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Die Gouldamadinen- „Was sind...?“ – Der Flügel - Prachtfinken-Portal

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Feder – Kiel Ausgabe 1/2007
2. Jahrgang
Steckbrief: Wellensittich
Seite 2
Die GouldamadinenFarbenpracht im Federkleid
Seiten 8-12
Infos aus der Vogelwelt
Rote Liste, Giftige Planzen
Seite 3
Vogelordnungen – Galerie
Seiten 6 und 7
„Was sind...?“ – Der Flügel
Seite 4-5
Aufruf: Machen Sie mit.
Haben Sie nicht auch Lust ein
paar kleine Geschichten aus
dem Vogelreich beizutragen
oder eigene Artikel zu veröffentlichen. Wir freuen uns
über jeden der unser Projekt
unterstützen, oder auch diese
Zeitung bei sich verlinken
möchte. Kontakt unter:
feder-kiel@gmx.de
Spiel, Spaß und Witze
Seite 13
-1-
Feder – Kiel Ausgabe 1 / 2007
Steckbrief
Der Wellensittich
Merkmale:
Der wildfarbende Wellensittich ist
grün mit gelbem Gesicht und eine
schwarze Querbänderung beginnt am
Vorkopf und zieht sich über den
Rücken und die Flügeldecken.
Das Gefieder von Männchen und
Weibchen unterscheidet sich nicht.
Jedoch haben Männchen eine blaue
(in
der
Jugend
rosaviolette)
Wachshaut, bei den Weibchen ist sie
eher "rau" und variiert zwischen
weißlich, hellbraun bis dunkelbraun.
Mittlerweile
gibt
es
den
Wellensittich in den unterschiedlichsten Farben, von rein Gelb
(Lutinos) bis Blau, Schecken in Grün
und Blau, Violette und rein Weiße
(Albinos).
Wellensittiche mit rotem oder rein
schwarzen Gefieder gibt es bislang
nicht, aber die Zucht von
anthrazitfarbenen
ist
bereits
gelungen.
Lebensraum und Verbreitung:
Der natürliche Lebensraum des
Wellensittichs beschränkt sich auf
den australischen Kontinent. Hier
leben sie vor allem in den weiten
Grassteppen, wo sie tagsüber in von
Wasserstelle zu Wasserstelle ziehen,
dabei sind sie in grossen Schwärmen
unterwegs, die aber immer seltener
werden. In der Mittagssonne ziehen
sie sich in Baumkronen zurück, wo
sie auch die Nacht verbringen.
Wellis sind tyische Astschläfer.
Brut:
Wellensittiche brüten in alten
Baumhöhlen oder Felshöhlen. Das
Weibchen bebrüten etwa 18 Tage ca.
4 Eier, während das Männchen sie
mit Futter und Wasser versorgt.
Junge
Wellensittiche
sind
Nesthocker und werden mit etwa
vier bis fünf Wochen flügge.
Geschichte:
Der Wellensittich wurde angeblich
von dem Strafgefangenen und
Künstler Thomas Watling entdeckt,
der wegen des Fälschens von
Banknoten 1792 in die Strafkolonie
Australien deportiert worden war.
Der erste ausgestopfter Wellensittich
gelangte 1831 nach Europa.
1794 erwähnt George Shaw den
Vogel erstmals in dem Buch
"Zoology of New Holland", die
dafür verwendeten Exemplare erhielt
er von einem der frühen Siedler, der
sie in der Umgebung von Parramatta
gesammelt hatte. 1805 beschrieb
Shaw den Wellensittich erstmalig
wissenschaftlich in "The Naturalist's
Miscellany" unter dem Namen
Psittacus undulatus, darin findet sich
auch die älteste wissenschaftliche
Darstellung der Art von R. P.
Nodder. Im Jahre 1840 gab der
Zoologe John Gould in seinem
siebenbändigen Werk "The Birds of
Australia" dem Wellensittich seinen
noch heute gültigen wissenschaft-
lichen Namen. John Gould war es
auch, der im gleichen Jahr
vermutlich
erstmals
lebende
Exemplare nach England einführte.
Durch eine Vogelausstellung in
Antwerpen im Jahre 1850 wurde der
Vogel in ganz Europa bekannt. Kurz
darauf wurden große Wildfänge nach
Europa importiert, wo sich später
erste Zuchterfolge einstellten.
In den folgenden Jahren nahm der
Export von Wellensittichen so stark
zu, dass 1884 von der australischen
Regierung ein Exportverbot erlassen
wurde. Dieses Gesetz gilt bis heute,
obwohl
der
Wellensittich
in
Australien nicht zu den bedrohten
Arten zählt.
Mittlerweile wird der Vogel in
zahlreichen Farbschlägen (blau,
gelb, grau, weiß ...) gezüchtet. 1872
tauchten erstmals gelbe Tiere
(Lutinos) auf. Um 1900 kamen blaue
hinzu, 1920 die ersten weißen
Wellensittiche. Heute gibt es rund
100 Standard-Farbschläge, die von
den
Zuchtverbänden
anerkannt
werden. Auf Vogelschauen wird der
so genannte Standardwellensittlich
zur Schau gestellt. Er ist deutlich
größer als der normale Wellensittich,
welcher bei den Züchtern als HansiBubi bezeichnet wird. (kw)
Systematik:
Stamm:
Überklasse:
Reihe:
Klasse:
Unterklasse:
Ordnung:
Familie:
Unterfamilie
Gattung:
Art:
Wirbeltiere
Kiefermäuler
Landwirbeltiere
Vogel
Neukiefervögel
Papageien
Eigentliche Papageien
Plattschweifsittiche
Wellensittiche
Wellensittich
Impressum
Feder-Kiel ist ein kostenloses Informationsblatt des www.prachtfinken-portal.de
Kontakt:
feder-kiel@gmx.de
Herausgeber:
Matthias Wünschmann (mw)
Redaktionsteam: Katrin Teschner (kt), Kerstin Wünschmann (kw),
Matthias Wünschmann (mw)
Fotos:
wenn nicht weiter angegeben, Matthias Wünschmann
Layout:
Matthias Wünschmann
Auflage:
Nur online erhältlich
Erscheinungszeitraum: 4 mal jährlich
-2-
Feder – Kiel Ausgabe 1 / 2007
Infos aus der
Vogelwelt
Exportverbot der Vögel
Jeder kennt sie und viele halten sie.
Wenn ich meine, fragen sie sich
nun? Ich meine den Wellensittich,
Zebrafink, Schmetterlingsfink, Ara
usw. Doch wie kommen diese
schönen Tiere eigentlich zu uns? Das
fragten wir uns auch und forschten
nach.
Die meisten Vögel die wir im
Zoofachgeschäft
zu
kaufen
bekommen, kommen aus Großzuchten oder Liebhaberzuchten, nur
noch ein kleiner Bestandteil der
angebotenen Vögel kommt aus
Wildfängen.
Doch
sind
Wildfänge
nicht
verboten? Nein! Aber viele Länder
haben ein Exportverbot ihrer
einheimischen Tierwelt erlassen. So
darf aus Australien seit 1884 kein
Wellensittich
mehr
ausgeführt
werden, seit 1960 besteht sogar ein
generelles Exportverbot für alle
australischen Tiere. Und auch viele
afrikanische und südamerikanische
Länder haben ein Exportverbot
erlassen.
Viele Länder erhoffen sich so, das
grausame Fangen und verschiffen
der Tiere zu stoppen und vor allem
wollen sie das Aussterben ihrer
Tierwelt verhindern.
Vogel des Jahres 2007:
Der Turmfalke
Die NABU und der Landesbund für
Vogelschutz (LBV), NABU-Partner
in Bayern, haben den Turmfalken
zum „Vogel des Jahres 2007”
gekürt.
Quelle: www.nabu.de
Die rote Liste
Über 1.200 Vogelarten vom Aussterben bedroht!
Die chinesische Zwergwachtel auf der
Roten Liste
Die chinesische Zwergwachtel ist der kleinste
Hühnervogel der Welt und zählt zu den
beliebtesten Volierenvögeln. Gerne halten sich
Vogelliebhaber die kleinen Bodenläufer, da sie
Futterreste usw. vertilgen und somit zur
Volierenpflege beitragen.
Doch wussten sie, dass die chinesische
Zwergwachtel auf der Roten Liste der bedrohten
Tierarten steht? Laut IUCN (International Union
for Conservation of Nature and Natural
Resources) gibt es nur noch ca. 10.000 Tiere in
der freien Wildbahn.
Aus diesem Grunde widmen wir der chinesischen
Zwergwachtel einen grossen Artikel in der
nächsten Ausgabe. (kw)
Prinzeschen ist tot!
Deutschland bekannteste Storchendame ist tot. In ihrem Winterquartier nahe Hoopstad (Südafrika)
fand eine Farmer sie tot auf. Die
Todesursache ist noch ungeklärt,
es wird aber auf ihr hohes Alter
getippt. Prinzeschen war 16 Jahre
alt geworden. Sie hatte in ihrem
für Störche langem Leben 6
verschiedene Partner und über 30
Junge. Sie war die erste Störchin,
deren Reise nach Süden und
wieder zurück durch eine Sender
lückenlos dokumentiert wurde.
Jahr für Jahr legte Prinzeschen
mehr als 10.000 Flugkilometer
zurück – eine der weitesten Reisen,
die ein Zugvogel überhaupt
absolviert. 2004 wurde sie sogar
auf einer Briefmarke verewigt.
Quelle: www.nabu.de
Neue chinesische Zwergwachtel-Homepage
Seit Mitte November ist es soweit. Unsere 2. Homepage die
Zwergwachtel.net ging online.
Wie der Domain-Name es schon sagt, dreht sich auf der
Homepage alles um die chinesische Zwergwachtel. Von der
Haltung, Ernährung bis hin zur Zucht ist hier alles zu finden.
Wir wünschen ihnen viel Spaß beim lesen und Bilder schauen.
http://www.zwergwachtel.net
Giftige Pflanzen für Vögel
C – Chaldron, Chinaflor, Chindlichrut,Christrose, Christusdorn, Christuspalme, Conradskraut, Croton
D – Damar, Daturabäumchen, Deutscher Bergpfeffer,
Deutscher Pfeffer, Dicke Bohne, Dieffenbachie, Doldiger
Milchstern, Dollkraut, Donnerbesen, Donnerkugel,
Dornenkrone, Dornkraut, Drachenwurz, Drudenfuss
Drusenkesten, Duwick
E – Eberesche, Efeu, Efeutute, Eibe, gemeine Eiche,
Einbeere, vierblättrige Einblatt, Eisenhut, blaue
Engelstrompete, Eppig, Erbshofen, Erd -Epheu, -Schierling
Esche, gemeine Eselskopf,Eselsohren, Eselswolfsmilch,
Essigdorn
Quellenangabe:
- Was ist Was – Vögel, Band 40; Tessloff Verlag
- Anatomie und Physiologie der Vögel; UTB für Wissenschaft; Verlag Eugen Ulmer
- Das Prachtfinkenbuch – Horst Bielfeld – GU Verlag
- Die Gouldamadine – Horst Bielfeld – GU Verlag
- www.wikipedia.de
- www. nabu.de
- www.birds-online.de
-3-
Feder – Kiel Ausgabe 1 / 2007
„Was sind...?“ – Der Flügel
Teil 1 - Der allgemeine
anatomische Aufbau eines
Flügels
und
seine
Funktionsweise
Vögel sind in ihrer Anatomie auf
das Fliegen geprägt, die meisten
jedenfalls. Die Möglichkeit sich
auf diese Art und Weise
fortzubewegen hat ihnen die
gesamte Welt als Lebensraum
eröffnet. Ein optisches Hauptmerkmal
der
anatomischen
Anpassung sind die Flügel. Sie
haben sich aus den Vorderextremitäten
(Schultergliedmaßen)
herausgebildet
und
dienen der Schaffung von Aufund Vortrieb zum Fliegen. Doch
der Flügel erfüllt noch weitere
Aufgaben. Die Brut wird durch ihn
geschützt und beim Schlafen verbirgt
er den Kopf. Bei der Balz dient er
dem Imponiergehabe, aber auch als
Drohgebärde an die Konkurrenz.
Ebenso kommen die Flügel beim
Baden und Schwimmen, gleich ob in
Wasser oder Sand, zum Einsatz.
Flügel sind Doppelfächer, die aus
drei Teilen bestehen: dem Oberarm,
dem Unterarm und der Hand. Sie
lassen sich im Ellenbogengelenk
sowie im Handgelenk einfalten und
verfügen durch zwei Hautsäume und
insbesondere durch die großen
Schwungfedern über eine große
Fläche – ähnlich der Tragfläche von
Flugzeugen. Den Aufbau und die
Anordnung von Knochen, Sehnen
und Muskeln kann man selbst gut an
einem Brathähnchen erkunden.
Das Flügel-Skelett:
(siehe Abb. 1)
Das Brustbein (lat. Sternum), an dem
die große Flugmuskulatur ansetzt, ist
ein
großer
abgeflachter
und
pneumatisierter Knochen und nimmt
im Körper bauchwärts etwa die
Hälfte an Platz ein. Je nach Art sieht
das Brustbein unterschiedlich aus.
-4-
Feder – Kiel Ausgabe 1 / 2007
Abbildung 1: Skelettaufbau eines Flügels
Somit kann man Vögel in
Kielbrustvögel
(Karinaten;
lat.
Carinatae) mit einem deutlichen
Brustbein und in Flachbrustvögel
(Ratiden; lat. Ratidae) mit einem
schwächer ausgebildetem Brustbein
unterteilen. Auch kann man an der
Größe des Brustbeins erkennen wie
gut ein Vogel fliegen kann.
Der Schultergürtel (lat. Ossa cinguli
membri thoracici) besteht aus den
Rabenbeinen (lat. Coracoideum),
den Schlüsselbeinen (lat. Clavicula)
und den langen schmalen Schulterblättern (lat. Scapula). Die Schulterblätter sind säbelförmig und verlaufen längs der Wirbelsäule bis kurz
vors Becken. Die Rabenbeine sind
kräftig ausgebildet und halten den
Abstand zwischen Flügel und
Brustbein. Somit verhindern sie, dass
beim Hinunterschlagen des Flügels
der Brustkorb zusammengedrückt
wird. Die Schlüsselbeine liegen
zwischen Schultergelenk und Brustbein und halten den gleichen
Abstand zwischen den Schultergelenken. An ihrem Ende sind die
zwei Schlüsselbeine zum Gabelbein
(lat. Furcula) verwachsen.
Der Schultergürtel bildet ein
kräftiges und festes Widerlager für
die Flügel an dem die
Flügelknochen (lat. Ossa alae)
ansetzen. Dazu gehören das
Oberarmbein (lat. Humerus), die
Unterarmknochen (lat. Ossa
antebrachii) und die Handknochen (lat. Ossa manus). Der
Oberarmknochen
bzw.
das
Oberarmbein setzt am Schultergürtel an und ist sehr beweglich.
Er kommt bei angelegtem Flügel
horizontal zum liegen. An ihn
schließen im Ellenbogengelenk
die Unterarmknochen an, welche
bei angelegtem Flügel parallel
zum Oberarmknochen liegen.
Wie auch bei den Säugetieren,
sind dies die Elle (lat. Ulna) und
die Speiche (lat. Radius). Im
Unterschied zu den Säugetieren
ist die Elle bei den Vögeln aber
kräftiger aus-geprägt. Sie liegt
unterhalb der Speiche und ist in ihrer
Biegung
unterschiedlich
stark
ausgeprägt. An ihr setzten die Armschwingen an. Die Handknochen
(lat. Ossa manus), wo die Handschwingen ansetzen, bestehen aus
den Handwurzelknochen der Elle
(lat. Ossa carpi ulnare) und der
Speiche (lat. Ossa carpi radiale) und
den Mittelhandknochen (lat. Os
metacarpale), sowie drei Fingerknochen (lat. Ossa digitorium
manus). Die Handwurzelknochen
sind mit dem Ende der Mittelhandknochen verschmolzen (lat. Carpometacarpus) und die drei früheren
Strahlen der Mittelhandknochen
haben sich miteinander zu einem
Knochen verbunden. Bei den
Fingerknochen unterscheidet man
das Daumenfingerglied (lat. Digitus
alularis), der die Basis des Eckfittichs darstellt, und zwei weitere
Fingerglieder (lat. Digitus major und
Digitus minor). Bei der Ordnung der
Straußenvögel sind diese Knochen
noch weiter verringert.
Die Gelenke der einzelnen Knochen
werden von unzähligen Bändern
zusammengehalten.
Die Muskeln:
Die Flügelmuskeln (lat. Musculi
alae) umfassen die Muskeln der
Schulter- und Vordergliedmaßen.
Die Befestigung des Flügels am
Rumpf und seine Bewegung erfolgt
durch die Schultergürtelmuskulatur.
Sie ist aber durch den vollständig
ausgebildeten und stabilen knöchernen Schultergürtel nur schwach
ausgebildet, ebenso die Muskeln der
freien Gliedmaßen, da sie lediglich
zur Winkeleinstellung der Gelenke
dienen.Für die Auf- und Abwärtsbewegung der Flügel sind hauptsächlich die Flugmuskeln verantwortlich. Sie sind dementsprechend
groß angelegt und kräftig. Die
Brustmuskeln haben ihren Ursprung
zu beiden Seiten des Brustbeins am
Mittelkiel. Der große Brustmuskel
(lat. Musculus pectoralis) verläuft
von dort zum Kopf des Oberarmknochens (lat. Crista pectoralis
humeri). Er ist der größte Muskel
den ein Vogel hat und ist für das
Niederziehen und Auswärtsdrehen
des Flügels zu-ständig. Unter dem
Großen Brust-muskel sitzt der kleine
Brustmuskel
(lat.
Musculus
supracoracoideus). Er verläuft vom
Brustbein durch einen kleinen Kanal
im Schultergürtel (lat. Canalis
triosseus) über den Kopf des
Rabenbeins an die Oberseite des
Kopfes des Oberarmknochens.
Der Flügelschlag:
Wenn ein Vogel mit dem Flügel
schlägt sind dafür hauptsächlich der
große und der kleine Brustmuskel
verantwortlich. Zieht sich der große
Brustmuskel zusammen zieht er den
Flügel nach unten und dreht ihn
auswärts (siehe Abb. 2).
.
Abbildung 2: Flügel in Abwärtsbewegung
-5-
Feder – Kiel Ausgabe 1 / 2007
Anschließend zieht sich der kleine
Brustmuskel zusammen und zieht
den Flügel wieder nach oben und
dreht ihn einwärts (siehe Abb. 3).
Abbildung 3: Flügel in Aufwärtsbewegung
So entsteht durch die Auf- und
Abwärtsbewegung sowie die Einund Auswärtsdrehung der Auf- und
Vortrieb der zum Fliegen nötig ist.
Die Brustmuskeln arbeiten also
folglich gegeneinander.
Die Flügelfedern:
Der Flügel eines Vogels ist mit
Federn bedeckt (siehe Abb. 4).
Durch sie entsteht die große Tragfläche, aber auch das stromlinienförmige Profil des Flügels. Die
Flügelfedern sind nacheinander
gestaffelt angeordnet und werden aus
Richtung
Schwungfedern
zum
Flügelbug hin immer kleiner. Ebenso
nehmen die Schichten zu je kleiner
die Federn werden. Den größten
Anteil der Flügelfläche bilden die
Schwungfedern. Je nach Lage der
Schwingen
unterscheidet
man
Handschwingen, sie setzen an der
Hand an, und Armschwingen, sie
setzen
am
Unterarm
an.
Handschwingen werden auch als
Schwingen erster Ordnung bezeichnet und betragen in der Regel
etwa 10 Stück. Die Armschwingen
wechseln in ihrer Anzahl und
werden als Schwingen zweiter
Ordnung bezeichnet. Über den
Wurzeln der Schwingen liegen
unzählige Reihen kleiner Deckfedern, die Hand- und Armdecken.
Sie bewirken einen einwandfreien
Abschluss
des
Flügels.
Am
Daumenfingerglied, dem Digitus
alularis, setzt der Eckfittich bzw. der
Daumenfittich an, der Alula. Er kann
zur Glättung von Luftwirbeln
abgespreizt werden, vergleichbar mit
den Landeklappen an Flugzeugen.
Den Übergang vom Vogelkörper
zum Flügel bedeckt schließlich der
sogenannte Schulterfittich.
Durch feinste Muskeln können die
einzelnen Federn gegeneinander
bewegt werden. So ist es möglich
Form und Fläche des Flügels den
Flugbedingungen anzupassen. Sie
können aber auch bei Hitze eng an
den Körper angelegt werden oder bei
Kälte abgespreizt. Damit kann die
wärmeisolierende
Luftschicht
zwischen den Federn vergrößert oder
verkleinert werden. Folglich friert
also ein kranker Vogel wenn er
aufgeplustert da sitzt und muss
gewärmt werden.
Abbildung 4: Flügelfedern (Foto: A.Seefeld)
Bei flugunfähigen Vögeln wie etwa
Pinguinen oder dem Strauß fehlen
die Schwungfedern gänzlich. Die
Flügel des Pinguins sind beispielsweise an das Schwimmen und
Tauchen im Wasser angepasst. Sie
dienen dort als Ruder und es scheint
fast als würde der Pinguin durch das
Meer „fliegen“. Der Strauß dagegen
ist ein Laufvogel der seine Flügel
lediglich zum Imponieren oder als
Drohgebärde aufstellt oder aber das
Gelege und die Jungen mit ihnen
wärmt und schützt. (kt)
In der nächsten Ausgabe:
„Was sind...?“ – Der Flügel
Teil 2 – Der Vogelflug
Wie überwindet der Vogel die
Schwerkraft? Warum sind Flügel
unterschiedlich
groß
und
verschieden
geformt?
Welche
Flugarten gibt es? Diese und noch
andere Fragen sollen in der nächsten
Ausgabe eine Antwort finden.
Vertreter der verschiedenen Vogelordnungen
Ordnung: Papageien (Psittaciformes) Familie: Eigentliche
Papageien (Psittacidae) Unterfamilie: Nestorpapageien
(Nestorinae) Gattung: Nestorpapageien (Nestor) Art: Kea
Ordnung: Papageien (Psittaciformes) Familie: Echte Papageien
(Psittacidae) Unterfamilie Fledermauspapageien (Loriculinae)
Gattung: Vasapapageien (Coracopsis) Art : Grosser Vasapapagei
Ordnung: Flamingos (Phoenicopteriformes) Familie: Flamingos
Art: Kubaflamingos (Phoenicopterus ruber)
Ordnung: Taubenvögel (Columbiformes) Familie: Tauben
(Columbidae) Gattung: Grünflügeltauben (Chalcophaps)
Art: Grünflügeltaube
Ordnung: Papageien (Psittaciformes) Familie: Eigentliche
Papageien (Psittacidae) Unterfamilie: Edelpapageien
(Psittaculinae) Gattung: Unzertrennliche (Agapornis)
Art: Grauköpfchen
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes) Unterordnung:
Singvögel (Passeri) Familie: Witwenvögel (Viduidae) Art:
Rotfuß-Atlaswitwe (V. chalybeata)
-6-
Feder – Kiel Ausgabe 1 / 2007
Weitere Vertreter
Ordnung: Papageien (Psittaciformes) Familie: Eigentliche
Papageien (Psittacidae) Unterfamilie: Neuweltpapageien (Arinae)
Gattung: Keilschwanzsittiche Art: Sonnensittich
Ordnung: Rackenvögel (Coraciiformes) Familie: Nashornvögel
(Bucerotidae) Art: Jahrvogel (Rhyticeros undulatus)
Ordnung: Papageien (Psittaciformes) Familie: Eigentliche
Papageien (Psittacidae) Gattung: Graupapageien (Psittacus)
Art: Graupapagei
Ordnung: Papageien (Psittaciformes) Familie: Lories (Loriidae)
Gattung: Rotloris (Eos) Art: Rotlori
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes) Unterordnung:
Singvögel (Passeri) Familie: Prachtfinken (Estrildidae)
Art: Japanisches Mövchen (Lonchura striata domestica)
Ordnung: Papageien (Psittaciformes) Familie: Eigentliche
Papageien (Psittacidae) Unterfamilie: Neuweltpapageien (Arinae)
Gattung: Amazonenpapageien (Amazona) Art: Blaustirnamazone
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Feder – Kiel Ausgabe 1 / 2007
Die Gouldamadine – Farbenpracht im Federkleid
Die Stellung der Gouldamadine in
der Familie der Prachtfinken
Die
Gouldamadine
(Chloebia
gouldiae) wurde zwischen 18381840 von John Gould entdeckt.
Ursprünglich hatte Gould sie seiner
Frau zu ehren als Lady Gould`s
Amadine
(Amadina
gouldiae)
beschrieben.1862 wurde die Gattung
Chloebia aufgestellt, in der die
Gouldamadine alleine steht. Da die
Gouldamadine Ähnlichkeiten mit
einigen anderen Prachtfinken-arten
aufweist, wurde sie eine zeitlang von
einer Gattung in die andere gestellt.
1943 wurde sie der Gattung
Poephiala, Aufgrund ihrer Flügelform, Schnabelform sowie langgezogenen mittleren Schwanzfeder,
zugeordnet, zu der auch die
Spitzschwanzamadinen,
Maskenamadinen
und
Gürtelamadinen
gehören. Einige Jahre später wurde
sie der Gattung Erythrura zugeordnet, zu denen die Papageiamadinen zählen. Zweifellos besteht
eine enge Verwandtschaft zwischen
der Gouldamadine und der Papageiamadine. In ihrer Farbeinteilung,
ihrer Art des Gesanges und der Balz
zeigen Gouldamadinen aber auch
Übereinstimmungen
mit
dem
Vertretern der Gattung Lonchura,
wozu die Nonnen und Schilffinken
zählen. Weitere Ähnlichkeit besteht
mit der Gattung Padda, wozu die
Reisfinken gehören. Im Jahre 1962
wurde die Gouldamadine wieder in
die monotypische Gattung Chloebia
gestellt. Wahrscheinlich stellt die
Gouldamadine
ein
Bindeglied
zwischen der Gattung Lonchura und
Padda auf der einen und Erythrura
auf der anderen Seite dar.
Demzufolge muss sie sich schon
frühzeitig von den gemeinsamen
Vorfahren der Papageiamadinen und
Schilffinken abgesondert haben.
-8-
Feder – Kiel Ausgabe 1 / 2007
Foto: Gouldamadinen in der Voliere
Die Beschreibung der
Gouldamadine
Die Gouldamadine ist 11 Zentimeter
lang, jedoch mit den beiden mittleren
Schwanzfedern, die zu feinen
Spießen verlängert sind, misst sie
eine Länge von 13-15 Zentimeter.
Beim
Weibchen
sind
die
Schwanzspitzen kürzer oder fast gar
nicht vorhanden.
Die rotköpfige Gouldamadine ist
vom Nacken über Rücken und
Flügeldecken bis hin zu den inneren
Armschwingen grasgrün gefärbt.
Auf dem Bürzel geht das Grün in ein
leuchtendes Hellblau über, das sich
in den Oberschwanzdecken fortsetzt.
Hellblau ist auch das Band, das sich
von der Kehle um den Halsseiten bis
zum Hinterkopf erstreckt. Es wird
durch ein schmales schwarzes Band
vom Rot des Oberkopfes und der
Wangen abgegrenzt. An Kinn und
Kehle verstärkt sich das schwarze
Band zu einem Lätzchen. Die Brust
ist lila, die übrige Unterseite gelb
gefärbt. Von der Brust bis zu den
weißen Unterschwanzdecken nimmt
die Intensität des Gelbs allmählich
ab. Die Schenkel sind weiß. Armund
Handschwingen
sind
schwärzlich-grün und die Unterseite
der Schwungfedern ist silbrig-grau.
Die schwärzlichen Schwanzfedern
besitzen weiße Spitzen, nur die
beiden
mittleren
langen
Schwanzspieße
sind
gänzlich
schwarz. Die Iris der Augen ist
dunkelbraun, die Lidringe sind nackt
und blass lila. Der Schnabel ist hell
hornfarben, zur Spitze hin rötlich
gefärbt. Die Füße sind hell
fleischfarben.
Das Weibchen besitzt die gleiche
Zeichnung, seine Farben sind jedoch
matter als beim Männchen. Das
blaue Band im Nacken fehlt oder ist
nur sehr schwach ausgebildet. Die
rote Kopfmaske ist nur selten so rein
und leuchtend wie beim Männchen,
meistens ist sie matter und mehr mit
schwarzen Federn durchzogen.
Die in ihrer Heimat Australien
häufigste Variante der Gouldamadine ist die schwarzköpfige
Gouldamadine. Bei ihr stimmt die
Gefiederzeichnungen
und
die
Gefiederfarben mit der rotköpfigen
Variante
mit
Ausnahme
der
Kopfmaske überein. Die schwarze
Maske
verschmilzt
mit
der
schwarzen Kopfumrandung, Kinn
und Kehle, sodass der gesamte Kopf
schwarz erscheint. Auch die
schwarzköpfigen Weibchen haben
die rein schwarze Maske.
Die dritte und in der Natur seltenste
Farbvariante ist die gelbköpfige
Gouldamadine. Sie ist identisch mit
den beiden anderen Varianten,
besitzt jedoch eine orange bis gelbe
Kopfmaske und die Schnabelspitze
ist gelb. Beim Weibchen ist die
Kopfmaske
mehr
bräunlich
gelborange und es befinden sich
schwarze Federn in der Maske.
Foto: Goulds geniessen ihr Mahl
Systematik der Gouldamadine
Überstamm: Neumünder (Deuterostomia)
Stamm: Chordatiere (Chordata)
Unterstamm: Wirbeltiere (Vertebrata)
Überklasse: Kiefermäuler (Gnathostomata)
Reihe: Landwirbeltiere (Tetrapoda)
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Prachtfinken (Estrildidae)
Gattung: Gouldamadinen (Chloebia)
Art: Gouldamadine (Chloberia gouldiae)
Die Gouldamadine in der Natur
Die Gouldamadine bewohnt den
nördlichsten Teil Australiens, von
der Nordküste südwärts bis ca. zum
19. Breitengrad. Nur die YorkHalbinsel wird von ihr gemieden,
wahrscheinlich weil sie zu großen
Teilen bewaldet ist.
Sie bewohnt die Eukalyptussavannen
und zwar stets in der Nähe von
Wasserstellen, den Tümpeln und
Creeks, die sich während der
Regenzeit den. In diese und den
Beginn der Trockenzeit fällt ihre
Brutzeit, meist von Dezember bis
März. Dann herrschen dort tagsüber
Temperaturen von bis zu 40°C,
nachts nie unter 30°C bei einer
Luftfeuchtigkeit von 60-90%. Unter
diesen Bedingungen fühlt sich die
Gouldamadine am wohlsten, kommt
mit Artgenossen zusammen, bildet
kleine Schwärme und führt ein
soziales, friedliches Leben. Bald
tragen die Gräser reifende Samen
und die geflügelten Termiten
schwärmen in Unmengen. Beides
sind wichtige Faktoren zur Aufzucht
der
Jungen.
In
den
Eukalyptusbäumen gibt es zahlreiche
natürliche Höhlen, die durch andere
Vögel, Brände oder Termiten
geschaffen wurden. Diese werden
von den Gouldamadinen bezogen.
Wo Mangel an Höhlen herrscht,
werden auch große Höhlen von 2
Pärchen
bezogen
oder sogar
freistehende Nester im Gebüsch
angelegt.
Die Höhle wird mit Gräsern zu
einem umfangreichen Nest mit
seitlichem Einschlupf ausgebaut.
Das Männchen trägt das Nistmaterial
herbei, während das Weibchen es
verbaut. Solange entsprechende
Futterstoffe zur Verfügung stehen,
wird Brut an Brut gereiht. Es ist
beobachtet worden, dass Jungvögel
der ersten Brut bei der Aufzucht der
jüngeren
Geschwister
geholfen
haben. Und auch unausgefärbte
Gouldamadinenpaare brüten und
ziehen ihre Jungen groß.
Früher oder später beendet die
Trockenzeit mit der Dürre und dem
daraus resultierenden Wassermangel
-9-
Feder – Kiel Ausgabe 1 / 2007
diese Aktivitäten und lässt die
Gouldamadinen
in
günstigere
Lebensräume abwandern. Dann
ziehen sie von Wasserstelle zu
Wasserstelle und ernähren sich von
trockenen, harten Samen. Viele
Vögel verenden bei diesen extremen
Bedingungen. Die Temperaturen
bringen tagsüber zwar noch 1330°C, nachts sinken diese aber bis
unter
den
Gefrierpunkt.
Die
Überlebenden haben wahrscheinlich
das Glück, nicht ganz versiegende
Gewässer zu finden, auch von
Menschen erschaffene, häufig in
küstennahen Gebieten. Dort sind
auch die klimatischen Bedingungen
mit 25°C am Tag und 15-20°C in der
Nacht ausgeglichener, was den
Gouldamadinen mehr behagt.
Foto: Gouldamadinen beim täglichen Bad
Vom Wildvogel zum Volierenvogel
Nach ihrer Entdeckung dauerte es
fast fünfzig Jahre bis die ersten
Gouldamadinen lebend nach Europa
kamen. Bis aber die erfolgreiche
Volierenhaltung und Zucht gelang,
sollten weitere dreißig Jahre
vergehen.
Die erste lebende Gouldamadine
kam 1887 nach Europa. Sie wurde in
England
gehalten
und
sehr
bewundert. Leider lebten die ersten
importierten Vögel nicht sehr lange.
Durch die große Nachfrage mehrten
sich die Importe, aber auf den langen
Seewegen kamen die meisten Vögel
um. Die wenigen, die lebend
England erreichten, waren fast
immer geschwächt und kränkelten.
Nach Deutschland gelangten die
Gouldamadinen erstmals im Jahre
1896, wo sie in Berlin auf der großen
Vogelschau gezeigt wurden. Es
handelte sich um schwarz- und
rotköpfige Gouldamadinen. Die
gelbköpfige Variante wurde zum
ersten mal 1915 nach Europa
eingeführt.
1915 erschienen erste Berichte über
Haltungs- und Zuchtversuche, doch
in ihnen wurde berichtet, das die
Vögel nie regelmäßig über mehrere
Generationen gezüchtet werden
konnten. Erst dem Engländer P.W.
Teague gelang es, einen Zuchtstamm
der Gouldamadinen aufzubauen und
mit diesem von 1930 bis 1946 in 24
Generationen in ununterbrochener
Folge zu züchten. Mit großer
Beobachtungsgabe und Sorgfalt war
ihm das gelungen und zahlreiche
Berichte im "Avicultural Magazine"
darüber veröffentlicht. So wurden
seine Erkenntnisse zum Maßstab für
erfolgreiche Pflege und Zucht der
Gouldamadinen. Selbst heute haben
sie noch nicht ihre Gültigkeit
verloren, wenngleich sich diese einst
so empfindlichen Vögel inzwischen
gut bei uns akklimatisiert haben und
damit ihre große Empfindlichkeit
verloren haben.
Am 01. Januar 1960 kam das große
Ausfuhrverbot für alle australischen
Tiere. Davon waren auch viele
Vögel
betroffen,
die
zuvor
regelmäßig in größeren oder
kleineren Zahlen gefangen und nach
Europa,
Amerika und
Asien
verschifft wurden. Durch die
Ausfuhrsperre sollte verhindert
werden, dass seltene und in ihrem
Bestand bedrohte Arten ausgerottet
werden. Maßnahmen zu ihrem
Schutz waren zweifellos notwendig,
das
hat
jeder
verantwortungsbewusste
Vogelliebhaber
eingesehen.
Es
durften aber auch solche Arten nicht
mehr gefangen werden, die sehr
häufig vorkamen, ja sogar zur Plage
wurden. Diese wurden stattdessen
abgeschossen und in unvorstellbarer
Zahl vergiftet.
Foto: 4 Gouldmänchen in den 3 wildfarben
Es kamen aber keine Wildfänge
mehr aus dem Land heraus und auch
Nachzuchten von Liebhabern durften
nicht mehr exportiert werden. So war
der Nachschub an Gouldamadinen
aus ihrer Heimat abrupt gestoppt
worden. Da es in Europa zu diesem
Zeitpunkt noch keine großen
Zuchterfolge gab, wurden keine
Mühen und Kosten gescheut,
gesunde Zuchtstämme der Gouldamadinen in Europa aufzubauen. In
Japan vermehrte man die Gouldamadinen durch Ammenzucht mit
japanischen Mövchen. Hierdurch
wurden die Gouldamadinen aber in
ihrem Brut- und Fütterungstrieb
fehlgeprägt. In der Natur würden
solche Vögel sich nicht Fortpflanzen, jedoch wurden die Jungen
dieser Vögel ebenfalls mit Ammenvögel aufgezogen. Viele dieser
japanischen Gouldamadinen wurden
nach Europa importiert, wo jedoch
versucht
wurde,
wieder
auf
Naturbrut umzusteigen, was mit
einigen Vögeln auch gelang. Aus
diesen Erfolgen wurden gesunde
Zuchtstämme
aufgebaut
und
erfolgreich in die Mutationszucht
gebracht. So wurde in den 70er
Jahren die erste Weißbrüstige
Gouldamadine gezogen und in den
80iger Jahren kam die erste Blaue,
sowie Gelbe und Weiße Gouldamadine und der Silberrücken.
Heute wird in Deutschland fast
ausschließlich auf Naturbrut gesetzt.
Leider wird in den Niederlanden
wieder verstärkt mit Ammenzucht
gearbeitet, was wieder zu vielen
fehlgeprägten Vögeln führt.
Foto: Rotkopfgouldamadine wildfarbend
- 10 -
Foto: Vertreter Nr.1 in der Natur
Schwarzkopfgouldamadine wildfarbend
Die drei natürlichen Varianten
Gouldamadinen
sind
die
farbenprächtigsten aller Prachtfinken
und gehören deshalb seit langer Zeit
zu den beliebtesten Stubenvögeln.
Es gibt schwarz-, rot- und
gelbköpfige Gouldamadinen, die
sich nebeneinander in der Natur
entwickelt haben. Sie sind alle sehr
schön und es ist Sache des
Geschmacks, welche Variante wir
besonders mögen.
Rotköpfige Gouldamadinen geben
ein herrliches Bild ab. Sie stellen für
viele Liebhaber die schönste
Variante dar. Das Rot der
Kopfmaske
kann
von
unterschiedlicher Helligkeit sein. So
gibt es Vögel mit heller, mittlerer
und dunkler Rotmaske.
Die rotköpfige Variante ist die
dominante
Form,
die
über
schwarzköpfige und gelbköpfige
vorherrscht. Männchen können aber
spalterbig in Schwarzköpfige sein,
Weibchen jedoch nicht. Weibchen
vererben stets nur die Farbe, die sie
in ihrer Kopffarbe zeigen. Diese
Vererbungsweise wird geschlechtsgebunden genannt.
Die
schwarzköpfigen
Gouldamadinen sind in der Natur am
zahlreichsten. Man spricht von
einem Verhältnis von 3:1 gegenüber
den rotköpfigen Gouldamadinen. So
kann es in unseren Zuchten leicht
passieren, dass die schwarzköpfigen
Vögel überwiegen. Vor allem sind
bald nur noch schwarzköpfige
Weibchen da, wenn wir bei den
Verpaarungen nicht Acht geben.
Feder – Kiel Ausgabe 1 / 2007
Es wird allgemein behauptet, dass
die schwarzköpfigen Männchen
sowie die rotköpfigen, die spalterbig
in schwarzköpfig sind, am vitalsten
und widerstandsfähigsten seien.
Diese Ansicht wurde von vielen
Züchtern bestätigt, da mit diesen
Männchen die besten Zuchterfolge
gefeiert wurden und auch die
höchsten Alter erreicht wurden.
Die gelbköpfige Gouldamadine
kommt in ihrer Heimat am seltensten
vor. Es wird geschätzt, das nur 1
gelbköpfiger Vogel auf 3000
schwarz- und rotköpfige Vögel
kommt.
Die
Vererbung
der
Gelbköpfigkeit ist völlig unabhängig
von dem Geschlecht. Tatsächlich
stellt die Gelbköpfigkeit eine
Verlustmutation dar.
Foto: der seltenste Verteter in der Natur
Die Gelbkopfgouldamadine wildfarbend
Die Vögel sind nicht mehr in der
Lage, aus den mit der Nahrung
aufgenommen Karotinoiden rote
Gefiederfarbstoffe herzustellen. Die
Vererbung ist dominat-rezessiv, d.h.
wenn zwei Gelbköpfige aneinander
verpaart werden, entstehen zu 100%
Gelbköpfe. Das Gelb in der Maske
kann sehr unterschiedlich in Farbe
und Farbton sein. Es reicht von
orangerot bis zu hellgelb bei den
Männchen, von bräunlich gelborange
bis mittelgelb bei den Weibchen. Bei
ihnen kann die Maske mit viel
Schwarz durchsetzt sein, wie wir das
von rotköpfigen Weibchen her
kennen.
Die Gouldamadine ist der
Käfig oder Voliere
Vertreter
der
Die farbenfroheste
Gouldamadine kann
in einem aus
Käfig
ab
Familie
der
Prachtfinken.
den Maßen 100cm Breite, 50cm Tiefe und
Käfig oder Voliere
Die Gouldamadine kann in einem
Käfig ab den Maßen 100cm Breite,
50cm Tiefe und 50cm Höhe
untergebracht werden. Hier sollten
Kastenkäfige vorgezogen werden,
sie sind von 5 Seiten geschlossen
und die Front besteht meist aus
Vorsatzgitter. In diesen fühlen sich
die Gouldamadinen recht wohl und
durch die geschlossenen Seiten sind
sie auch vor Zugluft usw. geschützt.
Noch wohler fühlen sie sich aber in
einer geräumigen Zimmervoliere
oder gar einer Voliere im Garten mit
Schutzhaus, das sie vor widrigem
Wetter
und
zu
niedrigen
Temperaturen schützt. Das Wort
Voliere
kommt
aus
dem
französischen und ist aus dem Wort
voler = fliegen abgeleitet. Daher
kann ein Käfig, indem die
Gouldamadine für eine Strecke von
einem Ende des Käfigs zum anderen
und von unten nach oben die Flügel
gebrauchen
muss,
als
eine
Kleinvoliere bzw. Voliere bezeichnet
werden.
Foto: Beispiel für eine Kastenvoliere
Die Einrichtung einer Gouldamadinenbehausung
ist
recht
einfach.
Sitzstangen
sollten
möglichst aus unterschiedlich dicken
Naturästen bestehen, hier bevorzugen sie Weide, Trauerweide
oder Birkenzweige, da sie dort in
den
dünnen,
herabhängenden
Zweigen umherklettern können. Des
weiteren
benötigen sie eine
Badeschale, die gleichzeitig auch als
Tränke dient und eine Futterschale
für die Exotenmischung und
eventuell noch eine flache Schale für
Frischfutter.
Anstelle
einer
Futterschale
kann
auch
ein
Futterspender angeboten werden.
- 11 -
Foto: Exotenfutter für Gouldamadinen
Ernährung
In der Natur ernährt sich die
Gouldamadine von halbreifen bis
reifen Sämereien und auch Insekten
wie Termiten, kleine Weichkäfer
und Spinnen.
Bei uns werden die halbreifen
Sämereien
durch
eine
Hirsemischung für Exoten ersetzt.
Diese
Exotenmischung
besteht
habsachlich aus Glanz-, Silber-,
Senegal-, Manna-, Plata- und
Japanhirse. Als Bereicherung der
Mischung
kann
aber
noch
Mohairhirse
und
Wildkräutersämereien. Aber ölhaltige Sämereien
sollte die Mischung nicht enthalten,
da diese zu Lebererkrankungen der
Gouldamadine führen kann. Des
weiteren mögen sie gelbe und rote
Kolbenhirse.
Als Frischfutter kann Gurke,
Chicoree, Chinakohl, Eisbergsalat,
Kopfsalat, Apfel usw. angeboten
werden. Aber auch Kräuter und
Unkräuter wie Petersilie, Golliwoog, Vogelmiere, Löwenzahn,
Hirtentäschel usw. kann verfüttert
werden.
Feder – Kiel Ausgabe 1 / 2007
Foto: Ein Leckerbissen auch für
Gouldamadinen, die Kolbenhirse
Zur Aufzucht von Gouldamadinen
sollte zusätzlich Keimfutter und ein
spezielles Aufzuchtfutter für Exoten
gereicht
werden.
Bei
dem
Aufzuchtfutter ist speziell auf die
Dosierungsund
Gebrauchsanweisung zu achten, da
diese oftmals mit speziellen Ölen
und Vitaminen versetzt sind, sodass
diese nicht mehr zusätzlich gereicht
werden müssen.
Mineralstoffe und Spurenelemente
nehmen sie unter anderem durch
Sepiaschale, spezielle Mineralsteine
und Vogelgrit. Vogelgrit dient vor
allem zur Zerkleinerung des Futters
im Muskelmagen, aber durch den
Abrieb nehmen sie noch weitere
Mineralien und Spurenelemente auf.
Vitamine müssen in der Regel nicht
zugefüttert werden, wenn die
Ernährung
der
Gouldamadine
ausgewogen mit Exotenfutter und
Frischfutter ist.
Foto: beliebter Schlafplatz, leicht versteckt
Zucht
Die
Gouldamadine
ist
ein
zuverlässiger Zuchtvogel, der mit
etwa 4-5 Monate voll Brutbereit ist.
Aber vor dem 12. Monat sollten sie
bei uns nicht zur Brut animiert
werden, da die Weibchen oftmals in
eine Stockmauser kommen oder gar
eine Legenot erleiden können, die
meist tödlich endet.
Die Zucht gelingt in Paarhalten, ist
aber
am
interessantesten
in
Schwarmhaltung von mindestens 3-4
Pärchen. Nur im Schwarm lässt sich
das volle Sozialverhalten dieser
geselligen Vögel ganz beobachten.
Als Nistgelegenheiten können große
Exotennester, halboffene ExotenNistkästen oder solche mit runden
Einflugloch verwendet werden. Die
Balz der Gouldamadine ist sehr
interessant und beginnt mit dem
Einleitungsruf den Männchens, den
das Weibchen freudig beantwortet.
Das Männchen verbeugt sich
daraufhin und schüttelt in schneller
Bewegung mit dem Kopf. Richtet es
sich auf, verbeugt sich das
Weibchen, manchmal ebenfalls mit
Kopfschütteln.
Nach
mehreren
wechselseitigen
Verbeugungen
richtet sich das Männchen auf und
beginnt zu singen. Gleichzeitig tanzt
es, wobei es meistens den Zweig bei
jedem
Sprung
loslässt.
Das
Weibchen bleibt verbeugt und
beginnt
als
Zeichen
der
Paarungsbereitschaft
mit
dem
Schwanz zu flirren. Allerdings
erfolgt die Kopulation selten nach
der Balz auf dem Ast, sondern findet
meist im Nest statt.
Das Gelege von ca. 6 Eiern wird 14
Tage lang abwechselnd bebrütet. Die
Jungen werden lange gehudert und
vorbildlich versorgt. Erst mit 9-10
Tagen öffnen sich die Augen der
Jungen und die ersten Federn
beginnen zu spießen. Jetzt kommen
die Eltern meist nur noch zum
füttern und weniger zum hudern. Die
Jungen betteln dann schon ziemlich
laut und fliegen mit 22-24 Tagen
aus. Schon ab dem zweiten Tag
außerhalb des Nestes beginnen sie
selbstständig Futter aufzunehmen,
werden aber noch bis zu 3 Wochen
lang von den Eltern gefüttert. Mit
der 8-10 Woche beginnen sie mit der
Jugendmauser und tragen etwa mit
dem 5 Monat das Erwachsenenkleid.
Foto: friedliche Gouldamadinen, sie lassen
sich leicht mit anderen Prachtfinken in einer
Voliere zusammen halten
Farbschläge
Neben den 3 natürlichen Varianten
der Gouldamadine gibt es heute eine
Vielzahl an weiteren Farbvariante
der Gouldamadine. So gibt es seit
den 60iger Jahren Weißbrüstige,
Blaue und Gelbe. Des weiteren gibt
es noch Silberne, Weiße, Pastellfarbene und Schecken in allen
Kopffarben. Bei den Schecken ist bis
heute die Vererbung nicht geklärt
und meist verlieren diese Vögel im
Alter ihre Scheckung.
Foto: Gelbkopfschecken-Gouldamadine
Gouldamadinen vom Aussterben
bedroht
Weniger als 2500 Gouldamadinen
(Stand: 2005) leben noch in der
freien Wildbahn. Wenn man sich
einmal überlegt, das in Deutschland
geschätzt
mehr
als
25.000
Gouldamadinen alleine in den 3
natürlichen
Varianten
gehalten
werden (plus nochmals mehrere
tausend Gouldamadinen in diversen
Mutationsfarben), ist dies sehr
erschreckend.
Gründe für diesen starken Rückgang
der natürlichen GouldamadinenBestände wird in den Brandrodungen
und in den weidenden Kühen
Foto: Rotkopf-Weissbrust-Gouldamadine
- 12 -
Feder – Kiel Ausgabe 1 / 2007
gesehen. Genau ist dies aber noch
nicht erforscht.
Derzeit werden mehrere Projekte
durchgeführt, um die Bestände zu
sichern und wieder aufzustocken. So
werden
Wiederansiedlungsprogramme, Naturschutzparks usw.
finanziert und auch Forschungsprojekte werden durchgeführt, um
die
Gouldamadine
in
ihrem
natürlichen Leben besser kennen
zulernen
und
aus
diesen
Erkenntnissen
eine
effiziente
Strategie der Erhaltung dieser
wunderschönen Vögel zu erarbeiten.
Der Fond "Save the Gouldian Fund"
und die Australischen Wildlife
Conservancy (AWC) setzten sich
dabei aktiv für die Erhaltung der
Gouldamadine ein. So gehört der
AWC mehr als 310.000 Hektar Land
im Nordwesten von Westaustralien,
was zum Mornington Naturschutzgebiet erklärt wurde. Des weitern
finanzieren sie eine Aufzuchtsstation
mit mehr als 250 Gouldamadinen,
deren Nachzuchten regelmäßig im
Naturschutzgebiet
ausgewildert
werden.
Wir können nur hoffen, das die
Wissenschaftler und Naturschützer
den Kampf gegen das Aussterben
gewinnen und die Gouldamadine der
Natur erhalten bleibt.
Nicht das bald die Gouldamadine zu
einem reinen Volierenvogel wird,
deren Überleben ganz allein vom
Menschen abhängig ist... (kw)
Foto: neugierige Gouldamadine
Hätten sie es gedacht ?
Ein Strauß kann bis zu 155 kg auf
die Waage bringen und ist damit
der schwerste Vogel.
Spiel, Spaß und Witze
In nachfolgener Tabelle sind 32 Vogelarten (Volksmundnamen) versteckt, findet Ihr sie alle ?
Sie stehen vorwärts, rückwärts und diagonal (Auflösung im nähsten Heft)
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Ein Dieb klettert durch das Fenster in ein Haus und
sucht nach Wertgegenständen. Plötzlich hört er eine
Stimme: "Ich kann dich sehen, und Jesus und Petrus
sehen Dich auch !" Er sieht sich um, kann aber nichts
erkennen. Im nächsten Zimmer das gleiche Spiel, und
als er noch weiter geht sieht er einen Papagei in seinem
Käfig sitzen der eben diese Worte zu ihm spricht. Der
Dieb ist beruhigt und fragt den Papagei: "Wie heißt du
denn?" Papagei: "Jerusalem". Der Dieb: "Was für ein
saublöder Name für einen Papagei!" Papagei: "Ja, aber
nicht so dumm wie Jesus und Petrus für einen Rottweiler und einen Dobermann."
Eine ältere Dame kommt in eine Zoohandlung und
schaut sich die vielen Tiere an. Vor dem Papageienkäfig bleibt sie stehen und fragt: "Na du kleiner bunter
Vogel, kannst du auch sprechen?" Darauf der Papagei:
"Na du alte Krähe, kannst du auch fliegen?"
Kommt ein Hahn mit einem Straußenei auf seine
Hühnerfarm: "Mädels, ich will ja nicht meckern, aber
kuckt mal, was die Konkurrenz macht.
und da redet man nur über Geisterfahrer
- 13 -
Feder – Kiel Ausgabe 1 / 2007
Wohnungsmangel in deutschen Grossstädten
Franz bringt aus dem Urlaub einen Papagei mit und soll
ihn verzollen. Der Zöllner liest laut aus den Bestimmungen vor: "Papagei ausgestopft: zollfrei. Papagei
lebendig: 300,00 Euro." Da krächzt der Vogel aus dem
Käfig: "Leute, macht bloß keinen Scheiß!"
In einer Tierhandlung. Ein Kunde: "Was kostet denn
dieser Papagei da?" Verkäufer: "1000 Euro." "Wieso ist
der denn so teuer?" "Das ist ein sehr begabter Vogel, er
kann fließend sprechen und bis 100 Zählen." "Und was
kostet der da?" "1500 Euro." "So teuer schon wieder?"
"Oh, das ist ein noch begabterer Vogel, der spricht
fließend drei Sprachen und kann die gesamten Werke
von Goethe auswendig!" "Da sieht der Kunde in der
Ecke einen kleinen alten hässlichen Papagei." "Und der
da hinten, der kostet doch sicher viel weniger?!" "Nein,
der kostet 3000 Euro." "Wie bitte? Was kann der
denn?!" "Ich weiß es auch nicht, der hat noch nie
gesprochen, aber die beiden anderen nennen ihn Chef."
Zwei Pinguine latschen durch die Wüste: "Holla, das
muss ja verdammt glatt hier sein!" "Wieso?" "Na schau
mal, wie die hier gestreut haben."
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