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Highlights April 2010 - CRV

EinbettenHerunterladen
apr
2010
Was kann SireMatch?
Das Bullenporträt: Bertil
­
In dieser Ausgabe
Velda ist eine in Belgien
gezogene Bertil-Tochter.
CRV informiert
3
Der aktuelle Schätztermin
4
Was kann SireMatch?
6
Bullenporträt: Bertil
8
Reportage: Heiner Brings
9
Aus der Praxis
10
Auf der Titelseite
Narda 26 wittert Frühlingsluft! Diese VG-86 eingestufte
Kian von W. J. van Graven aus Lisse (NL) ist hier in der 3.
Laktation zu sehen. Sie hat in drei 305-Tage-Laktationen
im Schnitt 9 784 kg mit 3,82 % F und 3,32 % E gemolken.
Liebe Milchviehhalter,
unser Kundenmagazin highlights ist sehr beliebt und
wird von immer mehr Milchviehhaltern gelesen. Und
das nicht nur in Deutschland und Österreich. Ab sofort
ist highlights auch für unsere Kunden in Luxemburg ver­
fügbar. Wir heißen unsere neuen Leser an dieser Stelle
ganz herzlich willkommen. Auf Seite 10 stellt sich unser
Schwesterunternehmen CRV Luxemburg vor.
Außerdem informieren wir Sie über die aktuelle Zucht­wertschätzung. Bei
­diesem Schätztermin wurde sowohl in Deutsch­land als auch in Holland eine
Ba­sis­anpassung vorgenommen. Zudem haben die Niederlande einen Zucht­
wert für das Merkmal Klauen­gesund­heit eingeführt. Damit ist Holland das
zweite Land nach Schweden, das diesem Merkmal verstärkt Aufmerksamkeit
widmet. Mehr über diesen neuen Zuchtwert und weitere Neuig­keiten finden
Sie auf Seite 3.
In unserer Rubrik Bullenporträt erfahren Sie alles über den beliebten All­roun­
der Beekmanshoeve Bertil, der nicht nur super Euter und sehr viel Eiweiß
vererbt, sondern auch von seiner Abstammung her interessant ist.
Für unsere jüngsten Züchter veranstalten wir mal wieder einen Wettbewerb.
Gesucht wird das schönste, ausgefallendste Foto von einer Kuh mit einem
aufgemalten CRV-Logo. Zu gewinnen gibt es eine Nintendo Wii. Näheres zu
unserem Fotowettbewerb findet Ihr auf der Rückseite dieser highlights.
Das Team von CRV Deutschland wünscht Ihnen eine erfolgreiche Frühjahrs­
bestellung und eine gute Grassilageernte als Basis für ein möglichst einträg­
liches Milchwirt­schaftsjahr.
Es grüßt Sie herzlichst
Letztes Jahr brachte Narda 26 ein Spencer-Kuhkalb.
Foto: Veeteelt
NRM 2010 – Niederländische Nationalschau in Utrecht
Impressum
Der Herausgeber von highlights ist CRV GmbH, ein
Tochterunternehmen von CRV Holding BV.
highlights erscheint jeweils im Januar, April und Okto­
ber. Gratis-Exemplare sind ausschließ­lich für Zwecke
Die niederländische Nationalschau
NRM wird im Zwei-Jahres-Rythmus
veranstaltet. Die diesjährige Ausgabe
findet am 25. und 26. Juni in Utrecht
statt.
Besucher aus Deutschland haben auf
der NRM freien Eintritt. Sie benötigen
weitere Informationen? Rufen Sie uns
an. Wir helfen Ihnen gern.
erhältlich, die unserem Tätig­keitsrahmen entsprechen.
Copyright © – Nachdruck von Beiträgen nur mit Zustim­
mung des Herausgebers unter Nennung der Quelle.
Redaktion: U. R. Erdmann & Steffen Schmottlach
Layout: Frans Boers & U. R. Erdmann
Druck: Senefelder Misset, Doetinchem, ISSN 1380-5622
Abonnements und weitere Informationen bei:
CRV GmbH
Osterdammer Straße 47
D-49401 Damme
high
lights
2
April 2010
Tel.: +49-(0)5491-99979-0
Fax: +49-(0)5491-99979-10
info@crv4all.de
www.crv4all.de
Termine 2010
Sie treffen uns auf den folgenden Veranstaltungen:
3.–4. Juni ProCross – Betriebsbesichtigungen und
Kreuzungskonferenz, Cremona (Italien)
25.–26. Juni
NRM, Utrecht (Niederlande)
2.–4. Juli Foire Agricole, Ettelbruck (Luxemburg)
9.–12. Juli Tarmstedter Ausstellung, Tarmstedt
20.–23. Aug. Landtage Nord, Wüsting
26.–31. Aug.
Karpfhamer Fest, Karpfham-Rottal
9.–12. Sept.
Norla, Rendsburg
10.–12. Sept.
Grüne Tage Thüringen, Erfurt
16.–19. Sept.
Mela, Mühlengeez
11.–15. Okt.
Grundlehrgang für Eigenbestandsbesamer
16.–19. Nov.
EuroTier, Hannover
29. Nov. – 3. Dez.
Grundlehrgang für Eigenbestandsbesamer
Neues aus der Welt der Zucht:
CRV informiert
F
rans Heesink (Foto) ist Fruchtbarkeitsberater im ­FertiPlanTeam von CRV und betreut
Betriebe in ganz Deutschland. Wir
sprechen mit ihm über seine ersten
Erfahrungen mit deutschen Betrieben.
?
Sie beraten seit acht Monaten Be­
triebe, die den Fruchtbarkeits­
service FertiPlan nutzen. Welchen
Eindruck haben Sie gewonnen?
„Die Zusammenarbeit mit den Betrieben macht sehr viel Spass. Ich habe
es mit gut entwickelten Betrieben zu
tun, die ein längerfristiges Betriebskonzept zur Verbesserung der Frucht­
barkeit mit FertiPlan als festem Bestandteil verfolgen.”
Haben Sie dort bereits Fortschrit­te
bei der Fruchtbarkeit bemerkt?
„Ich habe festgestellt, dass die Mitarbeiter in den Betrieben deutlich stärker motiviert sind. Basierend auf einer
Betriebs- und Schwachstellenanalyse
wollen alle Beteiligten die Ist-Situation verbessern und gemeinsam an realistischen Zielen arbeiten. Das erste
Resultat ist immer eine größere Anzahl von Trächtigkeiten. Die Betriebsleiter warten jetzt gespannt auf die
ersten Auswertungen der mittel- und
langfristigen Kennzahlen wie beispiels­
weise die Zwischenkalbezeit oder die
Anzahl der durch Fruchtbar­keitspro­
ble­me verursachten Abgänge.”
Wie können Milchviehhalter ihre
Kühe besser und schneller wieder
tragend bekommen?
„Das Konzept von FertiPlan basiert
auf einer präventiven Fruchtbarkeitsbegleitung. Die Kondition der Tiere,
die trockengestellt werden sollen
oder in der Transitgruppe stehen, wird
vor dem Abkalben mit Hilfe des BCS
analysiert. Kritische Ereignisse – wie
?
?
Wir berichten über erste Erfahrungen mit dem FertiPlan-Fruchtbar­keits­­
service von CRV, stellen den neuen Zuchtwert für Klauengesundheit
vor und informieren über Genetik für die Weidehaltung.
beispielsweise Ketosen in den ersten
80 Laktationstagen – sollten schon im
Vorfeld ausgeschlossen werden. Eine
­regelmäßige, standardisierte Tierkon­
trolle wurde auf vielen Betrieben wegen des enormen Kostendrucks vernachlässigt. Auch hier sollte man mit
Hilfe von FertiPlan Routine­abläufe eta­
blieren. Außerdem spielt die fachkundige Schulung und Motivation der Mitarbeiter eine ganz wichtige Rolle bei
der Verbesserung der Fruchtbarkeit
einer Herde.”
Bestehen Unterschiede zwischen
Betrieben, die Sie in Deutschland
und in den Niederlanden betreuen?
„Ich betreue Betriebe in Deutschland
und Holland, saisonal auch in Australien und Neuseeland. In Sachen Fruchtbarkeit geht es weltweit darum, eine
sichere Trächtigkeit in einem ökonomisch vertretbaren Zeitraum nach der
Kalbung zu gewährleisten. Die Ausgangssituation ist dabei in den Niederlanden und Deutschland vergleichbar. Lediglich die Datenqualität zur
Betriebsanalyse ist in Holland besser.”
Welche Tipps würden Sie gerne
den Land­wirten mit auf den Weg
geben, damit deren Frucht­barkeits­
management von Erfolg gekrönt wird?
„Erstens: Selektieren Sie die zu besamenden Kühe sorgfältig, damit die
Tiere möglichst in einer Gruppe stehen. Optimal ist ein Platz im Kuhstall,
an dem sehr gute Lichtverhältnisse
herrschen und die Wege vom Stickstoffbehälter zur Kuh kurz sind. Einige
Betriebe haben zu diesem Zweck spezielle Besamungsboxen eingerichtet,
und der eingetretene Erfolg hat diese
Betriebsleiter in ihrer Entscheidung
bestätigt.
Zweitens: Lassen Sie Ihre Färsen nicht
zu spät und mit einer verfetteten Körperkondition abkalben.
Drittens: Durch Bestandsaufstockun-
?
?
Niederlande: Neuer Zuchtwert für Klauengesundheit
Im April haben die Niederlande den Zuchtwert Klauengesundheit ein­
geführt, der sich aus den Zuchtwerten für die Merkmale Klauenrehe,
Mortella­ro, Klauenfäule, Sohlengeschwür, Limax und Weiße Linie Defekt zu­sammen­setzt. Hat ein Bulle einen
Zuchtwert von 104, bedeutet das, dass
5,27 Euro weniger Kosten ent­­ste­hen und
dass seine Nachkommen rund 10 % weniger Klauen­erkrankungen aufweisen.
Bereits seit 2006 werden die Merkmale
zur Klauengesundheit erfasst und be­­
wertet. Aktuell liegen Daten aus 10 % der
­holländischen Milchviehherden vor. Der
Zucht­wert Klauengesundheit informiert
den Milchviehhalter über Anfälligkeit und
Häufigkeit des Auftretens von Klauen­
erkrankungen bei Bullentöchtern. Eine positive Korrelation zu anderen
Merkmalen ist vor allem bei Lebensdauer (+0,29) und Fundamenten
(+0,62) zu erkennen. Gute Klauengesundheit vererben beispielsweise
CRV-Bullen wie Stilist, Linfield, Grandprix oder Kian.
Grassland Alliance: Genetik für die Weidehaltung
Seit Mitte Februar gibt es die Grassland Alliance, ein Joint Venture der
internationalen Rinderzuchtorganisationen NCBC und CRV mit dem
Schwerpunkt Genetik für Weidehaltungssysteme. In diesem international einzigartigen Joint Venture arbeiten beide Organisationen in den
Bereichen Zuchtprogramme, Forschung und Entwicklung sowie Marketing zusammen. So können sie auf einen breiteren Gen-Pool zugreifen
und ihre Produktpalette für Weidehaltungssysteme aus­bauen,
wie sie insbesondere in Neuseeland, Irland, Südafrika und
Südamerika üblich sind. Dabei
sind vor allem Fruchtbarkeit und
eine effiziente, auf Rationen mit
geringem Input basierende
Milchproduktion entscheidend. In der Grassland Alliance können NCBC
und CRV die Bullen selektieren und vermarkten, die sich am besten für
die jeweiligen Weidebedingungen in den verschiedenen Ländern eignen. CRV bietet in Deutschland die für Weidehaltung optimalen Holsteinvererber Bagworth Kalumburu, Webb­lea JB David und Delta Ireland sowie den Jerseybullen Oku­ra Maunga Kawakawa an, deren
Zuchtwerte wir Ihnen auf Anfrage gerne zufaxen.
gen haben viele Betriebe unbewusst
Dinge im Betriebsablauf verändert, deren Auswirkungen und Einflüsse auf
die Fruchtbarkeit gar nicht bekannt
sind. Auch hier gilt: Überprüfen Sie
sorgfältig jeden Arbeitsablauf aus dem
Blickwinkel der Fruchtbarkeit!”
high
lights
April 2010
3
Nach der diesjährigen Basisanpassung:
Die neuen Zuchtwerte
I
m April war es wieder so weit: In
den Niederlanden wurde die alle
fünf Jahre anstehende Basisan­
passung vorgenommen, die den tat­
sächlich erzielten Zuchtfortschritt
wiederspiegelt. Bezogen auf das Ge­
samtexterieur schlägt die aktuelle Ba­
sisanpassung mit vier Punkten bei den
Schwarzbunten und mit drei Punkten
bei den Rotbunten zu Buche. Züchte­
risch bedingt hat sich die Lebensdau­
er der Holsteinkühe in den vergange­
nen fünf Jahren um mehr als 50 Tage
und die der Red Holsteins sogar um
100 Tage erhöht. Auf die Milchleistung
bezogen entspricht der Zuchtfort­
schritt der letzten fünf Jahre einem
Plus von 423 kg bei den Schwarzbun­
ten und 337 kg bei den Rotbunten.
Dementsprechend wurden die Verer­
berzuchtwerte um genau die­se Beträ­
ge abgeschrieben. Kommen wir nun
zu den Ergebnissen des aktuellen
Schätztermins.
Neu im Rennen
Neu ins Rennen geht bei den Schwarz­
bunten mit Improver ein weiterer OMan-Sohn. Seine Aaron-Mutter hat
bisher 50 000 kg Lebensleistung mit
4,74 % F und 3,87 % E realisiert. Auch
seine Esquimau-Großmutter und seine
Lucky Leo-Urgroßmutter haben mit ho­
hem Eiweißgehalt (3,83 % bzw. 3,74 %)
geglänzt. Dies schlägt sich denn auch
Emma 146 ist eine
Tochter von Fidelity, der
gegenwärtig der beste
Rotbuntvererber ist.
In den Niederlanden (und in Deutschland) brachte der April-Schätz­
termin einige Veränderungen mit sich, darunter die Basisanpassung.
Jopie 41 ist eine Tochter des Leichtkalbigkeitsspezialisten Westernrade Lacey.
in Improvers Zuchtwert nieder, der
nicht nur durch gute Leistung, sondern
auch durch positive Inhaltsstoffe ge­
kennzeichnet ist. Die Färseneignung
und ein vollkomme­nes Exterieur mit
guten Fundamenten und Eutern ma­
chen diesen Bullen für den breiten
Einsatz interessant.
Mit Westernrade Lacey bereichert der
erste Win-Sohn unser Vererberange­
bot. Laceys Major-Mutter brachte es
auf durchschnittlich 4,11 % Eiweiß.
Das hat eindeutig auf Laceys Leis­
tungsvererbung abgefärbt, denn er
bietet +0,21 % Eiweiß bei 877 kg Milch.
Lacey sorgt für einen extrem leichten
Kalbeverlauf und glänzt auch sonst
mit guten Gesundheits- und Frucht­
barkeitsmerkmalen.
In der Rotbuntzucht macht der Neu­
ling Kodak auf sich aufmerksam. Sein
Vater ist Kevin (Power x Sunnyboy),
seine Mutter ist die Stadel-Tochter
Jantje 135 VG-87. Kodak vererbt gute
Milchmenge mit positiven Inhalt­
stoffen. Ebenfalls neu im Spiel ist Beu­
kenhof 346 Ideal, ein Talent-Sohn aus
einer Lightning, die in der ersten Lak­
tation 9 421 kg mit 5, 40 % F und 3,90 %
E gab. Diese enorm hohen Inhalts­
stoffe hat sie an Ideal weitergegeben,
der bei solider Milchmenge +0,24 %
Eiweiß vererbt.
Holstein
high
lights
4
April 2010
Zu den altbewährten, aber immer noch
stark nachgefragten Bullen gehören
Olympic, Canvas RF, Nevada und
­Paramount, die auch in Form von SiryX
gesextem Sperma verfügbar sind. Die
beiden O-Man Söhne Goli und Impuls,
um drei Punkte auf 103 verbessert und
jetzt auch auf Rinder eingesetzt werden kann. Wie sein Vater Kian ist auch
Curtis in Form von SiryX gesextem
Sperma verfügbar. Die Kian-Söhne Ditmar und Kylian bestätigen ihre Zuchtwerte. Arnold gilt als erstklassiger Befruchter mit solider Milch- und guter
Inhaltsstoffvererbung sowie guten
funktionalen Merkmalen. Etliche der
jetzt 13 685 Töch­ter von Classic PS erregten während der Wintermonate auf
vielen deutschen und internationa­len
Schauen Aufmerksamkeit.
die im Januar ihr Debüt gegeben haben, können ihre hohen Positionen behaupten und gelten als gute Alternative
zu Cricket, bei dem es wegen der regen
internationalen Nachfrage immer wieder zu Lieferengpässen kommt. Die mittelrahmigen Nutzungsdauerspezialisten
Romeo und Diamond zeichnen sich
durch hohe Inhaltsstoffe (jeweils
+0,15 % Eiweiß) und sehr gute funktionale Merkmale aus. Set Up, Stilist und
Bertil eignen sich für die Anpaarung
auf Rinder und vererben jeweils +0,27 %
Eiweiß. Weitere Garanten für hohe Inhaltsstoffe sind Surprise, Sunflower,
Wilson und Jag. Für hohe Milchleistung
stehen Valley sowie die Färsenbullen
Win, Cameron und Fantast.
Weitere Rassen
Bei Schwedischen Rotbunt, dem dänischen Rotvieh und den finni­schen
Ayrshires fällt die Basisanpassung für
Milchmenge mit rund 500 kg relativ
hoch aus. Dass Schwedisch Rotbunt
neben Montbéliarde die richtige Rasse
zum Kreuzen auf Holsteins ist, haben
wir erst kürzlich auf unserer Kalifornien-Exkursion wieder bestätigt gesehen. Insbesondere Orraryd und
­Peterslund wurden in Kalifornien stark
genutzt und stellten dort – wie auch in
Deutsch­­land – ihre Qualitäten unter
Beweis.
Red Holstein
Die Nr. 1 bei den Rotbunten ist und
bleibt Fidelity, der sich für Eiweiß um
0,04 Prozentpunkte auf 0,34 % verbessert. Ein leichter Kalbeverlauf und hervorragende Fundamente runden sein
komplettes Vererbungsmuster ab. Fidelity wird zwar stark nachgefragt, ist
jetzt aber wieder besser verfügbar.
Dicht auf den Färsen ist ihm sein Halbbruder Curtis, der sich für Kalbeverlauf
Improver
Leistung
Si. 76 %
Auf der Coopex Montbéliarde-Tour im
Fe­bruar fielen vor allem die exterieurund eiweißstarken Redon-Töch­ter auf.
Triomphe und Toilara ver­bes­sern Euter und Fundamente. Zudem ist Toilara
ein sehr guter Färsenbulle.
Beim Fleckvieh ersetzen Ricky, Weinhauer und Wiggal die nicht mehr verfügbaren Vererber Wal und Rawalf.
Wein­hauer verbessert durchschlagend Beine und Eutergesundheit.
­Ricky vererbt über 1 000 kg Milch und
gute Inhaltsstoffe. Wiggal macht leistungsbereite, zügig melkende Kü­­he.
Ricky und Wiggal sind sichere Bullen
für den Einsatz auf Jungrinder.
Der Fleckviehvererber Rumgo
ist ein sicherer
Färsenbulle. Dies
ist seine Tochter
Albi.
(O-Man x Aaron x Esquimau)
Töchter 101
Betriebe 86
Milch kg
Fett % Eiweiß % Fett kg Eiweiß kg RZM
RZE
RZS
RZG
NVI
+757
+0,04
117
125
101
128
173
+0,11
+35
+36
L ebensdauer Kalbeverlauf Zellzahl Melkbarkeit
+256
103
Exterieur
Si. 81 %
96
100
103
Töchter 47
100
Spitzeneuter
Stabile Fundamente
Tolles Fett : Eiweißverhältnis
Betriebe 42
112
Typ
Robustheit
Euter
Fundament
Gesamtnote
107
107
107
108
110
Einzelmerkmale
Größe
Stärke
Körpertiefe
Beckenneigung
Beckenbreite
Milchcharakter
Hinterbeinwink.
Hinterbeinstell.
Klauendiagonale
Bewegung
Vordereuteraufh.
Hintereuter
Eutertiefe
Zentralband
Strichplatz. vo.
Strichplatz. hi.
Strichlänge
klein
schwach
wenig
ansteigend
schmal
wenig
steil
eng
lang
schlecht
lose
tief
tief
schwach
außen
außen
kurz
96
100
112
groß
stark
viel
abfallend
breit
viel
gewinkelt
parallel
kurz
gut
fest
hoch
hoch
stark
innen
innen
lang
109
105
105
95
105
102
90
108
107
106
106
106
109
98
102
97
98
Hettie 38
April 2010
5
Das computergestützte Anpaarungsprogramm
Was kann SireMatch in
S
eit 1982 wird das Anpaa­rungs­
programm SireMatch in den
Niederlanden erfolgreich ge­
nutzt und weiterentwickelt. In Deutsch­
land wird SireMatch seit 2006 in Milch­
viehbetrieben umgesetzt, und auch in
Ländern wie Luxemburg, Spa­nien,
Neu­seeland, Tschechien, Brasi­lien,
Dänemark und Großbritannien profi­
tieren Milchviehhalter von den erheb­
lichen Vorzü­gen dieses Anpaa­rungs­
pro­gramms.
Mit Hilfe von SireMatch kann jede
Herde auf Einheitlichkeit gezüchtet
werden. Dadurch wird nicht nur deren
Anpassung an einen Stall, sondern
auch ein Großteil des Managements
(Besamung, Fütterung, etc.) erleich­
tert. Unabhängige, auf Zucht­wer­ten
basierende Anpaa­rungsempfehlungen
bei freier Vererber­wahl und die Mög­
lichkeit, Zukunftsprognosen zu erstel­
len, sind Vorzüge des Programms, die
für stetig wachsendes Interesse an
SireMatch gesorgt haben. Heute wer­
den in Deutschland etwa 75 000 Kühe
mit SireMatch-Unter­stüt­zung ange­
paart – Tendenz steigend.
Das Prinzip
Bei der Nutzung des SireMatch-Pro­
gramms unterscheidet man zwischen
zwei Vari­an­ten.
Bei Variante 1 werden die vom zustän­
digen LKV oder dem deutschen Rech­
enzentrum VIT gelieferten MLP-Daten,
Zuchtwerte, Pedigrees sowie die Ge­
high
lights
6
April 2010
Sie wollen Ihr Zuchtziel optimal in Ihrer Herde umsetzen? Das
Anpaarungs­programm SireMatch unterstützt Sie dabei.
Der SireMatch-Experte Daniel Gärke widmet dem Einstufen seine volle Aufmerksamkeit.
burts- und Abgangsdaten genutzt, um
Anpaarungsempfehlungen auf Pe­di­
greebasis zu rechnen. Dabei achtet
SireMatch auf den Va­ter und die Groß­
väter des anzupaaren­den Tieres. Han­
delt es sich bei diesen Bullen beispiels­
weise um schlechte Funda­ment­verer­
ber, schlägt das Pro­gramm Bullen vor,
die unter anderem diese Defizite aus­
gleichen. Gleich­zeitig werden aber
auch die übrigen Parameter einbezo­
gen, die man berücksichtigen muss,
Aart van Dolder von der Hero Land­
wirtschafts GmbH in Herrmannsacker,
in deren Herde 275 Kühe gemolken wer­
den, ­berichtet: „Ich nutze SireMatch
seit 2006, um meine Herde einheitlich
zu züchten und Inzucht zu vermeiden.
Die ­daraus ­resultierende Nachzucht
beweist die Funktionalität dieses
Anpaa­rungs­programms, denn die Tiere
spiegeln mein Zuchtziel wieder. Beson­
ders gut gefällt mir, dass hier auf dem
Betrieb gerechnet wird. So kann ich
gemeinsam mit dem Experten mein
persönliches Zuchtziel erarbeiten und
jeden einzelnen Schritt nachvollziehen
– da bleiben keine Fragen offen.”
um ein (je nach Zuchtziel des Betriebs­
leiters) aus­gewogenes Tier züchten zu
können.
Bei Variante 2 wird prinzipiell genauso
vorgegangen wie bei der ersten Vari­
an­te. Im Unterschied zu dieser werden
die Tiere jedoch vor der An­paarungs­
be­rechnung in ihren linearen Merkma­
len beurteilt. Auf diese Weise wird das
Exterieur mit einbezogen, und der Ein­
stufer kann sich ein besseres Bild von
der Herde machen, um bei der Bullen­
auswahl gezielter vorgehen zu kön­
nen. Idealerweise wird der Bestand
vor dem Einstufen fixiert bzw. wurden
die einzelnen, für die Nacheinstufung
vorgesehenen Tiere bereits selektiert
oder markiert. Dadurch beträgt der
Zeitaufwand des Einstufers für das
Bewerten eines Tieres nur etwa eine
Minute.
Bei beiden Varianten kann direkt auf
dem Betrieb gerechnet werden, und
die Listen sowie Auswertungen kön­
nen sofort ausgedruckt und dem Be­
triebsleiter zur Verfügung gestellt wer­
den. Der hierfür erforderliche Zeit­auf­
wand beläuft sich in der Regel auf 60
bis 90 Minuten. Darüber hinaus kön­
von CRV wird seit Jahren erfolgreich genutzt
Ihre Herde bewirken?
nen Schnittstellen für Herdenbetreu­
ungsprogramme erstellt werden, um
dem Landwirt die Handhabung der
Anpaarungsergebnisse so einfach
und komfortabel wie möglich zu ma­
chen. So ist SireMatch unter anderem
mit den Programmen, Herde, Super­
kuh, Fullex­pert und DP21 kompatibel.
Der individuelle Ansatz
Für die Anpaarungsberechnung kann
der Landwirt sein persönliches Zucht­
ziel (z.B. Nutzungsdauer, Melkrobo­ter­
taug­lichkeit, Schautyp, Leistung, usw.)
definieren. Sämtliche Gewichtungen
der Zuchtwerte können geändert wer­
den. Zudem ist es möglich, für jedes
Merk­mal Unter- und Obergrenzen ein­
zuführen, was vor allem bei Strichstel­
lung, Melkbarkeit und Beckenneigung
sinnvoll ist. In Ausgabe 2/2010 berich­
tete übrigens das Elite Magazin, dass
SireMatch von den getesteten Anpaa­
rungs­pro­grammen die meisten Einstel­
lungs­mög­lichkeiten für das Zuchtziel
bietet.
Bei der Vererberauswahl kann der Be­
triebsleiter die anzupaarenden Bul­len
unabhängig von deren Besitzern frei
wählen. Angepaart werden können
Holsteins (Sbt/Rbt), Angler und Doppel­
nutzungsrassen. Selbst Deck­bullen
mit Pedigree-Zuchtwerten können ge­
rech­net werden. Bei der Anpaarungs­
be­rechnung können die schwarz- und
rotbunten Tiere separat angepaart
wer­den. SireMatch ist als einziges
Anpaa­rungs­programm
in der Lage, neben In­
zucht und allgemeinen
Gen­defekten auch BY
(Spinnen­glie­drig­keit) zu
berücksichtigen.
Wurden alle Ein­stel­lun­
gen dem Zucht­ziel ent­
sprechend vorgenom­
men und die An­paar­
ungs­berech­nungen
­erfolgreich
abgeschlos­sen, erhält
der Land­wirt die Liste
mit der Einzel­tier­em­
pfehlung (erste und
zweite Wahl je Tier),
die Auflistung der (we­
gen Inzucht oder Gen­
defek­ten) ausgeschlossenen An­
paarungen, ein Ver­zeichnis der anzu­
paarenden Bullen unter Angabe der
Anzahl der vor­ge­schla­ge­nen Besa­
mun­gen bei der ersten und zweiten
Wahl sowie eine Zu­kunfts­prognose für
die Nachkom­men. Auch hierbei wer­
den die Anga­ben wie beispielsweise
Durchschnitt der Kühe, Durchschnitt
der empfohlenen Bullen und geschätz­
te Durch­schnittswerte der aus der An­
paarung resultierenden Nachkommen
nach erster und zweiter Wahl unter­
schieden.
Die Kosten
Kauft der Landwirt 60 % des Sperma­
bedarfs bei CRV Deutschland ein, ist
Bei der Einstufung
werden alle wichtigen Merkmale auf
einem Handheld-PC
erfasst.
(Foto: Elite Magazin)
SireMatch (inkl. der Einstufungen) ein
kostenloser Service. In allen anderen
Fällen wird der Aufwand mit 50 Euro
Anfahrts­pau­schale plus ein bis zwei
Euro pro Kuh (je nach Betriebsgröße)
in Rech­nung gestellt.
Sind Sie beispielsweise auf Kühe wie diese
Bertil-Tochter namens
Jacoba 191 aus? Mit
SireMatch erreichen
Sie Ihr Zuchtziel am
schnellsten.
Fazit
Für Betriebsleiter, die eine klare Vor­
stel­lung davon haben, in welche Rich­
tung sich ihre Herde entwickeln soll,
ist SireMatch ein hervorragendes
Instru­ment bei der Verer­ber­aus­wahl.
SireMatch bietet unabhängige, auf
Zucht­wer­ten basierende Anpaarungs­
empfehlungen bei freier Bullen­aus­
wahl und Ausschluss von Inzucht und
Gendefekten. SireMatch kann von je­
dem Milchviehhalter in Deutschland in
Anspruch genommen werden, unab­
hängig davon, wie groß seine Herde
ist. Zudem erleichtert SireMatch die
Verwaltung des Sperma­bestands
und verschafft dem Betriebs­leiter
einen besseren Über­blick.
Wenn Sie noch mehr über
SireMatch wissen wollen oder
Fragen dazu haben, können Sie un­
seren Anpaar­ungsspezialisten Daniel
Gärke telefonisch unter der
Rufnummer 0151-17 14 22 22 oder per
E-Mail unter daniel.gaerke@crv4all.de
erreichen. Oder Sie fragen den für Sie
zuständigen Außendienstmitarbeiter
nach SireMatch.
high
lights
Nr.
April1 2010
März 2000
7
Robuste, inhaltsstoffstarke Laufstallkühe
Beekmanshoeve Bertil
D
ie Kuhfamilie, die Bertil hervor­
gebracht hat, lässt sich sehr
weit zurückverfolgen, trat
aber erst mit der VG-85 eingestuften
Eagle-Tochter Tinnie 158 ins Ram­pen­
licht. Tinnie 158 wurde 13 Jahre alt
und brachte es auf eine Lebensleis­
tung von gut 105 000 kg mit 4,59 % Fett
und 3,65 % Eiweiß. Tonny Koekkoek,
seinerzeit Sire Analyst bei Holland
Genetics, hatte ein Auge auf diese
Familie geworfen. „Ich habe damals
Tinnie 208 unter Vertrag genommen,
eine sehr frühe Tochter aus dem Wie­
dereinsatz von Sunny Boy. Genau wie
ihre Mutter Tinnie 158 war auch sie
schon damals eine beeindruckende
Kuh. Seit dieser Zeit habe ich diese
Kuhfamilie sehr genau im Blick behal­
ten. Sie entwickelte sich von Genera­
tion zu Generation weiter. Es waren
mittelrahmige Kühe mit enormer Stär­
ke und Robustheit. Besonders auffällig
waren die durchgängig optimal gela­
gerten, breiten Becken.”
Er ist aus einer sehr tiefen, hochleistenden Kuhfamilie hervor­
gegangen, und sein Vater Willis gilt immer noch als Spezialist für sehr
hohe Inhaltsstoffe: Lernen Sie hier den Allrounder Bertil kennen.
Velda steht in Belgien und demonstriert deutlich die Vererbungsstärken ihres Vaters Bertil.
Dieser All­rounder macht robuste, starke Kühe mit super Eutern und klaren Fundamenten.
ges Jung­rind für ein Bul­lenkalb aus ei­
gener Abkalbung unter Vertrag genom­
men. Die Anpaarung mit Willis stieß
beim damaligen Besitzer zunächst auf
Un­verständnis. Koekkoek konnte ihn
jedoch von dieser Kombination über­
zeugen und sollte Recht behalten.
Sein Vater
Beekmanshoeve Bertil:
Nicht nur seine Qua­li­
täten, auch seine Ab­
stam­mung machen ihn
zu einem interessanten
Vererber, denn es gibt
nur extrem wenige
Willis-Söhne im
Wiedereinsatz.
high
lights
8
April 2010
Seine Mutter
Auf Tinnie 208 folgte die Fatal-Tochter
Tinnie 311, die nach einer enormen ers­
ten Laktation, in der sie über 20 000 kg
Milch mit 3,81 % Eiweiß gegeben hat­
te, zu einer der landesweit gefragtes­
ten Bullen­mütter avancierte.
Aus Tinnie 311 resultierte die VG-86
ein­gestufte Jocko Besne-Toch­ter
Tinnie 409, die eine Lebensleistung
von knapp 50 000 kg mit 4,09 % Fett und
3,51 % Ei­weiß erzielte. Tonny Koek­
koek hatte Tinnie 409 bereits als jähri­
Willis genießt bis heute Anerkennung
als Spezialist für enorm hohe Inhalts­
stoffe. Aktuell hat er Zuchtwerte von
+0,61 % Fett und + 0,29 % Eiweiß bei
ausgeglichener Milchvererbung. Zu­
dem glänzt Willis für Ge­sund­heits­merk­
male wie Euter­gesund­heit, Töch­ter­
fruchtbarkeit und Lang­lebigkeit.
Aus dieser Anpaarung entstand Bertil,
der die positiven Faktoren von Vaterund Mutterseite erfolgreich zu kombi­
nieren versteht. Bertil verbindet die
gute Eiweißvererbung (+0,29 % E), die
Robustheit und das Exterieur seiner
mütterlichen Linie mit den enorm ho­
hen In­halts­stoffen und den guten Ge­
sund­heits­merkmalen seines Vaters.
Seine Vererbung
Töchtergruppen von Bertil waren be­
reits mehrfach auf Ausstellungen und
Schauen zu sehen. Die mittelrahmigen
Kühe überzeugen durch Stär­ke,
Robust­heit und Beckenbreite. Ihre
sehr trockenen Fundamente sind gut
gestellt. Auffällig ist die äußerst har­
monische Bewegung der Bertils. Ihre
hoch angesetzten Euter sind mit einem
starken Zentralband ausgestattet. Die
Striche sind optimal platziert, und die
Vordereuter gehen geradezu ideal in
die Bauchdecke über. Kurz gesagt:
Bertil-Töchter sind der Inbegriff der
harten Laufstallkuh.
In der Anpaarung kann Bertil sehr
breit eingesetzt werden, denn sein
Vater Willis wurde in Deutschland nur
wenig genutzt. Er passt sehr gut auf
die Blutlinien von Addison und dessen
Söhnen Olym­pic und Martin. Darüber
hinaus eignet er sich perfekt für den
Einsatz auf Lord Lily- und Lau­renzoLinien sowie auf Abstam­mun­gen mit
O-Man- und Ramos-Blut.
„Milch und ordentliche Tiere sind mir sehr wichtig”
Robuste Kühe
S
eit gut einem Jahrhundert ist
die Hofstelle hinter dem Rhein­
deich das Zuhause von Fami­
lie Brings. „Mein Ururgroßvater hat
den Hof 1903 erworben”, sagt Heiner
Brings (44), der den Betrieb 1996 von
seinen Eltern Erich und Ria Brings
übernommen hat. Ge­meinsam mit sei­
ner Frau Annette (39) und einem Azubi
bewirtschaftet er den 106-ha-Betrieb,
auf dem 120 Kühe gemolken werden.
Der Hof von Heiner und Annette Brings steht direkt hinter dem
Rheindeich. Die alteingesessene Landwirts­familie melkt in Rheinberg
am Niederrhein 120 Holsteins und bewirtschaftet 106 ha LN.
Die begeisterten Jäger
Heiner und Annette
Brings mit den Töchtern
Christina (8) und
Stefanie (7) sowie dem
Münsterländer Lukas
und Border Terrier Axel
vor dem neuen Abkal­be­
stall. „Bei uns ist ganz
überraschend zum 1. Au­
gust ein Ausbildungs­
platz freigeworden. Wir
freuen uns auf enga­
gierte Bewerber, die
Spaß an der Arbeit mit
Kühen haben”, infor­
miert Heiner Brings.
Der Betrieb
„Meine Eltern haben 1982 den ersten
Boxenlaufstall gebaut, der 60 Kühen,
45 Rindern und 12 Kälbern Platz unter
einem Dach bot. Wegen der Kontingen­
tierung mussten sie die Herde 1984
auf 45 Kühe verkleinern. Ab 1992 ha­
ben wir Quote zugekauft und gepach­
tet und die Herde wieder aufgestockt.
1996 wurde der neue Stall mit Tief­
boxen für 100 Kühe eingeweiht. Im al­
ten Stall ist seitdem das Jungvieh un­
tergebracht. Im Jahr 2000 haben wir
dann auf 120 Kühe aufgestockt. Bei
dieser Kuhzahl ist es bis heute geblie­
ben, aber die Leistung ist nach oben
gegangen”, berichtet der Be­triebs­
leiter. „Seit 2009 haben wir den neuen
Abkalbestall, in dem die Frischmelker,
Trocken­stehen­den und Kalbenden so­
wie die kranken Kühe auf Stroh gehal­
ten werden. Die­ser Stall ist mit einer
integrierten Mist­platte ausgestattet.
Für diese Lö­sung haben wir uns ent­
schieden, weil wir stren­ge Umwelt­
schutz-Auflagen erfüllen müssen,
Betriebsspiegel
Heiner und Annette Brings
Niederwallach 22
47495 Rheinberg
Bestand: 120 Kühe plus Nachzucht
Leistung: 10 066 kg 4,06 % F 3,39 % E
Fütterung: Teil-TMR aus Mais- und
Grassilage, Maisgluten, Getreide,
Raps- und Sojaschrot, Luzerne und
Mineralfutter
Fläche: 106 ha, davon 25 ha Silomais,
21 ha Getreide, 10 ha Welsches Wei­
del­gras, 4 ha Zuckerrüben und 46 ha
Dau­er­grünland
denn un­ser Betrieb liegt in einem Na­
tur­schutz- und FFH-Ge­biet, was das
Wirtschaften insgesamt erschwert.”
Die Herde
Bis auf zwei, drei Rotbunte stehen in
der Herde nur Schwarzbunte, von de­
nen vie­le rotbunte Väter haben. „Un­
ser Zucht­ziel ist die robuste Kuh mit
solidem Ex­teri­eur, die in unserem Stall
gut funk­tioniert. Wir haben unter ande­
rem die CRV-Bul­len Timer, Decem­ber,
Win und Olympic ein­gesetzt. Vor allem
die Wins und die Olympics machen‘s.
Leider ist eine un­serer beiden Wins
durch Blitz­schlag abgegangen. Die
andere hat in der 2. Laktation 19 880 kg
gegeben – in 500 Tagen”, schmunzelt
Heiner Brings. „Die fünf Olympics sind
gleichzeitig in Milch gekommen. Sie
sind echte Kano­nen und geben jede
Menge Milch. Sie stammen aus Kühen
mit guten Eutern, die nicht so viel Kör­
per und Substanz hatten. Olympic hat
auch für etwas länge­re Striche ge­
sorgt.” Aktuell nutzt der Niederrheiner
Olympic, Win, De­cem­ber, Support und
Bertil. Die Rinder wer­den mit Marsh
und December angepaart.
Die Zukunft
„Wir sind in der Milchviehhaltung gut
aufgestellt. Wir haben in Stallmo­der­ni­
sierung und Kuhkom­fort investiert, um
die Tierverluste zu minimieren. Zwei­
mal pro Jahr kommt der Klau­enpfleger,
denn eine Kuh, die gut läuft, frisst
auch gut. 2009 haben wir im Schnitt
10 066 kg Milch abgeliefert, aber wir
haben auch Tag und Nacht gearbeitet,
um rigoros Kosten zu senken und so
die schlechten Prei­se aufzufangen.
Mo­mentan bekommen wir 25 Cent. Wir
haben im letzten Jahr Geld verdient,
weil wir 30 Rinder verkaufen konn­ten
und die Zuckerrü­ben sowie die neue
Photo­vol­taik­anla­ge etwas eingebracht
haben. In der Milch­vieh­hal­tung ist die
Industri­a­lisie­rung voll im Gange. Wie
bei der Ge­flügel- und Schweine­hal­
tung wird es sehr große Einheiten ge­
ben. So gehen Ar­beitsplät­ze verloren”,
stellt der auch ehrenamtlich aktive
Land­wirt fest. „Wir werden die Herde
nicht vergrößern, sondern uns in an­
deren Betriebs­zweigen engagieren.
Ich werde die Kühe aber auch nicht
aufgeben, weil ich dazu viel zu sehr an
unserem Betrieb hänge.”
high
lights
Nr.
April1 2010
März 2000
9
Zusammenarbeit: CRV Luxemburg stellt sich vor
Gilbert Nies, Marie-Jeanne Müller
Im Verlauf der letzten beiden Jahre
buchführung sowie ein Eigen­be­
(Rech­nungs­wesen), Marco Dhur (MLP
wur­den die Namen und der Auftritt der
stands­be­sa­mer-Ser­vice­. Die Zucht­
und SireMatch), Fons Schroeder
Tochterunternehmen von HG (Holland
wert­e werden für uns in den
(Zucht­be­rater) sowie die Besa­mungs­
Genetics) in aller Welt vereinheitlicht.
Niederlan­den berechnet.
techniker Chris­toph Valent, Claude
Durch diese Maßnahme soll nicht nur
Vom 2.–4. Juli 2010 wird im luxembur­
Majerus und Marc Kartheiser.
nach außen hin, sondern auch firmen­
gischen Ettelbruck die Foire Agricole
Seit der Unternehmens­gründung
intern deutlich ge­macht wer­den, dass
veranstaltet. Wie in jedem Jahr wer­
wir alle Teil einer großen,
den dort auch dies­mal wie­
global tätigen Un­
der mehrere Tau­send
ternehmens­gruppe sind.
Besucher erwartet, die sich
CRV Luxem­burg und CRV
rund um das Thema
Deutsch­land haben sich
Landwirt­schaft informieren
schon in der Vergangen­
wollen. CRV Luxem­burg
heit in verschiedenen
wird auf der Foire Agricole
Bereichen gegenseitig un­
mit einem Stand vertreten
terstützt. Die­se
sein, und wie jedes Jahr
Zusammen­arbeit soll nun
wollen CRV-Kolle­gen aus
weiter verstärkt werden,
Deutsch­land und den Nie­
damit die vorhandenen
derlanden unsere Stand­
Synergie­effekte noch bes­
besatzung tatkräftig unter­
ser genutzt werden kön­
stützen. Wir möchten Sie
nen.Diese Entschei­dung
Das Team von CRV Luxemburg, verstärkt durch Kollegen aus Deutschland schon heute ganz herzlich
hat unter anderem zur
einladen, uns auf unserem
und den Niederlanden, auf der Foire Agricole 2009 in Ettelbruck.
Folge, dass die Milchvieh­
Stand zu besuchen. Dort
konn­ten wir in allen Tätig­keits­berei­
halter in Luxemburg ab sofort regel­
kön­nen Sie sich ein Bild vom aktuellen
chen Jahr für Jahr beachtliche
mäßig dreimal pro Jahr die deutsch­
Zucht­geschehen machen. Außer­dem
Steigerun­gen realisieren. CRV
sprachige Ausgabe der CRVerwarten Sie interessante Messe­
Luxemburg vermarktet nicht nur Rin­
Kundenzeit­schrift highlights erhalten
ange­bote, wobei das Spek­trum von
der­sperma, sondern bietet auch ein
werden.
ak­tuel­len CRV-Top­bul­len über SiryX
breites Spektrum von Dienstleis­tungen
Das Team von CRV Luxem­burg möchte
ge­sex­tes Sperma bis hin zu InSire
rund um die Milchviehhaltung an. Ne­
sich den highlights-Lesern vorstellen.
(markergetestete Jung­bullen) reicht.
ben der offizell anerkannten Milch­leis­
Die luxemburgische CRV-Tochter wur­
Wir freuen uns, die Milchviehhalter in
tungsprü­fung zählen dazu unser Be­
de 2006 unter dem Namen GenLux ge­
Luxemburg durch highlights jetzt auch
samungs­service, die com­puterge­
gründet. Heu­te kümmern sich fünf fest
grenzüberschrei­tend informieren zu
stütz­te An­paarungs­beratung
angestellte und zwei frei­e Mitarbeiter
können und wünschen Ihnen viel
SireMatch, Exte­rieur­ein­stu­fung, Herd­
um Ihre Bedürf­nisse: Geschäfts­führer
Spaß beim Lesen!
Ein Kuhkalb und noch ein Kuhkalb und noch …
… das ist die Devise von Joop Bergs­
ma. Seit Herbst 2008 setzt der Eigen­
bestandsbesamer erfolgreich SiryX
gesextes Sperma der Ver­er­ber Neva­
Joop Bergsma
aus Neuhaus/Oste
im nördlichen
Niedersachsen
nutzt für den
Ausbau seiner
Herde SiryX ge­­
sextes Sperma.
high
lights
10
April 2010
da, Spencer, Kian, Hen­son und Jag
ein. Auf seinem Betrieb, der in den
letz­ten Jahren ständig gewachsen ist,
werden derzeit etwa 300 Kühe gemol­
ken. „Bis Jahresende
wollen wir 350 Kühe
melken und brau­chen
daher reichlich weib­
liche Nach­zucht“, sagt
Joop Bergsma. Der
Bestand soll möglichst
aus der eigenen
Nach­zucht aufge­
stockt wer­den. Neun
von zehn SiryXPortionen werden bei
den Jungrin­dern ein­
gesetzt, sodass diese mit 24 Mona­ten
kalben. Aber auch Altkühe, die gut und
deutlich rindern, sind schon mit ge­sex­
tem Sper­ma tragend geworden. Bisher
resultierten die gut 100 eingesetzten
Por­tionen ausschließlich in Kuhkäl­
bern. „Was das Befruchtungs­ergebnis
angeht, habe ich bisher keinen Unter­
schied zwischen konventionellem und
gesextem Sperma festgestellt. Rund
75 % der besamten Tiere werden tra­
gend“, berichtet der Betriebs­leiter, für
den ein leichter Kalbeverlauf bei den
jungen Kühen sehr wichtig ist. Die Tie­
re starten viel besser in die Laktation,
wenn die Kalbung unproblematisch
verlaufen ist.
Classic PS: Wie der Vater, so der Sohn
Wie sein Vater Stadel ist auch Classic
PS ein legendärer Eckpfeiler der Rot­
buntzucht. Nahezu jeder Züchter hat
diese beiden Bullen eingesetzt.
Classic PS macht rahmige Typtiere mit
traumhaften Eutern und sehr hoher
Nutzungsdauer. Inzwischen hat er
schon mehr als 10 000 Töch­ter.
Classic PS-Töchter sind auf Schau­en
erfolgreich. So siegte beispielsweise
seine Tochter Ilma im Ja­nuar in
Schles­wig-Holstein auf der Schau
„Neumünster am Abend” bei den
­jungen Klassen rotbunt. Die alten
Klassen rotbunt sicherte sich die
­Sta­del-Toch­ter Diggy.
Die Classic PS-Tochter Ilma (links) von
Claus-Wilhem Steffens, Wiemers­dorf,
gewann in Neumünster die jungen,
Diggy (6. La., Stadel) von Gerd Sievers,
Bei­den­fleth, die alten Klas­­sen rotbunt.
California, here we come …
Zehn Landwirte aus ganz Deutschland
und vier CRV-Mitarbeiter reisten im Fe­
bruar für eine Woche nach Kaliforni­
en. Ers­ter Programmpunkt war die
World Ag Expo in Tulare, eine Fach­
messe ähnlich unserer Agri­tech­nika,
die jährlich rund 100 000 Besu­cher anzieht. In Amerika ist vieles größer als
in Europa. Das zeigte sich am Beispiel
der riesigen Milchviehbe­trie­be, die
wir besichtigten. So geben die
5 000 Kühe der De Jong Farm
im Schnitt fast 11.000 kg.
Milch­viehhalter denken bei
Kalifornien heu­te vor allem an
Kreu­zungs­zucht­ver­su­che, die
dort schon seit Jahren laufen.
Wir haben uns das vor Ort angesehen. Die Be­triebslei­ter
Überzeugend: Kreuzungstiere
berichteten, vergli­chen mit
rein­rassi­gen Hol­steins gäben
die Kreu­zungstie­re etwas weniger bis gleichviel Milch bei
hö­heren In­halts­stof­fen. Die
Fruchtbarkeit verbessere sich,
die Tierarzt­kos­ten sänken, die
Kälber sei­en vitaler, und ihr Le­
ben sei stress­freier. Die größten Er­folge werden mit den
Ras­sen Holstein, Schwedisch
Rotbunt und Montbéliarde erzielt, die im Rotationsverfahren an­
gepaart werden (ProCross).
Ein kulturbetonter Tag in San Fran­
sisco rundete die Exkursion ab.
In den USA ist
al­les größer: Grup­
penbild vor einem
Silo in Kalifornien.
Classic PS-Tochter glänzt in Österreich
Classic PS, der populärste Rotbunt­
bulle der letzten Jahre, zeigt seine
Stärken immer deutlicher. Auf fast allen wichtigen Schauen Euro­pas treten
Töchter dieses Aus­nahme­vererbers
an, so auch auf dem 5. Dairy Grand
Prix in Rotholz/Tirol. Classic PS-Töch­
ter gefallen wegen ihrer enormen Aus­
strahlung und verfügen über viel Kör­
per und Typ. Darüber hinaus haben sie
gute Fundamente und fest sitzende Eu­
ter. Nicht nur deshalb wird der StadelSohn Classic PS sehr gerne zur Exteri­
eur­verbesse­rung auf Fleckviehkühe
eingesetzt. Aber auch in der Red Hol­
stein-Rein­zucht zeigt Classic PS seine
Quali­täten. Eine typische Tochter ist
Marei­ke von Josef und Her­mine Stroh­
mayer aus Ardag­ger in Niederöster­
reich. Ma­rei­ke stammt aus einer Deck­
bul­len-Tochter mit nur durch­schnitt­li­
chem Fun­da­ment. Jo­sef Stroh­may­er
ist begeistert, in
welchem Aus­maß
Classic PS das
Exterieur ver­
bessern konn­te.
Zudem hat Ma­rei­
ke in der ersten
Lak­tation mit 37,2
kg Milch ein­
gesetzt. Familie
Stroh­mayer ­melkt
derzeit fünf Clas­
sic PS-Töchter und möchte den Bul­len
weiter einsetzen. Das ist kein Pro­blem,
denn der 10-Jährige erfreut sich bester Gesundheit und gilt als guter
Spermaproduzent.
Das Team Nieder­
österreich mit der
Classic PS-Tochter
Mareike von Josef
& Hermine Stroh­
mayer.
high
lights
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11
ZÜCHTERNACHWUCHS,
AUFGEPASST!
Du kannst eine
„Nintendo Wii“ gewinnen!
Und wie gewinnst Du die Wii?
Ganz einfach:
Du malst unser CRV-Logo auf eine Kuh
und fotografierst sie anschließend.
Dann musst Du uns das Foto nur noch per E-Mail unter info@crv4all.de
oder per Briefpost zuschicken. Unsere Postanschrift: CRV GmbH, Osterdammer Str. 47, D-49401 Damme. Wer uns das schönste, originellste Foto
zuschickt, der gewinnt die Nintendo Wii.
Ach so, ein Spiel gibt es dank der freundlichen Unterstützung der
Firma Nintendo auch noch dazu: Harvest Moon – Baum der Stille.
Bei diesem Spiel musst Du einen Bauernhof verwalten.
Und jetzt ran an den Speck! Einsendeschluss ist der 15. Juni 2010.
(Psssst, vielleicht helfen Dir ja Deine Eltern ein bisschen dabei.)
Das CRV Team wünscht Dir viel Erfolg!
Male das CRV-Logo
bitte nur mit Farben,
die der Kuh und Dir
nicht schaden können!
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Seele and Geist
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