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Grünlandmanagement im ökologischen Landbau – wo - Saarland

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AÖL
Arbeitsgruppe Ökologischer Landbau
Rheinland-Pfalz / Saarland e.V.
Infobrief 2/2011
Landwirtschaftliche Fachberatung und Beratung auf Umstellung zum Ökolandbau
Die kostenlose Umstellungsberatung auf den ökologischen Landbau sowie die Spezialberatung der Öko-Betriebe in den Bereichen Ackerbau, Tierhaltung, Betriebswirtschaft, Obst- und
Gartenbau, Sonderkulturen, Naturschutz, Hofverarbeitung und Direktvermarktung können bei
der AÖL, Tel. (0671) 8 45 97 57 angefragt werden. Die Betriebe erhalten auf Anfrage Informationen und die Beratung durch einen Fachberater auf dem Betrieb oder telefonisch.
Alternatives Schlachtungsverfahren für Freilandrinder
Immer mehr Rinder werden in Deutschland in extensiver Freilandhaltung gehalten, so
zum Beispiel in Landschaftspflegeprojekten. Viele Landwirte halten ihre Rinder aber auch aus
Gründen der Wirtschaftlichkeit, der Tiergerechtheit und der Umweltverträglichkeit ganzjährig im
Freiland. Stimmen Rasse und die Gestaltung der
Freilandhaltung, ist die ganzjährige Freilandhaltung gesunder Rinder in hohem Maße artgerecht.
Dies wird auch von den Verbrauchern honoriert,
so dass durch die Freilandhaltung ein Wettbewerbsvorteil erzielt werden kann.
Jedoch ist mit einer artgerechte Freilandhaltung in vielen Fällen kein spezielles Verfahren
der Schlachtung verbunden. Denn unabhängig von der Haltungsform gelten bei der Schlachtung lediglich die Vorgaben der Tierschutzschlachtverordnung. Werden Freilandrinder im
Schlachthof geschlachtet, sind damit eine Reihe von Maßnahmen verbunden, die bei den
Tieren zu psychischem und physischem Stress führen: Einfangen, Separieren, Transport,
fremde Menschen und Artgenossen sowie unbekannte Gerüche und Geräusche lösen Furcht
aus bei den Tieren, die Kontakt zu Menschen und räumliche Enge nicht gewohnt sind. Der
so ausgelöste Stress kann zu Einbußen bei der Fleischqualität führen. Außerdem werden die
tierethischen Vorteile der Weidehaltung durch eine stressbetonte Schlachtung zunichte gemacht. Eine Alternative zur herkömmlichen Schlachtung stellt die Tötung und Schlachtung
der Freilandrinder auf der Weide dar. Zusätzlich ist die Weideschlachtung mit einer hohen
Fleischqualität und einem gegebenenfalls verringerten Arbeitszeitaufwand verbunden.
Foto: Uria e. V.
Die Schlachtbox ermöglicht eine Schlachtung in
der für die Tiere vertrauten Umgebung. Rinder, die
ganzjährig im Freiland leben, können nach der aktuellen
Rechtslage auf der Weide durch einen Kugelschuss betäubt bzw. getötet werden. Dazu muss der Landwirt folgende Voraussetzungen erfüllen: Zunächst müssen die
Vorgaben der Tierschutzschlachtverordnung (TierSchlV)
und der EU Hygienebestimmungen (853/2004/EG) eingehalten werden. In Anlage 3 der Tierschutzschlachtverordnung ist der Kugelschuss unter den Betäubungsund Tötungsverfahren gelistet und darf "…zur Nottötung
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sowie mit Einwilligung der zuständigen Behörde zur Betäubung oder Tötung von Rindern
oder Schweinen, die ganzjährig im Freien gehalten werden" angewendet werden. Voraussetzungen für die Genehmigung durch die zuständige Behörde sind eine waffenrechtliche
Erlaubnis durch das Ordnungs- bzw. Landratsamt oder die Stadtverwaltung, der Sachkundenachweis nach § 4 der Tierschutzschlachtverordnung sowie das Vorhandensein eines
Schlachtbetriebs zur Zerlegung im näheren Umkreis. Um gleichzeitig die Vorschriften der
EU-Hygienebestimmungen einzuhalten, stellen eigens für die Weideschlachtung entwickelte
mobile Transport- und Entbluteboxen eine Lösung dar. In diesen Boxen wird das Rind sofort
nach der Kugelschuss-Betäubung durch Blutentzug getötet und zum Zerlegen in einen
Schlachtbetrieb gebracht. Derzeit gibt es zwei Modelle einer solchen Box: Die vom Landwirt
Ernst Hermann Maier entwickelte Mobile-Schlacht-Box II (MSBII) und den Transport- und
Entblutehänger (TE-Trailer) der Innovative Schlachtsysteme (ISS) – Tacke Trampenau GbR.
Neben der Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen ist auch ein fixer Ablauf der Weideschlachtung nach festgelegten Kriterien nötig. Wichtig ist, dass mit dem zerlegenden
Schlachtbetrieb rechtzeitig die Anlieferung des getöteten Rindes abgesprochen wird. Für den
Kugelschuss zur Betäubung müssen Kaliber und Munition geeignet sein, auch die Auftreffenergie muss beachtet werden. Das Tier muss dazu nicht aus der Herde separiert werden,
sondern kann (am Besten in bereits liegender Position) aus der Herde herausgeschossen
werden. Die Herdenmitglieder reagieren so kaum bis gar nicht auf den Schuss, und wenn ein
Kugelfang sichergestellt ist, besteht auch keine Verletzungsgefahr. Der Schuss wird optimalerweise aus der geringst möglichen Distanz von 20 Zentimetern abgegeben, die maximale
Schussdistanz beträgt zehn Meter. Der Schuss muss am Kreuzungspunkt zwischen Augen
und Hörnern erfolgen und direkt im Anschluss werden die Vitalzeichen überprüft, um sicherzustellen, dass das Tier sich in einem wahrnehmungslosen Zustand befindet. Das Rind muss
sofort zusammenbrechen und keine oder eine unregelmäßige Atmung aufweisen. Es darf
keine Aufstehversuche unternehmen und keine Lid- und Corneareflexe aufweisen. Ist die
Betäubung sichergestellt, wird das Rind sofort durch Blutentzug getötet und zur weiteren
Zerlegung in einen Schlachtbetrieb gebracht. Die oben genannten Schlachtboxen erleichtern
dabei das Ausbluten und den Transport unter Einhaltung der Hygienebestimmungen.
Für Freilandrinder ist dieses Schlachtverfahren eine weitgehend stressarme Alternative. Sie
kann bei Vorlage der entsprechenden Genehmigung und Sachkunde entweder durch den
Landwirt selbst durchgeführt werden, oder es kann ein Jäger beauftragt werden.
Quelle: www.oekolandbau.de
Tanninhaltige Futterpflanzen gegen Weideparasiten
Über die Wirkung von bioaktiven Substanzen in Pflanzen wird immer wieder berichtet, wissenschaftliche Untersuchungen sind uns dazu bisher wenig bekannt. Am FIBL Schweiz wurden Schafe und Ziegen mit Esparsette gefüttert. Resultat war eine deutliche Reduzierung
(bis zu 60 %) von parasitären Eiausscheidungen. Die Esparesette wurde frisch, siliert und als
Heu verfüttert. Leider gibt es dazu bisher keine Untersuchung im Rinderbereich. Ähnliche
Wirkungen können jedoch auch bei Rindern vermutet werden. Aus diesem Grund sollte bei
der Ansaat von Kleegras oder bei der Nachsaat von Wiesen und Weiden in Erwägung gezogen werden, diese Pflanzen mit in die Mischung aufzunehmen.
Esparsette (lat. Onobrychis sativa)
Die Esparsette ist eine Futterpflanze, die mit ausgesprochen trockenen, flachgründigen, kalkhaltigen Böden
(ph-Wert > 6,5) in raueren, höheren Lagen zurechtkommt. Sie verträgt noch mehr Trockenheit als Luzerne.
Hat eine langsame Jugendentwicklung und geringen
Nachwuchs, was sie wenig konkurrenzfähig macht.
Durch gute Durchwurzelung trägt sie zur Bodenverbesserung bei. Die Esparsette bringt Vielseitigkeit und
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Schmackhaftigkeit ins Futter Ihr Anteil in Mischungen sollte 6 bis 7 % betragen. Ansaat: April
bis Mitte August. Zudem eine ideale Bienenpflanze.
Hornklee (lat. Lotus corniculatus)
Der Hornklee (ehemals „Hornschotenklee“) ist von Natur
aus eine ausdauernde, winterharte Kleeart der Wiesengesellschaften relativ trockener, kalkhaltiger Böden. Er
hat eine kräftige, tiefreichende Pfahlwurzel und ist ebenso wie die Esparsette konkurrenzschwach. Hornklee hat
für mehrjährige Kleegrasmischungen in trockenen Lagen
eine gewisse Bedeutung, ebenso in Wiesenansaaten.
Ihr Anteil in Mischungen sollte 2 bis 3 % betragen. Ansaat: April bis Mitte August. In Reinsaat kommt er wegen
des leicht bitteren Geschmacks nicht in Frage.
Quelle: Matthias Becker
Vorsicht mit dem Verfüttern von Ausputz
Rechtzeitig zur neuen Ernte werden die Vorratslager geleert, gereinigt und für die neue Ernteeinlagerung vorbereitet. Etwa zeitgleich hierzu gibt es vermehrt Anfragen zu „Stinkeiern“
von Legehennenhaltern bzw. deren Kundschaft.
Nicht selten besteht hier ein Zusammenhang. Die Hennen bekommen als Körnergabe den
ausgereinigten Ausputz. Anfänglich traten keine Probleme auf, da die Körnergabe zum größten Teil aus Bruchkorn bestand. Gegen Ende der Bevorratungsperiode kommen höhere Anteile von Fremdbesatz in die tägliche Körnergabe. Befindet sich in dem Fremdbesatz ein
größerer Anteil von Kreuzblütlersamen, kann es vornehmlich bei braunen Legehybriden zu
Stinkeiern kommen. Die Ursache hierfür ist ein Enzymdefekt bei Hybridlinien, welche zu einem unvollständigen Abbau der Glucosinolate führt. Dabei entsteht als letztes Abbauprodukt
Trimethylamin, welches für den Fischgeruch oder Geschmack verantwortlich ist.
Es gibt in der Zwischenzeit Herkünfte die konsequent auf den Enzymdefekt überprüft („gescannt“) wurden und dadurch keine Stinkeier verursachen.
Eine weitere Ursachenquelle durch Verfütterung von Ausputz kann der Stein- oder Stinkbrandbutten sein. Diese platzen aber normalerweise, so dass bereits beim Kehren der
Fischgeruch wahrnehmbar ist und eine weitere Verfütterung an der Stelle sich verbietet.
Fazit: Für die Verfütterung von Ausputzgetreide den Fremdbesatz heraus reinigen und nur
sichere Partien verfüttern. Denn das Problem ist: für die Stinkeier sind nicht alle Hennen verantwortlich sondern nur einige oder eine Einzelne. Das gleicht also der Suche nach der Nadel im Heuhaufen.
Quelle: Bioland Geflügelblitz
Körrnerleguminoseneinsatz bei der betriebseigenen Futterherstellung
Im Rahmen der 100% Bio-Fütterung sind einheimische Komponenten für die Eiweißversorgung gefragter denn je. In der Geflügelfütterung werden sie nach wie vor zur Ergänzung von
Getreide und Ölkuchen benötigt. Hierfür werden als Körnerleguminosen vorwiegend Erbsen,
Ackerbohnen und Lupinen verwendet. Zu ihrem originär eigenen Schutz gegen Schaderreger und –organismen enthalten diese Futterkomponenten sekundäre Inhaltsstoffe wie Gerb(Tannin) und Bitterstoffe (Alkaloide: Vicin; Convicin).
Züchterische Bemühungen haben es geschafft die Konzentrationen dieser Verbindungen in
den Samen teilweise zu reduzieren oder gar nahezu ganz zu eliminieren.
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Für die Verdaulichkeit und Verwertung des Eiweißes spielt der Alkaloidgehalt die entscheidendere Rolle. Bis zu einem Gehalt von 500 bis 800 mg/kg werden Sorten als alkaloidarm
eingestuft. Alkaloidhaltige „Standardsorten“ liegen in einem Bereich von 4000 bis
15.000mg/kg.
Bei den Ackerbohnen gilt die Sorte „DIVINE“ als alkaloidfrei oder -arm. Es stellt sich jedoch
die Frage, was passiert bei mehrjährigem Nachbau dieser Sorte? Steigen die Alkaloidgehalte
wieder an oder bleiben sie fast unverändert. Dies wurde vor einigen Jahren exemplarisch
untersucht. Für das Basissaatgut von DIVINE ergab sich nach Analyse ein Alkaloidgehalt
von 220 mg/kg FM. Die Ackerbohnen aus dem Nachbau dieses Saatgutes im Folgejahr hatten einen Gehalt von 170 mg/kg FM und bei dem Nachbau 2005 ohne bekanntem Saatgut
180mg/kg FM. Bei dem mehrjährigen Nachbau betrug der analysierte Wert 190mg/kg FM.
Die Ergebnisse zeigen einen Trend zu einem begrenztem Toleranzbereich auf; wie groß die
Streuung für die Sorte sein kann , müsste durch eine umfangreichere Probenzahl ermittelt
werden.
Was kann für die Praxis daraus abgeleitet werden?:
1. Mehrjähriger, sortenreiner Nachbau scheint den Alkaloidgehalt der Sorte DIVINE nicht
negativ (Gehalt steigernd) zu beeinflussen.
2. Wer ganz sicher gehen will, dass er eine alkaloidarme Sorte anbaut, kann diese vor Aussaat ggf. auf den Alkaloidgehalt untersuchen lassen.
3. Wer keine böse Überraschung bei der Verfütterung von zugekauften Ackerbohnen erleben möchte und wirklich wissen möchte ob auch DEVINE-Ware drin ist und dafür bezahlt, wo dieses drauf steht, sollte ebenfalls eine Analyse machen lassen.
Aber auch Sorten oder Partien mit höherem Tanin- oder Alkaloidgehalt sind für die Verfütterung tauglich. Bei der Rezepturgestaltung muss diese Tatsache entsprechend berücksichtigt
und die Einsatzmenge den Einflussfaktoren (Alter Tierart, Leistungsniveau etc.) entsprechend beschränkt werden. Durch eine Abgleichung mit Komponenten mit gleicher oder besserer Eiweißqualität kann eine gleich- und vollwertige Mischung erreicht werden.
Quelle: Friedel Deerberg
Legehennen
Neue Umsetzungsverordnungen für das Kontrolljahr 2011
Die LÖK ist ein Arbeitskreis der Kontrollbehörden, die in den Bundesländern für den Vollzug
und die Überwachung der EG-Rechtsvorschriften für den Ökologischen Landbau zuständig
sind und an dem auch die Vertreter der Kontrollstellen regelmäßig teilnehmen. Sie trifft sich
regelmäßig, um Fragen, die sich aus der Anwendung der EG-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau ergeben haben, zu diskutieren und zu einheitlichen länderübergreifenden
Aussagen zu kommen.
In Bezug auf die Geflügelhaltung hat im Oktober 2010 ein Treffen stattgefunden zur strafferen Interpretation der EU-VO mit Aufkündigung von bisherigen Duldungen.
Es wurden genauere Umsetzungen festgelegt zu den Themen:
• Auslaufmanagement (Tierarten, Dokumentation)
• Stallbau (Fensterfläche, Außenklimabereich, Sitzstangen)
• Bestandsführung (Eingewöhnungsphase/Legepause)
• Elterntierhaltung/Ökobrüterei
• Bestandsabgrenzungen (Herdengrößen, Produktionseinheit)
Hier ein kurzer Überblick:
Auch nachts dürfen max. 6 Tiere/m² gehalten werden, d.h., wenn der Wintergarten als Stall
dazugerechnet worden ist, müssen nachts die Klappen zu diesem geöffnet bleiben. Werden
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die Luken in Extremwintern oder in Extremsituationen wegen der Wasserversorgung geschlossen, so ist dies unverzüglich der Kontrollstelle mitzuteilen. Dabei müssen vorher alle
nachweisbaren Möglichkeiten ergriffen worden sein, um die Wasserversorgung der Tiere zu
gewährleisten. Was als Stall definiert werden soll entscheidet der Betriebsleiter (mit/ohne
Wintergarten).
 Einstreu muss jederzeit auch im Warmstall vorhanden sein.
 Auslaufluken vom Warm- in den Kaltbereich müssen eigentlich 4 m pro 100 m² betragen. Die LÖK toleriert als Minimum 2 m je 500 Legehennen für Altgebäude, solange
keine genaueren Vorgaben von der EU gegeben werden. Die Umsetzung ist spätestens zur nächsten Belegung sicher zu stellen.
 Auslaufluken vom Stall in den Grünauslauf müssen immer 4 m/100 m² Stallfläche
eingehalten werden, d.h. 1 m pro 150 Legehennen. Ist der Tierbesatz im Stall niedriger als die 6 Tiere/m², so werden die Lukenlängen nach der Tierzahl bestimmt. Die
Umsetzung dieser Vorgabe ist spätestens zur nächsten Belegung sicher zu stellen. In
besonders begründeten Härtefällen ist in Abstimmung mit der Kontrollstelle und der
Kontrollbehörde ein Maßnahmenplan zu erarbeiten.
 1/3 der gesamten Lebenszeit müssen Bio-Tiere mindestens im (Grün)-Auslauf
verbringen.
Die
Nutzung
des
Wintergarten
zählt
nicht
dazu.
Grundsatz: Legehennen ist immer Auslauf zu gewähren; nur bei extremen Witterungsverhältnissen (z.B. Sturm) dürfen die Luken geschlossen bleiben.
Es werden nur Tage für die 1/3 Lebenszeit im Auslauf Berechnung akzeptiert, an
dem die Tiere ab 10 Uhr morgens den Auslauf bis zum Sonnenuntergang nutzen
können. Dafür ist ein Auslaufjournal zu führen. Die Strukturelemente und Unterschlupfmöglichkeiten im Auslauf müssen so angelegt sein, dass die Tiere mühelos
die Auslaufentfernungen überwinden können. Die Auslaufentfernung ist i. d. Regel
150 bis max. 350 m ab der nächstgelegenen Auslauföffnung des Stalles. Unterschlupf ist zu bieten, Vegetationsdecke größer 50%.
 Bei der Einstallung der Junghennen dürfen diese max. 3 Tage im Warmstall gehalten
werden. Ab Legebeginn dürfen die Tiere maximal 7 Tage im Stall bleiben (Legebeginn ist der Zeitpunkt am dem von der ersten Henne das erste Ei gelegt wird),
ab 7. Tag Legebeginn ist spätestens ab 13 Uhr bis Sonnenuntergang Zugang zum
Grünauslauf zu gewähren. Ganztägiger Auslauf ist spätestens mit erreichen der Legereife (3 Tage hintereinander mind. 50% LL)
 Vom Legehennenbetrieb ist ein Bewirtschaftungsplan zu erstellen, aus dem ersichtlich ist, dass alle kontrollrelevanten Punkte eingehalten werden. Hierzu wurde von der
Beratung und den Kontrollstellen Unterlagen erstellt und an die Betriebe weitergeleitet.
Soweit die Umsetzungsverordnung. Wie sie in die Praxis umsetzen?
Ein gelungenes Beispiel ist u.a. auf Betrieb Häring in Westhausen zu sehen, der durch Tunnel,
die auch seitlich über die Länge geöffnet werden
können, die Tiere ins Grüne lenkt. Dabei können
den Tieren immer neue Portionsweiden mit frischem Grün angeboten werden. Durch die gerade vergitterte Fläche, in der sich unten die Öffnungen befinden, können die Hühner vorher
„checken“, ob Gefahr aus der Luft durch Raubwild besteht. Durch Öffnen der Luken bei vielen Elementen haben die Tiere bei Gefahr auch
die Gelegenheit sich alle gleichzeitig in Sicherheit zu bringen. Die einzelnen Elemente können versetzt werden und wieder zu einem Tunnel hintereinander aufgereiht werden. Sie
wurden in Eigenleistung erstellt.
Quelle: Romana Holle, Ökoring SH
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Warenannahme und Lieferscheine
In ihrem eigenen Interesse sollten die Betriebsleiter beim Futtermitteleinkauf und insbesondere bei der Warenannahme genau die Deklaration auf der Lieferung mit ihrer Auftragsbestätigung vergleichen und überprüfen. Dabei sollten Sie besonderes Interesse, den Futtermittelkomponenten widmen. Vormischungen, Konzentrate und Fertigmischungen können durchaus kleinere Mengen an Komponenten enthalten, die zum Beispiel nach EU-Verordnung
zulässig sind, von ihrem Verband aber nicht in der Positivliste für konv. Futtermittel aufgenommen sind.
Aber auch bei zugelassenen Futtermitteln kann deren Verwendung problematisch sein, wenn
der Betrieb eigentlich 100% Bio-Fütterung durchführen will. So werden zum Beispiel Mineralstoffvormischungen und Eiweißkonzentrate angeboten, die konventionelle ApfeltresterBeimischungen enthalten (die Deklaration erfolgt korrekt als landwirtschaftlicher Futtermittelbestandteil konv. Ursprungs). EU-Biobetriebe dürfen diese Komponenten verwerten. Bei
BIOLAND ist die Verwendung von konv. Apfeltrester z.B. nicht zulässig. Für eine 100% Biofütterung sind diese Futterkomponenten demzufolge auch nicht verwendbar; auch nicht
wenn der Anteil in der Endmischung unter einem Prozent liegt.
Was hier anhand des eher unverdächtig erscheinenden Apfeltresters beschrieben wird kann
auch bei anderen Futtermitteln passieren (Für BIOLAND-Betriebe: z.B. Fischmehleinsatz,
konv. Magermilchpulver, konv. Ölkuchen). Weist der Futterlieferant ausdrücklich auf die Verbandskonformität hin, ist immer noch der Fütterungshinweis oder Verwendungszweck zu
überprüfen. Bei der betriebseigenen Futterherstellung mit Eiweißergänzern, die konv. Komponenten enthalten, ist der Betriebsleiter dafür verantwortlich, dass max. Anteile konv. Futtermittel nicht überschritten werden.
Aber auch wer ein fertiges Mischfutter bezieht, muss darauf achten, dass das Futter, welches er annimmt, auch tatsächlich das Gewünschte ist. Wer z.B. einen Lieferschein schnell
mal abzeichnet und dann ein Junghennenfutter in ein Legehennenfuttersilo füllen lässt, kann
mit der Reklamation ein Problem bekommen; erst recht wenn ein wirtschaftlicher Schaden
eingetreten ist.
Quelle: Bioland Infoblitz
Forschungsprojekt Bodenfruchtbarkeit des FiBL
Die Website www.bodenfruchtbarkeit.org bietet monatlich Beiträge, die sich mit dem Erhalt
und der Förderung der Bodenfruchtbarkeit im ökologischen Landbau befassen. Autoren sind
Berater und Wissenschaftler. Das Thema des Monats Juni informiert über das vielfältige Bodenleben abseits des altbekannten Regenwurms.
Der Beitrag ist als pdf kostenlos abrufbar unter:
http://bodenfruchtbarkeit.org/fileadmin/bfbk/documents/Thema_des_Monats/Bofru_Thema_d
es_Monats_Juni2011.pdf
Bio Kartoffelerzeuger Verein stellt sich vor
Nicht nur der dumme Erzeuger sein, sondern als Partner in der Erzeugung von ÖkoLebensmitteln ernst genommen zu werden, das wünschen sich viele Anbauer – vor allem mit
zunehmenden Qualitätsansprüchen der abnehmenden Hand. Einige Vorstellungen und Abwicklungen im Kartoffelhandel sind für viele Öko-Kartoffel-Erzeuger oft nicht mehr nachvollziehbar. Es ergeben sich daraus Fragen zur Preisgestaltung, Abrechnung und den Warenströmen.
Vor diesem Hintergrund hat sich im August 2010 ein Verein gegründet, der den Mitgliedern
die veränderte Situation und den Kartoffelmarkt transparent machen, aber auch die InteresAÖL Infobrief 2/2011
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sen der Erzeuger nachdrücklich vertreten möchte. Der Verein hat nach nur wenigen Monaten 55 Mitglieder und knapp 1400 Hektar Kartoffelfläche aus allen anerkannten ökologischen
Anbauverbänden bundesweit. Die Zugehörigkeit zu einem Öko-Anbauverband ist als Voraussetzung für eine Mitgliedschaft in der Satzung verankert.
Folgende Ziele hat sich der Verein auf die Fahnen geschrieben:
Förderung und Vernetzung der Kommunikationsstrukturen zwischen den Kartoffelanbauern
Erarbeiten von gemeinsamen Handelsvereinbarungen (AGBs)
Schaffung von mehr Transparenz bei der Preisgestaltung und den verfügbaren Mengen am europäischen Markt
Vermittlungen bei auftretenden Interessensgegensätzen zwischen Handelspartnern.
Für eine erfolgreiche Vermarktung von Öko-Kartoffeln beidarf es in der Wertschöpfungskette
nicht nur leistungsfähiger Packbetriebe und Vermarktungsstrukturen sondern auch gut informierter Landwirte. Mitglieder sind stets willkommen.
Kontakt: Bio Kartoffel Erzeuger e.V.
Monika Tietke, Geschäftsführerin
Tel. (05848) 12 99 oder 0160 7 83 02 68
Schwarzer Weg 1a, 29462 Güstriz
www.bke-verein.de
Geliermittel Konfigel ist kein Bio-Produkt
Das aktuell auf dem Markt und im Naturkosthandel erhältliche Geliermittel „Konfigel" ist kein
Bio-Produkt, entspricht nicht der EU-Ökoverordnung und kann somit nicht zur Herstellung
von Bio-Fruchtaufstrichen, Bio-Gelees etc. verwendet werden. Das Bio-Konfigel ist nicht
mehr auf dem Markt.
Alternative Produkte, die der EG-Ökoverordnung und den Bioland-Richtlinien entsprechen,
sind zur Zeit auf dem Markt erhältlich. Da sich in der Rezeptur der im (Naturkost)-Handel
angebotenen Geliermittel und Gelierzucker immer wieder Veränderungen ergeben können
und neue Produkte auf den Markt kommen, erkundigen Sie sich bitte vor Einsatz von Gelierhilfen für Bio-Fruchtaufstriche aktuell bei der für Sie zuständigen Kontrollstelle. Legen Sie
das Zutatenverzeichnis des Geliermittels, das Sie verwenden möchten, Ihrer Kontrollstelle
vor, damit diese die Biokonformität bestätigt.
EU-Bio-Logo: richtige Verwendung
Seit dem 1. Juli 2010 gelten neue Kennzeichnungsvorschriften für Öko-Produkte. Danach ist
die Angabe des EU-Bio-Logos auf vorverpackten Öko-Produkten (mindestens 95 Prozent
landwirtschaftliche Öko-Zutaten) verpflichtend.
Im selben Sichtfeld wie das EU-Bio-Logo muss auch die Codenummer der Kontrollstelle, die
für die Kontrolle des letzten Erzeugers oder Aufbereiters zuständig ist, angegeben werden.
So ist das zum Beispiel für die Kontrollstelle Abcert die neue „DE-ÖKO-006“. Unter der Codenummer muss der Ort der Erzeugung der landwirtschaftlichen Ausgangsstoffe angegeben
werden („Pflichtblock“).
Zur Kennzeichnung der Herkunft gibt es folgende Möglichkeiten:
„EU-Landwirtschaft“
„Nicht-EU-Landwirtschaft“
„EU-/Nicht-EU-Landwirtschaft“
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„Deutsche Landwirtschaft“: Diese Bezeichnung ist analog auch für andere Länder
möglich.
Zutaten, die zu weniger als zwei Gewichtsprozenten der Gesamtmenge der Zutaten landwirtschaftlichen Ursprungs ausmachen, können bei der Herkunftsangabe außer Acht gelassen werden.
Die Angabe „EU“ oder „Nicht-EU“ darf nicht in einer auffälligeren Farbe, Größe oder Schrifttype als die Verkehrsbezeichnung des Erzeugnisses erscheinen.
Da zum 1. Juli 2010 nicht alle Etiketten den neuen Bestimmungen angepasst werden konnten, sind folgende Übergangsbestimmungen vorgesehen:
Erzeugnisse, die vor dem 01.07.2010 nach den Vorgaben der Verordnung (EG) Nr.
2092/91 oder der Verordnung (EG) Nr. 834/2007 produziert, verpackt und gekennzeichnet wurden, können unbefristet verkauft werden.
Bisher verwendetes Verpackungsmaterial ohne EU-Bio-Logo, kann bis zum
01.07.2012 weiter verwendet werden.
Auf freiwilliger Basis darf das EU-Bio-Logo in der Kennzeichnung von importierten
Produkten und von unverpackten Bio- Lebensmitteln verwendet werden. Eine Mindesthöhe von 9 mm und eine Mindestbreite von 13,5 mm muss dabei eingehalten
werden (Verhältnis Höhe/Breite muss stets 1:1,5 betragen).
Für folgende Produktgruppen ist die Verwendung des EU-Bio-Logos nicht möglich:
Erzeugnisse aus Umstellung auf den ökologischen Landbau
Wein, hergestellt aus Trauben aus ökologischer Erzeugung
Produkte mit weniger als 95 % Gewichtsanteil Öko-Zutaten
Produkte, deren Hauptzutat ein Erzeugnis der Jagd oder der Fischerei ist
Private Logos, also Verbandslogos, Unternehmenszeichen und Bio-Siegel dürfen weiterhin
zusätzlich verwendet werden.
Quelle: Bioland Direktvermarkter-Infoblitz 05/2011
Jede fünfte Ziege ist bio
Nach längerer Zeit sind auch die Ziegen in Deutschland wieder mal statistisch erfasst worden: Auf 10.900 Betrieben gibt es 124.000 Ziegen (Milch- und Fleischziegen). Davon ist jede
fünfte Ziege ein „Öko-Tier“ (22 %).
Die anderen Nutztiere stellen sich so dar:
Schafe (2,1 Mio.) 12 %; Rinder 5 %; Hühner 3 % , sonstiges Geflügel 2 % und Schweine 1
%. Die Schafe haben sich von 2007 bis 2010 um 15 % verringert.
83 % aller Schafe haltenden Betriebe gaben an, dass ihre Tiere im Jahr 2009 Weidegang
erhielten. Die durchschnittliche Weidedauer lag bei 38 Wochen. Weidehaltung bei Ziegen
wurde nicht abgefragt.
Quelle: www.destatis/Begleitmaterial zur Pressekonferenz Berlin,11.1.2011
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Termine
04. September 2011
Biosphärenfest in Sankt Ingbert
13. September 2011
Wie geht es weiter bei der Bio-Milchviehhaltung?
Besichtigung des neuen Melkhauses (side-by side-Melkstand) und des neugestalteten Kälberbereichs.
Betrieb Hubert Selzer
Markushof 1, 66679 Losheim
Anmeldung und Informationen
Bioland LV RLP/S
Tel. 0671/2984909
Fax 0671/45723
eva.mundkowski@bioland.de
18. September 2011
Umwelt- und Friedenstag in Homburg
Arbeitsgruppe Ökologischer Landbau Rheinland-Pfalz/Saarland e.V.
Rüdesheimerstr. 68, 55545 Bad Kreuznach, Tel. (0671) 8 45 97 57, aoel.rps@t-online.de
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