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Alles online oder was? - e-reader.wko.at - Wirtschaftskammer Wien

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Mitgliederinformation der
Landesgremien Wien des
Einzel- und Großhandels mit
Mode und Freizeitartikeln
5|14
AWC München:
Überleben im gehobenen
Einzelhandel
Handelstag 2014:
Erfolg aus Individualität
Hauptbahnhof eröffnet:
Das Einkaufszentrum am Gleis
Online-Handelsexperte Heinemann:
Alles online oder was?
TEXTIL | LEDERWAREN | SCHUHE | SPORT
Mitgliederinformation der
Landesgremien Wien des
Einzel- und Großhandels mit
Mode und Freizeitartikeln
5|14
AWC München:
Überleben im gehobenen
Einzelhandel
Handelstag 2014:
Erfolg aus Individualität
Hauptbahnhof eröffnet:
Das Einkaufszentrum am Gleis
E
I
N
Z
E
L
H
A
N
D
E
Online-Handelsexperte Heinemann:
L
Alles online oder was?
TEXTIL | LEDERWAREN | SCHUHE | SPORT
Landesgremium Wien des Einzelhandels
mit Mode und Freizeitartikeln
INHALT
1041 Wien, Schwarzenbergplatz 14
F +43(0)1/505 74 17
Obmann: KommR Helmut Schramm
Obmann-Stellvertreter: KommR Ernst Tobola
Obmann-Stellvertreter: KommR Herbert Gänsdorfer
Geschäftsführerin: Elisabeth Rammel
T +43(0)1/514 50-3218. Eelisabeth.rammel@wkw.at
Sachbearbeiterin: Renate Führer
T +43(0)1/514 50-3219. Erenate.fuehrer@wkw.at
Sachbearbeiterin: Elisabeth Rudroff
T +43(0)1/514 50-3220, E elisabeth.rudroff@wkw.at
Sachbearbeiterin: Margot Holzinger
T +43(0)1/514 50-3291, E margot.holzinger@wkw.at
Ganz im Zeichen des Online-Handels und
der Konsequenzen für den stationären
Einzelhandel stand der Expertentalk des
Landesgremiums mit Prof. Gerrit Heinemann, Leiter des eWeb Research Centers
der Hochschule Niederrhein. Heinemann
kommt selbst aus dem Einzelhandel und
gilt als ausgewiesener Experte für den
Online-Handel.
MODE & FREIZEIT
[ıntern] 5.14
Mode & Freizeit Intern – Einzelhandel
Aktuelle Informationen
Mitgliederbefragung 2014: Unternehmer geben die Richtung
vor | Schutzverband: Stornierungen bei Gewerbe-Datenbank
erreicht | Lohnabschluss im Handel: ca. 2,07 Prozent mehr | KV
Handelsangestellte: "Kommissioniererin" in BG 2 | Steuerflucht
| Einstieg ins Portal: FinanzOnline | Mobilität von Lehrlingen:
IFA-Auslandspraktika im Frühjahr 2015 | Berufsakademie Handel: In zwei Jahren zum Master | Die Nationalbank informiert:
Gefälschte 50-Euro-Banknoten Barrierefreiheit: Unterwegs zu
einer barrierefreien Lebenswelt | Ö3 Christmas-Shopping 4-7
Mode und Freizeitartikel
Obmann:
KommR Helmut Schramm
Onlinehandels-Experte Heinemann
Alles online oder was? | 5 Experten am Wort
Berufszweig Textil
Vorsitzender:
KommR Günther Rossmanith
Branchen-News
Alle Branchen: Kaufkraft in Österreich - Pro Kopf über 20.000 E | Onlinehandel: Marktkonzentration wird aufge-
brochen | Wettbewerb: "Beste Homepage" | Konsumenten geht
die Luft aus | Retail-Branche denkt über ihre Zukunft nach |
Schuhe: Kinderschuhatlas erfolgreich gestartet | Textil: 25% der Umsätze im Einzelhandel mit Bekleidung online zu erzielen
14-16
Salzburger Modepreis: Innenstadtkonzept ausgezeichnet
16
Neueröffnungen: Lokale Händler auf der Überholspur
17
25. Wiener Tourismuspreis an das "Goldene Quartier" verliehen | Steinecker Hochzeitshaus
18
Hauptbahnhof eröffnet: Das Einkaufszentrum am Gleis 19-21
Ein Job im Handel: Viel mehr als Ware verkaufen | Sparte Handel setzt Lehrlingsaktivitäten
22
Junior Sales 2014: Wiener Champion gekürt | Neu-
eröffnungen und Erweiterungen in Wien
23
Handel im Wandel: 150 Jahre Erfahrung für die Zukunft 24-25
Handelstag 2014: "Erfolg aus Individualität" | Hengstschläger
und die Fragen der Zukunft
26-28
Kommentar Schreiber: Bilanz der Branche | Chiffre
29
KMU Forschung Austria: Konjunkturentwicklung im stationären Handel - 3. Quartal 2014
30-31
Berufszweig Schuhe
Vorsitzender:
Friedrich Ammaschell
Berufszweig Sport
Vorsitzender:
KommR Dkfm. Ernst Aichinger
Der Modeclub
W www.dermodeclub.at
Präsident: KommR Dr. Georg Semler, T +43(0)1/813 22 42
Serviceleistungen exklusiv für unsere Gremialmitglieder
Für Fragen in Steuerangelegenheiten bieten wir eine kostenlose Erstberatung durch einen Experten an.
Wenn Sie diesen Service in Anspruch nehmen möchten,
kontaktieren Sie Frau Elisabeth Rudroff unter
+43(0)1/51 450-3220 oder per E-mail:
mode-freizeitartikel@wkw.at.
Juristischer Sprechtag: Jeden Mittwoch in der Zeit von
14.30 bis 15.30 Uhr besteht die Möglichkeit einer kostenlosen Erstberatung (z. B. Mietrecht, Wettbewerbsrecht,
Gewerbeordnung) durch Juristen der Rechtsanwaltskanzlei
Prunbauer. Die Sprechtage finden im Büro des Gremiums,
1041, Schwarzenbergplatz 14, Parterre links, Zimmer 1, statt.
Arbeitsrechtliche Auskünfte: Sollten Sie Fragen zu den
Kollektivverträgen (Handelsangestellte und -arbeiter)
haben, steht Ihnen das Kompetenzzentrum für Arbeitsrecht
der Wirtschaftskammer Wien zur Verfügung.
50-1550
• W www.wko.at/wien/sp
MODE & FREIZEIT
[ıntern] 5|14
2 T +43(0)1/514
8-10
AWC München
Hat der gehobene Einzelhandel eine Überlebenschance? 10-13
Berufszweig Lederwaren
Vorsitzender:
KommR Herbert Gänsdorfer
Fotos: Weinwurm
Online-Handelsexperte
Heinemann:
ALLES ONLINE ODER WAS?
Foto: Helmut Schramm
BRANCHENNEWS
Terminaviso
Modevortrag für EinkäuferInnen zum Orderstart Winter/
Herbst 2015/16 mit Marga Indra-Heide | Brauche ich Facebook,
Twitter & Co? Warum und wie Unternehmen Social Media
(nicht) nützen sollten – und welche? mit Dr. Armin Wolf |
Trendvortrag für MitarbeiterInnnen im Verkauf Frühjahr/
32
Sommer 2015 mit Kai Jäckel
T +43(0)1/514 50-1010 – Die Nummer sicher
Arbeits- & Sozialrecht
Steuerrecht & Lohnverrechnung
Gewerbe- & Wirtschaftsrecht
Rahmenbedingungen
knabbern an den Umsätzen
Die Umsätze im September waren laut den Zahlen der KMU Forschung besser, als die Aussagen mancher Händler über die Stimmung
KommR HELMUT SCHRAMM
im Modehandel vermuten ließen. Allerdings knabbern die RahmenLandesgremium Wien des Einzelhandels mit Mode und Freizeitartikeln
bedingungen kräftig an den Umsätzen, vor allem das viel zu warme
Wetter im Herbst, die zunehmenden Online-Umsätze und die mangelnde Kaufkraft.
Die KMU Forschung Austria hat soeben
die Zahlen für das dritte Quartal 2014 bekannt gegeben. Dabei ist die Entwicklung
in den vier Branchenzweigen unseres Gremiums nach wie vor sehr unterschiedlich:
Extrem volatil sind die Umsätze im Schuhbereich und z. T. auch beim Sport, ausgeglichener bei den Lederwaren und unaufgeregt stabil bei Bekleidung. Dort finden
wir im September auch wieder die von mir
zuletzt schon beschriebene deflationistische Entwicklung. Bei gleichbleibenden
Preisen hätte es im September bei Bekleidung ein Plus von 1,2 % gegeben, da die
Preise in diesem Monat aber wieder einmal
gefallen sind, ist sich nur ein Minus von
1,6 % ausgegangen.
Gespannt sind wir alle auf die Oktober-Daten, wo das warme Wetter die modischen
Branchen - bis zum Redaktionsschluss in
den November hinein - absolut nicht begünstigt hat. Dem Wetter allein, das beweisen mir viele Gespräche unter Branchenkollegen, kann man aber nicht die
Schuld an schwachen Umsätzen geben.
Einerseits knabbert der Online-Handel ordentlich an den Umsätzen, andererseits
schöpfen Preissteigerungen in vielen Bereichen außerhalb der Wirtschaft Kaufkraft ab. Wenn die Menschen zu wenig frei
verfügbares Geld in der Brieftasche haben,
leidet der Einzelhandel zuerst. Hier ist
wirklich eine Lohnsteuersenkung nötig!
Lob und Kritik für das „Goldene Quartier“
Der Einzelhandel leidet auch in Spitzenlagen. Für die Innenstadt-Kaufleute ist das
Ausbleiben von bestimmten Käufergruppen aus dem Ausland zum echten Problem
geworden. Umso schlimmer für Optik und
öffentliche Meinung war der Artikel „Zu
teuer für die Stadt“ der Kronen-Zeitung,
die das Goldene Quartier „einen Hohn in
Zeiten zunehmender Arbeitslosigkeit und
steigender Armut in der Stadt“ nannte.
Natürlich ist auch im „Goldenen Quartier“
nicht alles „Gold, was glänzt“. Gerade ich
habe mich aber immer bemüht, die Bedeutung neuer Marken und neuer Stores
im Luxusbereich für den Modehandel in
Wien zu unterstreichen. Dass Luxusbrands
in ihren Geschäften nicht die Frequenz
von Primark haben, sollte auch einer Krone-Reporterin einleuchten, durch die Via
Montenapoleone oder die Bond Street
schieben sich ja auch nicht die Massen wie
am Weg zu einem Champions League-Finale. Dafür erfreut sich das gehobene Segment an weit überdurchschnittlich hohen
Bons pro Kunde.
Umso mehr freut es die Innenstadtkaufleute, dass dem „Goldenen Quartier“ der
Tourismuspreis der Wiener Wirtschaft verliehen wurde. Mit dem Preis, den DI Christoph Stadlhuber, Geschäftsführer der SIGNA Holding GmbH in Empfang nahm, ist
letztendlich auch dem Wiener Einzelhandel im Luxussegment ein klares Lob ausgesprochen worden. Diese innerstädtische
Shopping- und Flaniermeile verströmt
nämlich internationales Flair und festigt
Wiens weltweiten Ruf als Tourismus- und
Einkaufsmetropole.
Unterschiedliche Einschätzungen über
den Online-Handel
Persönlich enttäuscht war ich vom eher
schleppenden Besuch der Online-Veranstaltung des Gremiums mit dem deutschen Experten Prof. Gerrit Heinemann
(Bericht auf den Seiten 8-10). Manchmal
glaube ich, dass viele unserer Händlerkollegen beim Thema Online-Verkauf und
Multichanneling einfach den Kopf in den
Sand stecken. Ich verstehe das, denn wer
hört schon gerne schlechte Nachrichten,
aber je mehr man zum Thema Online weiß,
desto besser kann man seinen Betrieb auf
die neuen Herausforderungen des Marktes
ausrichten. Allerdings sind die Einschätzungen von Experten über die Zukunft
Foto: Weinwurm
EDITORIAL
des Handels zwischen stationär und online sehr unterschiedlich.
Äußerst positiv war dagegen eine Veranstaltung des Außenwirtschaftscenters der
WKÖ in München (Bericht auf den Seiten
10-13) mit Vorträgen und Betriebsbesuchen betreffend die Multichannel-Aktivitäten mittelständischer Traditionsbetriebe. Die Besucher waren u. a. auch beeindruckt, dass Sport Schuster und Lodenfrey
- ohne Werbung zu machen - in Österreich
schon viele Online-Kunden aufweisen.
Meiner Meinung nach muss man diese
Zahlen aber entsprechend relativieren.
100.000 € Umsatz, den Lodenfrey online
mit Kunden aus Österreich macht, klingt
auf den ersten Blick überraschend viel. Im
Verhältnis zum stationären Umsatz von
knapp über 100 Mio € ist das aber nur ein
Promille. Rechnet man auf einen Tag bezogen, an dem Lodenfrey im Schnitt stationär rund 300.000 € Umsatz machen muss,
ist das aufs Jahr umgelegt nur der Umsatz
von wenigen Stunden. Wäre also einer der
heurigen sonnigen und warmen Herbsttage kälter und damit konsumanregender
gewesen, hätte das Modehaus den gesamten Online-Umsatz in Österreich locker an
einem Tag kompensieren können…
Einer, der diese Umstände kritisch hinterfragt und den stationären Handel warnt,
ohne gleich in Online-Hysterie zu verfallen, ist WU-Professor Peter Schnedlitz. In
der nächsten Ausgabe von MODE & FREIZEIT INTERN werden wir die Ergebnisse der
Kurzstudie veröffentlichen, die er im Auftrag des Bundesgremiums - unter besonderer Berücksichtigung logistischer und
ökologischer Gesichtspunkte - durchführte. Ich bin schon gespannt darauf,
Ihr
Helmut Schramm
MODE & FREIZEIT
[ıntern] 5|14
3
AKTUELLEINFORMATIONEN
Offizielles für Sie zusammengefasst
MITGLIEDERBEFRAGUNG 2014:
Unternehmer geben die Richtung vor
Die Wirtschaftskammer Wien ruft
alle Unternehmerinnen und Unternehmer zur Mitgliederbefragung
2014 auf. „Es geht um richtungsweisende Überlegungen zu wichtigen
und drängenden Fragen des Unternehmertums in Wien. Die Mitgliedsbetriebe sollen aktiv entscheiden,
wie sich ihre Interessenvertretung
positionieren und wofür sie sich einsetzen soll“, erklärt Walter Ruck,
Präsident der Wirtschaftskammer
Wien die anstehende Befragung der
Mitgliedsbetriebe.
Alle drei Themen sind und waren immer wieder Bestandteil kontroversiell
geführter Diskussionen im Wiener Wirtschaftsparlament. Um Klarheit über die
Meinung der gesamten Wiener Wirtschaft zu diesen Themen zu bekommen, werden nun erstmals alle Mitglieder in die Meinungsbildung einbezogen.
So wird gewährleistet, dass eine treffsichere, zuverlässige und mehrheitstaugliche Richtungsentscheidung getroffen
wird und die Wirtschaftskammer Wien
die Interessen der Mitglieder bestmöglich vertritt.
Stimmen Sie ab - damit Ihre Kammer
das bewegt, was Sie bewegt!
Foto: Michael Weinwurm
Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer
Wien: „Für mich
ist das Befragungsergebnis bindend.
Diesbezüglich appelliere ich auch
an alle Fraktionen
im
Wirtschaftsparlament: Unsere
Mitgliedsbetriebe
geben die Richtung
vor. Wir setzen uns
für deren Anliegen
ein – gemeinsam,
denn dann erreichen wir die besten
Ergebnisse für unsere Mitglieder.“
4
MODE & FREIZEIT
[ıntern] 5|14
Die Meinung von Wiens Unternehmerinnen und Unternehmern ist gefragt: Die
WK Wien startete am 29. Oktober 2014
ihre bislang größte Mitgliederbefragung
zu den Themen Tourismuszonen, Schanigärten und SVA.
Konkret werden die Mitglieder zu
drei Themenbereichen befragt:
Frage 1: Tourismuszone
Soll sich die Wirtschaftskammer Wien
dafür einsetzen, dass in besucherstarken Stadtteilen von Wien Tourismuszonen — mit der Möglichkeit auf freiwilliger Basis die Öffnungszeiten am Sonntag zu erweitern — errichtet werden
oder nicht?
Das Bedürfnis der Menschen nach Aktivitäten im Freien wird immer größer, gleichzeitig verschieben sich klimawandelbedingt die Jahreszeiten. Einige Städte wie Graz oder Linz haben
sich schon darauf eingestellt und z. B.
flexible Schanigartenregelungen zugelassen. In Wien gibt es aber eine starre Saison von März bis November. Besonders betroffen sind Gastronomiebetriebe, die nicht flexibel auf die Wettersituation und die Wünsche ihrer Gäste
eingehen können und die nicht zuletzt
aufgrund verschärfter Raucherbestimmungen immer mehr auf Sitzplätze im
Freien angewiesen sind.
Frage 3: Gewerbliche Sozialversicherung (SVA)
Soll sich die Wirtschaftskammer Wien
zur Entlastung der Selbstständigen in
Wien für eine generelle zehnprozentige Senkung der SVA Krankenversicherungsbeiträge ODER für eine Streichung
des Selbstbehalts beim Arztbesuch einsetzen?
Mit 12,7 Millionen Nächtigungen verzeichnete Wien im Vorjahr einen neuen
Rekord. Besonders viele Gäste kommen
ausschließlich über das Wochenende
nach Wien. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten wirken dabei als „Magnete“
und führen zu hohen Besucherfrequenzen im jeweiligen Umfeld. In allen anderen österreichischen Bundesländern
ist die Situation ähnlich. Um den zahlreichen Gästen Einkaufsmöglichkeiten
zu bieten, wurden dort bereits vor etlichen Jahrzehnten Tourismuszonen mit
erweiterten Öffnungsmöglichkeiten am
Sonntag eingeführt.
Durch erfolgreiches und effizientes
Wirtschaften in der Gewerblichen Sozialversicherung soll es künftig möglich
werden, die Selbstständigen zu entlasten. In Diskussion stehen dabei zwei
Modelle: Eine generelle Beitragssenkung in der Krankenversicherung um
10 Prozent für alle Versicherten oder
der Entfall des beim Arztbesuch zu entrichtenden Selbstbehalts.
Frage 2: Schanigärten
einfach per Post zurücksenden (Porto
Soll sich die Wirtschaftskammer Wien
dafür einsetzen, dass Schanigärten bei
Schönwetter auch außerhalb der bisher
festgelegten Saison ohne Störung anderer (z. B. Adventmärkte, Schaufenster)
geöffnet haben können, oder nicht?
zahlt Empfänger) oder persönlich in
ABLAUF DER BEFRAGUNG:
Die Fragebögen wurden ab 29. Oktober 2014 verschickt. Sie können diese
der WK Wien abgeben.
Einsende- bzw. Abgabeschluss ist
der 5. Dezember 2014.
AKTUELLEINFORMATIONEN
SCHUTZVERBAND:
Stornierungen bei Gewerbe-Datenbank erreicht
In den letzten Wochen haben den
Schutzverband gegen unlauteren
Wettbewerb wieder zahlreiche Mitteilungen über unerbetene Faxsendungen noch mit dazu irreführender
Gestaltung erreicht. Der Schutzverband interveniert hier laufend und
unterstützt Betroffene, welche das
irrtümlich unterzeichnet haben.
Hier hat der Schutzverband zunächst
die Aussendung für einen „Unternehmensanzeiger“ stoppen können. Weiters sind von dieser dahinter stehenden
MH Medien Verlag S.L. (Sitz in Spanien)
alle übermittelten Rechnungen storniert worden. Die zunächst angegebene Wiener Adresse wurde rasch entfernt
und das (ohnedies real nie vorhandene)
Büro laut Mitteilung geschlossen.
Ganz aktuell hat der Schutzverband weiters auch wieder zahlreiche Stornierungen bei der Aussendung für eine Gewerbe-Datenbank erreicht. Hier wurde eine
LC Marketing mit Sitz in Tschechien angeführt. Über das Außenwirtschaftscenter
konnte herausgefunden werden, dass dahinter eine Lenka Cedikova steht, welche
über direkte Aufforderung des Schutzverbandes bereits ebenfalls alle bekannten
Rechnungsnummern annulliert hat.
Schließlich kursieren wieder einige betrügerische Rechnungen, wo es gar keinen Auftrag gibt, also weder eine angebliche telefonische Bestellung noch ein irreführend gestaltetes Formular. Besonders aktuell sind die Rechnungen eines
„Telefonbuchverlag“ mit Sitz (und Konto)
in Spanien sowie eines „Charimos Verlag“
mit Sitz und Kontonummer in den Niederlanden.
Der Schutzverband bringt auch laufend
Strafanzeigen ein, damit die Staatsanwaltschaft über die Kontonummern eventuell an die Hintermänner herankommen
kann. Für weitere Fragen zu diesen Fällen
oder anderen dubiosen Angeboten bzw.
Zahlungsaufforderungen steht Ihnen der
Schutzverband nach Kontaktaufnahme
über Ihr Landesgremium jederzeit gerne
zur Verfügung.
LOHNABSCHLUSS IM HANDEL:
ca. 2,07 Prozent mehr
Bei den österreichweiten Lohnver-
handlungen für alle Beschäftigten
im Handel konnte im Herbst 2013
ein Doppelabschluss für 2014/2015
erzielt werden. Der Zuwachs ergibt
sich aus der durchschnittlichen Inflation von Oktober 2013 bis einschließlich September 2014, die bei
rund 1,67 % liegt sowie einem vereinbarten Aufschlag von 0,4 %.
Einzige Ausnahme: Der Mindestbezug steigt mit 1. 1. 2015 von derzeit
1.450 € auf 1.500 €. Grund des Doppelabschlusses war, unbelastet von neuen Kollektivvertragsverhandlungen ein
neues, modernes und zeitgemäßes Gehaltsschema im Handel in einer kleinen
Expertengruppe aus GPA/djp und Bundessparte Handel zu erarbeiten.
Derzeit werden die auf die einzelnen
Gehaltsgebiete und Beschäftigungsgruppen entfallenden Bezüge errechnet. Die neuen Gehaltstafeln für 2015
werden wir im nächsten MFI, das rechtzeitig vor Weihnachten erscheinen wird,
veröffentlichen.
KV HANDELSANGESTELLTE:
„Kommissioniererin“ in BG 2
Der Oberste Gerichtshof (OGH) stellt mit
dieser Entscheidung die Einstufung von
Kommissionieren in Beschäftigungsgruppe 2 klar.
Sachverhalt:
Die Tätigkeit der Klägerin bestand im
Lager darin, die Listen der Bestellungen
der Filialen der Beklagten auszudrucken
und dann die in diesen Listen hinsichtlich Bezeichnung und Menge vermerkten Artikel in einen Warenkorb zu legen. In diesen Listen war auch schon
der Platz der Artikel im Lager vermerkt.
Dabei wurden sowohl die Waren als
auch die Liste mit einem Handscanner
von der Klägerin markiert. Die so zusammengestellten Waren wurden dann
von der Klägerin auf einer großen Palette zusammengestellt und für den Versand verpackt und verklebt. Über das
EDV System wurde ein Lieferschein ausgedruckt und vom zuständigen Spediteur abgeholt.
Darüber hinaus hat die Angestellte fallweise
–
einer anderen Mitarbeiterin, die für
die Bestellungen von Privatkunden
zuständig war, ausgeholfen bzw. diese vertreten,
– ferner hat die Angestellte Retourwaren anhand der Retourscheine kontrolliert, den Rücksendungsgrund im
EDV System eingegeben, die Ware eingescannt und wieder in die Regale geräumt und
– teilweise hat die Klägerin auch den
bestellten Wareneingang übernommen, anhand der Lieferscheine kontrolliert, ausgepackt und in die Regale geräumt.
Die Arbeits- und Personaleinteilung
wurde grundsätzlich vom Lagerleiter
vorgenommen, der auch bei Auftreten
von Problemen beim Ablauf, etwa fehlenden Waren, die Entscheidungen getroffen hat. Der Lagerleiter war für die
Bestellung des Verpackungsmaterials,
die Bestandskorrekturen, den Schriftverkehr mit den Spediteuren, die Tarifverhandlungen und die Angebote zuständig. Im Übrigen haben die Angestellte und ihre Kolleginnen ihre Arbeit
selbständig durchgeführt.
Die Handelsangestellte verlangte eine
Einstufung in Beschäftigungsgruppe 3
anstelle Beschäftigungsgruppe 2 des KV
für Handelsangestellte.
Begründung des OGH:
Nach Punkt 2a des allgemeinen Teils
der Gehaltsordnung des Kollektivvertrags für Angestellte im Handel hat die
Einreihung in die Beschäftigungsgruppen nach der Art der Tätigkeit zu erfolgen. Soweit ein Angestellter mehrere
Tätigkeiten ausübt, die in verschiedene
Beschäftigungsgruppen fallen, hat seine Einordnung in diejenige Gruppe zu
erfolgen, die der überwiegenden Tätigkeit entspricht, was in diesem Fall die
Beschäftigungsgruppe 2 ist (OGH-Entscheidung, gekürzt).
STEUERFLUCHT
Völlig legal können Konzern-Multis Steuern vermeiden. Dem steht
einerseits der gewaltige Budgetbedarf der einzelnen Nationalstaaten
im Rahmen der EU entgegen, andererseits würde eine Vermeidung der
Steuerflucht von Multis mehr Chancengleichheit für KMUs und Steuergerechtigkeit mit sich bringen. Besonders beliebt sind solche Steuervermeidungsmodelle auch bei Online-Anbietern.
Multinationale Konzerne wie Google,
MODE & FREIZEIT
[ıntern] 5|14
5
AKTUELLEINFORMATIONEN
Apple, Amazon oder Starbucks stehen
im Visier des neuen EU-Chefs Jean-Claude Juncker. Die EU-Kommission hat offiziell Ermittlungen aufgenommen, ob
ein Steuerabkommen zwischen Luxemburg und dem Online-Händler Amazon
eine illegale Beihilfe darstellt, die eine
Verzerrung des Wettbewerbs mit sich
bringt.
Multinationale Konzerne wie Amazon,
Apple, Starbucks oder Google minimieren ihre Steuerlast ganz legal über ausländische Tochtergesellschaften. Die
OECD schätzt, dass von Konzernen weltweit jährlich etwa 1600 Milliarden Euro
in Steueroasen oder Niedrigsteuergebiete verschoben werden, indem nationale
Schlupflöcher und international nicht
abgestimmte Steuergesetze genutzt
werden.
EINSTIEG INS PORTAL
FinanzOnline
Das Bundesministerium für Finanzen
veröffentlichte folgende Informationen betreffend den Einstieg ins Portal Finanz-Online:
Aufgrund der bekannt gewordenen Sicherheitslücken in Zusammenhang mit
dem Verschlüsselungsstandard SSL Secure Socket Layer Protokoll mussten für
FinanzOnline rasch Maßnahmen gesetzt
werden, um die Sicherheit von Daten
und Transaktionen zu gewährleisten.
Die IT der Finanzverwaltung ist nach
den strengen Sicherheitsvorschriften
ISO 27001 zertifiziert. Die Sicherheit
von Daten und Transaktionen hat allerhöchste Priorität. Für die Übertragung von Daten während einer Sitzung
wird daher eines der aktuell besten Verschlüsselungssysteme – das Transport
Layer Security (TLS) – eingesetzt. Dieses hybride Verschlüsselungsprotokoll
zur sicheren Datenübertragung im Internet garantiert, dass die Daten verschlüsselt werden, die Identität des
Internet-Servers zweifelsfrei bestätigt
wird und die Daten vollständig und unverändert übertragen werden.
Aufgrund der aufgetretenen Sicherheitsmängel werden daher ältere Verschlüsselungsstandards ab sofort nicht
mehr eingesetzt bzw. nicht mehr unterstützt. Dies hat zur Folge, dass der Einstieg in FinanzOnline bei Verwendung
des Microsoft Betriebssystems Windows
XP oder Windows Server 2003 und dem
6
MODE & FREIZEIT
[ıntern] 5|14
Webbrowser Internet Explorer Version 8
nicht mehr möglich ist.
IFA - Internationaler
Fachkräfteaustausch
Wird Windows XP jedoch mit einem anderen Browser eingesetzt, wie z. B. Mozilla Firefox, Opera, Google Chrome, ist
der Einstieg in FinanzOnline nach wie
vor möglich. Wenn das Microsoft Betriebssystem VISTA (Nachfolger von XP)
installiert ist, kann noch mit Internet
Explorer der Versionen 7, 8 und höher
in FinanzOnline eingestiegen werden.
Informationen über Auslandspraktika, gefördert durch Erasmus+ finden Sie auf der IFA Homepage (http://
www.ifa.or.at) und auf der IFA- Facebook Seite
(http://www.facebook.com/Auslandspraktikum).
MOBILITÄT VON LEHRLINGEN:
IFA-Auslandspraktika im
Frühjahr 2015
Viele heimische Unternehmen motivieren ihre Lehrlinge dazu, ins Ausland zu
gehen, denn während eines Auslandspraktikums können Lehrlinge aus unterschiedlichen Lehrberufen Erfahrungen in einer neuen Umgebung sammeln.
Sie lernen andere Länder, Leute und
Kulturen kennen und können sich neue
Arbeitsmethoden und -techniken aneignen. Die im Ausland erlernten sozialen Kompetenzen sowie die Vertiefung
der Fremdsprachenkenntnisse werden
von den heimischen Unternehmen sehr
geschätzt.
Mit Erasmus+ wurde 2014 ein neues europäisches Mobilitätsprogramm gestartet. Die ersten Praktika wurden im Sommer und Herbst 2014 von IFA erfolgreich
abgewickelt und rund 380 Lehrlingen
ein Praktikum im europäischen Ausland
ermöglicht. Nun geht es in die nächste
Bewerbungsrunde: Die Ausschreibung
für die Frühjahrspraktika ist fixiert und
die Bewerbungsfrist läuft (Bewerbungsschluss ist der 2. 12. 2014). Lehrlinge
ab 16 Jahren, die idealerweise schon
das 2. Lehrjahr absolviert haben, können sich bei IFA bewerben.
Um den Traum vom Auslandpraktikum
wahr werden zu lassen, gibt es unterschiedliche finanzielle Förderungen.
Die PraktikantInnen werden durch das
Programm Erasmus+ und aus anderen
nationalen Fördergeldern (z.B.: vom
BMWFW, den Wirtschaftskammern Österreichs) unterstützt.
Kontakt: Mag.ª Caroline Stanzl,
T: +43 1 545167123,
E: stanzl@ifa.or.at,
W: www.ifa.or.at
BERUFSAKADEMIE HANDEL:
In zwei Jahren zum Master
Die Berufsakademie Handel steht
unter dem Motto „Praxis + Theorie
= Erfolg“. Mit der Berufsakademie
Handel gibt es in Österreich erstmals
eine praxisbezogene, berufsbegleitende Weiterbildung auf Hochschulniveau für Lehrlinge, Mitarbeiter,
Wieder- und Quereinsteiger sowie
Unternehmensgründer im Handel.
Die neue WIFI-Berufsakademie in Kooperation mit der FHWien der WKW
macht es möglich: In nur vier Semestern gelangt man zum Master – auch
ohne Matura. Anfang Oktober starteten acht Lehrgänge an sieben WIFIs in
ganz Österreich in den ersten Jahrgang
im Rahmen der Berufsakademie Handel.
„Die Nachfrage nach Berufsakademie-Lehrgängen hat unsere Erwartungen übertroffen. Alleine in der Fachrichtung Handel beginnen 102 MitarbeiterInnen ihren Weg zum Akademischen Handelsmanager. Nach zwei Semestern können sie den Masterlehrgang
MSc Handelsmanagement anschließen,
um hervorragende Karrierechancen inklusive anerkanntem akademischen Abschluss zu erwerben“, freut sich Karl
Pisec, Kurator des WIFI Österreich und
Obmann-Stv. der Bundessparte Handel
in der Wirtschaftskammer Österreich
(WKÖ).
DIE NATIONALBANK INFORMIERT:
Gefälschte 50-Euro-Banknoten
Aus gegebenem Anlass informiert
die Österreichische Nationalbank
über verstärkt auftretende Fälschungen von 50-Euro-Banknoten, welche
vorwiegend im Handel vorkommen.
AKTUELLEINFORMATIONEN
Bei sorgfältiger Prüfung der Sicherheitsmerkmale, zum Beispiel der Sicherheitsfolie (Vorderseite) und der großen Wertzahl „50“ (Rückseite rechts unten), ist
diese Fälschung leicht erkennbar.
BARRIEREFREIHEIT:
Unterwegs zu einer barrierefreien Lebenswelt
Die Nationalbank hat im Folgenden die
wesentlichsten Unterscheidungsmerkmale zwischen echten Banknoten und diesem Fälschungstyp gegenübergestellt:
– Wasserzeichen: In der Durchsicht sind
die Wasserzeichen der echten Banknote
(Architekturmotiv, Wertzahl „50“ und
senkrechte Balken) klar sichtbar (Wertzahl „50“ besonders hell durchscheinend).
– Sicherheitsfaden: In der Durchsicht ist
der Sicherheitsfaden der echten Banknote klar als schwarze Linie sichtbar
(Wertbezeichnung „50 EURO“ als Mikroschrift im Sicherheitsfaden gut erkennbar).
Bei den gefälschten 50-Euro-Banknoten
sind Architekturmotiv und Balken beim
Wasserzeichen schwächer als beim Original wiedergegeben und der Sicherheitsfaden ist in der Durchsicht kaum erkennbar.
Aufgrund des Behindertengleichstellungsgesetzes müssen sämtliche Geschäftslokale bis
spätestens 31.12.2015 barrierefrei sein. Alle Informationen und Umsetzungsfristen sind
auf der Seite www.modeundfreizeit.at des Bundesgremiums abrufbar. Das Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentschutz sowie die Wirtschaftskammer Österreich hat dazu die Broschüre „Unterwegs zu einer barrierefreien Lebenswelt“ aufgelegt,
die Sie auch beim Wiener Landesgremium kostenlos beziehen können.
Unterwegs zu einer barrierefreien
Lebenswelt
UNSER TIPP: Die Sparte Handel der Wirtschaftskammer Wien hat in den letzten Jahren bereits mehrfach in Veranstaltungen, in der Wiener Wirtschaft und mit Broschüren auf das Thema Barrierefreiheit aufmerksam gemacht, auch MODE & FREIZEIT
INTERN hat ausführlich über das Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz (BGStG)
und die Barrierefreiheit und über die Fördermöglichkeiten dazu informiert.
Nun endet am 31. Dezember 2015 die Übergangsfrist, Sie haben also nur mehr etwas über ein Jahr Zeit, sich in Ihrem Betrieb mit der Barrierefreiheit auseinander zu
setzen und entsprechende Maßnahmen zu treffen. Nützen Sie in Ihrem eigenen Interesse diese Frist!
Ö3 CHRISTMAS-SHOPPING
November 2014
Die erfolgreiche Aktion „Das Große Ö3-Christmas-Shopping“
wird auch heuer wieder durchgeführt und alle Christkindeln
und Weihnachtsmänner werden beim Weihnachtseinkauf unterstützt.
Die Aktion hat in den vergangenen Jahren dazu beigetragen, dass
der heimische Einzelhandel gut im Weihnachtsgeschäft reüssieren
konnte. Im Jahr 2013 wurde vom österreichischen Einzelhandel ein
Umsatz 1,53 Mrd. Euro erreicht.
Die Aktion ist bestens bekannt und die österreichischen Christkindeln freuen sich, bereits zum siebenten Mal die Rechnungen ihrer
Weihnachtsgeschenke an Ö3 einschicken zu können und mit ein
bisschen Glück den Rechnungsbetrag zurück zu gewinnen.
In 112 Spielrunden werden vom 1. bis 23. Dezember 2014 die Rechnungen über den Weihnachtseinkauf der Kunden gezogen und die
Gewinner erhalten dann den Betrag der gekauften Geschenke zurück.
Bei der siebenten Runde des „Großen Ö3 Christmas-Shopping“ gibt
es folgende Neuerungen:
NEU: Live-Runden aus täglich verschiedenen Städten:
Die Live-Runde wird im Ö3-Wecker angekündigt. Bei der Live Runde werden dann vor Ort pro Tag einmal Einkäufer angesprochen – auf der Straße, in einem Geschäft, direkt in der Einkaufssituation. Es wird gemeinsam ins Einkaufssackerl geschaut und dann auch gleich vor Ort der soeben getätigte Weihnachtseinkauf bezahlt.
Auch der akustische Auftritt wurde neu konzipiert und wird von einem neuen optischen Erscheinungsbild begleitet:
die Begleitwerbemittel (Poster, Postkarte, Online-Werbemittel) strahlen goldglitzernd-frisch-modern-weihnachtlich.
Die neuen Werbemittel stehen auf www.derhandel.at zum Download bereit.
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ONLINEHANDEL | Heinemann
ONLINEHANDELS-EXPERTE HEINEMANN:
Alles online oder was?
Alle Fotos: David Bohmann Photography
Ganz im Zeichen des Online-Handels und der Konsequenzen für den stationären Einzelhandel stand der Expertentalk
des Landesgremiums mit Prof. Gerrit Heinemann, Leiter des eWeb Research
Centers und Schwerpunktleiter „Trade and
Retail“ im englischsprachigen Master-
studiengang der Hochschule Niederrhein.
Heinemann kommt selbst aus dem Einzelhandel und gilt als ausgewiesener Experte
für den Online-Handel.
Niederösterreichs Landesgremialobfrau Nina Stift und ihr Wiener Kollege Helmut
Schramm eröffneten den Expertentalk mit Prof. Gerrit Heinemann.
Textilzeitungs-Chefredakteurin Brigitte Pfeifer-Medlin
stellt eingangs die provokante Frage: „Entspricht der
stationäre Einzelhandel noch den Erwartungen der
Kunden?“ und bezeichnete den Übergang zum Multichannel-Handel als „Das Ende der Bequemlichkeit“.
Heinemann machte im Laufe des Abends zwar einige
Komplimente
– „Ich bin in der schönsten Stadt der Welt“
– „Meinen Anzug habe ich im stationären Handel gekauft“
– „Stationäre Händler sind näher am Kunden“, hielt
seinem Publikum sonst aber in vier Kapiteln harte
Fakten zum Thema „Wie die digitale Revolution das
Einkaufsverhalten und die Handelsstrukturen verändert“ vor.
Mit SoLoMo beschreibt Heinemann den Siegeszug des Smartphones,
die enorme Bedeutung von Multichanneling und sieht die Zukunft im
kuratierten Verkaufen.
Online versus Offline versus Mobile – Zahlen, Daten, Fakten
„Der Siegeszug des Online-Handels ist die größte Herausforderung für den Handel
seit der Einführung der Selbstbedienung. Die Strukturen der Handelslandschaft werden sich nachhaltig verändern“, zitiert Heinemann eingangs Michael Gerling vom
Kölner Handelsforschungsinstituts EHI.
Dabei sind die Online-Anteile in der D-A-CH-Region (Deutschland, Österreich,
Schweiz) mit knapp 10 % praktisch gleich hoch, aber auch die Zuwachsraten im
europäischen Vergleich am höchsten. Dazu kommt, dass europaweit 80 % der Online-Umsätze im eigenen Land lukriert werden, in Österreich aber nur 50 %. Sicher
ist Heinemann, dass der Internet-Kauf im Lebensmittelhandel kein Thema bleibt.
Als UFOs im Handel entstehen Betriebe, die kuratiertes Shopping anbieten, das können Abendkleider in Miete oder Socken im Abo sein, aber auch selbstdesignte Artikel, wo Kunden das Produkt selbst beeinflussen.
Gerry Weber sagt dazu: „Der Siegeszug von E-Commerce verlief immer rasanter, als Ex-
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perten vorausgesagt haben.“ Der Siegeszug des Online-Handels wird jetzt durch
die nachfolgende Generation der „digital
natives“ verstärkt, die digital aufgewachsen sind und jetzt zu eigenständigen Verbraucher werden. Ihr größtes Problem:
Das Smartphone zu verlieren, denn jeder
Zweite unter 18. Jahren „kann ohne sein
Smartphone nicht leben“.
Digitalisierung – Veränderung des
Kaufverhaltens
Kunden wollen die Digitalisierung, weil
sie ihnen Vorteile bringt. Heinemann beschreibt das in seinem Buch: „SoLoMo Always-on im Handel“. SoLoMo steht dabei für social - local - mobile, wobei der
letzten Komponente durch das Smartphone besondere Bedeutung zukommt.
69 % der Bevölkerung in der D-A-CH-Region sind mobil online, 50 % der Bevölkerung nutzen über Smartphones auch regelmäßig das Internet. Allerdings ist die
Hälfte aller Online-Shops noch nicht für
Smartphones optimiert.
Kunden nutzen ihre Smartphones für
Online-Recherchen, 35 % davon kaufen
dann auch online, 27 % kaufen stationär
im nächsten Geschäft. Gesucht werden
der Preis und die Verfügbarkeit. Das verändert den Kaufprozess: Früher hat man
sich den Anbieter ausgesucht, nicht das
Produkt und den Kaufort. Heute wählt
der Kunde das Produkt im Internet, besucht dann den Anbieter (online oder
Heinemann | ONLINEHANDEL
stationär) und kauft. Dabei dominieren Preisvergleiche, Netzwerke
und Suchmaschinen die Kaufentscheidungen.
Besonders wichtig ist dem Kunden dabei die Verfügbarkeit, SDD
(„same day delivery“) ist gefragt. Da ist laut Heinemann der stationäre Händler näher am Kunden, weshalb der lokale Handel bei der letzten Meile kooperieren sollte. Der stationäre Handel braucht aber zumindest einen Webauftritt, um gefunden zu werden und mangelnden
Frequenzen im stationären Handel gegenzusteuern. Wichtig ist auch
WLAN im Laden. Wer es nicht tut, legt sich „digitale Fußfesseln an“.
Knallhart vermittelte
der Einzelhandelsprofi und Online-Experte Gerrit Heinemann
seinem Publikum die
Fakten zu den letzten Entwicklungen im
Online-Handel, unterstrich aber auch die
Stärken und Chancen
des stationären Handels: „Stationäre Händler sind näher am Kunden“.
Fotos: David Bohmann Photography
Neues Kaufverhalten – Auswirkungen auf Handelsstrukturen
Der neue Kunde kommt mit seinem Smartphone und ist damit „bewaffnet“ – er stellt sechs neue Forderungen an den Handel der Zukunft:
– Maximaler Angebotsumfang – alle Produkte im Netz finden: Flagshipstore
– Direkte Einkaufsmöglichkeit – Transparenz, Verfügbarkeit, Disintermediation
– Digitale Zeitvorteile – ePace, Quick-Pay, SDD, Zeitfenster, Flex-Zustellung
– Multi-Screening – mobile Formatevielfalt und benutzerfreundliche Bedienbarkeit
– Mobile Nutzungsmöglichkeit – Anytime, Anywhere, Digital-in-Store
– No-Line Experience – Multi-Channel-Services, Showrooming, Beratung at-home
Bereits heute ist das Internet bei rund 70 % aller On- und
Offlinekäufen in Non-Food-Handel ein Teil des Kaufprozesses. Nach einer Prognose für 2014 kaufen 11 % rein online,18 % multi-channel und 71 % der Kunden rein stationär.
No-Line-Handel – Verkaufsform der Zukunft
Der No-Line-Handel ist für Heinemann die Verkaufsform der
Zukunft. Multi-Channel-Services dienen hier als Zubringer
für den Store, offline und online verschmelzen zu no-line.
Pure Players haben die Kunden bei den Retourmöglichkeiten „versaut“, die Retournierung im Ladengeschäft sollte
daher nach einem Online-Kauf möglich sein, weil sie den
Kunden ins Geschäft bringt und um neue Einkaufsmöglichkeiten vor Ort eröffnet. Ernsting’s Family schafft das beispielsweise: nur 10 % der Produkte werden online gekauft,
aber 80 % der Retouren in den Filialen zurückgegeben.
Heinemann schließt mit einem pointierten Vergleich „In
Deuschland herrscht sozialistisches Verkaufen vor: Alle
Kunden werden gleich schlecht behandelt. In den USA hingegen heißt es, bessere Kunden werden besser, Top-Kunden
top beraten“ und appelliert damit erneut für kuratiertes
Verkaufen. Denn in den USA wird Fachberatung in zunehmendem Ausmaß online gebucht und ist als Top-Leistung
auch separat zu bezahlen.
Dem Expertentalk mit
Prof. Heinemann ging
die
Fachgruppentagung des Gremium
voraus, wo Obmann
Helmut Schramm und
die Berufszweigobleute
(im Bild: Gremialobmann-Stv. Ernst Tobola
und Dkfm. Ernst Aichinger) einen Bericht über
die Aktivitäten des Gremiums und der Berufszweige im abgelaufenen
Jahr und einen Ausblick
auf 2015 gaben.
Foto: Mag. Veronika Aichinger
ALLES ONLINE ODER WAS?:
5 Experten
am Wort
Diskussionsteilnehmer (v. l. n. r.): Mag. Brigitte Pfeifer-Medlin, CR Textilzeitung Prof. Gerrit Heinemann,
Leiter des eWeb Research Centers der Hochschule
Niederrhein/Mönchengladbach Dr. Jutta Pemsel, Unternehmerin (Kaufstrasse) und Obfrau des Bundesgremiums Handel mit Mode und Freizeitartikeln Mag.
Iris Thalbauer, Öffentlichkeitsbeauftragte der WKÖ/
Bundessparte Handel Dr. Roman Schwarzenegger,
Gesellschafter und Prokurist bei Standort + Markt
In der Diskussion unter der engagierten
Leitung von Brigitte Pfeifer-Medlin er-
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ONLINEHANDEL | Heinemann
Schwarzenecker liefert seinen Beitrag
zum weiteren Wachstum im stationären
Handel. Er sieht Einkaufszentren und
Fachmarkt-Gebiete sowie Streulagen als
Verlierer und Fachmarkzentren und Innenstädte als Sieger, wobei auf letztere ein besonderer Focus der Expansion
liegt. Seine Prognose: Weitere Expansion bedeutet gleichzeitig auch sinkende
Flächenproduktivität.
Heinemann betont den Anspruch des
neuen Kunden auf Beratung, wofür
aber besondere Kompetenzen notwendig sind. Pemsel verweist auf „personal
shopping“, das es auch bei
ihr im Betrieb nach Terminabsprache mit Top-Verkäufern gibt, hier hat der stationäre Handel beim „kuratierten Verkaufen“ große
Chancen.
Zum Thema ökologische
Komponenten und Logistik
des Online-Handels meint
Heinemann, dass Retouren
bei Quoten um 50 % immer Spuren hinterlassen.
Thalbauer verweist auf die
Möglichkeiten, Retouren
kostenpflichtig zu machen.
Dem Kunden sind aber ökologische Ansätze ziemlich
egal, das kostenfreie Retournieren wird als wichtige Voraussetzung für einen
Online-Kauf gesehen. Heinemann sieht den lokalen Händler abschließend im Vorteil, weil er näher am Kunden tätig ist. Allerdings wandelt sich das „Residenzprinzip“ (Kunde kommt zum
Händler), immer mehr zum „Domizilprinzip“ (Händler kommt zum Kunden). Die
Konsequenz: Nicht nur wird online gekaufte Ware zu Filialen des stationären Händlers geliefert („pick up“), sondern auch Händler müssen zum Kunden kommen.
AWC MÜNCHEN:
Hat der gehobene Einzelhandel
eine Überlebenschance?
Alle Fotos: Helmut Schramm
Das Außenwirtschaftscenter München
der Wirtschaftskammer Österreich lud
österreichische Modehändler unter dem
Motto „Hat der gehobene Einzelhandel
eine Überlebenschance?“ zu einem Tag
mit interessanten Vorträgen und Betriebsbesichtigungen, die vor allem dem
Multichannel-Verkauf bei traditionellen
Modehändlern gewidmet war, nach München ein.
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Herbert Gänsdorfer, Klaus Percig und Fritz Ammaschell informierten sich bei
Sport Schuster und Lodenfrey in München über den Einstieg in die Multichannel-Welt.
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Fotos: David Bohmann Photography
neuert Heinemann seine Ansicht, dass
KMUs einen Online-Shop genau überlegen sollten, aber unbedingt mit Öffnungszeiten, Anfahrt-/Parkmöglichkeiten und auf Marktplätzen (z. B. zur
Vermarktung von Restanten) im Web
vertreten sein müssen. Pemsel unterstreicht diese Ansicht, denn sie könne nicht ihr gesamtes Lager digitalisieren. Außerdem sind ihre Lieferanten
mit ihren Webshops im Internet besser
platziert und werden daher auch leichter gefunden. Thalbauer verweist auf
die Internet-Studie 2013 und die Roadshow der Bundessparte „www. Handel goes Internet“, bei der Prof. Heinemann Key-note-speaker war.
AWC München
Dem österreichischen Wirtschaftsdelegierten in der bayrischen Metropole, Dr.
Michael Scherz, ist zu gratulieren, dass
sein Außenwirtschaftscenter eine Initiative für den Handel gesetzt hat. Der
überaus interessante und von knapp 40
Modehändlern besuchte Tag in München
wurde mit einem Referat der „Gruppe Nymphenburg Consult AG“ eröffnet, einem Spezial-Beratungsunternehmen für Handel, Konsumgüterhersteller
und Dienstleister mit einem besonderen
Schwerpunkt im angewandten Neuromarketing. Berater Norbert Wittmann
berichtete über
Veränderungen im Kundenverhalten
und die Auswirkungen auf Familienunternehmen und mittelständische
Betriebe:
Kunden von heute agieren, wann, wo
und wie sie es wollen. Sie sind besser
informiert, da alle Waren überall, zu jeder Zeit und an (fast) jedem Ort verfügbar sind. Sie sind anspruchsvoller, denken sozialkritisch, nachhaltig und ökologisch und sind weniger loyal: Sie kaufen, wo es gerade am günstigsten und
bequemsten ist.
91 % aller Konsumenten sind nie weiter
als einen Meter von ihrem Smartphone
entfernt. Daher wird bei der Produktfindung im Einkauf der Laptop immer mehr vom
Smartphone abgelöst. Und Kunden wählen zuerst im Internet ein Produkt aus und
suchen danach erst den Einkaufskanal (online oder stationär).
Wittman zeigt die Konsequenzen für Familienunternehmen auf: „Traditionelle Unternehmen, die auf die Zukunftstrends nicht reagieren, werden eine gewinnbringende Zielgruppe an potentiellen Käufern in der Zukunft verlieren.“
Reaktionen der Handelswelt: Aktuelle Trends und internationale Benchmarks
Die Kunden von heute suchen nach Möglichkeiten zur Unterstützung von lokalen
Betrieben, die nachhaltig verarbeitete Waren liefern. Sie wollen wissen, woher die
Ware stammt und welche Rohstoffe verwendet werden. Begriffe wie Heimat, Nachhaltigkeit, Vertrauen und Sicherheit gewinnen an Bedeutung. Vertrauen in eine
Marke oder einen Anbieter im Handel sind wichtiger, als das Produkt. Innovative
Händler müssen beweisen, dass umweltfreundliche Produktion nicht automatisch
höhere Preise mit sich bringen muss.
Neue Technologien und die Möglichkeiten, die sie dem Kunden eröffnen, verknüpfen
die reale mit der virtuellen Welt und vereinfachen und unterstützen den Verkaufsprozess. Kunden haben mehr Informationen und eine größere Auswahl als je zuvor.
Bei der Auswahl zwischen Online und Offline (stationär) suchen Kunden sich das Beste aus:
•D
as Motiv der Zeitersparnis steht dabei im Vordergrund
•K
unden wollen sich nahtlos auf den verschiedenen Touchpoints bewegen –
•w
ann, wie und wo sie möchten
• S tationäre Stores nutzen Online- und Cross Channel-Tools
•O
nline Player nutzen auch den physischen Verkaufsraum
• Eine neue Handelswelt entsteht, in der Online- und Offlinewelt immer weiter miteinander verschmelzen
Die richtige Zielgruppe ansprechen: LOHAS
LOHAS sind eine Zielgruppe, die einen „Lifestyle of health und sustainability“ pflegt. Lohas sind fortschrittlich und an technischen Innovationen
interessiert und weisen eine überdurchschnittlich hohe Affinität zu neuen
Medien auf. Sie können es sich leisten, ein Luxusleben in ihrem Sinne zu
führen und verantwortungsbewusst zu genießen, daher haben sie ein starkes Bewusstsein für qualitativ hochwertige Waren.
15,9 % der Bevölkerung sind Lohas, bei steigender Tendenz. Sie suchen
Nachhaltigkeit und Sicherheit, sind markenaffin und qualitätsbewusst,
konsumfreundlich und beruflich erfolgreich und bevorzugen neue Medien
und Technik. Sie stehen auch für Fortschrittlichkeit und Innovation, Umwelt-, Gesundheits- und Konsumbewusstsein sowie (gesellschaftliches) Engagement und sind daher eine erfolgsversprechende Zielgruppe, vor allem
für den gehobenen Fachhandel.
Lodenfrey: Der Sprung in die Online-Welt
Hochwertigste Ladengestaltung und aufwändige innovative Dekorationen bei Lodenfrey im Modehaus Maffeistraße.
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AWC München
„Online bricht die stationären Welten
auf“, meint Ralf Mager, bei Lodenfrey für
E-Commerce verantwortlich. Aber auch
sonst hat sich bei Lodenfrey viel geändert, z. B. der Wandel vom Trachtenanbieter (Trachten machen nur mehr 10 %
vom Gesamtsortiment aus) zum absolut
hochwertigen Modehaus. Das 1842 gegründete Familienunternehmen macht
102 Mio € Umsatz und hat in den letzten
10 Jahren 25 Mio € investiert (vor allem
ins Verkaufshaus Maffeistraße 7-8 mit 6
Etagen und 7.500 m² Verkaufsfläche, aber
auch in den Aufbau der Online-Schiene). Die „Textilwirtschaft“ hat Lodenfrey
den FORUM-Preis für das beste Departement-Store in Deutschland verliehen.
Online ist man seit 6 Jahren unterwegs,
6 - 8 % vom Gesamtumsatz werden damit
erzielt (auch 100.000 € nach Österreich),
wobei im Jahr der Online-Einführung ein
besonders hohes Plus (12 %) im stationären Verkauf erzielt wurde. Begonnen hat
man mit einer Outsourcing-Variante, seit
2011 wird der Online-Auftritt hausintern
abgewickelt. Die Waren werden von „Pickern“ dem Verkaufshaus und dem Zentrallager (mit chaotischer Lagerhaltung)
entnommen, der Versand erfolgt hochwertig in Kartons mit Lodenfrey-Schleifen.
Auf Grund des hochgenrigen Angebots sind bei Lodenfrey auch die durchschnittlichen Einkaufsbons sehr hoch,
nämlich 360 € im Modehaus und sogar
480 € im Online-Verkauf, allerdings vor
Retouren. Und die machen doch beachtliche 42 % aus.
Lodenfrey fotografiert das Online-Angebot zu 100 % mit hauseigenen Shootings.
Trotzdem müssen die Lieferanten die Bilder, ihre Logos und vor allem auch die
Ware für den Online-Verkauf frei geben.
Die Suchmaschinenoptimierung erfolgt
über die „key words“ Einkauf und München. Gemeinsam mit Häusern wie Ludwig
Beck, Sport Schuster und Sport Münzinger
oder Betten-Rid bildet Lodenfrey einen
Innenstadtverbund der Online-Anbieter.
Ralf Magers Resumee: „Auf jeden Fall
muss der Online Kanal vom Start weg genauso gut aufgestellt sein wie der stationäre Handel.“
Alle Fotos: Helmut Schramm
Sport Schuster: Multichannel-Commerce im Sporthaus des Südens
Sport Schuster - Blicke nach innen und außen (hier wird Mitte Oktober gerade das Thema Wintersport dekoriert) und auf
die riesige Kletterwand
Sport Schuster wurde 1913 von August
Schuster, einem bekannten und leidenschaftlichen Kletterer, gegründet und
versteht sich als Spezialist bei allen Alpinsportarten. 2006 wurde ein von Blocher & Blocher geplanter Neubau auf
4.000 m² bezogen, am selben Standort
in der Rosenstraße, aber nicht mehr auf
mehrere Häuser verteilt, sondern in einem Sporthaus aus einem Guss. Sport
Schuster bezeichnet sich als Sporthaus
des Südens, als einmalig in München und
versteht sich als Juwel unter den großen
austauschbaren Ketten im Sporthandel.
Schuster hat immer stationär und im Distanzhandel verkauft, einen Katalog gibt
es seit der Gründung im Jahr 1913, online wird seit 2002 und in der heutigen
Form seit 2011 angeboten. Auch nach Österreich wird versandkostenfrei geliefert.
Die Berater im Online-Verkauf kommen
alle aus dem Verkauf; können Spezialfra-
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gen von den Callcenter-Beratern nicht
beantwortet werden, wird zum Verkaufsmitarbeiter auf der Fläche verbunden.
40 % der Online-Käufer haben schon stationär bei Sport Schuster gekauft. Die
Ware stammt dabei immer aus dem Geschäft oder dem Zentrallager. Der Online-Versand erfolgt besonders wertig, es
werden Goodies und der Name des Mitarbeiters, der die Sendung zusammenstellt,
mitgeliefert. Auch die Rechnung wird separat in einer Hülle verpackt.
Moderne Multichannel-Vermarktung
Peter Schön, der im Sporthaus Schuster E-Commerce und Versandhandel leitet, gab die Philosophie der Multichannel-Ansätze bei Schuster bekannt: Es gibt
mit stationärem Laden, Online und Katalog drei gleichwertige Vertriebswege, aber
keine Preisdifferenzierung, denn in allen
drei Kanälen soll das emotionale Kunde-
nerlebnis im Vordergrund stehen. Dabei
ist „der Online Shop als Informationskanal im Sportartikelbereich nicht mehr
wegzudenken. Auch als Kaufkanal stellt
er mittlerweile für nahezu alle Segmente eine echte Alternative zum Stationärhandel dar“.
Auch das Stammkundenprogramm „Gipfelsstürmer“ vereint die Multichannel-Ansätze im Sporthaus und bietet besondere Schuster-Momente. Das
sind Erlebnisse (Teilnahme an Expeditionen und Kletterkursen, Marathonläufen, ein Schuster Saisoneröffnungs-Frühstück und Gipfelstürmer-Preisvorteile),
die man sich nicht kaufen kann. Pro 1 €
Einkaufssumme erwirbt man 2 Höhenmeter im Gipfelstürmer-Programm. Je höher
man kommt, desto außergewöhnlicher
wird das Erlebnis.
AWC München
Ed. Maier - Das Schuhhaus mit
Münchner Kultur und Tradition
Für Sie in München gesehen:
Ed. Maier durfte sich einst Königlich Bayerischer Hoflieferant nennen und repräsentiert bis heute Münchner Kultur und
Tradition. Schuhe stehen hier seit 1596
(!) im Mittelpunkt und das Unternehmen
erhebt den Anspruch, den weltweit besten Schuh zu erzeugen.
Dabei werden heute nur mehr wenige
Maßschuhe produziert, aber alle Schuhe im Angebot sind von Ed. Maier entwickelt, haben einen Peduform-Leisten und
besitzen daher ein Alleinstellungsmerkmal. Eine eigene Vorstellung von Lebenskultur und ein kompromissloser Qualitätsanspruch prägen die Ed. Maier-Welt,
repräsentiert durch die Geschwister Maier, die heutigen Inhaber.
Ein ungewöhnliches Sortiment an klassischen Lederwaren und Damen- und
Herrenbekleidung für die Jagd oder
die Landpartie, zahlreiche Accessoires
und ein schier unendliches Angebot an
Schuhpflegeprodukten prägen das besondere Angebot.
Im Laden, der erst von wenigen Monaten
vom früheren Standort in der zur Fußgängerzone gewordenen Residenzstraße in die beschaulichere Briennerstraße
übersiedelte, gibt es rund 8.000 Artikel
im Angebot. Der Ed. Maier-Onlinestore,
das virtuelle Kaufhaus des Nobelschuhanbieters, umfasst vor allem die wichtigsten Pflegeartikel für die Lieblingsschuhe
der betuchten Kunden.
Bei Ed. Maier wird einfach das Beste vom Besten angeboten und damit eine außergewöhnliche
Sortiments-, Unternehmens- und auch Münchenkultur gelebt.
Herbstdeko bei Ludwig Beck
Alle Fotos: Helmut Schramm
Für Sie in München gesehen:
V. l. n. r.: Herbstdeko bei Louis Vuitton, Prada, Bogner, Lodenfrey
BRANCHENNEWS
Aktuelles für Sie zusammengefasst
ALLE BRANCHEN:
Kaufkraft in Österreich: Pro Kopf
über 20.000 €
ONLINEHANDEL:
Marktkonzentration wird
aufgebrochen
Die durchschnittliche Pro-Kopf-Kaufkraft in Österreich wird bis Ende des
Jahres die 20.000 Euro-Marke überschritten haben. Im Vergleich zu 2013
bedeutet dies eine nominelle Steigerung von +2,1%. Anteilsmäßig profitiert von diesem Mehr an Geld der stationäre Einzelhandel immer weniger.
Manche Einzelhandelsbranchen in
Österreich haben einen Filialisierungsgrad von nahezu 100% erreicht.
Dieser hohe Konzentrationsgrad wird
nun durch den Onlinehandel aufgebrochen.
19.970 Euro betrug die durchschnittliche Pro-Kopf-Kaufkraft eines Österreichers im Jahr 2013. Bis Ende des laufenden Jahres wird sie im Schnitt um 2,1%
nominell und im nächsten Jahr 2015 um
weitere 1,9% nominell steigen. Bis Ende
2015 wird die Kaufkraft rund 20.780 Euro
erreichen. Auch real betrachtet wird dies
ein leichtes Plus von 0,3% für 2014 und
0,2% für 2015 bedeuten.
Von dieser gestiegenen Kaufkraft profitieren jedoch nicht alle Bereiche im selben Ausmaß. Das Mehr an Geld fließt einerseits in die gestiegenen Lebenserhaltungskosten, beispielsweise in Form von
Mieten oder Gesundheitsausgaben, andererseits immer stärker in Richtung Bildung, Erholung und Erlebnis. Der Einzelhandel und insbesondere der stationäre
Einzelhandel können davon anteilsmäßig
immer weniger profitieren. Nur noch circa 30% der gesamten Kaufkraft fließen
dabei in den Einzelhandel, vor circa 20
Jahren waren es nahezu 40%.
Quelle: RegioPlan/RegioDataResearch
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Unter Filialisierungsgrad versteht man
den Anteil der filialisierten und organisierten Marktteilnehmer sowie der Franchisesysteme und Vertriebskooperationen am Gesamtumsatz einer Branche.
Demnach beträgt der Filialisierungsgrad
in manchen Branchen wie im Lebensmitteleinzelhandel und im Baumarktbereich
nahezu 100%. Auch im Möbel-, Drogerieund Parfümerieeinzelhandel betragen die
Anteile der filialisierten Marktteilnehmer
je über 90% und selbst im Bekleidungsund Schuheinzelhandel haben die Anteile dieser Marktteilnehmer rund 80% erreicht.
Auch wenn man nur die Anteile der Top 5
umsatzstärksten Händler betrachtet, sind
diese in manchen Branchen sehr hoch –
am stärksten im Baumarktsektor sowie
im Drogerie- und Parfümeriehandel mit
89% beziehungsweise 85%.
Dieser beträchtliche Konzentrationsgrad
wird gerade durch reine Onlinehändler
langsam aufgebrochen. Die Anteile des
Onlinehandels schwanken zwar von Branche zu Branche noch sehr und bewegen
sich 2% und mehr als 30%. Allerdings
wachsen sie in allen Branchen kontinuierlich an. Dafür verantwortlich sind zum
Teil die Onlineshops der stationären Einzelhändler, aber insbesondere reine Onlinehändler, die immer mehr an Bedeutung gewinnen.
WETTBEWERB:
„Beste Homepage“
Quelle: RegioPlan/RegioDataResearch
Foto: Beate Mayr-Kniescheck
Mitte November wurde die Jurysitzung für den Wettbewerb „Beste Homepage im Handel mit Mode und Freizeitartikeln“ abgehalten. Insgesamt gab es 159 Einreichungen, davon entfielen 125 Einreichungen auf die
Kategorie „bis 10 Beschäftigte“ und weitere 34 Einreichungen auf die Kategorie „über 10 Beschäftigte“.
Nach Bundesländern war Wien mit 50 Einreichungen
führend, nach Berufszweigen gab es die meisten Einreichungen im Bereich Textil (97 Einreichungen), gefolgt von Sport (38 Einreichungen), Schuhe (13 Einreichungen) und Leder (7 Einreichungen).
Die selbständige Grafik- und Webdesignerin Slava Kranewitter
(rechts vorne) und die Modebloggerin und Betreiberin der Plattformen ketchembunnies.com und lovedailydose.com, Katharina Schmalzl, (links vorne) führten die Jury an, die noch aus Prof.
Dr. Peter Schnedlitz/Institut Handel und Marketing der WU Wien,
Mag. Manuel Friedl, stv. Chefredakteur der „Österreichischen Textil Zeitung“ (ÖTZ) und den Bundesgremialvertretern Dkfm. Ernst
Aichinger, Friedrich Ammaschell, Mag. Eldrid Mänhardt, Dr. Jutta Pemsel, Klaus Percig und Helmut Schramm gebildet
wurde.
BRANCHENNEWS
Konsumenten geht die Luft aus
Verena Kainrath schreibt im „Standard“: Den Österreichern fehlt es weiterhin an Finanzkraft für Konsum und
Lust auf Shoppen. Dem Einzelhandel
drohen heuer zum vierten Mal in Folge reale Einbußen. Nach mageren Umsätzen im Frühjahr brachen diese seit
September erneut stark ein. Dass November und Dezember die Jahresbilanz
noch retten, wird innerhalb der Branche stark bezweifelt.
„Lebenserhaltungskosten, etwa für Mieten, steigen, die Leute verdienen nicht
mehr, und Angst um Jobs geht um“,
sagt Thomas Reutterer, Handelsexperte an der Wirtschaftsuni Wien. Für den
Konsum bleibe weniger übrig - die Gefahr einer von Ökonomen befürchteten
Deflation schwebe im Raum.
Online-Konkurrenz
Neue internationale Anbieter nagen
an der Substanz vieler Händler. Vor allem aber kostet sie das überwiegend
aus dem Ausland gesteuerte Online-Geschäft Kraft. Mehr als die Hälfte der
rund sechs Milliarden Euro, die sich
die Österreicher ihre Internet-Einkäufe kosten lassen, fließen derzeit außer
Landes.
Österreichs Händler haben im Wettbewerb gegen Webriesen wie Amazon
freilich schlechte Karten. Dafür sorgen
schon andere steuerliche und soziale
Rahmenbedingungen. Ein ungleich geschulterter Kostenbrocken wurde jüngst
neu verteilt: Seit wenigen Monaten
müssen sich ausländische Online-Plattformen über eine bevollmächtigte Firma
an den Entsorgungskosten für alte Elektrogeräte in Österreich beteiligen. Amazon bezahlte dafür bisher keinen Cent.
Verpackungsstreit
Das gleiche Modell soll auch für die Entsorgung von Verpackungsmaterial gelten - Gespräche mit den Ministerien
über eine Kostenbeteiligung internationaler Internetanbieter laufen. Die entsprechende Gesetzesnovelle könnte mit
Jänner 2015 in Kraft treten.
Quelle: Verena Kainrath, DER STANDARD,
23.10.2014, gekürzt
RETAIL-BRANCHE
denkt über ihre Zukunft nach
Franziska Zoidl schreibt im „Standard“
über die Zukunft des stationären Han-
dels. Denn der Umbruch, der gerade
stattfindet, habe die gleiche Dimension,
wie der Schritt vom Tante-Emma-Laden
hin zur Selbstbedienung, meint Wolfgang Richter, Geschäftsführer und Inhaber des Beratungsunternehmens Regioplan, das Ende Oktober zum 10. Retail-Expertenforum lud. Um 5,9 Milliarden Euro haben die Österreicher im Vorjahr online eingekauft. Zehn Prozent
der Konsumausgaben werden in Österreich mittlerweile online getätigt. Tendenz steigend.
Keynote-Speaker Silvio Kirchmair, Vorstand der Umdasch Shopfitting Group,
hatte für Unentschlossene einige „Abwehrstrategien“ für den stationären
Einzelhandel parat. Ein Händler könne beispielsweise eine Vorauswahl für
Kunden tätigen. Diese Funktion werde immer wichtiger: Wer beispielsweise auf Google nach „Waschmaschine“
sucht, der erhält mehr als sechs Millionen Treffer. Auch der haptische Aspekt
- das Fühlen, Berühren, Riechen - lasse
sich im Offlinehandel besser realisieren.
In der Mitte wird es schwierig
Immer wieder hört man außerdem, dass
das Geschäft der Zukunft auch Erlebnisse bieten müsse. Sehr oft hänge dieses mit persönlichem Kontakt im Handel zusammen, etwa wenn sich ein Kunde von seinem Gegenüber verstanden
fühlt, erklärt Richter. Mit Angestellten,
die ein Mindestgehalt bekommen und
eine halbe Stunde vor Geschäftsschluss
schon mit dem Zusammenräumen der
Ware beginnen, sei so ein positives Erlebnis aber natürlich schwierig, weshalb
sich das Konzept wohl eher im höherpreisigen Segment durchsetzen dürfte.
Auch am anderen Ende des Spektrums
gibt es Grund zum Optimismus: Auch
Diskonter, bei denen sich alles auf das
Wesentliche konzentriert, hätten eine
Zukunft, so Kirchmair. In der Mitte werde es aber immer schwieriger.
Zukunft der Malls
„Die Einkaufszentren werden sich ausdifferenzieren“, ist Richter überzeugt.
Kleinere würden künftig die Nahversorgerfunktion innehaben, größere mehr
auf den Dienstleistungssektor setzen,
etwa durch das Angebot temporärer
Arbeitsplätze. Zudem müssten Shoppingcenter immer flexibler werden und
ihr Gesicht öfter verändern, etwa durch
temporär bespielbare Flächen. Auch
Gastronomieangebote würden zunehmen. Und einige Shoppingcenter wer-
den auch verschwinden, prognostiziert
Richter. Den stationären Einzelhandel
werde es aber auch in Zukunft geben,
war man sich einig. Und interessanterweise setzen auch Internetriesen wie
Amazon mittlerweile auf stationäre Geschäftsflächen.
Quelle: Franziska Zoidl, DER STANDARD,
25.10.201, gekürzt
SCHUHE:
Kinderschuhatlas erfolgreich
gestartet Bereits zwei Wochen nach dem Launch
der kostenlosen Serviceplattform der
WKÖ erfreut sich die Serviceseite www.
kinderschuhatlas.at großer Beliebtheit
bei Eltern: Insgesamt verzeichnet der
Kinderschuhatlas in den ersten 14 Tagen
bereits 600 Besucher, die sich der Jahreszeit gemäß nach Stiefeln und Halbschuhen umsahen und 920 Shopsuchen
eingaben. Auch die Geotargetting-Option des Kinderschuhatlas kommt gut an,
schon 25 % der User nutzen den Service mobil.
Der Kinderschuhatlas hilft Eltern und
Großeltern dabei, ihren Kinderschuhhändler und passende Schuhe für ihre
Kleinen mit der fachkundigen Beratung
eines versierten Händlers zu finden.
„Wir freuen uns, dass der Kinderschuhatlas so gut von den Kunden angenommen wird und Eltern wie Händlern eine
echte Hilfestellung ist und die Kinderschuhsuche vereinfacht. Es sind die
kleinen intelligenten Services im Web,
die weiterhelfen“, erläutert Friedrich
Ammaschell, Vorsitzender der Berufsgruppe Schuhhandel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und Obmann
der Werbegemeinschaft der österreichischen Schuhwirtschaft.
Wozu braucht es einen erfahrenen
Schuhhändler?
Füße sind ein wahres Wunder der Natur.
Sie tragen unser Körpergewicht und federn dabei mehr als das Zehnfache des
eigenen Gewichts ab. Kinderfüße brauchen rund 16 Jahre um sich zu entwickeln. Sie sind in dieser Zeit weich und
leicht verformbar, weil die Knorpel zwischen den Knochen sich erst noch entwickeln. Gute Beratung ist hier also von
Nöten, wenn es darum geht, diese Kinderfüße richtig zu beschuhen. Denn nur
die richtige Bewegungsfreiheit von Füßen kann die Muskulatur optimal stärken und gesund entwickeln.
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BRANCHENNEWS
Da Kinder nur selten oder vage äußern, wenn ihnen etwas nicht passt, ist es oft schwer, als Eltern die richtigen Schuhe zu finden.
Kinderfüße passen problemlos in zu kleine Schuhe, denn das Nervensystem entwickelt sich erst, d.h. wenn der Schuh drückt,
ziehen unsere „Kleinen“ fast automatisch ihre Zehen zurück. Nur ein Drucktest liefert hier keinen endgültigen Hinweis. Mit richtiger Erfahrung ist die Schuh-Suche aber kinderleicht und erfolgreich.
TEXTIL:
25% der Umsätze im Einzelhandel
mit Bekleidung online zu erzielen
Mehr als 20% der Umsätze im Einzelhandel mit Bekleidung in Österreich werden durch den Onlineverkauf erzielt. Wird
dieser Trend anhalten, so könnte der Onlineanteil bereits im nächsten Jahr auf nahezu ein Viertel der Gesamtumsätze
ansteigen. Viele Gründe sprechen für den Online-Einkauf von Modeartikeln: die Möglichkeit rund um die Uhr zu shoppen, die große Auswahl, die immer professionellere Logistik, das Anprobieren vor dem eigenen Spiegel, u.v.m. „Die Frage ist nicht, warum wir Bekleidung online, sondern unter welchen Umständen wir diese noch stationär kaufen werden“,
betont Wolfgang Richter, Geschäftsführer von RegioPlan.
79% des Umsatzes im Einzelhandel mit Bekleidung in Österreich entfallen nach wie vor auf den rein stationären Vertrieb. Dieser
verliert jedoch an Bedeutung zu Gunsten des Onlinekanals, der bereits 21% der Marktanteile für sich beansprucht. Diese Marktanteile teilen sich zu 16% auf sogenannte Pure-Player aus dem Onlinebereich sowie zu 5% auf den Onlinevertrieb von hauptsächlich stationär tätigen Händlern (Multichannel-Anbietern) auf. Während der Onlinekuchen stark wachsen wird, wird der stationäQuelle: RegioPlan
re Bereich an Marktanteilen verlieren.
SALZBURGER MODEPREIS 2014:
Innenstadtkonzept ausgezeichnet
Mit dem Modehaus Schauer aus Bad Ischl und seinem Konzept Poesie 1895 wurde beim Salzburger Modepreis 2014 von der Textil Zeitung ein Innenstadtkonzept
ausgezeichnet. Bereits zum dritten Mal hintereinander - nach Mittermayr/Wildenau und Stöcker/Eferding - kommt der Preisträger aus Oberösterreich.
Das jüngste Kind bei Schauer/Bad Ischl ist das Konzept „Poesie 1895“ mit einem 700 m² großen Shop, der auf zwei Etagen einen internationalen Markenmix zwischen Mainstream und Premium - u. a. Marc O’Polo, Pepe Jeans, 7 For
All Mankind, Gerry Weber, Cambio, Sportalm und Marc Cain Sports - bietet.
Mit sowohl urbaner Schlichtheit als auch einem individuellen Wohlfühl-Ambiente, das sich z. B. in der künstlerischen Ausstattung der Deckenelemente
widerspiegelt, sticht „Poesie 1895“ aus der traditionellen Ladenkultur des
Kurorts hervor. Inhaberin Angelika Schauer nennt das ein „modisch-poetisches Lebensgefühl“.
Im Zuge der Salzburger Gespräche der Textilzeitung wurde der Salzburger
Preis 2014 von dfv-Hauptgesellschafter Andreas Lorch an Angelika Schauer für
das Konzept „Poesie 1895“ in Bad Ischl übergeben. MODE & FREIZEIT INTERN
schließt sich der Gratulation an!
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MODE & FREIZEIT
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Foto: Elisabeth Kessler
Foto: © Raumbau Architekten
Der Name „Poesie 1895“ geht auf das Gründungsjahr 1895 von
Schauer in Bad Ischl zurück. Der damalige Schneidermeister
Wilhelm Schauer wurde mit seinem Geschäft im aufstrebenden
Kurort rasch zum k. u. k. Hoflieferanten. Mit der Nagold-Absolventin Angelika Schauer wird das Familienunternehmen seit
2009 bereits in der 4. Generation geführt. Im März 2014 hat
sie das Modehaus „Poesie 1895“ am Auböckplatz eröffnet, ein
Schauer-Trachtenstore befindet sich in der Pfarrgasse in der
Nähe der berühmten Konditorei Zauner. Am Bad Ischler Kreuzplatz werden in weiteren Geschäften klassische Trachtenmode,
Mode- und Trachtenstoffe angeboten.
NEUERÖFFNUNGEN
NEUERÖFFNUNGEN:
Lokale Händler auf der Überholspur
Mit dem oberösterreichischen Modeunternehmen Schauer aus Bad Ischl, das im
März 2014 das neue Haus „Poesie 1895“ in Betrieb nahm (siehe vorangegangenen
Bericht) und den Eröffnungen von Roth in Leibnitz, Egger in Rohrbach, Carnaby in
Wr. Neustadt und Fashion Rainer in Bad Hofgastein zur neuen Herbstsaison bewiesen lokale Händler ihre Platzhirsch-Funktion und stärkten ihre Standorte bzw.
eröffneten neue, darunter - wie z. B. Schauer - auch in Innenstadtlagen.
Gemeinsam mit dem Amstettner Ladenbau-Unternehmen Umdasch Shopfitting gestalteten die erfolgreichen Local
Player ihre neu gestalteten Verkaufsflächen und zeigten als familiengeführte Modehäuser mit Tradition Flagge am
Heimatmarkt.
Fotos: Umdasch Shopfitting
Der Wettbewerb im Einzelhandel wird
nämlich zunehmend härter. Das betrifft insbesondere auch die modisch
orientierten Sortimente. Vertikale Anbieter gewinnen permanent Marktanteile, global tätige Brands prägen immer mehr das Bild unserer Einkaufsstraßen und Shopping-Center. Für mittelständische Unternehmen ist es daher ein Gebot der Stunde, sich am
Markt mit einer klaren Positionierung zu behaupten und diese im Laden auch punktgenau zu visualisieren. Mode ist Roth
Am Hauptplatz der
südsteirischen Metropole Leibnitz entstand in etwas mehr
als vier Monaten
Bauzeit das neue
Shopping-Mekka
der Eigentümerfamilie Roth. Auf knapp
1.500 Quadratmetern
Gesamtfläche
entstand das neue Modehaus, mit renommierten Modemarken
für Damen und Herren und vielen Ideen in Architektur und Ladenbau: Der Kassenbereich wurde mit einer „Wolke“ aus leeren Weinflaschen aus der Region gestaltet; großformatige Fototapeten zeigen Details von Klapotetzen, den im südsteirischen Weinland verbreiteten
Windrädern, die als Vogelscheuchen dienen. Ein weiteres Lokalkolorit findet sich in
der Form von abstrahierten Weinblättern an den Regal-Rückwänden.
Lord und Lady Carnaby endlich vereint
Namensgeber ist das Lied „Carnaby Street“ von
Peggy March über die berühmte Einkaufstraße in
London, die als Inbegriff für Mode gilt. Bisher betrieb das Unternehmerpaar Haas drei Boutiquen:
Lord Carnaby, Lady Carnaby und Studio Carnaby sowie Franchise-Shops. Doch seit 2. September
2014 sind die „Carnaby-Familienmitglieder“ auf
2.000 m² Verkaufsfläche vereint. Klaus Haas, Wiener Neustädter Lokalpatriot in Sachen Mode und
Bekleidung, baute ein Modehaus der Superlative.
Bei Fashion Rainer, im Ortszentrum von Bad Hofgastein unmittelbar neben der Kirche gelegen,
wurde der bestehende Laden in einen modernen
Raum mit Loft-Charakter umgebaut. Das Unternehmerpaar Markus und Simone Egger, das in vierter Generation neben dem Stammsitz in Unterweißenbach bereits fünf Filialen mit Tracht und Mode
führt, hat in der Mühlviertler Bezirksstadt Rohrbach weitere 1.000m² Verkaufsfläche gestaltet. Zu
den optischen Leckerbissen zählt die Young-Fashion-Abteilung, in der sich zwei Tage lang ein Graffiti-Sprayer aus Wien künstlerisch austoben durfte.
Der moderne Industriebau ist auf zwei Ebenen
angeordnet. Während
sich das Gebäude im
Erdgeschoß über großzügige Glas-Schaufenster nach außen öffnet,
wird der obere Teil der
Außenfläche von einer
vorgehängten Fassade
aus Metallplatten dominiert.
Die
Innengestaltung
wurde von Umdasch
Shopfitting mittels eines Material-Mix aus
Holz, Metall und Glas in
Szene gesetzt. Daniela
und Klaus Haas wollen mit dem Megastore
die ganze Familie ansprechen (DOB, HAKA,
Kiko).
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WIENER TOURISMUSPREIS
25. Wiener Tourismuspreis an das
„Goldene Quartier“ verliehen
Foto:Weinwurm
Der diesjährige Tourismuspreis der Wiener Wirtschaft wurde am 2. Oktober an das
„Goldene Quartier“ verliehen. Die Begründung für die Auszeichnung: „Im Herzen der
Wiener Altstadt wurde stilvoll eine einzigartige Shopping- und Flaniermeile geschaffen, die Wiens weltweiten Ruf als Tourismus- und Einkaufsmetropole festigt.“
Im Rahmen des Wiener Tourismus-Abends 2014, der als einer der wichtigsten Treffpunkte
der Wiener Tourismusbranche gilt, überreichte Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien (links), gemeinsam mit Josef Bitzinger, Obmann der Sparte Tourismus und
Freizeitwirtschaft (rechts), die Auszeichnung an SIGNA Holding GmbH-Geschäftsführer
Christoph Stadlhuber.
Das Goldene Quartier – Shoppingmagnet für eine Tourismusweltstadt
„Fast 13 Millionen Nächtigungen von rund 6 Millionen Touristen jährlich sprechen für sich: Der Tourismus ist wirtschaftlich eine der tragenden Säulen Wiens. Deshalb ist es wichtig,
die Wiener Tourismusattraktionen vor den Vorhang zu holen,
die sich maßgeblich für einen erfolgreichen Tourismusstandort einsetzen. Mit dem Wiener Tourismuspreis können wir
diese Protagonisten beleuchten und ehren“, freute sich Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien.
„Gehobene Gastronomie und Hotellerie sowie Premium-Marken und Boutiquen sind ein wesentlicher Bestandteil für ein
erfolgreiches Tourismusmarketing. Vor allem in Großstädten
wie Wien dienen sie als Anziehungspunkt für viele Touristen
aus dem In- und Ausland. Projekte wie das „Goldene Quartier“ bereichern die Innenstadt zusätzlich, denn es ist nun
einmal so: Der Tourist von heute sucht neben Kunst und Kultur auch ein außergewöhnliches Shoppingerlebnis – wozu im
Übrigen auch die Möglichkeit zum Einkaufen am Sonntag gehört“, zeigte sich Josef Bitzinger, ranghöchster Vertreter der
Wiener Tourismus- und Freizeitwirtschaft, überzeugt.
Goldenes Quartier
Die beiden Gebäude „Am Hof 2“ und „Hochholzerhof“ befinden sich seit 2008 im Eigentum der SIGNA und bilden zusammen das
„Goldenes Quartier“, ein Innenstadtdevelopment, das exklusive Global Stores, u. a. Louis Vuitton, Valentino, Etro, miu miu, Emporio Armani, Brioni, Mulberry, Prada, Roberto Cavalli, Brunello Cucinelli und 7 for all mankind beherbergt sowie das Luxushotel
Park Hyatt Vienna, anspruchsvolle Büroflächen, exklusive Eigentumswohnungen und eine neue Fußgängerzone zwischen Tuchlauben, Bognergasse und Am Hof vereint.
Der Wiener Modehandel betrachtet das Goldene Quartier als wertvolle Aufwertung des modischen Angebots in unserer Stadt. Das
Gremium Einzelhandel mit Mode und Freizeitartikeln war bei der Überreichung des Tourismuspreises mit Dr. Rainer Trefelik und
Gremialobmann-Stv. Herbert Gänsdorfer prominent vertreten.
Das Hochzeitshaus Steinecker am Opernring hat – wie in der letzten Ausgabe von MODE & FREIZEIT INTERN berichtet- seit Sommer geöffnet. Bei der offiziellen Feier Anfang Oktober wurden neben viel Prominenz aus Kultur, Medien und Sport u. a. gesehen (v.
l. n. r.): Gottfried Steinecker sen., Gremialobmann Helmut Schramm, Bundesgremialobfrau Dr. Jutta Pemsel, Gottfried Steinecker jun. und der Vorsitzende des Berufszweiges Textil, Günther
Rossmanith.
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MODE & FREIZEIT
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Foto: Harald Artner
STEINECKER
Hochzeitshaus:
HAUPTBAHNHOF | EKZ
HAUPTBAHNHOF ERÖFFNET:
Das Einkaufszentrum am Gleis
Seit 10. Oktober ist es soweit: Das Jahrhundertprojekt Hauptbahnhof der ÖBB
wurde offiziell in Betrieb genommen und zeitgleich auch das zweistöckige Einkaufszentrum der ECE mit 20.000 m² Verkaufsfläche, hohem Gastronomieanteil
und insgesamt 90 Einmietern eröffnet. Im „Einkaufszentrum am Gleis“ befinden
sich auch 17 Shops, die Mode und Freizeitartikel anbieten.
Das Bauwerk wurde mit einem Investitionsvolumen von rund einer Milliarde Euro in einer Bauzeit von fünf Jahren errichtet. Der Hauptbahnhof
mit seinen durchgehenden Gleisen hat das Zeitalter der Kopfbahnhöfe
in Wien unwiderruflich beendet und ist der neue Verkehrsknotenpunkt
für die gesamte Region. Der neue Bahnhof versteht sich als schnelle und
leistungsstarke Visitenkarte für Wien als Tourismusstandort. Fernzüge
halten erst ab dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember hier, ermöglichen
dann aber auch eine direkte Verbindung von Linz und St. Pölten zum
Flughafen Wien. Der Vollbetrieb des neuen Hauptbahnhofs, den 145.000
Menschen pro Tag frequentieren werden, ist für Dezember 2015 vorgesehen. Sein Wahrzeichen ist das prägnante Rautendach, darunter liegen
fünf Bahnsteige und eine Mall, die sich über zwei Ebenen erstrecken. Das
Einkaufszentrum wurde vom Center-Betreiber ECE realisiert, der bereits
bei der Bahnhof-City am Westbahnhof zum Zug kam.
Der neue Wiener
Hauptbahnhof ist
eines der größten
Infrastruktur-Projekte des Landes.
Gemeinsam
mit
dem
Einkaufszentrum bildet er
das Herzstück des
Sonnwendviertels
(mit dem Quartier
Belvedere), einem
neuen
Stadtteil
auf einer Fläche
von insgesamt 109
Hektar, was der
Größe des 8. Bezirks entspricht.
ÖBB BahnhofCity Wien Hauptbahnhof
Gleichzeitig mit dem Bahnhof wurde das neue
Einkaufszentrum eröffnet, das auf 20.000 m² Verkaufsfläche die Bedürfnisse von Bahnreisenden
erfüllen soll und gleichzeitig der Nahversorgung
des einkaufenden Publikums aus den umliegenden Büros, dem benachbarten neuen Stadtviertel
sowie Käufergruppen, die den Hauptbahnhof nur
zum Einkaufen aufsuchen, dient. Die ÖBB sprechen vom neuen Konsumtempel als „Leuchtturmprojekt und Wachstumsimpuls für die ganze Gegend“.
Seit 10. Oktober 2014 laden rund 90 Geschäfte
und Gastronomiebetriebe zum Verweilen, Flanieren und Shoppen ein. Beim Branchenmix wurde
auf große Ausgewogenheit der Geschäfte geachtet,
die Kunden sollen trendige Shops und attraktive
Marken vorfinden. Unter anderem eröffneten Geschäfte in den Bereichen Lebensmittel (Interspar),
Gastronomie, Mode, Sport, Parfümerie und Bücher.
Dazu gibt es u. a. eine Apotheke, mehrere Bankfilialen und ein TUI Reisecenter.
Das Shopping-Center ist damit die dritte Bahnhof-Shopping-City in Wien. Das Einkaufszentrum
ist mit 20.00 m² Verkaufsfläche knapp größer als
das Center am Westbahnhof mit rund 17.000 m²
und kleiner als „The Mall“ in Wien-Mitte mit mehr
als 30.000 m².
Die ÖBB BahnhofCity Wien Hauptbahnhof ist das
MODE & FREIZEIT
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19
bislang sechste Projekt des Immobilienentwickler ECE Austria, dem Österreich-Ableger der im Besitz der Familie Otto (Versandhandel) stehenden europäischen Marktführerin auf dem Gebiet innerstädtischer Einkaufszentren.
Die ECE entwickelte und betreibt bereits das 2006 eröffnete Shopping-Center City Arkaden Klagenfurt sowie die
„kleine Schwester“ des Hauptbahnhofs,
die 2011 eröffnete Bahnhofscity Wien
West. Darüber hinaus managt das Unternehmen das Innsbrucker Einkaufszentrum DEZ, das Haid Center in Linz
und - wie berichtet - seit Kurzem auch
das G3 Shopping Resort in Gerasdorf.
Funktional statt monumental
In der Vergangenheit sind Bahnhöfe als
die Kathedralen der Moderne bezeichnet worden. Die Zeiten haben sich für die
ÖBB aber geändert: „Wir wollten nicht
Monumentales schaffen, sondern Funktionales.“ Genau dieser Umstand wird
von Architekturexperten aber kritisiert,
die die Gestaltung der Gleisanlagen mit
dem großzügig dimensionierten Rautendach loben, das äußere Erscheinungsbild
aber als eher „mickrig“ bezeichnen. Kritisiert wird auch, dass mit der U 1 nur eine
U-Bahn-Linie zum Hauptbahnhof führt,
die sich noch dazu - obwohl der Hauptbahnhof viel näher als der alte Südbahnhof zum Südtiroler Platz gerückt ist - immer noch in einer relativ weiten Gehdistanz befindet.
Am Wiener Hauptbahnhof stehen den
an- und abfahrenden Passagieren mehr
als 800 Sitzplätze in konsumfreien Zonen
zur Verfügung, in den Gastronomiebetrieben und im Bereich des Frischemarktes wird es weitere 700 Sitzplätze geben.
Es gibt 1.000 überdachte Fahrradabstellplätze in 3 Fahrradgaragen und eine Tiefgarage mit mehr als 600 Stellplätzen.
Der Markuslöwe überwacht als letztes Überbleibsel des alten Südbahnhofs den Eingangsbereich,
der jetzt nicht mehr nur ein Tor nach Süden bildet.
Zusätzlich umfasst der gesamte Bahnhof
ein mehrere hundert Quadratmeter großes Reisezentrum, 14 Personenkassen,
22 Fahrkartenautomaten, 3 Infoschalter,
2 Infopoints, zwei öffentliche WC Anlagen, Schließfächer, einen Lost & Found
Bereich, Büros für das Einkaufscentermanagement und eine ÖBB Lounge mit
mietbaren Besprechungsräumen.
Alle Fotos: Helmut Schramm
EKZ | HAUPTBAHNHOF
Der neue Hauptbahnhof ist durchgängig ohne Stufen benützbar, 14 Lifte und 29 Rolltreppen überbrücken Niveauunterschiede. Experten meinen
aber, dass die Aufzüge sehr dominant in der Mitte
der Mall situiert sind und diese darunter leidet.
2.500 m² groß ist das Gastronomieangebot, verteilt auf zwei Food-Courts im Gebäude und einen
dritten von außen zugänglichen Bereich beim
Südtiroler Platz.
Ob die ÖBB BahnhofCity Wien Hauptbahnhof auch zum Verweilen, Flanieren und Shoppen für ein Nicht-Bahnpublikum einladen wird, bleibt abzuwarten. Wer
die Verkehrsdrehscheibe Hauptbahnhof benützt, wird aber das schier unglaubliche Gastroangebot und auch die vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten in Anspruch
nehmen, z. B. bei Zero, Fashionista, Collosseum und CCC-Schuhe (Fotos).
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MODE & FREIZEIT
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HAUPTBAHNHOF | EKZ
Alle Fotos: Helmut Schramm
MIETER AUS DEM MODEHANDEL:
Textil: Calzedonia, Camp David, Collosseum, Desigual, Intimissimi, Mister Lady, New Yorker, Promod, Tezenis, Tom&Mike,
Turek, Vero Moda, Zero • Lederware: Fashionista • Schuhe: CCC, Deichmann • Sport: Hervis
New Yorker ist flächenmäßig der wohl größte Modeanbieter und erstreckt sich über zwei Etagen. Die Calzedonia-Gruppe ist mit allen drei Formaten (Calzedonia,
Intimissimi und Tezenis) vertreten; Hervis ist der einzige Sportanbieter im neuen ECE-Center. Auffallend ist der hohe Anteil im Bereich Parfümerie/Drogerie:
Müller Drogerie (zweigeschoßig), Marionnaud, dm drogerie markt und BIPA.
AUSWIRKUNGEN AUF FUZO FAVORITENSTRASSE
MFI sprach mit Dr. Michael P. Walter, Ausschussmitglied des Landesgremiums und Obmann des Einkaufsstraßenvereins Favoriten, über die Auswirkungen der neuen Bahnhofcity auf die gewachsenen Einkaufsstrukturen des 10. Bezirks:
"Das neue Bahnhofcenter ist eine große Herausforderung für die FUZO Favoritenstraße, insbesondere für die Gastronomie im
Bereich bis zum Columbusplatz, aber auch im Lebensmittelbereich mit seinen z. T. langen Öffnungszeiten am Hauptbahnhof.
Es wäre falsch, die Herausforderung nur als Risiko zu sehen, bieten doch Risiken immer auch Chancen. Die FUZO punktet hier
z. B. mit dem Viktor-Adler-Markt oder bei den Kunden, die lieber "an der Luft bzw. im Freien" einkaufen. Außerdem gilt es, den
Bevölkerungszuwachs im Sonnwendviertel (insgesamt entstehen rund 5.000 Wohnungen für etwa 13.000 Menschen samt einer hervorragenden Infrastruktur) und den Zuwachs an Arbeitsplätzen (z. B. ÖBB-Zentrale, Signa, Erste Bank) zu nutzen und
die Kundenströme neben dem Hauptbahnhof auch in den Kernbereich Favoritens zu lenken. Das Angebot muss für den Kunden stimmen, dabei ist die Kombination FUZO mit einem innerstädtischen Einkaufszentrum sicher besser, als ein zusätzlicher
EKZ-Standort auf der grünen Wiese. Letztlich aber müssen die betroffenen Unternehmer selbst aktiv werden und mehr unternehmen, z. B. im VEREIN EINKAUF IN FAVORITEN mitzuarbeiten und damit ihr Umfeld auch mitzugestalten."
Zum Thema empfiehlt Dr. Michael P. Walter den gerade in unseren Kinos laufenden Film von Ulli Gladik "Global Shopping Village. Endstation Kaufrausch". Im Interview "Endstation Hauptbahnhof? (Die Presse)" hat die Filmemacherin auch zur neuen
Bahnhofscity Stellung genommen:
"Wer kauft ein, wer eilt zum Zug?" Man meint, man könnte es am Gehtempo erkennen. Das Einkaufszentrum am neuen
Hauptbahnhof gleicht jedem anderen, bloß die Aufgänge zu den Gleisen, die Monitore und das Blau der ÖBB lassen es als Einkaufszentrum neuen Typus erkennen – ein Innenstadtcenter mit Bahnanschluss.
Nur am Manner-Store in der Eingangshalle erkennt man, dass wir in Wien sind. Sonst? "Eine Nullachtfünfzehn-Passage",
glatte Flächen, polierte Glasfronten, bekannte Shops und Marken."
MODE & FREIZEIT
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LEHRLINGE | Woche des Handels
Sparte Handel setzt
Lehrlingsaktivitäten
EIN JOB IM HANDEL:
Viel mehr als Ware verkaufen
BILDUNGSNEWS
Foto: BIWI
Gemeinsam mit der BundesDie Zukunft des Handels liegt in den Händen von den jungen
sparte Handel bzw. über InitiMenschen, die sich für eine Karriere im Handel entscheiden.
ative des bildungspolitischen
Mit der „Woche des Wiener Handels“Informationen
soll diese Entscheidung
zur Berufsausbildung
der Sparte Handel
Ausschusses der Sparte Hanpositiv beeinflusst werden. Eingeladen waren heuer 2500
del Wien unter Leitung von
Schüler der Abschlussklassen von Pflichtschulen, denen die
Mag. Eva Zirps-Ehrenberger
Möglichkeit geboten wurde, sich über die verschiedenen AusDer neue Handelslehrlings-CHECK
istAktivitäten
da!
wurden zuletzt neue
bildungsschwerpunkte im Wiener Handel zu informieren.
Das Ergebnis, für
der neue
Handelslehrlings-CHECK
Rund
560intensiven
Ausbildungsbetriebe
stehen jährlich
und Initiativen
Lehrlinge
Mit
dieser
Informationswodient
als
Ergänzung
zum
persönlichen Aufnahvor
der
Frage:
Wie
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ich
den
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Lehrche warb der Wiener Handel um potenim
Wiener
Handel
erfolgreich
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und
kann
nach
eigenem Ermessen
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für
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Betrieb
aus?
Mitunter
eine
Hetielle Nachwuchstalente und versuchgestartet
bzw.
die
Bildungseingesetzt
werden.
Daher
ist
das Dokument berausforderung,
denn
wie
wir
alle
wissen:
ein
Job
te, schon frühzeitig für eine Lehre im
wusst als lose Blattsammlung gestaltet – so
im Handel
ist mehr, als An
nuracht
Warepraxiszu verkaufen.
Handel
zu motivieren.
offensive der Sparte Handel
kann sie je nach betrieblichen Gegebenheiten
orientierten Informationsständen, dafortgesetzt:
zusammen gestellt, ergänzt und vervielfältigt
Neben unterschiedlichen Testverfahren und
runter auch der Stand für Mode und
der Möglichkeit einer Schnupperlehre zum bes-
werden.
Sport, konnten die interessierten Ju• Die „App in den Handel“ für iPhones und
seren Kennenlernen, ist es letztlich oft „Gegendlichen ihr Wissen erweitern und
Android-Mobiltelefone hilft bei der Wahl
fühlssache“, welcher Lehrling am besten in Der Handelslehrlings-CHECK ist ONLINE
durch Eigeninitiative Punkte sammeln.
des richtigen
Berufes
im Handel.
kostenlos
erhältlich:
den eigenen Betrieb passt.
Die Sieger wurden am Ende mit attrak• Der Handelslehrlings-CHECK
NEU: Das praUnter wko.at/wien/handel/lehre
können Sie
tiven
PreisenMitglieder
prämiert. „Ziel
der Veranxisnahe
Tool dientmittels
als Ergänzung
zum bestelIhr Exemplar
Anmeldeformular
Um unsere
bestmöglich
bei der Sustaltung
ist dem
es, den
teilnehmenden
persönlichen
Aufnahmegespräch
bei der
len. Die Zusendung
im PDF-Format
erfolgt unche nach
Lehrling
Ihrer WahlJuzu unterein
umfangreiches
vor Zusam2500 Schüler der Abschlussklassen von Wiener Pflichtschulen inte- gendlichen
mittelbar nach Einlangen der Bestellung per
Lehrlingsauswahl.
stützen, hat die Sparte Handelund
in guter
ressierten sich in neun Veranstaltungen für eine Lehre im Wiener allem realistisches Bild des Handels zu
menarbeit mit dem Berufsinformationszentrum
•
Der Mail.
Fernlehrgang Handel Wien bietet
Handel. Erfahrene Funktionäre und Lehrlingsausbildner berichteten
vermitteln“,
sagte Erwin
Pellet,
Sparder Wr. Wirtschaft
die bereits
bestehende
Ausüber Ihre individuelle berufliche Laufbahn und die hohe Attraktivität
kompaktes Zusatzwissen im Bereich alltenobmann
des Wienerüberarbeitet
Handels. und das De- Worauf warten?
der Lehrberufe im Handel.
wahlhilfe inhaltlich
gemeine Verkaufs- und Beratungssituatisign
neu
gestaltet.
Jobs im Handel: krisensicher und stabil
onen.Einfach Reinklicken-Ausfüllen-Absenden !
„Wir müssen die Facettenvielfalt des Handels wirksamer an die Öffentlichkeit tragen.
„App in den Handel“
Beim täglichen Einkauf erschließt sich dem Kunden auf den ersten Blick nur ein beEine eigene App für iPhones
schränktes Tätigkeitsfeld der Mitarbeiter“, setzte Erwin Pellet fort. Handel ist mehr als
und Android-Mobiltelefone
Produkte zu verkaufen, Waren zu sortieren und auf Kunden zu warten. „Für den Kunhilft bei der Wahl des richden ist klar: Ich bekomme meine Ware, wann immer ich will, doch wie viele Herausfortigen Lehrberufs im Handel.
derungen auf dem Weg der Ware vom Bestellvorgang bis zum Regal warten und wie viele
Unter dem Namen „APP in
hochqualifizierte Mitarbeiter dazu benötigt werden, ist nur wenigen bewusst“, meinte
den Handel“ können sich JuPellet. Gleichzeitig erhofft man sich durch diese Informationsoffensive auch, dass pogendliche nun österreichweit
tentiellen Talenten klar wird, welche persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten sich für
über die einzelnen Berufsden Einzelnen in einem krisensicheren Arbeitsplatz im Handel bieten. Seit der Wirtbilder der vielfältigen Hanschaftskrise sind die Beschäftigtenzahlen sehr stabil geblieben und die Einstiegsgehäldelsberufe informieren und
ter wurden kräftig angehoben.
sie mit ihren eigenen Stärken vergleichen.
Wirtschaftsexperten stufen die Chancen zu einem schnellen Aufstieg und zu internaAktuelle News rund um die Ausbildung im
tionalen Karrieren in der Handelsbranche als besonders hoch ein, da für die WeiterentHandel und
eine Übersicht über alle LehrINHALT
wicklung und Konkurrenzfähigkeit dringend junge, kreative und motivierte Fach- und
lingsausbildungsbetriebe komplettieren die
Führungskräfte gesucht werden.
umfassende und zeitgemäße App.
Handelslehrlings-CHECK
Der neue Handelslehrlings-CHECK ist da
Der Handelslehrlings-CHECK NEU ist ein
Vorsitzende des Bildungsausschusses: praxisnahes Tool und dient als Ergänzung
Bildungsprojekte .....................................
KommR Mag. Zirps-Ehrenberger
zum persönlichen Aufnahmegespräch bei
Stv. Mag. Ottmann
der Lehrlingsauswahl und kann vom AusbilBerufsausbildung im Handel .................
Sachbearbeiterin: Angela Ebner, BA dungsbetrieb
nach eigenem Ermessen einSchwarzenbergplatz 14, 1040 Wien gesetzt werden. Daher ist
Veranstaltungen Rückblick ....................
T 01/514 50-3273 | F 01/512 95 48-3273
das Dokument bewusst
E angela.ebner@wkw.at
als lose Blattsammlung
Aktuelles zur Lehrausbildung ...............
W wko.at/wien/lehrling
gestaltet – so kann sie je
nach betrieblichen GegeFotos: Sparte Handel
Berufsausbildung der Sparte Handel
Die engagierten Lehrlinge am Stand MODE & SPORT (Bildmitte) erhielten Verstärkung durch (v. l. n. r.) Spartenobmann Erwin Pellet, Gremialgeschäftsführerin Elisabeth
Rammel, Berufszweigvorsitzenden Textil Günther Rossmanith und Spartengeschäftsführer Dr. Klaus Puza.
Am Informationsstand MODE & SPORT konnten die interessierten Jugendlichen praxisorientiert ihr Wissen erweitern
und durch Eigeninitiative bei einem Verkaufsgespräch Punkte sammeln. Gremialobmann Helmut Schramm beurteilt
hier ein Verkaufsgespräch über einen Adidas-Sportschuh.
stützen, hat die Sparte Handel in guter Zusam- mittelbar
menarbeit mit dem Berufsinformationszentrum Mail.
der Wr. Wirtschaft die bereits bestehende Auswahlhilfe
inhaltlich
überarbeitet
und
das De- Worauf w
Junior
Sales Wien
- Austria
| LEHRLINGE
Einfach R
sign neu gestaltet.
benheiten zusammengestellt, ergänzt und vervielfältigt werden.
Unter wko.at/wien/handel können Mitglieder ihr Exemplar mittels Anmeldeformular bestellen.
Fernlehrgang für Lehrlinge in Wiener Handelsbetrieben
Der Fernlehrgang HANDEL WIEN soll die Lehrlinge des Wiener Handels mit wichtigem praxisorientierten Zusatzwissen fit für den täglichen Geschäftsalltag machen und stellt eine zusätzliche Vorbereitung auf den Praxisteil der Lehrabschlussprüfung dar. Er wird seit heuer als Vorbereitung und Erleichterung für den Berufseinstieg von der Sparte Handel angeboten und stattet Lehrlinge mit kompaktem Zusatzwissen im Bereich allgemeine Verkaufs- und Beratungssituationen aus.
JUNIOR SALES 2014:
INHA
Wiener Champion gekürt
Berufsausbildung der Sparte Handel
Der ne
Die Siegerin des diesjährigen Landeswettbewerbs Junior Sales 2014
heißt Alexandra Pöpl. InsVorsitzende des Bildungsausschusses:
KommR Mag.
Zirps-Ehrenberger
gesamt 20 junge Verkaufstalente aus den unterschiedlichsten Branchen
stellten
beim LandesStv. Mag. Ottmann
wettbewerb am 1. Oktober 2014 im Spartenhaus ihr Können unter
Beweis.
Sachbearbeiterin: Angela Ebner, BA
Bildun
Beruf
Beide Fotos: Krisztian Juhasz
Schwarzenbergplatz
14, 1040 Wien
Unter den strengen Augen der hochkarätigen Jury punkteten die jungen Verkaufstalente
mit exzellenter Präsentation
der mitT
01/514
50-3273
|
F
01/512
48-3273
gebrachten Waren, umfangreichem Fachwissen sowie guter Argumentation und Einwandbehandlung. Als zusätzliche95HerausfordeE angela.ebner@wkw.at
rung waren gute Englischkenntnisse gefragt, denn auch eine englischsprachiW wko.at/wien/lehrling
Mag. Eva Zirps-Ehrenberger (2. v. r.) und Gremialobmann Helmut Schramm
überreichten die Dekrete über die Absolvierung des Fernlehrgangs Handel
Wien. Auch hier belegte Alexandra Pöpl (rechts außen) den 1. Platz, einen
3. Platz beim Fernlehrgang errang Sandra Hofmann.
Veran
Aktue
ge Testkundin wollte kompetent bedient werden.
Die Siegerin Alexandra Pöpl (Doubleaction OG) überzeugte mit ihrem Auftreten, Fachwissen und herausragenden Englischkenntnissen. Der zweite Platz
ging an Sandra Glaser (A1 Telekom Austria AG), den dritten Platz sicherte
sich Blessing Okaka (TOPSI). Das Foto der Siegerinnen finden Sie auf Seite 25.
Im Anschluss fand am 15. Oktober 2014 fand der Junior Sales Champion
Verkaufswettbewerb Österreich statt. Alexandra Pöpl, die bereits beim Junior
Sales Landeswettbewerb und dem Fernlehrgang Handel Wien den ersten Platz
errungen hat, freute sich über den österreichweit 2. Platz. Sie vertritt Wien
beim Junior Sales International 2014, wo sie gegen Kandidaten aus Bayern,
der Schweiz und Südtirol antreten wird.
Bei der Preisverleihung erklärte Spartenobmann KommR Erwin Pellet, dass
„alle TeilnehmerInnen des Landeswettbewerbs und auch des Fernlehrgangs
Handel Wien einen wichtigen Beitrag für den eigenen Karriereweg und für die
Zukunft des Wiener Handels leisten. Das hohe Niveau der Verkaufstalente ist
ein klarer Beweis dafür, wie gut aufgestellt unsere Jungfachkräfte sind“.
Neueröffnungen und Erweiterungen in Wien
Erweitertes Auhof Center eröffnet
Am 3. November ging das Auhof Center im Westen Wiens nach neunmonatiger Umbauzeit mit Erweiterungsflächen
von 10.000 m² an den Start. Die Erweiterungsflächen sind vollständig vermietet,
aus dem Modebereich u. a. an Zara mit
2.500 m² als Ankermieter sowie an Mango, Desigual, Humanic und CCC Shoes.
Das Auhof Center weist nun über 140
Shops auf und ist damit das zweitgrößte
Shoppingcenter Wiens. Wir werden in der
vor Weihnachten erscheinenden nächsten Ausgabe von MFI über die Erweiterung berichten (EHL 23. 10. 2014).
Die Eröffnung nahmen Bürgermeister
Michael Häupl, WK-Präsident DI Walter
Ruck und Eigentümer Peter Schaider vor.
GAP eröffnet ersten Shop in
Österreich
Mit GAP ist seit 2. Oktober eine weitere US-Modekette (wieder) in Österreich
gelandet. Das Unternehmen ist im Donauzentrum mit einem vom Franchise-Partner Trimera Group betriebenen
Store auf 495 m² vertreten. Laut GAP
werden die Kollektionen der Linien
GAP, GAPKids und BabyGAP angeboten.
Zur Eröffnungsfeier des internationalen
Moderiesens sind auch Senior Vice President Stefan Laban von Gap International und Chief Marketing Officer Seth
Farbman von Gap Global angereist und
haben den ersten österreichischen Store
höchstpersönlich eröffnet (Diverse Pressemeldungen).
Hallhuber mit Flagship-Store
in der Kärntner Straße
Seit wenigen Tagen ist auch das Modelabel Hallhuber mit einem neuen Flagship-Store in der Wiener Innenstadt vertreten. Das Label präsentiert sich in den
früheren Räumlichkeiten des Huthauses
Oberwalder in der Kärntner Straße 39 auf
300 m² in zwei Etagen.
Die Filiale Kärntner Straße ist damit bereits der fünfte Hallhuber-Store im Großraum Wien. Das Unternehmen liegt derzeit europaweit eine rasante Expansion
hin, die Zahl der Verkaufsflächen wird
von 180 am Jahresanfang bis Ende 2014
noch auf 218 steigen (Presseaussendung
Hallhuber).
MODE & FREIZEIT
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DER HANDEL IM WANDEL
KOMMENTAR
KommR
ERWIN PELLET
Obmann der
Sparte Handel
Der Wiener Handel
bewegt die Stadt
Anlässlich des 150-Jahr-Jubiläums des Gremiums
der Wiener Kaufmannschaft startete die Sparte
Handel am 1. Oktober 2014 eine wienweite Imagedachkampagne auf 22 Straßenbahn-Triebwägen,
um die Vielfalt des Handels darzustellen. „Die Vielfalt im Wiener Handel ist einzigartig“, sie reicht von
A – Z, denn vom Außenhandel bis zum Zoofachhandel bieten die Wiener Handelsunternehmen den
Konsumenten alles, was für die hohe Lebensqualität in unserer Stadt notwendig ist und vieles darüber
hinaus. Mit kompetenter Fachberatung und einem
riesigen Produktportfolio stellt der Handel täglich
Milliarden von Produkten in seinen Geschäften zur
Verfügung. Diese wichtige Wirtschaftsleistung für
die Stadt möchten wir mit unserer Kampagne gemäß dem Motto „Der Handel macht unsere Stadt
lebenswerter“ darstellen. Von 1. 10. 2014 - 15. 1.
2015 werden insgesamt 22 Triebwägen der Wiener
Linien das Stadtbild prägen und auf diese enorme
Bedeutung des Handels für das tägliche Leben in
unserer Stadt hinweisen. Das Rückgrat des Wiener
Handels bilden heute die über 34.000 Handelsunternehmen mit ihren mehr als 115.000 Beschäftigten. Alleine der Wiener Einzelhandel setzt jährlich
etwa 12,4 Milliarden Euro um. Der Wiener Großund Außenhandel kommt mit rd. 74 Milliarden EUR
gar auf fast die Hälfte der österreichischen Großhandelsumsätze. Die 25 Landesgremien der Sparte Handel spiegeln die Vielfalt der Branche wider.
Wien ist seit langem nicht mehr nur die Weltstadt
der Kunst und Musik, der Schnittpunkt von Ost und
West, Begegnungsort unterschiedlicher Kulturen,
Völker und Menschen, sondern auch die Stadt des
Handels, der Einkaufsstraßen und einer trendigen
Shopping-Kultur. Auch immer mehr internationale Unternehmen entdecken die österreichische
Hauptstadt als attraktiven Wirtschaftsstandort und
eröffnen hier ihre Flagship-Stores. Diese sind eingebettet in eine gut funktionierende, bestens ausgebaute und sich sinnvoll ergänzende Struktur von
Einkaufsstraßen, die mit einem attraktiven Mix aus
Entertainment-Welten und coolen Lifestyle-Events
pures Shopping-Vergnügen bieten. Darum lade ich
alle Wienerinnen und Wiener immer herzlich ein,
durch unsere schöne Stadt zu bummeln und die
Vielfalt der Wiener Handelswelt persönlich zu erleben, meint Ihr
Erwin Pellet
24
MODE & FREIZEIT
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DER HANDEL IM WANDEL:
150 Jahre Erfahrung
für die Zukunft
Am 24. Dezember 1863 hat Kaiser Franz Joseph offiziell den
Titel „Gremium der Wiener Kaufmannschaft“ bestätigt, nachdem er bereits 1859 ein kaiserliches Patent unterzeichnete,
das den Wiener Handelsstand als Genossenschaft vereinigte.
Dieses Datum gilt damit als Gründungstag der heutigen Interessenvertretung der Wiener Handelsunternehmen, der Sparte Handel der Wirtschaftskammer Wien.
Foto: Sparte Handel
Die Sparte Handel feierte das 150-Jahr-Jubiläum am 1. Oktober 2014 mit einem Festakt, einer Sondermarke sowie dem Start einer wienweiten Image-Dachkampagne auf
Straßenbahn-Triebwägen. „Der Handel gibt
der Stadt Struktur und Vielfalt, die Geschäfte geben den Einkaufsstraßen ihr Gesicht“
erklärte Vizekanzler und Wirtschaftsminister Dr. Reinhold Mitterlehner anlässlich des
Festaktes im Haus der Wiener Kaufmannschaft und betonte damit die wichtige Rolle
Auch eine mit dem Logo des Landesgremiums Einzelhandel mit
des Wirtschaftszweiges Handel.
Mode und Freizeitartikeln gebrandete Straßenbahn fährt seit
„Die Gründung der Wiener Kaufmannschaft Oktober durch Wien.
vor 150 Jahren fällt in die ersten Jahre der
Wirtschaftskammerorganisation. Die Wiener Kaufleute sind damit Geburtshelfer, Wegbereiter und Säule der erfolgreichen Interessensvertretung der Unternehmer“, sagte
der Präsident der Wirtschaftskammer Wien, DI Walter Ruck anlässlich des Festakts.
Aus Anlass des 150-JahrJubiläums konnte Spartenobmann KommRat Erwin
Pellet
WKW-Präsident
DI Walter Ruck und Vizekanzler BM Dr. Reinhold
Mitterlehner begrüßen,
die in ihren Reden vor den
historischen Fahnen der
Kaufmannschaft die Bedeutung des Handels für
Wien und die Wiener Wirtschaft unterstrichen.
Händler als Visionäre
Die Geschichte der Stadt war und ist eng mit jener ihrer Kaufleute verbunden. Wiens
Lage im Herzen Europas hat seit jeher den Handel begünstigt. In einem derart dynamischen Markt bestanden und bestehen für die Wiener Handelsbetriebe viele Chancen und Möglichkeiten. „So wie unsere Vorväter sind wir Händler auch Visionäre, die
den Motor der Wirtschaft am Laufen halten. Als Interessenvertretung dieser wichtigen
Branche waren und sind wir stets gefordert, diese Visionen weiterzutragen, aber auch
zu unterstützen und auf Probleme und Herausforderungen rasch zu reagieren“, meinte
der Gastgeber des Abends, Spartenobmann KommR Erwin Pellet. Pellet und auch Ruck
verwiesen damit auch auf die aktuelle Problematik der Ringstraßensperren, den Online-Handel und Trends wie das mobile Einkaufen, die den Handels stets vor neue Herausforderungen stellen.
DER HANDEL IM WANDEL
Aus Tradition in die Moderne
Schon Jahrhunderte vor der Bestätigung
durch den Kaiser im Jahr 1863 bildeten sich erste Gemeinschaften, wie etwa
die „Laubenherren“. Sie waren eine Gilde von Kaufleuten, die „unter den Lauben“ – den heutigen Tuchlauben – ihre
Waren anboten. Die Geschichte der Stadt
war und ist eng mit jener ihrer Kaufleute
verbunden. Wiens Lage im Herzen Europas hat seit jeher den Handel begünstigt.
Im Mittelalter brachten der Donauhandel
und die Privilegienbriefe der Babenberger
Wien und den Wiener Handel zum Blühen. In einem derart dynamischen Markt
bestanden für die Wiener Handelsbetriebe viele Chancen und Möglichkeiten.
Mit der Schaffung des Handelskammerge-
spezialisierte Kleinunternehmen und neue Shopkonzepte gegenüber. Die Zukunft des
Handels ist so vielfältig wie seine Geschichte: Internationalität und Regionalität, klein
und groß, Masse und Nische. Welchen Weg die Wiener Handelsbetriebe auch immer einschlagen: Ihre Interessenvertretung begleitet Sie dabei. Seit 150 Jahren – Erfahrung
für die Zukunft.
Das Herz am rechten Fleck
Die Wiener Kaufleute hatten ihr Herz aber immer am rechten Fleck und zeigten stets
soziale Verantwortung. So betrieb das Gremium der Wiener Kaufmannschaft bis ins 20.
Jahrhundert zum Beispiel ein Schülererholungsheim und ein Krankenhaus im 19. Bezirk. Auch in der Bildungspolitik erwiesen sich die Wiener Kaufleute als weitsichtig
und zukunftsorientiert. Schon 1848 wurde die erste kaufmännische Lehranstalt gegründet. Es folgten viele weitere neue Schulen. 1952 wurde der Fonds der Wiener Kaufmannschaft gegründet. Dieser ist heute unter seinem Obmann Dr. Rainer Trefelik der
zweitgrößte Privatschulbetreiber in Österreich. Unter der Dachmarke Vienna Business
Schools vereinigen sich sechs Handelsakademien und sechs Handelsschulen sowie Kollegs in Wien und Niederösterreich mit über 3.700 Schülerinnen und Schülern.
Lehrlinge als Zukunft des Handels
„Ich bedanke mich beim Handel
auch für die Lehrlingsausbildung
und die Schaffung und Sicherung
von Arbeitsplätzen“, sagte Vizekanzler BM Mitterlehner anlässlich der Jubiläumsveranstaltung
und gratulierte gleichzeitig den
Gewinnerinnen des Junior Sales Wettbewerbs, der auch am
1. Oktober im Haus der Wiener
Kaufmannschaft stattfand.
Schauspielerin Gigga Neunteufel schlüpfte in ein
historisches Kostüm und bereicherte den Festakt
150 Jahre Gremium der Wiener Kaufmannschaft mit
einem Streifzug durch die Geschichte des Handels.
Fotos: Pictures born/Helga Nessler
setzes wurde 1946 das Gremium der Wiener Kaufmannschaft zunächst als Sektion
und dann als Sparte Handel in die Wirtschaftskammer Wien übergeführt. Seither begleitet die Sparte Handel alle Branchen und Betriebe stets durch Höhen und
Tiefen – mit viel Erfahrung und dem Finger am Puls der Zeit.
Aus der Kraft der Tradition werden die
Wiener Händler an die Anforderungen
der Moderne herangeführt. Viele aktuelle Entwicklungen bringen dabei neue Herausforderungen und sind ein Potenzial, das es für die UnternehmerInnen zu
nützen gilt. Der Konzentration und dem
Wachstum von Verkaufsflächen stehen
Bei diesem Wettbewerb
bot die Sparte Handel dem
Berufsnachwuchs die Möglichkeit, ihr Können unter
Beweis zu stellen. In Verkaufsgesprächen mit anspruchsvollen Testkunden
musste der Verkäufernachwuchs mit Fachwissen,
Einfühlungsvermögen,
Flexibilität und Überzeugungskraft punkten. Im
Bild die drei Bestplatzierten (v. l. n. r.) Alexandra Pöpl (1. Platz), Sandra
Glaser (2. Platz AG) und
Blessing Okaka (3. Platz).
Die SchülerInnen der Tourismusschulen MODUL hatten die ehrenvolle Aufgabe, neben dem Junior-Sales Award der Wirtschaftskammer Wien auch den feierlichen Festakt „150 Jahre Wiener Kaufmannschaft“ kulinarisch zu betreuen.
Das junge Team rund um Küchenchef und MODUL-Lektor Gottfried A. Gansterer zeigte sich dem Anlass
entsprechend in historischen Gewändern.
Beim 150-Jahr-Jubiläum
der Wiener Kaufmannschaft war auch das Modegremium vertreten, u. a.
mit (v. l. n. r.) Fritz Ammaschell, Günther Rossmanith, Helmut Schramm, Dr.
Rainer Trefelik und Herbert Gänsdorfer.
MODE & FREIZEIT
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HANDELSTAG 2014
HANDELSTAG 2014:
„Erfolg aus Individualität“
Der Handelstag der Sparte Handel im Redoutensaal der Wiener Hofburg stand
dieses Jahr im Zeichen des 150-Jahr Jubiläums des Gremiums der Wiener Kaufmannschaft. Über 700 HandelsunternehmerInnen verfolgten den packenden Vortrag des Genetikers Dr. Markus Hengstschläger zum Thema: „Veränderung und
Zukunft: Erfolg aus Individualität“. Die Familie Nagy Hüte GesmbH & Co KG wurde
mit dem Handelshermes 2014 ausgezeichnet.
HANDELSHERMES 2014 geht an Nagy Hüte GesmbH & Co KG
(V. l. oben n. r. unten): Vier Generationen Nagy auf einen Blick: Senior KommR Leo Nagy und KommR Leo Nagy
mit Frau Elisabeth und Sohn Leo, mit dem die nächste Generation im Huthaus Nagy schon gesichert ist.
Alle Fotos: pictures born/Helga Nessler
Der Handelstag der Sparte Handel dient
der Präsentation aktueller Themen sowie dem Informations- und Erfahrungsaustausch und findet seit dem Jahr
1987 in Kooperation mit der Erste Bank
statt. „Beim diesjährigen Handelstag
wollen wir einerseits das 150-Jahr-Jubiläum der Wiener Kaufmannschaft feiern, denn die Geschichte des Handels
in Wien ist untrennbar mit der ihrer
Standesvertretung verbunden, andererseits aber auch in die Zukunft blicken,
denn es warten viele Herausforderungen auf uns“, erklärte Handels-Spartenobmann Erwin Pellet in seinen Begrüßungsworten. WKW-Präsident DI
Walter Ruck meinte: „Angesichts gesättigter Märkte wird es heute zunehmend wichtiger, sich durch individuelle Angebote und Services von der Masse
abzuheben. Veränderung bedeutet aber
auch zu gestalten und neue Weg zu gehen und neue Strategien hinsichtlich
wirtschaftlicher Rahmenbedingungen,
wie die Sonntagsöffnung in Tourismuszonen, anzudenken.“
Händler aus Leidenschaft: Familie Nagy (KommR Leo Nagy Senior, Elisabeth
und Geschäftsführer KommR Leo Nagy) erhielt den HANDELSHERMES 2014
für 90-jährige erfolgreiche Unternehmensführung aus den Händen von Wirtschaftskammer Präsident DI Walter Ruck (links) und Handels-Spartenobmann
KommR Erwin Pellet (rechts).
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MODE & FREIZEIT
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Der HANDELSHERMES 2014 wurde an Geschäftsführer KommR
Leo Nagy vom Familienunternehmen Nagy Hüte GesmbH & Co
KG verliehen. „Anlässlich des 150-Jahr-Jubiläums des Gremiums der Wiener Kaufmannschaft zeichnen wir heuer mit
der Fa. Nagy Hüte GesmbH & Co KG ein traditionelles Wiener
Familienunternehmen aus, das sich trotz eines veränderten
Marktes stets treu geblieben ist“, erklärte der ehemalige Direktor der Wirtschaftskammer Wien Dr. Günther Schön in seiner Laudatio. Seit 90 Jahren ist der Familienbetrieb in Wien
etabliert und hat viele Höhen und Tiefen erlebt. Handel hat
in dieser Familie Tradition, die hochgehalten wird. Das Unternehmen ist ein hervorragendes Beispiel, wie man mit Begeisterung für die eigenen Produkte, kompetentem Wissen über
die Kundenwünsche, Liebe zum Kunden, Mut zu Veränderungen sowie Ausdauer und Durchhaltevermögen auch schwierige Zeiten übersteht und bestens für die Zukunft gerüstet ist.
Jeder Mensch hat Talent
Mit 16 Jahren war Markus Hengstschläger als Punk unterwegs. Mit 24 Jahren promovierte er in Wien zum Doktor
der Genetik und wurde 35-jährig zum
jüngsten Universitätsprofessor für Medizinische Genetik berufen. An der Medizinischen Universität Wien betreibt er
Grundlagenforschung und ist für die Erstellung von genetischen Befunden am
Menschen verantwortlich. Der vielfach
ausgezeichnete Wissenschafter und Autor von mehrere Nr. 1-Bestsellern („Die
Macht der Gene“, „Endlich unendlich“,
„Die Durchschnittsfalle“) versuchte in
seinem mitreißenden Vortag eine Antwort auf die Frage zu geben: Wie kann
ich mich optimal auf eine ungewisse Zukunft vorbereiten und gleichzeitig aus der Individualität des Menschen
Stärken für mich und mein Unternehmen gewinnen? „Wir kennen die Herausforderungen nicht, die uns die Zukunft stellen wird. Bewältigen können
wir sie aber nur, wenn wir jene einzigartigen Talente fördern, die in uns allen
schlummern. Es muss die Norm werden,
von der Norm abzuweichen. Oder anders
ausgedrückt: Wir brauchen Peaks und
Freaks!“, so der Genetiker. In der vielbeschworenen Leistungsgesellschaft sei
die Hervorbringung durchschnittlicher
Allround-Könner zur obersten Priorität geworden. „Wenn wir aber nur dort
üben, wo wir Schwächen haben und unsere Stärken nicht ausbauen, werden
wir alle nur Durchschnitt“, behauptet
Hengstschläger. Er plädierte daher dafür, sich auf seine Stärken zu konzentrieren und diese zu fördern, denn „Jeder Mensch hat Talent“.
Alle Fotos: pictures born/Helga Nessler
HANDELSTAG 2014
Der Handelstag 2014 wurde in den Redoutensälen der Hofburg abgehalten und fand auf Grund des 150-JahrJubiläums und des packenden Vortrags von Prof. Hengstschläger besonders großen Zuspruch.
HENGSTSCHLÄGER
UND DIE FRAGEN
DER ZUKUNFT:
„Wir sind schon heute für das Leben
von morgen nicht mehr gut gerüstet.“
Mit Markus Hengstschläger betritt ein jugendlich-schüchtern aussehender
Mittvierzieger die Bühne, der völlig unkompliziert und ohne professorales Gehabe dasteht und in seinem Mühlviertler Dialekt in freier Rede - ohne Manuskript oder Power Point - sein Publikum in seinen Bann zieht und viele Lacher
produziert.
Das kann man wohl nur, wenn man über außergewöhnliche Talente verfügt und darum geht es auch in seinen Ausführungen. Die Wissensverdopplung ist
enorm - vor 150 Jahren verdoppelte sich das Wissen alle 100 Jahre, um 2000
sprach man vom lebenslangen Lernen und einer Wissensverdopplung alle 10
Jahre - und jetzt geht man dank Google, Facebook und Co von einer Wissensverdopplung in 24 Stunden aus. Deshalb sind wir heute für das Leben von morgen nicht mehr gut gerüstet.
Der „Handelshermes“ wurde 1988 als Auszeichnung für
Persönlichkeiten kreiert, die besondere Verdienste um den
Wiener Handel erworben haben und 2010 neu gestaltet. Die
reduzierte Stilisierung in Form eines „H“ mit verschiedenen,
ins Glas eingelaserten abstrakten Güter verdeutlicht den
Umfang und die Vielfalt des Wiener Handels.
Auch Österreich muss seine Bewohner für die Zukunft rüsten. Nur: Politiker
haben davon keine Ahnung, obwohl sie die politische Verantwortung tragen.
Die Österreicher halten es daher oft für besser, mit der Mehrheit zu irren und
es allen Recht zu machen. Deshalb wird immer nur die Vergangenheit nach
vorne geklappt. So tappt man aber bereits in die Durchschnittsfalle und ist im
Heute nicht individuell aufgestellt. Denn der Durchschnitt ist die größte Gefahr
für eine erfolgreiche Zukunft, weil er zu keinen Spitzenleistungen führt!
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Alle Fotos: pictures born/Helga Nessler
HANDELSTAG 2014
Prof. Hengstschlägers letztes Buch, „Die Durchschnittsfalle - Gene, Talente,
Chancen“ erklärt in einem fiktiven Dialog mit dem Leser gut verständlich den
heutigen Stand des Wissens und fand reißenden Absatz.
Genetisch gibt es keinen Durchschnitt
Österreich hat aber viele Talente. Schon im Regierungsprogramm steht, dass man sie entdecken, fördern und fordern muss. Dabei ist ein Mensch vom anderen genetisch
nur um 0,1 % verschieden, innerhalb einer Familie sogar
unter 0,1 %. Diese 0,1 % als individuelle Variante sind zu
entdecken, denn „Gene sind Bleistift und Papier, Geschichten muss man selber schreiben“. Genetisch gibt es also
keinen Durchschnitt, daher ist Individualität die einzige
Möglichkeit, sich auf die Fragen der Zukunft vorzubereiten.
Vorrangig dabei ist aber die Schaffung von kreativ Neuem
und nicht die Reproduktion von Altbekanntem.
Nach Peter Rosegger hat „jeder Mensch Talente“. Sie
müssen nur in Leistungen für die Gesellschaft umgesetzt
werden, am besten im Team. Denn was man selbst nicht
kann, können andere im Team besser. Das gilt laut Hengstschläger auch für die Wirtschaftskammer: Einer allein ist
ein dünnes „Schnürl“, zusammen aber sind wir ein dickes
Seil mit einem starken, gemeinsamen Konzept.
Abschließend zitiert Hengstschläger Seneca: „Der Mensch
kennt nur eine einzige Angst: Die Angst vor der Zukunft“.
Diese Angst ist aber unbegründet: Die Fragen der Zukunft
sind nämlich die Fragen der Gegenwart - nur zu einer anderen Zeit.
Man braucht sie nur anzupacken, allerdings mit einer ordentlichen Portion Mut!
Prof. Markus Hengstschläger (Mitte) begeisterte mit seinem packenden
Vortag nicht nur WK-Wien Präsident Walter Ruck und Spartenobmann
Erwin Pellet, sondern auch über 700 interessierte Handelsunternehmen.
Hengstschlägers Aussagen in der Zusammenfassung
» Was wir wahrnehmen und messen können, ist nicht Talent, sondern Erfolg. Dafür müssen die individuellen genetischen Leistungsvoraussetzungen des Einzelnen entdeckt und durch harte Arbeit in eine besondere Leistung
(Erfolg) umgesetzt werden.
» J eder Mensch weist individuelle Begabungen auf. Der
Mensch hat aber auch das Recht, seine Talente zu ignorieren bzw. eventuell fehlende Leistungsvoraussetzungen durch größeren Einsatz, mehr Begeisterung und andere Begabungen zu kompensieren.
» T
alente können nicht gewertet werden, da wir nicht wissen, welche Begabungen wir in Zukunft zur Lösung der
kommenden Fragen brauchen werden.
» D
ie Erhaltung von höchstmöglicher Individualität ist
die einzige Antwort auf die Fragen der Zukunft, die wir
heute nicht kennen und von denen wir nicht wissen,
wann sie auf uns zukommen. Der Durchschnitt ist die
größte Gefahr für eine erfolgreiche Zukunft.
» D
ie einzig sinnvolle Überlebensstrategie ist das schöpferische Streben nach dem Neuen und nicht nach Reproduktion. Wer einen neuen Weg gehen will, muss einen alten verlassen.
Quelle: Markus Hengstschläger,
DIE DURCHSCHNITTSFALLE: Gene - Talente - Chancen
Am Handelstag u. a. gesehen (V. l. oben n. r. unten): Spartenobfrau Gewerbe und Handwerk, Mag. Maria Smodics-Neumann, Berufszweigobmann Kari Gödde,
Gremialgeschäftsführerin Elisabeth Rammel und Gremialobmann Helmut Schramm; Dr. Michael Walter, Dr. Rainer Trefelik, Spartenobmann Handel Erwin Pellet
und sein Vorgänger, Dr. Fritz Aichinger; Bundesgremialobfrau Dr. Jutta Pemsel und der Vizepräsident der WKW, Dr. Paulus Stuller.
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MODE & FREIZEIT
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Schreiber | KOMMENTAR
KOMMENTAR
Bilanz der Branche
EVELYN SCHREIBER
Freie Journalistin
Noch hofft der Einzelhandel mit Mode und Freizeitartikeln auf umsatzstarke, vorweihnachtliche Wochen, bis die Inventur schonungslose Klarheit über Gewinn oder Verlust im abgelaufenen Jahr schafft. Vor allem EPUs und mittelständische Betriebe mussten ihre ohnehin bescheidenen
Erwartungen – teils eine Folge des zunehmend aggressiveren Wettbewerbs, teils aufgrund des atypischen Wetters – in vielen Fällen neuerlich
zurückschrauben und stehen jetzt vor der Frage: Wie geht es weiter und was tun mit dem noch reichlich vorhandenen Lagerbestand?
Alle auf Sparkurs
Motivationsforscher behaupten, dass die Verbraucher unterschiedlich auf den situationsbedingten Sparzwang reagieren. Zum einen flüchten sie
in den Luxus - dazu gehören Immobilien, langlebige Güter wie teure Möbel und Autos oder exklusive Wellness-Urlaube und Reisen in exotische
Länder -, zum anderen kompensieren sie diesen Aufwand, indem sie bei Einkäufen für den täglichen Bedarf und für ihr Outfit nach preisgünstigen
Angeboten Ausschau halten. Die Mehrheit muss sich allerdings bei Neuanschaffungen auf das Notwendigste beschränken oder weicht auf vermeintlich günstige Vertriebskanäle aus, hat jedoch bezüglich Kleidung und Accessoires – leider – noch genügend Reserven aus den Jahren, als
Sparen für viele nur ein Begriff aus dem Vokabular der Bankinstitute war.
Kaufverzicht als Konsumbremse
Während der Online-Handel boomt und die Existenz der stationären Einzelhandelsgeschäfte bedroht, greifen diese zum Rotstift, um die noch gut
bestückten Lager zu reduzieren. Seit dem Herbstbeginn verschleiern ihre Rabatt-Angebote den Blick auf den wahren Wert der Ware – keine ideale
Voraussetzung für die Glaubwürdigkeit, wenn die neu gelieferten Sortimente mit korrekter Kalkulation, die jeder Unternehmer zur Deckung seiner
hohen Fixkosten dringend braucht, auf Käufer warten.
Statt mit Kampfpreisen zu locken, könnten ambitionierte Verkäufer versuchen, mit Kompetenz und Service zu punkten. Knapp bei Kasse und
grundsätzlich zum Sparen bereit zu sein, ist bestimmt kein Hinderungsgrund für modeinteressierte Kunden, sich nach persönlichem Beratungsgespräch in besonders angenehmer Atmosphäre einen lang gehegten Wunsch zu erfüllen.
Shoppen am Sonntag in Tourismuszonen
Auf der Suche nach Lösungen gegen die Umsatzflaute ist auch die Sonntagsöffnung in Tourismuszonen ein interessanter Ansatz. Tourismus und
Medien fordern schon seit Jahren solche Tourismuszonen - die in allen acht anderen Bundesländern problemlos funktionieren - auch in Wien.
Seit Jahren polarisiert dieses Thema, auch wenn es nur wenige, von Touristen extrem frequentierte Stadtteile betrifft. Dort wird die Rechnung aber
sicher aufgehen, wenn möglichst viele Touristen möglichst viel Geld in Wien ausgeben und in einer Tourismuszone einkaufen.
Das weiß auch Walter Ruck, neu berufener Präsident der Wirtschaftskammer Wien, und regt in der bis zum 5. Dezember laufenden Umfrage bei
über 100.000 Mitgliedern der WKW an, die Sonntagsöffnung in ausgewählten Tourismuszonen zu ermöglichen. Eine entsprechende Verständigung
(die im Kollektivvertrag einen Zuschlag von 100 % vorsieht) zwischen den Sozialpartnern ist dafür Voraussetzung, die Verordnung muss der Wiener
Bürgermeister in seiner Funktion als Landeshauptmann vornehmen.
Bürokratischer Ballast
Über Tourismuszonen wird zwar kontroversiell diskutiert, aber auch demokratisch abgestimmt. In einem anderen Punkt herrscht Einstimmigkeit:
Nicht nur EPUs, die am stärksten unter der Last derzeitiger Rahmenbedingungen leiden, sondern der gesamte unternehmerische Mittelstand,
der österreichweit mit rund 300.000 Betrieben und fast zwei Millionen Beschäftigten 440 Milliarden Euro pro Jahr erwirtschaftet, erbringt diese
Leistung trotz hoher Lohnnebenkosten, Steuern und stetig steigender Abgaben. Hier Abhilfe zu schaffen, damit der Mittelstand als Erfolgsgarant
unseres Landes seine Funktion auch in Zukunft ausüben kann, sollte ein primäres Anliegen der Interessenvertretung sein.
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KMU FORSCHUNG AUSTRIA:
Konjunkturentwicklung im stationären Einzelhandel III. Quartal 2014
Konjunkturentwicklung im
stationären Einzelhandel Konjunkturentwicklung im stationären
Einzelhandel
Das III. Quartal 2014 im Detail
3. Quartal 2014
Umsätze im III. Quartal 2014 nominell auf Vorjahresniveau
Im III. Quartal 2014 ist es im stationären Einzelhandel (exkl. Tankstellen und exkl.
nicht-stationärer Einzelhandel) in Österreich – ausgehend vom hohen Niveau vom
III. Quartal 2013 – nominell zu einer stabilen Umsatzentwicklung gekommen
(+/-0,0 %). Real, d. h. unter Berücksichtigung des Preiseffekts, sind die Erlöse um
-0,9 % gesunken.1 Absolut liegt der stationäre Einzelhandelsumsatz im III. Quartal
2014 bei rd. € 13,3 Mrd2 (netto).
Im III. Quartal 2014 ist es im stationären Einzelhandel in Österreich – ausgehend vom hohen Niveau vom III. Quartal 2013 – nominell zu einer stabilen UmIII. Quartal 2014 entspricht somit des
in etwa jener vom I. Quartal
satzentwicklung gekommen (+/-0,0 %). Real, d.Dieh.Entwicklung
unterimBerücksichtigung
2014 und ist deutlich schlechter als im II. Quartal 2014.
Preiseffekts, sind die Erlöse um -0,9 %
Grafik 1
Umsatzentwicklung im stationären Einzelhandel III. Quartal 2013 bis
III. Quartal 2014
gesunken. Absolut liegt der stationäre
Veränderungen nominell und real in Prozent gegenüber dem Vorjahr
Einzelhandelsumsatz im III. Quartal 2014
%
3,0
bei rd. € 13,3 Mrd (netto).
Die Entwicklung im III. Quartal 2014 entspricht somit in etwa jener vom I. Quartal 2014 und ist deutlich schlechter als im II. Quartal 2014.
2,0
1,0
0,0
Preissteigerungen im Einzelhandel geringer als Inflation
Die Verkaufspreissteigerungen im Einzelhandel liegen im III. Quartal
2014 mit durchschnittlich 0,9 % deutlich unter der Inflationsrate
von 1,7 %. Der Hauptpreistreiber für die vergleichsweise höhere Inflationsrate ist die Ausgabegruppe „Wohnung, Wasser, Energie“ (vor
allem Wohnungsmieten).
Nach Branchen sind im III. Quartal 2014 die höchsten durchschnittlichen Preissteigerungen im Einzelhandel mit Lederwaren (5,6 %),
im sonstigen Einzelhandel (u. a. Trafiken; 3,3 %), im Einzelhandel mit Sportartikeln (2,2 %) sowie im Einzelhandel mit Spielwaren
(2,1 %) festzustellen.
Im Einzelhandel mit kosmetischen Erzeugnissen sowie im Einzelhandel mit Elektrogeräten, Computern und Fotoartikeln ist es zu Preisrückgängen von jeweils rd. 2 % gekommen. In den Branchen Einzelhandel Bekleidung sowie Einzelhandel Schuhe sind die Produkte des
betrachteten Warenkorbs im III. Quartal 2014 ebenfalls günstiger als
im Vorjahr.
Weiterhin starke Polarisierung
Im III. Quartal 2014 zeigen sich weiterhin große Unterschiede in
Hinblick auf die nominelle Umsatzentwicklung: 39 % der Einzelhandelsgeschäfte erzielen Umsatzzuwächse gegenüber dem III. Quartal
2013. 21 % melden konstante Umsätze. Bei 40 % der Standorte sind
die Erlöse zurückgegangen.
EH mit Spielwaren sowie EH mit kosmetischen Artikeln mit
höchstem nominellen Plus im III. Quartal 2013
Der Spielwareneinzelhandel (+2,6 %) und der Einzelhandel mit kosmetischen Erzeugnissen (+2,5 %) haben im III. Quartal 2014 die
höchsten nominellen Umsatzsteigerungen erzielt. Der Einzelhandel mit Büchern und Schreibwaren (+2,1 %) verzeichnet ebenfalls
30
MODE & FREIZEIT
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2,4
K o n j u n k t u r e n t w i c k l u n g i m s t a t i o n ä r e n E i n z e l h a n d e l I I I . Q u a r t1,8
al 2014
0,6
0,8
0,8
0,1
0,0
Preissteigerungen im Einzelhandel
geringer
als Inflation
-1,0
-1,0
-0,9
-1,0
Die Verkaufspreisesteigerungen im Einzelhandel liegen im III. Quartal 2014 mit
-2,0
durchschnittlich
0,9 % deutlich unter der Inflationsrate von 1,7 %. Der HauptpreisIII. Quartal 2013 IV. Quartal 2013 I. Quartal 2014 II. Quartal 2014 III. Quartal 2014
treiber für die vergleichsweise höhere Inflationsrate ist die Ausgabegruppe "WohUmsatzentwicklung
nominell
Umsatzentwicklung real
nung, Wasser, Energie"
(vor allem Wohnungsmieten).
Der
Lebensmitteleinzelhandel
ist auf
Basis Nielsen sowie
Umsatzbarometer
(nach Datenverfügbarkeit
Grafik
2 Entwicklung der
Inflationsrate
der Verkaufspreise
im Einzel-exkl.
bzw. inkl. Hofer und Lidl) enthalten.
handel, III. Quartal 2013 – III. Quartal 2014
Die Preisbereinigung erfolgt auf Basis eines Deflators auf Branchenebene (Quelle: Statistik Austria).
%
Quelle:
2,5 KMU Forschung Austria
1
Dies geht aus der aktuellen Konjunkturbeobachtung der KMU Forschung Austria hervor, welche auf
2,0
Geschäften
K o nden
j u n kDaten
t u r e n trund
w i c k l4.600
ung im
s t a t i o n ä r basiert.
e n E i n zDer
e l h aLebensmitteleinzelhandel
n d e l I I I . Q u a r t a l 2 0 1 4 ist auf Basis Nielsen Um-
satzbarometer
exkl.
enthalten.
1,8
1,8 Hofer und Lidl
1,8
1,8
1,7
1,5
1,6
1,6
Die Hochrechnung des Umsatzes erfolgt auf Basis von Daten der Statistik Austria aus dem Jahr
2012. Es handelt sich dabei um einen vorläufigen Wert exkl. nicht-stationären Einzelhandel und
1,0
exkl. Tankstellen.
1,1
1,0
0,9
Weiterhin starke Polarisierung
2
0,5
Im III. Quartal 2014 zeigen sich weiterhin große Unterschiede in Hinblick auf die
0,0
nominelle
Umsatzentwicklung: 39 % der Einzelhandelsgeschäfte erzielen UmsatzIII. Quartal 2013 IV. Quartal 2013 I. Quartal 2014 II. Quartal 2014 III. Quartal 2014
zuwächse gegenüber dem III. Quartal 2013. 21 % melden konstante Umsätze. Bei
Einzelhandelspreise
40 % der Standorte sind dieInflationsrate
Erlöse zurückgegangen.
Die
Preisbereinigung
im der
Einzelhandel
erfolgt auf Basis eines
Deflators
auf Branchenebene
Grafik
3
Anteil
Einzelhandelsgeschäfte
nach
nomineller
Umsatzentwicklung
(Quelle: StatistikIII.
Austria).
Quartal 2014
Quellen: Statistik Austria (Inflationsrate), KMU Forschung Austria (Einzelhandelspreise)
40% der EH-Geschäfte
mit nominellem Umsatzminus
39% der EH-Geschäfte
mit nominellem Umsatzplus
Nach%Branchen sind im III. Quartal 2014 die höchsten durchschnittlichen Preisstei30
gerungen
im Einzelhandel mit Lederwaren (5,6 %), im sonstigen Einzelhandel
(u. a. Trafiken; 3,3 %), im Einzelhandel mit Sportartikeln (2,2 %) sowie im Einzelhandel mit Spielwaren (2,1 %)
24 festzustellen.
20
21
22
Im Einzelhandel mit kosmetischen Erzeugnissen sowie im Einzelhandel mit Elekt17
16
rogeräten, Computer
und Fotoartikeln ist es zu Preisrückgängen von jeweils
10
rd. 2 % gekommen. In den modischen Branchen (Bekleidung, Schuhe) sind die
Produkte des betrachteten Warenkorbs im III. Quartal 2014 ebenfalls günstiger als
im Vorjahr.
0
> -10%
bis -10%
konstant
bis +10%
nominelle Umsatzentw icklung in % in Kategorien
> +10%
KMU Forschung Austria | WIRTSCHAFT
Konjunkturentwicklung im stationären Einzelhandel III. Quartal 2014
ein nominelles Plus von mehr als +2 %. Real
sind die Umsätze – in Folge von Preisrückgängen im beobachteten Warenkorb – im Einzelhandel mit kosmetischen Erzeugnissen und im
Einzelhandel mit Elektrogeräten, Computer
und Fotoartikel am stärksten gewachsen. Zu
vergleichsweise hohen nominellen und realen
Umsatzrückgängen ist es im Einzelhandel mit
Bau- und Heimwerkerbedarf gekommen.
Grafik 4
Umsatzentwicklung im Einzelhandel III. Quartal 2014 nach Branchen
Veränderungen nominell und real in Prozent gegenüber dem Vorjahr
2,6
EH mit Spielwaren
0,5
2,5
EH mit kosmetischen Erzeugnissen
4,7
2,1
EH mit Büchern und Schreibwaren
1,4
1,6
EH mit Elektrogeräten, Computer, Foto
Umsatzplus im September
Im Juli und im August 2014 sind die Einzelhandelsumsätze sowohl nominell als auch
real gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Dabei ist das hohe Ausgangsniveau des
Vorjahres zu beachten: Im Jahr 2013 waren
dies die beiden Monate mit dem höchsten
Wachstum. Im August hatten die Einzelhandelsgeschäfte kalenderbedingt zudem einen
Tag weniger geöffnet. Der September ist –
bei einem im Vergleich zum Vorjahr zusätzlichen Verkaufstag – positiv verlaufen. Die
Umsätze liegen nominell und real über dem
Vorjahresniveau.
3,6
1,3
EH mit Möbeln
-0,1
0,5
Sonstiger Einzelhandel (1)
-2,8
0,5
1,7
EH mit Bekleidung
EH mit Lederwaren
0,2
-5,4
0,0
Stationärer Einzelhandel
-0,9
-0,2
-2,4
EH mit Sportartikeln
-0,9
-2,5
EH mit Lebensmitteln (2)
-1,1
-0,5
EH mit Schuhen
nominell
real
Ausblick Gesamtjahr 2014:
EinzelhändlerInnen rechnen mit
-2,8
EH mit Bau- u. Heimwerkerbedarf
-4,3
verhaltener Entwicklung
%
Das WIFO geht in seiner Septemberprognose
-6,0
-4,0
-2,0
0,0
2,0
4,0
6,0
für das Gesamtjahr 2014 von einem verhaltenen Wirtschaftswachstum aus. Das BIP dürf(1) Einzelhandel mit Waren aller Art, Trafiken, Einzelhandel mit medizinischen und orthopädischen
te im Gesamtjahr 2014 nominell um +2,4 % bzw. real um
+0,8Einzelhandel
% steigen.
Binnennachfrage
(Investitionen,
Konsumnachfrage)
Artikeln,
mit Die
Textilien,
Blumeneinzelhandel,
etc.
(2) Berechnung
Basis Nielsendem
Umsatzbarometer
exkl. Hofer
und Lidl
(mittels hin,
Saisonkurve)
bleibt schwach. Die Entwicklung der ersten drei Quartale
2014 auf
(gegenüber
Vorjahr) weist
jedoch
darauf
dass die ProgPreisbereinigung erfolgt auf Basis eines Deflators auf Branchenebene (Quelle: Statistik Austria).
nose für das Gesamtjahr noch nach unten revidiertDie
werden
könnte.
Quelle: KMU Forschung Austria
Die Konsumausgaben der privaten Haushalte werden laut der aktuellen Prognose für das Gesamtjahr (Septemberprognose 2014)
zwar – nach einem leichten Rückgang im Jahr 2013 (real: -0,2 %) – wieder ansteigen, das Wachstum fällt jedoch
auf Grund der vergleichsweise hohen Inflation und der starken Abgabenbelastung nur gering aus (real: +0,4 %).
Die Inflation dürfte 2014 mit 1,8 % etwas niedriger sein als 2013 (2,0 %). Im Vergleich zum Durchschnitt des Euro-Raums bleibt
diese jedoch relativ hoch. Dies ist auf die stärkere Verteuerung von Dienstleistungen und Nahrungsmitteln in Österreich zurückzuführen.
Der Großteil der EinzelhändlerInnen (62 %) erwartet lt. KMU Forschung Austria für die nächsten Monate keine Änderung des Geschäftsverlaufs (Vorjahr: 81 %). Der Anteil der Unternehmen, der mit einer Verbesserung rechnet, ist mit 13 % unverändert geblieben. Jener, der eine Verschlechterung erwartet, ist deutlich von 6 % auf 25 % gestiegen.
AKTUELL: Konjunkturbeobachtung der KMU Forschung Austria im Einzelhandel Jänner bis September 2014
5
UMSATZVERÄNDERUNG ZUM VORJAHR IN %
1/2014
Einzelhandel1)
nominell
real
0,4
-0,9
Bekleidung
nominell
-0,4
Lederwaren
real
nominell real
0,5
-1,1
-5,2
Schuhe
nominell
real
Sportartikel
nominell real
-13,4
-14,3
-7,0
-10,6
2/2014
2,7
1,6
2,9
4,7
3,5
-3,3
9,6
11,7
-2,8
-3,9
3/2014
-2,0
-3,0
-2,5
-2,5
-7,5
-11,4
15,9
16,6
-4,4
-4,1
4/2014
4,3
3,2
0,3
0,2
2,3
-1,1
-4,3
-4,5
8,1
6,8
5/2014
1,3
0,4
1,8
2,2
-3,4
-6,9
4,0
4,5
0,6
-2,4
6/2014
-0,3
-1,3
-0,6
-0,6
-1,3
-6,8
4,0
2,6
5,1
2,1
7/2014
-0,5
-1,7
0,9
0,2
2,4
-3,4
1,2
1,0
-1,7
-4,2
8/2014
-1,8
-2,5
2,3
3,8
-1,2
-7,4
-0,2
1,1
-0,7
-3,0
9/2014
2,2
1,5
-1,6
1,2
-0,6
-5,5
-3,7
-3,2
2,2
0,6
MODE & FREIZEIT
[ıntern] 5|14
31
TERMINAVISO:
Bitte merken Sie sich die Termine unserer nächsten Veranstaltungen vor!
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Winter/Herbst 2015/16
mit Marga Indra-Heide
am 16.12.2014, um 18.30 Uhr, Großer Saal (4. Stock)
des Spartenhauses,
Wien 4., Schwarzenbergplatz 14.
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Warum und wie Unternehmen Social Media (nicht)
nützen sollten – und welche?
mit Dr. Armin Wolf
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Wien 4., Karlsplatz 13.
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der Sparte Handwerk und Gewerbe,
Wien 3., Rudolf-Sallinger-Platz 1.
Impressum
MODE & FREIZEIT
[ıntern] 5.14
Medieninhaber: Landesgremien Wien des Einzel- und
Großhandels mit Mode und Freizeitartikeln,
T +43 (0)1/514 50-3219 | F +43 (0)1/505 74 17
E renate.fuehrer@wkw.at
Redaktion: KommR Helmut Schramm, Erich Plessberger,
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Lektorat: Renate Führer, Elisabeth Rudroff
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EinzelhandelModeFreizeitartikeln/Offenlegung_-_
Einzelhandel_mit_Mode_und_Freizeitartikeln,_L.html
Offenlegung Großhandel:
https://www.wko.at/Content.Node/branchen/w/
GrosshandelModeFreizeitartikeln/Offenlegung_-_
Grosshandel_mit_Mode_und_Freizeitartikel,_Lan.html
Grundlegende Richtung:
Information der Gremialmitglieder über rechtliche und
wirtschaftliche Belange der Branche.
P.b.b. Erscheinungsort Wien, Verlagspostamt 1040 Wien,
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