close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

,'558 Dasselbe, was über Lüneburg gesagt ist, gilt auch für Aue. Es

EinbettenHerunterladen
,'558
Jonas,
Ein altpleistozänes Moor bei Haren a. d. Ems.
Dasselbe, was über Lüneburg gesagt ist, gilt auch für Aue.
Es ist schwer, aus Teilabschnitten eines Interglazials die Zu­
gehörigkeit zu einer der Zwischeneiszeiten abzuleiten. Sollte es
sich bei einer speziellen Untersuchung herausstellen, daß den
Profilen von Lüneburg und Aue tatsächlich keine Laubwaldzeiten
vorangingen, müßten wir diese Schichten in ein Interstadial,
wahrscheinlich in das Interstadial zwischen Mindel 1—2 stellen.
Da es mir neuerdings gelungen ist, auch das zwischen den beiden
Riß-Vorstößen liegende Interstadial pollenanalytisch zu unter­
suchen, muß die Existenz eines Interstadials der Mindel-Eiszeit,
die ebenfalls zwei Minima besaß, als sicher gelten, und liegt der
Verdacht nahe, daß solche Ablagerungen falsch eingestuft wurden.
Wichtig erscheint mir auch der Nachweis W e b e r s , daß Picea
omorikoides die einzige Fichte Lüneburgs war. In diesem Zu­
sammenhang habe ich auch über die Ptcea-Pollen von Haren und
Quakenbrück Messungen angestellt.
E i r b a s , S t a r k und O v e r b e c k halten die größenstatische Diagnose
dieser Art für möglich und bestimmten sie bei Johnsbach und Hopfgarten,
F i r b a s auch neuerdings aus einer Torfprobe von Lüneburg. Als Mittelwert
der Luftsackhöhe gibt F i r b a s von Lüneburg 54,5 fi an, für Picea excelsa
gilt dagegen 66,65 fi als Mittelwert. Ich kann aber nicht unerwähnt lassen, daß
ich in rezenten Alpenmooren auch extrem kleine Picea-Pollen antraf.
Nach den vorläufigen Feststellungen (im Moorinstitut d. D. F.)
gehören ein Drittel der Picea-Pollen der Fichtenphase bei Haren
durchschnittlich zum omorikoides-Typ. Die „frühe Kiefernzeit"
bei Quakenbrück, die die subarktische Phase am Ende der MindelEiszeit darstellt, zeigte 100% omorikoides-Typ. Das scheint ein
Hinweis darauf zu sein, daß Picea omorikoides besonders in der
Mindel-Eiszeit verbreitet war.
Wahrscheinlich reichte nur der 2. Mindel-Vorstoß im Westen
bis zur holländischen Grenze. Die Sonnenstrahlungskurve weist
zwei relativ schwache Minima auf, von denen das letztere etwas
stärker ausgeprägt ist (siehe auch G r a h m a n n 1933). Ich
vermute, daß jene schwarzen Tone zwischen der Zuidersee und
Hamburg in glazialen Staubecken während der Mindel-Eiszeit
gebildet wurden. In diesen sogenannten „Lauenburger Tonen"
fand man, wiederholt Eichenstämme, die aufgearbeiteten Mooren
des Günz-Mindel-Interglazials entstammen dürften. Auch in dem
Profil „Berg bei Cannstatt", das B e r t s c h 1928 bekanntgab,
ist eine ähnliche Flora wie bei Lüneburg und Aue vorhanden.
Vorherrschend sind Pinns und Picea, daneben treten geringe
Werte von Betula, Alnus und Salix sowie Spuren von Laubwald­
elementen auf. Es handelt sich um tonige und schwarze Gyttjen
von 80 cm Mächtigkeit. Auch diese Schicht könnte sehr gut dem
Mindel-Interstadial entsprechen.
Als siebentes Profil wäre Hamarnia zu nennen, wenn wir von
einigen nicht sicher eingestuften Schichtenfolgen aus Böhmen,
Rußland und Westsibirien absehen. Das Profil von Hamarnia
bei Jaroslaw besteht aus einer rund 1,30 m mächtigen Schichten­
folge von Gyttja, Torfmudde und gepreßtem Torf vom Charakter
Document
Kategorie
Gesundheitswesen
Seitenansichten
16
Dateigröße
452 KB
Tags
1/--Seiten
melden