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Leichtbau – und, was geht? - Metawell

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NR. 6/2011
Das Ziel von Metawell: Dass die Reflektoren aus Aluminium
und/oder Alu-Glas-Verbund eines Tages beim SonnenstromProjekt Desertec eingesetzt werden. „Mit links“ lassen sie
sich tragen, so leicht sind sie. Als Exponate auf der „Solutions Area Leichtbau“ zeigen sie, was mit Sandwich-Bauweise
alles machbar ist Bilder: Metawell
Halle 6, Stand A26, B06: Die Solutions Area Leichtbau illustriert den künftigen Stand der Technik
Leichtbau – und, was geht?
Vier Meter lange, metallische Sonnenreflektoren in den Händen
zarter Frauen, die dazu vergnügt lachen: das muss Leichtbau
sein. Noch viele weitere Exponate der „Solutions Area“
demonstrieren, was heute im Leichtbau geht. Darunter etliche
Teile in progressiver Faserverbundtechnik.
Eigentlich wollten die Messeplaner der
Metawell GmbH ihre Sonnenreflektoren aus
Aluminium nur in der Energiehalle zeigen.
Doch jetzt sind sie auch in Halle 6 zu sehen,
wo die Neuburger ihre Leichtbau-Sandwichplatten präsentieren. Und das macht Sinn.
Denn die „Solutions Area“ in Halle 6 gibt mit
ihren Exponaten einen repräsentativen Überblick über das, was heute in Leichtbauweise
möglich ist (Standnummern A26 und B06).
Stahl- und Magnesium-Konzepte zählen
dazu, ebenso wie Hybrid-Bauteile und superleichte Faserverbundstrukturen. Und eben
die neuartig konstruierten Metawell-Sonnenrefkletoren. Sie sind Leichtbau pur, treiben
sie doch die gewichtsreduzierte SandwichBauweise auf die Spitze:
In der reinen Leichtmetalllösung besteht der
parabolförmig gebogene Reflektor komplett
aus Aluminium. Mit diesem Reflektor lässt
sich Wasser auf vielleicht 200 °C erhitzen.
Sein Aufbau: Unter der hochreflektierenden
Oberfläche sitzt eine biegesteife Trägerplatte
mit einer Art Aluminium-Wellblech als Kern
und einem Deckblech. Die auf den Fotos zu
sehende Verbundlösung, eine zweite Ausführung, eignet sich sogar für Temperaturen bis
450 °C und damit für die Stromerzeugung:
Der geringer gekrümmte Reflektor besteht
aus einer Glasspiegel-Oberfläche mit optischer „Fresnel“-Struktur (gestuften Linsenneigungen) und erzielt damit höchste Reflexionsgrade. Darunter sitzt ein Deckblech und
wieder die „Metawelle“ als Kernmaterial.
Die Reflektoren von Metawell sparen weit
über die Hälfte des Gewichts einer gleich
stabilen, massiven Spiegelplatte ein. Dies
senkt Kosten bei Transport und Montage. Die
Sandwich-Experten aus Neuburg/Donau
demonstrieren damit auch, welche Leichtbau-Ergebnisse sich mit ihrer EngineeringHilfe erreichen lassen.
Die Solutions Area mit den Exponaten ist das
Herz im „Themenpark Leichtbau“ in Halle 6,
in dem Firmen wie Metawell ausstellen. Sie
erhebt den Anspruch, einen repräsentativen
Überblick über heutige Leichtbau-Möglichkeiten zu bieten und hält dafür auch etliche
Großexponate parat: Ein ebenfalls spektakuläres Stück ist zum Beispiel ein thermoplastisches Faserverbund-Bauteil mit Hohlraum-
Demo-Teil für das FIT-Hybrid-Verfahren: Im kombinierten Spritzgieß-/Umformprozess entstehen
Hohlkörper-Faserverbundbauteile Bild: LKT/Jacob
Dieses Leichtbaurad von NRG Wheels ist mindestens 40 % leichter als Magnesiumräder. Es ist aus
einer gespritzten CFK-Felge mit geschmiedeter
Nabe. Das Harz liefert Huntsman Bild: NRG Wheels
Live-Demonstration: Experten der Unternehmen
Lange & Ritter GmbH und Wolfangel GmbH führen
die Produktion zweier Faserverbund-Bauteile
durch den RTM-Prozess vor Bild: Euro-RTM-Group
Struktur, mit dem sich Teilegewichte bis auf
die Hälte reduzieren lassen. Gefertigt wird es
durch ein kombiniertes Spritzgieß-/Umformverfahren mit Fluidinjektion, dem „FITHybrid“-Prozess. Die Jacob Plastics GmbH,
Wilhelmsdorf, ist für diese Entwicklung mit
ihren Partnern schon mehrfach mit Innovationspreisen ausgezeichnet worden.
Ideengeber der Solutions Area ist das Leichtbau-Cluster Landshut. Ihr Konzept sieht vor,
dass der Besucher nicht nur mit theoretischem Wissen konfrontiert wird, sondern
auch die praktische Umsetzung sehen kann.
So demonstrieren Live-Vorführungen, wie
Faserverbunde durch RTM-Verfahren verarbeitet werden. Die Zuschauer können die
Produktion zweier konkreter Bauteile verfolgen und Fragen stellen. Veranstalter ist die
Euro-RTM-Group, ein Arbeitskreis der AVK –
Industrievereinigung Verstärkte Kunststoffe.
Die AVK und der europäische Verband EuCIA
sind mit einem eigenen Stand präsent (Halle 6, Stand A23), stehen für Einzelgespräche
bereit und bieten Thementouren an.
Im Vorfeld alle Exponate vorzustellen, ist
kaum möglich. Damit der Besucher sich leicht
zurecht findet, will die Deutsche Messe AG
rechtzeitig vor der Messe einen „LeichtbauGuide“ ins Netz stellen*. Auf derselben Webseite findet sich auch das Programm des
Werkstoff-Forums „Intelligenter Leichtbau“,
das bis Freitag durchläuft.
Als Appetitanreger noch zwei Exponate: Das
Kompetenzzentrum Leichtbau der Hochschule Landshut präsentiert eine neuartige
Hybrid-Crashbox aus einem hochfesten
Stahlblech und einem Stützkern aus zellularem Verbundmaterial. Im Vergleich zur Serienlösung reduziert die Crashbox das Gewicht
um 28 % und bietet ein höheres spezifisches
Enerigeabsorptionspotenzial. Die Swap
(Sachsen) GmbH installiert ein Brückenelement aus Papierwaben und demonstriert
damit, wie steif sich mit formstabilen PapierSandwiches bauen lässt.
os
*
www.hannovermesse.de/leichtbau
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