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Ausgabe 4 / 2010 Neue Satzung – was ändert sich - Die BG ETEM

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Ausgabe 4 / 2010
Juli / August
Präventionspreis 2010 /
Neue Satzung – was ändert sich? / Neue Medien zum innerbetrieblichen
Transport / Auswahl ­von Chemikalienschutzhandschuhen – kein Roulettespiel! / Jahresbericht: Die Zahlen für 2009
Sicherheit und Gesundheitsschutz rund um Text, Bild, Druck und Papierverarbeitung
tag für tag
2 | tag für tag 04 / 10 | BG berichtet
Inhalt
tag für tag 4 / 2010
Mitteilungsblatt der BG ETEM –
Branchenverwaltung Druck und Papierverarbeitung
Prävention, Rehabilitation und Entschädigung bei
Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten
14
18
24
30
20
BG berichtet
2 Inhalt
3 Editorial/Impressum
4 Aktuelles
7 Geprüfte Maschinen und zertifizierte Betriebe
8 Termine zur Aus- und Weiterbildung
10Unfälle
12Neue Satzung – was ändert sich?
Gesundheit und Sicherheit
14Präventionspreis 2010: Preisverleihung
18 Wenn das Postfach überläuft – Tipps zum
Umgang mit der täglichen Informationsflut
20 Auswahl von Chemikalienschutzhandschuhen –
kein Roulettespiel!
24 Gabelstapler – Last mit dem
Traglastdiagramm richtig verteilen
26 Neue Medien zum innerbetrieblichen Transport
Aus der Praxis
28 Technischer Schallschutz –
zwei Beispiele aus der Praxis
30 »Gesund und Fit« – Tag der Gesundheit
und Arbeitssicherheit
28
BG berichtet | tag für tag 04 / 10 | 3
Editorial
Foto: Enderlein,
Ingelheim
Engagement zahlt sich aus Zum zweiten Mal wurde der Präventionspreis
v­ ergeben. Wieder ist es gelungen, »Schätze« zu heben: kreative und oft überraschend
­einfache Lösungen, um die Gesundheit der Beschäftigten noch besser zu schützen. Von
diesen »Schätzen« können nun alle Unternehmen profitieren, wenn sie die eine oder andere
Lösung selbst umsetzen.
In dieser Ausgabe beginnen wir mit der Berichterstattung über die aktuellen Preisträger.
Diese Beiträge sollten nicht nur die Arbeitssicherheit im Unternehmen interessieren,
sondern auch das Controlling. Denn oft haben Verbesserungen im Arbeits- und Gesundheitsschutz durch einen optimierten Betriebsablauf auch zu einer besseren Wirtschaftlichkeit des Unternehmens geführt. So spricht denn auch einer der Preisträger von einem
konkret messbaren Geschäftserfolg durch die Umsetzung einer Maßnahme.
Wir wünschen uns, dass die prämierten Ideen und Lösungen viele Nachahmer finden.
Das gilt auch für den Sonderpreis Rehabilitation, der in diesem Jahr zum ersten Mal
vergeben wurde. Mit diesem Preis wurde das Engagement eines Unternehmens bei der
Wiedereingliederung einer Mitarbeiterin nach einem schweren Unfall gewürdigt. Das
Unternehmen übernimmt damit soziale Verantwortung. Es tut auch etwas für sich selbst:
Wenn eine Mitarbeiterin nach einem Unfall nicht fallen gelassen wird, bleiben Investitionen in Ausbildung und Berufserfahrung erhalten. Auch das Betriebsklima wird positiv
beeinflusst. Mehr über den Sonderpreis Rehabilitation erfahren Sie ebenfalls in einer der
nächsten Ausgaben von »tag für tag«.
Michael Boettcher
Mitglied der Geschäftsführung der BG ETEM
Geschäftsführer der Branchenverwaltung Druck und Papierverarbeitung
Impressum Verantwortlich für den Inhalt: Michael
Boettcher, Mitglied der Geschäftsführung der BG ETEM,
Geschäftsführer der Branchenverwaltung Druck und
Papierverarbeitung / Schrift­leitung Arbeitssicherheit:
Albrecht H. Glöckle, Präventionsleiter der Branchen­
verwaltung Druck und Papierverarbeitung / Redaktion:
Holger Pelz / Gestaltung: Heine/Lenz/Zizka, Frankfurt
am Main / Titelfoto: Enderlein, Ingelheim / Lithografie:
City Repro, Mainz / Druck: Brühlsche Universitätsdruck­
erei GmbH & Co. KG, Gießen / Der Bezugspreis für das
Mitteilungsblatt ist durch den Mitgliedsbeitrag abgegolten. Nachdruck nur nach Vereinbarung mit der Branchenverwaltung Druck und Papierverarbeitung und mit der
Quellenangabe: »tag für tag – Zeitschrift der BG ETEM -
Branchenverwaltung Druck und Papierverarbeitung«
erlaubt. / Erscheinungsweise: zweimonatlich / Verlag:
BG ETEM Branchenverwaltung Druck und Papierver­
arbeitung, 65173 Wiesbaden, Telefon: 0611-131· 0,
Telefax: 0611-131·100, Internet: www.bgetem.de
4 | tag für tag 04 / 10 | BG berichtet
Aktuelles
Fachseminar »Verpackungstief- und Flexodruck« Am 14.
und 15. September 2010 findet in Bad
Laer wieder ein Seminar für den Verpackungstief- und Flexodruck statt.
Im Rahmen einer zweitägigen Fachveranstaltung will die Berufsgenossenschaft mit den Betrieben Lösungen erarbeiten, wie der Arbeits- und
Gesundheitsschutz im Verpackungs­
tiefdruck weiter optimiert und an
neue technische Entwicklungen an­
gepasst werden kann.
Im Mittelpunkt steht diesmal die
Optimierung des Hand- und Hautschutzes. Es werden insbesondere
praxisgerechte Handlungshilfen gegeben, wie auf die Arbeitsstoffe und
Tätigkeiten abgestimmte Chemika­
lienschutzhandschuhe ausgewählt
Foto: Frey, Egling
Foto: Zapf,
Hamburg
werden. Weitere Themen sind die
manuelle Teilereinigung sowie der
Brand- und Explosionsschutz. Abgerundet wird die Veranstaltung durch
aktuelle Informationen zu GHS und
REACH. Den Abschluss bildet die
Besichtigung eines Mitgliedsbetriebs.
Das Seminar, das auch als Erfahrungsaustausch gedacht ist, wendet
sich an Produktionsleiter und verantwortliche Mitarbeiter aus Betrieben mit den Tätigkeitsbereichen
Verpa­ck­ungstief- und Flexodruck
und an Fachkräfte für Arbeitssicherheit. Anmeldung siehe Internet
www.bgdp.de/Seminare oder per
Fax 0611-131·167. [ Zi ]
Mitarbeiter während ­der
Raucherpause nicht ver­
sichert Wegen der schädlichen
Wirkung, auch des Passivrauchens,
ist das Rauchen in öffentlichen Gebäuden und den meisten Gaststätten verboten. In den Betrieben
­müssen Nichtraucher wirksam vor
Tabakrauch und seinen Gefahren
geschützt werden. In vielen Betrieben hat es sich deshalb eingebürgert, dass rauchende Mitarbeiter an
der Eingangstür des Betriebes oder
im Freien rauchen. In Ausgabe 3/2007
dieser Zeitschrift hatten wir über
den Versicherungsschutz während
der Raucherpause informiert. Rauchen selbst ist als eigenwirtschaft­
liche Tätigkeit nicht versichert. Nach
unserer damaligen Auffassung bestand Versicherungsschutz, wenn
der Arbeitnehmer innerhalb regulärer Pausen den Arbeitsplatz verlässt, etwa um den Raucherpavillon
aufzusuchen.
Mittlerweile hat sich die Deutsche
Gesetzliche Unfallversicherung
(DGUV), der Spitzenverband der
Unfallversicherungsträger, mit dieser
Rechtsfrage beschäftigt. Danach
stehen auch die erforderlichen Wege
zum Rauchen nicht unter Versicherungsschutz. Daran ändert auch ein
Rauchverbot nichts, das den Raucher
zwingt, den Arbeitsplatz zu ver­
lassen und im Raucherraum oder im
Freien zu rauchen. [ Dr ]
BG berichtet | tag für tag 04 / 10 | 5
Fahrerassistenten: bekannt,
aber wenig verbreitet Jeder
zweite Autofahrer (51 Prozent) kennt
das elektronische Stabilitätsprogramm ESP, aber nur jeder vierte hat
diesen wertvollen Fahrerassistenten
in seinem Auto. Dies ergab eine repräsentative Befragung unter 2.000
Verkehrsteilnehmern, die im Auftrag
des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) vom Marktforschungsinstitut Ipsos durchgeführt wurde.
Auch elektronische Einparkhilfen ­
(59 Prozent), Kurvenlicht (37 Prozent) und Abstandsregler (35 Prozent) besitzen einen vergleichsweise
hohen Bekanntheitsgrad. Allerdings
finden sich die unsichtbaren Helfer
nur in wenigen Autos wieder.
Auf die Frage, ob sie in den vergangenen zwölf Monaten in eine
brenzlige Situation geraten seien,
antworteten immerhin 54 Prozent ­
mit »Ja«. Gefragt wurde unter anderem nach Rutschen oder Schleudern beim Ausweichen oder in einer
Kurve, zu geringem Abstand zum
vorausfahrenden Fahrzeug, unbe­
absichtigtem Verlassen der Fahrspur
oder spätem Erkennen eines Fahrzeugs im toten Winkel.
Fahrerassistenzsysteme besitzen
ein unumstrittenes Sicherheitspotenzial, unterstützen den Fahrer in
komplizierten Fahrsituationen und
erhöhen damit den Fahrkomfort,
ohne den Fahrer aus der Verantwortung zu entlassen. Wenn zum Beispiel ­100 Prozent aller Pkw einen
Notbremsassistenten an Bord hätten, würden sich nach Angaben der
Unfallforschung der Versicherer
(UDV) 28 Prozent weniger Auffahrunfälle mit Personenschaden ereignen.
Wer ein neues Auto kauft, sollte
prüfen, ob das Fahrzeug mit Fahrer­
assistenzsystemen wie ESP ausgerüstet ist bzw. ausgerüstet werden
kann. Dabei spielt natürlich auch der
Preis eine gewisse Rolle.
59 %
Elektronische
Einparkhilfen
10 %
51 %
ESP
25 %
37 %
Kurvenlicht
5 %
35 %
AbstandsRegler
3 %
18 %
NotbremsAssistent
2 %
18 %
SpurhalteAssistent
1 %
NachtsichtAssistent
1%
SpurwechselAssistent
1 %
Anteil in %
15 %
12 %
0
10
20
30
40
50
kenne ich
habe ich im Fahrzeug
Foto: DVR
Die Kampagne »Bester Beifahrer«
informiert über Funktion und Nutzen
elektronischer Fahrerassistenz­
systeme und fordert Pkw-Käufer auf,
sich gezielt nach diesen aktiven
Sicherheitssystemen zu ­erkundigen.
[ Quelle: DVR ]
6 | tag für tag 04 / 10 | BG berichtet
Aktuelles
Wir haften: Info-Kampagne
zur Haftungsablösung Laut
einer dimap-Umfrage wissen nur
19 Prozent der befragten Arbeitgeber, dass die Unfallversicherung ihre
Haftung für Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten ablöst. Die Haftungsablösung ist ein großer Vorteil im
internationalen Vergleich: Anders
als zum Beispiel in den USA müssen
Unternehmer in Deutschland keine
Angst davor haben, nach einem Arbeitsunfall oder einer Berufskrank-
Tipps für den Ferienjob Die
Sommerferien nutzen viele Schüler
und Studenten, um in Betrieben auszuhelfen und so ihre Finanzen etwas
aufzubessern. Für sie gilt der gleiche
Schutz der gesetzlichen Unfallver­
sicherung wie für alle Beschäftigten.
Auch wenn Aushilfen nur kurz
im Betrieb beschäftigt sind, sollten
sie gründlich in die Maßnahmen für
Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz eingewiesen werden. Da sie
häufig über wenig Erfahrung in der
Arbeitswelt verfügen, sind sie besonders gefährdet. Materialien zur
Unterweisung können die Mitgliedsbetriebe kostenlos bei der BG unter
der Telefaxnummer 0611-131·222
anfordern. Ereignet sich trotz aller
Vorsicht ein Unfall bei der Arbeit
oder auf dem Weg zwischen Wohnung
und Arbeitsstätte, so sind auch für
Aushilfen die so genannten Durchgangsärzte die erste Anlaufstelle.
Diese Ärzte sind auf dem Gebiet ­
der Unfallmedizin besonders qua­li­
fiziert. Ihre Adressen sind im Internet zu finden unter www.bgdp.de/
unfallversicherung.
Auch bei Aushilfen sind Arbeitsunfälle nach spätestens drei Tagen
der Berufsgenossenschaft zu melden.
Wie bei allen Arbeitnehmern kümmert sich die BG um die medizinische
Betreuung. So veranlasst die Berufsgenossenschaft zum Beispiel Überweisungen zu spezialisierten Fachärzten, wenn das notwendig ist.
Die Behandlung kann auch in einer
der elf BG-Kliniken erfolgen, die auf
die Behandlung von Unfallopfern
spezialisiert sind.
Die Kosten für die gesamte Heilbehandlung, einschließlich aller
Medikamente, trägt die Berufsgenossenschaft. Unter Umständen
stehen dem Verletzten auch finan­
zielle ­Leistungen zu.
heit auf Schadensersatz in Millionenhöhe verklagt zu werden.
»Die Unkenntnis über die Haftungsablösung zeichnet auch
manchen Beitrag in der Diskussion
um die Reform der gesetzlichen
Unfallversicherung aus«, erläutert
Michael Boettcher, Mitglied der
Geschäftsführung der BG ETEM.
Eine Informationskampagne soll
nun zur Versachlichung der Diskussion beitragen. Der Schwerpunkt
der Informationskampagne liegt auf
einer Anzeigenreihe, die in den Mitteilungsblättern der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen veröffentlicht wird. Neben der Anzeigenreihe
gibt es zudem ein Internet­portal mit
vertiefenden Informa­tionen zum
Nutzen der gesetzlichen Unfall­ver­
sicherung: www.dguv.de/wir-haften
[ Sp ]
Arbeitgeber müssen ihre Aushilfen
und andere nur zeitweise im Unternehmen Beschäftigte nicht extra bei
der Berufsgenossenschaft anmelden. Es reicht aus, wenn sie die Gesamtsumme des gezahlten Entgelts
einmal angeben. Das geschieht im
so genannten Entgeltnachweis, der
einmal im Jahr von der Berufsgenossenschaft zugeschickt wird. [ Sp ]
BG berichtet | tag für tag 04 / 10 | 7
Geprüfte Maschinen und zertifizierte Betriebe
Prüf- und Zertifizierungsstelle Druck und Papierverarbeitung
Für folgende Maschinen wurden von März bis April 2010 die Zertifikate für das BG-/GS-/ET-Zeichen ausgestellt:
Unternehmen
Maschinenart
Maschinentyp
Garant Maschinenhandel GmbH
Flach- und Seitenfalten-
3030 Matador NG
beutelmaschine
Prüfnr.
Zertifikat
DP 10026
ET
Esselte Leitz GmbH & Co. KG
Langarmheftgerät
Leitz NeXXt Series 5560,
Petrus 600
DP 10027
GS
Heidelberger Druckmaschinen AG
Bogenoffsetmaschine
XL 75
DP 10028
ET
technotrans AG
Farbzuführung
Handy.fill
DP 10029
GS
Krug & Priester GmbH & Co. KG
Aktenvernichter
11221002, 11223002, 11227001
DP 10031
GS
Müller Martini
Umsetzwagen
Druckverarbeitungs-Systeme AG
0379.0300, 0379.0301, 0379.0302
DP 10032
ET
Heidelberger Druckmaschinen AG
Lackversorgungsgerät
LVG 550, LVG 360, LVG 180, LVG 160
DP 10033 GS
Krug & Priester GmbH & Co. KG
Aktenvernichter
11236001, 11240401, 11241001, 11250203
DP 10034
GS
Krug & Priester GmbH & Co. KG
Aktenvernichter
11260202, 11222602, 11310203, 11380301, 11380302, 11260401,
11310401
DP 10035
GS
Krug & Priester GmbH & Co. KG
Aktenvernichter
11260501, 11314002, 11400203
DP 10036
GS
Krug & Priester GmbH & Co. KG
Aktenvernichter
11400501, 11400502, 11514101
DP 10037
GS
IST Metz GmbH
UV-Zwischen- und Endtrockner D-150-4M-6x1-URS-HD-
für Bogenoffset-
ELC-CAN
maschine XL 145-162
DP 10038
GS
Esselte Leitz GmbH & Co. KG
Mini-Heftgerät
5517
DP 10039
GS
Esselte Leitz GmbH & Co. KG
Ordner
No. 1 Power LAF Range
DP 10040
GS
Esselte Leitz GmbH & Co. KG
Heftgerät
Allura: 5503, 5513, 5521, 5539
DP 10041
GS
Esselte Leitz GmbH & Co. KG
Locher
Allurar 5039
DP 10042
GS
technotrans AG
Fasspumpe mit pneumatischer TBA 200
Steuerung (Farbversorgungseinrichtung)
DP 10043
GS
HAVA Intertechnik
Querschneider
HAVA
DP 10044
GS
manroland AG
Bogenoffsetmaschine
R 700 HiPrint
DP 10045
GS
technotrans AG
Containerpumpe mit pneumatischer Steuerung
(Farbversorgungseinrichtung)
TCA 40/12 und TCA 89/12
DP 10046
GS
manroland AG
Bogenoffsetmaschine
R 50
DP 10047
GS
manroland AG
Bogenoffsetmaschine
R 700 HiPrint
DP 10048
ET
manroland AG
Bogenoffsetmaschine
R 50
DP 10049
ET
Heidelberger Druckmaschinen AG
Abluftreinigungsanlage
Druckpuderabsaugung
ARS (Clean Star)
DP 10050
GS
GS: Geprüfte Sicherheit, BG: BG-Prüfzert-Sicherheitszeichen, AMS: Arbeitsschutzmanagementsystem, ET: EuroTest-Zeichen.
Die aktuelle Liste finden Sie im Internet unter www.bgdp.de/Maschinenliste
8 | tag für tag 04 / 10 | BG berichtet
Aus- und Weiterbildung
Termine
Die Branchenverwaltung Druck und Papierverarbeitung führt zu folgenden Terminen Aus- und Weiterbildungs­veranstaltungen durch:
Lehrgänge für Fachkräfte
für Arbeitssicherheit
20 / 09 – 24 / 09 / 10
1. Präsenz – 1. Teil
65817 Eppstein
11 / 10 – 15 / 10 / 10
1. Präsenz – 2. Teil
65817 Eppstein
18 / 10 – 22 / 10 / 10
2. Präsenz
65817 Eppstein
08 / 11 – 19 / 11 / 10
3. Präsenz
65205 Wiesbaden
04 / 10 – 08 / 10 / 10
13 / 12 – 17 / 12 / 10
25 / 10 – 29 / 10 / 10
4. Präsenz
65205 Wiesbaden
Grundseminar
65817 Eppstein
06 / 12 – 08 / 12 / 10
Aufbauseminar 65817 Eppstein
08 / 09 – 10 / 09 / 10
Grundseminar
16831 Linow
01 / 12 – 03 / 12 / 10
Aufbauseminar
65817 Eppstein
»Arbeitsschutz als Chance«
für Betriebsräte
25 / 10 – 27 / 10 / 10
Weiterbildung
30559 Hannover
Lehrgänge für Brandschutzbeauftragte
06 / 09 – 10 / 09 / 10
01 / 11 – 05 / 11 / 10
2. Teil
65817 Eppstein
29 / 11 – 01 / 12 / 10
Weiterbildung
65817 Eppstein
Seminare für Meister
und andere Vorgesetzte
Seminare für Betriebsräte
Seminar »Arbeits- und Gesundheitsschutz«
für Azubis und junge Mitarbeiter
26 / 08 / 10
10 / 11 / 10
60528 Frankfurt
33689 Bielefeld
Lehrgänge für Staplerfahrer
19 / 07 – 23 / 07 / 10
22 / 11 – 26 / 11 / 10
Ausbildung 89257 Illertissen
13 / 09 – 17 / 09 / 10
Ausbildung 08547 Jößnitz
02 / 08 – 06 / 08 / 10
Ausbildung
08547 Jößnitz
27 / 09 – 01 / 10 / 10
Ausbildung
89257 Illertissen
20 / 10 – 22 / 10 / 10
Weiterbildung
08547 Jößnitz
Seminare für Ausbilder
von Staplerfahrern
Seminare zum alternativen Betreuungsmodell
Fachseminar »Krisen- und
Notfallmanagement« Hochwasser oder größere Brandereignisse
können für einen Betrieb dramatische Folgen haben. Abgesehen von
den Gefahren für die Mitarbeiter
ist die wirtschaftliche Existenz des
ganzen Betriebs bedroht. Überlebenswichtig ist es, im Falle eines
Falles umgehend und ziel­gerichtet
reagieren zu können. Dazu muss im
Vorfeld ein Krisenmanagement er­-
Termine für regionale Seminare auf Anfrage
arbeitet werden. Das ist ein Thema
unseres Seminars »Krisen- und Notfallmanagement«.
Das Seminar gibt einen Über­blick über die Formen und Eigenschaften von Krisen, es werden
Rechtsgrundlagen besprochen und
auf der Grund­lage der Kernelemente
eines Krisen- und Notfallmanagements ein Planspiel durchgeführt.
Wichtiger Bestandteil ist ein Erfahrungsaustausch zu allen Themen.
Das Seminar wendet sich an Brandschutzbeauftragte, Fachkräfte für
Arbeitssicherheit und andere Mitarbeiter unserer Mitgliedsbetriebe, die
im Rahmen ihrer Stellung und Verantwortung im Betrieb mit diesem
Themenkomplex betraut sind. [ Pr ]
BG berichtet | tag für tag 04 / 10 | 9
Aus- und Weiterbildung
Fachseminare
Diese Seminare sind gedacht für alle Mitarbeiter unserer Mit­glieds­betriebe, soweit sie ent­­sprechend eingesetzt
und mit dem Fachgebiet betraut sind.
»Sicherheit von Maschinen« 23 / 08 – 27 / 08 / 10
01109 Dresden
»Verpackungstief- und Flexodruck«
14 / 09 – 15 / 09 / 10 49196 Bad Laer
»Gefahrstoffe, REACH und GHS« 05 / 10 – 07 / 10 / 10 41564 Kaarst
»Bogenoffset« 27 / 10 – 28 / 10 / 10 59457 Werl
»Lärm und Lärmschutz«
09 / 11 – 10 / 11 / 10
36037 Fulda
»Luftbefeuchtung und Hygiene«
10 / 11 – 11 / 11 / 10
65817 Eppstein
»Krisen- und Notfallmanagement«
22 / 11 – 24 / 11 / 10
65307 Bad Schwalbach
»Etikettendruck«
30 / 11 – 02 / 12 / 10
71546 Kleinanspach
Führung und Persönlichkeit
Diese Seminare sind gedacht für alle Führungskräfte unserer Mitgliedsbetriebe, die ihre rhetorischen Fähigkeiten
und ihr methodisches Geschick in Führungssituationen der täg­lichen Praxis weiter verbessern wollen.
»Überzeugen im Gespräch« »Mit Rhetorik zum Erfolg« 20 / 09 – 21 / 09 / 10
76137 Karlsruhe
06 / 10 – 07 / 10 / 10
16831 Linow
»Seminare für Führungskräfte«
18 / 10 – 19 / 10 / 10
75223 Pforzheim-Niefern
»Moderierte Unterweisung von Teams« 06 / 12 – 07 / 12 / 10
74072 Heilbronn
17 / 07 / 2010
14 / 08 / 2010
21 / 08 / 2010
28 / 08 / 2010
29 / 08 / 2010
04 / 09 / 2010
04 / 09 / 2010
11 / 09 / 2010
18 / 09 / 2010
18 / 09 / 2010
18 / 09 / 2010
18 / 09 / 2010
70794 Filderstadt
99734 Nordhausen
59602 Rüthen
30880 Laatzen
21409 Lüneburg
33106 Paderborn
41564 Kaarst
47495 Rheinberg
74078 Heilbronn
69124 Heidelberg
16831 Linow
01998 Klettwitz-Lausitzring
11 / 07 / 10
41564 Kaarst
Verkehrssicherheit »BG-Fahrsicherheitstrainings für PKW-Fahrer«
»BG-Fahrsicherheitstraining für Motorradfahrer«
Lehrgang für Sachkundige22 / 11 – 24 / 11 / 10
der Ladungssicherung
18 / 08 – 20 / 08 / 10
Seminar und Fahrtraining »Ökonomisch und sicher fahren«
37431
Bad Lauterberg
Ausbildung
16831 Linow
Weiterbildung
Termine auf Anfrage
Die laufend aktualisierten Termine sowie Informationen über noch verfügbare Plätze finden Sie im Internet (www.bgdp.de/Seminare).
Detaillierte Angaben zum gesamten Aus- und Weiterbildungsangebot können Sie unter der Fax Nummer 0611-131·167 oder unter aw.dp@bgetem.de anfordern.
10 | tag für tag 04 / 10 | BG berichtet
Unfälle
2
1
1 Gesicherter Einstieg
2 Schutzgitter
Tödlicher Absturz von einer
Hubarbeitsbühne Ein besonders
t­ ragischer Unfall ereignete sich in einer
Druckerei. An einer Wand sollten Aus­
besserungsarbeiten durchgeführt werden.
Dazu wurde an einem Stapler eine Hub­
arbeitsbühne befestigt. Diese Hubarbeits­
bühne entsprach den Vorschriften; sie
war nach allen Seiten ausreichend gegen
Absturz gesichert.
Der Vorgesetzte des Staplerfahrers
ließ sich auf eine Arbeitshöhe von ca.
1,9 Meter fahren und schickte den Stapler­
fahrer daraufhin vom Gabelstapler weg.
Als der Fahrer nach kurzer Zeit wieder
zurückkam, fand er seinen Vorgesetzten
schwerverletzt auf dem Boden liegend.
Jede Hilfe kam zu spät, der Verletzte starb
noch am Unfallort.
Vorschriftswidrig war sicher, dass der
Staplerfahrer seinen Gabelstapler verlas­
sen hatte. Aber hätte er, wenn er vor Ort
geblieben wäre, Schlimmeres verhindern
können? Die Rekonstruktion der Ereignis­
se ergab, dass sich der Vorgesetzte ent­
weder mit offener Schutztüre hatte nach
oben fahren lassen oder aber in der Höhe
die Schutztüre geöffnet hatte. Während
der Ausbesserungsarbeiten muss er sich
dann langsam in Richtung der geöffneten
Tür bewegt haben und in Folge einer Un­
achtsamkeit abgestürzt sein.
Das wesentliche Versäumnis war in
jedem Fall, die Schutztür nicht zu schlie­
ßen. Das Schließen der ­Tür hätte nur
einen Augenblick gedauert und es hätte
auch die Bewegungsfreiheit des Mitar­
beiters in keiner Weise eingeschränkt.
[ He ]
BG berichtet | tag für tag 04 / 10 | 11
Sicherheitsschalter manipuliert –
schwere Fingerverletzung In der
Schwerer Unfall durch grobe
Fahrlässigkeit In einer Druckerei
Weiterverarbeitung eines Rollenoffsetbe­
triebs kam es an einer Bündelmaschine zu
Störungen an der Abwicklung des Bande­
rolierbandes. Ein Mitarbeiter öffnete die
Schutzhaube und begann, das verwickelte
Band zu entfernen. Als sich eine Traverse
der Maschine in Bewegung setzte, wurde
ihm ein Teil des linken Zeigefingers zwi­
schen ­Traverse und Maschinengestell ab­
geschert. Die Schutzhaube der Maschine
hat einen Sicherheitsschalter, der gefahr­
bringende Bewegungen stoppt, wenn die
Haube geöffnet wird. Diesen Schalter hatte
der Mitarbeiter überbrückt, um Störungs­
beseitigungen und Rüstarbeiten an der
Maschine schneller ausführen zu können.
Er war, wie andere Kollegen auch, unter­
wiesen worden, Schutzeinrichtungen nicht
unwirksam zu machen und nur an stehen­
den Maschinen Störungsbeseitigung und
Einstellarbeiten durchzuführen. Im Betrieb
wurden trotzdem auch andere Schutzein­
richtungen überbrückt. Maschinenführer
bzw. Vorgesetzte müssen regelmäßig
kontrollieren, ob alle Schutzeinrichtungen
noch wirksam sind. Überprüfungen sollten
schriftlich dokumentiert werden. [ Ww ]
werden Zeitschriftenpakete mit einem
­Paternoster in einem Paketlift in eine
andere Etage transportiert. Bei der Ein­
weisung einer neuen Mitarbeiterin erlitt
der Maschinenführer eine Kopfquet­
schung. Die Untersuchung des Unfalls
ergab, dass die Zugangstür zu diesem
Paketlift mit einem Sicherheitsgrenztaster
gesichert ist, der das Anlaufen bei geöff­
neter Tür verhindert. Zusätzlich zu die­
sem Schutz besteht die Verpflichtung,
vor dem Öffnen der Tür den NOT-AUSTaster zu betä­tigen. Dies wird durch ein
Warnschild an der Tür eindeutig fest­
gelegt.
Der Maschinenführer hatte vergessen,
den NOT-AUS-Taster zu betätigen. Da
der ­Paternoster bei geöffneter Zugangs­
tür bereits einmal angelaufen war, hätte
klar sein müssen, dass der Sicherheits­
grenztaster defekt sein muss. Trotzdem
steckte der Mitarbeiter seinen Kopf in
die Öffnung. Als der Paternoster erneut
anlief, wurde sein Kopf gequetscht.
Die neue Kollegin, die der Maschinenfüh­
rer in die ordnungsgemäße Bedienung der
Anlage einweisen sollte, betätigte den
NOT-AUS-Taster, so dass Schlimmeres
verhindert wurde. In der Zwischenzeit hat
der Betrieb den Sicherheitsgrenztaster
ersetzt. Dessen korrekte Funktion muss
regelmäßig geprüft werden. Die zusätz­
liche Sicherheitsmaßnahme, vor dem Öff­
nen der Tür den NOT-AUS zu betätigen,
ist dann nicht erforderlich. [ Nl ]
12 | tag für tag 04 / 10 | BG berichtet
Informationen zur Fusion
Neue Satzung – Was ändert sich? Am 1. Januar 2010
ist die neue Satzung in Kraft getreten. Neben der neuen Aus­
landsversicherung, über die wir in der vergangenen Ausgabe
berichtet haben, enthält diese neue Satzung u. a. auch Ver­
änderungen bei den Leistungen und der Pflichtversicherung
für die Mitgliedsbetriebe und Versicherten der Branchen­
verwaltung Druck und Papierverarbeitung. Hier ein kurzer
Überblick.
BG berichtet | tag für tag 04 / 10 | 13
Erweiterte Versicherung von nicht im Unterneh­
men beschäftigten Personen (§ 63) Personen, die
nicht im Unternehmen beschäftigt sind, jedoch im Auf­
trag oder sich mit Zustimmung des Unternehmers oder
der Unternehmerin in der Unternehmensstätte aufhalten,
sind während des Aufenthaltes auf dem Firmen­gelände
beitragsfrei versichert.
Kein Versicherungsschutz besteht für Kunden und
Kundinnen während des Aufenthalts in öffentlich zu­
gänglichen Ladenlokalen oder ähnlichen Räumen, in
­denen die Unternehmer und Unternehmerinnen ihre
­Waren oder Dienstleistungen entgeltlich oder unent­
geltlich anbieten.
Befreiung von der Versicherungspflicht für
Unternehmer (§ 46 Abs. 2) Unternehmer, die selbst
nicht mehr als 100 Arbeitstage im Betrieb arbeiten, kön­
nen sich von der Versicherungspflicht kraft Satzung be­
freien lassen. Dazu muss ein schriftlicher Antrag bei
der Berufsgenossenschaft gestellt werden. Eine E-Mail
genügt nicht, da der Antrag eigenhändig unterschrie­
ben sein muss.
Keine Pflichtversicherung für mitarbeitende
Ehegatten (§ 46 Abs.1a) Spätestens mit Ablauf des
31. Dezember 2010 endet die Pflichtversicherung für mit­
arbeitende Ehegatten des Unternehmers. Die Versiche­
rungspflicht endet früher, wenn der Unternehmer nicht
mehr als 100 Arbeitstage im Unternehmen tätig ist und
einen Antrag auf Befreiung von der Versicherungs­
pflicht gestellt hat. Mitarbeitende Ehegatten, die ab 1.
Januar 2011 bei un­serer BG versichert sein wollen, kön­
nen sich freiwillig versichern.
Freiwillige Versicherung (§ 52) Freiwillig versichern
können sich im Unternehmen mitarbeitende Ehegatten
sowie unternehmerähnliche Personen in Kapital- oder
Personenhandelsgesellschaften.
Neue Mindestversicherungssummen und Höchst­
beträge für den Jahresarbeitsverdienst (§ 47 Abs.1,
§ 38 Abs.2) Die Mindestversicherungssumme für Unter­
nehmer wurde erhöht und beträgt jetzt 70 Prozent der
im Kalenderjahr maßgebenden Bezugsgröße nach
§ 18 SGB IV. In 2010 gilt eine Mindestversicherungssum­
me von 21.600 Euro ­in den alten Bundesländern und von
19.200 Euro in den neuen Bundesländern.
Der Höchstbetrag des Jahresarbeitsverdienstes wird
für 2010 von 63.000 Euro auf 72.000 Euro erhöht und wird
stufenweise um 3.000 Euro angehoben. Ab 2017 wird der
Höchstbetrag bei 84.000 Euro liegen.
Leistungsrechtliche Änderungen Bei der Berech­
nung von Geldleistungen ergeben sich ggf. Änderungen
durch die Anpassung der Mindestversicherungssumme
und die steigenden Höchstbeträge des Jahresarbeits­
verdienstes.
Weitere Informationen www.bgetem.de
(Branchenverwaltung Druck und Papierverarbeitung,
Stichwort »Mitgliedschaft«).
Für Fragen: mitgliedschaft.dp@bgetem.de
14 | tag für tag 04 / 10 | Gesundheit und Sicherheit
Aus der Praxis für die Praxis Am 15. Juni 2010 wurde ­
in Frankfurt zum zweiten Mal der Präventionspreis der Branchenverwaltung Druck und Papierverarbeitung verliehen.
Ausgezeichnet wurden Ideen und Lösungen für den Arbeitsund Gesundheitsschutz. Erstmals vergeben wurde auch ein
Sonderpreis Rehabilitation. Die ausgezeichneten Ideen und
Lösungen werden in den nächsten Ausgaben dieser Zeitschrift ausführlich beschrieben.
Klaus Nelius, Vorsitzender der Branchenvertretung
Druck und Papierverarbeitung, erläuterte zu Beginn der
Veranstaltung die Idee des Präventionspreises: »Wir
wollen gute Ideen aus der Praxis für die Praxis nutzbar
machen.« Dabei hat jedes Unternehmen eine Chance ­­
auf einen Preis, Großbetriebe wie Kleinstbetriebe, Dru­
ckereien, Papier verarbeitende Betriebe, Wellpappen­
hersteller usw. Viele Mitgliedsbetriebe engagieren sich
­vorbildlich im Arbeitsschutz und entwickeln Lösungen,
die hohen Praxisnutzen haben und von denen andere
profitieren können.
Gesundheit und Sicherheit | tag für tag 04 / 10 | 15
[ 2 ]
[ 1 ]
Auszeichnungen und Hauptpreise Vergeben wurden sechs Auszeichnungen, die jeweils mit einem Sachpreis verbunden sind. Die Gewinner der drei Hauptpreise
erhalten Geldbeträge zwischen 2.000 und 5.000 Euro. Die
Hauptpreise wurden verliehen von Michael Boettcher,
Geschäftsführer der Branchenverwaltung Druck und
Papierverarbeitung, Uwe Petersen, stellvertretender
Vorsitzender der Branchenvertretung Druck und Papierverarbeitung, und Klaus Nelius. Bei den diesjährigen
Beiträgen der Preisträger und Ausgezeichneten standen
neben Maßnahmen zur Vermeidung von Unfällen und
ganzheitlichen Ansätzen zur Redu­zierung von Belastungen und Gefährdungen vor allem ergonomische
Lö­sungen im Vordergrund.
[ 3 ]
fachste Mittel ausreichen, um Gefahren zu entschärfen.
Er stellte auch heraus, dass es nicht ausreicht, eine gute
Idee zu haben. Die Betriebe brauchen auch Mitarbeiter,
die sich engagieren und Ideen auch praktisch umsetzen.
»Ermutigend für mich war, das soziale Verantwortung
nicht nur in Fernsehdiskussionen thematisiert wird,
sondern in unseren Unternehmen gelebt wird«, so
Michael Boettcher.
1. Preis
Sonderpreis Rehabilitation Erstmals vergeben wurde
auch der Sonderpreis Rehabilitation. Der Preis ist mit
5.000 Euro dotiert. Mit ihm werden Betriebe ausgezeichnet,
die sich außergewöhnlich engagieren, um Mitarbeiter
nach einem Arbeitsunfall oder einer Berufskrankheit
wieder ins Erwerbsleben zu integrieren. Dieses Engagement ist genauso wichtig, wie die medizinische Spitzenleistung der BG-Kliniken.
Arbeitsschutz lohnt sich Michael Boettcher zog
am Ende der Veranstaltung ein Resümee: »Einige der
Maßnahmen haben verdeutlicht, dass Arbeitsschutz
und wirtschaftlicher Erfolg im Unternehmen Hand in
Hand gehen.« Auffällig war auch, das manchmal ein­
Transfertex GmbH & Co. Thermodruck KG:
Körperliche Belastung und Unfallgefahren ­deutlich
reduziert
Das Unternehmen hat einen speziellen Wagen für den
automatischen Wechsel der Druckzylinder an den Tiefdruckmaschinen und einen Rollenausbauwagen mit
­integrierter Sackkarre entwickelt. Der Zylinderwagen
muss vom Mitarbeiter lediglich zwischen die Druckwerke
gefahren bzw. nach dem Zylinderwechsel herausgefahren werden. Dadurch entfallen für die Mitarbeiter die
Quetschgefahr beim Zylinderwechsel sowie die körperliche Belastung durch das Rollen der Zylinder in ergo­
nomisch ungünstiger Haltung in die bzw. aus der Maschine.
>>
[ 1 ] Klaus Nelius,
Vorsitzender ­
der Branchenvertretung Druck
und Papierverar­
beitung
[ 2 ] Uwe Petersen,
stellvertretender
Vorsitzender der
Branchenvertretung Druck und
Papierverarbeitung
[ 3 ] Michael Boettcher, Geschäfts­
führer der Branchenverwaltung
Druck und Papierverarbeitung
16 | tag für tag 04 / 10 | Gesundheit und Sicherheit
[ 1 ]
[ 1 ] 1. Preis:
Transfertex ­
GmbH & Co.
Thermodruck KG
[ 2 ] 2. Preis:
RPC Bebo Print
Patent GmbH
1.
Der Rollenausbauwagen erleichtert den Ausbau und
Abtransport der Rollen. Mit diesen Entwicklungen konnte
nicht nur die körper­liche Belastung der Mitarbeiter,
­sondern auch durch ­Kosteneinsparungen das Betriebsergebnis verbessert werden.
2. Preis
RPC Bebo Print Patent GmbH: Gesundheitsschutz
im Produktionsprozess durch einfache technische
Maßnahmen erheblich verbessert
An einer Rollenoffsetmaschine konnte wegen der räumlichen Enge kein Rollenhubwagen genutzt werden.
Aufgrund des hohen Gewichts konnten die Rollen bisher nur unter großer Kraftanstrengung auf dem Boden
gedreht werden. Die Mitarbeiter der Druckabteilung
fanden schließlich eine einfache Lösung des Problems.
Stolperfrei verlegte Teflonmatten reduzieren den ReibBeiwert des Bodens, so dass die Rollen jetzt leicht von
Hand gedreht und ausgerichtet werden können.
Durch diese und weitere technische Maßnahmen
wurde der Gesundheitsschutz im Produktionsprozess
erheblich verbessert.
3. Preis
Mayer & Söhne Druck- und Mediengruppe: »Gelebte
Gefährdungsbeurteilung« – ein ganz­­heit­licher Ansatz
zur kontinuierlichen Verbesserung im Unternehmen
Aus der Gefährdungsbeurteilung hat die Firma Mayer &
Söhne eine Vielzahl von Maßnahmen abgeleitet. Dadurch
konnten Unfallgefahren vermieden, die Lärmbelastung
reduziert und Arbeitsabläufe ergonomischer gestaltet
werden. Eine höhere Entnahmestelle sorgt dafür, dass
[ 2 ]
2.
sich die Drucker nicht mehr bücken müssen, um die Probebogen zu entnehmen. Von den Maßnahmen profi­
tieren viele Mitarbeiter. Durch einige der Maßnahmen
konnten auch Betriebsstörungen vermieden werden.
Sonderpreis Rehabilitation
Avery Dennison Zweckform: Außergewöhnliches
Engagement bei der Wiedereingliederung
Das Unternehmen Avery Dennison Zweckform hat alles
getan, um eine Mitarbeiterin nach einem schweren Unfall auf dem Arbeitsweg im Unternehmen zu behalten.
Bei dem Unfall hatte die Mitarbeiterin u. a. eine schwere
Schädel-Hirn-Verletzung erlitten und befand sich insgesamt mehr als ein Jahr im Krankenhaus. Der Betrieb
entschloss sich zusammen mit der Beschäftigten, die
Wiedereingliederung in den Betrieb trotz weiter bestehender Unfallfolgen zu versuchen. Die Wiedereingliederung wurde durch den Betrieb in vorbildlicher Weise gefördert. So betreute volle zwei Jahre lang ein Mitarbeiter
die Beschäftigte. Es wurde ein Plan für die Eingliederung an einem anderen Arbeitsplatz im Betrieb erstellt
und laufend angepasst. Dabei wurden nach und nach
die Herausforderungen behutsam gesteigert, so dass
die Mitarbeiterin mit den Herausforderungen wachsen
konnte. Die Beschäftigte ist heute erfolgreich am neuen
Arbeitsplatz tätig.
Gesundheit und Sicherheit | tag für tag 04 / 10 | 17
[ 4 ]
3.
[ 3 ]
Auszeichnungen
Theodor Körner GmbH & Co. KG: Mit einer »Walzen-Fall-Sicherung« Unfallgefahr ­effektiv beseitigt
Nach einem Unfall hatte ein Mitarbeiter eine Idee, wie
das Herunterfallen einer Walze durch ein zusätzliches
Bauteil verhindert werden könnte. Diese Idee wurde umgehend umgesetzt. Damit konnte der Betrieb die ­Gefahr
einer schweren Handverletzung zwischen der herab­
fallenden Walze und dem darunterliegenden Schneid­
messer­zylinder beseitigen.
Tetra Pak Produktions GmbH & Co. KG Limburg:
Besser und sicherer durch »World Class Manu­fac­t­
uring«
Das Unternehmen hat eine Methode eingeführt, mit der
u. a. die Sicherheit der Arbeitsabläufe systematisch
analysiert und verbessert wird. Nach den regelmäßigen
Begehungen werden Maßnahmen geprüft, um die erkann­
ten Mängel zu beseitigen. Dabei wurde u. a. eine Ein- ­­und
Ausbauhilfe für Obermesser entwickelt, um Schnittverletzungen zu vermeiden, und an einer Maschine eine aus­
klappbare Leiter nachgerüstet, um bei Bedarf gefahr­los
die Papierbanh einzuziehen.
RAKO Etiketten GmbH & Co. KG: Optimierung ­
von Schutzeinrichtungen und weitere Maßnahmen
führen zur Verbesserung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes
Das Unternehmen hat durch ein Bündel von Maßnahmen
die Belastungen und Risiken für die Mitarbeiter reduziert.
Neben Maßnahmen zur Lärmminderung und zur Minderung von Lösemittelbelastungen im Etikettendruck hat
der Betrieb eine Schutzeinrichtung so verbessert, dass
die Schutzeinrichtung für bestimmte Rüstarbeiten nicht
mehr entfernt werden muss. Die Mitarbeiter profitieren
auch von Angeboten zum Stressabbau, Betriebssport
und Aktionen zur gesunden Ernährung in der Betriebskantine.
Sonderpreis
Schreiner Group GmbH & Co. KG: Ergonomie an
vielen Arbeitsplätzen deutlich ­verbessert
Die Firmengruppe arbeitet seit Jahren an Verbesserungen
im Arbeits- und Gesundheitsschutz. Besondere Erfolge
konnten erzielt werden, nachdem im Rahmen eines
Managementkonzepts die Mitarbeiter in die Entwicklung
­ergonomischer Verbesserungen einbezogen wurden ­
und nun ein Baukastensystem für den Bau angepasster
Produk­tionseinrichtungen zur Verfügung steht.
Whatmann GmbH: Erfolgreiche Gesundheitswoche
mit nachhaltigen Aktivitäten für alle Mitarbeiter
Der Betrieb hat im Rahmen einer deutschlandweiten
­Initiative des Mutterkonzerns eine »Gesundheitswoche«
durchgeführt mit dem Ziel, die Mitarbeiter für eine gesunde Lebensweise zu motivieren. An jedem Arbeitstag
wurden Aktionen zu jeweils einem der Themen »Gesunde Ernährung«, »Rücken- und Gesundheits-Check«,
»Sport«, »Stress« und »Sucht« angeboten. Ein Großteil
der Aktionen wurde durch eigene Mitarbeiter durchgeführt und betreut.
3 M Deutschland GmbH Werk Hilden: Ergonomische
Verbesserungen durch »Handlingshilfe«
Das Unternehmen hat ein Zusatzaggregat für einen
handelsüblichen Elektrohubwagen entwickelt, mit dem
schwere Wickelachsen ergonomisch transportiert und
in die Folienrollen geschoben werden können. Damit
konnte die körperliche Belastung beim Transport und
der Handhabung der Wickelachsen verringert werden.
[ 3 ] 3. Preis:
Mayer & Söhne
Druck- und
Mediengruppe
[ 4 ] Sonderpreis
Rehabilitation:
Avery Dennison
Zweckform
Fotos: Enderlein,
Ingelheim
18 | tag für tag 04 / 10 | Gesundheit und Sicherheit
Wenn das Postfach überläuft – Tipps zum Umgang
mit der täglichen Informationsflut Informationen zu
übermitteln, ist heute so einfach wie nie zuvor. Ein Knopfdruck reicht und schon sind Hunderte von Mails auf dem Weg
zu ihren Adressaten. Kehrseite der Medaille: Überquellende
Postfächer, Unmengen überflüssiger E-Mails, die von der
eigentlichen Arbeit abhalten.
Jeder dritte Angestellte in Deutschland fühlt sich von
der täglichen Mail-Flut und den vielen Spam-Mails gestresst, wie eine Studie der Techniker Krankenkasse
zeigt. Demnach rangiert die ständige Erreichbarkeit per
E-Mail und Handy an zweiter Stelle der Stressfaktoren,
gleich nach dem Termindruck.
Tatsächlich ist die Zahl der täglich eingehenden Mitteilungen, Anfragen und Anforderungen enorm. Der
­Studie zufolge empfängt und sendet jeder Beschäftigte
bis zu 180 Nachrichten pro Tag. Der Einzelne muss immer
mehr Informationen in immer kürzerer Zeit aufnehmen.
»Dieser Druck, das Gefühl, jederzeit schnell reagieren
zu müssen, und die ständigen Arbeitsunterbrechungen
können zum Stressauslöser werden«, sagt Dr. Dirk Windemuth vom Institut Arbeit und Gesundheit (BGAG) in
Dresden. »Wenn die Konzentration immer wieder unterbrochen wird, beispielsweise durch eingehende E-Mails,
nehmen Gefühle von Müdigkeit und Gereiztheit zu«, erläutert der Experte. Dieses Unbehagen könne bis hin zu
körperlichen Beschwerden wie Magenproblemen und
Kopfschmerzen führen. Andererseits, so
Windemuth, seien manche Menschen inzwischen geradezu abhängig von der Dauerkommunikation, die suggeriere: »Ich bin wichtig.« Vielleicht erklärt das auch, warum immer mehr
Menschen alle Mails, die sie schreiben, mit hoher Prio­
rität kennzeichnen.
Egal, ob Abhängigkeitsfalle oder Stress-Syndrom: ­
so weit muss es nicht kommen. Jeder Einzelne und jedes
Unternehmen können etwas gegen die ungesunde Infor­
mationsflut tun.
E-Mail-Kultur verbessern
inigen Sie sich auf einen kurzen, prägnanten
E
­Informationsstil.
Schreiben Sie aussagekräftige Betreffzeilen.
Vermeiden Sie überflüssige Anhänge.
Vermeiden Sie den inflationären Gebrauch der
­Bestätigungsfunktion.
Nicht jede Mail hat tatsächlich hohe Priorität.
Gesundheit und Sicherheit | tag für tag 04 / 10 | 19
ählen Sie den Kreis der Adressaten sorgfältig aus,
W
schicken Sie nicht alles als Kopie an alle, um sich
­»abzusichern«.
Wer Mails »sät«, wird Mails »ernten« Wer eine Mail
an fünf Mitarbeiter oder Kollegen schickt, muss mit mehreren Antworten rechnen. Dabei muss nicht jeder über
jede Kleinigkeit in Kenntnis gesetzt werden. Das gilt
­vor allem für Mails an Vorgesetzte, die viel zu häufig CC
gesetzt werden. Chefs können viel für eine maßvolle
­E-Mail-Kultur tun, wenn sie im Unternehmen klarstellen,
dass sie nicht über jeden noch so kleinen Vorgang informiert werden möchten.
Softwarefilter nutzen Ein guter Spamfilter fängt
viele unerwünschte Mitteilungen ab. Eigene Ordner und
spezielle Such- und Filterfunktionen erleichtern das
Sortieren und Archivieren von E-Mails.
Feste Zeiten einplanen Experten empfehlen, ein­
gehende Mails nur ein- bis zweimal am Tag am Stück
­abzuarbeiten, am besten zu festen Zeiten. Akustische
Signale für das Eintreffen neuer Mails, die von der
­Arbeit ablenken, sollten ausgeschaltet bleiben.
Eigenes Verhalten überprüfen Haben Sie das
­ efühl, Sie könnten etwas verpassen? Tatsächlich ist
G
längst nicht jede Information aus dem Netz nützlich.
Prüfen Sie, ob alle Newsletter, die Sie bekommen, tatsächlich sinnvoll sind für Ihre Arbeit. Bestellen Sie
­verzichtbare Informationen ab. Auch wenn der Anbieter
Ihnen das manchmal nicht ganz einfach macht.
Gespräch mit Kollegen suchen Manches Problem
lässt sich von Angesicht zu Angesicht oder per Telefon
viel einfacher lösen als durch mehrfachen E-Mail-Austausch. [ Sobull, BG BAU aktuell 1_2010 ]
20 | tag für tag 04 / 10 | Gesundheit und Sicherheit
Auswahl von Chemikalienschutzhandschuhen –
kein Roulettespiel! Im Bereich Druck und Papierverar­
beitung ist der direkte Umgang mit Lösemitteln oft tägliche
Praxis – auch wenn sich der Umfang in den vergangenen
Jahren deutlich reduziert hat. Trotzdem müssen Chemikalien­
schutzhandschuhe sorgfältig ausgewählt werden.
Foto: Zapf,
Hamburg
Gesundheit und Sicherheit | tag für tag 04 / 10 | 21
Gleichgültig, ob benzinartige, alkoholbasierte oder
sonstige Lösemittel: ein intensiver Hautkontakt sollte
durch technische oder andere Maßnahmen möglichst
vermieden werden, z. B. durch vollständig automatisierte
Rei­nigungsprozesse. Ist dies nicht möglich, sind flüssig­
keitsdichte Chemikalienschutzhandschuhe zu verwen­
den. Falls dies nicht beachtet wird, kann die Barriere­
funktion der Haut zerstört werden. Dadurch können
langwierige und unangenehme Hauterkrankungen auf­
treten. Bei intensivem Umgang mit Lösemitteln ist bei
der Auswahl der Handschuhe unbedingt darauf zu ach­
ten, dass diese mit dem Symbol »Erlenmeyerkolben«,
­einem Symbol für geprüfte Chemikalienschutzhand­
schuhe, gekennzeichnet sind.
Universalhandschuhe gibt es nicht Je nach Löse­
mittel, Umfang der durchzuführenden Arbeiten und
sons­tigen Beanspruchungen können im Einzelfall ganz
unterschiedliche Handschuhe notwendig sein. Den Uni­
versalhandschuh für alles gibt es noch nicht. Zwar gibt
es seit einiger Zeit Entwicklungen, die durch Kombina­
tion mehrerer Materialschichten diesem Ziel etwas
­näher gekommen sind, jedoch sind solche Handschuhe
entweder recht teuer oder wegen des geringen Trage­
komforts in der Praxis nicht immer anwendbar.
Chemikalienschutzhandschuhe: immer eine
­Einzelfallentscheidung Die oftmals vereinfachend
als »Gummihandschuhe« bezeichneten Chemikalien­
schutzhandschuhe können aus verschiedenen Materi­
alien gefertigt sein. Beim Reinigen mit benzinartigen
Kohlenwasserstoffen, z. B. Walzenwaschmitteln im
Offsetbereich, können üblicherweise Handschuhe aus
Nitrilkautschuk verwendet werden. Beim Einsatz anderer
Lösemittel müssen unter Umständen Handschuhe aus
anderen Materialien wie Neopren-, Butyl- oder auch
Fluorkautschuk getragen werden. Bei der Auswahl der
Schutzhandschuhe müssen jedoch nicht nur die verwen­
deten Lösemittel sondern z. B. auch die durchschnitt­
lichen Reinigungszeiten und die Art der Verwendung
­berücksichtigt werden. Ist beim Reinigen z. B. auch ­­eine
hohe mechanische Beanspruchung zu erwarten, hat
das Auswirkungen auf die Auswahl der Handschuhe.
Geringer Kontakt mit Lösemitteln Bei Tätigkeiten,
bei denen lediglich geringe Kontakte mit Lösemitteln
bestehen, z. B. durch gelegentliche Spritzer, können
auch dünne Einweghandschuhe als mögliche Schutz­
maßnahme in Erwägung gezogen werden. Diese Einweg­
handschuhe sollten aber nicht bei höherer mechanischer
Belastung getragen werden und zumindest mit dem
Symbol »Becherglas« gekennzeichnet sein. Der Preis
sollte nicht das einzig entscheidende Kriterium sein –
nur »billig« bedeutet oftmals auch schlechte Qualität.
Hersteller fragen Vor der Anschaffung eines bestimm­
ten Chemikalienschutzhandschuhs sollte man sich ­
vom jeweiligen Hersteller die Tauglichkeit des benann­
ten Handschuhs für den vorgesehenen Zweck bestätigen
lassen. Dabei müssen die konkret eingesetzten Arbeits­
stoffe berücksichtigt werden. Auch die Berufsgenossen­
schaft leistet im Einzelfall Hilfestellung. Grundlegende
Informationen zu den verschiedenen Schutzhandschu­
hen sind auch in »BASIS« (Branchen- und Arbeitsschutzinformationssystem) unter www.bgetem.de (Branchen­
verwaltung Druck und Papierverarbeitung) oder direkt
unter www.basis-dp.de zu finden.
>>
[ 1 ] Symbol
»Erlenmeyer­
kolben«: Schutz
gegen chemische
Gefahren
[ 1 ]
[ 2 ]
[ 2 ] Symbol
»Becherglas«:
Schutz gegen
geringe chemische
Gefahren
22 | tag für tag 04 / 10 | Gesundheit und Sicherheit
Fallbeispiel In einer Druckerei sollte aufgrund von Kundenanforderungen
zusätzlich der Druck mit UV-Farben eingeführt werden. Was ist bei der
­Auswahl ­der Chemikalienschutzhandschuhe zu beachten?
1. Schritt Zunächst sollte festgestellt werden, ob die
3. Schritt Aus dem Sicherheitsdatenblatt der hier be­
bereits im Betrieb verwendeten Handschuhe als Chemi­
kalienschutzhandschuhe klassifiziert sind. Das ist an
der Kennzeichnung mit dem Symbol »Erlenmeyerkol­
ben« oder »Becherglas« zu erkennen. Danach muss ge­
klärt werden, aus welchem Material diese bestehen.
trachteten UV-Druckfarbe geht hervor, dass diese Farbe
bei Hautkontakt Allergien verursachen kann. Im Sicher­
heitsdatenblatt des UV-Reinigers wird als geeignetes
Material Nitril oder Neopren angegeben. Da die bisheri­
gen Handschuhe aus PVC bestehen, war somit zu ver­
muten, dass zukünftig ein anderer Chemikalienschutz­
handschuh getragen werden muss. Eine Anfrage beim
Handschuhhersteller bestätigte diese Vermutung.
Ergebnis dieser ersten Recherche Der bisher in
­ er Druckerei eingesetzte Handschuh ist mit dem Sym­
d
bol »Erlenmeyerkolben« gekennzeichnet. Er besteht aus
PVC und ist in diesem Fall für den Umgang mit den bis­
herigen Arbeitsstoffen als geeignet anzusehen.
2. Schritt Im nächsten Schritt muss festgestellt
­ erden, ob diese Handschuhe für den Umgang mit den
w
neuen Arbeitsstoffen (UV-Farbe, UV-Lösemittel etc.)
ebenfalls geeignet sind. Dabei sind zunächst folgende
Fragen zu klären:
Wie sind neue Arbeitsstoffe eingestuft/welche
­Inhaltsstoffe enthalten diese? Die Antwort geben
Kapitel 3 »Zusammensetzung« und Kapitel 15
»Vorschriften« der Sicherheitsdatenblätter
Ist das Handschuhmaterial der bisherigen Hand­
schuhe gegen neue Inhaltsstoffe beständig? ­
Die Antwort liefern die Sicherheitsdatenblätter,
­Kapitel 8 »Persönliche Schutzausrüstungen«, oder
­Anfragen an die Handschuhhersteller zur Wider­
standsfähigkeit des Handschuhs gegenüber den
­neuen Inhaltsstoffen.
4. Schritt In Zusammenarbeit mit einem Handschuh­
hersteller und unter beratender Mitwirkung der BG
wurden bei der Auswahl der neuen Handschuhe weiter­
hin folgende Faktoren berücksichtigt:
Es treten keine hohen mechanischen Belastungen bei
den Reinigungen auf.
Die Reinigung dauert wenige Minuten.
Die Verunreinigung anderer Arbeitsbereiche durch
UV-Farben soll verhindert werden.
Die neuen Handschuhe müssen auch für Arbeiten mit
den bisher verwendeten Arbeitsstoffen geeignet sein.
Im Ergebnis wurde eine dickere Sorte von Nitril-Einweg­
handschuhen angeschafft, welche als Chemikalienschutzhandschuhe eingestuft sind und sich bei den gegebe­
nen Einsatzbedingungen vom Material her eignen. Diese
können nach jeder Anwendung entsorgt werden, so
dass keine UV-Farben in andere Arbeitsbereiche ver­
schleppt werden .
Gesundheit und Sicherheit | tag für tag 04 / 10 | 23
Säureschutzmantel
Hornzellen
interzelluläre Kittsub­
stanz (Hautfette)
Oberhaut
Intakte Hautstruktur
Eindringen von
Krankheitserregern
Physiologische Re­gene­ration
über­fordert, Haut durch Löse­
mittel entfettet.
Trockene Haut / gestörte Barrierefunktion
Hautgefährdungen beurteilen Grundlage für die
Auswahl von Persönlicher Schutzausrüstung bildet ei­
ne Gefährdungsbeurteilung (vgl. TRGS 401, »Gefähr­
dung durch Hautkontakt«). Enthalten die Sicherheitsda­
tenblätter keine oder nur ungenügende Angaben, sollte
­darauf bestanden werden, dass der Lieferant bzw. Her­
steller fundierte Informationen zur Verfügung stellt.
Weitere Information zur Auswahl von Chemikalien­
schutzhandschuhen enthält auch die »Information Che­
mikalienschutzhandschuhe« (BGI/GUV-I 868) vom Juni
2009 des Fachausschusses »Persönliche Schutzausrüs­
tung« der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung
(www.dguv.de/psa/de/regelwerk/bgi_868.pdf, E-Mail:
info@dguv.de). [ Sl ]
Tipps
Nur unbeschädigte Handschuhe verwenden.
Innen verschmutzte Handschuhe sind zu ersetzen.
Handschuhe nach Gebrauch außen trocken (oder mit
Wasser) abwischen – niemals mit Lösemitteln.
Handschuhe nach Nutzung mit Öffnung nach unten
aufstülpen und austrocknen lassen.
Nicht dieselben Handschuhe monatelang verwenden
(rechtzeitig austauschen).
Einweghandschuhe nicht mehrfach nutzen.
Nur die vom Betrieb zur Verfügung gestellten
Handschuhe ­verwenden.
24 | tag für tag 04 / 10 | Gesundheit und Sicherheit
Traglastdiagramm in Tabellenform
Last in kg
730
730
530
4100
950
950
750
3600
1400
1400
750
2500
Hub in mm
500
600
700
Abstand zum Lastschwerpunkt in mm
Gabelstapler – Last mit dem Traglastdiagramm
richtig verteilen Hebt ein Gabelstapler eine Last hoch,
steigt mit zunehmender Hubhöhe das Risiko, dass der Gabelstapler nach vorne kippt. Die wesentlichen Informationen
liefert das Lastdiagramm.
Wie wichtig die Kenntnis und die richtige Interpretation
des Traglastdiagramms sind, zeigte ein Unfall, über den
wir bereits vor einiger Zeit in dieser Zeitschrift berichtet
haben (tft, 2-2009). Dabei wurde die Tragfähigkeit eines
Staplers komplett überschätzt und zwei Papierrollen in
einer gewissen Höhe aufgenommen. Beim Rückwärtsfahren kippte der Stapler nach vorne, die Gabeln schlugen mit einer solchen Wucht auf den Boden, dass die Palette zerbrach und die Papierrollen von den Gabeln kippten. Der nun entlastete Gabelstapler fiel wieder zurück
und der Fahrer prallte an die Rückenlehne des Fahrer­
sitzes. Dabei splitterte ein Teil eines Rückenwirbels ab.
Traglastdiagramm liefert maximale Hubhöhe
­einer Last Das Tragfähigkeits- oder Traglastdiagramm
ist wichtiger Bestandteil der technischen Informationen
über einen Gabelstapler oder ein Mitgängerflurförderzeug. Um ein Flurförderzeug richtig zu beladen, muss
man das jeweilige Traglastdiagramm interpretieren können. Zu finden ist es ist auf dem Tragfähigkeitsschild am
jeweiligen Gerät. Es zeigt, wie hoch eine bestimmte Last
in Abhängigkeit vom Abstand zwischen dem Lastschwerpunkt und dem Gabelrücken gehoben werden darf. Es
gibt zwei Arten der Darstellung: eine davon arbeitet ­mit
Kennlinien, die andere mit einer tabellarischen Darstellung der Werte.
Gesundheit und Sicherheit | tag für tag 04 / 10 | 25
Traglastdiagramm mit Kennlinien
1800 kg
1500 kg
1200 kg
4200 mm
1000 kg
5000 mm
800 kg
5400 mm
700 kg
5700 mm
600 kg
6000 mm
500 kg
6300 mm
6600 mm
400 kg
500 mm
600 mm
700 mm
Traglastdiagramm mit Kennlinien lesen Bei einem
Traglastdiagramm mit Kennlinien ist auf der linken senkrechten Achse das Gewicht der zu hebenden Last dargestellt. Die horizontale Achse steht für den Abstand des
Lastschwerpunktes vom Gabelrücken. Jede eingezeichnete farbige Linie gilt jeweils für die rechts angegebene
maximal zulässige Hubhöhe.
Wie hoch darf die Last gehoben werden?
Der Schwerpunkt einer 800 kg schweren Last soll
sich ­in einem Abstand von 700 mm vom Gabelrücken
befinden. Auf der waagrechten Achse des Traglast­
diagramms muss man den Abstand zwischen Lastschwerpunkt und dem Gabelrücken suchen, in unserem
Beispiel 700 mm. Dann geht man senkrecht nach oben
bis zum Schnittpunkt mit der waagrechten Linie bei
800 kg. Dieser Schnittpunkt liegt auf einer der farbigen
Kennlinien. Verfolgt man diese nach rechts, kann man
auf der rechten senkrechten Achse die maximal zu­
lässige Hubhöhe ablesen. In unserem Beispiel sind das
6000 mm. Die gleiche Last dürfte bei einem Abstand von
500 mm zwischen dem Lastschwerpunkt und dem Gabelrücken 6300 mm hoch gehoben ­werden. Bei einem Abstand von 900 mm verringert sich die maximal zulässige
Last bei der Hubhöhe von 6300 mm auf ­unter 500 kg.
Liegt der Schnittpunkt von Lastabstand und waagrechter Linie der Last nicht auf einer Kennlinie, müsste
eine neue Linie eingezeichnet werden, die durch den
Schnittpunkt geht und parallel zu den anderen Linien
verläuft. Auf der sicheren Seite ist man aber, wenn man
die nächste darüber liegende farbige Linie nach rechts
­verfolgt.
800 mm
900 mm 1000 mm
Traglastdiagramm in Tabellenform lesen Häufig
ist auch eine andere Darstellungsform für das Traglastdiagramm anzutreffen. Hier ist auf der senkrechten Achse die maximal zulässige Hubhöhe dargestellt, auf der
waagrechten Achse der Abstand vom Gabelrücken zum
Lastschwerpunkt. Bei einem Abstand von 500 mm darf
also ein Gewicht von 1400 kg maximal 2500 mm hoch gehoben werden. Bei einem Abstand von 700 mm verringert
sich die maximal zulässige Last bei gleicher Hubhöhe
auf 750 kg. [ He ]
Abstand zwischen
Lastschwerpunkt und Gabelrücken
700
S
26 | tag für tag 04 / 10 | Gesundheit und Sicherheit
Neue Medien zum innerbetrieblichen Transport
Aufgrund des Unfallgeschehens beim Transportieren wurde
die Schwerpunktaktion »Risiko raus – Kampagne zum sicheren
Fahren und Transportieren« ins Leben gerufen. Im Rahmen
der Aktion wurde ein umfassendes Medienangebot er­stellt,
das für die inner­betriebliche Sicherheitsarbeit verwen­det
werden kann.
Sicherheits-Beurteilung
Ausgangspunkt der innerbetrieblichen Sicherheits­arbeit
ist immer eine Gefährdungsbeurteilung. Zur Unterstützung der Betriebe bei der Gefährdungsbeur­teilung wurden
zwei neue Sicherheits-Beurteilungen erarbeitet:
»Innerbetrieblicher Transport« (Best.-Nr. 230.15)
und für die Schnitt­stelle zwischen innerbetrieblichem
Transport und Straßen­verkehr »Ladungssicherung«
(Best.-Nr. 230.16). Ergeben sich aufgrund der Gefährdungsbeurteilung weitergehende Fragen, die mehr Hintergrundwissen erfordern, bietet sich als Nachschlagewerk die Broschüre »Innerbetrieblicher Transport«
(Best.-Nr. 211) an.
Gesundheit und Sicherheit | tag für tag 04 / 10 | 27
Unterweisungshilfen
Plakatserie
Insbesondere zur Sensibilisierung der ­Mit­arbeiter wurde
eine neue Plakatserie entworfen. Mit Hilfe der überzogenen Inszenierung der poten­ziellen Gefahr durch die
Transportvorgänge und Transportmittel soll Aufmerksamkeit für und eine Aus­einandersetzung mit dem Thema
erreicht werden. Die Plakate können unter den Bestellnummern 145.11 bis 145.17 angefordert werden. Format
DIN A1 oder DIN A2 angeben.
Die Motive der Plakate finden sich auf den Motiv­
karten wieder, Bestellnummern: 45.11 bis 45.17 oder
45.10 für alle sieben Motivkarten. [ He ]
Für die Information der Beschäftigten stehen verschie­
dene neue Medien zur Verfügung, dazu gehören auch
Infoblätter zur Erstellung der Betriebsanweisung für den
Umgang mit Flurförderzeugen:
BG-Infoblatt 429: Betriebsanweisungen für den Betrieb
von Gabelstaplern
BG-Infoblatt 430: Betriebsanweisungen für den Betrieb
von Flurförderzeugen für Mitgängerbedienung
BG-Infoblatt 431: Betriebsanweisungen für den Betrieb
von Handhubwagen
Für die jährliche Unterweisung im innerbetrieblichen
Transport wurden vier Unterweisungshilfen erstellt bzw.
überarbeitet:
Transportarbeiten (Best.-Nr 233.15)
Arbeiten mit dem Gabelstapler (Best.-Nr 233.20)
Mitgängerflurförderzeuge (Best.-Nr 233.21)
Sehen und gesehen werden (Best.-Nr 233.22)
Motivkarten informieren auf der Rückseite kurz zu einem
Schwerpunktthema. Diese können z. B. als Gedankenstütze zum Abschluss einer Unterweisung verteilt werden.
28 | tag für tag 04 / 10 | Aus der Praxis
Längsab­­schottung
für Zeitungsrotation
Technischer Schallschutz – zwei Beispiele aus
der Praxis Produzieren Maschinen zu viel Lärm, muss der
Be­treiber technische Maßnahmen ergreifen. Die Lärmbelas­
tung der Beschäftigten darf die vorgegebenen Grenzwerte
nicht übersteigen. In zwei unserer Mitgliedsbetriebe wurden
technische Maßnahmen erfolgreich umgesetzt.
Aus der Praxis | tag für tag 04 / 10 | 29
[ 2 ]
[ 1 ]
Schallreflexionen an Wand und Decke zu hoch
Ist der Schallabsorptionsgrad eines Raumes zu gering,
reflektieren Decke und Wände zu viel Schall und erhö­
hen die Lärmbelastung. Bei Prinovis in Nürnberg er­
gab eine Messung, dass die Raumrückwirkung einer neu
gebauten Produktionshalle zu groß war: der Schallab­
sorptionsgrad betrug nur 0,2. Die Mindestanforderung
für eine neue Halle war nicht erfüllt. Durch Lärmschutz­
elemente unter der Decke, so genannte Baffeln, konnte
der Lärmpegel deutlich gesenkt werden. Aufgrund der
Vielzahl der Maschinen war das eine zweckmäßige und
wirksame Lösung. Nach der Maßnahme lag der Schallabsorptions­grad mit 0,5 über dem geforderten Wert
von mindes­tens 0,3. Aufgrund dieses Ergebnisses hat
Prinovis Nürnberg dann auch in den alten Produk­
tionshallen Baffeln installiert.
Verbesserte Querabschottung an einer Zeitungs­
rotation Bei der Saarbrücker Zeitung wurde ­eine neue
Offsetrotation mit zwei Sektionen in Betrieb genommen.
Diese beiden Sektionen können gemeinsam oder un­-­
­ab­hängig voneinander produzieren. Eine Lärmmessung
ergab, dass die Schalldruckpegel im Leitstand 70 bis ­­
73 dB(A) betrugen, je nachdem, ob eine oder beide Sek­
tionen in Betrieb waren. Zwischen den Druckwerken
wurden Schalldruckpegel bis zu 107 dB(A) erreicht.
Hielten sich die Mitarbeiter während einer Schicht
nur kurzzeitig im Lärmbereich auf, war die vorhandene
Querabschottung über Maschinenbreite ausreichend.
Mussten die Mitarbeiter zur Vorbereitung der Platten­
wechsel häufiger in den Lärmbereich, war der TagesLärmexpositionspegel zu hoch. Rüstarbeiten an einer
stehenden Sektion durften wegen der hohen Lärmbelas­
tung nur durchgeführt werden, wenn die andere Sektion
stand. Auch in dem angrenzenden Papierrollen-Lager
wurden zu hohe Schalldruckpegel erreicht.
Der Betrieb entschied sich für folgende Lösung: ­
Die Querabschottung wurde auf Galeriebreite erweitert
­und zusätzlich eine Längsabschottung zum Papierlager
installiert. Unmittelbar unter der Hallendecke ist die
Längsabschottung als Glaswand ausgeführt, damit noch
Tageslicht einfallen kann.
Die Nachmessung ergab, dass die Schalldruckpegel
an einzelnen Messpunkten zwischen den Drucktürmen
oder am Falzapparat um bis zu 13 dB(A) gesenkt werden
konnten. Auch die Schalldruckpegel im Leitstand liegen
um 2 bzw. 6 dB(A) unter den vorherigen Werten. Für die
Mitarbeiter konnte durch diese Maßnahmen die Lärmbe­
lastung mehr als halbiert werden.
Für Mitarbeiter, die Rüstarbeiten an einer stehenden
Sektion durchführen, während die Nachbarsektion läuft,
konnte der Tages-Lärmexpositionspegel unter 80 dB(A)
gesenkt werden. An einer stehenden Sektion können
­da­­her Rüstarbeiten auch dann durchgeführt werden,
wenn die andere Sektion in Betrieb ist. Dadurch kann
der Betrieb flexibler produzieren. Insgesamt wurde die
Lärm­belastung der Mitarbeiter erheblich gesenkt.
[ 1 ] Schall­ab­sorbierende
Elemente (Baffeln)
unter der Decke
[ 2 ] Zeitungs­
rotation: Quer­
abschottung über
Galeriebreite
Fotos: Frey, Egling
30 | tag für tag 04 / 10 | Aus der Praxis
Aus der Praxis | tag für tag 04 / 10 | 31
»Gesund und Fit« – Tag der Gesundheit und
Arbeitssicherheit im Pressehaus Stuttgart Am
20.4. 2010 veranstaltete das Pressehaus Stuttgart einen Tag
der Gesundheit und Arbeitssicherheit. Die Branchenverwaltung Druck und Papierverarbeitung der BG ETEM war mit
dem Thema »Verkehrssicherheit« vertreten. Ein Fahrsimu­-­
lator und ein Gurtschlitten demonstrierten Gefährdungen
und sicheres Verhalten im Straßenverkehr.
Unter dem Motto »Gesund und Fit« waren alle Mitarbeiter des Pressehauses aufgefordert, sich einen Überblick
über die eigene Gesundheit zu verschaffen. Mit dem Slogan »Durch das Auge ins Herz sehen« lieferte ein spe­
zielles »Augenscreening« den Mitarbeitern eine Aufnahme des Augenhintergrundes, mit der ein Facharzt z. B.
das Risiko eines Schlaganfalls oder eines Herzinfarktes
beurteilen und ggf. therapeutische Maßnahmen ableiten
kann. Ein weiterer Test gab Aufschluss über die allgemeine Fitness. Es gab auch zahlreiche Angebote, etwas
für die eigene Gesundheit zu tun, z. B. Rückenschule, ein
Seminar zu Stress und Entspannung sowie Informationen über gesunde Ernährung.
Weiterer Themenschwerpunkt war das sichere Verhalten im Straßenverkehr, das derzeit auch im Mittelpunkt der Präventionskampagne »Risiko raus« steht.
Diese Kampagne hat sich u. a. zum Ziel gesetzt, die Zahl
der Unfälle im Straßenverkehr zu reduzieren.
Auf dem DVR-Fahrsimulator konnten die Teilnehmer­­
das richtige Verhalten in unterschiedlichen Verkehrs­
situationen gefahrlos erleben. Ziel dabei war es, die
[ 2 ]
Beschäftigten verstärkt für die Gefahren im Straßen­
verkehr zu sensibilisieren, die gerne verdrängt oder
unterschätzt werden. Unterschätzt werden häufig auch
physikalische Fakten, z. B., wie viele Meter ein Auto benötigt, um aus einer gewissen Geschwindigkeit zum
Stillstand zu kommen oder wie viele Meter man »blind«
fährt, wenn man sich für eine Sekunde durch Mobil­
telefon, Naviga­tionssystem oder Ähnliches ablenken
lässt. Darüber informierte ein spezielles ComputerProgramm an einem Informationsstand.
Das sichere Verhalten im Straßenverkehr beginnt
schon, bevor man losfährt, spätestens beim Anlegen des
Sicherheitsgurtes. Leider gibt es immer noch Autofahrer, die das Anlegen des Sicherheitsgurtes nicht so
ernst nehmen, z. B. dann, wenn sie »nur eben um die
­Ecke fahren«. Welche Kräfte bereits bei einem Aufprall
mit doppelter Schrittgeschwindigkeit wirken, konnten
die Teilnehmer auf dem Gurtschlitten des Deutschen
Hilfsdienstes Ludwigsburg erleben.
»Die Sicherheit im Straßenverkehr ist für uns ein ­
Teil der Arbeitssicherheit. Mit dem DVR-Fahrsimulator
und dem Gurtschlitten wollen wir dazu beitragen, das Verhalten der Beschäftigten im Straßenverkehr sicherer zu
machen«, so Jürgen Schönweitz, Fachkraft für Arbeitssicherheit im Pressehaus Stuttgart.
Arbeitssicherheitstage im Betrieb Die Berufsgenossenschaft ­
unterstützt Betriebe, ­die »Tage der Arbeitssicherheit« oder auch »Verkehrssicherheitstage« durchführen wollen. ­Dabei bieten sich Mitmachaktionen wie Fahrsimulatoren für Pkw oder Motorrad, Gurtschlitten,
Überschlagsimulator oder Fahrradparcours an. Weitere Informationen
dazu enthält das BG-Infoblatt »Betriebliche Veranstaltungen zur Verkehrssicherheit: Sicherheit erleben, Unfallzahlen senken, Sicherheits­
bewusstsein fördern« (Best.-Nr. 472).
(links) Gurtschlitten
(oben) DVR-Fahrsimulator
Fotos: Frey, Egling
1 Million Euro
nach einem
Arbeitsunfall.
Dafür bezahlen
wir.
Als Arbeitgeber haften Sie für die Arbeitsunfälle Ihrer Mitarbeiter. Als Mitglied der
gesetzlichen Unfallversicherung sind Sie von dieser Haftung befreit. Wir kommen
für sämtliche Kosten von Heilbehandlung und Rehabilitation auf. Durchschnittlich
mit bis zu 35.000 Euro und in Einzelfällen mit einer Million Euro oder sogar mehr.
Wir machen das. Ihre Berufsgenossenschaften und Unfallkassen
www.dguv.de/wir-haften
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