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Gute Lehre – Was ist das? - HWR Berlin

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Fachhochschule für Verwaltung
und Rechtspflege Berlin
University of Applied Sciences
Gute Lehre – Was ist das?
Dokumentation des Hochschultages
der FHVR Berlin am 5. November 2008
herausgegeben von Hans Paul Prümm und Denis Kirstein
Beiträge der Hochschule
Nr. 30
Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege Berlin
Beiträge der Hochschule Nr. 30
Gute Lehre – Was ist das?
Dokumentation des Hochschultages
der FHVR Berlin am 5. November 2008
herausgegeben von Hans Paul Prümm und Denis Kirstein
Herausgeber
Rektor der Fachhochschule für Verwaltung
und Rechtspflege Berlin
Alt-Friedrichsfelde 60, D-10315 Berlin
Fon: (030) 9021-4005, Fax: (030) 9021-4006
www.fhvr-berlin.de, info@fhvr-berlin.de
© copyright
bei den jeweiligen Autoren
ISBN
978-3-940056-48-1
Berlin 2009
Auflage:
Druck:
250
FHVR Berlin – Vervielfältigung
Bibliografische Information der Deutschen Bibliothek
Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation
in der Deutschen Nationalbibliografie;
detaillierte bibliografische Daten
sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar.
INHALTSVERZEICHNIS
„Gute Lehre“ – Gedanken zum Hochschultag............................................ 7
Prof. Dr. Hans Paul Prümm
Verleihung des „Gute Lehre“ - Preises des FB 1...................................... 15
Prof. Dr. Irmela Gorges
Verleihung des „Gute Lehre“ - Preises des FB 1...................................... 19
Boris Sucker, Student der ÖVW
Das Rezept guter Lehre – eine ganz persönliche Betrachtung
anlässlich der Preisverleihung für gute Lehre an der FHVR
am Tag der Hochschullehre ...................................................................... 23
Dr. Julia Platter
Workshops zur „Guten Lehre“
Die Verbesserung der Rahmenbedingungen für „Gute Lehre“
an Fachhochschulen als hochschulpolitische Herausforderung................ 29
Prof. Dr. Olaf Winkel
Wie kann und wie sollte soziales Engagement während des Studiums
aussehen? Welche Rolle kann hierbei die Hochschule spielen?............... 37
Prof. Dr. Hans Paul Prümm
„Gute Lehre“ als Basis für eine Karriere in Verwaltung und
Nonprofit-Organisationen ......................................................................... 41
Prof. Dr. Bettina Hohn / Prof. Dr.Berit Sandberg
Veröffentlichungsliste ............................................................................... 47
5
6
„GUTE LEHRE“ –
GEDANKEN ZUM HOCHSCHULTAG
Hans Paul Prümm
Warum überhaupt ein Hochschultag „Gute Lehre“?
„Gute Lehre“ hat Hochkonjunktur. Die folgenden Schlaglichter mögen das
belegen:
• Einsetzung eines Ars legendi Preis durch den Stifterverband für die
Deutsche Wissenschaft (seit 2006)
• Beschluss der Mitgliederversammlung der Hochschulrektorenkonferenz
„Für eine Reform der Lehre in den Hochschulen“ (2008)
• „Qualitätsoffensive für gute Hochschullehre“ der Gewerkschaft
Erziehung und Wissenschaft (2008)
• Anhörung des Abgeordnetenhaus zur „Qualität in der Lehre an Hochschulen“ (2008)
• Zur Zukunft der Lehre an Universitäten in Deutschland: Empfehlungen
der AG Lehre der Jungen Akademie an der Berlin-Brandenburgischen
Akademie der Wissenschaften und der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina (2008)
• Veröffentlichung des Wissenschaftsrats: Empfehlungen zur Qualitätsverbesserung von Lehre und Studium (2008)
Die Reaktion der Studierenden auf dieses geballte öffentliche Interesse
ist zweideutig:
Einerseits titelte „Die Zeit“ am 14. 8. 2008: „Glücksgefühle im Hörsaal1. Die Studenten sind mit den Studienbedingungen an deutschen Hochschulen sehr zufrieden.“
Anderseits liest man fast gleichzeitig in der Deutschen Universitätszeitung2 „Jeder zweite deutsche Uni-Student ist mit der Lehre unzufrieden.“
Macht es unter diesen Umständen überhaupt einen Sinn, einen Hochschultag „Gute Lehre“ zu veranstalten? Diese Frage stellt sich umso mehr
als an einem Hochschultag keine andere Lehrveranstaltung stattfinden
1
2
Siehe dazu Tobias Gostomzyk, Anleitung zum „glücklichen Studieren“, studjur. das junge
jura magazin 2/2004, 5
duzMagazin 02/2008.
7
darf. Das heißt, dass wir den Hochschultag „Gute Lehre“ mit dem Stillstand der Lehre an diesem Tag erkaufen.
Der Akademische Senat unserer Hochschule hat trotzdem einen solchen
Hochschultag beschlossen. Denn zum einen kommt die Verbesserung der
Studienbedingungen, mit denen die Studierenden ja so zufrieden zu sein
scheinen, nicht von allein und zum anderen gibt es nichts, was man nicht
verbessern könnte. In der Tat belegen die Evaluationen, die die FHVR seit
Jahren in den einzelnen Studiengängen durchführt, dass die Studierenden
unserer Hochschule grundsätzlich mit der Lehre zufrieden, ja sogar sehr
zufrieden sind: Die Studiengänge sind übersichtlich und strukturiert, die
Studiengruppen sind überschaubar, die Lehrenden kompetent und in der
Regel auch gut erreich- und ansprechbar. Aber es gibt auch immer wieder
legitime Kritik nicht nur an einzelnen Lehrkräften, sondern auch an den
sachlich-zeitlichen Rahmenbedingungen des Studiums. Diese Kritiken
wollen wir im Rahmen des Hochschultags aufnehmen und gemeinsam diskutieren.
Zum zweiten, und dass ist der eigentliche Sinn eines Hochschultags,
sollen sich an diesem Tag Lehrende und Lernende gemeinsam mit dem
Thema „Gute Lehre“ befassen. Lehre und Lernen sind natürlicher Weise
Kommunikation, aber an einem solchen Tag soll über diese Kommunikation kommuniziert werden. Dass also Lehre und Lernen als solche für einen Tag ausdrücklich von allen betroffenen Gruppen diskutiert werden, ist
vielleicht noch wichtiger als die konkreten Ergebnisse dieser Reflexion,
werden doch so die Lehrenden und die Lernenden in die Lage versetzt,
sich in der bewussten Auseinandersetzung mit der jeweils anderen Gruppe,
unter Beachtung auch deren Perspektiven, mit dem zentralen Fokus unserer Fachhochschule: dem wissenschaftlichen Lehren und Lernen, zu beschäftigen.
Skizze der akademischen Lehre
Da sich ein Workshop näher mit der „guten Lehre“ beschäftigt, will ich
hier die Ziele der akademischen Lehre nur knapp skizzieren. Die akademische Lehre zielt ab auf
• die Fähigkeit der Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse und
Methoden im späteren Beruf
• kooperatives, kritisches und konstruktives Verhalten
• internationale und interkulturelle Zusammenarbeit
• verantwortliches Verhalten auf der Grundlage freiheitlicher, demokratischer und sozialer Werte.
Will man wissen, ob Lehre „gut“ ist, muss man folgende Arbeitsbereiche der Hochschule in die Betrachtung einbeziehen:
8
•
•
•
Lehre im eigentlichen Sinne
Organisation der Lehre
die Lehre flankierenden Services.
Einige Desiderata in der Lehre
In der allgemeinen Hochschuldiskussion um die „gute Lehre“ werden immer wieder diese kritischen Punkte angeführt:
• Hohe Studierendenzahlen
• strukturell unterbelichtete Lehrorientiertheit der DozentInnen
• überlastete HochschullehrerInnen
• überlastete Verwaltungen
• unstrukturierte Studiengänge
• problematische Lehrmethoden
• überfüllte und zu wenige Räumlichkeiten
• ungünstige Studienzeiten
Nun greifen einige dieser Kritiken an unserer Hochschule offensichtlich
nicht:
Da wir grundsätzlich in der Lehrform des Seminaristischen Unterrichts
lehren, stellt sich das Problem der hohen Studierendenzahlen im Lehr- und
Lernalltag eigentlich nicht; allerdings mussten wir in diesem Jahr auch unseren Tribut an die höchste Zahl von StudienanfängerInnen (in einem Jahr)
bei einem allgemeinen Zuwachs von 6,7% entrichten, so dass es in dem einen oder anderen Hörsaal durchaus etwas eng werden kann. Aber das Massenphänomen der großen Hochschulen gibt es bei uns eben nicht.
Die beamteten Studiengänge und die modularisierten Studiengänge
sind – dies wurde uns in den einschlägigen Akkreditierungsverfahren bestätigt – strukturiert und in Einführungsveranstaltungen und entsprechenden
Veröffentlichungen3 werden den Studierenden Struktur und Ablauf ihres
Studiums erläutert.
Grundsätzlich gibt es an unserer Hochschule keine Vorlesung. Die Vorlesung hat ihren Ursprung darin, dass im Mittelalter handgeschriebene Bücher in der Tat vom Hochschullehrer vorgelesen werden mussten, weil die
Studierenden sich keine Bücher leisten konnten. Immerhin benötigte man
etwa für Augustinus’ De Anima die Häute von sechs Kälbern oder Schafen.4
3
4
Siehe etwa für ÖVW: Hans Paul Prümm, Einführung in die ÖVW und das wissenschaftliche Arbeiten, 2006;
für das Studium des Polizeivollzugsdienstes: Wolfgang Kühnel (Hrsg.), Materialband zur
Projektwoche „Methodik und Technik wissenschaftlichen Arbeitens“, 2008.
Uwe Jochum, Kleine Bibliotheksgeschichte, 3. Aufl., 2007, S. 62.
9
Die Vorlesung hat sich als Lehrmethode grundsätzlich überholt. Im Übrigen dominiert bei uns – wie schon erwähnt – der Seminaristische Unterricht, der den Studierenden ein aktives Mitmachen ermöglicht.
Die Sache mit dem Geld
Lange Zeit glaubte man, die Einführung digitaler Lehr- und Lerntools sowie der entsprechenden Prüfungsinstrumente würde zu einer Entlastung
der Lehrenden und der Hochschulverwaltungen führen. Heute weiß man,
dass diese Hoffnung trügerisch war.5
Die Einführung modularisierter Studiengänge im Rahmen des BolognaProzesses führt dazu, dass jedes Modul mit einer Prüfung abgeschlossen
werden muss; wenn dies nicht gelingt, gibt es für das Modul keine Creditpoints.
Diese in- und extensive Prüfungstätigkeit kann auf Dauer von den
HochschullehrerInnen und den Verwaltungen nur dann gut und nachhaltig
erbracht werden, wenn die zuständigen Senatsverwaltungen und das Parlament uns mit den dafür notwendigen zusätzlichen Stellen – oder mit dem
dafür erforderlichen Geld – ausstatten.
Was wir schon für die „Gute Lehre“ getan haben
Unabhängig davon, dass die meisten KollegInnen gut lehren und die alltäglichen Rahmenbedingungen der „Guten Lehre“ organisieren, arbeitet
die FHVR – wie andere Hochschulen auch – an der Optimierung der Lehre
und der Lehrbedingungen. Hier einige Beispiele:
• Einführung neuer an Interessen der Studierenden orientierter Studiengänge; das Paradebeispiel ist die Implementation eines sechssemestrigen, bachelorisierten und modularisierten Studiengangs IuS, um
Studierende möglichst schnell ein erfolgreiches juristisches Studium zu
ermöglichen.
• Weniger Präsenz-, mehr Selbstlernphasen: Im Rahmen der Bachelorisierung des Studiengangs ÖVW haben wir die Präsenzphase auf 20
SWS abgestuft, um den Studierenden mehr Zeit für das Selbststudium
einzuräumen.
6
• Im Rahmen der Projekte führen wir Studierende schon seit fast
30 Jahren an die Forschung heran.
• Als eine der ersten Berliner Hochschulen hat das Rektorat mit zwei
Fachbereichen die Auslobung eines Lehrpreises verabredet. Ein
Ergebnis ist, dass auf dem diesjährigen Hochschultag Frau Dr. Julia
5
6
10
duzNachrichten 04/2008, 9.
Für die Verstärkung projektorientierten Lernens bei Reduktion traditioneller Vorlesungen
auch die AG Lehre der Jungen Akademie, Zusammenfassung, Nr. 4.
•
Platter, die Preisträgerin des Lehrpreises des Fachbereichs 1, ihren
Lehrinstrumentenkasten öffnen wird.7
Damit sind wir bei dem Hochschultag „Gute Lehre“, den wir – soweit
ersichtlich – als erste Berliner Hochschule implementiert haben, eben
damit Lehrende und Lernende gemeinsam ausgewählte Komplexe aus
diesem Bereich miteinander diskutieren.
Worüber wollen wir auf diesem Hochschultag miteinander
sprechen?8
Auf diesem Hochschultag soll die Reflexion der „Guten Lehre“ auf unterschiedlichsten Stufen – mal abstrakter, mal konkreter – stattfinden, aber
immer in einem Rahmen, den wir selbst gestalten können:
So soll – mehr allgemein – darüber nachgedacht werden, was „Gute
Lehre“ überhaupt bedeutet. Dass der Stoff auf dem neuesten Stand präsentiert wird, ist klar; aber wie man das macht, welche Methoden bei den Studierenden den größten Erfolg haben, inwieweit moderne Techniken eingesetzt werden sollen oder ob man die Studierenden mit PowerPoint nicht
erschlägt, diese Fragen bedürfen einer Klärung – und zwar in der gemeinsamen Diskussion zwischen Lehrenden und Lernenden. Dabei darf natürlich die „Mit-Verantwortung“ der Studierenden für ihren Lernerfolg keinesfalls unterschlagen werden.9
Schon immer waren Lehre und Forschung eng verbunden, so wurde bereits in der Platonischen Akademie (387 v. Chr. – 529 n. Chr.) gelehrt und
geforscht.10 Aber dennoch gibt es ein Ungleichgewicht in der Belohnungsstrategie: Die Karriere von HochschullehrerInnen richtet sich nach wie vor
weniger nach ihren Erfolgen in der Lehre als nach ihrer Forschungsreputation. Wer will es ihnen insofern verdenken, dass sie sich sehr stark hinsichtlich ihrer persönlichen, aber auch statusmäßigen und finanziellen
Weiterentwicklung an ihrem Forschungsoutput orientieren. Der Kollege
Olaf Winkel hat ein Teaching-Point-Konzept entwickelt11, das bessere als
gute Lehre mit Zeitbenefits versieht; dieses Konzept will er in dem entsprechenden Workshop mit den Studierenden diskutieren.
7
8
9
10
11
Siehe dazu in diesem Band; die Tipps des Trägers des Ars-Legendi-Preises 2007 des Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, findet man unter: Rolf Sethe, Zehn Thesen zu
guter Hochschullehre, JZ 2008, 351.
Siehe auch den Überblick über den Hochschultag „Gute Lehre“ in Rechtspfleger Studienhefte 2008, 188.
Wissenschaftsrat, Empfehlungen zur Qualitätsverbesserung von Lehre und Studium, 2008,
S. 55, 62, .
Uwe Jochum, Fn. 4, S. 24.
Olaf Winkel, Ein alternatives Konzept zur Einführung von Teaching Points, Die Neue
Hochschule 1/2007, S. 12.
11
In einem anderen Workshop ist Gelegenheit, unsere Bibliothek unter
die Lupe zu nehmen. Uwe Jochum weist in seiner Kleinen Bibliotheksgeschichte darauf hin, dass je nach Fach nur zwischen 15 und 34% des Bestandes wissenschaftlicher Bibliotheken genutzt werden12, oder anders formuliert: „dass ein Großteil der von den Bibliotheken angeschafften Literatur niemals gelesen und folglich überflüssig“ ist.13 Es fragt sich aber,
welche Bücher gelesen werden; hier warten wir auf die Vorstellungen der
Studierenden – denn immerhin ist es ja auch ihre Bibliothek.
In einem dritten Workshop können die Studierenden sich zusammen
mit einem Rechtslehrer, der aber auch im ITDZ gearbeitet hat, Gedanken
über den sinnvollen Einsatz der IT und den Ausbau der IT-Infrastruktur
unter dem Aspekt des blended learning machen.
Noch konkreter wird es dann im Workshop „Wissenschaftliches Arbeiten und Formulieren“. Hier geht es um die Darstellung des wissenschaftlichen Handwerkszeugs und um den Prozess der wissenschaftsadäquaten Formulierung der Ergebnisse – einschließlich der Überwindung von
Schreibhemmungen.
In dem Workshop „Vollzeitstudium“14 wollen wir uns u.a. damit beschäftigen, wie die Hochschule darauf reagieren soll, dass ein Großteil der
Studierenden neben dem Studium „jobt“ – ganz allgemein geht es hier um
das Thema des Teilzeitstudiums, das wir aber alleine nicht lösen können.
Selbständig allerdings können wir in den nicht-beamteten (oder neuerdings
auch: den nicht-dualen) Studiengängen vermehrt Blockveranstaltungen
oder Classrooms anbieten, und so die Lehrveranstaltungen zu bestimmte
Tageszeiten durchführen, damit die Studierenden, die sich ihr Studium
durch Jobs finanzieren müssen – und das sind statistisch auch von unseren
nicht-beamteten Studierenden über 60%15 – zu bestimmten Tageszeiten
studieren bzw. arbeiten können.
Ich habe schon darauf hingewiesen, dass die Steigerungen von Quantität und Qualität in der Lehre ihren Preis haben. Aber es gibt auch Verbesserungen, die fast kostenneutral sind. Hierzu gehört etwa, dass wir zugunsten der Studierenden das Zeitfenster mehr öffnen als wir dies bisher
getan haben. Diese folgenden beiden Grafiken mögen verdeutlichen, worum es geht:
12
13
14
15
12
Uwe Jochum, Fn. 4, S. 136.
Uwe Jochum, Fn. 4, S. 199.
Dazu, dass allerdings schon das Vollzeit-Studium-System auf Dauer nicht mehr den Kern
des akademischen Studiums ausmachen wird, siehe DAADLetter 2/08, 14: Abschied vom
Vollzeit-Studenten.
Studentenwerk Berlin (Hrsg.), Die wirtschaftliche und soziale Lage der Studierenden in
Berlin 2006, 2008, S. 41: „Nahezu zwei Drittel der Berliner Studierenden finanzieren einen
Teil des notwendigen Lebensunterhalts durch den eigenen Verdienst“.
Die erste Grafik zeigt nicht nur, wann die Studierenden die LV besuchen, sondern implizit auch, wann die Hochschule entsprechende LV anbietet.
Die zweite Grafik zeigt für die Mon- und Freitage unser Angebot.
Hier sind – ohne dass dies zusätzliche Kosten verursacht – im Interesse
der Studierenden durchaus noch Optimierungen möglich:
Fr
Mo
35%
48%
52%
65%
belegt
frei
belegt
frei
Der Workshop „Soziales Engagement“ soll sich u.a. mit der Frage beschäftigen, ob und in welchem Umfang soziales Engagement in bestimmten hochschulrelevanten Bereichen oder gar entsprechenden Lehrveranstaltungen mit „Social-Creditpoints“ belohnt werden soll.
Dankeschön und Hoffnung
Ich möchte diesen Beitrag nicht beenden, ohne den HochschullehrerInnen
und MitarbeiterInnen aus der Verwaltung, die sich bei der Vorbereitung
und der Durchführung dieses Hochschultages erheblich engagiert haben,
herzlich zu danken.
13
Wir können noch so gute und hilfreiche Organisationsstrukturen aufbauen, der Staat könnte uns noch soviel Geld zur Verfügung stellen, „Gute
Lehre“ ist nicht in erster Linie das Resultat von Organisationsstrukturen
und ausreichenden Geldströmen, sondern sie ist das Produkt von Lehrenden und Lernenden mit
• Neugier
• Begeisterung
• Mut
• Respekt
Ich hoffe, dass der Hochschultag dazu beiträgt, diese Eigenschaften zu
optimieren.
14
DIE VERLEIHUNG DES „GUTE LEHRE“ PREISES DES FACHBEREICHS 1
Irmela Gorges
Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Hochschultags der Guten Lehre!
Zu Beginn des Sommersemesters 2008 lobte der Rektor für jeden der
drei Fachbereiche der FHVR einen Gute-Lehre-Preis aus, den jeder Fachbereich nach seinen Vorstellungen an herausragende Leistungen in der
Lehre vergeben sollte.
Der Fachbereich 1, Allgemeine Verwaltung, hat sich entschlossen, den
Preis an die Dozentin oder den Dozenten zu vergeben, die oder der hierfür
von den Studierenden nominiert würde. Studierende aller Studiengänge
konnten nominieren und die Lehrenden eines Studiengang des Fachbereichs, gleichgültig ob ProfessorInnen oder Lehrbeauftragte, konnten nominiert werden. Es konnten auch Selbstanzeigen von Lehrenden abgegeben werden. Eine kleine Jury wurde gebildet, zu der der mir nachfolgende
Redner, Herr Boris Sucker, Student im Diplom-Studiengang Öffentliche
Verwaltungswirtschaft, sowie die Qualitäts- und Evaluationsbeauftragte
der FHVR, Frau Simone Will, und ich gehörten. Wir besprachen zunächst
die Kriterien, die zu einer Nominierung führen könnten und riefen dann
alle Studierenden und Lehrenden des Fachbereichs dazu auf, die beste Dozentin oder den besten Dozenten bis zu einem bestimmten Stichtag anhand
eines kleinen Formulars zu benennen, auf dem die Gründe für die Nominierung angegeben werden sollten.
Am Stichtag, dem 1. Juni 2008, lagen uns 19 Nominierungen vor, die
von insgesamt 40 Studierenden unterstützt wurden. Es gab auch eine
Selbstnominierung. Nach einer längeren Begutachtung jedes einzelnen Antrags schälten sich vier, von der Jury in die engere Wahl einbezogenen
KandidatInnenen heraus. Eine/n dieser vier KandidatInnen haben wir dann,
allerdings nicht ohne längeres Abwägen aller Gründe, die für jeden und jede dieser Kandidaten sprachen, einstimmig für die Verleihung des Preises
vorgeschlagen.
Wir danken allen Studierenden, die uns Vorschläge für den Gute-LehrePreis am Fachbereich 1, Allgemeine Verwaltung, eingereicht haben. Wir
waren angenehm überrascht, wie engagiert einige Vorschlagende sich für
15
ihre Kandidatin oder ihren Kandidaten eingesetzt haben. Nicht, dass wir
nicht schon wussten, auch gute Lehrende unter uns zu haben. Das Engagement der Studierenden für, nach ihrer Auffassung, preiswürdige Lehre
zeigt auch, dass sie Preise denen gönnen, von denen sie Bewertungen erhalten, die nicht immer erfreulich ausfallen und mit Arbeit und Ängsten
verbunden sind. Ich möchte daher meinen ganz besonderen Dank denjenigen sagen, die sich die Mühe gemacht haben, ihren Vorschlag ausführlich
zu begründen und bei uns einzureichen.
Unter den Nominierten befindet sich, dies müssen wir selbstkritisch
sagen, kein Professor und keine Professorin des Fachbereichs 1. Vorgeschlagen wurden dagegen Dozenten, die unserem Mittelbau zugeordnet
werden. Zu den Nominierten gehören auch am Fachbereich 1 Lehrende,
die an einer anderen Hochschule eine Professur inne haben. Die weiteren
Vorgeschlagenen sind Lehrbeauftragte, die hauptberuflich in der Praxis tätig sind.
Ich sprach von vier Lehrenden, auf die sich die Aufmerksamkeit der Jury konzentriert hat. Die Jury meint, diese vier sollten als herausragende
Lehrende an unserem Fachbereich genannt werden, auch wenn drei von
ihnen den Preis nicht erhalten. Zu den herausragenden Lehrenden, die von
Studierenden nominiert wurden, die wir aber schweren Herzens nicht mit
dem Preis ehren, gehören der alphabetischen Reihenfolge nach:
Herr Andreas Mahn, Lehrkraft auf Zeit, eigentlich dem FB 3 zugeordnet, aber sehr engagiert dem Studiengang Verwaltungsinformatik (VI) des
FB1 verbunden und von Studierenden dieses Studiengangs kam auch seine
Nominierung. Weiterhin Frau Dr. Christina Schäfer, hauptamtlich ist sie
Professorin an der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft (FHTW)
Berlin für Controlling, Finanzmanagement, Öffentliches Rechnungswesen
und Produktionsmanagement. Sie lehrt am Fachbereich 1 der FHVR im
gemeinsam von der FHTW und der FHVR durchgeführten Studiengang
Public Management (PuMa), von dessen Studierenden sie für den Preis
vorgeschlagen wurde. Die Dritte, in die engere Wahl der Jury für den
Lehrpreis einbezogene, ist Frau Dr. Sandra Wagner, Referentin für Berufs- und Studienordnung im Referat berufliche Bildung im Arbeitsministerium des Landes Brandenburg und Lehrbeauftragte für Soziologie an der
FHVR ebenfalls im Studiengang Public Management.
Nach welchen Kriterien hat die Jury nun unter den Nominierten die
Person ausgewählt, die den Preis erhalten soll? Der Preisträger oder die
Preisträgerin für den Gute-Lehre-Preis sollte nicht nur bestätigen, dass die
selbstverständlichen Anforderungen, die an Lehrende gestellt werden, erfüllt würden, d.h. gut vorbereitet in das Seminar zu gehen, die vorhandenen Medien einzusetzen, alle Prüfungsformen anzubieten, mit den Studierenden die aufkommenden Fragen zu diskutieren und für weitere Fragen
16
zur Verfügung zu stehen. Diese Voraussetzungen erfüllten die Vorgeschlagenen fast ausnahmslos. Darüber hinaus aber ging es vor allem um das
Einsetzen bzw. den besonders guten Einsatz neuer Lehrmethoden. Von den
Vorschlagenden sollte dargestellt werden, inwieweit die Lehre des oder der
Vorgeschlagenen neue Themen und innovative Lehrmethoden beinhalteten, die neuen Medien kompetent eingesetzt und deren vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten ausgenutzt, die Kritik- und Urteilsfähigkeit der
Studierenden gestärkt und die Erarbeitung eigener Problemlösungswege
unterstützt würden. Es wurde nach der Überprüfung der Qualität der Lehre
und nach neuen Prüfungsmethoden durch die Lehrenden gefragt. Schließlich wurden die Vorschlagenden noch gebeten anzugeben, ob in erkennbarer Weise die für den Preis vorgeschlagenen Lehrenden hochschuldidaktische Weiterbildung in Anspruch genommen oder in ganz besondere Weise
die Studierenden über die Lehrveranstaltung hinaus betreut oder in ihre
Forschungen mit einbezogen hätten.
Diese Kriterien hat nun eine der Lehrenden, eine Lehrbeauftragte, nach
Meinung der Studierenden und der Jury besonders erfüllt.
Die Preisträgerin hat eine außerordentlich gute Bewertung für Ihre Lehre im Wintersemester 2007/08 und im Sommersemester 2008 im Diplomstudiengang Öffentliche Verwaltungswirtschaft (ÖVW) im Fokus
Recht E-Government erhalten. Sie hat sich, wie in dem Vorschlag ausgeführt, „entsprechend der Fokus-Konzentrierung auf das E-Learning bezogen und die Veranstaltung weit über das übliche Maß auf dessen Anwendung ausgerichtet“. Diese Anwendungsorientierung bezog sie vor allem
auf das hochschulinterne System CLIX, bei dem sie, nach dem Eindruck
der Studierenden, „bisher ungenutzte Kapazitäten“ entdeckte und diese,
„wenngleich hierfür intensive Recherchen beim H(ochschul)R(echen)
Z(entrum) angestellt werden mussten“ in ihrer Lehre eingesetzt hat. Sie
entwickelte zusätzlich mit Hilfe von CLIX eine Konzeption für neue Prüfungsformen, die sie auch umgesetzt hat und die von anderen Lehrenden
übernommen werden könnten. Besonders wird auch hervorgehoben, dass
die Dozentin, wie wohl keine andere Lehrende oder kein anderer Lehrender in diesem Studiengang, CLIX als interne, auf die Lehrveranstaltung
bezogene Evaluierungsfunktion eingesetzt habe, und dass sie „die Resultate dazu (ge)nutzt (habe), um auf Wünsche und Bedürfnisse der LehrveranstaltungsteilnehmerInnen einzugehen.“ Die Studierenden seien in diese
Entwicklungen von CLIX mit einbezogen worden, ihre Interessen seien
aufgenommen und an aktuellen Themen seien neue Fragestellungen entwickelt worden. Dass sich die Dozentin auch nach der Lehrveranstaltung mit
den Studierenden per Mail auseinander setzte und für „die Beantwortung
von Fragen selbst noch umfassende Recherchen“ angestellt hat, ist ebenfalls nicht selbstverständlich.
17
Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Hochschultags für GuteLehre, ich möchte Ihnen nun endlich den Namen unserer Preisträgerin
nennen. Den mit 1000 Euro dotierten Preis des Fachbereichs Allgemeine
Verwaltung der FHVR Berlin für Gute-Lehre des Jahres 2008 erhält Frau
Dr. jur. Julia Platter. Liebe Frau Platter, ich darf Ihnen dazu herzlich gratulieren.
Frau Dr. Platter ist seit April 2004 Referentin im parlamentarischen Beratungsdienst des Landtags Brandenburg, zuvor war sie Verwaltungsangestellte im Dekanat des Fachbereichs Rechtswissenschaften an der Freien
Universität Berlin und von 1997 bis 2005 dort auch wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Staatslehre, Staatsrecht und Verwaltungsrecht.
Sie hat Lehraufträge an der FU Berlin sowie an der Verwaltungsakademie
hier in unserem Hause übernommen. 2003 hat sie ihre Dissertation an der
FU zum Thema „Parlamentarische Untersuchungsausschüsse vor dem Verfassungsgericht“ abgeschlossen und erhielt hierfür, überreicht durch den
Präsidenten des Thüringer Landtags, den „Förderpreis des Thüringer Landtages für Arbeiten zur parlamentarischen Demokratie“.
Sie ist Volljuristin, das erste juristische Staatsexamen hat sie 1993 in
Düsseldorf nach dem Studium an der Albrecht Ludwigs-Universität im
Breisgau und an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn,
das zweite Staatsexamen 1997 in Potsdam abgelegt. Schon 1990 hat sie als
studentische Teilnehmerin am internationalen „Philip C. Jessup-Moot
Court“ am Institut für Völkerrecht der Universität Bonn einen Preis für die
beste schriftliche Ausarbeitung eines, auf unsere Diktion übertragen,
„Planspiels“ bekommen. Noch vor Beginn ihres Studiums ging sie 1987
als Au pair Mädchen für einen Sommer nach Kanada.
Frau Dr. Platter hat Publikationen zu Themen geliefert, die im weiteren
Sinne zu den Gründen für ihre Wahl als heutige Preisträgerin führten. So
hat sie 2008 in der Verwaltungsrundschau einen Artikel zu „Rechtsfragen
des E-Governments“ und eine online-Publikation zur „Gestaltungen von
rechtswissenschaftlichen Lehrveranstaltungen mit ActiVote“ vorgelegt,
aber auch Aufsätze zu Fragen des „türkischen Verfassungsgerichtshofs“,
über „Frauenrechte“, zum „Bürgerentscheid in den Berliner Bezirken“ und
zu weiteren Themen publiziert.
Frau Dr. Platter ist verheiratet und hat ein Kind.
Liebe Kommilitoninnen, liebe Lehrende, ich meine, wir haben eine
würdige Preisträgerin für den Gute-Lehre-Preis 2008 ausgewählt.
Frau Dr. Platter wird uns gleich noch verraten, wie sie es aus ihrer Sicht
geschafft hat, die Studierenden zu überzeugen, ihr den Preis zuzugestehen.
Zuvor möchte ich jedoch Herrn Boris Sucker, der als studentisches Mitglied eine gewichtige Stimme in der Jury hatte, das Wort überlassen.
18
VERLEIHUNG DES „GUTE LEHRE“ PREISES DES FACHBEREICHS 1
Boris Sucker, Student der ÖVW
Sehr geehrter Herr Prümm, sehr geehrte Frau Gorges, liebe Kommilitoninnen und Kommilitonen!
Auch ich habe heute, in meiner Funktion als studentischer Vertreter in
der Preisjury, die Gelegenheit meine Gedanken zu dem was gute Lehre
ausmacht zu äußern.
Zu erst möchte ich jedoch die Ernsthaftigkeit herausstellen mit der die
Meinungen und Gedanken der Studenten während der Jurysitzungen berücksichtigt wurden. Es war in allen Phasen der Entscheidungsfindung ein
fast schon kollegiales Verhältnis. Ich fühlte mich als gleichberechtigter
Partner. Hier wurde es deutlich, dass dies vor allem ein Preis von den Studenten für ihr Lehrpersonal ist. Dies sollte auch in Zukunft in der Mitte der
Auswahlentscheidungen stehen. Besonders zeigte sich die studentische
Ausrichtung des Preises an dem, in der Konzeption der Preisvergabegrundsätze festgelegtem Vetorecht für den studentischen Vertreter. Umso erfreulicher ist es jedoch, dass davon kein Gebrauch gemacht werden musste
und wie es heute schon angesprochen wurde, es zu einem einstimmigen
Ergebnis kam.
Was macht aber nun eine Gute Lehre aus Sicht der Studenten aus? Hier
am Fachbereich 1 der FHVR studieren ca. 1000 Studenten. Es ist für mich
natürlich schwierig, ein einheitliches Bild davon aufzuzeigen. Ich kann vor
allem aus meinen Erfahrungen in den bisherigen 7 Semestern als einzelner
Student und aus den bisherigen Erfahrungen im gemeinsamen Studieren
und dem Erleben des Studentenlebens mit meinen Kommilitoninnen und
Kommilitonen schöpfen.
Das vornehmende Ziel eines Studenten ist wohl der erfolgreiche Abschluss des Studiums. Hiernach richtet er seine Anstrengungen und Bemühungen aus. Doch das Studium sollte und soll vielmehr sein. Es soll zu einem berufsqualifizierenden Abschluss führen und somit die gesamte Facette des zukünftigen Berufsbildes vermitteln. Für einen Studenten ist es
wichtig die neue Art des Lernens und des wissenschaftlichen Arbeitens, im
Gegensatz zur Schule, aufgezeigt zu bekommen. Ich denke die Zeiten in
denen Dozenten eine Vorlesung wortwörtlich begriffen und nur aus ihrem
19
eigenen Buch vorlasen sind lange vorbei. Vielmehr gilt es gerade durch
den Einsatz moderner Lehrmittel das Wissen den Studenten näher zu bringen und die Zusammenhänge aufzuzeigen. Zugegeben ist dies für einen
Dozenten umso schwerer je „trockener“, also theoretischer und abstrakter
sein Stoff ist. Gerade in juristischen Fächern ist dies oft der Fall und diese
stellen nun mal den Hauptanteil der Lehrinhalte am FB 1 dar. In den letzten Semestern habe ich oft Diskussionen über die eigenwillige Art der
Veranstaltung miterlebt, ohne dass über den Inhalt der Veranstaltung diskutiert wurde. Das ist schade; nicht nur um die Zeit. Umso wichtiger ist es
hier mit modernen Medien, methodischen Spielen und didaktischem Geschick die Studenten zu motivieren, zu begeistern. Mir ist bewusst, dass
dies von den Dozenten eine Menge Arbeit, Zeit und auch Selbstdisziplin
erfordert.
Dabei gilt es nicht nur eine Vorlesung durchzuführen, sondern auch
vorzubereiten und im Anschluss auszuwerten. Die eigene Auswertung bedeutet, selbstkritisch sich und die eigene Methodik und Didaktik zu beleuchten. Seine eigene Lehrweise zu hinterfragen und Antworten z.B. darauf zu finden warum heute nur wieder drei von angemeldeten dreißig Studenten anwesend waren. Liegt es an Überscheidungen mit anderen Veranstaltungen oder an dem schönen Sommer oder doch an der eigenen Art und
Weise Wissen zu vermitteln. Die heutige Preisträgerin brauchte sich diese
Frage nicht zustellen. Dennoch hat sie um Einschätzungen ihrer Studenten
gebeten und eine Bestätigung ihrer Lehrweise erhalten.
Des Weiteren gehört zu Guter Lehre aus studentischer Sicht aber auch
die angemessene Prüfungstätigkeit. Angemessen heißt natürlich nicht nur
gute Noten zu vergeben, aber auch nicht die sture Anwendung der
Gauß´schen Normalverteilungskurve. Vielmehr gehört dazu der richtige
Prüfungsstoff, verständliche Prüfungsfragen und eine angemessene Prüfungssituation.
Zum Schluss einer Guten Lehre gehört auch die Beratung. Hierbei geht
es um Hilfestellung für Prüfungsmöglichkeiten, für fachliche Eingrenzungen oder aber auch die von den Dozenten gestellten Erwartungen. Dies
könnte als eine akademische Fürsorgepflicht über die reine fachliche Wissensvermittlung hinaus bezeichnet werden.
Dies alles ist jedoch nur mit einer entsprechenden Kommunikation
möglich. Eine so genannte Feedbackkultur zu etablieren ist eine Möglichkeit. Die Evaluation spielt dabei eine wichtige Rolle. Sei sie selbst initiiert
oder aber wie hier an der FHVR, durch die Hochschule durchgeführt.
Wichtig sind hierbei die Stetigkeit der Durchführung und die daraus notwendigen Konsequenzen für die Zukunft wenn es z.B. um die erneute
Vergabe von Lehraufträgen oder aber die Ausstattung mit Lehrmitteln
geht.
20
Zusammenfassend lässt sich Gute Lehre vielleicht durch die ehrliche
Begeisterung an der Lehre beschreiben, immer wieder neue Wege zu suchen, sich neuer Methoden anzunehmen und eine Lehrtätigkeit nicht nur
als einen notwendigen Abschnitt für eine vollständige Vita zu sehen.
Ich danke ihnen für die Aufmerksamkeit.
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DAS REZEPT GUTER LEHRE - EINE GANZ
PERSÖNLICHE BETRACHTUNG ANLÄSSLICH DER PREISVERLEIHUNG FÜR GUTE
LEHRE AN DER FHVR AM TAG DER HOCHSCHULLEHRE
Julia Platter
Gute Lehre zu bieten, dass möchte sicherlich jeder Dozent – bloß – wie erreicht man dies, eine Frage, die sicher auch die meisten Dozenten vor,
während und nach jeder Lehrveranstaltung in der einen oder anderen Form
jeweils immer wieder stellen. Mich selbst begleitet diese Frage ebenfalls
schon, so lange ich – in ganz verschiedenen Zusammenhängen - lehre, ohne das ich bisher ein – wenigstens für mich selbst – allgemeingültige Antworten gefunden hätte. Wie so viele in der Hochschullehre Tätige war ich
zu Beginn didaktische Dilettantin und im Laufe der Zeit hauptsächlich
„Autodidaktin“, die sich sozusagen von Liane zu Liane der didaktischen
Vermutungen und Erkenntnisse durch den Dschungel der Didaktik
schwingt.
Die erste Liane, die ich, um im Bild zu bleiben, ergriff, war die Vermutung, dass man vor allem Dingen in dem unterrichteten Fach zunächst
einmal herausragende, wenigstens aber überlegene Kenntnisse besitzen
müsse, um unterrichten zu können. Wer diese aber besitzt, lehrt sozusagen
automatisch gut. Eine Vorstellung die sich bald als in dieser Form unzutreffend herausstellte. Selbstverständlich sind fundierte Fachkenntnisse die
Grundlage einer guten Lehre. Doch garantieren sie sie für sich genommen
noch nicht. Denn das der Dozent sein Fach versteht, ist eigentlich eine
Selbstverständlichkeit, wenn auch eine „selbstverständlich“ hart erarbeitete. Im schlechtesten Fall lernen dann eben die „Belehrten“ eben nicht
mehr, als das der Dozent offenbar den Stoff gut beherrscht und ihnen an
Wissen weit voraus ist – eine insgesamt nicht motivierende Erfahrung.
So geht es also nicht allein. Mit was kommt, oder vielmehr hangelt man
sich dann weiter? Die nächste Liane auf dem Weg der Erfahrungen war die
Überlegung, dass Studierende wahrscheinlich dann viel besser den Stoff
erfassen können, wenn sie sehr viele oder jedenfalls Begleitmaterialien und
Unterlagen erhalten. Eine solche Einstellung fordert zunächst einmal sehr
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viel Arbeit vom Dozenten, allerdings macht sich der Dozent zugleich bei
den Studierenden sehr beliebt. Denn was man schwarz auf weiß hat, können die Studierenden erst einmal nach Hause tragen und dort abheften.
Bald stieß ich jedoch auch hier an gewisse Grenzen. Vom Ordner schleichen sich die klüglich schriftlich fixierte Inhalte schließlich nicht automatisch in die Gehirne der Belehrten. Überdies befinden sich die ungefähr
gleichen Inhalte oft in ähnlicher Form oder sogar noch besser aufbereitet in
jeder guten Hochschulbibliothek. Jedenfalls gilt dies für das Fach Rechtswissenschaft, in dem mittlerweile eine Überfülle an Übersichten, Schemata, Fällesammlungen existiert. Eine gewisse Enttäuschung, diesmal auf
der Seite der Dozentin, stellte sich auch hier ein. Eher Anekdotisch bleibt
noch zu berichten, dass so manchen Tippfehler in meinen Materialien jahrelang von den Studierenden nicht kommentiert wurde, also vielleicht auch
unbemerkt, weil er ungelesen blieb…
Jedoch besitze ich selbst jedenfalls als Dozentin sicherlich noch Verbesserungspotential, was die „setting“ meiner Lehrveranstaltung betrifft.
Muss es denn immer die altbekannte Veranstaltung im Vorlesungsstil sein
(Die Dozentin spricht, fragt manchmal etwas und die Studierenden hören
mehr oder weniger aufmerksam zu, beteiligen sich im besten Falle auch
einmal durch eigene Fragen und Antworten auf Fragen der Dozentin). Ja,
sicher, solche Formen von Lehrveranstaltungen gibt es, Gruppenarbeit,
strukturiertes Selbststudium und noch vieles mehr. Aber es ist schwer, solche Formen zu selbst zu lernen und dann den Mut und die Energie zu finden, solche „neuen Methoden“ auch einmal anzuwenden. Nicht zuletzt
muss der Dozent zunächst die Studierenden überzeugen, das sie auf diese
Weise auch „was lernen“, jedenfalls für die Klausur. Möglicherweise funktioniert ein theoretisch so einleuchtendes Konzept auch nicht gleich in der
„ersten Runde“. An dieser Liane muss man sozusagen „lange schwingen“,
damit Dozent und Studierende auf einen „grünen Zweig“ kommen.
Eine ganz neue, starke Liane scheint hier das e-learning zu sein. Können nicht mit Hilfe der modernen digitalen Technik auf eine ganze neue
Weise Inhalte vermittelt werden? Auch die FHVR hat schließlich große
Anstrengungen unternommen, um die erforderliche Technik zunächst einmal zur Verfügung zu stellen. Tatsächlich nützen gerade diese kommunikativen Möglichkeiten mir als externer Dozentin sehr viel, vor allen Dingen, was die Veranstaltungsorganisation betrifft. Probleme, wie rechtzeitige „Vervielfältigung“ von Material, die schnelle Information zwischen
den Präsenz-Lehrveranstaltung – all das ist nunmehr kein Problem mehr.
Die Inhalte und die eigentliche Interaktion zwischen Lehrenden und Studierenden werden durch den neuen Kommunikationskanal indes nicht per
se auf ein neues Qualitätsniveau gehoben. Die Technik bietet nur eine neue
Plattform. Die Inhalte müssen und Dozent und Studierende weiterhin
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selbst entwickeln und vor allen Dingen strukturieren. Immerhin, vielleicht
macht das auf der neuen technischen Plattform einfach schon einmal mehr
Spaß, weil jemand einfach gerne mit Technik umgeht.
Wenn also alle diese „Lianen“, um dieses Bild nun ein letztes Mal zu
strapazieren, auch immer wieder einmal durchhängen, ist gute Lehre dann
überhaupt möglich?
Meine eigenen Schlussfolgerungen lauten dergestalt, dass gute Lehre
von allen diesen oben beschriebenen Umständen in gewisser Hinsicht abhängig sind, aber im mindestens gleichem Masse von solchen zwischenmenschlichen Faktoren, gegenseitiger Wertschätzung und Respekt, Aufgeschlossenheit, Geduld und Neugier auf diejenigen Menschen, die einem
gegenübertreten. Wahrscheinlich hatte Galileo Galilei Recht, wenn vermutete, dass man niemanden etwas Bestimmtes lehren kann, sondern ihm
nur beibringen, es selbst zu entdecken.
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WORKSHOPS ZUR „GUTEN LEHRE“
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DIE VERBESSERUNG DER RAHMENBEDINGUNGEN FÜR GUTE LEHRE AN
FACHHOCHSCHULEN ALS HOCHSCHULPOLITISCHE HERAUSFORDERUNG
Olaf Winkel
1
Einführung und Problemstellung
Eine hochwertige Lehre setzt nicht nur bei allen Beteiligten guten Willen
und Engagement voraus, sie ist auch von geeigneten personellen, infrastrukturellen und finanziellen Bedingungen abhängig, deren Gestaltung
nicht in der Hand der Hochschule, sondern der Politik liegt. Die Binsenweisheit, dass Qualitätsprobleme programmiert sind, wo strukturelle Voraussetzungen und Rahmenbedingungen nicht stimmen, lässt die Hochschulpolitik im Falle der Fachhochschulen aber schon seit geraumer Zeit
außer acht. Unter dem Vorwand, sie gegenüber den Universitäten emanzipieren zu wollen, wurden den Fachhochschulen neue Aufgaben zugewiesen, ohne dies mit ausreichenden Mitteltransfers zu verbinden. Aus diesem
Grund haben sich die Arbeitsbedingungen an diesen Einrichtungen und
damit auch deren Leistungsvermögen in den letzten Jahren verschlechtert.
Vor besonders großen Schwierigkeiten stehen Hochschulen und Fachbereiche, die sich gegenüber den Vorgaben einer auf den Bolognaprozess
ausgerichteten Hochschulpolitik besonders aufgeschlossen gezeigt und
sich durch die Einrichtung einer hohen Zahl innovativer Bachelor- und
Masterstudiengänge hervorgetan haben. Die Lehrkörper und Verwaltungen
dieser Einrichtungen müssen derzeit kämpfen, um die neuen Studienangebote auf dem gewohnt hohen Qualitätsniveau bereitzustellen, sie gleichzeitig von den unvermeidlichen Kinderkrankheiten zu befreien, und dies
auch noch in einer Weise zu tun, die ein detailverliebtes und überbürokratisiertes Akkreditierungswesen und daneben auch Studierende und potentielle Arbeitgeber von Absolventen zufriedenstellt.
Eine besonders große Herausforderung für die Hochschullehrerinnen
und Hochschullehrer besteht dabei in der Aufrechterhaltung eines Mindestmaßes an Forschung, ohne die eine aktuelle Lehre undenkbar ist. Studierende sehen sich als Versuchskaninchen, die für Fehler in den in rasantem Tempo entwickelten neuen Studiengängen den Kopf hinhalten müssen. Sie fühlen sich nicht nur von den überlasteten Professorinnen und Pro29
fessoren vernachlässigt, sondern beschweren sich auch über die Hochschulverwaltung, welche als zu wenig serviceorientiert und zu wenig aufgeschlossen gegenüber den Problemen zunehmend gestresster Studierender
kritisiert wird. Dabei ist die Arbeitsbelastung für große Teile der Hochschulverwaltung aber ebenso emporgeschnellt wie für große Teile der Professorenschaft. Man denke hier nur an die Prüfungsämter, wo inzwischen
ungleich mehr Studiengänge betreut, ungleich mehr Abschlussprüfungen
organisiert und ungleich mehr studienbegleitende Prüfungen unterstützt
und in ihren Ergebnissen dokumentiert werden müssen, ohne dass dort in
nennenswertem Umfang neue Stellen geschaffen worden wären.
Die Probleme innovativer Hochschulen und Fachbereiche können sich
noch verschärfen und vielleicht sogar krisenartige Ausmaße annehmen,
wenn sich Studierende, Hochschullehrer und Verwaltungsmitarbeiter
wechselseitig für Miseren und Fehlentwicklungen verantwortlich machen,
die bei genauerer Betrachtung gar nicht endogen, sondern primär exogen
ausgelöst worden sind. Eine rationale Reaktion sieht allemal anders aus.
Heute kommt es darauf an, die Kräfte zu bündeln, um nicht nur im Alltagsgeschäft zu überleben, sondern auch gegenüber Öffentlichkeit und Politik auf Fehlentwicklungen hinzuweisen und Gegenmaßnahmen in der
Form von strukturellen Innovationen einzufordern.
Vor diesem Hintergrund gilt es, aus der Perspektive der einzelnen
Fachhochschule drei miteinander verbundene Fragenkomplexe zu diskutieren:
─
Problemfelder: Wo ist die Veränderung von Voraussetzungen und Rahmenbedingungen erforderlich, um die Qualität der Lehre dauerhaft zu
sichern?
─
Innovationsbedarf: Wie können geeignete Veränderungen aussehen?
─
Politische Einwirkungsmöglichkeiten: Wo kann man ansetzen, um die
Politik auf den Handlungsbedarf hinzuweisen und Verbesserungen zu
erreichen?
In den folgenden Kapiteln werden Überlegungen zu den aufgeführten
Punkten angestellt. Diese sollen keineswegs den Charakter von abschließenden Betrachtungen und erst recht nicht von Schlussfolgerungen oder
Empfehlungen haben. Im Gegenteil, das Ziel der Darstellungen besteht lediglich darin, eine grobe Richtung zu weisen und Denkanstöße zu liefern,
die vielleicht eine fruchtbare Diskussion anstoßen können. Aus diesem
Grund wird hier nicht mit Thesen gearbeitet, sondern lediglich zu jedem
der ineinander verwobenen drei Themenkreise ein Katalog von Fragen
formuliert.
30
2
Problemfelder
Um Probleme in einzelnen Fächern und Studiengängen zu konkretisieren,
können folgende Fragen erkenntnisleitend sein:
─
Wo finden sich Fächer oder Studiengänge, die zunehmend Schwierigkeiten haben, eine hochwertige Lehre sicherzustellen, so dass der Handlungsbedarf dort besonders groß ist?
─
Wo finden sich Fächer oder Studiengänge, in denen auch heute eine
hochwertige Lehre noch problemlos möglich ist?
Zur Ermittlung von Herausforderungen und Defiziten, die jenseits einzelner Fächer und Studiengänge angesiedelt sind, bietet es sich an, an folgenden Punkten anzusetzen:
─
Wie beurteilen Studierende ihre Perspektiven im Unterschied zu Universitätsabsolventen?
─
Wie gehen Studierende, Lehrkräfte und Verwaltungsmitarbeiter mit
dem steigenden Prüfungsaufkommen um?
─
Wie beurteilen Betroffene und Beteiligte die Ausstattung mit finanziellen und personellen Ressourcen? Wo wirken sich Engpässe besonders
schädlich aus?
─
Wie stellen sich die Erfahrungen der Lehrkräfte mit dem Akkreditierungswesen dar? Wird das System den Anforderungen gerecht oder
stehen Aufwand und Ertrag in einem Missverhältnis?
─
Woran liegt es, dass die Mobilität der Studierenden trotz des Bolognaprozesses, der auf die Schaffung eines gemeinsamen europäischen
Hochschulraums abzielt, nicht gestiegen, sondern gesunken ist?
3
Innovationsbedarf
Bei der Suche nach Hinweisen darauf, wie geeignete Veränderungen aussehen könnten, kann die Berücksichtigung folgender Aspekte hilfreich
sein:
─
Ist angesichts der Tatsache, dass Fachhochschulen und Universitäten
inzwischen in denselben Märkten aktiv sind, eine Mittelverteilung dauerhaft vertretbar, die Fachhochschulen pro Studienplatz durchschnittlich 4.300 Euro jährlich bereitstellt, während Universitäten dafür durchschnittlich 7.400 Euro erhalten? Wie sieht die Mittelausstattung für eine
Fachhochschule aus, die sich an deren Aufgabenvolumen orientiert?
─
In welchen Fächern und Studiengängen wirken sich Regellehrdeputate
von achtzehn Semesterwochenstunden, wie sie an deutschen Fachhochschulen üblich sind, besonders schädlich aus?
─
In welchen Fächern und Studiengängen bedarf es zur Bewältigung des
aus dem Bolognaprozess erwachsenden zusätzlichen Lehr- und Prüfungsaufkommens einer Verstärkung des akademischen Mittelbaus?
31
─
─
─
─
─
─
4
Benötigen Fachhochschulen das Promotionsrecht, um ihren Masterabsolventen Perspektiven zu eröffnen?
Sind Raumausstattungen und sonstige Infrastrukturen ausreichend, um
gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden?
Wird mehr Spielraum zum Experimentieren benötigt, um Fachhochschulen die Möglichkeit zu geben, sich auf die mit dem Bolognaprozess
verbundenen Veränderungen einzustellen?
Wird eine gezielte Forschungsförderung auch im Fachhochschulbereich
erforderlich, nachdem die Exzellenzinitiative sich bislang exklusiv auf
Universitäten konzentriert hat.
Besteht Bedarf an einem Förderprogramm, das auf die Verbesserung
der Lehre abzielt?
Reichen die verfügbaren Instrumente wie Bafög und Studienkredite
aus, um Studierenden einen ausreichenden Lebensunterhalt zu ermöglichen und Studieninteressierten Hochschulzugang zu gewährleisten, oder gibt es in diesem Bereich Handlungsbedarf? Hier könnte etwa daran
gedacht werden, Fachhochschülern gleichberechtigten Zugang zu den
Mitteln der großen Studienstiftungen zu eröffnen oder sie angemessen
in ein umfassendes Stipendiensystem einzubinden, das in Deutschland
aber erst noch geschaffen werden müsste.
Politische Einwirkungsmöglichkeiten
Um auf Probleme des Hochschulwesens aufmerksam zu machen und politische Entscheidungsträger zum Handeln zu bewegen, kommen prinzipiell
folgende Wege in Betracht:
─
Herstellung von Medienöffentlichkeit
─
Durchführung geeigneter Pilotprojekte und Präsentation als Best Practise
─
Konfrontation politischer Entscheidungsträger mit Forderungen und Erklärungen von Studierenden und Lehrenden
─
Verstärkte und besser abgestimmte Überzeugungsarbeit in der Hochschulrektorenkonferenz sowie gegenüber Kultusministerkonferenz und
Wissenschaftsrat
─
Herstellung und Nutzung persönlicher Kontakte
─
Mobilisierung von Durchsetzungsmacht durch Vernetzung mit Gleichgesinnten.
Die Frage, ob sich hier Ansatzpunkte finden, um eine Strategie zur besseren Vertretung von Fachhochschulinteressen zu entwickeln, lässt sich
nicht pauschal beantworten, sondern ist im Einzelfall zu prüfen.
32
5
Schlussbetrachtung und Ausblick
Bislang kann von einer effektiven politischen Vertretung von Fachhochschulinteressen keine Rede sein. Im Gegenteil, die Rektoren und Präsidenten dieser Einrichtungen sehen sich in der Hochschulrektorenkonferenz, die als Forum für den gemeinsamen Meinungsbildungsprozess der
Hochschulen und als Stimme der Hochschulen gegenüber Politik und Öffentlichkeit fungieren soll, mit einer Mehrheit von Universitätsvertretern
konfrontiert, die den Ton angibt. Dies führt bisweilen zu bizarren Ergebnissen. So hat man sich in diesem Gremium in der Frage der Einrichtung
sogenannter Lehrprofessuren an Universitäten gegen Lehrdeputate von
mehr als vierzehn Semesterwochenstunden mit dem Argument ausgesprochen, dass Hochschullehrer bei einer höheren Lehrbelastung nicht in der
Lage seien, sich in ihrem Fachgebiet auf dem neuesten Stand zu halten,
ohne dabei die Belange von Fachhochschulen in den Blick zu nehmen, deren Lehrkräfte bekanntlich bis heute mit einer anachronistisch anmutenden
Lehrbelastung von achtzehn Stunden zu kämpfen haben. Gelegentlich begegnen auch politische Entscheidungsträger Fachhochschulvertretern und
ihren Forderungen mit einer gewissen Arroganz, die darin zum Ausdruck
kommt, dass sie sich hier im Unterschied zur Behandlung anderer Klientelgruppen nicht die Mühe machen, Einsparungsbestrebungen durch wissenschaftspolitische Rhetorik zu verbrämen.
Während Universitätsprofessorinnen und -professoren in vielen Fachbereichen eher zu einer kritischen Haltung gegenüber hochschulpolitischen
Projekten und Vorgaben neigen, verhalten sich die Kolleginnen und Kollegen an Fachhochschulen häufig auch dann noch kooperativ, wenn sie mit
einer Hochschulpolitik konfrontiert werden, die auf Belange ihrer Einrichtungen wenig Rücksicht nimmt und allseits ersichtlich von sachfremden Motiven wie wahltatktischen Erwägungen oder Einsparungsinteressen
bestimmt ist. Dass Hochschulpolitiker durchaus dazu tendieren, den Rückzug anzutreten, wenn sie auf entschiedenen Widerstand stoßen, zeigt das
Beispiel der von Beginn an gegen den Bolognaprozess opponierenden Universitätsjuristen. Diesen wird trotz offenkundiger Defizite in den Lehrangeboten bis heute das Recht zugestanden, ihre Fachbereiche zu reformfreien Zonen zu erklären, wobei sie dieses Privileg bei jeder sich bietenden
Gelegenheit nutzen, um den Bolognaprozess für gescheitert zu erklären.
Eine Kultur der Anpassung und Nachgiebigkeit gegenüber hochschulpolitischen Forderungen, selbst wenn diese den Charakter von Zumutungen annehmen, ist nicht nur im Lehrköper von Fachhochschulen, sondern
auch in deren Studierendenschaft verbreitet. Wer in den Medien Studentinnen und Studenten präsentiert bekommt, die gegen Studienbedingungen,
Studiengebühren oder als problematisch empfundene gesellschaftliche
Entwicklungen protestieren oder gar den Streik ausrufen, darf darauf wet33
ten, dass diese nicht an einer Fachhochschule, sondern an einer Universität
eingeschrieben sind. Zurückzuführen ist die Zurückhaltung der Fachhochschüler nicht etwa auf mangelnde Reflexionsfähigkeit oder fehlende Kritikbereitschaft, sondern wohl eher auf die dämpfende Wirkung des an
Fachhochschulen traditionell hohen Leistungsdrucks. Denn diese Einrichtungen haben zumeist schon lange vor dem Bolognaprozess allein aus einer entsprechenden kulturellen Orientierung heraus auf die Entwicklung
und Durchführung differenzierter Studienprogramme, auf eine intensive
Anleitung von Studierenden und auf ein dichtes Netz studienbegleitender
Prüfungen gesetzt.
Während der Deutsche Hochschulverband, welcher die Interessen der
deutschen Universitätsprofessoren vertritt, eine professionelle Öffentlichkeitsarbeit leistet, über vielfältige Kanäle zur Einwirkung auf das politische System verfügt und sich zudem immer wieder in der Lage erweist,
den Interessen seiner Angehörigen auf juristischem Wege Nachdruck zu
verleihen, ist es seinem Pendant im Fachhochschulbereich, dem Hochschullehrerbund, bislang noch nicht allzu oft gelungen, sich in der Öffentlichkeit vernehmbar zu Wort zu melden und Druck auf politische Entscheidungsträger auszuüben. Immerhin hat es diese Organisation aber
kürzlich geschafft, den Bund dazu zu bewegen, von der Benachteiligung
von Fachhochschulabsolventen gegenüber Universitätsabsolventen Abstand zu nehmen, wie sie von den Ländern flächendeckend praktiziert
wird. Die Diskriminierung besteht darin, dass die Länder einem Universitätsmaster die Befähigung für eine Laufbahn im höheren Dienst uneingeschränkt zuerkennen, während ein Fachhochschulmaster nur dann die Zulassung erhält, wenn zusätzliche Voraussetzungen erfüllt sind. Für erforderlich hält man dabei nicht nur eine entsprechende Feststellung in der
Akkreditierungsurkunde, sondern auch, dass die jeweils zuständige oberste
Dienstbehörde die Eignung der Ausbildung für den höheren Dienst explizit
anerkennt.
Bis zu einer effektiven Vertretung von Fachhochschulinteressen ist es
noch ein langer Weg. Dieser muss aber beschritten werden, denn in einem
einheitlichen Hochschulraum, in dem nach dem Willen des Wissenschaftsrates neue, innovative Hochschultypen jenseits der bestehenden Einteilung
in Universitäten und Fachhochschulen entstehen und miteinander in einen
intensiven Wettbewerb treten sollen, haben Fachhochschulen bei einer
Fortschreibung des Status Quo kaum eine Perspektive. Wenn es ihnen
nicht gelingt, sich Gehör und Respekt zu verschaffen, wird die Hochschulpolitik ihren Kurs fortsetzen, der die Fachhochschulen in eine Konkurrenzsituation zu den Universitäten manövriert, ohne ihnen die Mittel zuzugestehen, die zu deren Bewältigung benötigt werden. Eine verbesserte Vertretung von Fachhochschulinteressen dient nicht nur den dort Lernenden
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und Lehrenden, sondern dem Gemeinwohl, denn diese Einrichtungen haben sich seit ihrer Gründung in den sechziger Jahren nicht nur zu einem
konstituierenden Faktor des deutschen Bildungswesens, sondern auch zu
einem Ort der anwendungsorientierten Forschung entwickelt, den es zu
bewahren gilt.
Veröffentlichungen des Autors zur Hochschulpolitik
Winkel, Olaf: Fachhochschulen im Bolognaprozess ohne erkennbare Perspektive, in: Forschung und Lehre 2/2006, S. 82-84.
Ders.: Neues Steuerungsmodell für die Hochschulen?, in: Aus Politik und
Zeitgeschichte 48/2006, S. 28-31.
Ders.: Reputation der Fachhochschulen steht auf dem Spiel, in: Frankfurter
Rundschau vom 09.11.2006, S. 10.
Ders.: Bologna Zweiter Klasse, in: Die Zeit vom 24.05.2007, S. 78.
Ders.: Die deutsche Lesart des Bologna-Prozesses – Stand und Perspektiven, in: Gesellschaft, Wirtschaft, Politik 4/2007, S. 543-554.
Ders.: Ein alternatives Konzept zur Einführung von Teaching Points, in:
Die Neue Hochschule 1/2007, S. 12-14.
Ders.: Ganz auf Augenhöhe? Faire Wettbewerbsbedingungen für Fachhochschulen, in: Erziehung und Wissenschaft 10/2007, S. 34-35.
Ders.: Wettbewerb als Motor des Hochschulwesens?, in: Semester Journal
2/2007, S. 10-12.
35
36
WIE KANN UND WIE SOLLTE SOZIALES
ENGAGEMENT WÄHREND DES STUDIUMS
AUSSEHEN? WELCHE ROLLE KANN HIERBEI DIE HOCHSCHULE SPIELEN?
Hans Paul Prümm
Soziales Engagement – was ist das?
Zu Beginn dieses Workshops soll die Diskussion des Begriffs des sozialen
Engagements stehen.
Wikepdia beschreibt soziales Engagement als „unterschiedlich motiviertes soziales Handeln, das meist auf den Prinzipien der Ehrenamtlichkeit und Freiwilligkeit beruht. Das bedeutet, man investiert Zeit und/oder
Geld in ein Projekt, das einem guten Zweck dient (Wohltätigkeit).“1
Soziales Engagement als anthropologische Konstante?
Es gibt nicht unerhebliche Strömungen in der politischen Einschätzung
„einer menschlichen Gesellschaft, die sich im Wesentlichen durch Empathie und Reziprozität leiten“ lassen.2
Hier lassen sich vor allem aufführen: Aristoteles (384 – 322 v. Chr.),
der den Menschen als „Zoon politikon“ beschrieben hat;3 David Hume
(1711 – 1776), der von dem „Zauber der sozialen Tugenden“ schwärmt4
oder John Stuart Mill (1806 – 1873), der meint: „Die Menschen unterscheiden sich von den Tieren … darin, dass sie zur Sympathie nicht nur
mit ihren Nachkommen ... fähig sind, sondern mit allen Menschen…“.5
In der letzten „Zeit“ (im doppelten Sinne des Wortes) gab es in eben jener Zeitschrift eine heftige Diskussion darüber, ob die heutige Jugend nur
1
2
3
4
5
http://de.wikipedia.org/wiki/Soziales_Engagement [3. 11. 3008].
Formulierung von Chantal Mouffe, Über das Politische. Wider die kosmopolitische Illusion, 2007, S. 9.
Aristoteles, Politik, in: Ders., Philosophische Schriften in sechs Bänden, 1995 Band 4, S. 4.
David Hume, Eine Untersuchung über die Prinzipien der Moral (1777), hrsgg. von Gerhard
Streminger, 2. Aufl., 1996, S. 95.
John Stuart Mill, Der Utilitarismus (1861), 1985, S. 89.
37
noch karriereorientiert agiert bzw. sich aufs Private zurückzieht6 oder sich
doch – nur in anderen Formen als frühere Jugenden – sozial engagiert.7
Im zehnten Studierendensurvey wird festgehalten, dass die Studierenden heute einerseits utilitaristischer als frühere Studierendengenerationen
sind, aber durchaus ideelle Motive das Studierverhalten mitprägen.8
Immerhin lässt diese neuere Diskussion daran zweifeln, ob soziales Engagement wirklich ein menschlicher Grundzug, eine anthropologische
Konstante, ist.
Soziales Engagement als Hochschulthema?
Es stellt sich deshalb grundsätzlich die Frage, ob die Hochschulen das soziale Engagement zu ihrem Thema machen dürfen.
Man könnte natürlich der Auffassung sein, die Hochschulen haben die
Studierenden ausschließlich auf ihre beruflichen Karrieren vorzubereiten
und infolgedessen gehört die Förderung des sozialen Engagements der
Studierenden gar nicht zu den Aufgaben der Hochschulen.
Allerdings zeigt ein Blick in das Berliner Hochschulgesetz (BerlHG),
dass diese enge Sichtweise des Bildungsauftrags der Hochschulen zu kurz
greift: Denn § 4 Abs. 1 BerlHG verlangt die Mitwirkung der Hochschule
„an der Erhaltung des demokratischen und sozialen Rechtsstaates“ und
verpflichtet die Hochschulen damit unmittelbar zu entsprechenden gesellschaftsrelevanten Aktivitäten.
Zum zweiten könnte man mit Christoph Möllers die Frage aufwerfen,
ob die Hochschulen als Teil des Staates soziales Engagement überhaupt
prämieren dürfen, oder ob die entsprechenden Motivationen nicht von den
Studierenden als solchen ausgehen müssen.9
Auch insofern ist ein Blick in’s Gesetz hilfreich. In § 4 Abs. 6 BerlHG
heißt es: „Die Hochschulen fördern die sozialen Belange der Studenten
und Studentinnen … .“
Für die verfasste Studierendenschaft wird dieser Punkt in § 18 Abs. 2 S.
2 BerlHG präzisiert: „Die Studierendenschaft hat insbesondere folgende
Aufgaben:
1. bei der sozialen und wirtschaftlichen Selbsthilfe der Studierenden
mitzuwirken, …
6
7
8
9
38
So die Kritik von Jens Jessen, Die traurigen Streber, Die Zeit vom 28. 8. 2008
So die Replik von Manuel J. Hartung und Cosima Schmitt, Die effizienten Idealisten, Die
Zeit vom 4. 9. 2008.
Bundesministerium für Bildung und Forschung (Hrsg.), Studiensituation und studentische
Orientierungen. 10. Studierendensurvey an Universitäten und Fachhochschulen, 2008, S. 7
f.
Vgl. Christoph Möllers, Demokratie – Zumutungen und Versprechen, 2008, S. 34.
4. auf der Grundlage der verfassungsmäßigen Ordnung die politische
Bildung, das staatsbürgerliche Verantwortungsbewusstsein und die Bereitschaft ihrer Mitglieder zur aktiven Toleranz sowie zum Eintreten für die
Grund- und Menschenrechte zu fördern, …
6. die Integration ausländischer Studierender zu fördern, …“
Man sieht also, dass die Förderung des sozialen Engagements durchaus
zu den Aufgaben der Hochschule gehört.
Diese Position ist in den letzten Jahren vor allem auch durch den Bologna-Prozess gestärkt worden, insofern er eine „Soziale Dimension“ beinhaltet.10 Diese „Soziale Dimension“ muss sich unter anderem auf die
Vermittlung und Verstärkung sozialer Schlüsselkompetenzen erstrecken,
wozu etwa auch die Empathie, d.h. das Einfühlungsvermögen in die Situation Anderer, zählt.
Deshalb müssen sich daran zwei Fragen anschließen:
Welche Bereiche des sozialen Engagements kommen überhaupt in Frage und wie kann die hochschulspezifische Förderung aussehen?
Vorschläge des Workshops11
Die Vermittlung sozialer Kompetenzen geschieht in mannigfaltigen Formen: Durch theoretische Darstellung, durch Vorbilder der HochschullehrerInnen, aber nicht zuletzt durch praktisches Einüben.
Als sehr wichtig wurden natürlich die ersten beiden Punkte angesehen,
insbesondere auch, dass HochschullehrerInnen sich als Persönlichkeiten in
diesen Prozess einbringen müssen, denn: „Zur ‚Persönlichkeit’ wird man
nicht ohne Persönlichkeiten, an denen man sich bilden und von denen man
sich abheben kann.“12
Allerdings konzentrierte sich der Workshop auf den letztgenannten
Punkt und machte einerseits Vorschläge für soziales Engagement von Studierenden und zum anderen Empfehlungen für Belohnungsmöglichkeiten
für entsprechendes soziales Engagement:
10
11
12
Siehe dazu Birgit Hendriks, Das Kompetenzzentrum der HRK – eine Bilanz, in: Hochschulrektorenkonferenz (Hrsg.), Ein Modell für alle? Konvergenzen und Divergenzen der
Umsetzung des Bologna-Prozesses in Deutschland und Europa. Abschlusskonferenz des
Kompetenzzentrums Bologna, 2007, S. 10 (11); allerdings wird das Thema im BolognaReader III, FAQs – Häufig gestellte Fragen zum Bologna-Prozess an deutschen Hochschulen (hrsgg. von der HRK), 2008, unter 9. Soziale Dimension, nur unter ökonomischen Aspekten behandelt.
Für die Protokollierung danke ich ausdrücklich der ÖVW-Studentin Ann-Christin Hilbert.
Rolf Gröschner, Dialogik der Rechtsverhältnisse, in: in: Winfried Brugger/ Ulfrid Neumann/ Stephan Kirste (Hrsg.), Rechtsphilosophie im 21. Jahrhundert, 2008, S. 90 (106).
39
Zunächst die Vorschläge für soziales Engagement von Studierenden innerhalb der Hochschule13:
• Patenschaft für ausländische Studierende
• Monatliche Treffen zum Kennen lernen von Studierenden und DozentInnen, von Studierenden organisiert
• Kurse (Sicherheit im Alter) und/ oder Rechtsberatung (vor allem
Erbrecht) für SeniorInnen
• Generationentreff in einer Cafeteria, die auch von SeniorInnen
(mit)betrieben werden könnte
• Beratung von neuen durch erfahrene Studierende.
Die Empfehlungen für Belohnungsmöglichkeiten lassen sich so zusammenfassen:
• Zertifikate
• Social Credit Points
• Informelle Anerkennung
• Feier am Semesterende als Dank
• Medien- oder Event-Gutscheine
• Honorierung als studentische Hilfskraft.
Ausblick
Die eine oder andere Empfehlung wird schon jetzt in der FHVR umgesetzt: So kümmern sich schon heute Studierende der FHVR um studentische Besucher aus befreundeten ausländischen Hochschulen sei es als studentische Hilfskräfte sei es auf informeller Basis und erhalten dafür ein
Honorar oder die entsprechenden Aktivitäten werden in einem Zertifikat
bescheinigt.
Insgesamt erscheint es jedoch sinnvoll, das studentische soziale Engagement einerseits sowie ein entsprechendes Anerkennungsinstrumentarium
durch die Hochschule anderseits systematischer zu entwickeln.14
13
14
40
Für einen Überblick über darüber hinausgehendes soziales Engagement siehe „Ehrenamt
und soziales Engagement“ unter: http://www.zeit-zum-bewerben.de/index.php?id=854 [3.
11. 2008].
Siehe dazu Hans Paul Prümm, Studentische Rechtsberatung (StuR) als Modellprojekt guter
Hochschullehre, in: Ders./ Henning Spinti (Hrsg.), Verwaltung und Recht – Entwicklung
und Perspektiven. Eine Festschrift zum 35-jährigen Bestehen der FHVR Berlin und zu ihrer
Integration in die HWR Berlin, 2008, S. 253 (264 f.).
GUTE LEHRE ALS BASIS FÜR EINE
KARRIERE IN VERWALTUNG UND
NONPROFIT-ORGANISATIONEN
Bettina Hohn / Berit Sandberg
Wie kann gute Lehre die Berufsfähigkeit für den öffentlichen und den
Nonprofit-Sektor entwickeln? Welche Anforderungen hat die Praxis an
Absolventen betriebswirtschaftlicher Studiengänge im Berufsfeld öffentliche Verwaltung und Nonprofit-Organisationen (NPO)? Diese Fragen diskutierten Vertreter der Praxis mit Dozenten und Studierenden im Rahmen
des „Tages der guten Lehre“ an der FHVR. Auf dem Podium diskutierten
Ingrid Stahmer, Organisations- und Strategieberatung, Coaching, Berlin,
Daniel Fischer, Geschäftsführer Lebenshilfe e.V., Berlin, und Absolvent
des Diplom-Studiengangs Public Management, Heiko Rabe, Management
Consultant, SYNCWORK AG, Berlin, und Karl-Heinz Wanninger, Landesweites Personalmanagement, Senatsverwaltung für Inneres und Sport,
Berlin. Die Veranstaltung wurde von Prof. Dr. Bettina Hohn und Prof. Dr.
Berit Sandberg moderiert.
Am Beginn der Diskussion stand die Frage nach spezifischen Chancen
und Kompetenzen im Berufsfeld Management öffentlicher Aufgaben, für
das die Studiengänge Public Management, eine Kooperation von FHVR
und FHTW Berlin, sowie der FHVR-Studiengang Öffentliche Verwaltungswirtschaft ausbilden.
Der demographische Wandel wird in den nächsten Jahren zu einem
Ausscheiden von einer hohen Zahl von Verwaltungsmitarbeitern führen.
Um diesem abrupten Personalabbau vorzubeugen, müssen Neueinstellungen vollzogen werden. Für die Erbringung von grundrechtsrelevanten
Dienstleistungen für die Menschen und die Repräsentation des demokratischen Rechtsstaates im Handlungsfeld allgemeiner Verwaltungsdienst sind
grundlegende Rechtskenntnisse kombiniert mit sozialwissenschaftlichen
Inhalten zentrale Elemente der Lehre. Nach Einschätzung des Podiums
stehen die Vernetzung von Wissen, juristischen Kenntnissen und methodischen Fähigkeiten im Vordergrund.
Auch in NPO werden zunehmend Fach- und Führungskräfte benötigt,
die mit einem betriebswirtschaftlichen Hintergrund die Besonderheiten
dieser Organisationen, ihrer Mission und ihrer Aufgaben kennen. Das Be41
rufsfeld unterliegt derzeit einem starken Wandel. Nonprofit-Organisationen stehen vor vielfältigen Herausforderungen. Angesichts der Kürzung
staatlicher Mittel und vor dem Hintergrund eines stärkeren Wettbewerbs
im Sektor und auch zu anderen Sektoren sehen sich die Organisationen zunehmend mit Anforderungen an ein marktbezogenes, an ökonomischen
Prozessen orientiertes Handeln konfrontiert. Dabei benötigen NPO Strategien, die es ermöglichen, die eigene Leistungsfähigkeit zu erhalten bzw. zu
steigern. Angesichts der sich verändernden Rahmenbedingungen stellt sich
die Frage, wie betriebswirtschaftliche Instrumente auf den Nonprofit-Sektor anzuwenden sind. Dafür ist neben betriebswirtschaftlichen Know-how
sowie Managementkompetenzen eine politische und soziale Sensibilität
gefordert. Nach Strukturveränderungen stehen die Institutionen vor der
Aufgabe, ihre Organisationskultur adäquat anzupassen. Für die Hochschule bedeutet dies, dass in der Lehre auf dem soliden Fundament von
Wissen auch personenspezifische Kompetenzen ausgebildet werden müssen. Dazu gehört auch die Reflexion der Selbst- und Fremdwahrnehmung
sowie gruppendynamischer Prozesse.
Soziale Kompetenz sowie vernetztes und fachübergreifendes Denken
aus verschiedenen Perspektiven sind nach Einschätzung der Diskussionsteilnehmer von zentraler Bedeutung. Dies kann in Planspielen und Fallstudien trainiert werden, um nach dem Studium nicht „berufsfertig“ aber „berufsfähig“ zu sein. Interkulturalität und Internationalität, z.B. durch ein
Studium im Ausland, sind wichtig, denn sie zeigen, ob jemand in der Lage
ist, sich auf fremde Situationen einzustellen und dort zurecht zu kommen.
Das Berufsprofil eines Public Managers deckt viele spezielle Wissensbereiche ab, die im Rahmen der allgemeinen Betriebswirtschaftslehre nicht
zu behandeln wären. Die Unterschiede zum klassischen BWL-Studium bestehen in dem öffentlichen (Dienstleistungs-)Bezug sowie der interdisziplinären Ausrichtung. Das Studium verknüpft Betriebs- und Volkswirtschaftslehre mit Rechts-, Verwaltungs- und Sozialwissenschaften. Nach
Einschätzung der Diskussionsteilnehmer wird sich in den nächsten Jahren
gerade in einigen speziellen Themenfeldern der Bedarf nach ausgebildeten
Public Managern erhöhen: dazu gehören die Modernisierung des öffentlichen Rechnungswesens, der Bereich Organisationsentwicklung und Prozessgestaltung (Kooperationsformen) sowie das IT-Management. In diesen
Bereichen sind fachübergreifende Kompetenzen wichtig, die die Ausbildung zu einem Public Manager abdecken kann.
Die Akzeptanz der neuen Studienabschlüsse Bachelor und Master ist
nach allgemeiner Einschätzung in der öffentlichen Verwaltung, in privaten
Unternehmen und Noprofit-Organisationen vorhanden. Für die Einstellungsentscheidung spielen die erworbenen Kompetenzen sowie die persönliche Eignung der Bewerber eine zentrale Rolle. Ein Bachelorabschluss
42
mit zahlreichen Nebenqualifikationen, wie beispielsweise praktischer Erfahrung, kann durchaus einem Masterabschluss gleichwertig sein, so die
Einschätzung auf dem Podium. Der Student müsse sich entscheiden: Studiere ich oder lerne ich lieber praktisch? Eine spezifische Frage aus Sicht
des Studiengangs Public Management ist die Laufbahnbefähigung. Diese
ist für den Master bereits gegeben. In Bezug auf den Bachelor ist es wichtig, praktische Erfahrungen zu sammeln und Praktika als „Erfahrungslernen“ zu begreifen. Die Laufbahn ist jedoch nicht der einzige Weg in die
öffentliche Verwaltung. Auch das Angestelltenverhältnis hat einen großen
Stellenwert in diesem Sektor.
Für die Zukunft gaben die Podiumsteilnehmer den Studierenden Folgendes mit auf den Weg: Es sei ratsam, das Studium in einem definierten
Zeitraum abzuschließen, Praktika zu absolvieren und mit Mut und Selbstvertrauen in die Zukunft zu blicken. Das Studium sollte genutzt werden,
um sich über den Beruf klar zu werden, die eigenen Potenziale erkennen
und sie zu Kompetenzen ausbauen. Leidenschaft, Authentizität, Kommunikationsfähigkeit und Durchhaltevermögen wurden als wichtige Aspekte
genannt. Übereinstimmung herrschte abschließend darüber, dass in der
Zukunft lebensbegleitendes Lernen immer wichtiger werden wird. Dies ist
auch eine Investition in die eigene Person zu begreifen.
Informationen über die Studienangebote von FHVR und
FHTW Berlin zum Public und Nonprofit-Management
Seit 1994 tragen die FHVR und die FHTW gemeinsam den hochschulübergreifenden Studiengang Public Management, der mit dem Ziel entwickelt wurde, einen innovativen Beitrag zur Modernisierung des öffentlichen Sektors zu leisten. Nachfolger des achtsemestrigen Diplomstudiengangs ist der Bachelorstudiengang Public Management, der in sechs Semestern für Führungsaufgaben in unteren und mittleren Managementpositionen in allen Institutionen qualifiziert, die mit öffentlichen Aufgaben zu
tun haben. Der Bachelor startete im Wintersemester 2006/07 mit 80 Studienplätzen. Die Aufnahme erfolgt einmal jährlich und der Studienplatzvergabe liegt ein interner NC zugrunde. Absolventinnen und Absolventen
sollen dazu befähigt werden, als Fach- und Führungskräfte im Tätigkeitsfeld „Öffentliche Dienstleistungen“ erfolgreich zu arbeiten, d.h. in den Bereichen Staats- und Kommunalverwaltung, öffentliche Unternehmen und
Nonprofit-Organisationen.
Der interdisziplinär ausgerichtete betriebswirtschaftliche Studiengang
ist im Rahmen seiner Spezialisierung auf das Management öffentlicher
Aufgaben generalistisch orientiert. Die Notwendigkeit hierzu ergibt sich
aus der Komplexität der Probleme und den Anforderungen an die effizienz- und effektivitätsorientierte Steuerung und Gestaltung öffentlicher
43
Aufgabenwahrnehmung. Im Studiengang Public Management werden
Theorie und Praxis auf vielfältige Weise eng miteinander verknüpft. Neben
dem obligatorischen Praktikum wird dies durch Gastvorträge, Exkursionen, Projekte in Kooperation mit der Praxis sowie durch den Einsatz von
Fallstudien in den Lehrveranstaltungen umgesetzt.
Das Bachelorprogramm legt ein solides Fundament für eine Fortsetzung
des Studiums in einschlägigen Masterprogrammen, beispielsweise mit dem
konsekutiven Masterstudiengang Nonprofit-Management und Public Governance, den FHVR und FHTW ab dem Wintersemester 2009/2010 anbieten.
Der konsekutive Masterstudiengang Nonprofit-Management und Public
Governance ermöglicht Absolventinnen und Absolventen von Bachelorstudiengängen einen zweiten berufsqualifizierenden Abschluss mit spezifischer Berufsfeldorientierung. Ab 2009 werden in jedem Wintersemester 40 Studierende immatrikuliert. Der viersemestrige Masterstudiengang
führt die Idee des Bachelorstudiengangs konsequent auf einem Masterlevel
weiter und fokussiert dabei auf Nonprofit-Organisationen. Das Studienprogramm ist innerhalb von vier Semestern zu absolvieren.
Zielgruppe sind Hochschulabsolventen und -absolventinnen, die an
Managementthemen im Nonprofit-Sektor interessiert sind und die eine Tätigkeit als Führungskraft im Berufsfeld Nonprofit-Sektor anstreben oder
bereits wahrnehmen. Durch eine branchenübergreifende, generalistische
Ausbildung werden die Absolventen für eine Tätigkeit im Management
unterschiedlicher Typen von Nonprofit-Organisationen qualifiziert.
Nonprofit-Organisationen (NPO) übernehmen nicht nur eine wichtige Integrationsfunktion in der Gesellschaft, sondern sie haben auch eine herausragende Bedeutung bei der Dienstleistungserstellung. Mit Blick auf die
Entwicklung des Arbeitsmarktes ist festzustellen, dass der Nonprofit-Sektor mit rd. 2,5 Millionen hauptamtlich Tätigen einen beträchtlichen Anteil
an der Beschäftigung hat. Darüber hinaus bereitet die Ausbildung auch auf
eine Tätigkeit in öffentlichen Verwaltungen vor, in denen – insbesondere
in Bezug auf Organisationen des Nonprofit Sektors – Governance-Funktionen wahrgenommen werden.
Das Curriculum des Masterstudiengangs Nonprofit-Management und
Public Governance ist auf die aktuellen und zukünftigen
Herausforderungen ausgerichtet, die sich für NPO-Führungskräfte aus
einer zum Teil völlig veränderten Wettbewerbs-, Finanz- und
Steuerungssituation im Nonprofit-Sektor ergeben. Im Sinne einer
Doppelperspektive werden zum einen Aspekte des Managements von
Nonprofit-Organisationen aus der Binnenperspektive beleuchtet, um
interne Steuerungsprobleme zu identifizieren und Lösungsansätze zu
entwickeln. Zum anderen werden Nonprofit-Organisationen mit ihren
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vielfältigen Funktionen im arbeitsteiligen System der Erfüllung
öffentlicher Aufgaben in einer erweiterten Perspektive betrachtet.
Die Studieninhalte spiegeln den aktuellen Forschungsstand auf den Gebieten der Nonprofit-Forschung und des Nonprofit-Managements sowie
relevanter Bereiche des Public Management wider und greifen darüber
hinaus Felder auf, in denen zukünftiger Forschungsbedarf besteht. Der
Studiengang soll durch die Ausbildung bzw. Weiterqualifikation der Studierenden einen Beitrag zur betriebswirtschaftlichen und Management-bezogenen Professionalisierung des Sektors leisten.
Weitere Informationen im Internet: www.puma-berlin.de
45
46
VERÖFFENTLICHUNGSLISTE
Beiträge der Hochschule
Nr. 1/1995: Bischoff, Detlef/Leppek, Roland (Hrsg.): Auf dem Weg zu einem einheitlichen Fachhochschulsystem? Glienicker Thesen und Redebeiträge des 8. Glienicker Gesprächs
Nr. 6/1997: Teubner, Werner/von Stoephasius, H.-Peter: Die Fachhochschulen für den öffentlichen Dienst nach den Empfehlungen des Wissenschaftsrates. Glienicker Thesen und Redebeiträge des 10. Glienicker Gesprächs
Nr. 19/2001: Heinrich, Peter (Hrsg.): Leistungsorientierung in der Verwaltungsausbildung. Glienicker Thesen und Redebeiträge des 13. Glienicker Gesprächs
Nr. 20/2002: Heinrich, Peter (Hrsg.): Der Beruf, die Praxis und das Studium. Glienicker Thesen und Redebeiträge des 14. Glienicker Gesprächs
Nr. 21/2002: Weinzen, Hans Willi: Verschlamptes Tafelsilber? Wie Berlin
mit seinen Liegenschaften umgeht − nebst einigen Vorschlägen
Nr. 22/2002: 18. Rechenschaftsbericht des Rektors der FHVR Berlin
(Zeitraum 1. Oktober 2000 bis 30. September 2002)
Nr. 23/2004: Forschungsbericht der FHVR Berlin (Zeitraum 1999 – 2002)
Nr. 26/2006: Sankowsky, Helmut und Kirstein, Denis (Hrsg.): Rückblicke
und Ausblicke. Kanzler als Manager 1987 – 2006. 20 Jahre Dienstbesprechung der Verwaltungsleiterinnen und Verwaltungsleiter der FHöD.
Nr. 27/2006: Heinrich, Peter und Kirstein, Denis (Hrsg.): Ökonomisierung
des Hochschulwesens. Glienicker Thesen und Redebeiträge des 17. Glienicker Gesprächs
Nr. 28/2007: Prümm, Hans Paul und Kirstein, Denis (Hrsg.): Hochschulen
in vernetzter Verantwortung – Die Rolle der Fachhochschulen für den öffentlichen Dienst. Glienicker Thesen und Redebeiträge des 18. Glienicker
Gesprächs
Nr. 29/2008: Prümm, Hans Paul und Kirstein, Denis (Hrsg.): Begeisterung
für die Verwaltung – ein Widerspruch in sich? Glienicker Thesen und Redebeiträge des 19. Glienicker Gesprächs
Nr. 30/2009: Prümm, Hans Paul und Kirstein, Denis (Hrsg.): Gute Lehre –
Was ist das? Dokumentation des Hochschultages der FHVR Berlin am 5.
November 2008
47
Veröffentlichungen der FHVR Berlin: www.fhvr-berlin.de
Button: Forschung, Button: Forschungsdokumentation:
Veröffentlichungen der FHVR Berlin
Button:
Bestellanschrift für „Beiträge der Hochschule“: FHVR Berlin (Rektorat),
Alt-Friedrichsfelde 60, 10315 Berlin, Tel.: (030) 9021-4005; Fax: (030)
9021-4006; E-Mail: info@fhvr-berlin.de.
Verwaltung, Recht und Gesellschaft
Band 1: Ohder, Claudius: Gewalt durch Gruppen Jugendlicher. Eine empirische Untersuchung am Beispiel Berlins. Berlin: Hitit-Verlag 1992
Band 2: Detlef Bischoff/Heinz Wendt (Hrsg.): Europa als Herausforderung für den öffentlichen Dienst. Berlin: Hitit-Verlag 1992
Band 3: Horst Bosetzky/Brigitte Thiem-Schräder: Verwaltung zwischen
Chaos und Restauration – Die Berliner Verwaltung zwischen 1945 und
1953. Berlin: Hitit-Verlag 1994
Band 4: Peter Heinrich: Sprache als Instrument des Verwaltungshandelns
– Eine Einführung in die Sprachwissenschaft für Angehörige der öffentlichen Verwaltung. Berlin: Hitit-Verlag 1994
Band 5: Detlef Bischoff/Christoph Reichard (Hrsg.): Vorm Beamten zum
Manager? Herausforderung und Perspektiven der Verwaltungsausbildung.
Berlin: Hitit-Verlag 1994
Band 6: Solveigh Niewiarra: Die Zeit des Redens is´ vorbei. Berlin 1994
Band 7: Hans Willi Weinzen: Berlin und seine Finanzen. Von der Bundeshilfe in den Finanzausgleich. Berlin 1995. 2., völlig neu bearbeitete und
stark erweiterte Auflage. Berlin: Hitit-Verlag 1995
Band 8: Andreas Bufalica/Manfred Röber: Der schwere Abschied von der
Insel, Berlin: Hitit-Verlag 1996
Band 9: Hans Willi Weinzen: Berlin und seine Grundstücke. Berlin 1997
Band 10: Hans Paul Prümm: 25 Jahre Lehre und Forschung für die Verwaltung. Berlin: Hitit-Verlag 1997
Band 11: Detlef Bischoff (Hrsg.): Modernisierung durch Ausbildung. Innovationen in Studiengängen für den öffentlichen Sektor. Berlin: HititVerlag 2000
Band 12: Hans Willi Weinzen: Berlin und seine Finanzen. Eine Einführung in das Finanzwesen. Berlin: Hitit-Verlag 2000
Band 13: Christine Bücker-Gärtner: Frauengleichstellung im Modernisierungsprozess der öffentlichen Verwaltung − Theoretische und empirische
Untersuchung eines zentralen Problems der Verwaltungsreform −. Berlin:
Hitit-Verlag 2001
48
Band 14: Detlef Bischoff/Michael Matzke (Hrsg.): Straftaten junger Menschen im vereinigten Berlin. Berlin: Hitit-Verlag 2001
Band 15: Birgitta Sticher-Gil/Hans-Rainer Strahlendorf (Hrsg.): Beiträge
zu einer innovativen Polizeiausbildung. Festschrift für Professor Dr. jur.
Karl Johannes Sigrist zum 60. Geburtstag. Berlin 2002
Band 16: Hans Paul Prümm (Hrsg.): Öffentliche Verwaltungswirtschaft
und Rechtswissenschaft. Berlin 2005
Band 17: Roland Böttcher, Wolfgang Kühnel, Hans Paul Prümm (Hrsg.):
Verwaltung, Recht und Gesellschaft. Festschrift für Peter Heinrich zum 65.
Geburtstag. Berlin 2006
Band 18: Detlef Treubrodt, Denis Kirstein (Hrsg.): Auf dem Weg zur
Hochschule für öffentliche Aufgaben – Aufsätze aus der Rechts-, Polizei-,
Wirtschafts-, Verwaltungs- und Sozialwissenschaft. Festschrift für Hans
Paul Prümm zum 60. Geburtstag. Berlin 2008
Band 19: Hans Paul Prümm, Henning Spinti (Hrsg.): Verwaltung und
Recht – Entwicklung und Perspektiven. Eine Festschrift zum 35-jährigen
Bestehen der FHVR Berlin und zu ihrer Integration in die HWR Berlin.
Berlin 2008
Berliner Beiträge zur Aus- und Fortbildung
Band 1: Hans Paul Prümm: Maria und ihr Hund – ein alltäglicher Fall.
(Seine gutachterliche und bescheidmäßige Behandlung. Zugleich eine inhaltliche Anleitung zur Lösung von ordnungsrechtlichen Fragestellungen.)
Berlin: Hitit-Verlag 1996
Band 2: Hans Paul Prümm/Christian Pracher (Hrsg.): Einführung in die
Öffentliche Verwaltungswirtschaft – Kenntnisse, Methoden und Arbeitsweisen für die öffentliche Verwaltung. Berlin: Hitit-Verlag 1996
Band 3: Hans Paul Prümm: Europäisches Recht − Eine Einführung. Berlin:
Hitit-Verlag 2002
Die Bände aus den FHVR-Buchreihen sind entweder direkt beim HititVerlag, Markgrafenstr. 67, 10969 Berlin (Telefon: (030) 25 37 27 60, Telefax: (030) 25 37 27 17 oder über den Buchhandel zu beziehen. Mitglieder FHVR können die Bände zum ermäßigten Hörerpreis erwerben.
Öffentliche Sicherheit und Sicherheitsmanagement
Band 1: Frank Gesemann: Öffentliche Sicherheit durch private Dienste.
Rechtsgrundlagen – Aufgabenfelder – Qualifizierungsbedarf. Berlin: Berliner Wissenschafts-Verlag 2004
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Beiträge zur europäischen Integration aus der FHVR Berlin
Band 1: Sandra Pogodda: Der Beitrag der EU zur Flexibilisierung der nationalen Arbeitsmärkte. Berlin 2005
ISBN-10 3-933633-99-0, ISBN-13 978-3-933633-99-6, Preis: 7,50 Euro
Band 2: Susanne Weller-Monteiro Rerreira: Von der Festung Europa zur
gestaltenden Einwanderungspolitik? Zur aktuellen Entwicklung eines europäischen Politikfeldes. Berlin 2006
ISBN-10 3-933633-98-2, ISBN-13 978-3-933633-98-9, Preis: 7,50 Euro
Band 3: Udo Langhoff: Die offene Methode der Koordinierung (OKM) –
Chancen oder Risiko für Integration und Demokratie in der Europäischen
Union. Berlin 2006
ISBN-10 3-933633-97-4, ISBN-13 978-3-933633-97-2, Preis: 7,50 Euro
Band 4: Annett Pfennig: Strukturpolitische Instrume“ Ostdeutschland.
Berlin 2006
ISBN-10 3-933633-96-6, ISBN-13 978-3-933633-96-5, Preis: 9,90 Euro
Band 5: Gritt Großkurth: Die Gleichstellungspolitik in der Europäischen
Union – Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Frauen mit Kindern
anhand eines Ländervergleichs zwischen Deutschland und Schweden.
Berlin 2006
ISBN-10 3-933633-95-8, ISBN-13 978-3-933633-95-8, Preis: 9,80 Euro
Band 6: Marita Düsterhöft-Lange: Administrative Effizienz des
6. Forschungsrahmenprogramms. Berlin 2006
ISBN-10 3-933633-94-X, ISBN-13 978-3-933633-94-1, Preis: 9,90 Euro
Band 7: Nadja Franke: Komitologie. Berlin 2006
ISBN-10 3-933633-93-1, ISBN-13 978-3-933633-93-4, Preis: 9,90 Euro
Band 8: Marina Horn: Die Realisierung der Lissabon-Strategie.
Berlin 2006
ISBN-10 3-933633-92-3, ISBN-13 978-3-933633-92-7, Preis: 9,90 Euro
Band 9: Carsten Peter: Das Verhältnis der Europäischen Union zur Nato –
Zwischen gegenseitiger Blockade und strategischer Partnerschaft.
Berlin 2006
ISBN-10 3-933633-91-5, ISBN-13 978-3-933633-91-0, Preis: 9,90 Euro
Beiträge zum Bachelor-Studiengang Öffentliche Verwaltungswirtschaft (ÖVW B.A.)
Band 1: Hans Paul Prümm: Das Konzept. Berlin 2006.
ISBN 3-933633-76-1, Preis: 14,50 Euro.
Band 2: Hans Paul Prümm: Einführung in die ÖVW und das wissenschaftliche Arbeiten. Berlin 2006
ISBN 3-933633-82-6, Preis: 7,90 Euro
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Beiträge zum Master-Studiengang Recht für die öffentliche
Verwaltung (RöV LL.M.)
Band 1: Hans Paul Prümm: Das Konzept. Berlin 2006
ISBN 3-933633-77-X, Preis: 7,90 Euro
Beiträge zum Master of Public Administration (MPA) Fernstudium
Band 1: Hans Paul Prümm: Das Konzept. Berlin 2006
ISBN 978-3-940056-00-9, Preis: 6,30 Euro
Schriftenreihe Europäisches Verwaltungsmanagement der
FHVR Berlin
Günter Brombosch: Öffentliches Auftragswesen. Berlin 2008
ISBN 978-3-940056-26-9, Preis: 25,00 Euro (im Buchhandel),
Hörerpreis: 24,50 Euro (erhältlich in der Bibliothek der FHVR Berlin, ggf.
zzgl. Versandkosten)
Erwin Seyfried: European Cohesion and Funding Policies.
ISBN 978-3-940056-05-4, Preis: 23,55 Euro (im Buchhandel),
Hörerpreis: 23,00 Euro (erhältlich in der Bibliothek der FHVR Berlin, ggf.
zzgl. Versandkosten)
Hans-Peter von Stoephasius: Die europäischen Wettbewerbsregeln. Berlin 2008
ISBN 978-3-940056-25-2, Preis: 25,75 Euro (im Buchhandel),
Hörerpreis: 25,10 Euro (erhältlich in der Bibliothek der FHVR Berlin, ggf.
zzgl. Versandkosten)
Barbara Fährmann / Regina Grajewski / Birgit Koch / Heike Peter:
Die Politik zur ländlichen Entwicklung im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik. Berlin 2008
ISBN 978-3-940056-09-2, Preis: 20,35 Euro (im Buchhandel)
Hörerpreis: 20,15 Euro (erhältlich in der Bibliothek der FHVR Berlin, ggf.
zzgl. Versandkosten)
Ulrike Wisser / Daniel Schmidt: Europäische Förderprogramme. Berlin
2008
ISBN 978-3-940056-06-1, Preis: 23,75 Euro (im Buchhandel)
Hörerpreis: 23,21 Euro (erhältlich in der Bibliothek der FHVR Berlin, ggf.
zzgl. Versandkosten)
Günter Schmidt: Anwendung und Kontrolle des europäischen Gemeinschaftsrechts. Berlin 2008
ISBN 978-3-940056-04-7, Preis: 17,45 Euro (im Buchhandel)
Hörerpreis: 16,70 Euro (erhältlich in der Bibliothek der FHVR Berlin, ggf.
zzgl. Versandkosten)
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Michael Piazolo: Modelle und Leitbilder für die Europäische Union. Berlin 2008.
ISBN 978-3-940056-08-5, Preis: 14,85 Euro (im Buchhandel)
Hörerpreis: 14,20 Euro (erhältlich in der Bibliothek der FHVR Berlin, ggf.
zzgl. Versandkosten)
Hans Paul Prümm / H.-Peter von Stoephasius: Grundzüge der europäischen Rechtsordnung. Berlin 2007.
ISBN 978-3-940056-02-3, Preis: 15,25 Euro (im Buchhandel)
Hörerpreis: 14,70 Euro (erhältlich in der Bibliothek der FHVR Berlin, ggf.
zzgl. Versandkosten)
Thomas Beck / Michael Piazolo: Die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der EU. Berlin 2007.
ISBN 978-3-940056-01-6, Preis: 17,50 Euro (im Buchhandel)
Hörerpreis: 16,99 Euro (erhältlich in der Bibliothek der FHVR Berlin, ggf.
zzgl. Versandkosten)
Michael Piazolo: Annäherung an die EU. Berlin 2007.
ISBN 978-3-940056-80-4, Preis: 17,75 Euro (im Buchhandel)
Hörerpreis: 17,15 Euro (erhältlich in der Bibliothek der FHVR Berlin, ggf.
zzgl. Versandkosten)
Die Bände sind über den Buchhandel oder direkt bei Books on Demand
GmbH, Gutenbergring 53, 22848 Norderstedt, www.bod.de, zu beziehen.
Mitglieder der FHVR können den Band zum ermäßigten Hörerpreis erwerben.
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Seele and Geist
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