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Katholisch – und was sonst noch? - Arnsteiner Patres

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60800
Apostel
Zeitschrift der Arnsteiner Patres
inhalt
Ausgabe 2/2011
Katholisch – und was sonst noch?
Bildungsauftrag katholischer Schulen in Deutschland
Weitere Themen:
Mit Kindern über Gott reden
Taufe als Lebensquell
Symbole der Kirche – kurz erklärt
Das Johannisfeuer
Mit Kindern über Gott reden
Taufgottesdienste werden seltener.
Viele aber können sich ein Leben
ohne Gottes Segen, gerade für
Babys und kleine Kinder nicht vor­
stellen. Damit Groß und Klein ihre
Freude an diesem Ereignis haben,
sollte es gut vorbereitet werden.
Hier sind einige Anregungen dafür.
Seite 4
Titelthema
Katholisch – und was sonst
noch? Welchen Sinn und welche
Aufgaben können katholische
Privatschulen heute haben, da es
ein staatliches Bildungssystem gibt,
das allen offensteht? Der von der
Deutschen Bischofskonferenz
formulierte Erziehungsauftrag ist
eindeutig – die Erwartungen von
Eltern sind vielfältig. Wie können
Lernende oder die Kirche, aber
auch die Allgemeinheit von diesen
Bildungseinrichtungen profitieren?
Seite 6
Zum Geleit
Mit Kindern
über Gott reden
4
Titelthema
6
Symbole der Kirche
kurz erklärt
14
Geistlicher
Wegbegleiter
15
Nachrichten
19
Impressum
Apostel (ISSN 1611-0765)
Herausgeber: Provinzialat der Ordensgemeinschaft von den Heiligsten Herzen
Jesu und Mariens (Arnsteiner Patres e. V.), Johannesstraße 36 A, 56112 Lahnstein,
Tel.: 0 26 21 62 99 15, Fax: 0 26 21 62 99 20, E-Mail: provinzialat@sscc.de,
Internet: www.arnsteiner-patres.de
SSCC ist die Abkürzung für die Ordensgemeinschaft von den Heiligsten Herzen,
in Deutschland als Arnsteiner Patres und auch als Picpus (nach der Straße
des Mutterhauses in Paris) bekannt.
Redaktion: P. Heinz Josef Catrein SSCC (verantwortlich), Kerstin Meinhardt,
Thomas Meinhardt, Susanna Sargenti, P. Ludger Widmaier SSCC
Verlag: meinhardt, Magdeburgstraße 11, 65510 Idstein, Tel.: 0 61 26 9 53 63-0,
Fax: 0 61 26 9 53 63-11, E-Mail: info@meinhardt.info,
Internet: www.meinhardt.info
Erscheinungsort: Lahnstein
2
apostel 2/2011
3
Symbole der Kirche – kurz erklärt
Am 24. Juni ist Johannistag.
Er befindet sich fast genau in der
Jahresmitte und liegt exakt sechs
Monate vor Weihnachten – gleich­
zeitig ist er der längste Tag des
Jahres und markiert die Sonnen­
wende. Viele feiern an diesem Tag
und entzünden Feuer. Wo aber
haben der Johannestag und das
Johannisfeuer ihren Ursprung?
Seite 14
Wege zum Gebet
Gottes Angesicht suchen:
Geistlicher Wegbegleiter für Juli,
August und September
Seite 15
Auflage: 6.000 Exemplare, gedruckt auf 100 % Recyclingpapier
Autoren: P. Heinz Josef Catrein SSCC, Lahnstein • P. Peter Egenolf SSCC, Arnstein •
P. Friedhelm Geller SSCC, Werne • Susanna Sargenti, Idstein
Titel: Die ehemalige Ordensschule in Lahnstein: Johannes-Gymnasium
Fotos: S. 2 Susanna Sargenti, istock und picture-alliance/dpa und istock •
S. 4 bis 5 Björn Hekland • S. 6 Susanna Sargenti und Grafikelemente: EtiAmmos •
S. 7 bis 9 Grafikelemente: EtiAmmos • S. 10 Rudolf Loch und Dr. Joachim Ackva,
Grafikelement: EtiAmmos • S. 12 und 13 Grafikelemente: EtiAmmos •
S. 14 picture-alliance/dpa • S. 15 bis 18 istock
Alle weiteren Bilder stammen aus dem Archiv der Ordensgemeinschaft von den
Heiligsten Herzen und der Firma Meinhardt
Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht in jedem Fall die Meinung
von Herausgeber und Redaktion wieder. Für unaufgefordert eingesandte Manuskripte
und Fotos kann keine Haftung übernommen werden.
zum geleit
Liebe Leserin, lieber Leser,
in unserer Welt gibt es scheinbar ungeheuer spannende Dinge:
das Kleid der Prinzessin Viktoria, das Auto von Michael
Schuhmacher oder der Lieblingshund von Königin Elisabeth II.
Entsprechend aufwendig ist die Berichterstattung:
Wehe, wenn das Kleid nicht zum Taschentuch
passt, bei Schuhmachers Auto eine Schraube
locker ist oder die königlichen Schoßhündchen
unmajestätisch einem Hofangestellten in die
Waden kneifen.
Die Welt der Reichen und Mächtigen zieht uns in
ihren Bann. Mehr als 2 Milliarden Menschen
sahen – so wird geschätzt – die Hochzeit von
Prinz William und Kate im Fernsehen. Was ist so
faszinierend daran? Soll das Kleid einer Prinzessin
ablenken von unseren eigenen Klamotten aus dem
Warenhaus um die Ecke? Soll der Rennwagen
über den eigenen »Gebrauchten« hinwegtrösten
und die königlichen Mopshunde über den
zerrupften Wellensittich in der Küche?
Keiner muss beichten, wenn er ein bisschen »herumträumt«.
Alle sollten aber darauf achten, dass das Leben nicht nur aus
solchen Träumen besteht. Im Evangelium sind die Kleinen und
Geringen die Vorbilder: Maria das Mädchen aus Nazareth,
Josef der Zimmermann, die Fischer vom See Genezareth. Von einer
unbekannten syro-phönizischen Frau lernen wir, was Glauben
heißt, bittet sie doch hartnäckig um die Heilung ihrer Tochter
(Mt 15,27). Von einem samaritanischen Aussätzigen erfahren wir,
was Danken bedeutet. Als einziger kehrt er zurück, um für seine
Heilung zu danken (Lk 17,11). Selbst die »unverständigen«
Kinder haben uns etwas zu sagen: »Wer so klein sein kann wie
dieses Kind, der ist im Himmelreich der Größte« (Mt 18,4).
Leben-lernen lernt man nicht in Traumwelten. In der Heiligen
Schrift treffen wir auf viele einfache, kleine und auch geplagte
Leute. Sie nehmen uns bei der Hand, führen uns durch Zweifel,
Leid, Schuld, Krankheit, Trauer und Tod zum Auferstandenen.
In diesem Heft können Sie Vieles über Kinder lesen: Wir berichten
über Katholische Schulen und unsere Arbeit in der Schulpastoral
und hören wiederum, wie man mit Kindern über Gott reden kann.
Ich wünsche uns allen, dass wir die Bedürfnisse der wirklich
»Kleinen« sehen und uns selbst nicht von »falschen Größen«
blenden lassen!
Mit herzlichen Grüßen
Ihr
P. Heinz Josef Catrein SSCC
2/2011 apostel
3
mit kindern über gott reden
Taufe – Spaßbad oder Lebensquell?
Mit Kindern die Taufe erleben
Eine moderne Taufanzeige lautete: »Am 07. August
werden meine Eltern getraut und ich darf im Tauf­
becken schwimmen«.
Was für die einen lustig klingt, kann für manchen Katholiken schon einmal harte Kost sein. Man hört dann
oft noch einen anderen Satz: »Nichts ist wie früher …«.
In der Tat: Kinder werden erst lange nach der Geburt
getauft, Hochzeit und Taufe fallen schon einmal zusammen und das Gravierendste – viele Kinder werden
gar nicht mehr getauft.
Die Zahlen aus deutschen Großstäd-
Hallo, ich bin Bruder
Andreas. Ich begleite durch
diese Seiten. Pater Heinz Josef erzählt
wie eine Taufe für Kinder gestaltet werden
kann, damit es schön und auch spaßig
ten sind erschreckend. In Berlin sind gerade einmal 28
Prozent der Einwohner getauft, im scheinbar katholischen München sind es nicht mehr als 58 Prozent.
Es ist schade, dass Taufgottesdienste seltener werden.
Denn es gibt kaum einen Gottesdienst, der für Kinder
so spannend ist und so viele Möglichkeiten der Mitwirkung bietet. Wenn Sie also die Gelegenheit haben, an
einer Taufe teilzunehmen, sollten Sie diese beim Schopf
ergreifen! Damit es für die Kinder ein erlebnis- und erkenntnisreicher Tag wird, sollten Sie dieses Ereignis
vorbereiten. Am besten ist es, mit dem wichtigsten
Symbol der Taufe zu beginnen – dem Wasser.
für die Kleinen ist.
Ohne Wasser kein Leben!
Erklären Sie den Kindern, dass
es ohne Wasser kein Leben gibt.
Wenn sie Blumen gießen oder
den Rasen sprengen, haben sie
einen schönen Anknüpfungspunkt. Blumen brauchen Wasser,
der Hund braucht Wasser und
der Mensch auch, denn ohne
Wasser stirbt man nach drei oder
vier Tagen. Ohne Wasser wäre
die Erde wüst und leer. Zeigen
Sie den Kindern Bilder von der
Wüste. Auch steht das Wasser
für Sauberkeit und Gesundheit.
Wenn die Kinder in der Badewanne sitzen oder sich waschen,
erklären Sie ihnen, dass dadurch
»böse Bazillen« abgewaschen
werden und wir deshalb nicht so
schnell krank werden. In der
Bibel lesen wir, dass die Menschen sich taufen ließen, um von
ihren Sünden reingewaschen zu
werden. Die Taufe hilft uns im
Kampf gegen das Böse. Schließlich hat Wasser auch etwas mit
Lebensfreude zu tun. Es ist toll,
wenn wir planschen dürfen,
schwimmen können oder Bötchen fahren. Erzählen Sie, dass
Gott das Wasser geschaffen hat,
weil er die Menschen lieb hat.
4
apostel 2/2011
Was geschieht in der Taufe?
Für viele Menschen ist die Taufe die Feier der
Geburt oder das Fest der Namensgebung.
Das sind Elemente der Taufe, aber längst
nicht die wichtigsten. Das erste Element der
Taufe ist theologisch gesehen die Gemeinschaft mit Christus. Erklären Sie den Kindern, dass sie nicht nur Kinder ihrer Eltern
sind, sondern durch die Taufe auf besondere
Weise Kinder Gottes werden. Die Taufe
knüpft ein ewiges Freundschaftsband zu
Gott. So wie Blumen, Tiere und Menschen
ohne Wasser nicht leben können, so können
wir nicht ohne Gott leben. Er ist unser Vater
im Himmel und weil wir einen Vater im
Himmel haben, sind wir auch miteinander
Brüder und Schwestern – gleich ob wir in
Deutschland oder Afrika leben, schwarze
oder weiße Haut haben! Diese Gemeinschaft
der Kinder Gottes nennen wir Kirche und
durch die Taufe werden wir in die Kirche aufgenommen. Die Taufe befreit uns auch von
den Folgen der Erbsünde. So wie wir uns waschen, um Bazillen los zu werden, so ist die
Taufe ein Bad für die Seele und rüstet uns
gegen das Böse in der Welt.
mit kindern über gott reden
Eine Taufe, wie sei bei uns nicht üblich
ist. Bei der mit Rom verbundenen
chaldäischen Kirche des Irak wird der
Täufling in das Becken getaucht,
um – nach dem symbolischen Tod
des alten Menschen – zu neuem
Leben aufzuerstehen.
Mitgestaltung der Taufe
Wenn Kinder dabei sind, sollte man schon beim
Taufgespräch mit dem Priester oder Diakon
überlegen, wie diese einbezogen werden können. Lernen Sie mit den Kindern die Antworten
des Taufgelöbnisses und der Fürbitten. Ermuntern Sie sie, laut und kräftig mit zu beten. Sie
können die Kinder motivieren, indem Sie sagen:
»Als Du getauft wurdest, warst Du ganz klein
und konntest nicht sprechen, aber jetzt bist Du
groß und kannst selbst ganz laut und deutlich
sagen, dass Du ein Kind Gottes sein willst«.
Ältere Kinder können etwas vorlesen, singen
oder musizieren. Wenn die Situation es zulässt,
können die Geschwister und andere verwandte
Kinder dem Täufling beim Exorzismusgebet ein
Kreuzchen auf die Stirne zeichnen, oder ihre
Hände schützend wie einen Schirm über diesem
ausbreiten. Lassen Sie die Kinder bei der Taufe
vorne am Taufbecken stehen, damit sie gut
sehen. Fragen Sie den Priester, ob die Kinder
vor der Taufe am Chrisamöl riechen dürfen.
Dann können Sie ihnen erklären, dass das Kind
jetzt gesalbt wird, so wie früher Könige, Priester
und Propheten gesalbt wurden. Durch die Salbung wird das Kind etwas ganz Besonderes,
denn es soll einmal Gottes Bote in dieser Welt
sein. Um die Bedeutung des Taufkleides zu erklären, können Sie das Taufritual der Urkirche
beschreiben. Der Mensch trat vor das Taufbecken, legte seine alten Kleider ab und stieg in
das Taufbecken. Er wurde richtig untergetaucht.
Der alte Mensch sollte verschwinden. Gleichsam neugeboren und von allem Bösen gereinigt,
stieg der Täufling aus dem Wasser und bekam
ein weißes Kleid als Zeichen des neuen Lebens.
Wenn die Taufkerze entzündet wird, könnten
Sie darauf hinweisen, dass Jesus das Licht der
Welt ist. Zeigen Sie dem Kind seine eigene Taufkerze und sein eigenes Taufkleid. Schön ist es,
wenn die Taufkerze später auch als Kommu­
nionkerze verwandt wird.
Erinnerung an die Taufe
Das sichtbarste Zeichen der Tauferinnerung ist
das Weihwasserbecken in der Kirche. Erinnern
Sie das Kind daran, dass wir am Weihwasser­
becken mit dem Kreuzzeichen unser Taufgelöbnis erneuern, indem wir zum Beispiel sagen:
»Ich bin getauft im Namen des Vaters und des
Sohnes und des Heiligen Geistes Amen«. Eine
schöne und sinnvolle Angewohnheit ist es,
jedes Jahr den Tauftag ins Gedächtnis zu rufen.
Einige Gemeinden bieten Tauferinnerungsgottesdienste mit Kindersegnung an. Erzählen Sie
dem Kind von seinem Namenspatron, lassen Sie
die Tradition des Namenstages nicht in Vergessenheit geraten. Betrachten Sie Taufbecken in
fremden Kirchen. Viele sind so gestaltet, dass sie
in Bildern und Symbolen etwas über die Taufe
erzählen, aber jeder Brunnen, jedes Flüsschen,
sogar jede Flasche Mineralwasser können zur
Erinnerung werden an das erste und wichtigste
Sakrament – die Taufe.
p. heinz josef catrein sscc
2/2011
1/2011 apostel
5
inhalt
Katholisch –
Kirchliche Schulen haben in Deutschland eine lange Tradition.
Die institutionalisierte Ausbildung oblag seit dem Mittelalter
hauptsächlich der Kirche. Zunächst, um ihren eigenen
Nachwuchs auszubilden, unterhielt die Kirche zahlreiche
Dom-, Stifts- oder Klosterschulen. Erst mit der Reformation
setzte im 16. Jahrhundert die Entwicklung eines staatlichen
Schulsystems ein, das sich jedoch parallel zu den weiterhin
bestehenden und sich in der Zielgruppe ausweitenden
kirchlichen Schulen bildete. Obwohl während des
Kulturkampfes die Gründung von katholischen Schulen
verboten war und unter der nationalsozialistischen Herrschaft
alle konfessionelle Schulen schließen mussten, ist die
katholische Kirche bis heute der größte Träger von freien
Schulen. Entgegen dem gesellschaftlichen Trend, der eher
durch Abwendung von der Kirche bestimmt zu sein scheint,
erfreuen sich katholische Schulen stetiger und wachsender
Beliebtheit.
6
apostel 2/2011
titelthema
»Das hier ist unser Johnny. Wir
gehen gern hier in die Schule.
Hier ist es friedlicher als an anderen Schulen. Die Gemeinschaft
Christlichen Lebens (GCL) hier
am Johnny ist wie eine zweite Familie für uns. Wir haben viel
Spaß und können uns auch engagieren. Mit PEK ist es immer
spannend und schön …« Aus den
sieben Schülern des JohannesGymnasiums in Lahnstein sprudelt es nur so heraus. Sie freuen
sich sichtlich, Gutes über ihre
Schulleiter Rudolf Loch. Er erzählt mit großem Respekt und
viel Dankbarkeit von den Leistungen der Ordensgemeinschaft
und ist sich bewusst, ein großes
Erbe angetreten zu haben. Er ist
überzeugt, dass Ordensschulen
es in einem ganz hohen Maße
schaffen, Glaube und Gemeinschaftsleben zu verbinden und
damit eine starke Verwurzelung
und Identifikation der Schüler
mit ihrer Schule erreichen. Im
Johannes-Gymnasium lebt dieser
und was sonst noch?
Das Johannes-Gymnasium und andere katholische Schulen in Deutschland
Schule berichten zu können. Die
Stimmung ist fröhlich und ausgelassen. PEK ist übrigens kein Mitschüler, kein Computer-Spiel und
keine Fernsehsendung. PEK steht
für Pater Ernst Karbach. Er ist
Arnsteiner Pater und langjähriger
Leiter der GCL. Das JohannesGymnasium in Lahnstein ist
eine Privatschule in katholischer
Trägerschaft. Die St. HildegardSchulgesellschaft des Bistums
Limburg ist heute der Träger. Ihre
Wurzeln hat die Schule allerdings
bei den Arnsteiner Patres, die sie
1920 als Missionsschule gründeten. Um den Fortbestand der
Schule angesichts ihrer geringer
werdenden personellen und finanziellen Möglichkeiten für die
Zukunft zu sichern, hat die Ordensgemeinschaft 1992 gemeinsam mit dem Bistum Limburg
eine Trägergesellschaft gegründet, die dann 2006 ganz an das
Bistum übergegangen ist. Mit
Pater Alfred Bell verließ 2008 der
letzte Ordenspriester als Schulleiter das Johannes-Gymnasium.
Dennoch gilt sie unter den Lahnsteinern immer noch als »Schule
der Patres«, berichtet mir der
gemeinschaftliche Geist in der
GCL mit Pater Ernst fort. Der
65-jährige Lehrer für Religion
und Biologie hat sich noch nicht
gänzlich zur Ruhe gesetzt und ist
immer noch Herz und Motor der
GCL. Durch ihn und die anderen
noch in der Schulpastoral tätigen
Patres und Lehrer wird Glaube
auf eine andere Weise spürbar
und erfahrbar: als ein in Gemeinschaft gelebtes Gut, das mehr beinhaltet als die individuelle Zwiesprache mit Gott. Diese soziale
Dimension des Glaubens auch
weiterhin glaubwürdig zu leben
und zu vermitteln, sieht Rudolf
Loch als eine der Herausforderungen für seine Schule. »Das
Charisma einer Ordensgemeinschaft lässt sich auf Dauer schwer
institutionalisieren, es lebt von
der Begegnung mit Menschen«,
glaubt auch Pater Peter Egenolf,
ehemaliger Provinzial der Arnsteiner Patres. Neben der langen
Tradition und dem daraus erwachsenen Wissen und der Erfahrung in der Erziehung und
Bildung von Kindern haben Or-
Katholische Schulen weiterhin gefragt
Insgesamt gibt es in Deutschland nach Angaben des Arbeitskreises
Katholischer Schulen 674 allgemeinbildende Schulen in katholischer
Trägerschaft. Davon sind 77 Grundschulen und 215 Gymnasien.
Daneben betreibt die katholische Kirche auch 216 berufsbildende
Schulen. Insgesamt werden etwa 372 Tausend Lernende in diesen
Schulen unterrichtet. Ein großer Träger neben den Diözesen und
katholischen Verbänden wie der Caritas sind die Ordensgemeinschaften, die – so die Vereinigung katholischer Schulen in Ordenstradition (ODIV) – 190 Mitgliedsschulen, vor allem weiterführende
Schulen, betreiben, in denen insgesamt rund 113 Tausend Lernende – in der Mehrzahl Mädchen – unterrichtet werden.
2/2011 apostel
7
titelthema
Liturgische Frühschicht in der Fastenzeit
Glaube und Gemeinschaft erleben
Die Gemeinschaft Christlichen Lebens (GCL) ist seit den 50er Jahren
eine Institution am Johannes-Gymnasium. Gut 150 der 1000 Schüler
des Gymnasiums sind in der GCL engagiert, die von Pater Ernst Karbach SSCC geleitet wird. In einem Nebengebäude der Schule hat sie
ihre Räume: eine Kapelle, in der bis zu 80 Menschen Platz finden,
einen Frühstücksraum mit Küche, den Gruppenraum und die »ChillEcke« mit Sofas zum Entspannen.
Hier verbringen die »GCLer« ihre Pausen und Freistunden, hier treffen sie
sich für die Gruppenaktivitäten und
nicht zuletzt für die »Frühschichten«
zum Gebet. Die älteren Schülerinnen
und Schüler engagieren sich für die
Jüngeren, führen sie in die Gruppen
ein und organisieren Freizeiten und
Aktivitäten. Höhepunkte im Jahr sind
die Fastenzeit und der Advent, da treffen sich jeden Freitag um 6.30 Uhr bis
zu 60 Personen zum Gebet: Schüler,
einige Lehrer und Eltern. Die Arnsteiner Patres, für die Schulpastoral
des Johannes-Gymnasiums zuständig,
bereiten die Gottesdienste vor. Immer
zur Fastenzeit wird für ein soziales
GCL Zeltlager
Projekt gesammelt. In diesem Jahr
sind die Spenden für ein Waisenhaus für Aidswaisen in Mosambik
bestimmt, das vom Schwesternzweig der Ordensgemeinschaft betrieben wird. Ein großes Erlebnis und auch das persönliche Steckenpferd von Pater Ernst sind die im Sommer und an Pfingsten stattfindenden Zeltlager. »In der GCL wollen wir Glauben und Gemeinschaft
leben und erleben. Das ist nicht immer einfach mit Heranwachsenden
und oft eine Gratwanderung! Einerseits ist es notwendig, Kinder und
Jugendliche da abzuholen, wo sie stehen und sie mit all ihren Sorgen
und Fragen ernst zu nehmen. Andererseits ist die GCL nicht in erster
Linie ein Sport- und Freizeitverein, sondern ein Angebot für eine jugendgemäße religiöse Lebensgestaltung«, fasst Pater Ernst seine
Grundsätze zusammen.
8
apostel 2/2011
densschulen einen weiteren Vorteil, so Dr. Joachim Ackva, Schulleiter an der Marienschule in der
Bistumsstadt Limburg: »Meine
Vorgängerin, Schwester Christiane Humpert von der Kongregation der Armen Dienstmägde Jesu
Christi, ist allein durch ihre
Tracht programmatisch in Erscheinung getreten. Das christliche Profil war schon rein äußerlich gegeben! Als Bistumsschule
ist es schwieriger, ein klar erkennbares christliches Profil zu
zeigen und dabei offen für alle getauften Christen zu bleiben ...«
Aber gerade das, erst auf den
zweiten Blick erkennbar Katholische, ist nicht unbedingt das Unwichtigere. Neben den Gottesdiensten und den vielfältigen religiösen sowie caritativen Angeboten wie Morgengebete, Tage religiöser Orientierung oder das verbindliche Praktikum in einer
sozialen Einrichtung ist es vor
allem die fühlbare Anwesenheit
einer an Jesus Christus orientierten Gemeinschaft von Lernenden, Lehrenden und Eltern, die
das Profil einer katholischen
Schule prägen sollte. Das beginnt
damit, dass in den Schülerinnen
und Schülern nicht nur Lernende, sondern in erster Linie Menschen und in diesem Fall Heranwachsende gesehen werden, die
ihre Stärken und Schwächen
haben. Dass jeder Lernende mitgenommen, beraten und begleitet
wird. Das beinhaltet ein von
Rücksichtnahme und Respekt gestaltetes Miteinander nicht nur
zwischen Lehrern und Schülern,
sondern auch zwischen Lehrern
und Eltern. Auch Gedanken und
Ereignissen wird Raum und Platz
gegeben, die nicht unmittelbar
für den Leistungszuwachs verwertbar sind. In den Tagen nach
Erdbeben und Tsunami in Japan
war zum Beispiel das Gespräch
über diese Ereignisse wichtig,
um Ängste und Unsicherheiten
zu bewältigen und für die Opfer
zu beten.
titelthema
Egal wie begabt, leistungsfähig und schön Du bist!
Die Schüler und Schülerinnen
sollen erfahren, dass sie mit ihren
Gedanken und Gefühlen ernst
genommen werden. Dass sie als
Ebenbild Gottes wertvoll sind
und jede und jeder seine Aufgabe
im Leben hat – egal wie begabt,
leistungsfähig und schön man ist!
Auch in der Gestaltung des Fachunterrichts gibt es Unterschiede
zwischen Regelschulen und konfessionellen Schulen, wenngleich
kein grundsätzlich anderer Lehrstoff vermittelt wird. Als staatlich
anerkannte Schule in freier Trägerschaft, die mit Schulgeld gefördert wird, sind konfessionelle
Schulen an die Lehrpläne und
Vorgaben durch die Schulämter
gebunden, um staatlich anerkannte Abschlüsse vergeben zu
können. Dennoch haben sie die
Freiheit, bei der Stoffvermittlung
andere Akzente zu setzen. Besonders in den geisteswissenschaftlichen Fächern gibt es immer wieder die Möglichkeit, auf ethische
Fragestellungen einzugehen, die
Frage nach dem Sinn der menschlichen Existenz zu stellen und
über christliche Werte nachzudenken. Wenn es katholische
Schulen schaffen, ihren Schülerinnen und Schülern einen re-
flektierten und kritischen Umgang mit den Naturwissenschaften zu vermitteln, dann können
sie damit zumindest den Keim für
einen verantwortungsvollen und
ethischen Umgang mit Wissenschaft und Technik einpflanzen
und jungen Menschen zeigen,
dass nicht alles, was möglich ist,
auch gut sein muss. Katholische
Schulen haben ihren Sinn und
Zweck: Sie sind gut für die Schüler und Schülerinnen und sie wirken im Idealfall über diese in die
Gesellschaft hinein. Und sie sind
gut für die Kirche. Denn für die
Kirche sind sie Orte der Begegnung mit jungen Menschen, die
sie sonst nicht mehr so einfach
erreichen: weder beim Gottesdienst noch in den Pfarrgemeinden. Bei der Lektüre von Goethes
Faust oder in der Auseinandersetzung mit der Schöpfungsgeschichte werden die Schülerinnen und Schüler mit christlichen
Werten konfrontiert. Über diese
Auseinandersetzung können Fragen nach dem Sinn des Lebens
entstehen und – so Rudolf Loch
vom Johannes-Gymnasium –
»die christliche Antwort darauf
ist immer ein möglicher ›Ansprechpartner‹ – einer, an dem
man sich zwar reiben, mit dem
man sich aber auch auseinander-
Der Leiter der Gemeinschaft
Christlichen Lebens am JohannesGymnasium Pater Ernst Karbach SSCC
wohnt direkt an der Schule und kann
immer zur Stelle sein, wenn die
Jugendlichen ihn brauchen.
setzen und identifizieren kann«.
Wichtig für diesen Prozess, betont Dr. Joachim Ackva, sei das
Vorbild durch die Erwachsenen.
Sind es bei den Ordensschulen
die Schwestern oder Patres und
Brüder, die die christliche Orientierung vorleben und garantieren,
so kommt in den Bistumsschulen
über die religiösen Angebote wie
Gottesdienste und Besinnungstage hinaus den Lehrern diese
wichtige Aufgabe zu. Mit ihrer
Einstellung zu Jesus Christus
und ihrer Haltung im täglichen
Leben sind sie die Instanz, durch
die eine katholische Schule lebt
und geprägt wird. Deswegen ist
die richtige Auswahl der Lehrer
besonders wichtig und nicht
Die katholische Schule »Mirasierra« ist eine der
neun Ordensschulen der Heiligsten Herzen
(Schwestern- und Brüderzweig) in Spanien, wo
gut 30 Prozent der Schulen in privater Trägerschaft sind. Dort ist es den katholischen Trägern
erlaubt, Schulgeld zu erheben, sodass die
Schulen sich finanziell tragen. Auch in Lateinamerika betreibt der Orden noch Schulen, die
Erträge einbringen. Damit werden vor Ort
Projekte finanziert, die Benachteiligten
zu Gute kommen. Im Kongo unterhält die
Ordensgemeinschaft eine Schule, die der
Basisbildung dient: Alphabetisierung und
praktische Ausbildung.
2/2011 apostel
9
titelthema
Rudolf Loch
ist Schulleiter des
Johannes-Gymnasiums
in Lahnstein, einer
ehemaligen Schule der
Arnsteiner Patres. Seit
1992 befindet sie sich
in der Trägerschaft der
St. HildegardSchulgesellschaft.
immer leicht. Fachkompetenz
und praktiziertes Christentum
müssen Hand in Hand gehen.
Wenn Heranwachsende an ihren
Lehrern erleben, wie motivierend
das Leben aus dem Glauben heraus sein kann, dann ist ein wichtiger Schritt schon getan. Diese
Beziehung zwischen dem Lehrenden und dem Lernenden ist
für viele komplizierter geworden,
seitdem katholische Einrichtungen – in den meisten Fällen handelte es sich um Internate – durch
Missbrauchfälle in die Schlagzeilen geraten sind. Denn: Sexueller
Missbrauch trifft konfessionelle
Schulen ins Mark. »Wir wollen
keine distanzierte und kalte
Schule sein«, antwortet mir Rudolf Loch vom Johannes-Gymnasium auf meine Frage, welche
Konsequenzen die Debatte um
die sexuellen Übergriffe auf seine
Schule gehabt haben. »Wir wollen auch weiterhin einen Schüler
in den Arm nehmen können, der
erfahren hat, dass die Mutter gestorben ist …« Die Bedürfnisse der Schüler
und Schülerinnen nach
Austausch und Zuwendung dürften nicht aus Angst und Verunsicherung abgewiesen werden.
Auf der anderen Seite stehen die
Schulen hinter der rückhaltlosen
Aufklärung der Fälle und für
einen offenen sowie sensiblen
Umgang mit der Thematik, um
für die Zukunft den Missbrauch
von Schutzbefohlenen zu verhindern.
Eliteschulen oder Option für
die Armen?
Konfessionelle Schulen nehmen
in der Regel getaufte Kinder auf.
Dennoch verstehen sie sich in der
heutigen, säkularen Welt als eine
missionarische Instanz der Kirche. Wie aber können sie Kinder
und Jugendliche ansprechen?
Viele Studien kommen zu dem
Schluss, dass die Zahl kirchennaher junger Menschen stetig
sinkt. Immer mehr Menschen
kehren der Institution Kirche den
Rücken – aber die Suche nach
Glauben, Gemeinschaft und Gott
ist damit nicht zwangsläufig beendet. Das gilt vielleicht in besonderer Weise für Jugendliche.
Junge Menschen, die in der Auseinandersetzung mit dem Anderen ihr Ich suchen und finden
müssen, fühlen sich eher angesprochen, wenn sie Gemeinschaft
und Austausch mit Gleichgesinnten erleben können. Weniger attraktiv sind für viele starre liturgische Formen oder auch ein Gemeindeleben, in dem sie eine
kleine Minderheit sind und selbst
Dr. Joachim Ackva
ist Schulleiter der
Marienschule in der
Bistumsstadt Limburg.
Die ehemalige Schule
der Dernbacher
Schwestern ist heute
in der Trägerschaft der
St. HildegardSchulgesellschaft.
10
apostel 2/2011
ihre Eltern noch zu den jüngeren
gehören. Wenn Kirche über ihre
Schulen Menschen erreichen
möchte, die sonst nicht kommen,
dann muss sie offen sein. Muss in
Kauf nehmen, dass nicht nur die
überzeugten Christen kommen.
Denn die Erwartungen der Eltern
an katholische Schulen sind sehr
unterschiedlich: Während die
einen mit dieser Schulwahl die
Fortsetzung beziehungsweise Ergänzung zum christlichen Leben
in der Familie und Gemeinde
wünschen, knüpfen andere daran
die Hoffnung, die Schule möge
sich um die christliche Sozialisation ihrer Kinder kümmern, da
sie sich selbst dazu nicht mehr in
der Lage sehen. Wiederum andere misstrauen dem staatlichen
Schulsystem und wünschen sich
eine bessere Schule für ihre Kinder mit guter Betreuung durch
engagierte Lehrer und einer
sprachlich und kulturell weitgehend homogenen Schülerschaft.
Hier und da ist auch der Vorwurf
gegenüber katholischen Schulen
zu hören, sie seien »Eliteschule«
für das Bildungsbürgertum. Vielfach erreichen sie tatsächlich die
bildungsfernen Gruppen in der
Gesellschaft nicht, so wie im Übrigen die Katholische Kirche als
solche diese Menschen auch nicht
mehr einfach erreicht. Aber vor
Ort in den Schulen ist die Realität
sehr vielschichtig. Auf dem Land
sind katholische Schulen oft stark
im Bewusstsein der Menschen
verankert und über Generationen
von den Menschen besucht worden, sodass es selbstverständlich
und nicht elitär ist, seine Kinder
dort anzumelden. Schulgeld wird
in vielen Schulen nicht erhoben
oder wenn, handelt es sich um
geringe Beträge, die im Bedarfsfall auch sozial gestaffelt werden.
In den Großstädten dagegen, wo
die staatlichen Schulen in größerem Umfang mit sozialen Problemen wie Migration, Verarmung
und sozialer Verelendung zu
titelthema
Das Johannes-Gymnasium im Jahr 1958: damals war sie noch eine reine Jungenschule mit Internat,
in der zahlreiche Patres unterrichten. Im Kollegium von 1970 sind die Patres noch deutlich vertreten.
Heute unterrichtet noch ein bereits pensionierter Pater Religion und Biologie am Gymnasium.
kämpfen haben, stellen alle Schulen in privater Trägerschaft – so
auch die katholischen – oft Nischen für Eltern dar, die für ihre
Kinder eine privilegierte Umgebung suchen. Auf meine Frage,
nach welchen Kriterien das Johannes-Gymnasium seine Schüler auswählt, wenn es mehr Anmeldungen als Plätze gibt, erklärt
mir der Schulleiter: »Wir als
Schule und auch der Träger fühlen uns der Option für die Armen
verpflichtet. Im Zweifelsfalle entscheiden wir uns für den Schüler
aus schwierigeren Verhältnissen,
gegenüber dem Schüler aus einem
wohlbehüteten Elternhaus. Die
Voraussetzung ist, dass beide die
Empfehlung für den Besuch eines
Gymnasiums vorweisen und die
christliche Identität der Eltern
und des Schülers erkennbar ist.
Wir haben an unserer Schule darüber hinaus auch Ganztagsklassen, die verstärkt Kindern von Alleinerziehenden zur Verfügung
stehen.« Die Einschätzung, ob
das, was katholische Schulen leisten können, nicht »ein Tropfen
auf dem heißen Stein« ist und
Kirche die Option für die Armen
und Benachteiligten nicht in anderen Bereichen oder mit anderen
Schulformen wie Förderschulen
oder Schulen, in denen lernschwache oder behinderte Schüler integriert werden, viel sinnvoller nutzen könnte, mag berechtigt sein. Zumal jedem Kind
in Deutschland der kostenlose
Schulbesuch an staatlichen Schulen möglich ist. Andererseits
übersieht man damit leicht den
großen Einsatz kirchlich engagierter Menschen, die sich in
vielfältiger Weise für benachteiligte Kinder einsetzen. Und: Kirche schafft in all ihren Schulen
Räume, in denen junge Menschen in der Auseinandersetzung
mit dem Evangelium wachsen
können, in denen sie Gutes erfahren. Wenn die Schulen diesen
jungen Menschen mit auf dem
Weg geben: »Ihr habt Gutes erfahren, gebt dies weiter!«, dann
ist das ein Gewinn für alle. ■
susanna sargenti
Das Christophorus-Gymnasium in Werne
wurde 1955 von den Arnsteiner Patres
gegründet. Bildung und Erziehung war
damals ein Schwerpunkt ihrer Tätigkeit in
Deutschland. 1982 übernahm das Bistum
Münster, das ein sehr großes Engagement
im schulischen Bereich zeigt und Träger von
69 katholischen Schulen ist, das Gymnasium.
Mit der Pensionierung von P. Harald Adler
verließ 2001 der letzte Schulleiter in
Ordenstracht die katholische Schule.
2/2011 apostel
11
titelthema
Keiner ist zu viel!
Interview über Auftrag und Praxis katholischer Schulen
Konfessionelle Schulen haben den verbrieften
Auftrag, in ihren Schülerinnen und Schülern
immer auch den Menschen mit seinen Stärken
und Schwächen und einer von seinen Leistungen
unabhängigen Würde zu sehen. Für die Kirchen
sind Schulen ein Ort der Begegnung mit jungen
Menschen und damit eine große Möglichkeit,
Gott und den Glauben im gelebten Miteinander
zu vermitteln. Über den Bildungsauftrag katholischer Schulen und die Schulpastoral sprach
unsere Redakteurin Susanna Sargenti mit Pater
Manfred Kollig SSCC, ehemaliger Leiter der Abteilung »Schulseelsorge« und heute Leiter der
Hauptabteilung »Seelsorge« im Bischöflichen Generalvikariat Münster.
Pater Manfred, wie beschreiben Sie die Aufgaben von
Schulseelsorgerinnen und Schulseelsorgern? Es dürfte sich dabei ja um mehr handeln als um eine »Seelenfeuerwehr« für in Not geratene Schüler, Eltern,
Lehrer, Hausmeister und Sekretärinnen …
Wie jede Pastoral orientiert sich auch die Schulpastoral an den klassischen pastoralen Aufgabenfeldern.
Schulseelsorgerinnen und Schulseelsorger sind erstverantwortlich, die Frage nach Gott wach zu halten
und in der Schule den Glauben zu verkünden. Durch
Wort und Tat geben sie Zeugnis davon, wie Jesus in
seinem irdischen Leben mit Besitz, Beziehung und
Macht umgegangen ist. Sie helfen, das Leben in der
Schule »ins Gebet zu bringen«, bereiten mit den Schülern und Lehrern Gottesdienste zur Einschulung, zum
Schuljahresbeginn oder -ende und zur Schulentlassung vor. Die Organisation von Tagen religiöser Orientierung, Schulendtagen, religiösen Schulwochen, von
Bibelgesprächskreisen für Eltern und Einkehrtagen
für Lehrer gehört zu ihren Aufgaben. Auch arbeiten sie
mit, wenn es um das kirchliche Profil der Schule geht,
bilden Eine-Welt-Kreise und helfen mit, in der Schule
einen Beitrag zur Gestaltung und Bewahrung der
Schöpfung zu leisten. Sie sind zuverlässig präsent und
ansprechbar, sei es im Lehrerzimmer oder im Schülercafé, in den Mitwirkungsgremien oder bei Festen. In
Krisensituationen wie Unfall, Tod oder besonderen Ereignissen in der Welt unterstützen sie die Schulgemeinde, ihre Ängste, Nöte und Bitten in angemessenen Ritualen und Worten mitzuteilen und vor Gott zu
bringen. Schulseelsorgerinnen und Schulseelsorger
sind oft auch Türöffner für andere Beratungsstellen
und verringern bei Eltern und Schülern die Schwellenängste, externe Beratung in Anspruch zu nehmen.
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apostel 2/2011
Schulpsychologen kümmern sich um über- bzw.
unterforderte Kinder und um frustrierte Lehrer. Sie
spüren die Folgen von abwesenden, extrem leistungsorientierten oder verunsicherten Eltern. Mit
welchen Problemen und Sorgen waren Sie als Schulseelsorger konfrontiert?
Mit diesen Sorgen war auch ich als Schulseelsorger
konfrontiert. Mir war es in der Kooperation mit
Schulpsychologen und Beratungslehrern immer
wichtig, auf das christliche Menschenbild zu verweisen: Der Mensch ist Ebenbild Gottes. Er hat eine
Größe, die ihm niemand unter keinen Umständen –
auch mit noch so schlechten Noten – nehmen darf.
Das bedeutet auch, dass wir uns von dem anderen
Menschen wie auch von Gott kein endgültiges Bild
machen dürfen. Jede Schülerin und jeder Schüler ist
offen für Weiterentwicklung, für den nächsten
Schritt. Das gilt für sein Lernen im Fachunterricht,
für seine Beziehungen zu den Lehrenden wie zu den
Mitschülerinnen und Mitschülern. Ich habe es auch
immer wieder erlebt, dass Schülerinnen und Schüler
aber auch Erwachsene mit ihren Anfragen an die
Kirche zu mir kamen. In den letzten Jahren wurde
ich immer öfter mit Glaubensfragen und nicht nur
mit Fragen zum Glaubenswissen konfrontiert. Ich
bin häufig gefragt worden: Warum erhört Gott mein
Gebet nicht? Wo kann ich Gott erfahren? Was gewinne ich, wenn ich auf Gottes Wort höre oder mit
ihm spreche? Das kann daran liegen, dass für solche
Fragen Vertrauen wachsen muss; es kann aber auch
daran liegen, dass Menschen an anderen Orten
immer seltener Menschen treffen, um über ihre
Glaubensfragen zu sprechen.
Im Spannungsverhältnis zwischen Erziehungsanstalt und Wissensfabrik tendieren Regelschulen
meines Erachtens zunehmend zu Letzterem. Wie
reihen sich katholische Schulen hier ein? Was ist ihr
besonderer Erziehungsauftrag?
Aus meiner Erfahrung mit Menschen, die sich in öffentlichen Schulen engagieren, und mit Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft, die diese Schulen
gestalten und leiten, tue ich mich schwer, den Graben zwischen »Regelschulen« und katholischen
Schulen zu vertiefen. Dafür kenne ich zu viele engagierte Menschen in öffentlichen Schulen. Wenn ich
also etwas zu dem besonderen Erziehungsauftrag
katholischer Schulen sage, dann nicht, um gleichzeitig zu sagen, was die anderen nicht haben oder
tun, sondern, um zu sagen: An katholischen Schulen
titelthema
müssen sich die Menschen darauf verlassen können, dass dieser Erziehungsauftrag erfüllt wird. An
anderen Schulen hängt die Orientierung der Schule
an Jesus Christus und seiner Botschaft wesentlich
von dem Lehrerkollegium ab, ist nicht in einem Leitbild des Schulträgers oder im Schulprogramm verankert und damit weniger gesichert. Die katholische
Schule ist eine Einrichtung der Kirche. Wie alles,
was »Kirche« ist und wo sich eine Gemeinschaft von
Christen versammelt, muss sie so gestaltet werden,
dass die Menschen in dieser Schule als Einzelne und
als Gemeinschaft Zeichen der Nähe Gottes sind. Die
Menschen, ganz gleich ob Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, Eltern oder Hausmeister, Sekretärinnen, Verwaltungsangestellte oder
Schulseelsorgerinnen und Schulseelsorger müssen
spüren können und andere erfahren lassen, wie Jesus
Christus, nach dem sie sich Christin und Christ
nennen, denkt und fühlt, deutet und handelt. Konkret zeigt sich das, wo in den katholischen Schulen
nicht nur Wert auf das gelegt wird, was messbar ist –
messbares Wissen, messbare Leistung –, sondern
auch auf das, was nicht messbar ist, aber wirkt: das
Ausdrücken von Gefühlen, die Gestaltung von Beziehungen, der Umgang mit den Möglichkeiten und
mit den Grenzen des anderen, die Befähigung zur
Stille und der Sinn für die »Entschleunigung«, die
Weitung der Perspektive für Kreatives und auf den
ersten Blick wenig Effektives, nicht zuletzt die Förderung des Engagements für Benachteiligte und
Arme innerhalb und außerhalb der Schule. Für mich
gehört zum Kern des heutigen Erziehungsauftrags,
mit den Menschen in der Schule wahrzunehmen,
dass der Glaube an Jesus Christus das Leben verändert. Dazu gehört zunächst einmal zu entdecken
und zu betrachten, dass »er da ist«. Es gibt zwei
Orte, von denen uns Jesus gesagt hat, dass er mit Sicherheit da ist: Im eucharistischen Brot – das ist
mein Leib – und im Ärmsten – was ihr ihm getan
habt, das habt ihr mir getan. In der katholischen
Schule müssen wir Schülerinnen und Schüler einladen und befähigen, solche gesicherten Orte der
Gegenwart Gottes zu entdecken und sich mit dem
Leben Jesu auseinanderzusetzen. Daraus wird sich
die Bereitschaft entwickeln, im Geiste Jesu für die
anderen da zu sein.
Die katholische Kirche befindet sich – so die Ansicht
zahlreicher Beobachter – in einem tief greifenden
Wandel von der Volkskirche zur »kleinen Herde«.
Welche Rolle können konfessionelle Schulen in einem
solchen Prozess spielen?
Ich teile diese Auffassung vom Ende der Volkskirche
nur zum Teil. Denn in vielen Teilen der deutschen Kirche gibt es immer noch volkskirchliche Erwartungen:
Pater Manfred Kollig SSCC,
ehemaliger Leiter der Abteilung
»Schulseelsorge«, jetzt Leiter der
Hauptabteilung »Seelsorge« im
Bischöflichen Generalvikariat
Münster
Dörfer wollen »ihren Pfarrer« und verstehen nicht,
dass dies aufgrund der Personalsituation nicht mehr
möglich ist; vielerorts wünschen sich die Katholiken
in jedem Stadtteil »ihre Christmette«. Häufig gibt es
noch die Erwartung, dass sich die meisten katholischen Jugendlichen »firmen lassen«. Das heißt: Die
Herzen schlagen noch in vielen Katholiken – Laien
wie Klerikern – volkskirchlich. Und es ist »nur« der
Verstand, der sie vom Ende der Volkskirche sprechen
lässt. Das reicht aber nicht, um motiviert die sich wandelnde Situation der Kirche in der deutschen Gesellschaft gläubig und großmütig zu gestalten. Das Bild
von der »kleinen Herde« zeigt meines Erachtens diesen Konflikt zwischen Herz und Verstand. Fast Zweidrittel der Deutschen sind Christen und davon ist die
Hälfte katholisch. Wie können wir da von einer kleinen Herde sprechen? Und wie muss ich mir dann
unter deutschen Verhältnissen eine »große Herde«
vorstellen? Es sind unsere innerkirchlichen Ausschlusskriterien, die offen oder geheim in unseren
Köpfen wirken. Sie lassen unsere Herde klein erscheinen. Aber, jeder getaufte und gefirmte Katholik gehört
zu dieser Kirche! Ganz gleich, ob er jeden Sonntag
oder einmal im Jahr am Gottesdienst teilnimmt, ob er
sich für die Armen einsetzt oder nicht. Keiner ist zu
viel. Wir haben den Auftrag Jesu, uns um jeden dieser
Menschen zu sorgen und ihm Augen und Ohren, Herz
und Verstand zu öffnen, damit er Jesus Christus entdeckt und zu ihm eine lebendige Beziehung aufbaut:
im Menschen und im Brot des Lebens. Genau dies ist
der Ansatz der katholischen Schulen in unserer Zeit.
Wenn wir auf die Schülerinnen und Schüler dieser
Schulen schauen, dann können wir zwar die Frage
stellen: Wer gehört zur kleinen Herde? Dann müssen
wir aber auch Kriterien für die Zugehörigkeit vereinbaren und wir müssen den Glauben, das heißt die persönliche Beziehung des Kindes und des Jugendlichen
zu Gott bewerten. Das kann aus meiner Sicht nur
schief gehen. Stattdessen werbe ich dafür, in der Schule zu einem Leben aus dem Glauben einzuladen. Die
Kirche hat den Auftrag, einladend zu sein und die katholische Schule ist ein hervorragender Ort, an dem
sie diese Sendung erfüllen kann. ■
Pater Manfred, vielen Dank für das Gespräch!
2/2011
1/2011 apostel
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symbole der kirche – kurz erklärt
Feuer und Flamme – für Johannes
Dem Prediger Johannes feindlich gesinnte Leute zogen eines
Abends aus, den grimmig gehassten Bußprediger Johannes
den Täufer in der Wüste zu fangen. Sie verabredeten sich, wer
ihn zuerst fände, solle ein Feuer
anzünden, um durch dieses Zeichen die übrigen Verfolger herbeizurufen. Als nun einer den
Strafprediger gefunden hatte
und ein Feuer anzündete,
flammten überall in der ganzen
Gegend Feuer auf, sodass sie
nicht wussten, wohin sie sich
wenden sollten. So wurde der
heilige Johannes auf wundersame Weise gerettet. Zum frommen Gedenken daran entzünden die Menschen seither die Johannisfeuer, welche auch Sunnawendfeuer genannt werden.
Johannisfeuer werden auch heute
noch in vielen Gemeinden entzündet. Besonders die Katholiken
im Süden tun sich dabei hervor:
Große Scheiterhaufen werden errichtet, oft wie bei einem Schiff
mit einer mächtigen Figur vorneweg, brennende Räder vom Berg
ins Tal gerollt, Tänze und Rituale
um das Feuer gefeiert.
Kein anderer Tag im Kalender
scheint so wie der 24. Juni mit
Symbolen und Zeichen besetzt.
Der 24. Juni ist Mitsommertag.
Von da an werden die Tage kürzer, und es geht aufs Ende des
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apostel 2/2011
Jahres zu, wo wir an Weihnachten – genau sechs Monate später – mitten im Winter, eine neue
und endgültige Geburt feiern.
Johannes hat in jedem der vier
Evangelien einen wichtigen
Platz. Er verdrängte und absorbierte die heidnische Magie, die
mit dem Mitsommer verbunden
war. Durch Johannes wurden sie
gleichsam »getauft«. Freudenfeuer zu Ehren der alten Götter
wandelten sich zu Johannisfeuern. Der Sprung über das Johannisfeuer versprach baldige Heirat und Schutz vor Hexen und
Geistern. Angebrannte Holzstücke steckte man in Felder und
Äcker, um diese vor Ungeziefer
zu schützen. In dieser Nacht gepflückte geheimnisvolle Heilpflanzen versprachen magische
Wirkung (Arnika, Bärlapp, Bei-
fuß, Eisenkraut, Holunder, Kamille, Klette, Margerite, Quendel, Ringelblume und natürlich
das Johanniskraut). Es gibt Johannisbeeren und -käfer (Glühwürmchen) und eine Rose, die
»Johannisfeuer« heißt.
Auch politisch wurde und wird
das Feuer des Johannes in Beschlag genommen, nicht selten
mit »rechtsdrehender Wirkung«.
Die Nationalsozialisten damals
und ihre Nachfolger heute gehören dazu. Auch der Ursprung der
in Tirol üblichen Herz-JesuFeuer hat einen politischen Ursprung. Seit dem ausgehenden
19. Jahrhundert werden auf den
Bergen Tirols Herz-Jesu-Feuer
als Zeichen der Erneuerung des
Herz-Jesu-Gelöbnisses von 1796
entzündet. Als französische Truppen unter Napoleon das Land
Tirol bedrohten, traten die Tiroler Landstände in Bozen zusammen, um die Situation zu beraten. Der Abt des Klosters Stams
regte an, das Land dem »Heiligsten Herzen Jesu« anzuvertrauen.
Der Vorschlag wurde einstimmig
angenommen, die Landstände gelobten im Namen des Volkes, das
Herz-Jesu-Fest, das im Kalender
dem Johannestag nahe ist, jährlich feierlich zu begehen.
Bei all dem Feuer und Brennen
um Johannes ist es gut, sich
daran zu erinnern, dass er den
einzigen »Feuerherd der Liebe«
verkündet und dafür seinen Kopf
verloren hat: »Er wird euch taufen in heiligem Geist und Feuer«
(Matthäus 3,11). ■
p. friedhelm geller sscc
Geistlicher Wegbegleiter
Anregungen für die Monate Juli, August und September
Spirituelle Impulse der Arnsteiner Patres
Wege zum Gebet
Das innere Gebet
Der heilige Pfarrer von Ars geht durch seine Kirche.
In einer Bank nimmt er einen einfachen Bauern wahr,
der sich stundenlang dort aufhält, ohne Buch oder
Rosenkranz in den Händen, aber den Blick unablässig
nach vorne, zum Altar gewandt. Der Pfarrer fragt ihn:
»Was tust Du denn hier die ganze Zeit über?«
»Ich schaue Ihn an und Er schaut mich an. Das ist
genug.«
Ohne Buch und Rosenkranz, in Stille verweilen und
ihn anschauen: Ist das schon Beten? Ist das genug?
Wir sprechen fertig formulierte Gebete und betrachten die Heilige Schrift. Die aus den Glaubenserfahrungen anderer Menschen gewachsenen Worte sind
uns eine Hilfe, Gottes Nähe zu suchen, unsere Anliegen, unseren Dank und unser Lob vor Gott zu
bringen. Es kann aber der Moment kommen, an dem
ich einfach nur da sein und wahrnehmen möchte,
wie ER »da ist«. Ohne zu sprechen oder zu denken,
lasse ich mich im Gebet von ihm führen. Die Gedanken werden unwichtig, ich gebe die Kontrolle ab,
bestimme nicht mehr selbst den Gang des Gebetes
und überlasse ihm die Führung: »Du bist mein Atem,
wenn ich zu dir bete …« Ich nehme wahr, dass Gott
mich leitet, dass sein Geist in mir betet.
Von dieser Erfahrung sprechen die Mystiker aller Zei­
ten. Sie beschreiben es als Versenkung, inneres Gebet,
Gebet der Ruhe oder kontemplatives Gebet. »Kontem­
plation« meint Betrachten, inniges Verweilen. Es ist
nicht der analytische Blick auf die Details, es ist kein
konzentriertes Suchen, aber auch keine Träumerei.
»Ich schaue Ihn an, und er schaut mich an.« Es ist gesammelte Aufmerksamkeit und die innere Ausrichtung auf Gott und zugleich das Loslassen der zahllosen Gedanken, Bilder und Vorstellungen, die unseren
Kopf füllen.
Es gibt Wege, dieses innere »kontemplative« Gebet
einzuüben. Doch müssen wir uns bewusst sein, dass
man es mit Hilfe von Methoden und Techniken nicht
erzwingen kann. Der Weg zum Gebet ist immer ein
Weg der Liebe. Echte Kontemplation steigt aus einer
Wirst du dessen gewahr,
dass Gott dich nach innen ziehen will,
lass alles fallen,
folge Gott einfach,
lass alle deine bildhaften Vorstellungen fallen.
Kommen dir irgendwelche Gedanken dazwischen,
lass sie fallen,
sollten es selbst göttliche Erleuchtungen sein.
Maße dir nichts an durch deine Sinne,
kommst du mit all dem nicht zum Ziel,
leg es auf Gott:
Er wird es gut machen.
(Johannes Tauler)
Tiefe auf, die wir nicht manipulieren können. Was
wir tun können ist: Uns bereithalten und uns nicht
einmischen, wenn in uns die Regung zur Kontemplation aufsteigt, und beachten, dass der Weg zum Gebet
ein Weg des ganzen Menschen mit Leib und Seele ist.
Eine wichtige und unersetzbare Vorbereitung ist das
Lesen, Hören und Betrachten der Heiligen Schrift.
Sie öffnet unseren Geist und unser Herz für die Wege,
die Gott einschlägt, um die Nähe der Menschen zu
suchen.
Für Ihren geistlichen Weg wünsche ich Ihnen alles
Gute und Gottes Segen,
Ihr
P. Peter Egenolf SSCC
Impuls für den Monat Juli
Das Jesusgebet
Das innere Gebet ist gesammelte Aufmerksamkeit
und liebende Offenheit für Gott. Um nicht ins
Phantasieren oder Dösen abzugleiten oder sich in
Gedanken zu »verheddern«, kann es eine Hilfe sein,
alle Sehnsucht nach Gott in einem Wort zu sammeln und damit alle störenden Gedanken abzuwehren. Es kommt nicht darauf an, dieses Wort zu
analysieren und auf seine Bedeutung hin zu bedenken. Das Wort soll lediglich eine Hilfe sein, sich auf
Gott hin auszurichten.
Die ostkirchliche Übung des Jesusgebetes kann uns
dabei einen Weg weisen. Es reicht zurück bis zu den
Anfängen des christlichen Mönchtums im 3. Jahrhundert in der ägyptischen Wüste und wird in der
Folge auf dem Berge Athos gepflegt und weiterentwickelt. Eine neue Blüte erlebt es im 19. Jahrhundert in Russland.
Die Übung des Jesusgebetes ist sehr einfach: Ich
wiederhole mündlich oder im Inneren unaufhörlich
das Gebet: »Herr Jesus Christus, erbarme dich meiner.« Das ruhige Wiederholen dieser Gebetsworte
kann auch mit dem Rhythmus des Atmens in Einklang gebracht werden: beim Einatmen »Herr Jesus
Christus«, beim Ausatmen »erbarme dich meiner.«
Das Herzstück des Gebetes ist der heilige Name, das
Wort »Jesus«. Im ständigen Wiederholen dieser Gebetsworte löst sich die Aufmerksamkeit allmählich
von allen Gedanken, Bildern und Vorstellungen, die
die Stille und das Schweigen stören. Unser Geist
wird ruhig und wir sammeln uns.
Das Jesusgebet kann überall und jederzeit gebetet
werden, auf der Straße, am Arbeitsplatz, in der Wohnung oder in der Kirche. Wichtig ist die Offenheit
des Herzens, die liebende Ausrichtung auf Gott hin.
Jesus ist das brennende Licht,
das der Name wie eine Linse sammeln
und lenken kann,
bis ein Feuer in uns entzündet ist.
(aus der Ostkirche)
Mit dem Herzen beten
p Auch wenn der Name Jesu überall und jederzeit angerufen werden kann, wähle ich feste
Zeiten und einen ruhigen Ort für eine regelmäßige Übung des Jesusgebetes.
p Ich nehme eine Haltung an, die mir körperliche Ruhe und innere Sammlung ermöglicht.
p Ich beginne damit, dass ich zur Ruhe komme.
Ich sammle mich und bitte um die Führung
des Heiligen Geistes. Ich bin mir bewusst,
dass Gott da ist, dass er mich sieht und hört.
p Ich spreche den Namen Jesu aus und wiederhole ihn immer wieder. Ich bleibe fest dabei
und denke nicht daran, dass ich bete. Verbissene Anstrengung und die Suche nach einem
besonderen Erlebnis oder Gefühl werden
nutzlos sein. Ich denke allein an Jesus.
p Ich lasse den Namen Jesu seine Anziehungskraft ausüben; lass ihn mein Herz nach und
nach durchdringen. Ich nehme dieses Wort so
tief in mich hinein, dass es nicht verklingt,
was auch kommen mag.
Impuls für den Monat August
Die eucharistische Anbetung
Dein Antlitz, Herr, leuchtet mir zu,
auch wenn ich dich nicht sehe.
Deine Liebe bejaht mich,
obwohl ich oft lau bin und verschlossen.
Wende mich zu dir.
Lehre mich, dich zu preisen und zu bitten,
in der Gemeinschaft mit allen,
die deinen Namen anrufen.
Jesus Christus, Herz der Welt,
alles hat in dir seinen Ursprung,
zu dir hin strebt alles.
Was entzweit war, hast du versöhnt,
und das Verlorene bringst du heim.
Mache uns, deine Kirche,
zum Zeichen der Einheit
und zum Werkzeug deines Friedens.
Eine besondere Form des Gebetes ist die eucharistische Anbetung. Damit ist gemeint, dass wir Jesus
Christus in der Gestalt des eucharistischen Brotes
verehren, ihm danken und ihm unsere Bitten vortragen.
Das kann im Gebet vor dem Tabernakel geschehen
oder bei der Aussetzung des Allerheiligsten, wenn
das eucharistische Brot zur Anbetung in der Monstranz auf den Altar gestellt wird. Jesus hat beim letzten
Abendmahl gesagt: »Das ist mein Leib, der für euch
hingegeben wird«.
Gott ist überall gegenwärtig. Und doch glauben wir,
dass Christus im Brot der Eucharistie in besonderer
Weise gegenwärtig ist. Er »ist da«, aber nicht wie
irgendeine Sache da ist. Im Zeichen der Eucharistie
ist er sichtbar und zugleich verborgen. Er ist da als
Brot des Lebens, als Gegenwart der Liebe, als stille
Einladung zur Vertrautheit mit ihm, der mich anspricht, der sein Leben hingibt für mich, und der lebendig ist als der Auferstandene und der Sieger über
Tod und Sünde.
All das, seine Worte und sein Leben, seine Hingabe
bis zum Tod, seine Auferweckung, all das ist gegenwärtig im Brot der Eucharistie. Deshalb hat das Gebet
vor dem Allerheiligsten eine ganze besondere Dichte,
es vertieft, verinnerlicht und erneuert, was in der
Feier der Eucharistie geschieht: Dasein mit allem,
was mich bewegt, Staunen vor seiner Nähe, Lobpreis
seiner Liebe, Bekenntnis der eigenen Schwäche und
Schuld, Hören auf sein Wort, Eintreten für die Mitmenschen in all ihren Nöten, Hingabe, Offenheit für
die Wandlung des eigenen Herzens, Gemeinschaft
mit dem Herrn, Verbundenheit mit der ganzen
Kirche und die Bereitschaft, sich in den Alltag senden
zu lassen.
Alle diese Elemente der Eucharistie werden nicht
immer gleichermaßen im Vordergrund des Gebetes
stehen, aber sie sind eine Hilfe, die Aufmerksamkeit
zu sammeln und den Punkt zu finden, an dem der
Herr mich einlädt, in die Tiefe zu gehen.
Impuls für den Monat September
Der Dienst des Gebetes
Mit Jesus beten
Geh mit Jesus ins Gebet,
mach dir sein Gebet zu eigen.
Geh zu Ihm mit großem Vertrauen,
wie die Kranken, Ausgeschlossenen und
Armen des Evangeliums.
Die Anbetung ist ständige Fürbitte für die von
der Sünde gezeichnete Welt.
Sei nicht allzu besorgt, wenn dein Gebet dir
leer erscheint. Denn jenseits aller Worte und
Empfindungen »kommt der Geist uns in
unserer Schwäche zu Hilfe und tritt für uns ein«
(Röm 10,21).
Lerne, ganz einfach in Seiner Gegenwart,
unter dem Blick der Liebe zu bleiben.
Dieses Brot des Lebens ist der Leib Christi,
der die Menschheit vereint.
Auch allein vor dem Tabernakel bist du nicht
wirklich allein.
Durch dein Gebet, mag es auch unbeholfen
oder stumm sein, ist die ganze Menschheit vor
dem Herrn gegenwärtig und erfährt seine Liebe.
Du bist in seinem Gebet, »denn er lebt allezeit,
um für sie einzutreten« (Hebr 7, 25).
Dein Gebet soll weit sein wie die Welt,
der »Schrei des Armen« (Ps 33).
Dieses Brot des Lebens ist Brot gebrochen für
die Welt, Kraft der Liebe, die deine Fähigkeit
zu lieben stärkt und weit macht. Die Liebe Christi
drängt dich, dein Leben mit Jesus und durch Ihn
für das Heil der Welt hinzugeben.
Wahre Anbetung ist: sich »selbst als lebendiges
und heiliges Opfer darzubringen, das Gott gefällt«
(Röm 12,1).
(Bernard Couronne SSCC)
Die verschiedenen Übungen und Wege zum Gebet
sind allesamt Hilfen und Anregungen. Alle Wege
sind erprobt und von den Gebeten vieler Menschen
gezeichnet. Doch es wird immer wieder darauf ankommen, den eigenen Weg zu finden, auf dem man
in Liebe und Hoffnung voranschreitet.
Gleich, welchen Weg ich wähle, früher oder später
werde ich Durststrecken erleben. Ich vermisse Gefühle der Stärkung oder Tröstung; ich kann die
Nähe Gottes nicht spüren. Dann macht es Mühe,
auszuhalten und dem Gebet treu zu bleiben. Diese
Erfahrungen haben auch die Mystiker gemacht. Sie
nennen es Zeiten der »Trockenheit« oder Erfahrungen der »Dürre«. Sie sind aber auch überzeugt,
dass diese Zeiten wertvoll sind, wenn sie im Gebet
durchgehalten werden. Sie helfen mir, zu größerer
Treue und stärkerem Glauben zu finden und Gott
mehr um seiner selbst willen zu suchen als um der
eigenen Erlebnisse und Gefühle wegen.
In diesen Zeiten ist es eine Hilfe, sich bewusst zu
machen, dass das Gebet auch ein Dienst ist: Ich
trete ein für andere. Ich bete stellvertretend für
andere, die es nicht tun. Ich halte mit meiner eigenen Not auch die Nöte vieler anderer Menschen
vor Gott. Im Dienst am Reiche Gottes kommt es
nicht nur auf das an, was wir machen und bewirken können. Das Gebet ist der Atem, der die Kirche als Leib Christi lebendig hält. Im Gebet vertrauen wir unsere Nöte Gott an. Er allein kann
endgültig heilen, versöhnen und wiedergutmachen, was nicht in unseren Möglichkeiten liegt.
In diesem Sinne ist das Gebet ein wertvoller
Dienst. Wir sollten uns allerdings davor hüten,
uns die Wirkung des Gebetes allzu dinglich vorzustellen oder gar kaufmännisch zu kalkulieren:
drei Rosenkränze bewirken dies oder jenes, fünf
Rosenkränze bewirken noch mehr. Wir müssen
uns immer bewusst sein: Das Gebet ist ein Dienst
der Liebe. Liebe kann nichts erzwingen, und
gleichwohl ist sie stark in Gott; und nichts kann
ihre Kraft bezwingen.
nachrichten
40 Jahre Profess:
Hermann Josef Wendling SSCC
60 Jahre Profess:
Bonifatius Mock SSCC
P. Hermann wurde am 6. April 1951 in
Sabershausen im Hunsrück geboren.
1962 wurde er Schüler am JohannesGymnasium in Lahnstein. 1970 trat er
in das Noviziat der Ordensgemeinschaft von den Heiligsten Herzen in
Simpelveld (Niederlande) ein, legte
dort 1971 die zeitlichen, 1974 die ewigen Gelübde ab
und empfing 1977 die Priesterweihe. Nach dem Studium der Theologie und Bibelwissenschaften lebt
P. Herrmann seit 1984 in Lateinamerika. In Argentinien gehörte er zur Kommunität in Haedo, war erst
Vikar der Pfarrei Cristo Rey und Kaplan des Colgio
Emaús, später auch Pfarrer von Cristo Rey, einer Pfarrei, zu der hauptsächlich italienische und spanische
Einwanderer gehörten. 1996 wechselte er in die Pfarrei Sagrada Familia in Morón Sur, deren Bevölkerung
vor allem aus dem Landesinneren, Bolivien und Paraguay stammt. Als die deutsche Regionalkommunität
Argentinien ein Teil der chilenischen Ordensprovinz
wurde und einen Mitbruder für ein Missionsprojekt in
Peru suchte, zog P. Herman nach 20 Jahren in Argentinien, in das Amazonasquellgebiet. 2008 wurde er
Pfarrer der Pfarreien von San Juan del Oro, Yanahuaya
und San Pedro de Putina Punco.
P. Bonifatius wurde am 23. November
1929 in Feudingen im Kreis Siegen
geboren, wo die aus dem Eichsfeld
stammenden Eltern eine Arbeit gefunden hatten. Nach der Volksschule
in Küllstedt und dem Gymnasium in
Fulda kam er – nach den Wirren des
Krieges – 1946 ins Johanneskloster nach Lahnstein.
1950 machte er sein Abitur am Görres-Gymnasium in
Koblenz, da dies im Johannes-Gymnasium damals
nicht möglich war. Nach dem Noviziat in Burgbrohl
legte er dort am 22. August 1951 seine zeitlichen Gelübde ab und erhielt 1956 die Priesterweihe in Simpelveld. Danach studierte P. Bonifatius zuerst Germa­
nistik und dann Psychologie an der Universität in
Köln. Die Studien schloss er mit dem Doktorgrad in
Psychologie ab und übernahm – mit Zustimmung
der Ordensleitung – eine Lehrtätigkeit an der Universität Köln. 1971 wurde er Professor und blieb dies
bis 1998. Neben seiner Lehrtätigkeit arbeitete er viel
als Gutachter für kirchliche Behörden. Er wohnte fast
50 Jahre im St. Pantaleonkloster in Köln, wo er den
dortigen Schwesternkonvent betreute. Heute lebt der
Jubilar in Birgel (Eifel) und ist als »Wochenendseelsorger« für die Orte Wiesbaum und Mirbach tätig.
40 Jahre Profess: Kurt Nowak SSCC
Treffen der Provinziäle in Belgien
P. Kurt wurde am 6. März 1949 in
Flörsheim geboren. Nach der Volksschule besuchte er das JohannesGymnasium in Lahnstein, wo er 1970
Abitur machte. Das Noviziat absolvierte er in Simpelveld (Holland), wo er
am 24. Juli 1971 seine ersten, 1974
seine ewigen Gelübde ablegte und 1977 zum Priester
geweiht wurde. Als begabter Musiker und Sänger
studierte P. Kurt parallel zu seinem philosophischtheologischen Studium Gesang in Aachen. Nach der
Priesterweihe wurde er an der ehemaligen Ordensschule in Werne eingesetzt. Von 1978 bis 2003 war er
dort Präfekt und Lehrer. Sein musikalisches Talent war
ihm, bei allem, was er tat, eine besondere Hilfe und
bereitete ihm viel Freude – bei Gottesdiensten, Feierstunden oder Konzerten. 2004 wechselte P. Kurt nach
Lahnstein, wo er das Amt des Superiors und Ökonoms bekleidete. Es war eine schwere Zeit, weil die
Schließung des Johannesklosters in diese Zeit fiel.
2006 kehrte er nach Werne zurück. In der Kommunität wurde ihm die Sorge für die älteren Mitbrüder
übertragen, daneben auch die Stelle des Kooperators im Heiligsprechungsverfahren des Seligen
Nikolaus Groß.
Die Provinziäle der europäischen Provinzen sowie der
afrikanischen Provinz unserer Ordensgemeinschaft
trafen sich im Mai zum Austausch und um über den
Mangel an geistlichen Berufen zu sprechen. Im Zentrum standen die Gestaltung der gemeinsamen Weiterbildung sowie die Zukunft wichtiger Stätten wie das
P. Damian Zentrum in Löwen und das »Mutterhaus«
in Picpus (Paris).
Ihnen hat die Zeitschrift »Apostel« gefallen?
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Die Quartalszeitschrift wird kostenlos
abgegeben. Falls Sie den Apostel zugesandt
bekommen möchten, melden Sie sich bitte bei:
Provinzialat der Arnsteiner Patres e. V.
Johannesstraße 36 A ■ 56112 Lahnstein
Spenden …
… mit denen Sie unsere Arbeit in Deutschland und
weltweit fördern, sind uns willkommen. Sie können
mit einem Förderabo die Herausgabe der Zeitschrift
unterstützen: Bitte überweisen Sie unter Angabe des Verwendungs­zweckes
»Apostel« auf das Konto Arnsteiner Patres e.V.: Kontonummer 656 120 010
bei der Nassauischen Sparkasse Lahnstein (BLZ 510 500 15)
4/2010
2/2011 apostel
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Heute bin ich dankbar für das,
was ich bin …
Wenn es mir gelingt,
ganz im Einklang mit mir selbst zu sein und
dankbar anzunehmen,
was Gott mir an Fähigkeiten gegeben hat,
aber auch dankbar zu sein für die Grenzen,
die ich wahrnehme, dann ahne ich,
was Zufriedenheit und wirkliches Glück sind.
Gerd Nieten SSCC, Koblenz
Einer von 800 Brüdern der weltweiten Familie SSCC
Unsere Niederlassungen in Deutschland
Arnsteiner Patres
Bohlweg 46 ■ 48147 Münster
Tel.: 02 51 48 25 33 ■ Fax: 02 51 4 82 53 59
E-Mail: Muenster@sscc.de
Arnsteiner Patres
Marktstraße 13 ■ 56746 Kempenich
Tel.: 0 26 55 10 84 ■ Fax: 0 26 55 24 18
E-Mail: Brohltal@sscc.de
Arnsteiner Patres
Jesuitenplatz 4 ■ 56068 Koblenz
Tel.: 02 61 9 12 63-0 ■ Fax: 02 61 9 12 63-14
E-Mail: Koblenz@sscc.de
Arnsteiner Patres
Kardinal-von-Galen-Straße 3 ■ 59368 Werne
Tel.: 0 23 89 97 00 ■ Fax: 0 23 89 97 01 11
E-Mail: Werne@sscc.de
Arnsteiner Patres, Provinzialat
Johannesstraße 36 A ■ 56112 Lahnstein
Tel.: 0 26 21 9 68 80 ■ Fax: 0 26 21 96 88 30
E-Mail: Provinzialat@sscc.de
Ordensgemeinschaft
von den Heiligsten Herzen
Immenstädter Straße 50 ■ 87435 Kempten
Tel.: 08 31 5 12 36 80 ■ Fax: 08 31 51 23 68 19
Kloster Arnstein
56379 Obernhof/Lahn
Tel.: 0 26 04 9 70 40 ■ Fax: 0 26 04 16 06
E-Mail: KlosterArnstein@sscc.de
Niederlassung der Deutschen Provinz in Belgien:
Pères des Sacrés Coeurs
Rue de Marchienne, 12 ■ B-6000 Charleroi
Tel.: 00 32 71 32 39 97 ■ Fax: 00 32 71 32 81 78
www.arnsteiner-patres.de
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Seele and Geist
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