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Bei Zahlen macht ihr keiner was vor - Bremer Aufbau-Bank GmbH

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MARKTE & MaCHER
SONNTAG
2010
27 jtjNi
Bei Zahlen macht ihr keiner was vor
Serie Frauen in Führung: Diane Zetzmann-Krien leitet als erste Bank-Chefin vor Ort die Bremer Aufbaubank
VON ANNEMARIE STRUSS.V.POELLNITZ
Branchenkompetenz, Dann verschafft man
sich pchnell Respekt und kann auf Augen-
Bremen. Sie habe früh eine Atfinität zu
Zahlen gehabt und zu analytischen The-
höhe mit Unternehmem diskutieren." Als
Frau zumal, räumt sie auf Nachfrage ein
und lächelt, Das seien schon interessante
Erfahrungen gewesen: Sie als junge Düektoria mit eilem Firmenkundenberater bei
den gestandenen baden-württembergischen Unternehmem, ,,Da wurde erst mal
gezuckt," Aber sie hatte sich gut vorbereitet, die Zahlen genau studiert, sich über die
Branche und das Untemehmen inJormiert,
,,Dadurch konnte ich Dinge ansprechen,
dje der Firmenkundenberater gar nicht
men, sagt Diane Zetzmann-Krien. Da lag
das Banklach nahe. Für eine Frau ist es bis
heute nicht ganz einfach in dieser Branche. Aber sle ist zäh und zielstrebig und ist
ietzt Bremens erste Bank-Chetin.
Seit
Mitte Mai leitet sie dig Bremer Aufbaubank (BAB), die Förderbank des Landes.
Diane Zetzmann-Krien ist seboren
*einer und
aufgewachsen in Nümberg,
Stadt,
die in vielen sozioökonomischen Daten mit
Bremen vergleichbar ist: Einwohnerzahl,
Messestadt, eine stark auf den Export ausgerichtete Wirtschaft. Das Nordäeutsche
und das Süddeutsche - da Ebt es natürlich
schon Unterschiede, in der Mentalität, in
der Sprache, Das harte ,,R" verrät ihre Herkunft, doch mit der norddeutschen Art
dürfte die energiegeladene, aber persönlich eher zunickhaltende Nürnberqerin
keine Probleme haben, Noch pendefn sie
und ihr Mann an den Wochenenden hin
und her, auf der Suche nach einem passen-
wusste, und auch neue Lösungsmöglichkeiten aulzeigen, "
Natürlich hat sie sich auch über Bremen
schon gut in-formiert, kennt die Vorzüge
Bremerhavens gegenüber anderen Wind-
kraJt-Offshore-Standorten wie Crxhaven
oder Emden (,,Bremerhaven hat mehr produzierende Industrie vor Ort"), kennt Flächen, Terminals und Investitionsprojekte.
,, Mir ist wichtig, was ich tue ", sagl sie.
Ist es für männliche Kollegen, für ältere
zumal, nicht manchmal schwierig mit einer
jungen Chefin vor der Nase zu leben? Es
geht ihr nicht um Konkurrenz, sagt sie,
den Haus in Bremen,
Beruflich kommt es ihr jetzt erst einmal
darauf an, sich bekannt zu machen, bei den
Banken vor Ort, den Untemehmen und Organisationen, zu allererst aber bei ihren
aber ich bin nun mal die Chefin. Meine Auf gabe ist es, Türen zu öffnen und Wege zu
bereiten, " Sie bemühe sich, authentisch zu
sein, und gehe davon aus, dass ihre Arbeit
auch so wahrgenommen werde.
Sie weigert sich, über eine Benachteiligung von Frauen zu klagen, Auf die Frage
nach einer ,,gläsemen Decke" für Frauen
auf dem Weg nach oben, sagt sie: ,,Es gibt
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern,,,Ich
finde es wichtig, jede und jeden persönlich
kennenzulernen ", sagt sie,
Ihre Bankausbildung begann sie bei der
Deutschen Bank in Nürnberg. ,,Das war ein
gutes Fundament", sagt sie rückblickend,
Aber auf dem Fundament wollte sie nicht
stehenbleiben. Sie habe sich in ihrer reweiligen Position immer gefragt, was man
noch mehr tun könnte, ,,Das ist bei mir so
ein innerer Antrieb", sagt sie, Der brachte
sie in die Auslandsabteilung der Deutschen Bank, dann in die Firmenkundenund Kreditabteilung und schließlich für ein
.lahr nach New York. Mal abgesehen davon, dass sichtdasrin,jedem Lebenslauf gut
macht, war es eben auch persönlich eine
Bereicherung, ,,Eine tolle Stadtl",
schwärmt sie, Von ihrem Büro aus seien es
nur wenige Gehminuten zum MoMa gewesen, dem-weltberühmten Mus€um für moderne Kunst, ,,Dort konnte man in der Mittagspause wunderbar eintauchen, "
Unternehmen, in denen Frauen sich nicht
weiterentwickeln können, Das muss man
erkennen und Konsequenzen daraus ziehen, " Sich bloß nicht verkämpfen und abarbeiten an Strukturen, die man offensichtIich nicht ändern kann, Lieber nach vome
blicken und die eigenen Energien positiv
nutzen, ,,Ich freue mich, dass ich jetzt in dieser Position bin und Akzente setzen kann " .
sagr sle,
Störfeuer konsequent ignorieren
Nachwuchsförderung ist ihr wichtig, Ihre
Erfahrungen gibt sie gerne weiter an junge
Frauen, zum Beispiel au-f dem Konqress
,,Spitzenfrauen-Wege ganz nach oben" in
Baden-Baden im letzten Jahr. Da hat sie ais
Referentin beim BranchenJörum Banken
mitgemacht, ,,Das ist mir eine Herzenangelegenheit", sagt sie, ,,Frauen sollten sich
von Störfeuern nicht entmutigen lassen,"
Mehr Raum zurn Gestalten
Kunst liebt sie. Zu ihren bevorzugten Malern gehört Franz Marc, eme p9rf9
Entdgqkpng ist der Bri
den iSiöi in:.S{üttcart l ke
es irittiäT iätüIiäItat seir
der Bremer Aufbaubank. vor eiF0T0:
mit Marc aufnehmen kann. Gleich
lässt
man neugierig die Blicke schweifen, um zu
sehen, was in ihrem lichtdurchfluteten
Büro im Kontorhaus an der Lanqenstraße
an den weißen Wänden hängl Si-e hat sich
von Kunsthaliendirektor Wulf Herzogenrath die Genehmigung erbeten, Werke aus
dem Archiv auszuleihen, Aus einer kleinen
Vorauswahl der Kunsthalle hat sie zwei Bilder ausgewählt, von AdoU Fleischmann,
der lange in Stuttgart lebte, und von dem
Briten Ben Nicholson,
Aber eigentlich sind wlr in unserer Chtonologie noch gar nicht in Bremen, sondern
immer noch in New York; beziehungsweise auf dem Rückweg in die Heimat, Mit
viel Schwung zurück in Deutschland, ging
es bei der Deutschen Bank für ZetzmannKrien nicht im erhofften Tempo weiter. Sie
grng als Direktorin für den Beieich Firmenkunden und als stellvertretende Vorstandssprecherin zur Südwestbank nach Stuttgart, Der Chefposten bei der BAB war dann
der logische nächste Schrift, ,,Die Erfahrung bei der Deutschen Bank war sehr wertvoll für mich " , sagt sie, ,, aber in einem gro-
FRANK
IH0MAS
KOCH
Und sie sollten sich und ihre Leistunqen
nicht ständig hinterfragen. ,,Das kann rian
von Männern lernen." Natürlich könne
merischem Denken und einem ordent[-
fahmng mitbringt, Für die Südwestbank
hat sie Projekte im Bereich regenerative
man an sich arbeiten, ,, aber es steckt schon
in einem drin, Das ist wie ein Rohdiamant,
den man schleiJen kann. " Frauen müssten
sehr viel stärker lemen zu sagen, was sie
können und was sie wollen,
Der Beruf ist ein großer Teil des Lebens,
so Zetzmann-Krien, Da sei es doch wichtig,
dass das auch Spaß mache. Natür1ich gebe
es auch mal schlechte Erfahrungen, ,,aber
die tragen zur Entwicklung bei",
Für Frauen wie sie, die Interbsse an ZahIen und am Umgang mit Menschen hätten,
sei der Bankbereich interessant und biete
gute Möglichkeiten, Dass sich die Branche
durch die Finanzkrise gmndlegend ändert,
erwartet Zetzmann-Krien nicht, ,,Es fällt
chen Schuss Psychologie, ,,das ist das, was
ich gut mache " ,
Ab jetzt also in Bremen, wieder in einer
etwas anderen Rolle als bei der Südwestbank, Zunächst einmal hat sie bankenrechtlich die Aufsicht über die BAB, Sie besitzt
eine sogenannte Vollbanklizenz und erfüllt
damit eine Auflage der BankenauJsicht BaFin für die Bremer Förderbank. Die soll
nach dem Willen der rot-qrünen Koalition
Energien begleitet: Fotovoltaik, Biomasse,
Windenergie, bis zur Finanzierung kompletter Windparks, Diese Expertise ist in
Bremen sehr willkommen, denn vor allem
auf den Offshore-Markt setzt die Reoion bekannilich große Hoffnungen,
Zetzmann-Krien arbeiiet sich intensiv in
Themen ein, durch Lektrire, aber vor allem
im Gespräch mit Unternehmem und anderen Fachleuten, ,,Man braucht eiae große
eine wirksame Bankenregulierung durchgesetzt wird", sagrt sie, Die Großbanken
seien stark vom Investmentbanking abhängig und die Staaten von den Banken, ,,Das
geht so weiter wie bisher, "
AIs Chefin einer regionalen Förderbank
ist sie da in einer neuen Rolle, über die sie
sich offensichtlich freut und die sie zu qestalten denkt,
ßen Konzem hat man es mit komplexen
Strukiuren zu tun." Sie habe sich für eine
kleinere Bank entschieden, in der sie mehr
gestalten könne.
Das Kredltgeschäft rrnd der Umgang mit
Kunden ziehe sich wie ein roter Faden
durch ihre Karriere. ,,Bei Zahlen macht mir
keiner efwas vor", sagt sie selbstbewusst.
Aber das, was hinter den Zahlen steht, die
Situation und die Perspektiven eines Unternehmens und der Umgang mit den Personen, die dazugehören, das mache den eigentlichen Reiz der Arbeit aus, Diese Kombination aus nüchterner Analyse, untemeh-
bei der Wirtschaftsförderung künftig eiae
aktivere Rolle spielen, Wirischaftsförderung gibt es in Bremen fast nur noch als Darlehen, nicht mehr als Zuschuss, Die BAB leitet entsprechende Fördermittel der bundeseigenen KfW an ciie Hausbanken der Unter-
nehmen durch, die ein zinsvergünstigtes
Darlehen beantragt haben. Darüberhinaus
enfwickelt die BAB aber auch eioene Förderprogramme des Landes und'beteiligt
sich an Proj ekffinanzierungen.
Auch das gehört zu den Bereichen, in de-
nen Zetzmann-Krien schon einiges an Er-
mir schwer zu glauben, dass kurzfristig
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Seele and Geist
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