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4 FLASH NR. 05 – 2. Oktober 2003 - Verband Schweizer Medien

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FLASH NR. 05 – 2. Oktober 2003
Editorial
Wohlklang
und Misstöne
Noch immer klingen uns die harmonischen
Akkorde des Zürcher Kammerorchesters im
Ohr, das uns einen unvergesslichen Kongresseinstieg geboten hat. Das Berner Oberland
zeigte sich von seiner schönsten Seite, und
den Teilnehmern hat der Anlass gefallen.
Also eitel Freude und Sonnenschein im Kreise
der Schweizer Verleger? Der Schein trügt –
und zwar enorm. Während des gesamten
Anlasses wurde debattiert, argumentiert,
gestikuliert und gestritten. Sei es über die
Presseförderung, den GAV, nochmals die
Presseförderung, die Sitzordnung an der Publishers Night und, und, und. Einig war man
sich in erster Linie darüber, dass man sich
nicht einig ist. Zu facettenreich sind die Probleme der Verleger und deren Persönlichkeiten.
Aber was ist denn schlimm daran? Genau
das wollen wir doch. Die Branche lebt. Sie
setzt sich aktiv mit ihren Anliegen auseinander. Schwellenängste zwischen Gross und
Klein gibt es keine. Wer austeilt kann auch
einstecken. Konstruktive und engagierte Dispute sind für jegliche Probleme und Projekte
unverzichtbare Katalysatoren, die zu besseren
Resultaten führen. Ich danke Ihnen für Ihre
streitbare Präsenz und wünsche mir noch
zahlreiche solche Begegnungen.
Einen ausführlichen Bericht über den Jahreskongress in Interlaken finden Sie anschliessend. Es würde mich sehr freuen, Sie auch im
nächsten Jahr zu treffen. Der Jahreskongress
der SCHWEIZER PRESSE 2004 findet vom 16.
bis 18. September in Lausanne statt.
Nach dem Erfreulichen nun noch zum grossen Ärger. Wie Sie wahrscheinlich der Presse
entnommen haben, hat der Nationalrat kurz
nach dem Kongress über den Medienartikel
in der Verfassung beraten und diesen angenommen. Als nächstes geht das Geschäft in
die kleine Kammer, die sich voraussichtlich
in der Wintersession damit befassen wird.
Nach wie vor sind wir der Ansicht, dass der
Artikel, und vor allem die damit einhergehenden Massnahmen und Regulationen, im
Namen der Freiheit und Unabhängigkeit der
Presse, unbedingt verhindert werden muss
(vgl. unser Communiqué auf Seite 6). Dass es
andere, unseres Erachtens bessere Diskussionsgrundlagen gibt, haben wir mit unserem
Dossier Presseförderung signalisiert.
Es sei damit noch einmal in aller Klarheit
gesagt: Die Verleger wollen diesen Medienartikel nicht. Obwohl das Interesse an der
Thematik nun etwas zugenommen hat, bestehen immer noch zahlreiche Missverständnisse und Wissenslücken. Es liegt nun an uns,
weiterhin intensiv die öffentliche und vor
allem die parlamentarische Meinungsbildung zu unterstützen. Wir werden Sie auf
dem Laufenden halten.
Ihr Daniel Kaczynski
Kongress in Interlaken
Die Schweizer
Presse weiss
trotz Krise, was
sie wert ist
Am Wochenende vor der nationalrätlichen Debatte
um einen neuen Medienartikel hat der Verband
SCHWEIZER PRESSE an seinem Jahreskongress
in Interlaken offensiv und kreativ medienpolitische Position bezogen und ein differenziertes
Modell für die – vorzugsweise indirekte - Presseförderung vorgestellt.
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FLASH NR. 05 – 2. Oktober 2003
Die Reaktionen reichten vom Lob («Paradigmenwechsel», SP-Nationalrat Hansjürg Fehr)
bis zu scharfem Tadel («Subventionsjäger auf
der Pirsch», NZZ). Hanspeter Lebrument, der
ehrenvoll gewählte neue Verbandspräsident,
blieb gelassen und sprach von einem pragmatischen Beitrag an die beginnende Debatte. Wichtig war für ihn vor allem, dass «die
Schweizer Presse erstmals ihre Vorstellungen
von staatlichen Rahmenbedingungen präsentiert.» Marco de Stoppani, Präsident der
verantwortlichen Arbeitsgruppe des Departements Recht, ergänzte, dass die viel diskutierten 150 Millionen, die der Verband als
jährliche Förder-Grössenordnung zur Diskussion stellte, in etwa der Gesamtheit der gegenwärtigen Leistungen entsprechen. Lebrument hielt indessen fest, dass die Politik den
privaten Druckmedien in den letzten vierzig
Jahren insgesamt über 550 Millionen pro
Jahr weggenommen hat, u.a. durch die durch
die Einführung des Werbefernsehens bewirkte
Umwälzung des Werbemarkts, aber auch
durch den steten Abbau der Postsubventionen, deren Auslaufen Ende 2007 den unmittelbaren Anlass zur Aktivität des Verbandes
bildete.
Mit 91 gegen 49 Stimmen hiess die Mitgliederversammlung ein Dossier über die Presseförderung gut, mit dem der Verband seine
Position differenziert ausdrückt. Im Vordergrund stehen auch für die Verleger indirekte
Förderungsmassnahmen, vor allem die Förderung des Zeitungsvertriebs, aber auch
Investitionen in Aus- und Weiterbildung von
Journalisten und Verlagsfachleuten sowie in
die Datenversorgung. Stimmen, die in der
Versammlung engagiert gegen jede Subvention und damit gegen den befürchteten Griff
des Staates nach den Medien plädiert hatten,
blieben klar in der Minderheit. Kernstück des
Verleger-Modells ist eine Stiftung als
«Brandmauer» zwischen Geldgeber und
-empfängern (Details siehe Communiqué).
Coninx geehrt, Lebrument gewählt
Der Kongress 2003 stand sodann im Zeichen
der Wachtablösung an der Verbandsspitze.
Nach elfjähriger erfolgreicher Amtszeit trat
Dr. Hans Heinrich Coninx (Tamedia AG)
vom Verbandsvorsitz zurück und wurde mit
lang anhaltendem Applaus zum Ehrenpräsidenten gewählt. Einmütig zu seinem Nachfolger bestimmt wurde Hanspeter Lebrument
(Südostschweiz Medien AG). Das Präsidium
des Verbandes wurde wegen der erhöhten
Arbeitslast um zwei Sitze erweitert; neu gewählt wurden Martin Kall (Tamedia AG),
Peter Wanner (AZ Medien AG) und Josef
Zihlmann (Grafisches Unternehmen Willisauer Bote).
Selbstbehauptung und Selbstbewusstsein
der Presse
Der Kongress des Verbandes SCHWEIZER
PRESSE vermittelte einmal mehr spannende
inhaltliche Positionen bedeutender Persönlichkeiten. Die prominente FernsehModeratorin Sabine Christiansen mass den
journalistischen Freiraum zwischen den
Kommunikationszielen der Mächtigen und
den Informationsansprüchen des Publikums
aus. Der vielfach erprobte schwäbische Unternehmer Heinz Dürr, über persönliche Erfahrungen mit den Medien in vierzig Jahren
berichtend, riet zu aktiver Zusammenarbeit
mit den Medien, aber auch für unbedingte
Wahrhaftigkeit (selbst wenn es momentan
einen Nachteil bedeuten sollte). Er riet den
Unternehmern auch, von der Begegnung mit
Journalisten zu lernen und nie den Versuch
zu machen, die Quellen von Indiskretionen
aufzudecken. Abt Martin Werlen vom Kloster
Einsiedeln, der im Habit des Benediktinermönchs auftrat, benannte die gegenseitige
Angst als einen der Hauptgründe für die vielen Missverständnisse zwischen Medien und
Kirche. «Gewisse Medienberichterstattungen
nageln Menschen an ihrem Versagen fest.
Gerade dadurch werden Geheimnistuerei und
Vertuschung gefördert.»
Journalismus in Gefahrenzonen
Eine buchstäblich tod-ernste Note brachte
NZZ-Chefredaktor Hugo Bütler ins Gespräch,
als er daran erinnerte, dass allein im laufenden Jahr auf dieser Welt 42 Journalisten in
Ausübung ihres Berufs getötet worden sind.
«Offener Krieg ist nur eine Art der Gefahr,»
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betonte Bütler. Viele Journalisten sterben im
eigenen Land und von der Hand von Verbrechern, die die Aufdeckung ihrer Machenschaften fürchten. Als die andere Gefahrenzone identifizierte Bütler die Tatsache, dass
Medien ein der Konkurrenz ausgesetztes Geschäft sind, das wie andere den Geboten von
Angebot und Nachfrage unterliegt. Wo der
Markt regiert, wächst die Gefahr der Zuspitzung und Verfälschung um des Effekts willen,
nicht nur in Kriegs- und Krisengebieten. Von
da war der Bezug zu Fehlentwicklungen des
modernen Journalismus – Bütler nannte
«mid risk journalism», Thesenjournalismus
und Borderline-Phänomene – nahe liegend.
Eindringlich plädierte Hugo Bütler für den
traditionellen Qualitätsjournalismus, der das
Gegenteil ist von «konsumfreundlichem Textumfeld» für Anzeigen.
Greift der Staat nach den Medien?
Robert Nef, Publizist und Leiter des Liberalen
Instituts Zürich, verneinte die selbst gestellte
Frage, denn: «Der Staat greift nicht nach den
Medien, weil er das gar nicht nötig hat. Die
Medien sind schon in seiner Nähe und im
Netzwerk des medial-gouvernementalen
Komplexes verstrickt.» Temperamentvoll und
angriffig stellte der Altliberale die viel gerühmte schweizerische Medienvielfalt in Frage, in der er «eine allgemeine Verflachung
der Meinungsprofile» diagnostizierte. Die
Konkordanz im politischen System tendiert zu
einer «Totalkonkordanz der politisch Korrekten in der Zivilgesellschaft», einer Mentalität,
die Nef als «Soft-Etatismus» geisselte.
Das abschliessende Podiumsgespräch unter
der Leitung von Markus Gisler (Aargauer
Zeitung/Mittelland-Zeitung) gab Verbandspräsident Hanspeter Lebrument, dem Verleger und Nationalratskandidaten Filippo Leutenegger sowie den Politikern Christiane
Langenberger (FDP) und Hansjürg Fehr (SP)
Gelegenheit, ihre medienpolitischen Positionen kontrastreich abzubilden.
KL
Präsidentenwechsel
Abschied, Dankbarkeit, Freude
Mit einem glanzvollen Konzert des Zürcher
Kammerorchesters und verdienten Lobreden
hat der Verband SCHWEIZER PRESSE von
seinem langjährigen verdienten Präsidenten
Dr. Hans Heinrich Coninx Abschied genommen. Dessen Nachfolger Hanspeter Lebrument führte sich mit einem medienpolitischen Rundumschlag kämpferisch ein.
Am Ende der Mitgliederversammlung hob
ausserdem Marco Stoppani mit einem witzigen Schlagzeilen-Puzzle im Namen des Präsidiums die Verdienste des scheidenden Präsidenten hervor. Manchmal habe es so ausgesehen, als wäre die Tamedia nur virtuell im
Präsidium vertreten, so genau und integer sei
Coninx darauf bedacht gewesen, die Belange
des Verbandes vor diejenigen des eigenen
Hauses zu stellen. Mit lang anhaltendem
Applaus erhob die Mitgliederversammlung
den Antrag zum Beschluss, dem scheidenden
Vorsitzenden die Würde des Ehrenpräsidenten zu verleihen.
Am Donnerstagabend wurde Hans Heinrich
Coninx im Festsaal des Kursaals Interlaken
auf die Weise verabschiedet, die seinem Wesen entspricht: musikalisch, harmonisch. Das
Zürcher Kammerorchester und mehrere Finalisten eines von der Orpheum-Stiftung durchgeführten Dirigentenwettbewerbs setzten dem
ereignisreichen Tag die musikalischen
Glanzlichter auf. An diesem Abend ertönte
sozusagen ein präsidialer Dreiklang: Der
scheidende Präsident des Verlegerverbandes
leitet auch die Geschicke des Kammerorchesters und der erwähnten Stiftung. Im Verlauf
des festlichen Buffets würdigte Alexander
Pereira, Direktor des Zürcher Opernhauses,
die Leistungen des scheidenden Präsidenten
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und dessen zugleich aufmunterndes wie ausgleichendes Naturell. Dass Pereira den Abend
gleich auch zur Untermauerung seines sagenhaften Rufs als Spendensammler benützte, wirkte logisch. Die Gäste machten regen
Gebrauch von der Möglichkeit, den Bittsteller
für einmal weit unter dem gewohnten Tarif
loszuwerden... Die von der Versammlung
gemeinsam gesungenen romanischen Volkslieder dürften dereinst zu den Höhepunkten
der Verbandsgeschichte gezählt werden.
Hans Heinrich Coninx' Abschiedsrede folgte
am nächsten Tag im Anschluss an den Kongress. Er dankte seinem Vorgänger Dr. Max
U. Rapold, den Kollegen im Präsidium, den
Mitarbeitenden auf der Geschäftsstelle und
allen Mitgliedern und erwähnte in seinem
Rückblick auch die imponierende Agenda der
elf Jahre seines Präsidiums mit der ihm eigenen Bescheidenheit, es sei ihm immer um
zweierlei gegangen: um die Freiheit der Presse
und um die Einheit des Verbandes.
Dass Hanspeter Lebrument, der neue Präsident, diese Linie fortzusetzen gedenkt, bewies
seine medienpolitische Umschau, die er in
einer weit ausgreifenden Rede folgen liess.
Hier markierte er die wichtigen medienpolitischen Positionen des Verbandes zu Gebührensplitting, Medienartikel und Presseförderung, während das Problem des Gesamtarbeitsvertrags eher im Hintergrund blieb. Wie
das imponierende Presse-Echo auf den Kongress und die Wahrnehmung des Nationalrats-Entscheids zum Medienartikel in der
folgenden Woche zeigt, ist es Lebrument auf
Anhieb gelungen, den Verband SCHWEIZER
PRESSE in der vordersten Reihe der medienpolitischen «Arena» zu platzieren.
KL
Communiqué
Verleger schlagen Stiftung für Presseförderung vor
Hanspeter Lebrument ist neuer Präsident des
Verbandes
SCHWEIZER
PRESSE
–
Martin Kall, Peter Wanner und Josef Zihlmann sind neu im Präsidium. An der ordentlichen Mitgliederversammlung im Rahmen
seines Jahreskongresses in Interlaken hat der
Verband SCHWEIZER PRESSE seine lange
erwarteten Vorstellungen zur Presseförderung
präsentiert. Das Konzept wurde mit 91 gegen
49 Stimmen bei zehn Enthaltungen angenommen. Ein Antrag, die Presseförderung
solle sich ausschliesslich auf die Sicherung
der Distribution in dünn besiedelten Gebieten
beschränken, wurde zurückgezogen. Nach
ausgiebiger interner Vernehmlassung und
intensiven Beratungen schlägt das von Marco
de Stoppani (NZZ) geleitete Departement
Recht des Verbandes die Gründung einer
Stiftung für die Presseförderung vor. Sie soll
zugleich als Bindeglied und «Brandmauer»
zwischen dem Staat und dem Mediensystem
die Verteilung der Fördermittel organisieren.
Als Grössenordnung für die direkte und indirekte Presseförderung – vor allem für die Distributionsförderung – nennen die Verleger
einen Betrag von 150 Millionen Franken pro
Jahr.
Der Verband SCHWEIZER PRESSE hatte sich
vor Jahresfrist in St. Moritz mit grosser Mehrheit vorzugsweise für die indirekte Presseförderung entschieden. Die Mehrheit der Verbandsmitglieder lehnte eine direkte staatliche
Presseförderung ab, um die Unabhängigkeit
der Presse und damit deren Glaubwürdigkeit
nicht in Frage zu stellen. Indirekte Presseför-
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derung würde in erster Linie, wie bisher, Zuschüsse an die Kosten der Postverteilung bedeuten, die in den letzten Jahren kontinuierlich gekürzt worden sind und die Ende 2007
in der heutigen Form auslaufen sollen. Die
Verleger schlagen ausserdem vor, Aus- und
Weiterbildung von Journalisten und Verlagsfachleuten sowie die Datenversorgung
namentlich der kleinen und mittleren Verlage (Presseagenturen, Archive, Datenbanken)
zu fördern. Staatliche Fördermittel sollen
nach der Meinung des Verbandes
SCHWEIZER PRESSE ausschliesslich durch die
neue Stiftung ausgerichtet werden, die auch
für die Formulierung fairer und transparenter
Kriterien zuständig wäre.
An der Spitze des Verbandes der Zeitungsund Zeitschriftenverleger der Schweiz kam es
zu einer Wachablösung. Nach elf Jahren als
Präsident trat Dr. Hans Heinrich Coninx
(Tamedia AG) zurück; er wurde in Würdigung seiner grossen Verdienste für den Verband einstimmig zum Ehrenpräsidenten gewählt. Zu seinem Nachfolger wurde Hanspeter Lebrument (Südostschweiz Mediengruppe
AG) gewählt. Neu ins Präsidium gewählt
wurden Martin Kall (Tamedia AG), Peter
Wanner (AZ Medien AG) und Josef Zihlmann
(Grafisches Unternehmen Willisauer Bote).
Goldene Worte
«Auch ich verlege manchmal etwas. Aber
meistens finde ich es wieder.»
Abt Martin Werlen
«Nur wer das Negative anspricht, macht sich
auch im Positiven glaubwürdig.»
Heinz Dürr
«Es gibt vornehmere Ziele als das Geschäft:
die Freiheit des gedruckten Worts, Qualität,
Verlässlichkeit.»
Hugo Bütler
«Der liberale Staat muss die Medien aushalten, nicht fördern.»
Filippo Leutenegger
«Die Medienfreiheit ist in der Schweiz nicht
gefährdet - ausser durch den Virus des Abschreibens.»
Filippo Leutenegger
«Das Rechnungswesen ist keine exakte Wissenschaft!»
Ulrich Gygi, Generaldirektor PTT
«Im Unternehmerischen und im Gesellschaftlichen habe ich nur ein bescheidenes
Palmarès aufzuweisen.»
Hanspeter Lebrument
«Wer in der Presse tätig ist, weiss, dass er ums
Achterbahnfahren nicht herum kommt.»
Hanspeter Lebrument
«Der Staat greift nicht nach den Medien, weil
er das gar nicht nötig hat. Die Medien sind
schon in seiner Nähe und sind im Netzwerk
des medial-gouvernementalen Komplexes
verstrickt.»
Robert Nef
Aktuell
Ja des
Nationalrats
Verleger bestürzt über Nationalratsbeschluss
Der Verband SCHWEIZER PRESSE, der gegen
zweihundert private Zeitungs- und Zeitschriftenverlage vertritt, ist enttäuscht über das Ja
des Nationalrats zu einem Medienartikel in
der Bundesverfassung. Er erblickt darin einen
weiteren Versuch, die Freiheit und Unabhängigkeit der privaten Medien unter vermehrte
politische Kontrolle zu bringen. Die Verleger
halten dies für eine demokratiepolitisch
höchst bedenkliche Entwicklung.
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Sie geben aus Erfahrung zu bedenken, was
der Bundesrat vor dem Parlament dargelegt
hat: Medienkonzentration bedeutet nicht
automatisch Machtmissbrauch; dieser ist
schon durch den Wettbewerb zwischen den
einzelnen Mediengattungen (Presse, TV, Internet usw.) ausgeschlossen. Konzentration
kann der Medienvielfalt sogar nützen, weil
sie hilft, die kritische Grösse und damit jene
wirtschaftliche Stärke zu erreichen, die Wettbewerbsfähigkeit und publizistische Unabhängigkeit garantiert. Entschieden wehren
sich die Verleger dagegen, von der Teilhabe
an privaten Radio- und Fernsehstationen
ausgeschlossen zu werden. Solche Beteiligungen helfen, wie Erfolgsbeispiele aus aller Welt
beweisen, die angestammten Regionalzeitungen absichern und somit dazu beitragen, dass
die regionalen Medien weiterhin ihre wertvollen Dienste für die direkte Demokratie
leisten können.
Der Verband SCHWEIZER PRESSE setzt nun
sein Vertrauen in den Ständerat und bittet
den Bundesrat, an seiner Ablehnung eines
Medienartikels in der Bundesverfassung festzuhalten. Er betont, dass das von ihm ausgearbeitete Presseförderungsmodell keiner solchen Grundlage bedarf. Kernstück dieses
Modells ist eine zwischen Geldgeber und Förderungsempfänger geschaltete Stiftung, welche jeglichen staatlichen Einfluss auf die
Inhalte der Medien ausschliesst.
Inzwischen hat die Gewinnverlosung stattgefunden und wurden die total 20 527 generierten Abos den beteiligten Verlagen übergeben. Knapp 100 000 Leser haben am Wettbewerb mitgemacht. Ursprünglich als zielgruppenspezifische Aktion geplant, wurde
dank dem grossen Interesse seitens der Verlage bei der Ausschreibung die Titelauswahl
um die zwei auflagestärksten Tageszeitungen
und um die drei Sonntagstitel erweitert. Mit
dieser Aktion wurde erstmals auch in einer
Splitauflage versucht, zu den bisher üblichen
Schnupperabos auch längerfristige Abos anzubieten. Mit insgesamt 740 Halbjahres- und
Jahresabos wurde, im Gegensatz zu den
Schnupperabos, das Ziel jedoch nicht ganz
erreicht. Über Internet wurden 288 Abos bestellt. Über die erstmals an KioskVerkaufsstellen angebotenen Prospektständer
trafen knapp 200 Bestellungen ein.
Der heisseste Sommer hat wohl auch dazu
beigetragen, dass sich die Leselust oder das
Bestellen auf die Rücklaufquoten (0,5%) auswirkte. Hier ein kurzes Fazit: Rechnerisch
betrachtet betrug der durchschnittliche Bestellungseingang je Publikation 641 Abos,
womit die Cost per Order immer noch bei
günstigen Fr. 19.82 liegen. Zur Herkunft der
Abo-Bestellungen: die 27 Zeitschriften erhielten total 15 725 Abos, die Titel der Tagesund Sonntagspresse total 4 802 Abos.
Hitparade Abo-Bestellungen (ab 500):
Nutzermarkt
Gewinnen und
wohlfühlen mit
Abos
«Wohlfühlen & geniessen» hiess das Motto der
Sommer-Abo-Aktion 2003, an der sich 27 Zeitschriftentitel und 5 Zeitungstitel beteiligt haben.
Schweizer Illustrierte
SonntagsBlick
Blick
Schweizer Familie
SonntagsZeitung
Facts
Glückspost
Raum und Wohnen
Tages Anzeiger
Weltwoche
Beobachter
Ideales Heim
Saison-Küche
Fit for Life
Kochen
NZZ am Sonntag
2 377
1 274
1 132
1 120
1 078
1 052
1 033
828
780
727
696
673
621
580
572
538
FLASH NR. 05 – 2. Oktober 2003
Danke schön!
Allen beteiligten Verlagen danken wir herzlich für ihre Teilnahme und wünschen für die
einzelnen Titel, dass die Umwandlungsquoten ebenso erfolgreich ausfallen werden. Aus
der letzten Gemeinschaftsaktion wissen wir,
dass diese zwischen 16 und 56% liegen! Insgesamt beurteilt, ist auch diese Aktion wiederum ein guter Erfolg für die Mitgliedsverlage und für das Departement Nutzermarkt des
Verbandes SCHWEIZER PRESSE.
TV
Vorschau 03/04
Auch das Interesse für die nächste Aktion ist
erfreulich gross. Für die Grosse Schweizer
Presseshow 2003/2004 haben sich, Stand bei
Redaktionsschluss des Newsletter FLASH, für
die Deutschschweiz 54 Titel (acht mehr als im
Vorjahr) und 15 Titel in der Westschweiz
(plus vier Titel) angemeldet. Der Start ist für
November geplant, als Wettbewerbspreise
sind drei Audis und 200 Halbtax-Abos der
SBB zu gewinnen.
TV
Werbemarkt
Neue Typologie
der Schweizer
Presse ab 2004
Innerhalb der Schweizerischen Presselandschaft
gab es bisher keine klar definierten Titelgruppen.
Eine Projektgruppe des Verbandes SCHWEIZER
PRESSE hat jetzt diesem Zustand ein Ende bereitet und legt eine Typologie der Schweizer Presse
vor, die ab 2004 greifen soll.
Die Projektgruppe unter der Leitung von
WEMF-Direktor René Schmutz (siehe Kasten)
hatte sich das Ziel gesteckt, für alle Bedürfnisse brauchbare Definitionen zu schaffen und
daraus eine Grundstruktur abzuleiten.
Es war aber allen Beteiligten klar, dass die
Definitionen lediglich idealtypische Vertreter
der jeweiligen Gruppe umschreiben können.
Dabei konzentrierte man sich auf die Bedürfnisse des nationalen Werbemarktes und bezog auch die Anforderungen der Mediaplaner
mit ein. Federführend bei den Zuteilungen
der einzelnen Titel ist die Katalogabteilung
VSW unter Stefan Gsell. Für dieses Projekt
werden gegenwärtig mit einem enormen
Aufwand sämtliche Titel auf ihre genaue
Zuordnung hin überprüft. Bei Grundsatzfragen spricht sich der VSW mit dem Projektteam ab. Die Fertigstellung der Überarbeitung
aller Zuordnungen ist bis 15. Januar 2004
geplant, allfällige Korrektur- oder Änderungswünsche durch Verlage sind bis
15. Februar 2004 möglich.
Bewusst nicht verwendet wurden in der neuen Typologie die höchst unpräzisen Begriffe
«Zeitung» und «Zeitschrift». Das heisst: die
äussere Form scheidet als Unterscheidungskriterium aus. Entscheidend ist vielmehr der
Inhalt. Unterschieden werden ab 2004 die
vier Sektoren «Tages-, regionale Wochen- und
Sonntagspresse», «Publikums-, Finanz- und
Wirtschaftspresse», «Spezialpresse» und
«Fachpresse». Unterteilt werden diese Sektoren in einzelne Segmente und diese wiederum
in Gruppen. In diesen Gruppen wird dann
nach den Vertriebsarten «verkauft» bzw.
«gratis» unterschieden.
Um zum Segment Tagespresse zu zählen,
muss ein Titel universelle Informationen über
Aktualitäten, Politik, Wirtschaft und Sport
enthalten, sich regelmässig an breite Bevölkerungsschichten richten und jedermann
zugänglich sein. In Übereinstimmung mit
internationalen Definitionen erscheint eine
Tageszeitung zudem mindestens viermal
wöchentlich. Neben der Tagespresse wurde
das Segment der regionalen Wochenpresse
9
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FLASH NR. 05 – 2. Oktober 2003
definiert. Deren Titel erscheinen weniger als
viermal wöchentlich, richten sich regelmässig
an breite Bevölkerungsschichten und sind
jedermann zugänglich. Als eigenes Segment
figuriert schliesslich noch die Sonntagspresse
mit dem Sonntag als Erstvertriebstag.
diesem Newsletter FLASH die neueste Ausgabe des Media Trend Journal bei, das einen
ausführlichen redaktionellen Beitrag zur
neuen Pressetypologie enthält.
Der zweite Sektor ist unterteilt in die beiden
Segmente Publikumspresse sowie Finanz- und
Wirtschaftspresse. Während letztere auch
gleichzeitig die einzige Gruppe in diesem
Segment bildet, wird die Publikumspresse in
die vier Gruppen «Illustrierte, allgemeine
Themen», «News- und Themenpresse», «Programmpresse» sowie «Frauen» unterteilt. Die
Titel der Publikumspresse erscheinen regelmässig wöchentlich oder seltener, richten sich
an breite Zielpublika und sind jedermann
zugänglich.
In der von WEMF-Direktor René Schmutz
geleiteten Projektgruppe haben mitgewirkt:
Dem Sektor Spezialpresse sind Titel zugeteilt,
deren Inhalte auf die Interessen der Leser
ausgerichtet sind, die sich aus ausgeübten
Hobbys, der Zugehörigkeit zu Altersgruppen,
aus den Lebensumständen oder aus bestimmten Interessengebieten ergeben. Unterteilt
sind diese Titel in die sieben Segmente «Private Interessen», «Tourismus, Veranstaltungen»,
Demographische Gruppen», «Kunden- und
Wirtschaftsinformationen», «Interessenverbände», «Sport» und «Kalender».
Den anzahlmässig grössten Sektor bildet die
Fachpresse. Ihre Titel richten sich an Angehörige bestimmter Berufsgruppen mit spezifischen beruflichen Interessen. Dieser Sektor ist
in die sechs Segmente «Allgemein (alle Sektoren)», «Land- und Forstwirtschaft», «Industrie
und Gewerbe», «Dienstleistungen», «Staat
und Öffentlichkeit» sowie «Wissenschaften»
unterteilt. Innerhalb dieser Segmente gibt es
dann über 20 verschiedene Gruppen mit zusätzlichen Untergruppen.
Seit 1.10.2003 stehen auf den folgenden Seiten
http://www.vsw-assp.ch/d/typo.htm (dt)
http://www.vsw-assp.ch/f/typo.htm (fr)
neben der Presseinformation auch die einzelnen Tabellen sowie eine Kontaktmaske für
Rückfragen zur Verfügung. Zusätzlich liegt
Die Projektgruppe
Stefan Gsell (Publicitas AG)
Daniela Koch (Ringier AG
Cesare Patella (Jean Frey AG)
Toni Vetterli (Verband SCHWEIZER PRESSE)
Ueli Custer (Fachjournalist)
Die Gruppe ist aus der Projektgruppe Branchen-Reports (aus dem Departement Werbemarkt des Verbandes SCHWEIZER PRESSE)
hervorgegangen, die unter der Leitung von
Jürg Weber, Geschäftsführer der Neuen Luzerner Zeitung, steht.
Die neue Typologie der Schweizer Presse soll
ab 2004 schrittweise auf alle wichtigen Statistiken und Publikationen angewandt werden.
Dazu gehören insbesondere das Auflagenbulletin, die monatliche Inseratestatistik, die
jährliche Werbeaufwand-Statistik, der neue
monatliche Advertising Index Switzerland
AIS sowie die MACH Basic. Auch Media Focus
hat zugesichert, die neuen Vorgaben zu
übernehmen.
CU/TV
Follow-up zu
«Das kann nur
ein Inserat»
Zuerst möchten wir allen Verlagsverantwortlichen
für die grosse Beteiligung an der Kampagne «Das
kann nur ein Inserat» danken. Dass insgesamt
über 100 Publikationen aus allen drei Landesteilen
FLASH NR. 05 – 2. Oktober 2003
mit einer Gesamtauflage von über 6,5 Millionen
Exemplaren und 18 Millionen Leserinnen und Lesern dieser Gemeinschaftsaktion zu einem kraftvollen Auftritt verhalfen, freut uns im Interesse der
Print-Branche natürlich sehr.
Die zahlreichen positiven Echos aus Kreisen
der Auftraggeber, den Werbeagenturen und
der Fachpresse deuten darauf hin, dass unsere Kampagne zur Positionierung des Inserates
als erfolgreiches Werbemittel einen wertvollen Beitrag leistet. Und dass somit die Zielsetzung, Printwerbung bei den Kreativen in den
Werbeagenturen und bei den Werbeauftraggebern leistungsstark, vielfältig und sympathisch zu positionieren, erreicht wird.
Vielerorts läuft bereits die Werbeplanung für
2004. Gerade in dieser entscheidenden Phase
ist es wichtig, dass Print als Werbemedium im
Gespräch bleibt. Eine effiziente und kostengünstige Massnahme bietet sich in der Verlängerung der aktuellen Kampagne «Das
kann nur ein Inserat». Daher haben wir in
diesen Tagen die Verlagsverantwortlichen
gebeten, in den nächsten Wochen bis Anfang
November 2003 die bereits bei ihren Titeln
erschienenen Sujets weiterhin als Füller einzusetzen oder neue anzufordern. Ausgenommen davon bleibt das Sujet «In bester Erinnerung», das wir auf Verlangen der SWISS nach
den ersten sechs Wochen zurückziehen mussten. Die Sujetübersicht ist auf unserer Homepage www.schweizerpresse.ch einsehbar.
Im November 2003 werden wir alle Sujets in
einem Sammelinserat (Sujet 12) präsentieren.
Die Leser können in einem Gewinnspiel ihr
Lieblingssujet auswählen. Die Kreateure des
Siegerinserates werden an der Dreikönigstagung vom 6. Januar 2004 geehrt. Die Verlage
erhalten wiederum rechtzeitig eine Einladung
für die Anforderung der Druckunterlagen.
Die Werbung für Printmedien braucht weiteren Schub. Für die weitere Unterstützung
danken wir bestens.
TV
Ideen stärken
die Fach- und
Spezialpresse
Publimag und der Verband SCHWEIZER PRESSE
haben ein Power Package geschnürt, um das Label
«QFZ» im Werbemarkt bekannt zu machen und den
Kreis der «QFZ»-Fachpresse zu erweitern.
Das Gütesiegel «QFZ» garantiert der immer
professioneller arbeitenden Kundenseite ein
hohes Mass an Transparenz und Glaubwürdigkeit, das die leistungsorientierte Positionierung der Fachpresse im Werbemarkt
überhaupt erst ermöglicht. Mit neuen Imageund Kommunikationsmassnahmen (Factsheet, Anzeigen, neues Logo, etc.), erweiterten
Dienstleistungs-instrumenten für die Mediaplanung (Magtools der Publimag mit speziellen QFZ-Selektionskriterien, u.a.), will die
Gattung der Fach- und Spezialpresse ihre
Stärken hervorheben.
Der Kick-off dazu erfolgt an der Verlagstagung vom 19. November 2003 im Lake Side
Zürich. Dazu laden erstmals gemeinsam die
Publimag und der Verband SCHWEIZER
PRESSE ein. «Marketing & Kommunikation»
als Medienpartner plant eine Spezialausgabe
über die Fachpresse. Referenten aus dem Inund Ausland geben an der Verlagstagung
Impulse und zeigen Erfolgsstrategien und
-massnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsposition der Mediagattung Fach- und Spezialpresse wie auch deren einzelne Titel auf.
Unter www.publimag.ch/verlagstagung.htm
sind das Detailprogramm und das Anmeldeformular abrufbar. Für Mitglieder des Verbandes SCHWEIZER PRESSE beträgt die Tagungsgebühr inkl. Fach- und SpezialpresseLunch CHF 80.–, für alle übrigen Teilnehmer
CHF 120.–.
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FLASH NR. 05 – 2. Oktober 2003
Auf die vor einigen Wochen angelaufene
Ausschreibung zur Zertifizierung 2004 – diese
findet Mitte Oktober 2003 statt – haben sich
neben den bisherigen 72 Titeln erfreulicherweise auch zehn neue Anwärter angemeldet.
Als Folge der Kick-off Massnahmen im November werden weitere Neuzutritte anvisiert
und erwartet.
TV
Schweizer
Presse bereit für
Aufschwung
Zum zehnten Mal fand das Publimedia-Forum vor
rund 400 Werbeauftraggebern sowie Kommunikationsfachleuten aus Verlagen, Werbe- und Mediaagenturen im World Trade Center in Zürich
statt.
Mit Informationen über Veränderungen im
Zeitungs- und Zeitschriftenangebot 2004
eröffnete Daniel Strobel, CEO der Publimedia
AG, den jährlichen Anlass. Fazit seiner Ausführungen:
Die Presse – zwar geschüttelt durch die Konjunkturkrise – kämpft mit Optimismus und
Elan um ihre Marktanteile im Leser- und
Anzeigenmarkt. Viele schweizerische Zeitungen und Zeitschriften investieren in den
nächsten Monaten in Produktverbesserungen, neue Angebote und ein verbessertes
Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Anpassungen
bei den Anzeigenpreisen werden moderat
ausfallen. So wird es bei vielen Titeln eine
Nullrunde geben. Wenn Preiserhöhungen
gemacht werden, sind sie durch Leserschaftszuwächse oder Mehrauflagen begründet. Die
durchschnittliche Preiserhöhung dürfte bei
etwa einem Prozent liegen.
Zentrales Thema der diesjährigen ForumVeranstaltung war die Effizienz von Werbeausgaben. Die Frage, was die Werbeauftraggeber in der Presse eigentlich genau kaufen,
wurde von namhaften Referenten beantwortet. Zuerst präsentierte Michael Brennan von
der Newspaper Society in London eine Studie
aus Grossbritannien, die auf eine innovative
Art und Weise den wichtigen Beitrag der Lokal- und Regionalpresse an die Werbeeffizienz aufzeigt. Urs Schneider, mediaschneider
AG, zeigte auf, welche Anforderungen an die
Transport- und Kommunikationsleistung der
Medien gestellt werden und erläuterte die
Vor- und Nachteile von Regional- und Lokal-
FLASH NR. 05 – 2. Oktober 2003
marktstrategien. Im anschliessenden Podiumsgespräch, das Dr. Matthias Ackeret leitete, wurde unter Beteiligung des amtierenden
BSW-Präsidenten Dr. Dominique von Matt
(Werbeagentur Jung von Matt / Limmat AG)
und Beat Mühlemann (Leiter der Direktion
Marketing-Kommunikation
MigrosGenossenschafts-Bund) lebhaft und kontrovers über die Einflussfaktoren erfolgreicher
Werbung diskutiert. Fazit der Diskussion: Die
Regional- und Lokalpresse bietet viele qualitative Vorteile, erreicht interessante Zielgruppen, sorgt für Vertrauen in eine Marke und
fördert den Abverkauf. Das Preis-LeistungsVerhältnis ist nach wie vor sehr gut. Die absoluten Kosten einer lokalen Zeitungskampagne sind allerdings ziemlich hoch, so dass
viel Kreativität und Mut in der Kreation und
Einsatzplanung gefragt ist. Die Pressemedien
ihrerseits sind gefordert, den Werbeauftraggebern, Kreativen und Planern vermehrt
qualitative Studien (über Werbewahrnehmung, Einfluss von Format, Farbe, Umfeld
und Frequenz) anzubieten. Dass solche Studien zum Erfolg führen können, wurde in
Grossbritannien bewiesen. So konnten durch
den «Conversion Report» verschiedene Markenartikler (Unilever, Pepsi) neu für die regionale und lokale Presse als Anzeigenkunden gewonnen werden.
Die Referate, Teilnehmerliste, Fotos sowie
weitere Informationen zum diesjährigen Forum sind unter «www.publimedia.ch/forum»
zu finden.
Recht
Werbeverbote
Tugend als Terror
Jetzt rebellieren sogar Deutschlands kritische
Nachrichtenmagazine gegen den jakobinischen Tugend-Terror der Tabak-Werbeverbote
aus der Brüsseler EU-Zentrale. «Spiegel» und
«Focus» ritten in der gleichen Woche heftige
Attacken gegen die Verbotspläne von David
Byrne, der sich als oberster Verbraucherschützer der EU profiliert. Was die Gegner
dieser Werbeverbots-Philosophie immer befürchtet haben, ist unter seiner Regie längst
ein umfassendes Projekt: «Nun nimmt er sich
die Nahrungsmittelreklame in toto vor», hat
der «Spiegel» herausgefunden. «Verordnung
über nährwert-, wirkungs- und gesundheitsbezogene Angaben auf Lebensmitteln heisst
sein jüngstes Baby. Es soll Begriffe wie ‚fettarm‘ oder ‚kalorienreduziert‘ endlich klar
definieren. Er meint es nett. Nein: besser.
Noch eher: viel zu gut. Denn fortan will er
auch alle Slogans verbieten, die Nichtbeweisbares enthalten. Werbeklassiker wie ‚Hilft
Ihrem Wohlbefinden‘ oder ‚hält jung‘ fallen
sofort durch den Rost.»
Mars macht nicht mehr mobil, und Red Bull
verleiht keine Flügel mehr, denn das sind ja
Behauptungen, für die ein naturwissenschaftlicher Beweis schwer zu führen ist. Der
«Spiegel»: «Streng genommen wären nicht
einmal mehr Botschaften wie ‚Frisches Obst
ist gesund‘ erlaubt. Wer kann wirklich belegen, dass der Apfel nicht Pestizid-verseucht
ist? Und Byrne ist streng.»
Wie «Focus» berichtet, bereitet die EU noch
einen anderen Schlag gegen die freien Medien vor. Der portugiesische EU-Kommissar für
Justiz und Inneres, Antonio Vitorino, will
einen Gesetzesvorschlag vorlegen, nach dem
in «nicht vertraglichen Schuldverhältnissen»
das Recht des Staates für anwendbar erklärt
werden soll, in dem der «Schaden» entsteht.
Im Klartext: Wer sich von einem Medium
schlecht behandelt fühlt, kann seinen Gerichtsstand dort wählen, wo die Rechtslage
am günstigsten ist. Bald stehen 25 Staaten
und Rechtssysteme zur Auswahl. Der Deutsche Journalisten-Verband sieht damit «das
Ende der freien und kritischen Berichterstattung» kommen.
KL
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FLASH NR. 05 – 2. Oktober 2003
Mit diesem Brief fordern die Präsidenten Hanspeter Lebrument (SCHWEIZER PRESSE) und Carlo Schmid
(Schweizer Werbung SW) alle VerlegerInnen auf, im eigenen Interesse die Aktion «Stopp Werbeverbote»
durch den grosszügigen Abdruck der Anzeigensujets zu unterstützen.
Kampf gegen Werbeverbote
«Medienanbieter aller Gattungen sind auf die Freiheit der Kommunikation angewiesen. Jede
Einschränkung oder gar Verbote beeinträchtigen die publizistische Entwicklung und die qualitative Konstanz dieser meinungsbildenden Produkte.
Es ist also wichtig, dass Werbeverbote auf breiter Front bekämpft werden.
Nachdem immer mehr Kantone Werbeverbote auf ihrem Gebiet einführen, ist es dringend
nötig, gemeinsam gegen diese, die Kommunikationsfreiheit untergrabenden Bestrebungen, vor
zu gehen. Deshalb hat die Schweizer Werbung SW zusammen mit dem Schweizerischen Gewerbeverband SGV im letzten Herbst die «Allianz gegen Werbeverbote» ins Leben gerufen,
welcher auch der Verband SCHWEIZER PRESSE sowie rund 20 weitere Verbände angehören.
Ziel ist es, die Bevölkerung und die Politiker auf die Sinnlosigkeit von Werbeverboten aufmerksam zu machen und mit einem Argumentarium gegen die Einschränkung der Werbung gerüstet zu sein.
Die Kommunikation unserer Bestrebungen geschieht einerseits mit der Homepage www.stoppwerbeverbote.ch und anderseits mit einer aufklärenden Werbekampagne, welche Werbeverbote in Form von zensurierten Anzeigen thematisiert. Damit diese Kampagne erfolgreich und
breit eingesetzt werden kann, brauchen wir die Unterstützung der Schweizer Verleger. Wir sind
Ihnen sehr dankbar, wenn Sie unsere Arbeit mit dem Abdruck der diversen Sujets unterstützen
können. Eine entsprechende Einladung mit detaillierteren Informationen geht dieser Tage an
alle Mitgliedsverlage. Damit der Aktion ein geballter Auftritt beschieden ist, wäre die Zeitspanne von Mitte Oktober bis Ende November optimal.
Mit bestem Dank für Ihr Engagement und freundlichen Grüssen
Hanspeter Lebrument
Verband SCHWEIZER PRESSE
Carlo Schmid-Sutter
Schweizer Werbung SW
Argumente im Internet
Seit dem 29. September sind folgende Websites aufgeschaltet: www.stopp-werbeverbote.ch
und www.stop-interdiction-pub.ch. In übersichtlicher Weise werden dort die Argumente
gegen den Tugend-Terror der selbst ernannten Werbepolizisten zusammengefasst.
Kartellgesetz
Aufhebung der Sonderregelung für Medien bei der
Fusionskontrolle
Am 20. Juni 2003 haben die eidgenössischen
Räte die Revision des Kartellgesetzes verab-
FLASH NR. 05 – 2. Oktober 2003
schiedet. Nach dem revidierten Recht wird die
Wettbewerbskommission bereits bei erstmaligen Verstössen gegen das Kartellgesetz Sanktionen verhängen können. Mit der sogenannten Bonusregelung soll ausserdem den an
einem Verstoss beteiligten Unternehmen ein
Anreiz gegeben werden, bei der Aufdeckung
und Beseitigung von unzulässigen Wettbewerbsbeschränkungen mit den Wettbewerbsbehörden zu kooperieren, indem auf eine
Sanktion ganz oder teilweise verzichtet
werden kann. Zusätzlich wurden ein Vermutungstatbestand betreffend vertikale Abreden
sowie eine Reihe flankierender Anpassungen
eingeführt.
Von besonderem Interesse ist die Aufhebung
der Sonderregelung für Medien bei der Fusionskontrolle. Das bisherige Kartellgesetz sah
spezielle Schwellenwerte für die Meldepflicht
von Zusammenschlüssen zwischen Medienunternehmen vor. Im Ergebnis unterlagen solche Unternehmenszusammenschlüsse
einer verschärften Meldepflicht. Dieses Instrument hat sich als untauglich erwiesen,
weshalb für Fusionen von Medien in Zukunft
der übliche Schwellenwert gelten soll. Das
revidierte Gesetz tritt voraussichtlich per
1. April oder 1. Juli 2004 in Kraft.
HK
Das Bild als
Gegendarstellung
Nach Auffassung des Bundesgerichts kann
eine Gegendarstellung zu einem Artikel in
einem Printmedium grundsätzlich auch in
Form eines Bildes zulässig sein. Im Rahmen
einer öffentlichen Urteilsberatung haben die
Richter in Lausanne die Zulässigkeit der bildlichen Gegendarstellung im Grundsatz bejaht.
Dass ein Bild Anlass zu einer Gegendarstellung geben kann, hat das Bundesgericht
schon früher festgestellt. Nun hat das Gericht
aber festgestellt, dass auch die Gegendarstellung (entgegen dem Wortlaut des Gesetzes!)
nicht auf Texte beschränkt sei, sondern andere Formen zulässig seien. Zwar sei eine Gegendarstellung grundsätzlich in geschriebener Form zu verfassen; doch wo dies unerlässlich sei, käme auch eine Illustration als
Gegendarstellung in Frage. Im Rahmen der
Urteilsberatung wurde die Meinung vertreten,
der Eindruck, der durch ein veröffentlichtes
Bild erweckt werde, könne auch nur durch
ein Bild korrigiert werden.
Obwohl die Richter die bildliche Gegendarstellung damit im Grundsatz bejahten, wurde
im zu beurteilenden Fall das konkrete Bild
nicht als Gegendarstellung zugelassen, da es
dafür offenbar ungeeignet war. Es stellt sich
damit die Frage, ob das Bundesgericht in der
schriftlichen Urteilsbegründung überhaupt
noch auf seine grundsätzlichen Ausführungen zurückkommen wird.
(Urteil 5C.23/2003 vom 18.6.03)
HK
Aus der
Nachbarschaft
ARD und ZDF müssen Internetaktivitäten einschränken
Die öffentlich-rechtlichen Rundfunksender
Deutschlands müssen sich künftig bei ihren
Internet-Aktivitäten stärker einschränken.
Die Ministerpräsidenten der Bundesländer
haben sich im Juni 2003 geeinigt, dass ARD
und ZDF nicht mehr wie bisher «vorwiegend
programmbezogene», sondern nur noch
«programmbezogene» Dienste anbieten dürfen.
Die Zeitungsverleger hatten in den vergangenen Jahren immer wieder nachdrücklich
auf die Expansion und Kommerzialisierung
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FLASH NR. 05 – 2. Oktober 2003
von ARD und ZDF im Internet hingewiesen.
Dieser Entwicklung wurde damit ein Riegel
geschoben. Als Folge des Entscheids hat die
ARD im September ihren Auftrag einschränkender definiert und wird künftig ihr OnlineAngebot deutlich reduzieren.
HK
Bildung
MAZ: Neustart
Neues MAZ im Herzen Luzerns gut gestartet
220 Schritte zum Bahnhof, elf bestens ausgestattete Seminarräume, 1300 Quadratmeter
auf zwei Etagen – Zahlen, die das neue Domizil des MAZ trefflich charakterisieren.
Zahlen, die aber auch belegen, welchen
Sprung die Schweizer Journalistenschule mit
dem neuen Standort im Herzen Luzerns gemacht hat: Sie ist für alle künftigen Herausforderungen einer qualitativ hochstehenden
Aus- und Weiterbildung gewappnet.
Murbacherstrasse 3, Luzern. Im ersten Stock
empfängt eine knallrote Wand Kursteilnehmende und Studierende. Der Empfangsbereich ist mit grosszügiger Theke ausgestattet,
in der Cafeteria dominieren Sitzbänke und
Stehtisch aus Kastanienholz, die Seminarräume wirken einladend und hell. Klar
und modern, aber ohne Luxus präsentiert
sich das neue MAZ. Ohne Schnickschnack,
ohne Schnörkel.
Diese Philosophie spiegelt sich in der MAZGesamtstrategie wider. „Unser Anspruch an
journalistische Qualität ist klar und kompromisslos. Gleichzeitig müssen wir auf die
Herausforderungen einer Branche reagieren,
die im Umbruch steckt. Wir sind für diese
Herausforderungen gerüstet. Das neue MAZ
steht dafür als Symbol. Es befähigt uns, die
entscheidenden Weichen zu stellen“, sagt
Direktorin Sylvia Egli von Matt.
Deutlich ausgebaut werde beispielsweise der
Bereich „Weiterbildung“ – einerseits muss
journalistisches Wissen laufend vertieft werden, andererseits wird auch die Vorbereitung
auf neue Karriereschritte und Funktionen im
Journalismus immer wichtiger. Das betrifft
Redaktionsmanagement, Produktion, Layout
und Verlagswesen. Mit richtungsweisenden
Entscheidungen sei demnächst zu rechnen, so
Egli von Matt.
Vom neuen Domizil ist die Hochschule für
Wirtschaft HSW nur einen Steinwurf entfernt
– auch das ein Symbol für den Kurs des neuen MAZ: „Wir setzen verstärkt auf die Kooperationen mit Fachhochschulen und Universitäten“. Die HSW ist ein Beispiel. Mit ihr läuft
die Zusammenarbeit bereits auf mehreren
Ebenen.
Auch andere Institutionen, so Egli von Matt,
profitierten vom MAZ „als kompetentestem
Anbieter von Lerninhalts-Paketen“ im Journalismus und von „seinen exzellenten Beziehungen zu Dozierenden und zur Praxis“. So
stimmen das Schweizerische Public Relations
Institut SPRI und das MAZ ihre Kurse künftig
aufeinander ab. Das MAZ übernimmt die
Federführung im Bereich Medienarbeit, das
SPRI in den übrigen Bereichen der institutionellen Kommunikation.
Mit 11 statt bislang 7 Seminarräumen ist das
MAZ auch für zusätzliche Kurse bestens ausgestattet. Die „journalistische Abteilung“
wird sich an der Murbacherstrasse konzentrieren, die Abteilung Professionelle Medienarbeit in der Villa Krämerstein, dem bisherigen Hauptsitz. Das MAZ teilt die Villa künftig
mit anderen Bildungs- und KommunikationsInstitutionen.
Parallel zum neuen Domizil wird der GesamtAuftritt des MAZ einem Redesign unterzogen.
„Wir müssen uns neu positionieren, müssen
zeigen, was wir leisten und zu was wir fähig
sind. Bislang waren wir eher zu bescheiden“,
zieht Egli von Matt Bilanz.
FLASH NR. 05 – 2. Oktober 2003
Dass die Schweizer Journalistenschule mit der
Neuausrichtung auf Kurs ist, beweise das
Vertrauen der Branche: Eine halbe Million
Franken hat das Fundraising nach Angaben
der Direktorin bereits erbracht, zugesichert
seien gegen eineinhalb Millionen. „Wir werden von der Branche getragen, das zeigt nicht
zuletzt die finanzielle Unterstützung. Gleichzeitig beweist diese Haltung der Verleger, dass
sie Aus- und Weiterbildung tatsächlich als
qualitätssichernde Investition verstehen.“
Mit der pünktlich zur Eröffnung bekannt
gegebenen Übernahme des Medienforums
von Tamedia hat sich die führende Schweizer
Journalistenschule gleich auch als führende
Weiterbildungs-Institution des Schweizer
Journalismus bestätigt.
Kurse am MAZ
Fachkurs Fachpresse am MAZ: Ein Kurs der es in
sich hat
Interview mit
Studienleiterin
Barbara
Stöckli,
MAZ-
Das MAZ hat auch einen Fachkurs für Fachjournalisten im Programm. An wen richtet er sich?
An Journalistinnen und Journalisten, die sich
auf ein Fachgebiet spezialisiert haben. Sie
sind oft Freiberufler und schreiben häufig für
Fachzeitschriften. Im Kurs lernen sie, spannender und griffiger zu formulieren. Und sie
erhalten eine Menge Tipps, wie sie mit ihren
Texten ein breiteres Publikum erreichen.
Dann geht es hauptsächlich ums Schreiben?
Es geht um Sprache und Stil und die unterschiedlichen Textgattungen wie Bericht, Reportage, Porträt. Aber die zehn Module bieten
noch mehr: Medienrecht zum Beispiel,
Online-Recherche und Lesermarketing. Der
Kurs ermöglicht einen umfassenden Einblick.
Was ist das Ziel für die Fachpresse?
Wer den Kurs absolviert hat, kennt die eigenen Stärken und Schwächen. Er oder sie
weiss, wie anschauliche und packende Texte
entstehen und was das Geheimnis erfolgreicher Interviews und professioneller Recherchen ausmacht. Einen ähnlichen Kurs bietet
das MAZ übrigens auch für Lokaljournalisten
an.
Wollen Sie mehr über den Fachkurs Fachpresse erfahren?
Barbara Stöckli hilft Ihnen gerne weiter,
barbara.stoeckli@maz.ch oder Telefon
041 226 33 33
Jetzt ausgeschrieben am MAZ - der Schweizer
Journalistenschule:
4. 2. bis 10.12.2004 (23 Kurstage)
FACHKURS FACHPRESSE – 2004
Voraussetzungen: Eine Anstellung oder regelmässige Mitarbeit bei einer Fachzeitschrift,
zurückgelegtes 20. Altersjahr
Dieser Kurs richtet sich an Medienleute, die
sich in einem Fachgebiet auskennen und
wissen möchten, wie dieses Fachwissen allgemein verständlich umgesetzt, interessant
vermittelt und spannend beschrieben wird.
Jeden Monat findet ein Kursmodul von zwei
bis drei Tagen statt.
CHF 6‘800.–
11.2. bis 22.10.2004 (25 Kurstage)
FACHKURS LOKALPRESSE – 2004
Voraussetzungen: Eine Anstellung oder regelmässige Mitarbeit bei einer Lokalzeitung,
zurückgelegtes 20. Altersjahr
Der Kurs richtet sich an Journalistinnen und
Journalisten kleiner Zeitungen, bei denen das
Lokale im Mittelpunkt steht. Besser recherchieren, interviewen und abwechslungsreicher schreiben bilden den Schwerpunkt der
Ausbildung. Die einzelnen Kursmodule dauern zwei bis drei Tage im Monat.
CHF 6‘250.–
Weitere Informationen und Anmeldung bis
am 29. November 2003 unter www.maz.ch
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FLASH NR. 05 – 2. Oktober 2003
Medieninstitut
Internet für alle
Viel Geld haben fast alle Firmen in den letzten Jahren in ihre Internet-Auftritte investiert,
fast allen voran die Verlage. Dennoch bleibt
in der Schweiz etwa jeder zehnte Erwachsene
von der Internet-Nutzung ausgeschlossen.
Auf einfache Art ist es möglich, diese Hürden
abzubauen und die hohen Investitionen zu
schützen. Ein neues Kursangebot des
MEDIENINSTITUTS in Zusammenarbeit mit
der Schweizerischen Stiftung für behindertengerechte Technologienutzung und mit
Namics AG zeigt den Weg.
Blinde, seh- und hörbehinderte Menschen
scheitern heute oft an banalen und unnötigen Verständlichkeitshürden, wenn sie das
Internet nutzen wollen. Die meisten Betreiber
und Gestalter von Websites haben aber keine
Ahnung, in welchen Details der Teufel steckt.
An diesem kompakten eintägigen Seminar
vermitteln wir die Wissensgrundlagen – und
wir testen die eigene Website im Massstab
1:1. Das Seminar richtet sich nicht nur an
Internet-Fachleute (Webmaster, OnlineRedaktorInnen, Gestalter), sondern auch an
Verlags-, Marketing- und Kommunikationsverantwortliche, IT-Verantwortliche, Chefredaktoren usw. Dozenten sind Jürg Stuker,
Partner und Chief Technology Officer von
Namics AG, Arnold Schneider, Geschäftsführer der Schweizerischen Stiftung zur behindertengerechten Technologienutzung und Erika
Zysset, Ausbildnerin für lebenspraktische
Fähigkeiten beim Schweizerischen Blindenbund. Wir danken der Firma A&F Computersysteme Sursee für die grosszügige Unterstützung mit Computer-Terminals.
Das Seminar findet am Donnerstag, dem
20. November 2003 (09.30 - ca. 17.00h) im
World Trade Center, Leutschenbachstrasse
95, 8050 Zürich statt. Wegen der ideellen
Zielsetzung verrechnen wir nur Selbstkosten
und können die Teilnahme deshalb den Mit-
gliedern des Verbandes SCHWEIZER PRESSE
zu nur Fr. 275.– (inkl. Lunch, Pausengetränke
und Dokumentation) anbieten. Nichtmitglieder bezahlen Fr. 325.–.
Buchung bitte auf info@medieninstitut.ch
oder Fax-Nummer 01 318 64 62 (Anmeldeschluss 3. November 2003)
Verkaufen auf
den Punkt
gebracht
Zwei praxisnahe, kompakte und direkt in
Verkaufserfolge umsetzbare Kurse runden das
Angebot 2003 des MEDIENINSTITUTS ab.
«Aus Zahlen werden Argumente» verspricht
der eintägige Kurs vom 13. November. Er
zeigt Aussendienst-Mitarbeitenden, Kundenberatern und ihren Vorgesetzten, aber auch
den Fachleuten für Verkaufsförderung, in den
Marketing-Services usw., wie man die MACHConsumer als Vorbereitung für erfolgreiche
Kundengespräche nutzt. Carine Lins (Marketingleiterin WEMF), Harald Amschler (Forschungsleiter WEMF) und Cesare Patella (Leiter Marketing/Media Support Jean Frey AG)
helfen Ihnen mit dem wichtigen Planungsinstrument umgehen, eine schlüssige und kundenbezogene Präsentation vorbereiten und
damit die Erwartungen Ihrer Kunden erfüllen.
Um erfolgreiche Kundenbetreuung und den
Weg zum 5-Stern-Kundenservice geht es am
4./5. November im Seminar von Guglielmo
Imbimbo, das sich speziell an die Mitarbeitenden der Innendienste der Verlage und
Agenturen richtet. Kunden halten und gewinnen mit Kompetenz, Ideen und positiver
Ausstrahlung – wann wäre dies wichtiger
gewesen als jetzt?
FLASH NR. 05 – 2. Oktober 2003
«Einstieg in die Verlagsbranche», die konzentrierte und informative Einführung für neue
Mitarbeitende in die Gesetze dieser Branche
wird das nächste Mal vom 27. bis 29. November 2003 angeboten. Alle Kurse finden im
WBK Dübendorf (2 Minuten vom S-Bahnhof)
statt.
Buchung bitte auf info@medieninstitut.ch
oder Fax-Nummer 01 318 64 62. Details auf
www.medieninstitut.ch oder im Jahresprogramm, das wir Ihnen auf Verlangen gern
zustellen.
Der Ratgeber richtet sich konsequent auf den
Praktiker aus. Es ist klar und übersichtlich
aufgebaut, zeigt viele Beispiele (mit Bildern),
verzichtet weitgehend auf Literaturverweise
und beschränkt sich auf die grundlegende
Rechtsprechung.
WEKA Verlag AG, Hermetschloostrasse 77,
8048 Zürich, Telefon 01 434 88 34, CHF 268.–,
ISBN 3-297-78600-0
Educetera
Publikationen
Werbe- und
Kommunikationsrecht
Beim WEKA Verlag ist dieses Frühjahr ein
neuer Ratgeber für Werbe- und Kommunikationsrecht von Ueli Grüter (Herausgeber) erschienen. Die Loseblatt-Ausgabe richtet sich
in erster Linie an Praktiker aus der Kommunikationsbranche und bietet neben einer
leicht verständlichen Darstellung der relevanten Rechtsgebiete auch verschiedene Arbeitshilfen (Checklisten und Vertragsmuster).
Laut Verlag ist der Ratgeber in erster Linie für
Werber, Marketing- und PR-Verantwortliche
geeignet. Entsprechend liegen die Themenschwerpunkte im Bereich Lauterkeitsrecht,
Urheberrecht, Kennzeichenrecht, Design- und
Datenschutz. Das Werk umfasst aber auch
ein Kapitel zum Persönlichkeits- und Medienrecht.
Neue Zeitschrift für Lehrer lanciert
Unter dem Titel «Educetera» startet eine neue
Fachzeitschrift für Lehrer und Dozenten. Die
im Juni gegründete Herausgeberin Edupanel
AG mit Sitz in Hergiswil will mit der neuen
Publikation dem Lehrpersonal mit hilfreichen
Ratschlägen, Tipps und Ideen unter die Arme
greifen. In einer regelmässigen redaktionellen
Rubrik verfasst Ueli Custer für das vom Verband SCHWEIZER PRESSE lancierte Projekt
«Lesen macht gross.» (Lehrmittel für Sekundarstufen I und II sowie für die Primarstufe)
Beiträge aus einzelnen Kapiteln und illustriert diese mit einzelnen Aufträgen. Den
Lehrern und Lehrerinnen wollen wir dadurch
Lösungsansätze oder Unterstützung für die
tägliche Arbeit mit ihren Schülern und Schülerinnen vermitteln – und das Thema Zeitung lesen näher bringen.
«Educetera» erscheint ab Oktober in einer
Startauflage von 55 000 Exemplaren und
vorerst in einem zweimonatlichen Erscheinungsrhythmus. Nähere Informationen dazu
unter eduverlag@bluewin.ch
TV
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FLASH NR. 05 – 2. Oktober 2003
Neue Mitglieder
Willkommen
Wir begrüssen folgende neue Mitglieder im Verband SCHWEIZER PRESSE:
•
•
•
PubliGroupe AG, Lausanne
„Schweizer Rätselheft“, Schweizer Rätselplausch“ (Küng + Partner Verlag, Zürich
„Fritz und Fränzi“ (Stiftung „elternsein“,
Zürich)
Neue
Mitarbeiterin
Die Geschäftsstelle wird seit Anfang September durch Frau Nadja Naegeli verstärkt. Frau
Naegeli hat nach Abschluss ihrer kaufmännischen Lehre in einer Zürcher Anwaltskanzlei gearbeitet und bildet sich derzeit zur
Direktionsassistentin weiter. Sie ist beim Verband als Assistentin Recht und Kommunikation tätig. Wir heissen sie herzlich willkommen und wünschen ihr für die neue Tätigkeit
viel Erfolg.
Diverses
Weltgipfel
Vom 10. bis 12 Dezember 2003 findet in Genf der
erste UNO-Weltgipfel über die Informationsgesellschaft statt. Der Gipfel soll den teilnehmenden Regierungschefs sowie den Vertretern der
Privatwirtschaft und der Zivilgesellschaft die Möglichkeit bieten, gemeinsam nach Möglichkeiten
einer besseren weltweiten Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien zu suchen.
Grundlage des Weltgipfels bildet die Feststellung, dass derzeit mehr als die Hälfte der
Weltbevölkerung keinen Zugang zum Kommunikationsnetzwerk hat. Die Möglichkeit
der Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien wird in Zukunft
aber einen grossen Einfluss auf die weitere
Entwicklung des gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens haben.
Ziel des Gipfels ist es daher, die Angebote und
die neuen technologischen Möglichkeiten mit
den Bedürfnissen der Entwicklungsländer
zusammenzubringen.
Die Themenpalette reicht dabei von Fragen
der guten Regierungsführung und der Armutsbekämpfung über technologische Aspekte bis zur Rolle der Medien in der Informationsgesellschaft. Die Regierungen sollen zusammen mit der Privatwirtschaft und Vertretern der Zivilgesellschaft hierzu eine Erklärung und einen konkreten Aktionsplan ausarbeiten. Daneben ist eine Vielzahl von Nebenveranstaltungen in Ergänzung zum eigentlichen Gipfel geplant.
Die Schweiz hat sich als Gastgeberland aktiv
an der Vorbereitung des Gipfels beteiligt.
Vertreter der Bundesverwaltung, der Zivilgesellschaft und der Privatwirtschaft haben sich
in einer dreiteiligen Plattform organisiert, um
die Schweizer Position bezüglich des Weltgipfels zu definieren.
Die Medien spielen in der sich bildenden
Informationsgesellschaft eine entscheidende
Rolle und anlässlich des Weltgipfels sollen
entsprechend auch verschiedene medienspezifische Fragen diskutiert werden. Daher hat
sich auch der Verband SCHWEIZER PRESSE
auf Einladung des Bundesamts für Kommunikation im Rahmen der Gipfelvorbereitung
engagiert. Im Zentrum standen dabei Fragen
der Meinungsäusserungsfreiheit und der Unabhängigkeit der Medien.
Weitere Informationen unter
www.wsisgeneva2003.org
HK
FLASH NR. 05 – 2. Oktober 2003
Presse im
Landesmuseum
In zwei Jahren will das Schweizerische
Landesmuseum in einer grossen Ausstellung zeigen, dass es «ohne Presse keine
Demokratie» gibt – und so lautet auch der
Titel des Projekts, das Projektleiterin Katri
Burri in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Roger
Blum vom Institut für Medienwissenschaft
der Universität Bern in den letzten Wochen
zahlreichen Verlegern und Verbänden präsentiert hat. Die Ausstellung soll die Bedeutung der Presse in der offenen Gesellschaft,
aber auch deren Unterdrückung in totalitären
Staaten thematisieren. Erfolge, Fehlleistungen
und Probleme der Presse gehören ebenfalls zu
der Schau, die mit sinnlichen Reizen und
interaktiven Möglichkeiten aufwarten will.
KL
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Internethinweise
•
•
•
•
•
•
Alle Medien, alle Informationen und
Links, alle Planungstools:
www.mediasearch.ch – der OneStopShop.
Eine Initiative des Verbandes SCHWEIZER
PRESSE in Zusammenarbeit mit Medienpartnern.
Publicitas-Index 2003: Die Entwicklung
der Werbeausgaben in der Tagespresse
finden Sie im Internet unter
www.publicitas.ch.
Die Bruttowerbeaufwendungen der
kommerziellen Werbung für 2003 sind
über www.schweizerpresse.ch («Statistiken») abrufbar.
Zur Inseratestatistik SCHWEIZER
PRESSE/VSW 2003 gelangen Sie via Internet www.wemf.ch.
Kurzübersicht Anzeigenpreise 2004:
www.vsw-assp.ch
www.medieninstitut.ch zeigt die aktuellen Aus- und Weiterbildungsangebote des
Verbandes SCHWEIZER PRESSE.
Tagungshinweis:
Qualität im Journalismus
Wie beeinflusst die ständig wachsende PR-Industrie die redaktionellen Inhalte? Und haben die schlechten
Zeiten mit Personalabbau und Budgetkürzungen etwas geändert? Wenn ja: was? Am 12. November werden
die Fragen geklärt, an der «Herzbergtagung» 2003 des Vereins QUALITÄT IM JOURNALISMUS, die in Winterthur stattfindet.
PR-PraktikerInnen aus der ersten Reihe geben Einblick in ihre Arbeitsweise und Alltagserfahrungen. Auf dem Programm stehen Dr. Andrea Hemmi (McDonalds, angefragt), die PR-Beraterin
Doris Fiala und Simon Hubacher, Chef Information des EDA. Prof. Peter Szyszka (Osnabrück)
widmet sich der Frage, was PR in den Medien wirklich bewirkt, und am Nachmittag sagen drei
journalistische Praktiker aus Presse und Radio/TV, wie sie mit den PR-Inputs umgehen. Gekrönt
wird der Tag durch die Verleihung des MedienAwards 2003 für Qualität im Journalismus. Erneut
werden wieder Arbeiten und Initiativen aus der Praxis präsentiert und prämiiert, die geeignet
sind, die Qualität in der täglichen Arbeit zu heben.
Mittwoch, 12. Nov. Winterthur, Zürcher Hochschule Winterthur, Volkart-Gebäude am Bahnhofplatz, ca. 10 - 17 Uhr. Die Tagungsbgebühr beträgt für Mitglieder Fr. 80.--, für Nichtmitglieder Fr. 95.--;
Anmeldung via die Website des Vereins www.quajou.ch
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FLASH NR. 05 – 2. Oktober 2003
Termine
MEDIENINSTITUT
01.-03. Oktober
Seminar Mediation
03. Oktober
Departement Werbemarkt: Teilprojektgruppe Award
07. Oktober
Departement Werbemarkt: Teilprojektgruppe Mehrwert Print
07. Oktober
Departement Werbemarkt: Projektgruppe Gattungsmarketing,
Fachgremium QFZ-Zertifizierung
8. Oktober
Meeting
10. Oktober
Direktorenkonferenz
04. November
Departement Recht: Fachgruppe Medienrecht
05. November
Seminar Erfolgreiche Kundenbetreuung
06. November
Präsidium
12. November
Departement Distribution: Kontaktgruppe Printmedien/Post
13. November
Seminar Aus Zahlen werden Argumente
19. November
Verlegertagung Fachpresse
25. November
Departement Nutzermarkt
26. November
Direktorenkonferenz
27. November
Seminar Einstieg in die Verlagsbranche
27. November
Departement Werbemarkt: Projektgruppe Gattungsmarketing
SCHWEIZER PRESSE
SCHWEIZER PRESSE
SCHWEIZER PRESSE
ALLIANZ GEGEN WERBEVERBOTE
SCHWEIZER PRESSE/ATEG/PRESSE ROMANDE
SCHWEIZER PRESSE
MEDIENINSTITUT
SCHWEIZER PRESSE
SCHWEIZER PRESSE/DIE POST
MEDIENINSTITUT
SCHWEIZER PRESSE/PUBLIMAG
SCHWEIZER PRESSE
SCHWEIZER PRESSE/ATEG/PRESSE ROMANDE
MEDIENINSTITUT
SCHWEIZER PRESSE/PUBLIMAG
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