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Es ist nicht alles Betongold, was glänzt - Volksbank RheinAhrEifel eG

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VR Aktuell Nummer 7 | Juli 2013
Energiekosten ermitteln
Zinsen und Tilgung überprüfen
Bestand gezielt versichern
Es ist nicht alles Betongold, was glänzt
Worauf Sie beim Kauf und der Finanzierung von
Wohnimmobilien achten sollten
„Betongold ist ein sicherer Hafen“ und „Baufinanzierungszinsen so niedrig wie
nie!“ sind zurzeit zwei beliebte Schlagzeilen, wenn es um den Immobilienkauf geht.
Doch stimmen diese Aussagen tatsächlich, und vor allen Dingen, stimmen diese für
Sie? Dies gilt es individuell und ausgehend vom jeweiligen Immobilienwunsch und
der persönlichen Situation zu prüfen. Diese Ausgabe von VR Aktuell gibt einen
Überblick, worauf bei einer so wichtigen Entscheidung geachtet werden sollte.
Von der Immobilienkrise in den USA, der
Immobilienblase in Spanien und den damit
verbundenen rasant fallenden Immobilienpreisen hat jeder schon einmal gehört oder
gelesen. Auch die sogenannten „Schrottimmobilien“ in den neuen Bundesländern
sind den meisten Menschen ein Begriff.
Allein diese Entwicklungen zeigen bereits,
dass eine Investition in eine Immobilie nicht
grundsätzlich zu einem Werterhalt oder
gar einer Wertsteigerung führen muss.
Vielmehr ist dafür die richtige Auswahl
einer Immobilie entscheidend.
Zunächst einmal spielt die Lage eine
zentrale Rolle. Die Anbindung an das
Straßennetz oder den Nahverkehr sollten
hier genauso betrachtet werden wie die
Nähe zu Natur und öffentlicher Infrastruktur. Die einfache Erreichbarkeit von
Einkaufsmöglichkeiten, Ärzten oder Kindergärten und Schulen hat immense Auswirkungen auf die Werthaltigkeit einer
Wohnimmobilie.
VR Aktuell
Vor dem Immobilienerwerb gibt es viele Fragen zu klären. Beratung ist hier häufig hilfreich und
nötig, um am Ende eine passgenaue Lösung zu finden.
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Nummer 7 | Juli 2013
Man sollte sich zunächst ernsthaft
fragen: „Möchte ich hier wohnen?“, und
vor allen Dingen: „Möchte ich auch in
zehn Jahren noch hier wohnen?“. Für
Vermieter gelten natürlich die Fragen
„Wer möchte hier wohnen?“ und „Wer
möchte hier in zehn Jahren wohnen?“.
Wichtig ist darüber hinaus die Kenntnis des Immobilienmarktes vor Ort. Hier
ist die Beratung durch einen Ortskundigen meist Gold wert. Die Volksbanken
und Raiffeisenbanken kennen sich in ihren regionalen Märkten bestens aus. Sie
sind selbst vor Ort tätig und finanzieren
dort eine Vielzahl von Projekten. Zudem
greifen sie bundesweit auf ein dichtes
Netzwerk von Spezialisten zu Fragestellungen rund um den persönlichen
Immobilienwunsch zurück und können
für diese so wichtige, finanzielle Entscheidung gezielt Ansprechpartner vermitteln.
Energiekosten kratzen am Glanz
des Betongolds
Hohe Öl- und Gaspreise sowie lang anhaltend niedrige Temperaturen trieben die
Heizkosten in den vergangenen Jahren
kräftig in die Höhe. Außerdem stiegen
die Kosten für Strom nicht zuletzt aufgrund der Umlage der im ErneuerbareEnergien-Gesetz garantierten Einspeisevergütungen auf die Verbraucherpreise.
Unbedingt sollte bei Investitionen in
Immobilien also deren energetische Qualität geprüft werden. Seit 2008 können
Mieter oder Käufer einer Immobilie Energieausweise verlangen. Diese informieren
über die energetische Qualität eines Gebäudes und zeigen, wie viel Energie für
Heizen und für die Warmwasserbereitung
benötigt wird. Der Energieausweis gewinnt bei den aktuell hohen Ausgaben
für Heizung und Warmwasser perspektivisch an Bedeutung. Er kann sogar ausschlaggebend für oder gegen den Kauf
oder die Miete sein!
Wer einen Energieausweis für seine
Immobilie benötigt oder beantragen
möchte, sollte direkt Kontakt zur örtlichen Volksbank oder Raiffeisenbank
aufnehmen.
Ausgehend vom aktuellen Zustand,
kann der zusätzlich mögliche Investitionsaufwand ermittelt werden, der nötig ist, um die Immobilie auf einen zeitgemäßen Energiestandard zu bringen.
Neue Heiz- und Dämmtechniken, ener2
gie- und ressourcensparende Geräte
oder aber die eigene Stromproduktion
über Solaranlagen sind heutzutage viel
erschwinglicher geworden. Diese Investitionen rechnen sich durch die gesparten
Kosten sowie durch die häufig zusätzliche staatliche Förderung schon innerhalb weniger Jahre.
Regelmäßiges Renovieren und Modernisieren kann den Immobilienwert
sogar steigern. Abgesehen davon haben
sich die gesetzlichen Vorschriften bei
den Abgas-, Abfall- und Abwassernormen immer weiter verschärft. Es ist davon auszugehen, dass dieser Trend auch
in Zukunft anhalten wird.
Durchdachte Modernisierungsmaßnahmen können Kosten für Öl oder Gas,
Wasser und Strom deutlich senken. Die
Volksbanken und Raiffeisenbanken können den Kontakt zu versierten Ansprechpartnern wie Energieberatern vermitteln. Diese sind darauf spezialisiert,
ineffiziente Energiefresser an einer Immobilie aufzuspüren und hilfreiche Tipps
zu geben, wie zusätzlich Energie und
Geld gespart werden können. Dies reicht
von kleinen Maßnahmen wie dem
Austausch stromfressender Glühbirnen
durch Energiesparlampen bis hin zu neuen Fenstern, Dachdämmung oder auch
Heizkesseln.
Bei größeren Investitionen hilft die lokale Volksbank oder Raiffeisenbank, eine
günstige und passende Finanzierungsmöglichkeit zu finden. Diese schließt auch
eine spezielle Fördermittelberatung mit
ein. So kann die Finanzierung so günstig
wie möglich gestaltet werden.
„Baufinanzierungszinsen
so niedrig wie nie!“
Diese Schlagzeile ist momentan nahezu
täglich in der Presse. Niedrige Finanzierungszinsen sollten jedoch nicht alleine
ausschlaggebend für die Investition sein.
Der Entschluss, Wohneigentum zu erwerben, ist von viel größerer Tragweite. Neben den Schulden, die gewöhnlich aus
dem Erwerb einer Immobilie resultieren,
entsteht auch eine weitere Verantwortung: Immobilien müssen gepflegt und
auf dem neuesten Stand der Technik gehalten werden.
Die Voraussetzungen sind insgesamt
jedoch gut: Individuelle Baudarlehen,
flexible Kredite, die besondere Förderung von Energiesparhäusern und nicht
zuletzt die umgangssprachlich unter
dem Namen „Wohnriester“ bekannte
Förderung ermöglichen heute vielen
Menschen den Erwerb einer Immobilie.
Wichtig ist dabei, die individuelle Finanzund Lebenslage immer im Blick zu behalten. Die Volksbanken und Raiffeisenbanken analysieren im Rahmen des
VR-FinanzPlans die persönliche Vermögenssituation und stellen mit dem VRImmo-Concept ein individuelles Finanzierungskonzept für jede Investitionsentscheidung zusammen.
Niedriges Zinsniveau für
hohe Tilgung nutzen
„Mit nur 300 Euro monatlicher Belastung
den Immobilientraum erfüllen“, ist heutzutage auch oft zu lesen. Die Grundlage
für diese Berechnung ist oftmals ein
niedriger Tilgungssatz von 1 Prozent. Der
Tilgungssatz drückt aus, wie viel vom aufgenommenen Darlehen abbezahlt wird.
Umgekehrt formuliert: Aus diesem Wert
ergibt sich die Zeit, die benötigt wird, um
schuldenfrei zu werden. Einfach gesagt:
Je niedriger der Tilgungssatz, umso länger braucht man, bis einem die Immobilie
tatsächlich gehört.
Bei der beliebtesten Finanzierungsform, den sogenannten Annuitätendarlehen, kommt ein weiterer Effekt hinzu,
der auf die Darlehenslaufzeit erhebliche
Auswirkungen hat. Bei Annuitätendarlehen zahlt man monatlich einen festen
Betrag. Dieser setzt sich aus Tilgung und
Zinsen zusammen. Dieser feste Betrag ist
für die Vertragsdauer des Darlehens eine
planbare Größe – ein Grund für die große Beliebtheit dieser Finanzierungsform.
Da der Zinssatz für die Vertragsdauer
gleich bleibt, sich die Restschuld aber
durch den bereits getilgten Betrag stetig
verringert, wird der Tilgungssatz nach jeBeispiel Tilgungssatz
Lag bei einem Zinssatz von 8 Prozent
und 1 Prozent Tilgung die Laufzeit bei
etwa 28 Jahren, so beträgt die Laufzeit
bei 3 Prozent Zins und 1 Prozent Tilgung mehr als 46 Jahre. Deshalb ist es
ratsam, die Zinsersparnis in der aktuellen Niedrigzinsphase von Anfang an für
eine erhöhte Tilgung von mindestens
2 Prozent zu nutzen, um auf eine vergleichbare Darlehenslaufzeit zu kommen.
VR Aktuell
Nummer 7 | Juli 2013
der geleisteten Rate höher. So zahlt man
immer schneller das Darlehen ab. Der Tilgungsanteil steigt nach jeder Rate um
die Zinsen, die mit der Tilgung gespart
werden. Diese Zinsersparnis und damit
der zusätzliche Tilgungsanteil fallen
umso niedriger aus, je niedriger der Zinssatz für das Darlehen ist.
Wie viel Immobilie kann und will
ich mir leisten?
Die Antwort auf diese Frage hängt von
mehreren Faktoren ab. Die am einfachsten herauszufindenden Faktoren sind die
monatlichen Einkünfte, das vorhandene
Eigenkapital sowie der monatliche Bedarf
an Kapital für Dinge des täglichen Lebens,
Reparaturen oder auch Urlaub.
Hilfreich ist es zunächst, eine Liste der
jährlichen Einkünfte zu erstellen und diesen die täglichen, monatlichen und jährlichen Ausgaben gegenüberzustellen.
So erfährt man die Summe, die – über
das vorhandene Eigenkapital hinaus –
monatlich in eine eigene Immobilie investiert werden kann. Allerdings kann
dies nur ein erster Anhaltspunkt sein.
Denn: Staatliche Förderung oder auch
die aus den Investitionen in die eigene
Immobilie resultierenden Einsparungen
im Energiebereich können den persönlichen Finanzierungsspielraum noch
deutlich erweitern.
Wie viel Immobilie ein jeder sich leisten will, hängt auch davon ab, ob man
bereit ist, dafür auf Luxus wie Urlaubsreisen oder ein neues Auto zu verzichten.
Maximale Fördermöglichkeiten
am Beispiel Bausparen
8,8 Prozent Wohnungsbau-Prämie für
Sparleistungen beim Bausparen bis zu
jährlich 512 Euro (alleinstehend) bzw.
1.024 Euro (verheiratet)*
9 Prozent Arbeitnehmersparzulage für
vermögenswirksame Leistungen beim
Bausparen bis zu 470 Euro jährlich pro
Arbeitnehmer*
154 Euro Riesterzulage pro Jahr sowie
bis zu 300 Euro Kinderzulage pro Kind*
* Achtung: Es gelten Einkommensgrenzen und weitere Fördervoraussetzungen.
Natürlich können auch alle anderen
Möglichkeiten genutzt werden, um für
ein zukünftiges Bau-, Kauf- oder Modernisierungsvorhaben zu sparen. So etwa
die klassischen Sparprodukte der Volksbanken und Raiffeisenbanken. Auch
hier besteht oftmals die Möglichkeit,
staatliche Förderung in Anspruch zu
nehmen. Dies gilt auch für Finanzierungsprodukte wie Darlehen. Besonders
im Rahmen von Renovierungen und
energetischen Sanierungen gibt es darüber hinaus eine Vielzahl von Fördermöglichkeiten, die teils von Gemeinde
zu Gemeinde unterschiedlich sind.
Bei der Suche nach geeigneten
Fördermöglichkeiten unterstützt Sie
Ihre Volksbank und Raiffeisenbank
gerne.
Baufinanzierungsschnäppchen
im Internet
Über Vergleichsportale kann man im
Internet oft wahre Baufinanzierungsschnäppchen entdecken. Leider gestaltet
sich eine Immobilienfinanzierung jedoch
nicht ganz so einfach, wie sie auf den ersten Blick erscheinen mag. Bei Darlehen
wird immer der Effektivzinssatz angegeben, der die Kosten für ein Darlehen erst
vergleichbar macht. Zu einer günstigen
Baufinanzierung gehört aber mehr als ein
auf den ersten Blick niedriger Zinssatz für
ein Darlehen. Manchmal kann sogar auch
ein zunächst höherer Zinssatz durchaus
günstiger sein. Dies hängt von den weiteren nötigen Finanzierungsbausteinen
und von der persönlichen Lebens- und Finanzplanung für die kommenden Jahre
ab. Hier ist Beratung dringend nötig. Egal
ob eine Immobilie neu gebaut, gekauft,
modernisiert oder aber eine bestehende
Finanzierung verlängert werden soll.
Die für die individuellen Bedürfnisse
am besten geeignete Ausgestaltung der
Finanzierung von Laufzeit über Tilgungssatz bis hin zu monatlichen Raten gibt es
in der Regel nicht über das Internet.
Volksbanken und Raiffeisenbanken kennen – im Gegensatz zu anonymen Internetanbietern – lokale Märkte.
Schließlich sind die Banken und die Menschen, die dort arbeiten, vor Ort und
haben schon viele Immobilienfinanzierungen begleitet. Oftmals kann die
Staatliche Förderung
in Anspruch nehmen
Grundsätzlich gilt: Je mehr Eigenkapital
vorhanden ist, umso niedriger wird die Belastung aus der Finanzierung des Restbetrags. Ein Richtwert von 20 Prozent Eigenkapital gilt dabei als solides Fundament
zum Kauf eines Objekts. Frühes Ansparen
für eine spätere Immobilienfinanzierung
oder auch -modernisierung macht sich also bezahlt. Hierzu eignet sich besonders
der Bausparvertrag. Dieser schafft eine solide Basis für die Finanzierung des Eigenheims. Zugleich erwirbt man damit das
Anrecht auf ein zinsgünstiges Darlehen.
Darüber hinaus können diverse Fördermöglichkeiten in Anspruch genommen
werden, was ebenfalls zu einer Erleichterung der Finanzierung beiträgt.
VR Aktuell
Bequem einkaufen mit dem Rad oder zu Fuß. Fur viele Menschen sind Anbindung und Lage
einer Immobilie ein wichtiger Entscheidungsfaktor.
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Nummer 7 | Juli 2013
mobilie liefern die Volksbanken und
Raiffeisenbanken hilfreiche Unterstützung.
Auch Betongold muss
abgesichert werden
Sturm, Feuer, Glasbruch oder auch Hochwasser: Immobilien brauchen nicht nur baulichen
Schutz, sondern auch eine passende und umfassende Versicherung.
Volksbank oder Raiffeisenbank sogar direkt Immobilien vermitteln – seien es
nun Grundstücke, auf denen später
selbst ein Haus gebaut werden soll, oder
auch bestehende Häuser. Auch bei einem vielleicht geplanten Verkauf der Im-
Immobilien sind zwar nicht so einfach zu
stehlen wie ein Goldbarren oder Schmuck,
trotzdem gibt es einige Risiken, gegen
deren finanzielle Folgen sich künftige Immobilienbesitzer absichern sollten. Sturm,
Feuer oder Glasbruch sind nur einige Beispiele für eventuelle Risiken, gegen deren
finanzielle Folgen spezielle Versicherungen Schutz bieten.
Die Volksbanken und Raiffeisenbanken suchen Ihnen gerne die passenden Versicherungen heraus. Denn auch
hier ist die Risikolage nicht bei allen
Immobilienbesitzern gleich. Beraterinnen und Berater mit Erfahrung helfen
dabei, eine maßgeschneiderte Absicherung zu finden.
IMPRESSUM
Herausgeber und
verantwortlich für den Inhalt:
Redaktion für diese Ausgabe:
Autor:
Objektleitung:
Verlag:
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Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken · BVR, Berlin
Tim Zuchiatti, BVR – Geschäftspolitik/Kommunikation –
Mario Künzl; Co-Autor: Dr. Rainer Siedler
Nicole Ewen, DG VERLAG, Leipziger Str. 35, 65191 Wiesbaden,
E-Mail: newen@dgverlag.de
Deutscher Genossenschafts-Verlag eG, Leipziger Str. 35, 65191 Wiesbaden
Druck und Versand:
Görres-Druckerei und Verlag GmbH, Niederbieberer Str. 124,
56567 Neuwied
Bildnachweis:
Fotolia, BVR, Mediathek DG VERLAG
Nachdruck – auch auszugsweise – nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Herausgebers.
Das Manuskript für diese Ausgabe wurde Mitte Juni 2013 abgeschlossen.
Für die Richtigkeit und Vollständigkeit keine Gewähr.
VR Aktuell
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Seele and Geist
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