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Fördern, was Ihnen am Herzen liegt – mit Ihrer Stiftung.

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Fördern, was Ihnen am Herzen liegt –
mit Ihrer Stiftung.
Soziales, Kultur, Wissenschaft ...
www.sskm.de/goto/stiftungsmanagement
I n h a lt
Vorwort3
Definition4
Lebenswerk5
Stiftungszwecke6
Stiftungskapital8
Stiftungsformen10
Kundenstiftung12
Familienstiftung13
Unternehmen14
Steuerprivilegien16
Steuerliche Rahmenbedingungen
18
Der geeignete Zeitpunkt
19
Realisierbarkeit20
Schritte zur Tat
21
Fazit22
Ihr Partner
23
Werte für die Zukunft
bewahren:
mit Ihrer Stiftung.
Sehr geehrte Leserin,
sehr geehrter Leser,
als „Die Bank unserer Stadt“ liegt uns stifterisches
Stifter sind Vorbilder. Egal, welche Ziele sie mit ihrer Stiftung
Engagement für München sehr am Herzen. Damit verbinden
erreichen möchten: eine gesellschaftliche Veränderung zum
wir den Wunsch, das gesellschaftliche Leben in München
Besseren, die Sicherung ihrer Familie oder den Erhalt eines
noch menschlicher, vielfältiger und nachhaltiger zu gestal-
Unternehmens – auf jeden Fall sollten sie sich ausführlich
ten. Die Stadtsparkasse München engagiert sich mit ihren
und professionell von einem Experten beraten lassen.
eigenen fünf Stiftungen bereits seit vielen Jahren zum Wohl
von München.
Mit dem Generationen- und Stiftungsmanagement der
Stadtsparkasse München begleiten wir unsere Kunden und
Gemeinsam mit Münchens Bürgerinnen und Bürgern wol-
Interessierte gerne dabei, ihre eigene Stiftung zu errichten.
len wir künftig noch mehr für unsere Stadt bewirken. Daher
Zudem beraten wir Stiftungen bei ihrer Vermögensanlage
haben wir die Kundenstiftung „Gemeinsam Gutes tun“ ge-
und erarbeiten gemeinsam Lösungen für den langfristigen
gründet. Ausgestattet mit einem Kapitalstock von 100.000
Werterhalt des Stiftungsvermögens sowie der Erzielung von
Euro hat die Stadtsparkasse einen soliden Grundstein für
nachhaltigen Erträgen für den Stiftungszweck.
diese Gemeinschaftsstiftung gelegt. Unabhängig von der
Höhe des Betrags können Kunden nun Vermögen an die
Die Stadtsparkasse steht künftigen Stiftern bereits vor
Stiftung spenden oder dem Kapital zustiften, wenn sie
Gründung der Stiftung zur Seite bis hin zur Frage, wie sie
ihre Erben schon abschließend bedacht haben oder keine
Stiftungsvermögen nicht nur werterhaltend, sondern auch
Erben vorhanden sind. So stellen Kunden sicher, dass ihr
nachhaltig ertragreich anlegen können. Auf die vielfältigen
Erbe sinnvoll und nachhaltig eingesetzt wird und – wenn
Leistungen unseres Stiftungsmanagements, unsere eigenen
gewünscht – einem bestimmten Zweck zugute kommt.
Erfahrungen im Umgang mit Stiftungen und unser Netzwerk
von Experten können Stifter von Anfang an bauen.
Zu tun gibt es für Stiftungen auch in München genug. Denn
nicht immer kann der Staat bei Problemen einspringen.
Mit besten Grüßen
Deshalb ist bürgerschaftliches Engagement als unterstützende Hilfe für unsere Gesellschaft wichtig. Gutes tun, sich
engagieren und Werte festigen – genau das sind erklärte
Ziele von Stiftern.
Ralf Fleischer
Vorstandsvorsitzender
Vorwort
3
Klarheit stiften:
eine Definition.
Von einer Stiftung spricht man, wenn ein Vermögen oder
Teile davon einem be­stimmten, auf Dauer angelegten Zweck
Aufgaben einer Stiftung können sein:
unwiderruflich gewidmet werden.
b Die Förderung wohltätiger Zwecke, um als gemeinnützige
Das gestiftete Vermögen wird im Gegensatz zu einer Spende
b Die Versorgung einer Familie in Form einer nicht gemein­
Stiftung anerkannt zu werden.
nicht verbraucht, sondern bleibt erhalten, um den Stiftungs­
nützigen Familien­stiftung.
zweck dauerhaft zu erfüllen. Es werden lediglich die Erträge
b Die Führung eines Unternehmens oder das Bündeln von
verwendet, die das angelegte Stiftungskapital erwirtschaftet.
Untern­e hmensbeteiligungen als unternehmensverbun­
dene Stiftung.
Wesentliche Merkmale der Stiftung sind:
b Der Stiftungszweck, den der Stifter fest­legt und der
ge­meinnützig oder privatnützig sein kann.
b Das Stiftungsvermögen, aus dessen Erträgen der Stiftungs­
Das Modell der Stiftung eignet sich somit auch zur Regelung
von Unternehmensnachfolgen. Es können nicht nur natürli­
che, sondern auch juristische Personen wie eine GmbH, eine
Aktiengesellschaft oder ein eingetragener Verein als Stifter
fungieren.
zweck verwirklicht wird.
b Die Stiftungsorganisation, deren Vorstand an den in
Stiftungen existieren in privatrechtlicher und öffentlich-recht­
der Stiftungssatzung festgelegten Willen des Stifters
licher Form. Diese Broschüre behandelt die selbstständige
gebunden ist.
(rechtsfähige) Stiftung des Privatrechts (§§ 80 ff. BGB), die
b D ie Eigentumsverhältnisse: Eine Stiftung hat keine
Eigen­t ümer, sie gehört somit sich selbst.
unselbstständige (treuhänderisch verwaltete) Stiftung, sowie
die Möglichkeiten der Spende, Zustiftung oder zweckgebun­
denen Zustiftung (Stiftungsfonds) in die Kundenstiftung der
Stadtsparkasse München „Gemeinsam Gutes tun“.
4
Definition
Vorteile einer Stiftung:
Ihr Lebenswerk
in guten Händen.
Eine Stiftung spiegelt in besonderer Weise das Lebenswerk
die innerhalb von zehn Jahren vor dem Tod des Erblassers
ihres Stifters wider. Im Laufe des Lebens erworbene Ver-
übertragen wurden. Dieser Aspekt sollte gegebenenfalls bei
mögenswerte, wie z. B. eine Kunstsammlung, eine
der Gestaltung einer Stiftung berücksichtigt werden.
Immobilie oder auch ein Unternehmen, bilden die materielle Grundlage. Diese Werte bleiben über den Tod des
Die Zuwendung von Vermögen an eine Stiftung entzieht es
Stifters hinaus erhalten.
dem Zugriff des Stifters und seiner Angehörigen auf Dauer.
Damit steht es auch nicht mehr für die persönliche Versorgung
Als Stiftungszweck definiert ein Stifter ein ihm wichtiges
und die der Familie zur Verfügung. Bereits bei Gründung der
Anliegen, das die Stiftung auf Dauer – also auch über seinen
Stiftung sind also die Fragen der späteren Versorgung zu
Tod hinaus – verfolgt. Eine Stiftung ist damit auch ein ideales
klären.
Instrument für Menschen, die keine Nachkommen haben, aber
das im Laufe ihres Lebens geschaffene Vermögen erhalten und
Der Förderung der Gemeinnützigkeit hat der Gesetzgeber
gleichzeitig sinnvoll verwendet wissen möchten. So kann der
verständlicherweise enge Grenzen gesetzt. Dennoch kann bis
Stifter sein Vermögen in den Dienst eines von ihm selbst be­
zu einem Drittel der Erträge aus dem Stiftungs­ver­mögen zum
stimmten Zwecks stellen. Der Gesetzgeber hat gemeinnützige
Unterhalt des Stifters oder seiner nächsten Angehörigen ver­
Stiftungen durch verschiedene Steuerbegünstigungen privile­
wendet werden. Trotz der zahlreichen Steuerprivilegien sind
giert. Beispielsweise fallen bei der Vermögensübertragung in
Stiftungen jedoch grundsätzlich keine Steuer­sparmodelle.
das Stiftungsvermögen einer gemeinnützigen Stiftung weder
Schenkung- noch Erbschaftsteuer an. Ebenso kann ein Erbe bis
zu zwei Jahre nach dem Erbfall die geerbten Vermögenswerte
bei vollständiger Erbschaftssteuerbefreiung (auch rückwirkend)
auf einen Blick
einer gemeinnützigen Stiftung übertragen. Das gilt auch für die
Schenkungen zu Lebzeiten, wobei jedoch in beiden Fällen diese
Die Vorteile einer Stiftung:
Zuwendungen an die gemeinnützige Stiftung nicht zusätzlich
b Bewahrung von Vermögen des Stifters
als Sonderausgabe geltend gemacht werden kann.
Die Gründung einer Stiftung hat häufig Auswirkungen auf die
Familie des Stifters, abhängig davon, welches Vermögen er
zu welchem Zeitpunkt und zu welchem Zweck einer Stiftung
zur Verfügung stellt. Besonders zu beachten ist, dass das
Stiftungsgeschäft die bestehenden Vorschriften des Erbrechts
nicht aufhebt. Darin ist eine Regelung enthalten, aufgrund
derer nahe Angehörige (Eltern, Ehegatten oder eingetragene
Lebenspartner und Abkömmlinge) auch dann Anspruch auf
Teile des Nachlasses haben, wenn der Erblasser sie testa­
mentarisch nicht bedenken möchte (Pflichtteilsansprüche).
b Alternative für die Nachlass­regelung
b Nachhaltigkeit für gemeinnütziges
Engagement des Stifters
b Begünstigung des Stifters oder seiner
nächsten Angehörigen (z. B. für die
Grabpflege) mit maximal einem Drittel
der Erträge ohne Gefährdung der
Gemein­nützig­keit
b Sicherung des Fortbestands von
Familienunternehmen
b Sicherung des Familienvermögens
Diese Ansprüche erstrecken sich auch auf Vermögenswerte,
Lebenswerk
5
6
Stiftungszwecke
Stiftungszwecke:
die Suche nach Idealen.
Der Stiftungszweck ist das zentrale Element einer Stiftung.
Er legt die Auf­gaben der Stiftung fest und bestimmt, wen die
Stiftung in welcher Weise begünstigt.
Ein sinnvolles und realisierbares Stif­tungs­­vorhaben zu entwi­
auf einen Blick
Gemeinnützig: Selbstlose Förderung der
Allgemeinheit auf geistigen, sittlichen oder
materiellen Gebieten, wie z. B.:
ckeln sowie den Stif­tungszweck genau zu formu­lieren, ist eine
bWissenschaft und Forschung
der herausforderndsten Aufgaben für den Stifter. Grundsätzlich
bKunst, Kultur oder Sport
ist er bei der Wahl eines Stiftungs­zwecks frei. Die Stiftung
kann einen oder mehrere Zwecke wählen, die sowohl gleich­
rangig als auch unterschiedlich gewichtet sein können. Bei
der Wahl des Stiftungszwecks sollte sich ein Stifter beraten
lassen, um sinnvoll Nutzen zu stiften. Ca. 96 Prozent aller
bBildung und Erziehung
bVölkerverständigung, Entwicklungshilfe
bUmwelt, Landschafts- und
Denkmalschutz
Stiftungen in Deutschland verfolgen gemeinnützige Zwecke.
Diese Stiftungen sind steuerlich privilegiert. Hier lassen sich
drei Gruppen unterscheiden:
Mildtätig: Selbstlose Förderung von Per­­
sonen, die infolge ihres körperlichen oder
seelischen Zustands auf Hilfe angewiesen
sind, wie z. B.:
b Behinderte, Alte und Kranke
b Personen mit geringem Einkommen
Kirchlich: Selbstlose Förderung einer
Religionsgemeinschaft, die Körper­schaft
des öffentlichen Rechts ist. Hierzu ge­hören
beispielsweise die katholische Kirche und
die evange­lischen Landes­kirchen.
Die Förderung kann bestehen in:
b Errichtung, Renovierung oder Unterhalt
von Kirchengebäuden
b Ausbildungsförderung von Geistlichen
b Besoldung und Altersversorgung von
Kirchenpersonal und deren
Hinter­bliebenen
Stiftungszwecke
7
Stiftungskapital:
Ihr Vermögen
wird unvergänglich.
Die materielle Basis für die Arbeit der Stiftung ist das
Ist das Stiftungsvermögen eingebracht, kann die Stiftung
Stiftungsvermögen. Es kann grundsätzlich aus allen Arten
maximal ein Drittel der Erträge für die Ehrung des Andenkens
von Vermögenswerten bestehen.
und Pflege der Gräber des Stifters und seiner nächsten
Angehörigen, sowie für angemessene Unterhaltsleistungen
Übliche Vermögenswerte sind:
b Geld und Wertpapiere
b Immobilien
b Unternehmen
b Kunstsammlungen
b Patente, Lizenzen oder Urheberrechte
verwenden, ohne die Gemeinnützigkeit und damit die
Steuerbegünstigung zu gefährden.
Der Grundstock kann durch Zustif­tun­g en, also spätere
Zuführungen zum Stif­tungskapital, erhöht werden. Sowohl
der Stifter als auch Dritte können zustiften.
Das Stiftungsvermögen sollte einen dem Stiftungs­zweck an­
gemessenen Umfang besitzen. Dabei kann das Ver­mögen ent­
2. Ertrag zur Erfüllung des Zwecks
weder unmittelbar dem Stiftungszweck (z. B. Kunstsammlung)
dienen oder Erträge erwirtschaften (z. B. Wertpapiervermögen),
Das Grundstockvermögen muss sicher und wirtschaftlich an­
mit denen der Stiftungszweck verwirklicht wird.
gelegt werden, damit die Stiftung den Stiftungszweck nach­
haltig erfüllen kann. Im Beispiel der Immobilie besteht der
Ertrag aus Miet­einnahmen. Die Erträge aus dem Ver­mögen
1. Grundstock
können durch Spenden ergänzt werden. Im Gegensatz zu den
Zustiftungen, die das Vermögen erhöhen, müssen Spenden
Das Stiftungsvermögen ist das eigentliche Fundament der
an die Stiftung zeitnah für den Stiftungszweck verwendet
Stiftung. Es muss ungeschmälert erhalten bleiben, um den
werden.
Bestand und die Arbeit der Stiftung nachhaltig zu sichern.
Das Vermögen ist sicher und wirtschaftlich zu verwalten,
wobei Umschichtungen erlaubt sind. Wird beispielsweise
3. Ertrag zum Erhalt des Grundstocks
eine Immobilie in das Grundstockvermögen eingebracht, darf
diese verkauft werden, sofern die Satzung der Stiftung nichts
Das Vermögen einer Stiftung muss real erhalten bleiben. Daher
anderes regelt. Der Erlös muss im Grundstockvermögen ver­
müssen die Erträge aus dem Grundstockvermögen neben der
bleiben und wieder rentierlich investiert werden.
Förderung des Stiftungs­zwecks zur Sub­stanz­erhaltung des
Grundstocks beitragen.
Bei einer Anlage des Vermögens in Werten, die der Infla­tion
unterliegen, wie z. B. Geld­ver­mö­gen, ist ein Inflations­aus­
gleich zu schaffen. Bei einer Immobilie müssen die Erträge
die Kosten für die In­stand­hal­tung de­cken. Eine Möglichkeit für
den Inflationsausgleich ist die Bildung von Rücklagen.
8
Stiftungskapital
4. Ertrag zur Deckung der Organisa­tionskosten
Jede Stiftung benötigt zur Durchführung ihrer Aufgaben eine
mehr oder minder große Organisation. Je nach Aktivität und
Größe der Stiftung fallen die Auf­wendungen für die laufende
Verwaltung der Stiftung, wie z. B. Personal- und Sachkosten,
unterschiedlich hoch aus. Die laufenden Erträge der Stiftung
müssen diese Kosten decken. Grundstockvermögen und
Stiftungs­zweck müssen in einem angemessenen Verhältnis
zueinander stehen. Nach dem erforderlichen Kapitalbedarf
lassen sich zwei weitere Typen von Stiftungen unterscheiden:
b Operative Stiftungen
initiieren eigene Projekte oder besitzen selber Einrichtungen,
die unmittelbar dem Stiftungszweck dienen. So kann beispiels­
weise eine Stiftung einen Kindergarten in Eigenregie betreiben.
Der Betrieb dieser Einrichtungen erfordert in der Regel ein
hohes Stiftungskapital.
b Förderstiftungen
erfüllen ihren Zweck durch die Förderung anderer gemein­
nütziger Organisationen und Einrichtungen oder durch
Mittelbeschaffung für diese Organisationen. Beispielsweise
fördert eine Stiftung durch Zuwendungen an einen gemein­
nützigen Verein die Unterstützung von mittellosen Senioren.
Förderstiftungen können bereits mit geringeren Mitteln
arbeiten und eignen sich somit insbesondere für kleinere
Stiftungsvermögen.
Stiftungskapital
9
Zu treuen Händen –
die Formen des
Stiftungsengagements.
Der Stifter kann zwischen der selbstständigen (rechts-
Die treuhänderische Stiftung
fähigen) Stiftung, der unselbstständigen (treuhänderischen) Stiftung und der Zustiftung wählen. Hinsichtlich
Sie ist rechtlich nicht selbstständig, sondern nutzt die vor­
des Stiftungszwecks stellen die Stiftungsformen die
handenen Strukturen eines rechtsfähigen Trägers, der für
gleichen rechtlichen Anforderungen. Unterschiede
sie handelt. Der Stifter überträgt diesem Träger treuhände­
bestehen in der Höhe der Kapitalausstattung und in der
risch ein Vermögen zur Erfüllung des von ihm vorgegebenen
Stiftungsorganisation.
Stiftungszwecks.
Es entstehen keine Kosten einer eigenen Organisation, le­
Die rechtsfähige Stiftung
diglich die Arbeit des Treuhänders wird vergütet. Die treu­
händerische Stiftung eignet sich daher bereits für mittlere
Sie ist als juristische Person rechtlich eigenständig, selbst hand­
Stiftungsvermögen.
lungsfähig und im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen
völlig unabhängig. Die Stiftungsbehörde des jeweiligen
Mit Hilfe des Stiftungsmanagements der Stadtsparkasse
Bundeslandes kontrolliert die Satzung, genehmigt die Stiftung
München ist es möglich bereits ab einem angestrebten
und übernimmt die laufende Überwachung, die Finanzbehörde
Endvermögen von 100.000 Euro eine unselbstständige Stiftung
prüft, ob die Anforderungen an die Gemeinnützigkeit erfüllt sind.
zu errichten. Die Errichtung, die Zweckerfüllung und die laufen­
de Verwaltung übernimmt die DS Deutsche Stiftungsagentur.
Diese Form der Stiftung verfügt über eine eigene, verwal­
tende und gestaltende Organisation. Der Ertrag aus dem
Stiftungsvermögen muss – über den eigentlichen Stiftungszweck
hinaus – auch die Verwaltungskosten decken. Die rechtsfähige
Stiftung eignet sich daher für größere Stiftungsvermögen z. B.
ab 250.000 Euro, abhängig von der Anzahl der Stiftungszwecke.
Bei der Gründung unterstützt Sie die Stadtsparkasse München
gemeinsam mit Partnern.
auf einen Blick
Vorteile der treuhänderischen Stiftung:
b D
as staatliche Anerkennungsverfahren durch die Stiftungsaufsicht
entfällt
b V
on der ersten Idee bis Verwirklichung
vergehen nur wenige Wochen
b K
ostenvorteile bei der Errichtung und
im laufenden Betrieb
b K
eine Nachfolgeprobleme im
Stiftungsvorstand
atzungsänderungen sind zu
b S
Lebzeiten des Stifters einfacher
möglich
b A
ndenken und Pflege der Gräber
des Stifters und seiner nächsten
Angehörigen sind möglich
10
Stiftungsformen
Die (zweckgebundene) Zustiftung
Eine Zustiftung ist eine freiwillige, unentgeltliche Zuwendung
von Bar- oder Sachwerten in den Grundstock einer beste­
henden Stiftung. Da man sich einer bereits vorhandenen
Organisationsform bedient, sind der zusätzliche Aufwand und
die damit verbundenen Kosten gering.
Kann man die Zustiftung mit einer selbst definierten
Zweckerfüllung verbinden und mit einem eigenen Namen
versehen, spricht man von einem Stiftungsfonds (sog. zweck­
gebundene Zustiftung).
Die Stadtsparkasse München bietet die Möglichkeit, schon
mit kleineren Vermögen durch Zustiftungen oder
Stiftungsfonds in die ausschließlich für Kundengelder
vorgesehene Treuhandstiftung „Gemeinsam Gutes tun –
Die Kundenstiftung der Stadt­sparkasse München“, das
Gemeinwohl sinnvoll und nachhaltig zu unterstützen.
Spenden an eine Stiftung
oder andere gemeinnützige Organisation
Spenden sind freiwillige, unentgeltliche Zuwendungen von
Barwerten, die aber, im Gegensatz zu Zustiftungen nicht
dem Vermögensstock der Stiftung zugerechnet, sondern
nach dem Grundsatz der zeitnahen Mittelverwendung für
satzungsmäßige Zwecke verwendet werden. D. h. spätestens
zwei Jahre nach der Spende muss das Geld für den guten
Zweck wieder ausgegeben werden. Dem Grundsatz der zeit­
nahen Mittelverwendung unterliegen alle gemeinnützigen
Institutionen, egal, ob es sich um eine Stiftung, einen Verein
oder eine andere Körperschaft handelt.
Stiftungsformen
11
Gemeinsam Gutes tun –
Die Kundenstiftung der
Stadtsparkasse München.
„Gemeinsam Gutes tun – Die Kundenstiftung der
Finanzielles Engagement
Stadtsparkasse München“ ist ein nachhaltiges Zukunftsprojekt.
Das einmal eingebrachte Stiftungsvermögen bleibt un­
Je nach Höhe des finanziellen Engagements kann man sich
geschmälert erhalten. Die festgelegten Zwecke sind auf
als Spender oder Stifter in unterschiedlicher Form beteiligen.
Dauer bindend. Nur die erwirtschafteten Erträge werden zur
Spende: Ab 1 Euro kann eine Spende eingebracht werden, die
Förderung des Stiftungszwecks eingesetzt.
unmittelbar dem Stiftungszweck zu Gute kommt.
Zustiftung: Ab 5.000 Euro ist eine Zustiftung möglich. Diese
Gemeinsam
erhöht das allgemeine Stiftungsvermögen. Die Erträge aus
Die Vorteile eines Zusammenschlusses vieler Stifter werden op­
der Zustiftung unterstützen jedes Jahr, nach dem Beschluss
timal genutzt. Zusammen besteht die Möglichkeit, Projekte aus
des Stiftungsvorstandes, einzelne Fördermaßnahmen in der
unterschiedlichen Bereichen in der Region München zu unter­
Region München.
stützen. Der Stiftungszweck umfasst alle anerkannten gemein­
nützigen sowie kirchliche und mildtätige Zwecke. Die einzel­
Stiftungsfonds: Ab 25.000 Euro kann ein eigener Stiftungs­
nen Fördermaßnahmen werden jährlich vom Stiftungsvorstand
fonds eingerichtet werden. Es besteht die Möglichkeit die­
beschlossen.
sem einen eigenen Namen zu geben, und man kann den
konkreten Stiftungszweck – auch überregional – selbst wäh­
len. Das Vermögen bleibt langfristig unter dem Dach der
Kompetent
Kundenstiftung erhalten. Die Erträge werden nach eigenen
Vorgaben ausgeschüttet.
Die Kundenstiftung wird professionell von der DS Deutsche
Stiftungsagentur GmbH verwaltet. Nach der Entscheidung
übernimmt die Stadtsparkasse München in Zusammenarbeit
mit dieser Agentur sämtliche Verwaltungsaufgaben.
Testament
Gutes tun - Die
unselbstständige Stiftung "Gemeinsam
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12
Kundenstiftung
Familienstiftung
Errichtet man eine Stiftung zugunsten der eigenen Familie,
Zu beachten ist, dass bei der Besetzung der Stiftungsorgane
handelt es sich um eine – in aller Regel privatnützige –
der Vorstand, zur Vermeidung von Interessenkonflikten,
Familienstiftung.
nicht aus dem Kreis der begünstigten Familienmitglieder
bestellt werden sollte. Dagegen ist eine Beteiligung der
Eine privatnützige Familienstiftung unterliegt der allgemeinen
Begünstigten an einem Aufsichtsgremium sinnvoll, um
Steuerpflicht. Die Übertragung des Vermögens auf die Stiftung
ihnen so Kontrollrechte vorzubehalten. Besonders bei einer
löst eine Erbschaft- oder Schenkungsteuerpflicht aus. Dazu
Familienstiftung sind Regelungen zu Satzungsänderungen und
kommt die Erbersatzsteuer, durch die in einem 30-jährigen
zur Auflösung der Stiftung erforderlich, da es langfristig mög­
Turnus der Erbfall fingiert wird. Die Erbersatzsteuer kann bei
lich ist, dass die Familie (und damit die Begünstigten) ausstirbt.
einer Verzinsung von 5,5 Prozent pro Jahr auch in 30 gleichen
Jahresbeträgen entrichtet werden.
Zum begünstigten Personenkreis einer Familienstiftung können
Ehegatten, Kinder, Adoptiv- und Pflegekinder, Verwandtschaft
und Schwägerschaft oder z. B. Stiefeltern gehören. Diesen
Personenkreis kann man als Stifter eingrenzen oder erwei­
tern. Deshalb empfiehlt sich eine genaue Definition der
Begünstigten. Es ist dabei zu berücksichtigen, dass sich der
Kreis der Familienangehörigen in der Zukunft stark verzweigen
kann.
Familienstiftung
13
Unternehmensstiftung:
Nachfolge nach
Art des Hauses.
Im Unternehmensbereich werden Stiftun­gen aus sehr unter-
Im Unternehmensbereich gibt es verschiedene Aus­prägungen
schiedlichen Mo­tiven und Beweggründen errich­tet. Sei es,
von Stiftun­gen. Die häufigsten sind:
um ein vorhandenes Unter­nehmen vor der Zerschlagung im
Zuge von Erbauseinandersetzungen zu be­wahren, oder um
einen Verkauf zu verhindern, wenn der Unternehmer keine
Nach­kommen besitzt oder er seinen Kindern die Fortführung
seines Lebens­werks nicht zutraut.
b Unternehmensträgerstiftung
b Beteiligungsträgerstiftung
b Stiftung & Co. KG
b Stiftung als Kommanditistin
Auch im Unternehmensbereich lässt sich ein stifterisches
Engagement ideal mit der Förderung des Gemeinwohls ver­
binden. Dabei gelten auch hier die steuerlichen Privi­legien für
gemeinnützige Stiftungen.
Unternehmensträgerstiftung
b In diesem Fall betreibt die Stiftung selbst das Unternehmen und haftet wie ein Unternehmer per­sönlich
Mit der Errichtung einer Stiftung kann ein Unternehmer sein
für das unternehmerische Engagement. Wegen der
Lebenswerk über seinen Tod hinaus erhalten. Das von ihm
Haftungsproblematik kommt diese Stiftungsform in der
selbst aufgebaute Unternehmen und sein Name existieren
Praxis selten vor.
damit dauerhaft fort. Schon von ihrer Rechts­natur ist eine
Stiftung dafür prädestiniert, Kontinuität zu wahren: Aus dem
Stiftungsvermögen und dem in der Satzung verankerten Zweck
existiert sie dauerhaft aus sich selbst heraus.
Beteiligungsträgerstiftung
b Bei dieser Form einer Stiftung hält die Stiftung Anteile
Mit einer gemeinnützigen Stiftung kann der Stifter gleichzeitig
an einer Perso­nen- oder Kapitalgesellschaft. Sie hat
einen Beitrag zum Gemeinwohl leisten.
damit die Gesellschafterrechte inne, die sich aus dem
Gesellschaftsvertrag ergeben. Der Stifter kann seine Vor­
stellungen von der Unter­neh­mens­führung bindend in der
Stif­tungs­satzung verankern.
14
Unternehmen
Stiftung & Co. KG
b Die Stiftung & Co. KG ist eine echte Kommandit­gesellschaft.
Hier ist die Stiftung die Komplementärin, also die einzige
persönlich haftende Gesell­schafterin. Die auch hier pro­
blematische Haftung führt dazu, dass diese Form nur eine
geringe praktische Bedeutung hat.
Stiftung als Kommanditistin
b Diese Stiftungsform ist im Vergleich zu der Stiftung & Co.
KG wesentlich unproblematischer, da sie die Haf­tung der
Stiftung selbst begrenzt. Die Stiftung haftet hier lediglich
in Höhe ihrer geleisteten Einlage.
Die Errichtung einer Stiftung im Unter­nehmensbereich ist eine
sehr komplexe Thematik. Sie erfordert aufgrund einer Vielzahl
von Gestaltungsmöglichkeiten eine professionelle Beratung.
Das Stiftungsmanagement der Stadtsparkasse München steht
jederzeit für ein Gespräch zur Verfügung.
auf einen Blick
Vorteile einer Stiftungserrichtung für
Unternehmen:
b Klärung der Nachfolgefrage im
Unternehmen
b Zerschlagung des Unternehmens im
Zuge von Erbauseinander­setzungen
wird vermieden
b Kontinuität im Gesellschafter­bestand
durch rechtliche Eigenständigkeit und
Bindung an die Satzung
b Steuerliche Begünstigung ge­mein­
nütziger, unternehmensverbun­
dener Stiftungen durch steuerfreie
Übertragung von Unter­nehmens­
anteilen an die Stiftung
b Steigerung der Reputation des Unternehmens in der Öffentlichkeit
b Ihr Unternehmen verwurzelt sich in der
Heimat durch die Stiftungs­errichtung
noch zusätzlich
b Wachsende Identifikation der
Mitarbeiter mit dem Unter­nehmen
b Stärkere Motivation und Identi­fi­kation
der Mitarbeiter mit dem Unternehmen
Unternehmen
15
Steuerprivilegien:
Fördern wird gefördert.
Das Steuerrecht bietet gemeinnützigen Stiftungen mehrere
Soziales Engagement wird gefördert
Privi­le­gien. Um in den Genuss der Steuer­begünsti­gungen
zu kommen, muss eine Stiftung einige Voraussetzungen
Darüber hinaus werden auch Stiftungen als gemeinnützig
erfüllen.
anerkannt, die mildtätige oder kirchliche Zwecke erfüllen.
Eine Stiftung verfolgt mildtätige Zwecke, wenn sie körperlich,
Soll eine Stiftung gemeinnützig sein, müssen steuerbegüns-
geistig oder seelisch Kranke selbstlos unterstützt. Hierunter
tigte Zwecke verfolgt werden, die in der Satzung eindeutig
fällt auch die Unterstützung von Blinden, Behinderten,
formuliert sind. Gemeinnützig ist eine Stiftung, wenn sie
Alten und Kranken. Kirchliche Zwecke liegen vor, wenn eine
gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke selbst­
Religions­ge­meinschaft, die Körperschaft des öffentlichen
los fördert. Sind die Anforderungen der Finanz­be­hörden an
Rechts ist, selbstlos gefördert wird.
die Gemeinnützigkeit erfüllt, fallen bei der Übertragung von
Vermö­genswerten an die Stiftung keine Erb­schaft-, Schenkung-
Die selbstlose Förderung ist bereits dann gegeben, wenn nicht
oder Grund­er­werbsteuern an. Das übertragene Vermögen
in erster Linie wirtschaftliche Zwecke verfolgt werden. Stehen da­
bleibt so ungeschmälert erhalten.
gegen die Vermehrung der eigenen Ein­künfte oder des eigenen
Vermögens im Vordergrund, ent­­­fallen die steuerlichen Vorteile.
Was heißt Gemeinnützigkeit?
Ertrag ist nicht gleich Ertrag
Gemeinnützige Zwecke liegen vor, wenn die Stiftung „die
Allgemeinheit auf materiellem, geistigem oder sittlichem
Gemeinnützige Stiftungen sind von der laufenden Besteuerung
Gebiet selbstlos fördert“, so definiert es die Abgabenordnung.
befreit, soweit es sich um Erträge aus der Verwaltung des eigenen
Der Begriff der Allgemeinheit bedeutet nicht die Gesamt­
Vermögens handelt. Unterhält eine Stiftung jedoch einen wirt­
heit aller Bürger oder deren Mehrheit. Die Förderung der
schaftlichen Geschäfts­betrieb, muss sie z. B. die Ein­künfte und die
Allgemeinheit liegt jedoch nicht vor, wenn der Kreis der
Umsätze nach den normalen steuerlichen Vorschriften versteu­
geförderten Personen auf einige wenige be­grenzt ist. Das
ern. Die Gemeinnützigkeit bleibt dabei grundsätzlich erhalten.
ist der Fall, wenn eine Fami­lien­stiftung nur Ange­hörige einer
einzigen Familie be­güns­tigt. Mit dieser Regelung soll die
Förde­rung von reinen Sonderinteressen vermieden werden.
16
Steuerprivilegien
Mit dieser Regelung will der Gesetzgeber nur diejenigen
auf einen Blick
Stiftungen be­günstigen, die nicht im Wettbewerb mit anderen
Unterneh­men stehen.
Steuern, die bei der Übertragung von
Vermögenswerten zugunsten einer
gemeinnützigen Stiftung entfallen:
Rücklagen
b Erbschaftsteuer
Für den Erhalt der Gemeinnützigkeit sind Stiftungen verpflich­
tet, die Erträge zeitnah für den Stiftungszweck auszugeben.
b Schenkungsteuer
b Grunderwerbsteuer
Rücklagen dürfen daher nur in einem eng definierten Rahmen
gebildet werden. Der Gesetzgeber erlaubt es, in den ersten
Jahren aus Überschüssen eine Ansparrücklage zu bilden. Vor
allem kleinere Stiftungen können so schneller eine leistungs­
fähigere Struktur aufbauen.
Ausschließlichkeitsregel
Gemeinnützig und damit steuerbegünstigt sind Stiftungen, die
b die Allgemeinheit fördern
b selbstlos fördern
b die Erträge zeitnah verwenden
Die Stiftung ist gehalten, ausschließlich die in der Stiftungs­
b ausschließlich Zwecke gemäß ihrer
Stiftungssatzung fördern
satzung niedergelegten Zwecke zu verfolgen. Hat die Stiftung
b Zwecke unmittelbar selbst verwirklichen
diese Grundsätze der Gemeinnützigkeit in ihrer Satzung nie­
dergelegt und beachtet sie diese im tatsächlichen Geschäfts­
ab­lauf, wird sie grundsätzlich als ge­mein­nützig anerkannt.
Steuerprivilegien
17
Wichtige steuerliche
Rahmenbedingungen:
Gemeinnützigkeit
zahlt sich aus.
Wer einer gemeinnützigen Stiftung einen Betrag zu­wendet,
Vermögensstockspenden
kann nach dem Einkommensteuerrecht diese Zuwendungen
im Rahmen bestimmter Höchstbeträge steuermindernd
Stifter können einen zusätzlichen Höchstbetrag von einer Million
geltend machen.
Euro für Zuwendungen in das Grundstockvermögen geltend
machen. Dies gilt auch für Zustiftungen. Der Betrag kann auf
Ein Stifter kann sowohl die Ausstattung einer gemeinnützigen
das Jahr der Zuwendung und die folgenden neun Jahre verteilt
Stiftung mit Stiftungskapital, eine Zustiftung in eine bereits
werden, darf jedoch nur einmal innerhalb eines Jahrzehnts an­
bestehende Stiftung als auch Zuwendungen (Spenden) als
gerechnet werden. Dies gilt nicht für Körperschaften als Stifter.
Sonderausgabe oder wie eine Betriebsausgabe abziehen.
Verheiratete können diesen Betrag doppelt geltend machen.
Es gelten folgende allgemeine Höchstbeträge:
Bei der Gründung von Stiftungen sind die steuerlichen Aspekte
immer individuell zu betrachten. Deshalb sollte man vorab auf
jeden Fall einen Steuerberater konsultieren.
Spendenabzugsmöglichkeit von 20 Prozent
Die erste Vergünstigung gilt für Zuwendungen (Spenden) an
Besonderheiten für Erben
alle gemeinnützigen Organisationen, unabhängig von ihrer
Rechtsform (Stiftung, Verein, GmbH). Als Spender oder Stifter
Wird geerbtes oder durch Schenkung erworbenes Vermögen
kann man Zuwendungen in Höhe von bis zu 20 Prozent des
innerhalb von zwei Jahren nach dem Erwerb einer Stiftung
Gesamtbetrags der Einkünfte als Sonderausgaben geltend ma­
zugewendet, erlischt die bereits angefallene Erbschaft-
chen. Abziehbare Zuwendungen, die die Höchstsätze überschrei­
oder Schenkungsteuer rückwirkend und wird auf Antrag zu­
ten oder im Veranlagungszeitraum nicht berücksichtigt werden
rückerstattet, allerdings entfällt dann die Möglichkeit des
können, sind im Rahmen der Höchstbeträge in den folgenden
Sonderausgabenabzugs.
Veranlagungszeiträumen (unbegrenzter Spendenvortrag) als
Sonderausgaben abzuziehen. Wenn Unternehmen spenden,
können sie alternativ 0,4 Prozent der Summe der gesamten
Umsätze und der im Kalenderjahr aufgewendeten Löhne und
Gehälter als Sonderausgaben steuerlich geltend machen.
18
Steuerliche Rahmenbedingungen
Der geeignete Zeitpunkt:
Stiftungs­errichtung zu
Lebzeiten oder von Todes wegen.
Stiftungen können zu Lebzeiten des Stifters oder von Todes
seines guten Werkes nicht mehr persönlich erleben. Wer eine
wegen – durch Testament oder Erbvertrag – errichtet werden.
Stiftung durch seine letztwillige Verfügung er­richten lassen
Der beste Zeitpunkt ergibt sich aus den individuellen Bedürf­
möchte, sollte besondere Sorgfalt bei der Gestal­tung des
nissen des Stifters sowie aus seiner Vermögenssituation.
Stiftungsgeschäfts walten lassen, da Nachbesserungen na­
Für gemeinnützige Stif­tungen gelten in beiden Fällen
turgemäß ausgeschlossen sind.
steuerliche Begünsti­gungen.
Der Königsweg: einen Teil zu Leb­zeiten stiften,
Die Errichtung zu Lebzeiten
per Testament zustiften
Die Stiftungserrichtung zu Lebzeiten bietet zahlreiche
Die Vorteile beider Modelle, also die Stiftung zu Lebzeiten zu
Vorteile: Der Stifter kann die Erfolge seiner Stiftung zu
„erproben“ und sich selbst einen ausreichenden finanziellen
Lebzeiten genießen. Er kann aktiv mitwirken und der Stiftung
Spielraum zu erhalten, lassen sich kombinieren: Die Stiftung
wertvolle Erfahrungen zur Verfügung stellen. Gerade nach
wird zu Leb­zeiten mit einem Teil­betrag er­richtet. Später erhö­
dem Rückzug aus einem erfolgreichen und bewegten
hen Zustif­tun­gen noch zu Lebzeiten des Stifters oder durch
Berufsleben bietet eine Stiftung ein Forum, sich weiterhin
seine letztwillige Verfügung das Stiftungs­vermögen.
aktiv und engagiert für seine Ideen einzusetzen. Wer zu
Lebzeiten eine Stiftung errichten will, muss nicht sein gan­
zes Vermögen sofort in die Stiftung einbringen. Es reicht aus,
mit einem kleinen Betrag zu beginnen und später, z. B. durch
Testament, der Stiftung weitere Mittel zukommen zu lassen.
Die Errichtung von Todes wegen
Fü r al l e Stiftu n g s fo rm en g il t:
Alternativ kann eine Stiftung auch mit­tels Testament oder
Erbvertrag errichtet werden. Hier wird das Vermögen des
Stifters, das in die Stiftung fließen soll, erst im Todesfall übertra­
gen. Der Vorteil: Zu Lebzeiten bleibt die finanzielle Flexibilität
Wir empfehlen Ihnen, Ihre persönliche Situation
in rechtlicher und steuerlicher Hinsicht mit
Ihrem Rechts- und Steuer­berater zu besprechen.
des Stifters erhalten. Der Nachteil: Der Stifter kann die Wirkung
Der geeignete Zeitpunkt
19
Realisierbarkeit:
damit die Stiftung hält,
was sie verspricht.
Bewegt Sie der Gedanke, eine eigene Stiftung zu errich-
b Das Stiftungsvermögen sollte sicher und Ertrag bringend
ten und damit Ihr Lebenswerk oder auch Ihren Namen auf
angelegt sein, damit die Stiftung dauerhaft ihren Zweck
Dauer zu erhalten? Lassen Sie sich in Ihrem Vorhaben
verwirklichen kann.
unterstützen. Sprechen Sie Ihren Kundenbetreuer an.
Mit der Unterstützung des Stiftungsmanagements der
Stadtsparkasse München und ihrem Netzwerk an Partnern
b Eine Stiftung sollte möglichst keine lokale Konkurrenz
haben, um leichter Spenden akquirieren zu können.
gelangen Sie schnell an Ihr Ziel.
Ideelle Anforderungen
Materielle Anforderungen
b Der Stiftungszweck und das Stif­tungs­vermögen müs­
sen in einem angemessenen Verhältnis aufeinander
abgestimmt sein.
b Der Stiftungszweck sollte realisierbar sein.
b Die zu errichtende Stiftung sollte in ihrem gesellschaftlichen
Umfeld gesehen werden. Der Stiftungs­zweck sollte einen ge­
wissen Bedarf, der dauerhaft besteht, befriedigen.
b Stiftungen sind auf Dauer angelegt. Der Stiftungs­zweck sollte
daher zukunftsoffen sein und sich nicht auf die Gegenwart
beschränken, ansons­ten würde bei Erledigung der Auf­gabe
die Stiftung ihre Daseins­berech­tigung verlieren.
Formale Anforderungen
b
D ie Formerfordernisse ergeben sich einerseits aus
der Mustersatzung der Abgabenordnung (Anlage 1 zu
§ 60 AO) und andererseits aus den Mustersatzungen der
Aufsichtsbehörden.
b In der Stiftungssatzung muss die Gemeinnützigkeit gemäß
den Kriterien der Abgabenordnung formuliert sein.
b D ie Satzung muss für die Fälle der Auflösung oder
Aufhebung der Stiftung oder bei Wegfall der steu­
erbegünstigten Zwecke einen steuerbegünstigten
Anfallsberechtigten nennen, der das erhaltene Vermögen
unmittelbar und ausschließlich für gemeinnützige, mildtä­
tige oder kirchliche Zwecke zu verwenden hat.
20
Realisierbarkeit
Stiftungserrichtung:
in sieben Schritten von
der Idee zur Tat.
1. Stiftungszweck festlegen
5. Stiftung anerkennen lassen
Die Idee für einen Stiftungszweck entsteht oft aus einem
Stiftungsgeschäft und Stiftungssatzung sind bei der Auf­
beeindruckenden Ereignis, aus persönlicher Betroffenheit,
sichtsbehörde für Stif­tun­gen einzureichen und die Aner­ken­
aus dem beruflichen Umfeld oder aus einem Gefühl der
nung zu beantragen. Sind alle gesetzlichen Anfor­de­rungen
Heimatverbundenheit. Weitere Ansätze geben die gesetz­lichen
erfüllt, muss die Behörde die Stiftung anerkennen. Die Finanz­
Anforderungen an die Gemeinnützigkeit.
be­hörde bescheinigt die Gemein­nützig­keit. Die Stiftung erhält
eine eigene Steuernummer.
Bei einer unselbstständigen Stiftung entfällt das Aner­ken­
2. Stiftungsvermögen bestimmen
nungsverfahren. Lediglich die Zustimmung der Finanzbehörde
in Bezug auf die Gemeinnützigkeit ist durch den Treuhänder
Der Stifter bestimmt die Art und die Höhe des Vermögens,
einzuholen.
das der Stiftung als materielle Basis für die Verwirk­li­chung des
Stiftungszwecks dienen soll.
6. Vermögen übertragen
3. Stiftungssatzung erstellen
Nach Anerkennung der Stiftung, bzw. nach Bescheinigung der
Gemeinnützigkeit bei Treuhandstiftungen, wird das zugesagte
Der Stifter erstellt eine Stiftungssatzung, in der er schriftlich
Stiftungsvermögen auf ein gesondertes Stiftungskonto über­
erklärt, dass er die Stiftung dauerhaft mit einem Vermögen
tragen.
zur Erfüllung eines von ihm vorgegebenen Zwecks ausstattet.
Die Stiftungssatzung ist quasi das „Gesetz“ der Stiftung und
bestimmt ihre Arbeitsweise. Beim Erstellen der Satzung sollte
7. Realisierung des Stiftungszwecks
ein Experte unterstützen. Bei der unselbstständigen Stiftung
wird diese gemeinsam mit dem Treuhänder erstellt.
Der Stifter entwickelt ein detailliertes Kon­zept für die
Umsetzung des Stif­tungszwecks.
4. Stiftung errichten
Durch die Unterzeichung der Satzung und des sog.
Stiftungsgeschäfts wird die Stiftung errichtet. Bei Stiftungen
von Todes wegen erfolgt die Errichtung per Testament oder
Erbvertrag.
Schritte zur Tat
21
Fazit
Stiften kann man wohl als die eleganteste Form der Gemeinwohlförderung und des bürgerschaftlichen Engagements
bezeichnen. Auch für die Regelung der privaten und unterneh­
merischen Nachfolge kann eine Stiftungsgründung die ideale
Lösung sein.
Die Errichtung einer Stiftung ist viel einfacher, als Sie vielleicht
erwarten: Ein großes Vermögen wird nicht gebraucht und als
Stifter müssen Sie sich auch nicht um alles selbst kümmern.
Doch eine Stiftung kann nur dann erfolgreich arbeiten, wenn
von vornherein durch die passenden Zwecke, die richtige
Organisation und Programmgestaltung Ihr Stifterwille optimal
umgesetzt wird. Viele wichtige Weichen sind dazu schon vor
der Stiftungsgründung zu stellen.
Es geht bei der Errichtung einer Stiftung auch nicht nur um
Geld, sondern in erster Linie um Sie und Ihre Vorstellungen
als Stifterpersönlichkeit. Wir helfen Ihnen gern, Ihre Ideen
und Werte tragfähig umzusetzen, damit Ihre Stiftung einen
nachhaltigen Beitrag zum Gemeinwohl und zur Gesellschaft
leisten kann.
22
Fazit
Stiftungsmanagement der
Stadtsparkasse München:
ganz in Ihrem Sinne.
Die Stadtsparkasse München ist bei der Errichtung Ihrer
Auch bei der Akquisition von Zustiftungen, dem Fund­raising,
Stiftung der kompetente Partner an Ihrer Seite, damit Sie Ihr
kann Ihnen die Stadtsparkasse München wir­kungs­voll zur Seite
Kapital und Ihr Engagement voll und ganz Ihrem ei­gentlichen
stehen. Für die Beratung stehen Ihnen in der Stadtsparkasse
Stiftungszweck widmen können. Denn eine sorgfältige
München erstklassig ausgebildete Mit­arbeiter mit stiftungs­
Vorbereitung und die Beachtung rechtlicher sowie organi-
spezifischem Fachwissen zur Verfügung. Ergänzend arbeitet
satorischer Voraussetzungen sind ganz entscheidend für
das Team der Stiftungsspezialisten (insbesondere im Bereich
eine möglichst reibungslose Stif­tungs­­errichtung. Auch die
der Rechts- und Steuerberatung) mit zuverlässigen und re­
spätere Verwaltung der Stiftung stellt hohe Anforderungen.
nommierten Partnern zusammen.
Bei der Realisation Ihres persönlichen Stiftungsziels können Sie auf die Leistungen des Stiftungsmanagements der
Wenn Sie Fragen zum Thema Stiftungen haben oder sich
Stadtsparkasse München mit seinen Netzwerkpartnern von
für das Leistungsangebot des Stiftungsmanagements der
Anfang an bauen.
Stadtsparkasse München interessieren, sprechen Sie bitte
Ihren Berater an.
Die Stadtsparkasse München unterstützt Sie beispiels­weise
bei der Wahl eines geeigneten Stiftungszwecks. Externe
Fachberater helfen Ihnen, ein Stiftungskonzept zu erstellen und
die Stiftungssatzung zu entwickeln. Sie be­gleiten Sie fachkun­
dig während des Antrags- und des Anerkennungsverfahrens.
Ko n ta kt
Abgestimmt auf die stiftungsrechtlichen Erfordernisse
einer ungeschmälerten Vermö­gensanlage, berät Sie die
Stadtsparkasse München
Stadtspar­kasse München gern bei der Wahl einer geeigneten
Generationen- und Stiftungsmanagement
Anlagestrategie für das Stiftungsvermögen.
Sparkassenstraße 2
80331 München
Telefon 089 2167-13930
Fax
089 2167-913930
stiftungsmanagement@sskm.de
Ihr Partner
23
12/2013
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