenden Filme ihr Favorit
ist. Können Sie etwas empfehlen?
Gisela Pfannes: "Ein gutes Herz" von Dagur
Kári
Sprachrohr: Vielen Dank für das Interview.
Das Interview führte Anna Cvetkov
Januar 2011 SPRACHROHR
Kultur
Ausgepleicht
Der Pleicherhof - Eine schöne Erinnerung
D
ie geflügelten Worte „Quo vadis“ –
„Wohin gehst du?“ bekommen in
diesem Jahr in Würzburg eine ganz
neue und traurige Aktualität. So mancher Anhänger der alternativen Szene wird sich nämlich diese Frage bei der Planung seiner Abendgestaltung stellen und nun noch schwieriger
als ohnehin schon seit der Schließung des
AKWs eine Antwort darauf finden. Mit dem
Ende des PleicherHofs zum 1.1. geht dem
Würzburger Kultur-, Nacht- aber vor allem
dem Studentenleben nach 6 Jahren ein weiteres, wichtiges Herzstück verloren. Ob DJ
oder Live-Band, musikalisch konnte man sich
hier immer auf ein abwechslungsreiches und
durchweg gutes Programm freuen. Nicht selten bekam man dabei einen Vorgeschmack auf
spätere „Größen“ wie LaBrassBanda oder Frittenbude. Auch Lesungen und Ausstellungen
fanden häufig unter dem Dach der beliebten
Tanzbar statt. Für das neue Jahr etwa waren
als Highlights im Programm des PleicherHofs
u.a. ein Auftritt der Acher-Brüder (The Notwist), eine Lesung Martin Sonneborns (Titanic, die PARTEI), sowie die Fortführung des
erfolgreichen tom tornado-Projekts geplant.
Um solche Highlights finanzieren zu können, brauchte der PleicherHof aber neben
der Kultur als zweites Standbein den Unter-
Früher gemütliche Atmosphäre im Gewölbekeller: PleicherHof Bar
haltungsbetrieb. Doch eine Tanzbar, in der
nicht getanzt werden darf (einige werden die
Diskussion dazu im letzten Sommer verfolgt
haben), ist nicht nur widersinnig, sondern in
diesem Fall eben auch ihrer Existenzgrundlage beraubt.
So werden sowohl Stammgäste wie auch
das Personal die einzigartige Atmosphäre verzichten müssen. Selbst wenn man mal alleine
loszog, landete man „in der Pleich“, blieb man
es dort bestimmt nicht lange. Ob aufgebrezelt
im Abendoutfit oder bequem im Freizeitlook,
ob Bettelstudent oder Geschäftsmann, jeder
wurde hier herzlich und offen aufgenommen.
Kein Wunder, dass sich in dieser ungezwungenen, familiären Atmosphäre auch Stammtische
oder eine Tatort-Fangemeinde bald wie zuhause fühlten.
Ich persönlich werde neben der Aussicht
auf die kulturellen Leckerbissen, besonders
die „Midnight-Pommes“ und selbstgebackenen Kuchen, die perfekte Mischung aus guter
Musik und individuell-gemütlicher Location
des Gewölbekellers, aber vor allem einen Anlaufpunkt, all die Menschen, die sich ideell
mit PleicherHof verbunden sahen, treffen zu
können, vermissen. So könnte wohl fast jeder
Studi dieser Tage seine ganz eigene Geschichte erzählen „Es war einmal in der Pleich…“.
Ein schönes Märchen, nur leider bleibt ihm ein
Happy End versagt…
Sabine Graff
Theater auf der Werkstattbühne
diesmal Shakespeares „Die Lustigen Weiber von Windsor“
S
ir John Falstaff hat nicht mehr viel zu
lachen, seid die beiden Damen Ford
und Page sein billiges Spiel durchschaut
haben – beide erhielten von ihm vollkommen
identische Liebesbriefe und beschließen nun,
sich an Falstaff zu rächen. Zur Seite stehen
ihnen dabei die gewitzte Wirtin aus Falstaffs
Lieblingsschänke und ein beflissenes Dienstmädchen, das aus dem ganzen Trubel auch
noch eigenen Profit zu ziehen weiß.
Doch damit nicht genug, es gibt noch
einen weiteren Handlungsstrang: die kleine
Anne Page sieht sich vor drei verschiedene
Liebhaber gestellt, die sie umwerben und
ihre Meinung stimmt auch leider nicht mit
der ihrer Eltern überein. Kann sie letztendlich den mittellosen Fenton als Ehemann gewinnen?
Die Motive sind keine neuen, typisch
Shakespeare eben: Liebe, List, Eifersucht, Geliebtseinwollen, Schadenfreude…und wie so
oft durchschauen die einfachen Diener und
das Gesindel das Spiel zuerst, Liebespaare,
die zusammen gehören, finden sich natürlich
auch und die Männer bleiben letztendlich
die Gehörnten, an der Nase herumgeführt
von ihren pfiffigen Gattinnen.
Wieso dann überhaupt noch
anschauen?
Eben weil es so viel Spaß
macht, bei diesem Reigen zuzusehen und weil das stimmige
Ensemble der Werkstattbühne
einhellig die Spielfreude in den
Publikumsraum hinüberwandern lässt. Das „Weiberduo“
Dagmar Schmauß und Ulla Seebode spielt sich wunderbar die Bälle zu und
ihr Gelächter scheint mehr als nur gespielt zu
sein, wenn sie wieder einmal Wolfgang Stenglin als Falstaff, ausgestattet mit hübscher Perücke und stets vergeblich bemüht, sich aus
dem Schlamassel zu retten, in die Irre führen.
Doch auch die Nebenfiguren brillieren, wie
etwa Christof Stein als Simpel, Tobias Illing
als herrlich affektierter französischer Doktor
oder Stephan Ladnar, der dem walisischen
Pfarrer überzeugend Leben einhaucht. Auch
Maria Papadimitrou in der Rolle des Dienstmädchens oder Cornelia Wagner als hübsch
burlesk gekleidete Wirtin verleihen dem
Schabernack ein sympathisches Gesicht.
Der Truppe ist ein buntes Verwirrspiel gelungen, in dem sich alle miteinander verstricken, mitmischen, profitieren oder leer ausgehen und am Ende löst sich doch alles zum
Guten. Shakespeare funktioniert auch dieses
Mal – sogar in einem kleinen engen Keller
mit bescheidenem Bühnenbild und wenig
Requisiten. Die sind auch gar nicht nötig,
denn die Figuren nehmen sich den Platz, der
noch da ist und das mit vollem Recht.
Das Stück läuft noch bis zum 22. Januar immer Mittwoch, Freitag, Samstag und
Sonntag. Danach ist die „Offene Zweierbeziehung“ von Dario Fo zu sehen.
Christian Steinberger
Seite 27
Ansichten
SPRACHROHR Januar 2011
Steini Stinkt‘s ...
Ein Kommentar von Christian Steinberger
N
achdem bereits drei Busse an mir
vorbeigerauscht sind, ist es mir
endlich gelungen, mich in den
vierten zu quetschen. Oh – surprise! – trotz
Gedränge und Zeitdruck muss ich noch den
Studentenausweis zücken (wie viele wollen
wohl sonst noch zum Hubland…) und man
schleust uns in Reih und Glied in die fahrende Sardinenbüchse. Dampfbad inklusive. Als
der Bus den Berg zum Hubland erklimmt,
sind die Scheiben bereits angelaufen, Kondenswasser tropft auf den Boden. Es riecht
einfach herrlich. Körperdämpfe, Schweiß,
Mief, Pups…schon zweimal hat man mir
in den Nacken geniest, meine rechte Niere
wird gerade von einer benachbarten Tasche
erstochen und mein Gegenüber hatte wohl
keine Zeit mehr, sich nach dem Aufstehen
die Zähne zu putzen. Wo ist eigentlich was
zum Festhalten? Ach egal, hier kann man
ja sowieso nicht umfallen. Der Frustpegel
steigt weiter, als der prall gefüllte Bus noch
mehr KommilitonInnen mitnimmt und die
Leute an den Türen haben immer noch nicht
verstanden, dass man DEN GELBEN BE-
REICH FREI HALTEN MUSS!! Stattdessen glotzen alle wie Fische in einem Aquarium, eine passive, schlecht gelaunte Masse
Christian
Steinberger
studiert im
8. Semester
Deutsch,
Französisch und
Geschichte im
Nebenfach.
eingepferchter Schafe, schließlich schallt ein
patziges „Gängas halt o weng durch!“ und
ein „wech von der Dür!“ durch die Lautsprecher. Um mich herum eifriges SMS-Getippe à la „Komm später. Scheißbus. >:(“.
Auch mir reicht es allmählich. Bald ist
wieder Sommer, beruhige ich mich, da fahren mehr Leute wieder Rad. Doch halt, da
war doch was...stimmt, ein doppelter Abi-
turjahrgang kommt auf uns zu. Noch mehr
Studis auf noch weniger Raum! Besserung
der Situation? Pustekuchen! Der VVM (Verkehrsverbund Mainfranken), zu dem auch
der WVV gehört, ist damit hemmungslos überfordert (wie Uni & Co übrigens
auch…). Bald mehr Busse? Pfff…es fehlen
Personal und Fahrzeuge. Stattdessen erwartet uns ein Konzept namens *trommelwirbel* „gekreuzte Schwerter“, nach dem sich
die Linie 10 und 114 auf das Hubland Nord
und die FH am Sanderheinrichsleitenweg
verlängern und entsprechend irgendwo kreuzen sollen. Die Stoßzeiten werden wohl erst
mal Stoßzeiten bleiben und das im wahrsten
Sinne des Wortes. Also Ellenbogen ausfahren, Leute – Fußballfans dürften zukünftig
im Vorteil sein. Und wer zahlt letztendlich?
Wahrscheinlich wir, denn das Semesterticket soll auch noch teurer werden. Rosige
Zeiten also, die auf uns zukommen. Statt die
Schwerter zu kreuzen, sollte man mal lieber
mit den Säbeln rasseln. Und drückt bitte
endlich mal einer auf STOP?? Ich will hier
raus!!

Auf dem Weg in die Weihnachtsferien
Ein Kommentar von Till Steinbring
A
uf dem Weg in die Weihnachtsferien konnte ich in aller Ruhe über
mein Masterstudium nachdenken
– denn ich hatte viel Zeit – war ja alles verschneit und weder auf den Straßen noch auf
den Schienen ging was. Doch so viel Zeit
brauchte ich gar nicht ... denn schnell – wie
schon vorher vermutet – stellte ich fest, dass
über die Veränderungen im Masterstudium
gegenüber dem „guten, anerkannten Diplom“ sehr viel Wehmütiges geredet wird,
sich aber nicht allzu viel getan hat.
Denn die Inhalte sind gleich geblieben
und beim ganzen „Drumherum“ hat sich
zwar einiges getan, was aber nicht in allen Fällen gleich viel schlechter ist als das
„Drumherum“ beim Diplom. Zugegeben,
alles ist etwas verschulter geworden und es
gibt einige Vorgaben, die es bisher nicht
gab und einige sind sicherlich sehr störend – aber: das „Drumherum“ bleibt das
„Drumherum“ und nicht das Wesentliche
im Studium.
Wir müssen wohl langsam akzeptieren –
Seite 28
ob wir nun wollen oder nicht - dass man
nicht alles anhand der Maßstäbe des Diploms messen und Fehler suchen sollte. Es
ist ein neuer Studiengang, der die Chance
erhalten sollte, sich zu beweisen und zu
Till Steinbring
studiert
Physik im
ersten MasterSemester.
zeigen, dass er gute Studierende bringen
kann.
Und wenn nicht alle sofort denken „neu
gleich schwierig und ungewohnt gleich
doof“, dann kann und wird er das nach meiner Meinung zeigen. Vielleicht nicht morgen in vollendeter Form und Schönheit.
Und nur so kann ein neuer Abschluss
auch außerhalb der Unis auf positive Resonanz stoßen.
Neues wird aus meiner Sicht allzu oft
mit zu großer Skepsis betrachtet und dadurch das Positive verdrängt. Ich kann nur
hoffen, dass den Master nicht das gleiche
Schicksal ereilt auch wenn er wahrscheinlich noch länger den bitteren Beigeschmack
haben wird, dass er uns von der „Politik
aufgedrängt“ wurde. Hinzu kommt noch –
und das ist ein Knackpunkt, den ich hier
nicht berücksichtigt habe – dass vor dem
Master ein Bachelor steht und vor diesem
ein Abi, das nur noch zwölf Jahre dauert.
Mal schauen, was ich in zwei Jahren
so denke, wenn ich mich damit bewerben
soll und vielleicht feststellen muss, dass ein
neuer Titel allein schon für Probleme sorgen kann – ich hoffe nicht.
Alles Gute im neuen Jahr wünsche ich
Euch Diplomern, Magistern, Bachelor- und
Masterstudierenden, Lehramtstudierenden
(was gibt es eigentlich noch alles?) ...

Januar 2011 SPRACHROHR
Ansichten
Alles ist super
Über sieben Brücken musst du geh’n, um die sieben Zwerge zu versteh‘n von MirIjam GeSSler
K
aum ist Weihnachten vorbei und
man fröhlich ins neue Jahr gerutscht,
lacht es einen von allen Seiten an:
Super-Wahljahr, Super-Preise, Super-Nanny,
Super-G, Super-Sportler, Super-Sonntag,
Super-Notfallplan ... Offensichtlich sind wir
in einem Jahr der Super-Lative gelandet. Bei
näherem Hinsehen ist das ja auch gar nicht
so falsch, so finden z. B. neun überregionale
Wahlen statt, darunter sieben Landtags- bzw.
Bürgerschaftswahlen. Also insgesamt sieben
Brücken für Bundes-Angie zu beweisen,
dass sie nicht so schlecht ist, wie alle denken; sieben Brücken für die FDP zu hoffen,
dass es sich bei den sieben Zwergen nur um
ein Märchen und nicht die Realität handelt;
sieben Brückenköpfe für die Grünen nach
den Sternen zu greifen und sieben Brücken
für Die Linke, um mit Siebenmeilenstiefeln
noch vor der FDP das 5%-Siebengebirge zu
erreichen.
Eine schöne Vorstellung, dass die vermeintlich herrschende Klasse einer politischen Komödie gleich zwar bedauerlicherweise nicht durch neun, dafür durch sieben
Höllenkreise schreiten darf. Der Verdacht
liegt nahe, dass es sich der bürgerliche Wutbürger mit 68er-Migrationshintergrund vielleicht zur Aufgabe gemacht hat, in diesem
Mirijam Geßler
promoviert in
Fränkischer Landesgeschichte.
Jahr Brachiosaurus Horst, Allosaurus fragilis
Guido und Regnosaura Angie mittels eines
deep impacts wieder auf den Boden der Tatsachen zu grätschen. Wobei ich mir gut vorstellen könnte, dass einige der Angesprochenen vollständig pulverisiert werden, andere,
die in vielerlei Hinsicht ihre Zähigkeit und
ihr Stehvermögen bewiesen haben, dürften
dann – Ironie der Geschichte – mit Hilfe der
Grünen, und das ist jetzt zwar durchaus aber
nicht nur im ökologischen Sinn gemeint, für
den Anbruch einer neuen Superzeit, für das
Sahnehäubchen auf dem Super-Jahr schlichtweg für noch ein Super sorgen.
So sitze ich nachdenklich in meinem
Stuhl und sinniere über das sich zu Ende
neigende und das vor der Tür stehende Jahr:
über all das Schöne, die Enttäuschungen,
das Gute, das Schlechte, den Erfolg, die Niederlagen – was sich in einem Jahr eben alles an Erlebtem ansammelt – und natürlich
auch über die sieben Zwerge. Der Gedanke
an Letztere drängt sich deswegen auf, weil
der Film gerade wieder in der Weihnachtszeit gelaufen ist und – was einem bei einem
Märchen nicht überrascht – erstaunlich viel
Realitätsnähe aufweist: „Spieglein, Spieglein
an der Wand, wie wird das neue Jahr für jedes Land?“ – und der Spiegel antwortete:
„Woher soll denn ein Spiegel wissen, wie die
Leute wer‘n beschissen?“

Italien im Winter
Neapel im Dezember, die Erasmuskolumne von Rahel Brückner
I
m Süden Italiens und speziell in Neapel
ist vorweihnachtliche Stimmung ausgebrochen. Das zeigt sich in mit bunten
Glitzerlichterketten geschmückten Palmen,
Touristenhorden in der Altstadt und lustigen afrikanischen Straßenverkäufern in Nikolauskostümen und mit Rentierhaarreifen.
So fröhlich schauen die zwar meist nicht
drein, ist aber auch kein Wunder wenn man
ihre Kleidungspflicht betrachtet und den singenden Stoffengeln lauscht, die sie verkaufen
und denen sie ganzen Tag zuhören müssen.
Die Gassen der Altstadt sind mit Ständen gesäumt, an welchen man die berühmten neapolitanischen Krippen und Krippenfiguren
kaufen kann. Es gibt eine breite Auswahl an
Heiligen Drei Königen, auf Kamelen, Elefanten oder zu Fuß, viele Jesusbabys, wahlweise mit schwarzer oder weißer Hautfarbe und
in verschiedenen Größen und alle sonstigen
Teilnehmer der heiligen Nacht. Außerdem
kann man als Alternative zu den herkömmlichen Krippenfiguren die gesamte italienische
Nationalfußballmannschaft erwerben und
natürlich auch Maradonna, der in Neapel von
vielen als Heiliger verehrt wird. Dann gibt es
noch Berlusconi als Porzellanfigur zu bestaunen, umringt von vollbusigen Blondinen und
perfekt für die weihnachtliche Krippe.
Auf meinem Weg durch die Stadt begeg-
Rahel
Brückner
ist für ein
Erasmusjahr
in Italien.
ne ich vielen Touristenführern mit Erkennungsmerkmal Regenschirm, die versuchen
ihre Touristenschäfchen zusammenzuhalten
und höre Sprüche wie: “Walter, gugg ä mol,
des isch aba a schöne Krippe. Komm, des
Schnäpple nehmet ma mit nach Deutschland.“ Während ich mich interessenshalber zu
Walter umdrehe, um zu sehen, was er zu dem
Schnäpple sagt, werde ich von zwei mund-
schutztragenden, überaus nett lächelnden
Japanern angesprochen. Sie fragen mich, ob
ich nicht ein Foto von ihnen und einem der
rentierähnlichen afrikanischen Singengelverkäufer schießen kann. Natürlich erkläre ich
mich bereit dazu und muss kichern, als sich
das schwarze Rentier, eingeklemmt zwischen
zwei fröhlich grinsende Japaner, ein schiefes
Lächeln auf die Lippen zwingt.
Und genau in diesem Moment fängt es an
zu regnen, mit viel gutem Willen vielleicht
ein leichter Schneeregen, aber die Leute auf
der Straße rufen begeistert: “Juhu, es schneit.
Das hat es in Neapel ja noch nie gegeben.“
Ladenbesitzer kommen aus ihren Geschäften
gerannt,
Unzählige Touristen blicken verwundert
um sich, und die verkleideten Nikoläuse lassen ihre Plüschsingengel gemeinsam im Chor
singen. Nach zehn Minuten hört der Regen,
äh, Entschuldigung: Schnee, wieder auf; immer noch sind alle begeistert, und ich denke
mir wieder einmal, dass Neapel doch eine verrückte Stadt ist.

Seite 29
Aussichten
SPRACHROHR Januar 2011
Aussichten
Was geht ab?
S
eit Jahrzehnten ist es Tradition in Würzburg, dass
am letzten Vorlesungstag des Semesters die Biofete
den Beginn der vorlesungsfreien Zeit einläutet. Selbst
organisiert von Biologiestudenten trifft man sich einmal im
Semester um zu guter Musik zu feiern. Im Winter findet sie
dieses Jahr am Samstag den 12.02.2011 in den Würzburger Posthallen statt. Musikalische Unterstützung erhält die
Biofete dieses Mal von den DJs Jazzu und Joschi. Von 2122 Uhr ist Happy Hour mit Doppeldecker. Mit dem Überschuss der Einnahmen werden wie jedes Jahr Natur- und
Tierschutzorganisationen unterstützt, wobei vor allem an
kleinere Projekte in denen die Spenden auch wirklich Wirkung zeigen gedacht wird. Zwei Wochen vorher wird es
in der Mensa am Hubland einen Eintrittskarten-Vorverkauf
geben (VVK 2,00€, AK vorhanden) Wenn ihr also helfen
wollt, dann ab auf die Party und feiert ordentlich: Tropische Regenwälder und bedrohte Tierarten werden es euch
danken!
D
ieses Mal haben wir uns mit dem "Woyzeck" von Georg Büchner beschäftigt - ein Stück, das ja gerade aufgrund seines fragmentarischen Charakters und der nicht
ganz eindeutigen Anordnung der Szenen fasziniert und sehr viel
Spielraum bietet. In unserer Inszenierung verarbeiten wir alles,
was an szenischen Aufzeichnungen vorliegt und rollen Woyzecks
Mordtat von "hinten" auf.
Kostüme und Bühnenbild werden schlicht und zeitlos, das Publikum erwartet keine historische Inszenierung. Im Zentrum des
Bühnengeschehens wird auch die Wirtschaft dienen, die als Rahmen des Geschehens dient und der Charaktere, die gerade nicht
in das Spiel einbezogen werden, verweilen können.
Das Stück „Woyzeck", nach Georg Büchner zeigen wir am
28., 29., 30. Januar und am 03. und 05. Februar gegen 20 Uhr
im Großen Saal der KHG Würzburg. Der Eintritt ist wie immer
frei.
STUDENTISCHER
KONVENT
Seite 30
D
u willst auch mal über den Tellerrand hinausschauen und dich informieren, was an unserer Universität hochschulpolitisch eigentlich so läuft?
Wie das alles funktioniert? Welche Rolle
die Studierenden in der universitären Mitbestimmung durch den Studentischen Konvent haben? Was der Sprecher- und Spre-
cherinnenrat bisher alles gemacht hat?
Dann komm zur Infoveranstaltung des
Studentischen Konvents am Mittwoch,
19.1.2011 um 19 Uhr im Festsaal über der
Burse (Studentenhaus)!
Die Veranstaltung ist wie gehabt öffentlich, wir
freuen uns auf euch!
Termine
Januar
Januar
TERMINE
18.1.
Treffen AK gegen Rassismus und
Fremdenfeindlichkeit
19:00 Uhr Mensagebäude am Hubland
Fachschaftenrat
20:00 Uhr Festsaal über der Burse
Aufführung Unitheater
20:30 Uhr Stadtmensa
19.1.
Infoveranstaltung des studentischen
Konvents
19:00 Uhr Festsaal über der Burse
Studentischer Konvent
20:00 Uhr Festsaal über der Burse
Aufführung Unitheater
20:30 Uhr Stadtmensa
Der Traum ein Leben
(LQGUDPDWLVFKHV0lUFKHQ
1DFK)UDQ]*ULOOSDU]HU
Eintritt
Frei !
20.1.
Aufführung Unitheater
20:30 Uhr Stadtmensa
Fachschaftsvernetzungstreffen
20:00 Uhr Foyer Biozentrum
26.1.
Treffen AK Barrierefrei
20:00 Uhr Ort wird noch auf der Homepage
bekannt gegeben
5HJLH-XOLD5RVHQEHUJ
18.-20. Januar 20
1
20:30 Uhr 1
Stadtmensa
Am Studentenhaus 1
0LWIUHXQGOLFKHU8QWHUVWW]XQJYRQ
Schöne Semesterferien!
Eure Studierendenvertretung wünscht euch schöne Semesterferien!
Anna Merhart, Dome Schenk, Fabian Konrad, Hannah Klein,
Johanna Uekermann, Maximilian Fries, Tobias Pietsch
27.1.
Science Slam
20:00 Uhr Audimax der neuen Uni am
Sanderring
12.2. - 1.5.2011
Semesterferien
SPRACHROHR
Das nächste Mal am 02.05.2011
Seite 31
©RAiner Sturm/Pixelio.de
Januar 2011 SPRACHROHR
(Uni-)leben
SPRACHROHR Januar 2011
Eure Studierendenvertretung
präsentiert den
1.
SCIENCE
S L A M
Würzburg
27. Januar 2011 . 20:00 Uhr
im Audimax, Neue Uni Sanderring
i!
fre
t
t
i
r
t
n
Ei
Seite 32
Infos unter: stuv.uni-wuerzburg.de
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Seele and Geist
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