close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Download Ausgabe 1/2009 - WEKA-Autoren - WEKA MEDIA

EinbettenHerunterladen
Den Text logisch aufbauen
Auf einen Blick
Editorial ..................................... 1
In aller Kürze ............................. 1
WEKA Business Portal: über eine Million
Seitenaufrufe im Monat ............................................1
Schwerpunkt ............................. 1
Was beim Schreiben schief gehen kann ...................1
Stolpersteine entfernen .............................................2
Gedankengerüst stabilisieren....................................2
Lücken schließen ......................................................2
Talent ist gut, Selbstzensur auch ..............................3
Impuls......................................... 3
Schlüssig argumentieren...........................................3
Porträt........................................ 4
Gute Presse ...............................................................4
Gute Seiten................................ 4
Impressum ................................. 4
Editorial
Liebe Autorinnen,
liebe Autoren,
Wissen
veröffentlichungsreif vom Kopf
aufs Papier zu bringen,
gehört zu den anspruchsvollsten Tätigkeiten überhaupt. Niemand schafft diese
Hürde im ersten Anlauf. Und auch nach
der zweiten Überarbeitung haben nur die
wenigsten Autoren schon die eigene
Bestleistung erreicht.
Denn beim Schreiben ist es wie im
Sport: Qualität kommt von Quälerei.
„Wüssten es nur die allzeit fertigen
Urteiler und die leicht fertigen Dilettanten, was es kostet, ein ordentliches
Werk zu erzeugen“ – Viel- und Profischreiber Friedrich Schiller war sich
darüber im Klaren, dass Sitzfleisch und
Kleinarbeit beim Schreiben so wichtig
sind wie Know-how und Talent. Nun
gibt es natürlich bei WEKA wie in allen
Verlagen Experten, die sich darum küm-
Ausgabe 1/2009
Ausgabe 1/2009
mern, dass ein Manuskript nicht nur
inhaltlich, sondern auch sprachlich
überzeugt. Allerdings sind Produktbetreuer und Fachredakteurinnen keine
Zauberer. Ihr Metier sind sprachliche
Schönheitsreparaturen. Weder können
sie inhaltliche Lücken stopfen noch
komplizierte gedankliche Brüche einrenken. In anderen Worten: Sie können
gute Texte besser machen, schlechte
aber nicht gut.
In der Hauptsache liegt es also an Ihnen,
Ihr Wissen klar und anschaulich
darzustellen. Dieser Newsletter ist
deshalb eine Ermutigung, dass Sie sich
Zeit nehmen: Zeit, verwickelte Textpassagen zu entwirren. Zeit, dürre Worte
anzureichern. Zeit, sich auch mal zur
besten Lösung zu quälen. Denn mal
ehrlich: Wer könnte Ihr Wissen klarer
formulieren als Sie – der Experte auf
seinem Gebiet, die Spezialistin in ihrem
Bereich?
Bringen Sie Ihr Know-how zur Sprache!
von der Arbeitssicherheit bis zum
Umweltschutz. Das übersichtlich zugeschnittene Portal mit seiner weitreichenden Verlinkung erhöht den
Komfort bei der Recherche, die leistungsstarke Suchtechnologie bietet
eine hohe Trefferqualität.
Seit Ende Januar steht das WEKA
Business Portal neben Unternehmen
auch Einzelkunden offen. Über 40.000
Anwender kann das Online-Portal
daher inzwischen vorweisen. „Wir
sind stolz auf diese Ergebnisse“, sagt
Geschäftsführer Werner Pehland. „Sie
sind der Beweis dafür, dass wir auch
im Online-Segment zu den führenden
Fachanbietern gehören.“
Schwerpunkt
Was beim Schreiben
schief gehen kann
Es gibt verbesserliche Fehler und
In aller Kürze
WEKA Business Portal:
über eine Million
Seitenaufrufe im Monat
Das neue WEKA Business Portal
übertrifft alle Erwartungen: Im September, Oktober und November 2008
verzeichnete das Fachinformationsportal jeweils über eine Million Page
Impressions, die Zahl der Besuche
stieg um fast 30 Prozent von 18.000
auf 23.000.
Das WEKA Business Portal enthält
Fachinformationen in Form von Fachbeiträgen, Arbeitshilfen, Schulungsmaterialien und Vorschriftentexten. In
über 300 Modulen finden Sie Praxislösungen für 21 Themenbereiche –
unverbesserliche.
Verbesserliche
Fehler müssen nicht sein – denn Sie
können sie sehr leicht selbst
beseitigen. Unverbesserliche Fehler
dürfen nicht sein – denn Produktbetreuung und Fachredaktion können sie zwar erkennen, aber nur
schlecht und recht beheben.
Jedes Manuskript ist anders, und inhaltlich überraschen Sie uns immer
wieder. Kopfzerbrechen machen uns
dagegen in manchen Texten Unzulänglichkeiten in der Formulierung
und Gedankenführung. Sie unterscheiden sich in ihrer Art nur wenig
voneinander und lassen sich in drei
wiederkehrende Kategorien fassen:
• holpriger Satzbau
• wackelige Gedankengebäude
• lückenhafte Inhalte
Seite 1
Stolpersteine entfernen
Fangen wir mit dem Harmlosesten an:
den sprachlichen Stolpersteinen, die
auch den interessiertesten Leser ins
Schleudern bringen. Sie heißen
Verneinung,
Schachtelsatz
und
Nominalisierung, und die meisten
von Ihnen kennen und meiden sie
längst. Trotzdem sind sie nicht ausgemerzt.
Falls Sie glauben, die Gruselbeispiele
in Bild 1 entstammten unserem Raritätenkabinett, versichern wir Ihnen: Sie
sind Teil eines Horrorfilms, von dem
Sie nur den Trailer sehen.
Zwar lassen sich holprig gebaute Sätze
meistens ohne Bedeutungsverlust in
ein lesbares Deutsch transformieren,
auch wenn man nicht vom Fach ist.
Aber einfacher ist es, wenn Sie von
sich aus glätten, was sich beim
Lektorat nur mühsam korrigieren lässt.
Gedankengerüst stabilisieren
Weitaus schwieriger sind Textverbesserungen zu erreichen, wenn das ganze
Gedankengebäude wackelt. Mal ehrlich: Wie soll jemand, der die inhaltlichen Zusammenhänge nicht kennt,
sinnvoll einen Textabschnitt wie den
folgenden redigieren?
Wegen arglistigen Verschweigens keine
Verjährung
Der Anspruch gegen den Architekten ist nicht
verjährt. Mängelansprüche verjähren grundsätzlich
in fünf Jahren. Diese Verjährungsfrist ist abgelaufen.
Für die wegen mangelhafter Bauüberwachung
entstandenen Mängel am Bauwerk haftet der
Architekt nach der hier einschlägigen, vor dem
01.01.2002 geltenden Rechtslage nach § 635 BGB
a.F. mit der Folge, dass auf Schadensersatzansprüche die Verjährungsregelung des § 638
BGB a.F. anwendbar ist.
Bild 2: Vorher-Text. Die Informationen sind additiv aneinandergereiht
Falls Ihnen nach dem Lesen der Kopf
schwindelt, liegt das sicherlich nicht
an einem fehlenden Jurastudium. Der
Gefühlsmix aus Gereiztheit und Überforderung rührt daher, dass sich ein
Satz nicht logisch aus dem nächsten
ergibt. Weil die Einzelinformationen
zusammenhanglos nebeneinander stehen, ist es schwer bis unmöglich, die
Argumentation nachzuvollziehen.
Die nachfolgende Textüberarbeitung
zielt darauf ab, die unzusammenhängenden Gedanken logisch auf die
Reihe zu bringen:
Wegen arglistigen Verschweigens keine
Verjährung
Der Anspruch gegen den Architekten ist nicht
verjährt. Zwar verjähren Mängelansprüche grundsätzlich in fünf Jahren. Somit ist die Verjährungsfrist eigentlich abgelaufen. Eigentlich. Denn
in unserem Fall kann sich der Architekt nicht
darauf berufen. Warum?
Schauen wir uns die Gesetzesgrundlage an: Für die
wegen mangelhafter Bauüberwachung entstandenen Mängel am Bauwerk haftet der Architekt
nach der vor dem 01.01.2002 geltenden Rechtslage
nach § 635 BGB a.F. Daraus folgt, dass auf
Schadenersatzansprüche die Verjährungsregelung
des § 638 BGB a.F. anwendbar ist. Aufgrund
dieser Gesetzeslage darf der Architekt sich nicht
auf Verjährung berufen, weil er den Baumangel
arglistig verschwiegen hat.
Bild 3: Nachher-Text. Die Informationen sind aufeinander bezogen und miteinander verbunden
So formuliert ist der Text länger,
macht dafür aber auch deutlich mehr
Sinn – auch dann, wenn man mangels
juristischer Vorkenntnisse nicht prüfen
kann, ob die Beweisführung inhaltlich
hieb- und stichfest gelungen ist.
Die nachträglich eingearbeitete Logik
ist mit hohem Aufwand entstanden,
dringt weit in die Tiefenstruktur des
Textes ein und entspricht womöglich
nicht hundertprozentig den Absichten
des Autors. Wirklich seriös kann die
Redaktion solche Änderungen nur in
Rücksprache mit dem Autor vornehmen. Wegen des immens hohen Zeitaufwands kann sie das Gedankengerüst allenfalls in Einzelfällen stabilisieren – nicht aber über das
gesamte Manuskript hinweg.
Tipp: Praktische Tipps zur klaren
Führung der Gedanken finden Sie
unter der Rubrik „Impuls“ auf Seite 3.
Lücken schließen
Schreiben ist mehr als das „Zusammenschreiben“ des gesammelten Wissens, das man hat. Viel mehr. Es
umfasst die gedankliche Auseinandersetzung und Vertiefung mit dem Vorhandenen, fördert Lücken und Unklarheiten zutage, und selten tanzen die
Gedanken so perfekt choreografiert an,
dass man sich auf Anhieb über ein
druckreifes Textprodukt freuen kann.
Viel öfter gleicht der erste Textentwurf einer Baustelle, auf der es
noch an vielem fehlt.
Don’t
Vorher:
Nachher:
Mehrfachverneinung
In der Praxis wird gerade bei Projekten, für die der Gesetzgeber keine
Risikoplanung verlangt, nicht immer
ein entsprechendes Management betrieben.
Gerade wenn der Gesetzgeber keine Risikoplanung verlangt, wird es in der Praxis häufig versäumt, ein entsprechendes
Projektmanagement zu betreiben.
Schachtelsatz
Auch wenn Handwerker solche Arbeiten in der Regel ordentlich ausführen,
dient die Bauleiterbestellung gerade
dem Ziel, seltene, nach der Lebenserfahrung dennoch immer wieder auftretende Fehler, die besonders gravierende Folgen haben, auch weil der
Sanierungsaufwand groß ist, zu vermeiden
Handwerker führen solche Arbeiten zwar
in der Regel ordentlich aus. Die Bestellung eines Bauleiters dient jedoch gerade
dem Ziel, seltene, aber eben doch vorkommende Fehler zu vermeiden. Erfahrungsgemäß verursachen sie oft mehr als
andere einen besonders hohen Sanierungsaufwand.
Nominalisierung
Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen sind durchzuführen,
wenn die Gefahr des Entstehens eines
Gehörschadens durch Lärm besteht.
Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen sind durchzuführen,
wenn die Gefahr besteht, dass durch
Lärm ein Gehörschaden ausgelöst wird.
Bild 1 Stolpersteine
Seien Sie Ihr eigener Redakteur – befreien Sie Ihre Rohtexte konsequent von Stolpersteinen
Der folgende Textanfang ist ein
typisches Beispiel dafür. Was fällt
Ihnen daran auf, was sollte man
ändern?
zusammenfinden, müssen die einzelnen
Teammitglieder immer flexibler sein. Gleichzeitig
wächst die Konkurrenz: Weltweit stehen
Menschen zur Verfügung, um in virtuellen Teams
neue Herausforderungen anzunehmen.
Wage das Abenteuer – wie Sie mit Ihrem Team
Kommunikationsrisiken in Projekten meistern
Bild 5: Nachher-Text. Von der Skizze zum Gemälde: Bei der Überarbeitung wurde der Text mit
Details und Übergängen angefüttert.
nischen Autoren der Gegenwart. „Ab
dem dritten Durchgang macht das
Schreiben langsam Spaß.“
Impuls
Projekte stehen durch die globalen Märkte immer
mehr unter Druck: Die Teammitglieder müssen
immer flexibler sein. So stehen Menschen weltweit
zur Verfügung, um neue Herausforderungen
anzunehmen.
Bild 4: Vorher-Text. Was als fertiger Text abgegeben wurde, ist ein erster Entwurf: Der Leser
wird nicht Schritt für Schritt in den Text geführt,
sondern muss Wesentliches selbst ergänzen.
Man sieht es nicht, aber man spürt es:
Zwischen den drei Gedanken des ersten Absatzes klaffende gähnende
Lücken. Wie häufig beim ersten Entwurf wurden naheliegende Gedanken
aneinandergereiht, ohne sie zu entwickeln und zu vertiefen. Nichts ist
begründet, veranschaulicht oder detailliert dargestellt – nach der motivierenden Überschrift lässt der Text den
Leser im Regen stehen.
Die brüchige Argumentation ist kein
Problem – sofern man die Unzulänglichkeit erkennt und lange vor
Manuskriptabgabe behebt. Denn wie
gesagt: Die Redaktion kann das
Problem benennen, das inhaltliche
Wissen, es zu lösen, hat sie nicht.
In der folgenden Überarbeitung wurde
der dünne Ausgangstext durch zusätzliche Details „angefüttert“. Die
entsprechenden Einfügungen sind grau
markiert. Die blau unterstrichenen
Textstellen kennzeichnen verküpfende
Elemente und Passagen. Beides
zusammen erhöht die Überzeugungskraft des Textes und Ihre Glaubwürdigkeit als Experte:
Projekte stehen durch die globalen Märkte immer
mehr unter Druck: Neue Zulieferer aus aller Welt
bieten ihre Produkte an, schnelle Reaktionen
entscheiden über das Leben im Markt, Fachkräfte
aus verschiedenen Unternehmen und Ländern
arbeiten für einen begrenzten Zeitraum zusammen.
Diese veränderten Marktbedingungen stellen
Projektteams vor zusätzliche Herausforderungen:
Weil Teams sich für immer kürzere Zeiträume in
sehr gemischten Gruppen vom Praktikanten über
den alten Hasen bis hin zur externen Beraterin
Ausgabe 1/2009
Tipp: Zu dünne Texte erkennt man
häufig auf den ersten Blick. Wenn in
einem Fachtext viele Absätze nur
zwei, drei Zeilen lang sind, kann das
ein Zeichen dafür sein, dass Gedanken
anskizziert, aber nicht ausgemalt sind:
„
Prüfen Sie, ob die Argumentation Lücken aufweist oder ob Sie den Leser
mit einem Gedanken überfallen statt
ihn allmählich darauf hinzuführen.
„
Erwarten Sie nicht, dass Ihre Leser
zwischen den Zeilen lesen oder lückenhafte Informationen aus dem eigenen Wissensfundus ergänzen – es ist
Ihre Aufgabe als Autor, die Nutzer Ihres Produkts Schritt für Schritt umfassend ins Bild zu setzen.
„
Die notwendigen Anreicherungen finden sich oft an anderer Stelle im Text.
Fügen Sie sie dort ein, wo man sie als
Erstes erwartet – sparen Sie das Beste
nicht bis zuletzt!
Talent ist gut, Selbstzensur auch
Wussten Sie eigentlich: Im Französischen heißt die erste Textfassung le
brouillon? Wörtlich übersetzt bedeutet
das: Pfusch, Wirrwarr, Schmiererei.
Damit ist eigentlich alles gesagt: Es
braucht Zeit, Hingabe und ein strenges
Auge für die eigene Unzulänglichkeit,
ehe aus dem brouillon eine druckreife
Fassung entsteht. Man muss zwar
nicht so weit gehen wie Ernest Hemingway, der die letzte Seite seines
Romans Wem die Stunde schlägt
39mal umgeschrieben haben soll, ehe
er das Manuskript an den Verlag leitete. Aber wer professionell schreibt,
muss einkalkulieren: Eine Überarbeitung, die ihren Namen verdient, kostet
ähnlich viel Zeit wie der Rohtext. „Mit
jedem Durchgang werden die Dinge
klarer, die Intensität nimmt zu, die
Seiten werden lebendiger“, sagt Philip
Roth, einer der wichtigsten amerika-
Schlüssig
argumentieren
Die einen beherrschen es intuitiv, für
die anderen zählt es zu den schwierigsten Hürden überhaupt: Gedanken
so kohärent und schlüssig zu Papier zu
bringen, dass der Leser mühelos folgen kann. Wenn Sie spüren oder schon
öfter den Hinweis erhalten haben, dass
eine Argumentation nicht stimmig ist,
helfen drei gute Gewohnheiten.
Drucken Sie den Rohtext auf
Papier
Die Krimi- und Bestsellerautorin Elizabeth George beschreibt die Wirkung: „Den zweiten Entwurf erarbeite
ich auf dem Ausdruck: da gibt es kein
Scrollen durch Seiten und Seiten von
Bildschirmtext. Ich sitze am Schreibtisch, das Manuskript liegt vor mir und
ich mache mir die Hände schmutzig.
Ich streiche, ergänze, verschiebe,
schneide und klebe.“ Profis wissen:
Auf dem Ausdruck fallen Mängel ins
Auge, über die man am Bildschirm
hinweghuscht.
Arbeiten Sie mit Testlesern
Sobald die ersten drei oder vier
Manuskriptseiten geschrieben sind,
bitten Sie Kollegen oder den Partner
oder die Partnerin, Ihren Entwurf zu
lesen. Ihre Testleser brauchen dabei
nur auf eines zu achten: Können sie
der Argumentation folgen und Ihre
Gedanken nachvollziehen? Textpassagen, in denen das nicht oder nur
bedingt der Fall sein sollte, werden mit
einer Schlangenlinie am Seitenrand
gekennzeichnet.
Wichtig: Nehmen Sie das Feedback
Ernst – auch dann, wenn ein Testleser
nicht vom Fach ist. Um zu spüren, ob
eine Argumentation folgerichtig klingt
oder eher konfus, braucht man keine
inhaltlichen Vorkenntnisse.
Seite 3
Verdeutlichen Sie Gedankenschritte
Ihre Leser benötigen Anhaltspunkte,
um Ihnen folgen zu können: Formulierungen, die den argumentativen
Zusammenhang erhellen und Sätze
zueinander in Bezug setzen. Die
Vorher- und Nachher-Texte in Bild 2
und 3 verdeutlichen die Wirkung:
Während der Vorher-Text mit einer
einzigen verknüpfenden Wendung
auskommt („mit der Folge“), enthält
die Überarbeitung gleich acht sprachliche Indikatoren, die das Nachvollziehen der Gedanken erleichtern:
1. zwar 2. eigentlich 3. warum?
4. Schauen wir uns die Gesetzesgrundlage an 5. denn 6. daraus folgt
7. aufgrund 8. weil
Für Ihre Leser sind verküpfende
Wendungen wie Hinweisschilder im
Straßenverkehr: Sie geben ihnen
Orientierung
auf
unbekanntem
Terrain. Nutzen Sie beim Schreiben
die folgende Übersicht als Leitsystem.
Infokasten:
Gedankengang verdeutlichen
Sprachhandlung
Typische verknüpfende
Wendungen
aufzählen
erstens, zweitens, drittens,
Bedingung
angeben
wenn, falls, vorausgesetzt,
sonst, anderenfalls
begründen
weil, denn, aus diesem Grund,
deshalb, daher
einräumen
obwohl, wenn auch, trotzdem,
zugegeben:
Infokasten:
Gedankengang verdeutlichen
Porträt
Sprachhandlung
Typische verknüpfende
Wendungen
Gute Presse
weiterführen
außerdem, ferner, darüber hinaus, zudem, hinzu kommt,
gleichzeitig, obendrein …
Zeitabläufe
verdeutlichen
nachdem, bis, seit, zunächst,
nun, bereits, schon …
Zweck oder
Ziel angeben
damit, so dass, dazu, zu diesem
Zweck, damit wird erreicht
Zugegeben: Man kann den Einsatz
verküpfender Wendungen übertreiben,
und erfahrene Autoren finden vom
Doppelpunkt über den Konjunktiv bis
hin zur Satzstellung intuitiv weniger
auffällige Wege, die Argumentationskette zu verdeutlichen.
Allen anderen sind verknüpfende
Wörter und Redewendungen eine Stütze: Wenn Sie spüren oder hören, eine
Textpassage sei nicht schlüssig, dann
setzen Sie als Erste-Hilfe-Maßnahme
mehr verknüpfende Wendungen ein.
Enthält eine schwammige Textpassage
keine oder nur ein bis zwei Signalwörter, ist das oft ein Zeichen dafür, dass Sie den Zusammenhang noch
nicht ausreichend verdeutlicht haben.
Schreiben heißt Würfeln um den
Gedanken. Wie oft fällt nur ein Auge, wenn alle sechs fallen sollten.
Friedrich Hebbel, 1813 – 1863
Gute Seiten
erklären,
vertiefen
das heißt, das bedeutet für Sie,
zum Beispiel, so
folgern
deswegen, daraus folgt, daraus
ergibt sich, somit, also, folglich, so dass, aus diesem Grund
Für und Wider erörtern
aber, jedoch, allerdings, doch,
während, zwar, dennoch
kontrastieren
im Gegenteil, im Gegensatz
dazu, einerseits - andererseits,
dagegen, im Vergleich dazu
vergleichen
so … wie, wie wenn, in ähnlicher Weise
Seite 4
Wolf Schneider.
Sprachlese – Qualität kommt von
Qual. NZZ Folio 06/93
www.nzzfolio.ch
Isabelle Ruhrmanns
Sohn ist vier Jahre alt
und spielt am liebsten
Feuerwehr. Bei den Löscharbeiten steht seine
Mutter ihm informiert zur Seite: Schließlich
hält ihr Verlag eine ganze Reihe von
Produkten für den Brandschutz parat.
Die Volljuristin, die im vergangenen Jahr ihr
10-jähriges Verlagsjubiläum feierte, ist aber
nicht nur mit dem Brandschutz bestens
vertraut, sie rückt die gesamte WEKAProduktpalette ins Licht: Als Pressereferentin
sorgt sie dafür, dass die Praxislösungen des
Verlags möglichst oft den Weg in die
Medien finden.
Damit ihre Pressemitteilungen auf Resonanz
stoßen, legt Isabelle Ruhrmann Wert darauf,
die Kernvorzüge jedes Produkts präzise auf
den Punkt zu bringen: Wer ist die Zielgruppe? Welche Hilfe erhält sie durch das Produkt? Welchen Leidensdruck kann es mildern? Vor allem aber: Was hat dieses Produkt, was andere nicht haben?
Denn eines ist klar: Ob Pressemitteilung oder
Fachinformation – Leser sind wählerisch.
Was kein Interesse weckt oder wenig Nutzen
verspricht, lassen sie links liegen. Es sei
denn, es brennt: In diesem Fall finden die
Bedienhinweise für den Feuerlöscher ganz
von selbst Beachtung. Auch wenn sie die
Kriterien
des
erfolgreichen
Textens
womöglich nicht erfüllen.
Impressum
WEKA MEDIA GmbH & Co. KG, Sitz in Kissing,
Registergericht Augsburg, HRA 13940
Persönlich haftende Gesellschafterin
WEKA MEDIA Beteiligungs-GmbH, Sitz in Kissing,
Registergericht Augsburg, HRB 9723
Geschäftsführer
Mirko Meurer, Werner Pehland,
Dr. Heinz Weinheimer
Bezug
WEKA MEDIA GmbH & Co. KG
Römerstraße 4, D-86438 Kissing
Tel. +49.82 33.23-40 03
Fax +49.82 33.23-74 40
www.weka.de
V.i.S.d.P.
Dr. Sigrid Habersaat, Anschrift siehe Verlag
Redaktion
Dr. Doris Märtin
Vervielfältigungen jeder Art sind nur mit ausdrücklicher schriftlicher Genehmigung des Verlags gestattet.
Ausgabe 1/2009
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
32
Dateigröße
764 KB
Tags
1/--Seiten
melden